Montag, 31. Juli 2017: Sbohem* Praha!

Bahnhofhalle des Prager Bahnhofs

Die Lage des Hotelzimmers mit Sicht auf die Hauptstrasse hat sich nicht geändert. Somit auch nicht die Schlafqualität. Die Betrunkenen sind jedoch ausgeblieben.

Nach dem Frühstück packten wir unsere paar Sachen und machten uns auf den Weg zum Flughafen. Dank Google haben wir einen schnelleren und trotzdem gemütlicheren Weg zum Flughafen gefunden: Mit Tram 26 quer durch die Stadt an den Stadtrand fahren und von dort mit dem alle 5 Minuten verkehrenden 119er zum Flughafen. So schafft man den Transfer in unter einer Stunde. Vorher haben wir jedoch am Bahnhof noch ein paar Trams übersprungen und ein bisschen Trainspotting betrieben (also der Mann…).

Nach einem kleinen Lunch in einem der zahlreichen Restaurants am Flughafen warteten wir aufs Flugzeug. Auch dieses Mal hatte die Swiss Verspätung, ganze 30 Minuten.

Nach einer Stunde Flugzeit hatte uns Zürich wieder.

*Sbohem = Tschüss

 

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Sonntag, 30. Juli 2017: Prager Sommer

Die Nacht im Hotel Seifert war recht anstrengend: Aufgrund der Hitze hatten wir das Fenster geöffnet und da unser Zimmer an der Hauptstrasse lag, hörten wir etliche Motorenfanatiker, betrunkene Heimkehrer oder sonstigen Lärm. Wir standen auf und nach dem Frühstück gings weiter mit Teil II unserer Prag-SURPrise!

Der kleine Eiffelturm

Zuerst steuerten wir das andere Moldau-Ufer an und fuhren mit der Standseilbahn auf den 327 m hohen „Hausberg“ Petrin. Hier befindet sich das Naherholungsgebiet der Prager mit Rosengarten, Wäldern und vielen Spazierwegen. Ein Aussichtsturm befindet sich ebenfalls auf dem Petrin, der „kleine Eiffelturm“. Mit 63,5 m Höhe ist er nicht so mächtig wie sein Vorbild in Paris, aber er bietet von ganz oben eine tolle Aussicht auf Prag. 299 Stufen sind wir hochgegangen, bis wir oben waren.

Aussicht auf Prag

Danach ging's weiter durch die Wälder zum Kloster, in dessen Nähe wir im Restaurant „Bellavista“ bei einem Glas Himbeersaft und einer Limonade noch einmal die Aussicht auf Prag genossen. Dann weiter zum Schloss, der Kathedrale und wieder hinunter ans Moldau-Ufer. Viele Musiker mit unterschiedlichen Talenten buhlten dabei um das Kleingeld der Touristen. Dieser entspannte Mix aus Architektur, Kultur und Musik hat uns während des Besuchs am anderen Moldau-Ufer begleitet.

Prager Schloss

Nun ging es weiter mit dem Tram bis zum „Tanzenden Haus„, welches eine tolle, mutige Architektur aufweist. Zu Fuss gingen wir zum Wenzels-Platz, wo wir uns vorstellten, uns in einem der zahlreichen Cafés ein leichtes Mittagessen zu gönnen. Im Restaurant des Hotels Adria wurden wir auf der Menükarte fündig und wir dachten, dass ein Club Sandwich das Richtige sei. Nach über einer Stunde Wartezeit kam das Sandwich endlich. Das Fleisch und die Pommes waren kalt. Den Himbeersaft bezahlten wir, das Club Sandwich gaben wir zurück und verliessen das Lokal. Im Restaurant „Zum goldenen M“ wurden wir schnell bedient. Nicht grad böhmische Küche, aber gegen den aufkommenden Hunger…

Tanzendes Haus

Anschliessend spazierten wir weiter durch die Altstadt und machten einen Abstecher in einen Laden, welcher „Der kleine Maulwurf“ in verschiedenen Varianten verkaufte. Wir kauften eine Tasse und gingen zurück ins Hotel.

Der kleine Maulwurf und seine Freunde

Eine Dusche in diesem Prager Sommer war nun sehr willkommen.

Um 19:00 Uhr hatten wir im Restaurant SaSaZu einen Tisch reserviert. South-East Asian Fusion Food ist das Motto dieses Lokals. Die Atmosphäre in diesem Lokal ist sehr speziell: Eher dunkel, eher laute Musik – aber tolles Essen mit einer spezielle Note. Und noch vor dem Dessert wurden wir vom Personal mit einer Handmassage verwöhnt. Der Besuch hat sich gelohnt, auch wenn das Lokal ein Wenig ausserhalb des Zentrums liegt.

