Freitag, 11. September 2020: Unterwegs in den Walliser Bergen

Nach dem Frühstück gingen wir zum Bahnhof, wo sich unsere Wege trennten. Woody fuhr Richtung Bern, ich fuhr das Wallis hoch Richtung Martigny. Hier habe ich das Gepäck im Schliessfach eingestellt und stieg um auf die Bahn, welche nach Le Châtelard führt. Man kann dort aussteigen oder sitzen bleiben und weiter nach Chamonix fahren. Für mich war Le Châtelard recht, bin dort ausgestiegen und sogleich wieder auf eine Standseilbahn umgestiegen. Die 1920 von den SBB erbaute Barberine-Standseilbahn war mit bis zu 87 % Steigung bis zur Eröffnung der neuen Stoosbahn 2017, die steilste Zweikabinen-Standseilbahn der Welt. Die Seilbahn in Meterspur überwindet auf einer Länge von 1310 Metern eine Höhendifferenz von 700 Metern.

Funi von Le Châtelard Richtung Emosson

Auf die Standseilbahn folgt als zweite Sektion eine 600-mm-Feldbahn, die 1975 auf dem Trasse der in den 1920er-Jahren von den SBB betriebenen 750-mm-Werkbahn zum Weiler Emosson und der Barberine-Baustelle erbaut und als Petit train panoramique (Schmalspur-Panoramabahn) wiedereröffnet wurde. Sie verläuft auf leichtem Gefälle über Geländeterrassen und durch sechs Tunnels.

Unterwegs nach Emosson

Auf die Feldbahn folgt als dritte und letzte Sektion das Minifunic von 1991, welches vom Fuss der Staumauer zum Lac d’Emosson führt. Auf der etwa 260 Meter langen Strecke überwindet das Minifunic einen Höhenunterschied von 140 Metern.

Der Schrägseillift zur Emosson-Staumauer

Nun befinde ich mich bei der Staumauer des Lac d’Emosson. Hier oben endete 2016 eine Etappe der Tour de France. Ich verweilte einen Moment an diesem Ort und genoss das Panorama.

Lac d'Emosson

Dann wanderte ich einen schönen, leicht abfallenden Wanderweg bis nach Salvan.

Wanderung von Emosson nach Salvan

Hier nahm ich den nächsten Zug nach Martigny und fuhr über Visp und den Lötschberg-Basistunnel wieder zurück nach Hause.

Es war einmal mehr eine tolle Auffahrtsreise mit vielen schönen Erlebnissen. Da freue ich mich doch grad aufs 2021! Wohin wir im nächsten Jahr fahren? Das wissen in der aktuellen Corona-Situation wohl weder wir noch der Bundesrat 🙂

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Donnerstag, 10. September 2020: Ab in die Berge, und dann an den See

Schon um halb 10 waren wir in Aigle und bestiegen dort den Bus? Was, im Schmalspurparadies Aigle auf einen Bus umsteigen? Ja, das war die schnellste Verbindung um auf den Col de Bretaye zu gelangen – und ergab eine schöne Rundreise.

Der Bus brachte uns nach Villars sur Ollon, ein typisches Wintersportdörfchen welchem ohne Schnee der Charme fehlt. Hier stiegen wir vom Bus auf die Bergbahn zum Col de Bretaye um. Die Bahn endet quasi im nichts, es hat keine gedeckten Perrons, plötzlich ist einfach die Bahn fertig.

Zug der TPC in Col-de-Bretaye

An diesem Ort fällt schon wieder auf, wie speziell eine Gegend wirkt, wenn kein Schnee da ist. Die Skilift- und Seilbahnmasten mit den entsprechenden Kabeln standen da und erfüllten keinen Zweck – ausser die Gegend zu verschandeln.

Masten und Schneelanzen, soweit das Auge reicht...

Wir kehrten in einem Restaurant ein, tranken was und machten anschliessend einen Spaziergang um den See, welcher sich auf diesem Plateau befindet. Auch die Kühe fanden die Gegend recht hübsch.

Die Kuh geniesst die Aussicht auf den Lac de Bretaye

Nach unserem Aufenthalt fuhren wir mit der Bahn wieder talwärts nach Villars sur Ollon und stiegen dort auf einen anderen Zug der TPC um, welcher uns nach Bex brachte. Nun waren wir wieder im Tal unten und stiegen dort auf die SBB um, welche uns über St-Maurice nach Le Bouveret an das Ufer des Lac Lémans brachte. Hier befindet sich der Swiss Vapeur Parc, unser nächstes Tagesziel. Der Park ist eine grosse Einrichtung mit einer Eisenbahnanlage für grosse Fahrzeuge. Die Fahrzeuge sind so gross, dass sie Wagen ziehen können, welche erwachsene Leute drin haben.

Unterwegs im Swiss Vapeur Parc in Bouveret

Der ganze Swiss Vapeur Parc ist landschaftlich sehr schön und auch die Eisenbahnmodelle sind sehr hübsch gemacht. So haben wir die Möglichkeit, einem tollen Bahnbetrieb zuzuschauen bzw. selber auch mitzufahren. Die verschiedenen Strecken sind sehr abwechslungsreich und uns wird eigentlich nicht langweilig…

Unterwegs im Swiss Vapeur Parc in Bouveret

Aber wie immer auf unseren Auffahrtsreisen gilt: Wir haben ein strenges Programm! 🙂 So gilt es, nach ein paar Stunden den Park zu verlassen und wieder zum Bahnhof zu gehen. Wir fahren nach St-Gingolph, dem Grenzstädtchen auf der gegenüberliegenden Seite von Montreux. Diese Bahnlinie war früher mal eine durchgehende Strecke nach Evian und weiter Richtung Genève. 1937 wurde der Personenverkehr eingestellt, 1988 dann der Güterverkehr, und seit diesem Datum endet die Strecke recht abrupt:

Ende der Strecke - danach kommt Frankreich...

Mit der Fahrt nach St-Gingolph habe ich nun alle Strecken der SBB befahren. 🙂

Von St-Gingolph aus ging’s anschliessend mit dem Schiff quer über den Lac Léman nach Vevey. Hier sind wir ausgestiegen und haben in einem der unzähligen Restaurants an der Promenade unser Farewell-Dinner gegessen. Morgen trennen sich die Wege von Woody und mir, da er sein neues Auto beziehen kann! Nachdem er nun schon viele Monate auf den neuen fahrbaren Untersatz warten musste ist es für mich klar, dass er die schnellste Gelegenheit ergreifen musste, um in die Garage zu kommen.

Nach dem Nachtessen fuhren wir zurück nach Lausanne zu unserem Hotel.

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Mittwoch, 9. September 2020: Grenzwertig

Während Woody es vorzog, länger zu schlafen, begab ich mich mit der Metro nach Ouchy. Hier war es flach genug, um eine Joggingrunde am Lac Léman zu machen. Die Strecke nach St-Sulpice war toll, es lief mir gut und es war ein super Einstieg in den Tag. Zurück zum Hotel nahm ich natürlich wieder die Metro 🙂

Bonjour Lausanne

Nach dem Frühstück fuhren wir nach Vallorbe. Dieser Grenzbahnhof hat seine besten Jahre hinter sich. Trotzdem hat er ein eisenbahntechnisches Highlight zu bieten, nämlich je ein Güterzug von der Schweiz nach Frankreich und einer von Frankreich in die Schweiz.

620 034 Aarburg-Oftringen fährt in Vallorbe ein

Der Güterzug aus Brig-Lausanne kam ein bisschen zu früh an. Er fuhr in Vallorbe ein, die Lok wurde abgehängt, fuhr Seite Frankreich und umfuhr dann den Zug wieder. Auf einem Nachbargleis wurde die Lok abgestellt. Dann fuhr der Zug aus Frankreich ein. Eine Lok war an der Spitze, eine hat am Schluss gestossen und mitgeholfen, dass die Steigung Richtung Vallorbe mit dem schweren Zug gemeistert werden kann. Da der Zug in ein Gleis mit ausschliesslich Schweizer Fahrstrom fuhr, fuhr der Zug mit gesenkten Stromabnehmern ein.

Impressionen aus Vallorbe

Nachdem der Zug angehalten hatte, wurde die Lok abgehängt, von der Schweizer Güterlok abgeholt und Richtung Lausanne ausgezogen. Anschliessend wurde sie mit Schwung wieder unter den französischen Strom zurückgestossen. Sobald sie wieder unter Franzosenstrom war, konnte sie wieder eigenständig verkehren. Was sonst noch so in Vallorbe abging, zeigt dieser Film:

Nach diesem Intermezzo führte uns unsere Reise nach Le Brassus, wunderschön dem Lac de Joux entlang. Dann wieder zurück bis Le Day, wo wir Richtung Lausanne fahren wollten. Plötzlich merkte Woody, dass seine (Seh-) Brille verlustig ging (er trug die korrigierte Sonnebrille), am ehesten im Bahnhofbuffet Vallorbe. So sind wir am nächsten Bahnhof, Croy-Romaimôtier wieder ausgestiegen und nochmals nach Vallorbe gefahren. Im Bahnhofbuffet haben sie jedoch keine Brille gefunden.

Wir nutzten diesen Abstecher nach Vallorbe um unser Programm dahingehend zu ändern, dass wir nun mit dem Postauto nach Orbe fuhren. Von hier nach Chavornay fährt eine urige Privatbahn mit älterem Rollmaterial, die es sich zu besuchen lohnt. Die Strecke ist kurz und nichts spezielles:

Von Chavornay aus fuhren wir anschliessend nach Lausanne, wo wir vor dem Gang ins Hotel noch in einer Pizzeria an der Avenue de la Gare eingekehrt sind.

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Dienstag, 8. September 2020: Rollige Böcke

Damit normalspurige Güterwagen auch auf Bahnhöfen mit schmalspurigem Anschluss empfangen werden können, werden sie an den Übergabebahnhöfen Normal-/Schmalspur auf Rollschemel oder Rollböcke geladen und so auf die schmalspurige Strecke geschickt. In Morges zweigt die schmalspurige Strecke nach Bière (und mit einem Abzweiger nach L‘Isle-Mont-La-Ville) ab und diese Bahn (MBC) hat einen solchen Verkehr. Täglich gibt es zwei Kieszüge, welche bei Apples verladen werden und die anschliessend nach Gland fahren. Dieses Spektakel wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so sind wir nach Morges gefahren. Um es vorneweg zu nehmen: Es ist hoch interessant, wie hier gearbeitet wird! Ich habe probiert, dies in einem Film zusammenzufassen:

Nach einer Weile fuhren wir die Strecke der MBC hoch und runter und stiegen in Bussy-Chardonney aus. Von hier spazierten wir nach Yens. Wir schossen ein paar Zugsbilder an der Strecke und konnten euch einen Kieszug ablichten. Dann ging’s wieder nach Morges runter und von dort nach Allaman. Hier konnten wir den Kieszug noch einmal ablichten, daber dieses Mal auf der normalspurigen Strecke.

Züge fotografieren in Allaman

Anschliessend fuhren wir mit dem Zug nach Nyon, spazierten zur Schiffländte und fuhren mit dem Schiff nach Genève. Hier fanden wir ein tolles Restaurant wo wir draussen sitzen konnten und exzellent assen. Danach ging’s wieder Richtung Lausanne in unser Hotel.

Jet d'Eau in Genève

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Montag, 7. September 2020: Fast in Frankreich, aber nur fast…

Nach einem Ruhetag gestern (Woodys Vater wurde 80 und hatte zum grossen Familienfest geladen) starteten wir heute zu Tag zwei. Wir machen es also so wie bei der Tour de France, ein Prolog und dann ein Ruhetag…

Start war in Bern und die Reise führte uns nach Lausanne. Hier bezogen wir im hippen Flon-Quartier unser Zimmer im Hotel Moxy. Das Hotel wurde 2019 eröffnet, ist preislich recht günstig und eigentlich gut gelegen. Nach dem Zimmerbezug fuhren wir mit der Stadtbahn nach Renens VD und staunten erstmal über den umgebauten Bahnhof. Wir hatten den ganz anders in Erinnerung als so, wie er sich nun uns präsentiert hat. Der Anschluss nach Nyon fuhr nur ein paar Minuten später und kurz vor 14:00 Uhr waren wir dort. Der Anschluss nach La Cure mit der NStCM-Bahn wartete schon. Das Spezielle an diesem Bahnnamen: Die Bahn fährt seit Jahrzehnten nur noch bis La Cure, fuhr früher aber noch 13 km weiter ins in Frankreich gelegene Morez. Die Strecke wurde aufgegeben, der Buchstabe M im Namen blieb bis heute. Wir fahren also bis nach La Cure, welches sich auf 1150 m Höhe befindet. Der Weg führt über den Col de la Givrine. Die wohl harschen und schneereichen Winter laden hier ein zum langlaufen. Die Gegend ist ein Einfalltor für die Grenzgänger, die hier zu Hunderten mit den Autos unterwegs sind. Und hier geht die Bahn bis 5 m vor die Grenze zu Frankreich. Wir bewegen uns also tatsächlich am Limit… 

La Cure: hier ist die Strecke fertig. Hinter den Masten ist Frankreich

Nun gehen wir zu Fuss weiter, wandern über tolle Juraweiden 10 km nach St-Cergue. 

Wanderung zwischen La Cure und St-Cergue

Hier im Dorf essen wir zNacht, bevor wir wieder die NStCM Richtung Nyon und dann die SBB nach Lausanne nehmen. 

Jean-Jacques Rousseau kommt hier vorbei und kriegt eine Strasse...

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Samstag, 5. September 2020: Fitness und Rauch

Nein, Corona hat die Auffahrt nicht in den September verschoben. Aber die traditionelle Auffahrtsreise…

Und so starten wir heute mit einem Programm, welches in der Schweiz stattfindet. Aber genau so vielfältig sein wird wie unsere üblichen Reisen. Um 7:00 Uhr starten wir in Bern und fahren über Luzern nach Erstfeld. Auch heute sind wie an jedem ersten Samstag im Monat „Fitnessfahrten“ angesagt. In Erstfeld hat es ein Depot von SBB Historic und die alten Loks sollen, müssen und dürfen regelmässig bewegt werden, damit sie keine Standschäden kriegen. 

Untitled

Untitled

Die Parade der Bahnahnen (Wortspiel: nicht zu verwechseln mit Bananen) startet um 10:00 und dauert rund 2 Stunden. Dabei fahren die Loks auf Abstellgleisen hin- und her und zeigen sich den Fotografen. Manchmal machen sie Parallelfahrten und fahren auf gleicher Höhe nebeneinander. Um 11:00 gab es eine Pause, in welchem man zu den Loks gehen und die Lokführer über die technischen Details ausfragen konnte. 

Rund 50 Leute hat das Spektakel angezogen und um 12:00 machten sich nach dem Ende der Vorführung wieder alle aus dem Staub. Auch wir fuhren weiter und nahmen den Zug übe die Gotthard-Bergstrecke nach Göschenen. Dort stiegen wir um nach Andermatt und von dort auf den Zug Richtung Visp, in welchem wir bis Realp mitfuhren. Nach einem kurzen Fussmarsch erreichten wir den Bahnhof Realp der Dampfbahn Furka-Bergstrecke. Das war also das zweite historische Schmankerl, welches wir uns heute gönnten: Mit dem Dampfzug über die Furka, eine Reise wie vor rund 100 Jahren…

Wir hatten einen Platz in der 1. Klasse reserviert und genossen den Luxus des tollen Sessels. Noch vor Abfahrt wurden wir vom Gästebetreuer mit Champagner aus dem Wallis verwöhnt. Dann ging es los und der Zug schlängelte sich hoch Richtung Furka. Unterwegs ging es über die Steffenbachbrücke, welches jeden Frühling wieder aufgebaut und im Herbst abgebaut werden muss. In frühen Jahren wurde die Brücke oft von einer Lawine mitgerissen, sodass man sich einer technisch einmaligen Lösung behalf, einer Klappbrücke.

Bis der Zug bei der Station Furka eingetroffen war, musste auf der Zwischenstation Tiefenbach Wasser gefasst werden. Damit es rauchen kann, braucht es Wasser. In Furka gab es einen längeren Halt. Der Zug aus dem Wallis in Richtung Uri war zur gleichen Zeit dort und hat ebenfalls eine Pause gemacht.