SaSaZu

 

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Samstag, 29. Juli 2017: Welche SURPrise!

Zum Geburtstag bekam ich von meiner Frau eine Überraschungsreise geschenkt. Dabei war es nicht einfach eine Reise nach dem Motto „ich buche eine schöne Stadt für uns beide und sage dir nicht wohin“, sondern es wurde eine Überraschung für uns beide: www.surp.ch bietet dies an. Man sagt, wann und wie viele Übernachtungen man wünscht und www.surp.ch bucht dies für uns. Wählen wohin kann man nicht, man kann drei Städte angeben, wo man nicht hin will. Eine Woche vor Abflug erhält man einen Brief, den man am Flughafen öffnet und dann sieht, wohin die Reise geht. Eine Woche vorher sieht man schon auf einer spezifischen Homepage, wie das Wetter an der Destination sein wird, damit man auch die richtigen Kleider einpackt. Kein grosses Gepäck, nur Handgepäck ist auf dieser Reise inbegriffen.

Der Brief traf ein und wir wussten, dass wir um 7:00 Uhr in Zürich am Flughafen sein mussten. Das hiess, dass wir zu Fuss an den Bahnhof marschierten und 5:29 den Zug Richtung Zürich Flughafen nahmen. Nach dem Halt in Olten fanden wir, dass es der Spannung genug ist und wir öffneten den Brief schon vor Ankunft im Flughafen.

Prag

stand auf der Karte! Während ich schon zwei Mal in der tschechischen Hauptstadt war, war Bettina noch nie dort. Dass wir in Bezug auf das Öffnen des Briefumschlages ein bisschen geschummelt haben gab uns die Möglichkeit, schon online einzuchecken und den ganzen Boarding-Pass-Kram im Zug zu erledigen. Auch konnten wir uns schlau machen, was es in Prag alles zu sehen gibt.

„Due to the late arrival of the aircraft“ hatten wir bei Abflug 20' Verspätung. Der Flug dauerte eine Stunde, was ja quasi ein Katzensprung ist. Und noch vor 10 Uhr standen wir in Prag vor dem Flughafen und warteten auf den Bus zum Hotel. Also Bus – U-Bahn – Bus… und rund 1,5 Stunden später standen wir vor dem Hotel Seifert wo das Zimmer schon bezugsbereit war. Noch kurz hinlegen und dann los ins Getümmel!

Astronomische Uhr

Zuerst was gegen den Hunger machen – wir gingen in den Bakeshop im jüdischen Viertel. Die Quiches schmeckten sehr gut und der Service war toll. Dann ging's in die Altstadt: Marktplatz, Rathaus mit astronomischer Uhr, Karlsbrücke, Kafka-Denkmal und dann zum Wenzels-Platz. Hier hat es viele Einkaufsmöglichkeiten, auch an Samstagen um 18:00 Uhr. Wir fanden einen Bata-Schuhladen, welcher früher in der Schweiz zu den Lieblingsschuhgeschäften von Bettina zählte. In der Tschechei wurde diese Marke gegründet und existiert heute noch. Auch Benetton und das Shopping-Center „Palladium“ wurden von uns besucht, bis die Zeit für das Nachtessen herangerückt ist.

Karlsbrücke

La Bottega Linka ist aktuell sehr angesagt und kriegt auf Tripadvisor hohe Bewertungen. Und wir hatten das Glück, dort ohne Reservation einen der letzten Tische zu kriegen. Das Essen war ausgezeichnet und wir konnten die hohen Bewertungen gut nachvollziehen.

Der Tag war lang, und wir haben viel erlebt. Wir freuten uns auf das Hotelzimmer und das bequeme Bett.

 

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Freitag, 21. Juli 2017: Auf (fast) direktem Weg nach Hause

Wollen wir von Würzburg aus nach Hause oder irgendwo noch einen Abstecher machen?

Wir haben uns für eine Kombination entschieden: Heimreise auf Umwegen. Und zwar möglichst nicht auf Umwegen wegen „Umleitung“-en, sondern gewollt. In vielen Orten Deutschlands ist Ferienbeginn, somit sind auf den Autobahnen Staus zu erwarten. Wenn wir jedoch möglichst lange auf der A81, einer „Nebenautobahn“ bleiben, könnte dies vielleicht bedeuten, dass wir den Staus auf den „grossen“ Autobahnen A5 und A8 ausweichen könnten.

Donauquelle in Donaueschingen

Der Einstieg zur Umsetzung dieses Plans lief schon mal schief, denn ich verpasste die richtige Abfahrt ab der Hauptstrasse um überhaupt auf die Autobahn zu kommen. Als wir dann auf der A81 waren, hörten wir im Radio von den Staus deutschlandweit und am Gotthard. Aber unsere A81 wurde nie ganannt… Ob der Plan aufgeht?