Kreuzungshalt in Furka

Dann ging es durch den 1,8 km langen Furka Scheiteltunnel ins Wallis. Den nächsten längeren Halt gab es in Gletsch und auch dort wurde wieder Wasser nachgefüllt. Ich meinte mich zu erinnern, dass ich als Kind noch den Rhonegletscher gesehen habe. Aber nun hat es nur noch Fels, aber kein Eis mehr… Die Klimaerwärmung gibt es also wirklich…

Nun geht es weiter talwärts bis Oberwald. Hier sind wir ausgestiegen. Die Lok wurde auf der Drehscheibe gewendet und fuhrt wieder hoch nach Gletsch, wo sie jeweils übernachtet (in Oberwald hat es kein Depot, die Wagen werden jeweils im Bahnhof stehen gelassen).

DFB-Lok Nr. 9 auf der Drehscheibe in Oberwald
Die anschliessende Fahrt durchs Goms bis Brig zog sich noch dahin. In Bern angekommen zeigte sich doch eine gewisse Müdigkeit. Diese Fitness braucht halt auch Energie…

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Freitag, 21. August 2020: Non abbassiamo il guardia!

„Anche se simao tornati à viaggiare non dimentichiamo che il COVID19 è sempre tra noi.“ Unsere erste Auslandreise nach dem COVID in unser Leben getreten ist, geht langsam zu Ende. In den Zügen und auch sonst im ÖV tragen auch in Italien alle Masken, gleiches gilt für grössere Menschen-Ansammlungen im öffentlichen Raum. Bei den Zugängen zu den Fernverkehrs-Schnell-Zügen wird die Körpertemperatur der Reisenden gemessen. Vieles ist also anders geworden und ja COVID19 ist immer noch unter uns und beeinflusst massgebend unser Verhalten. Wir setzen alles daran, uns auch weiterhin zu schützen und zu unserer Gesundheit Sorge zu tragen. Nach einer erholsamen Nacht im Tiefschlaf wachen wir kurz vor 7 Uhr auf und machen uns für die bevorstehende Rückreise parat. Das Frühstück im Hotel besteht aus einem bedienten Buffett. Eine super-gute Lösung. Das reichhaltige Angebot bestehend aus regionalem Käse, Fleisch-Platte, Gebäck, Eierspeisen, Früchten und Joghurt ist schön angerichtet und wird durch das Hotel-Personal nach Wunsch für einen zusammengestellt. Wie im gesamten Hotel ist das Personal auch hier äusserst freundlich und zuvorkommend. Gut gestärkt machen wir uns nochmals auf einen kurzen Stadtbummel auf bevor es dann zum Bahnhof geht, wo wir uns mit dem 12.02 Uhr Zug auf Richtung Milano machen. Weiter geht‘s anschliessend über Lugano – Luzern nach Bern. Es zahlt sich nun aus, dass wir nicht allzu viele Sachen eingekauft haben. Aber das Saldi-Angebot in Venezia und Verona hat uns nicht sehr angesprochen. Darum stellt der Sack mit den kulinarischen Köstlichkeiten (u.a. Efeu-Honig, Pasta, Salami, Mozarella aus Paestum, eingelegtes Gemüse) aus der Salumeria G. Albertini in Verona „fast“ das einzige Zusatz-Gewicht dar.

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Donnerstag, 20. August 2020: Ciao Venezia, a presto!

 

Kurz vor 6.00 h startet Martin mit einer Foto-Session (Morgenrot-Moment auf der gegenüberliegenden Seite des Canale Giudecca) in den Tag. Wir lassen es ruhig angehen. Geniessen den Sonnenaufgang, das Vogelgezwitscher aus dem Fortuny-Garten und das bequeme Bett mit der Doppelkissen-„Landschaft“.


Room with a view

 

 

Kurz nach 7 h machen wir uns auf eine letzte Venedig-Joggingrunde. Martin will die Uferstrecke Giudecca zweimal ablaufen, was etwas 7 km entspricht. Ich will nochmals ans westliche Ende von Giudecca, wo die grosse Sporthalle mit dem Hallenbad steht. Getrennt laufen wir los und verabreden uns um 8.00 h im Hof des Hotels. Es ist angenehm warm, die Sonne scheint und einmal mehr sind ausser ein paar Einheimischen noch nicht viele Leute in den Gassen. Nach kurzer Laufzeit kreuzt ein Enten-Eltern-Paar mit drei Jungen meinen Weg. Ich bleibe stehen, mache eine Foto und nehme dabei die grosse Aufregung wahr, die bei sämtlichen Tieren herrscht. Das kann doch unmöglich nur wegen mir sein. Ich stelle fest, dass es noch von einem anderen Ort fiepst als nur von den fünf Tieren auf dem Kanal-Rand. Und tatsächlich scheint ein viertes Jungtier vom Kanal-Rand in eines der im Kanal festgezurrten Nussschalen-Boote gefallen zu sein. Das Kleine versucht unentwegt, den Bootsrand rauf zu kraxeln, was ihm aber nicht gelingt. Für mich ist der Abstand zwischen Kanal-Rand und Boot zu hoch, um ins Boot bzw. danach wieder auf Kanal-Rand-Level zu kommen. Glücklicherweise kommt ein Mann in sportlichen Klamotten, der sofort checkt was los ist. Er lässt sich ins Boot fallen und braucht einen Moment, um sich des Jungtiers zu bemächtigen. Bei den übrigen Familienmitgliedern und dem Duckling im Boot ist die Aufregung riesig. Schliesslich gelingt es dem Mann, das Jungtier zu fangen und es auf den Kanal-Rand zu setzen, wo es sofort in den Kreis der Enten-Familie aufgenommen wird. Der Mann klettert danach wieder hoch und zeitgleich sagen wir uns: „Famiglia riunita“. Wir lachen beide und jedes setzt seinen Weg fort.

 

 


Famiglia riunita

 

 

Wie abgemacht, treffen wir uns kurz nach 8 h zum Stretchen im Hof des Hotels bei der Büste von Giovanni Stucky. Wir sind beide happy, haben uns mit dieser Bewegungs-Sequenz etwas gutes getan. Zurück ins Zimmer, duschen und packen. Und schon machen wir uns auf den Weg zum Majer-Café, wo wir – mittlerweile mit dem Angebot und dem Personal vertraut – ein weiteres Mal super gut frühstücken. Der caffè latte, die cornetti und für mich vor allem das rustico alle olive sind schlicht und ergreifend grossartig. Wir besteigen das 11.02 h Traghetto, das uns zügig zum Bahnhof bringt, wo wir nach wenigen Minuten In den Zug nach Verona steigen. Die etwas mehr als einstündige Reise verläuft ruhig. Verona begrüsst uns mit heissem Sommer-Wetter. Nach dem Check-In im Grand Hotel an der Porta Nuova machen wir uns auf den Weg in die schöne Altstadt.

 

 


Arena di Verona

 

 


Piazza delle Erbe

 

 

Es gibt viel schönes zu sehen, obgleich die Hitze unser „Entdecker-Tum“ etwas schmälert. Wie überall in Italien gibt es auch hier einen Stickerei-Shop. Dieser bietet verschiedene Stoff-Artikel des täglichen Gebrauchs an, die man direkt vor Ort mit einem Spruch, Monogramm oder Namen personalisieren kann. Das witzige an diesem Shop ist, dass er damit wirbt, dass man aus der oberen Etage des Geschäfts den berühmten Julia-Balkon fotografieren kann. Martin lässt sich eine schwarze Gesichtsmaske 😷 mit gelb eingesticktem YB verzieren und ich lasse zwei Säckli für die Schwestern Emilia und Lorena besticken. Hübsch das Ganze. Ja und dann geht‘s in den ersten Stock und siehe da: a perfect scenic photo stop!

 

 


DAS Highlight Veronas: Julias Balkon

 

 

Wir schlendern noch etwas durch die Stadt, gönnen uns aber schon bald ein Apéro. Es ist über 30 Grad warm, was einerseits einfach nur schön ist, andererseits nicht unbedingt sehr unternehmungslustig macht. Wir finden ein schönes Restaurant in der Nähe der Arena und gönnen uns da ein äusserst leckeres Fisch-Znacht (Wolfsbarsch).

 

 


Der Wolfsbarsch wird zubereitet

 

 

Den Verdauungsspaziergang zurück zum Hotel legen wir müde aber zufrieden zurück. Buona notte!

 

 


Arena di notte

 

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Mittwoch, 19. August 2020: Murano si – Burano invece no

Gemütlicher Start in den Tag im Majer Café. Bei der Treghetti-Station „Palanca“ besteigen wir den 4.2er und fahren damit diretissima nach Murano. Gemütlicher Spaziergang durch das hübsche Dorf-/Städtchen-Ensemble (Gärten mit Granatapfel-Bäumchen) mit unzähligen Glaskunst-Läden.

Granatapfelbaum

Der Ort ist wirklich schön und in der ersten Tageshälfte hat es auch noch nicht so viele Leute. Wir schlendern den Kanälen entlang und schauen uns die Geschäfte – mit einer Ausnahme – nur von Aussen an. Auch auf Murano lohnt sich das Abzweigen in die Hinterhöfe, die oftmals hübsch begrünt sind und in denen Oleander-Bäume blühen.

Murano

Als wir zur Schiffs-Station für die Weiterfahrt nach Burano kommen, hat sich dort aus wartenden Reisenden bereits eine Warteschlage gebildet. Wir stellen uns zuerst auch an, kommen dann aber zum Schluss, dass es in der aktuellen Corona-Situation wenig Sinn macht, sich für rund 45 Minuten auf engstem Raum in einen Traghetto-Innenraum zu pferchen. Wir beschliessen, im nebenan gelegenen Restaurant eine Kleinigkeit zu essen und dann zu schauen, ob es weniger Leute gibt, die nach Burano übersetzen wollen. Aber weit gefehlt! Als wir das Restaurant verlassen, ist die Warteschlange auf etwa 100 Meter angewachsen. Die damit verbundene Wartezeit für die Burano-Überfahrt wäre spielend mal eine Stunde gewesen. Nicht an die abendliche Rückkehr in der Menschenmenge zu denken!

Murano

Wir beschliessen deshalb, Burano definitiv auszulassen. Um so gemütlicher war unsere Rückreise zum Hotel im hinteren Freiluft-Passagier-Bereich auf dem Traghetto. Wir geniessen die Fahrt und sind danach so Nudel-fertig, dass wir uns im kühlen Zimmer des Hotels etwas ausruhen. Gegen 19:00 h setzen wir unser Programm fort und fahren zum Markusplatz, wo immer noch sehr viel Betrieb herrscht. Wir lassen uns treiben, geniessen die Atmosphäre und die üppige Schönheit des Markusplatz-Ensembles. Jetzt macht sich ein leichtes Hüngerchen bemerkbar. Martin findet in der Osteria 21 ein gemütliches Lokal für uns. Nach dem schon fast obligaten Aperol Spritz gibt es hier für uns nach einem Primi-Salat je einen Wolfsbarsch aus dem Ofen mit Kartoffeln. Am Tisch nebenan (das Lokal ist äusserst eng bestuhlt – beim 1 Meter Distanz kann es sich wirklich nur um einen italienischen Meter handeln …) kommen wir mit einem pensionierten deutschen Paar ins Gespräch (Er ist der Autor des Blogs „Deutschmeisterei.de“). Es ist ein angenehmes Gespräch übers Reisen, die Familie, Fussball, Eisenbahn, COVID, die Schweiz und Deutschland). Die Zeit vergeht im Nu und ein schöner Tag neigt sich dem Ende zu. Auf dem nächtlichen Markusplatz gibt‘s immer noch reges Treiben. Wir verweilen einen Moment bevor es mit dem nächsten Treghetto zurück nach Giudecca bzw. ins Hotel geht.

Piazza San Marco

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Dienstag, 18. August 2020: Scoprire Venezia parte 2

Der gestrige Spaziergang durch teilweise menschenleere Gassen und entlang beschaulicher Kanäle hat Lust auf mehr gemacht. Nicht dass es so wäre, dass Venedig corona-bedingt immer noch fast menschenleer wäre. Nein, so ist es nicht. An den zentralen Touristen-Attraktionen wie z.B. Piazza San Marco, Rialto Brücke und beim Gebiet um den Canale Grande gibt es viele Leute. Aber es fällt auf, dass die meisten Touristen wohl wirklich aus Europa nach Venedig angereist sind. Asiaten, Amerikaner und vor allem Kreuzfahrt-Touristen fallen aber komplett weg. Und so vermuten wir, dass es an all den Orten, wo wir das Gefühl haben, es habe viele Leute, es in der aktuellen Zeit auch viele Leute hat aber definitiv weniger als sonst an einem Sommertag Venedig heimsuchen.
Wie bereits erwähnt, machen wir uns heute zu einem zweiten Spaziergang auf. Auch heute nach einer Jogging-Runde und einem Majer-Frühstück. Mit dem Traghetto fahren wir bis zur Piazzale Roma. Trockenen Fusses kann man den Canale Grande seit Generationen an drei Stellen überqueren: im Nordosten über die 1934 errichtete Ponte degli Scalzi, kurz vor der Mündung über die nahezu gleich alte Ponte dell‘Accademia und etwa auf halbem Weg per weltbekannter Ponte di Rialto.  2008 kam eine vierte hinzu: Die vom spanischen Architekten Santiago Calatrava entworfene „Brücke der Verfassung“ verkürzt den Weg zwischen der Piazzale Roma und Ferrovia. Die Tatsache, dass ein modern anmutendes Bauwerk den Beginn eines altehrwürdigen Wasserboulvards markiert, darf symbolisch gedeutet werden – als Signal für den Willen der Venezianer, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen. Doch ist die 94 Meter lange Stahl-Glas-Konstruktion seit Anbeginn umstritten. Sie kostete rund 10 Mio. Euro (dreimal mehr als ursprünglich kalkuliert), ihre Stufe laden, da sie der normalen Schrittlänge widersprechen, konstant zum Stolpern ein und zudem besitzt sie weder Lift noch Rampe, ist also für Reisende mit Gepäck, Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer völlig ungeeignet. Bevor wir losgehen, legen wir noch einen Fotostopp beim Venedig-Tram, das eine Einspur-Führung und gleichzeitig be-pneute Räder hat.

Venezia-Tram nach Bauart Translohr

Über die Lista di Spagna – einem kilometerlangen Fussgängerweg gelangen wir zum Canale di Cannareggio (Chiesa di San Giobbi), dem wir – vorbei an der Ponte Tre Archi – bis zur Einmündung in die Lagunen-Landschaft folgen.

Bei der Mündung in die Lagune

Auf dem Rückweg entlang der gegenüberliegenden Seite des Canale di Cannareggio biegen wir auf Höhe Guglie in das jüdische Viertel (Communità Ebraica) ab. Wir befinden uns nun im Herzen des Cannareggio. Bis zu acht Stockwerke hohe Häuser stehen hier – wenige Gehminuten nördlich des Canale Grande – dicht um einen zentralen Platz. Vereinzelt schmale, niedrige Häuschen, hie und da ein hölzerner Aufbau – offensichtlich beengte Verhältnisse.

Campo del Ghetto Nuovo

Wir befinden uns im ehemaligen Ghetto von Venedig, dem Ort, an dem einst Eisengiesser (ital. Getto für Guss) ihrem Handwerk nachgingen und im frühen 16. Jahrhundert die traurige Tradition der Absonderung der jüdischen Gemeinschaft innerhalb städtischer Kommunen ihren Lauf nahm. Beeindruckend ist für uns der Campo del Ghetto Nuovo. Auf dem Platz spielen Kinder, junge Männer sind über die Thora gebeugt. An einer Wand erinnern Bronzetafeln an die 200 Holocaust-Opfer der örtlichen Gemeinde. Wir ziehen weiter und queren den Campo dei Mori mit den turbantragenden Mohren aus Stein – einer mit eisernen Nase.

Metallnase – wegen Nasenbohren?

Die Kirche Madonna dell‘Orto – eine echte Schönheit (von Aussen – von Innen können wir leider nicht beurteilen, da die Kirche geschlossen war) ist ein nächstes Highlight. Beim Rio della Misericordia gönnen wir uns bei Bacaro-Gelato ein … was wohl? Ein Gelato, das wir auf der dafür liegenden Brücke genüsslich weg-schlecken. Unser Weg führt uns an der Farmacia Ponci – Venedigs älteste Apotheke (Einrichtung aus dem 17. Jahrhundert) -, dem Ca‘d‘Oro – das goldene Haus gilt als schönster Profanbau der venezianischen Hochgotik (Zuckerguss-Bau) – zum Fondaco dei Tedeschi. Wo einst Händler aus Deutschland ihre Waren lagerten und verkauften, Betreiben neuerdings diverse Firmen Luxusgüter-Edelboutiquen. Die Location ist absolut faszinierend. Zum Shoppen sind wir definitiv zu müde. Der heutige Erkundungstag fordert ihren Tribut. Wir spazieren zurück zur Piazza San Marco (finden im Restaurant bei der Rialto-Brücke tatsächlich meine Armbanduhr, die ich am Vortag dort verloren habe), von wo aus uns das Traghetto zurück nach Palanca nehmen. Dies aber mit einem Zwischen-Stopp auf der Insel San Giorgio. Die in unserem Reiseführer als „Lieblingsort“ ausgeflaggte kleine Insel (mit der Kirche San Giorgio Maggiore und dazugehörigem Kloster) stellt aufgrund der Bebilderung für uns eine absolute „Muss-Sehenswürdigkeit“ dar. Der Blick vom der Glockenstube des 60 Meter hohen Campanile der Klosterkirche ist wirklich einmalig: Dogenpalast, Markusdom, Piazza und Bacino di San Marco, rundum das Häusermeer des Centro Storico, mittendrin das grosse S des Canale Grande, nach Süden hin Lido und offenes Meer … prächtiger sieht man die Serenissima nirgends.

Welch ein Blick auf Venedig!

Da das Klostercafé geschlossen hat, fahren wir mit dem Traghetto zum Majer und gönnen uns dort einen und etwas später einen zweiten Apérol Spritz. Und weil‘s so schön und gemütlich ist, bleiben wir dort gleich zum Abendessen sitzen. Das Essen – Salate zur Vorspeise und Rippchen bzw. Tuna zum Hauptgang – schmeckt vorzüglich. Ein Caffé rundet den schönen Tag ab und wir machen uns erfüllt und glücklich über den schönen Tag zum Hotel zurück. Im Hotel gibt‘s noch eine Mücken-Kill-Activity, um zu verhindern, dass die Mücken uns auch in der bevorstehend Nacht wieder aussaugen.

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Montag, 17. August 2020: Scoprire Venezia

Wir haben unsere Laufsachen eingepackt, d.h. wir gehen heue Morgen als erstes joggen. Wetter und Temperatur sind perfekt ==> make me sweat! Wir laufen entlang des Canale Giudecca bis zum Posten der Guardia di Finanza, wo‘s kein Durchkommen gibt. Bei der Rückkehr biegen wir ins „Innere“ des Insel-Teils ab. Da geht‘s dann über verschiedene Brücken, Stege und teilweise auch in Hinterhöfe, wo‘s dann auch kein Weiterkommen gibt. Aber alles in allem gibt uns diese erste Joggingrunde einen guten Einblick ins bella vita quotidiana auf Giudecca. Da duftet es plötzlich nach frisch gebrühtem Caffè oder einfach nach frischem Brot, nach gewaschener Wäsche. Wir begegnen Einheimischen, die fast alle mit ihrem Märitwägeli unterwegs sind, um ihre Einkäufe über die zahlreichen Brügglis nach Hause zu transportieren. Frisch geduscht und mit dem guten Gefühl, sich bereits bewegt zu haben, machen wir uns auf die Suche nach einer Bäckerei mit Café. Bei Majer werden wir auf Anhieb fündig.

Caffè latte

Der caffè latte, die cornetti und für mich das rustico alle olive schmecken uns so gut, dass wir bis zu unserer Abreise jeden Morgen dort „zuchehäbe“ (morgen Dienstag werden wir dort dann auch zu Abend essen). Von hier überqueren wir kurze Zeit später mit dem Traghetto den Canale Giudecca und steigen bei der nächsten Station „Zattere“ aus, um uns auf den Spazier-Rundgang auf dem Dorsoduro zu machen. Wir schlendern den fast menschenleeren Weg entlang des Canale, geniessen des Ambiente.

Wenn man nicht grad beim Markusplatz ist, ist Venedig recht leer.

Bei der Chiesa Santa Maria della Salute tauschen wir uns darüber aus, ob wir beide Lust hätten, eine Gondola-Fahrt zu unternehmen. Beide eigentlich weniger und ohne hohe Priorität. Klar, was tun wir als nächstes? Wir steigen in eine Gondel ein, queren den Canale Grande und fahren in den Stadt-Teil San Marco bis zum Theater La Fenice und wieder zurück…

Unterwegs in der Gondel

Ein Gondoliere hat uns angesprochen und ja, eine Gondel-Fahrt durch die Kanäle ist wirklich was tolles. Das Leben ist das, was dir passiert währenddessen du Pläne machst 😆. Einfach flexibel sein und offen bleiben für alles Neue.

Kanalseitiger Eingang zum Theater La Fenice

Als wir wieder festen Boden unter den Füssen haben, setzen wir unseren Spaziergang fort. Nächste Staton ist der Laden von Saverio Pastor. Er wird als Maestrissimo seines Fachs – dem Schnitzen von forcolé (der charakteristischen Rudergabeln der Gondeln) – bezeichnet. In einem kleinen Schmuckgeschäft, das mit Murano-Glasperlen arbeitet, kauft mir Martin ein hübsches Armband und einen Ring. In der Nähe des Campo di Carità kaufen wir uns je ein Stück Pizza, essen dieses gemütlich und gönnen unseren Füssen etwas Ruhe. Dann geht‘s weiter zur San Pantalon Kirche und zum Campo Santa Margherita. Der Campo, diese 200 Meter lange, seltsam unregelmässig geformte Freifläche im Herzen von Dorsoduro, gilt zu Recht als einer der volkstümlichsten Plätze der Stadt: Obst- und Fischmarkt (beides am Nachmittag nicht mehr zu sehen), eine Gelateria, ein Kiosk, spielende Kinder, Rentnerkränzchen, Bars etc. … alles gibt es hier in nächster Nähe. Noch ein paar Schritte und schon sind wir wieder zurück am Canale di Giudecca. Eine erneute Erfrischung wird dringend benötigt und die Füsse sind ob der kurzen Rast auch nicht unglücklich. Ein letzter Abstecher gilt der Gondelwerft (squero) von San Trovaso. Im frühen 17. Jahrhundert gegründet, ist sie die älteste noch aktive und eine der letzten ihrer Art überhaupt. Hier gibt es leider nur für Gruppen Führungen. Einzelpersonen können aber vom Ostufer des Rio di San Trovaso einen Blick auf das malerische Werkstatt-Ensemble erhaschen.

Gondelbauer-Werkstatt

So, jetzt aber noch einen Abstecher zur Piazza San Marco. Einfach immer wieder wunderschön dieses Ensemble mit Markus-Dom, Dogen-Palast, Torre und Piazza San Marco. Es hat recht viel Volk hier und so besteigen wir ein weiteres Traghetto, das uns zu einer weiteren Sehenswürdigkeit – der Rialto-Brücke – bringt. Heftige Windböen und erste Regentropfen setzen ein, so dass wir uns entschliessen, ins Apéro zu gehe. Kurze Zeit später scheint aber wieder die Sonne und wie gefühlt Tausend andere Leute machen auch wir hier Fötelis von der Brücke, von uns, von uns und der Brücke und …

Eine der meist fotografierten Brücken: Rialto

Beim Benetton und im Celio legen wir noch einen Shopping-Zwischenstopp ein bevor wir zu Fuss zur Piazzale Roma zurück kehren, wo wir das Traghetto nach Giudecca-Redentore nehmen. Im Ristorante al Redentore essen wir zu Abend und lassen beim Blick auf die gegenüberliegende Kanalseite, auf der wir den heutigen Tag verbracht haben – noch einmal den Tag Revue passieren. Zurück zum Hotel … heute sind wir genug gelaufen.

Buenanotte

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Sonntag, 16. August 2020: Ab in die Lagunenstadt

Heute bagann die erste Auslandsreise während der Corona-Zeit: Venedig ist das Ziel! Die Reise führte uns mit dem Zug über Zürich und durch den Gotthard Richtung Mailand. Hier hatten wir eine knappe Stunde Aufenthalt und schon ging es weiter nach Venedig. Ich schwärme immer von der Einfahrt in Venedig: Man fährt über den Damm, kommt am Bahnhof an, geht zum Bahnhof raus, und ist mitten am Canale Grande!

Canale Grande beim Bahnhof S. Lucia

Ich finde diesen Weg jeweils so toll und begeisternd, dass ich ihn am liebsten jeden Tag machen möchte! Ein paar Minuten nach Ankunft hatten wir ein Vaporetto welches uns nach Giudecca brachte. Wir übernachten im Hilton Hotel. Dieses Hotel befindet sich in einer ehemaligen Kornmühle direkt am Giudecca-Kanal. Wir beziehen unser Zimmer in der fünften Etage, von wo aus wir einen tollen Blick auf die Stadt Venedig haben. Nachdem wir uns eingerichtet haben, schlendern wir ein bisschen dem Kanal entlang und bleiben dabei auf Giudecca. Nach einem Apero gehen wir in Harrys Dolci, wo wir vorzüglich Nachtessen. Der Rückweg zum Hotel ist nicht weit, so dass wir schon bald im Bett sind. Die Stadt hat einen tollen ersten Eindruck gemacht! Wir freuen uns auf morgen.

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Freitag, 6. März 2020: Obrigado Lisboa

Heute ist Abreisetag. Irgendwie habe ich Lissabon zu verstehen begonnen, wusste was in etwa wo ist, und nun fahren wir nach Hause.

Aber einmal ist fertig…

Der Tag beginnt mit einem Sonnenaufgang über der grossen Brücke – wow!

Guten Morgen Lisboa

Check-out Time ist 12:00 Uhr was uns Zeit gibt, sanft in den Morgen zu gehen. Wir machen dies boggender- und joggenderweise. Auch das Abschlussfrühstück hat geschmeckt und für 12:00 haben wir ein Uber bestellt. Dieses ist pünktlich vor Ort und so sind wir schon zwei Stunden vor Abflug am Flughafen.

Eigentlich hätten wir nach dem Check-out im Hotel noch alle Tramlinien und alle Standseilbahnen abfahren können, denn auch so hätten wir den Flug nicht verpasst. Einzelne Gewerkschafter der französischen Fluglotsen nehmen die Flugreisenden in kollektive Geiselhaft und wir können erst mit 40 Minuten Verspätung abfliegen. Der Flug ist windbedingt etwas unruhig aber bringt uns sicher nach Zürich.

Obrigado Lisboa

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Donnerstag, 5. März 2020: Ascensores de Lisboa-Hattrick

Heute ist das Wetter leider nicht mehr so schön wie am Vortag. Wir lassen es darum etwas gemütlicher angehen. Nach dem Frühstück machen wir uns zu Fuss in die „Oberstadt“ von Belém, wo wir am Vortag auf der Tramdurchfahrt ein Streetart-Objekt in Form eines Waschbärs gesehen haben. Dieses schauen wir uns aus der Nähe und mit Zeit an.

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Street-Art Waschbär

Mit dem Tram fahren wir dann ein paar Stationen weiter bevor ihr auf der Höhe des Tramdepots mit integriertem Trammuseum (Museu da Carris) aussteigen und eben diesem Museum einen Besuch abstatten. Das Museum gibt einen schönen Einblick in die Geschichte von den durch Esel gezogenen Waggons bis zu den heutigen elektrischen Trams. Der Museumsbesuch ist kurzweilig und beinhaltet sogar noch eine Fahrt mit einem historischen Tram – also so einer Art Fitness-Fahrt in Lissabon.

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A night at the museum…

Weiterreise in die Stadt, wo wir uns beim Mercado da Ribeira zu Kaffee und Kuchen einkehren. Gut gestärkt geht es anschliessend mit dem Ascensor da Bica in die „Oberstadt“.

Bica Standseilbahn in Lissabon

Ein uriges Tram bringt uns von da zum Miradouro São Pedro de Alcântara, von wo sich wir einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt haben. Mit dem Ascensor da Glória geht‘s anschliessend wieder runter in die Stadt.

Ascensor da Gloria

In der Nähe des Rossio treten wir in ein kleines Lädchen ein, das handgemachte Puppenkleider, Puppenhäuser anbietet und über ein Puppenspital verfügt, das ältere und beschädigte Puppen neu auffrischt und repariert. Und das alles mit ganz viel Liebe und Freude an der Sache. Für uns geht‘s danach auf zum nächsten Ascensor do Lavra. Hier steigen wir Treppen ins Quartier hoch, um anschliessend die „Tal-„Fahrt mit dem Ascensor so richtig geniessen zu können. Somit ist unser Ascensores-Hattrick komplett. Die drei Ascensores wurden übrigens gebaut, um auch diejenigen Stadtteile Lissabons erschliessen zu können, die von der ab 1873 verkehrenden Pferdestrassenbahn wegen der starken Steigung nicht bedient werden konnten. Betreiber der Bahnen ist, wie auch für die anderen städtischen Verkehrsmittel der städtische Verkehrsbetrieb Carris. Trotz ihrer Ähnlichkeit zur Strassenbahn werden sie als Ascensor (Aufzug) bezeichnet und im allgemeinen Sprachgebrauch manchmal auch Elevador genannt, was eigentlich ein senkrecht fahrender Aufzug ist (Elevador de Santa Justa, s. Eintrag vom 03.03.2020). So shaky die drei Bahnen daher kommen, so zuverlässig fahren sie. Auch blieben sie über ein Jahrhundert lang von schweren Unfällen verschont. Leider sind die Wagen ein beliebtes Zielobjekt von Sprayern. Die Bahnen (90 cm Spurweite) gelten schon seit einiger Zeit als nationale, technische Denkmale. Hier noch einmal alle technischen Details in der Übersicht: Ascensor do Lavra – eröffnet 1884, Länge 182 m, Höhendifferenz 43 m, max. Steigung 25,0 % Ascensor da Glória – eröffnet 1885, Länge 265 m, Höhendifferenz 48 m, max. Steigung 18,0 % Ascensor da Bica – eröffnet 1892, Länge 260 m, Höhendifferenz 45 m, max. Steigung 19,1 %

Zusammenfassung Wikipedia

Elevador do Lavra

Jetzt sind wir hungrig und vor allem durstig. Im Bar-Restaurant des Figu-Hotels geht‘s zum Apéro. Die Tapas fallen hier definitiv grösser aus, als wir uns das unter dem Wort Tapas vorstellen. Aber der Cod-Fish mit Kartoffelstock, das Kichererbsen-Pesto, die Chicken Wings und die super leckeren Riesen-Crevetten an Knoblauchsauce munden herrlich. Wir geniessen hier also Apéro und Abendessen in einem. Danach macht sich Martin auf zu einem Barber-Shop, den er online in der Nähe hat ausfindig machen können. Tatsächlich kriegt er da noch einen Slot und wird sehr schön gepflegt und getrimmt. Der Barber-Man ist ein echter Kenner-Künstler seines Fachs. Die Location ist ebenfalls einmalig und zieht immer wieder zahlreiche Blicke von Passanten an, die zu Stehenbleibern werden.

Figaros Barbershop

Zum Ende des heutigen letzten Lissabon-Ferientages statten wir in nächtlichem Ambiente der Kathedrale Sé einen Besuch ab. Die Bezeichnung Sé ist die Abkürzung für seeds episcopalis, Bischofssitz. Die strenge Fassade mit ihren bezinnten Zwillingstürmen vereint den romanischen und gotischen Baustil. Hauptlichtquelle ins Innere ist die schöne Fensterrose. Direkt vor der Sé verkehren Strassenbahnen, was zu jeder Tages- und Nachtzeit ein schönes Fotosujet abgibt. Wir kehren ein letztes Mal zu Mercado da Ribeira zurück, wo wir uns eine gemeinsame Pizza erstehen. Nach dem ausgedehnt ausgefallenen Apéro gibt‘s nur noch ein Hüngerchen. Die letzte Tramfahrt des Tages führt uns zurück zum Hotel.

Catedral Sé Patriarcal

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Mittwoch, 4. März 2020: Sunny Lisbon

Strahlend schönes Wetter heute Morgen. Wir starten mit einer Jogging-Runde entlang des Rio Tejo in den Tag. Die Strecke führt uns am Erobererdenkmal vorbei bis zum kleinen Hafen von Belém und zurück – an unserem Hotel Altis Belém vorbei – bis zum Denkmal Combatentes do Ultramar. Bei diesem Denkmal, das sich ganz in der Nähe des Torre de Belém befindet, wird der Gefallenen aus den Überseeprovinz-Kolonial-Kriege gedacht. Um 09.00 h wird mit viel Pathos die Mahn-Wache in Position gebracht. An dieser Stelle wird einzig der gefallenen portugiesischen Militärpersonen gedacht. Wo der Gefallenen aus den „Übersee-Provinzen“ Angola, Guinea und Moçambique, die noch in den 1970er Jahren zu Portugal gehörten? Sonne und Schatten der Geschichte und vor allem dem Blick darauf (Portugal wird noch bis heute vorgeworfen, seine Kolonialgeschichte nicht sauber aufgearbeitet zu haben) liegen in Belém also näher als wir bis zum heutigen Tag gedacht haben.

Nach einem erneut sehr leckeren Frühstück machen wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Heute wollen wir den Parque das Nações erkunden. Auf dem ehemaligen Gelände der Weltausstellung von 1998 und der näheren Umgebung entwickelte sich ein neuer Stadtteil mit Bürogebäuden, Hotels, Wohnungen, touristischen Einrichtungen (Torre Vasco da Gama, Aquarium, Wissenschaftsmuseum etc.) und einem der grössten Einkaufszentren der Stadt. Mit der U-Bahn geht es bis zum Gare do Oriente, dem von Santiago Calatrava entworfene Hauptbahnhof Lissabons.

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Lisboa Oriente

Wir hängen etwas in den Seilen. Darum gibt es als erstes eine kleine Stärkung in Form eines starken Espressos und eines Stücks „Mauer“-Kuchens.

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Mauerkuchen

Dann setzen wir unsere Erkundungstour des Bahnhofs und der Mall (getrennt) fort, um eine halbe Stunde später gemeinsam den „Aussenbereich“ zu entdecken. Wir spazieren auch hier dem Tejo entlang und geniessen das schöne Wetter. Die Expo-Parkanlage ist ein wenig in die Jahre gekommen, zieht aber immer noch sehr viele Leute jeglichen Alters an. Dies wohl auch deshalb weil es hier sehr viele Restaurants und Cafés gibt. Wir kaufen uns ein Ticket für den Teleférico, einer Seilbahn zwischen Torre Vasco da Gama und dem Oceanário, und erhalten so einen Überblick aus der Vogelperspektive (Vasco da Gama Brücke, Tejo und das ehemalige Ausstellungsgelände).

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Unterwegs auf dee Seilbahn

Die zu Fuss zurückgelegte Strecke ist beträchtlich und so beschliessen wir, über einen Abstecher zum Warenhaus Corte Inglesd zurück in die Stadt zu fahren. Fürs heutige Abendessen wählen wir die Markthalle des Mercado da Ribeira beim Cais do Sodré (Time Out Market Lisboa) aus. Es gibt für uns beide einen super leckeren Burger mit Fries und Salat. Wunderbar! Dazu ein Bierchen und die Welt ist in Ordnung. Anschliessend geht‘s zurück mit dem Tram Nr. 15 in unser Hotel, wo wir uns müde aber happy in unser grosses Bett schmeissen.

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Dienstag, 3. März 2020: Gutes Schuhwerk für Lissabon-Stadttour wird empfohlen!

FERIEN! Ausschlafen, gemütlich in den Tag starten und ein super leckeres Frühstück geniessen, ohne dass man dafür einen Finger krumm machen muss. Was wollen wir mehr? Genussvoll gestärkt (es gab bereits ein erstes Pastel da Nata-Küchlein zum Frühstück) spazieren wir dem Tejo entlang und geniessen die Ansicht des Mosteiro dos Jerónimos, das als Symbol für Portugals Goldenes Zeitalter steht und dessen wirtschaftliche und kulturelle Blüte mit der Entdeckung von Gebieten in der Neuen Welt und deren Kolonien einherging.
In einem der kleinen, gelben Oldies-Trams ruckeln wir stadtwärts Richtung Zentrum. Als sich der Tramchauffeur aus seinem Sitz erhebt, der Fahrgemeinschaft „Fine“ zuruft und seinen Ruf noch mit einer unmissverständlichen Handbewegung verdeutlicht, wissen wir, dass wir auszusteigen haben.
Carris Tram
Wieder mit festem Boden unter den Füssen statten wir dem Mercado da Ribeira, einer ganz tollen, schönen Markthalle, einen Besuch ab.

Time out Lisbon

Danach schlendern wir durchs Quartier und fahren mit dem Ascensor da Bica (einer Art Marzili-Bähnli) ins Bairo Alto Quartier. Die kurze Fahrt ist eindrücklich, ist doch das „Lift-Geleise“ gleichzeitig Trottoir und Einbahnspur für Autos, Mofas, Skatboards …

Ascensor da Bica

Ascensor da Bica

Nach einem kurzen Foto-Stopp besteigen wir wieder ein altes Ruckel-Tram (Linie 28), das uns westwärts Richtung zum Cemitério dos Prazeres führt. Wir spazieren durch die Friedhofsstrassen mit ihren grossen und kleinen Familiengruft-Häuschen. Am Ende der Anlage – beim Grabfeld der Feuerwehrleute – erhalten wir eine schöne Aussicht auf die Golden Gate Brücke von Lissabon (Ponte 25).
Friedhof

Wir fahren in die Innenstadt zurück und spazieren durch die enge, verwinkelte Strassen (Café und Eclair in einem schönen Tearoom) und über Plätze bevor uns der Weg zum Elevador de Santa Justa führt. Nach einer halbstündigen Wartezeit besteigen wir die Liftkabine und sind ca. 10 Sekunden später auf dem Toplevel. Die Top-Toplevel-Terrasse, für die man einen Obolus von 1 Euro 50 entrichten muss, sparen wir uns. Weiter geht es für uns – vorbei am Rossio S-Bahn-Bahnhof runter Richtung Rossio-Platz. Hier brummt der Bär. Es hat viele Leute, viele Cafés und Bars und verhältnismässig zahlreiche Geschäfte. Im Café Nicola genehmigen wir uns einen grünen Wein und einen Apéro-Käse zum Auslöffeln bevor wir bei Benetton und Decathlon (Metrofahrt ins Aussenquartier) shoppen gehen. Danach lassen wir uns treiben und gehen entlang von Gässchen, die uns mit ihren Häuser-Ensembles gefallen. Zur Blauen Stunde treffen wir auf der Praça do Comércio mit dem Arco Triunfal ein. Ein neoklassischer Triumphbogen – oben auf dem Bogen steht Gloria und krönt mit Lorbeerkränzen Genius und Tapferkeit, die neben ihr sitzen. Fürs heutige Abendessen kehren wir ins Baixa-Quartier zurück und gehen in einem kleinen Lokal, für das wir „angeworben“ wurden, essen. Es gibt Fisch, Gemüse und Kartoffeln und schmeckt recht lecker. Müde – wir sind echt auf den Felgen – kehren wir in unser Hotel zurück.

Fischi

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Montag, 2. März 2020: Kanarenersatz

Auch dieses Jahr wäre Teneriffa wieder an der Reihe gewesen. Alles war gebucht, als dieser Corona-Virus unser gebuchtes Hotel wegen Quarantäne flach legte und wir somit ein Ersatzziel suchen mussten. Lissabon sollte es werden. Mit Ausnahme einer Reise nach Madeira gehen wir somit das erste Mal nach (Festland-) Portugal.

Wir starten fast pünktlich um 11:45 in Zürich. Das Wetter ist nicht so toll, man sieht fast nix vom überflogenen Gebiet. Aber kurz vor Lissabon öffnet sich der Himmel. Der Pilot macht noch eine Ehrenrunde übers Meer und die Stadt und so fliegen von Westen her an: Torre Belem, unser Hotel, Entdeckerdenkmal und natürlich der Tejo haben wir nun schon gesehen, bevor wir da waren 🙂

Anflug Lissabonn

Wir landen, beziehen unser Gepäck und machen uns mit der U-Bahn auf zur Fahrt zum Hotel. Einmal müssen wir auf eine andere Linie umsteigen um dann den Rest des Transfers Richtung Hotel mit dem Tram zu machen. Insgesamt ein Transfer von über einer Stunde… Schlussendlich erreichen wir das Hotel, welches direkt am Tejo liegt, und erhalten ein ganz schönes Zimmer mit Sicht aufs Wasser.

Wir richten uns ein und schon bald machen wir einen Spaziergang in der Gegend. Das Licht ist ideal um Bilder zu machen und so setzen sich der Torre de Belém

Torre de Belém

und das Entdeckerdenkmal Padrão dos Descobrimentos

Entdeckerdenkmal Padrão dos Descobrimentos

perfekt in Szene.

Wir gehen weiter zum Mosteiro dos Jerónimos (UNESCO-Welterbe), wo Vasco da Gama ruht, und weiter ins Zentrum von Belém. Hier finden wir im Restaurant Os Jerónimos einen Tisch für uns (logisch, schliesslich ist erst 18:30, die Portugiesen essen oft später) und geniessen die lokale Fischspezialität Bacalhau.

Der kurze Weg zurück zum Hotel dient als Verdauungsspaziergang.

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Samstag, 28. September 2019: Journey back home

Wir packen unsere Siebebsachen zusammen und gehen in einem Café frühstücken, da im Hotel eine Seniorengruppe den gesamten Frühstücksraum belegt. Danach fahren wir zu Edeka und kaufen dort Lebensmittel ein. Von Trier aus nehmen wir Kurs auf Luxemburg, wo wir einen Tankstopp einlegen. Dann geht es gleich weiter Richtung Metz, Nancy und Belfort. Bei dieser Route handelt es sich nicht um die kürzeste Strecke aber dafür um diejenige mit der wenigst dicht befahrenen Autobahn. Wir kommen zügig voran, legen zwischendurch einen Pipi- oder Kaffee-Stopp ein und legen die letzten Kilometer durch den Jura via Biel nach Bern zurück, wo wir gegen 17.00 Uhr eintreffen. Alles auspacken und in die Wohnung bringen. Dann gibt es leckeren Pflaumenkuchen, den wir in Trier gekauft haben bevor Martin zum YB-Spiel gegen Sion (3:2) geht. Wir sind dankbar, gesund und wohlbehalten zurück in Bern zu sein. Diese Ferien waren super erholsam, entspannend und erlebnisreich. Wir haben viel gemacht, uns sehr gut bewegt und viel Neues kennengelernt. Supi!

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Freitag, 27. September 2019: Easy going

Es regnet als wir heute Morgen erwachen. Laufen gehen? Ja!!! Einfach abwarten bis es aufgehört hat zu regnen und los geht‘s ans Mosel-Ufer joggen. Es läuft uns gut und so kehren wir zwar etwas erschöpft aber total happy zum Hotel zurück.

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An der Mosel

Fürs Hotel-Frühstück reicht es heute nicht mehr. Darum gehen wir in die Stadt und finden im Café Mohr eine Location, in der bis 13:00 Uhr Frühstück serviert wird. Danach gehen wir getrennt shoppen. 

Zwischendurch treffen wir uns auf ein erfrischendes Radler bzw. zum gemeinsamen Abendessen im Restaurant Burgeramt (leckere Burgers). Zum Abschluss der Ferien gönnen wir uns in einem Eiscafé ein Eiskaffee. Danach schlendern wir gemütlich durch das abendliche Trier und schwelgen in unseren Ferienerinnerung dieses Deutschland-Urlaubs.

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Donnerstag, 26. September 2019: Der „Schatz“ am Phoenix-See

Wir lassen‘s gemütlich angehen heute Morgen und machen uns auf zur morgendlichen Jogging-Runde. Vom Hotel aus vorbei an der Hörder Burg (hier wurde bis zur Werksschliessung das Phoenix-Stahlwerk verwaltet).

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Hörder Burg

Die Burg war früher der Sitz der königlichen Rentei, bis Anfang des 19. Jahrhunderts Schutzburg gegen Dortmund: Hörde war ursprünglich eine schwer zugängliche Schutzstadt, ein Zufluchtsort für Frauen, Kinder und Vieh bei Kriegsgefahr. „Hürden“ aus Reisig und Flechtwerk umgaben den Platz. Mit der Errichtung der Hermannshütte (1841 durch den Nagelschmied Hermann Dietrich Piepenstock gegründet) und ihrer Weiterentwicklung zum Phoenix-Werk veränderte sich der Charakter Hördes: Aus der Ackerbürgerstadt wurde eine Arbeiter- und Stahlstadt. Dies liess das Wohlergehen der Stadt einseitig von der Entwicklung des Stahlwerks abhängig werden. Es folgten Expansionskurs, Zusammenschluss zu den Vereinigten Stahlwerke bzw. zur Dortmunder Union, durch die Alliierten veranlasste Entflechtung und Demontage „wichtiger“ Betriebsteile, Zusammenschluss mit neuen Kooperationspartnern und schliesslich die Stilllegung bzw. Werks-Demontage im 2001 durch chinesische Arbeiter. Spannend: Das Stahlwerk wurde anschliessend in Schanghai wieder aufgebaut und in Betrieb genommen.

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Blick über den Phoenix-See und Hörde

Am Standort des Stahlwerks liegt heute der Phoenix-See, der sich zu einem attraktiven Freizeit- und ebenso begehrten (wie teuren) Wohnort (von Kindergarten bis Schule, Discounter, Arztpraxen, Bäckereien und Cafés findet man in dieser Stadt im Stadtteil Dortmund-Hörde alles) entwickelt hat. Vom Hafen aus kommen wir auf unserer Joggingrunde rund um den See als erstes bei der Kulturinsel mit einer Thomasbirne vorbei.

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Thomas-Birne

Weiter gehts an diesem besonderen Flecken „Kultur-Geschichte“ zu einer Erhöhung, von der man einen guten Ausblick auf Dortmund inkl. Westfalen-Stadion geniesst. Die Sonne scheint und es ist angenehm warm, was die „laufende“ See-Umrundung zur Freude macht. Wir frühstücken und packen unsere Sachen zusammen, um kurz nach 11:00 Uhr unsere Reise fortzusetzen. Dies mit nächstem Etappen-Ziel „Freudenberg“. Auf die Kleinstadt sind wir durch die Serie „Deutschland von oben“ im deutschen Fernsehen gekommen, die wir vor Jahren einmal gesehen haben. Heute fahren wir nun also nach Freudenberg, das eine gute Auto-Stunde von Dortmund entfernt liegt. Wir schlendern durch den Stadtteil „Alter Fleck“ mit seinen schönen Fachwerkhäusern. Hübsch das Ganze aber teilweise aus der Nähe sehr lieblos, so haben wir u.a. noch selten so viele Müllcontainer um Häuser stehen sehen wie her. Wir spazieren daher auf der dem Dorf abgewandten Seite ein wenig in die Höhe (gemäss Wanderweg tun wir dies mit einer Steigung von 18 %!) und haben von da eine tolle „Fernsicht“ auf das Gesamt-Ensemble, das von hier wie ein Stadtmodell in einer Modell-Eisenbahnanlage wirkt.

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Freudenberg

Bevor wir weiterreisen, gönnen wir uns noch Kaffee und Kuchen. Auf direktem Weg geht es anschliessend nach Trier. Die Wetterbedingungen heute sind garstig. Teilweise regnet es heftig, ist neblig und wolkenverhangen. Martin bringt uns mit seiner sicheren Fahrweise zügig ans Ziel. Kurz vor 18:00 Uhr checken wir im Hotel Ibis Style in Trier ein (Zimmer 103). Wir richten uns kurz ein und gehen anschliessend im italienischen Restaurant „Donna mia Trier“ Pasta essen. Danach unternehmen wir noch einen nächtlichen Spaziergang zur Porta Nigra.

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Porta Nigra

 

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