In Donaueschingen wollten wir einen Stopp machen. Bis zu dieser Ausfahrt waren wir staufrei. Manchmal vielleicht ein bisschen „stockender Kolonnenverkehr“ mit 80 km/h, aber alles in Allem eine flüssige Fahrt. Der Plan ist also aufgegangen.

Donaueschingen ist der „Startpunkt“ der Donau, also die Quelle. Diese haben wir besichtigt – aber mehr als ein Teich wo es raufblätterlet ist diese Quelle auch nicht… Spätzle bzw. Pastetli in einem Restaurant waren unser Mittagessen.

Schwarzwälder Kirschtorte, genossen am Ursprungsorg

Weiter gings in den Schwarzwald. Am Titisee gab's für uns das Dessert, ein Stück Schwarzwäldertorte (wobei die von der Migros irgendwie besser ist…). Danach die Fahrt durch den Schwarzwald nach Weil am Rhein und Lörrach, wo wir noch verschiedene „Deutschland-Einkäufe“ tätigten.

Auch die Fahrt über Schweizer Autobahnen verlief staulos und wir waren um 22:00 wieder zu Hause, mit vielen Eindrücken!

 

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Donnerstag, 20. Juli 2017: Elend und Sorge

Wolfsburg ist keine Metropole. Zumindest nicht, wie man sich dies global vorstellt. Für Volkswagen ist es jedoch DIE Metropole. Verblüffend, wie viele VW oder Autos aus der VW-Gruppe in dieser Stadt zu sehen sind. Zum Beispiel die parkierten Autos an der Hauptstrasse unseres Hotels: Golf, Tiguan, Golf, Skoda, Audi, Golf, Alfa Romeo, Golf, Skoda, Skoda, BMW, Opel, Golf, UP!, Mercedes, Passat. Ob es hier Steuererleichtungen gibt, wenn man ein örtliches Auto kauft?

Grenzanlagen bei Mattierzoll

Wir verliessen die Stadt mit unserem Mercedes. Auf Hauptstrassen, südwärts, Richtung Harz. An der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze bei Mattierzoll haben wir eine Pause gemacht. Hier sind die damaligen Grenzanlagen noch muesal erhalten. Auf der Ostseite ist sogar noch der Beobachtungsturm der DDR-Grenzer zu sehen. Einmal mehr eindrücklich, diesen Teil der Geschichte, den wir miterlebten, vor Ort zu sehen.

Es dampft in Wernigerode

Wernigerode soll der erste Etappenort sein. Erstens weil es eine hübsche Stadt ist mit vielen Fachwerkbauten, zweitens weil die Harzer Schmalspurbahnen dort abfahren – aber das habe ich Bettina nur in einem verschachtelten Nebensatz kurz vor dem Ortschild „Wernigerode“ gesagt. Und dass sie nahezu ausschliesslich mit Dampf fahren, habe ich auch erwähnt.

Somit zuerst an den Bahnhof Wernigerode, wo sich beim Depot eine Aussichtsplattform befindet, um die Dampfloks zu sehen. Ein Zug wurde im Bahnhof bereitgemacht, zur Abfahrt in den Harz. Dieser Zug hatte sogar einen Aussichtswagen (Zugschlag 1 €), wo man sich auf der Fahrt durch den Harz den Waldduft, den Damplokrauch und ein paar Kohlestückchen durch die Haare wehen lassen kann. Endlich kam auch eine Dampflok vorn dran und pünktlich um 11:55 setzte sich der Zug in Bewegung. Wir schauten nur zu und wollten dann mit dem Auto weiter.

Marktplatz Wernigerode mit Rathaus

Vor der Weiterfahrt gingen wir aber noch ins Städtchen Wernigerode und assen dort in der Fussgängerzone Kaffee und Kuchen. Das Städtchen ist wirklich sehr hübsch und wird von uns bei einem Folgebesuch sicher längere Aufenthaltszeit erhalten.

Elend und Sorge

Wir fuhren mit dem Auto der Bahnstrecke entlang durch den Harz. Hier gibt es viel Wald. Aber auch Elend und Sorge. Elend und Sorge sind Teile der Stadt Oberharz am Brocken im Landkreis Harz. Welches Elend und welche Sorgen die Bewohner plagen, wissen wir nicht, aber die Gegend scheint hübsch zu sein.

Alte Mainbrücke Würzburg

In Nordhausen verlassen wir die Harz-Gegend und fahren nun, um die Reise zu beschleunigen, auf der Autobahn nach Würzburg, wo wir im Hotel Maritim absteigen. Das Hotel ist sehr in die Jahre gekommen und hätte einen Abriss eine Sanierung nötig. Die Lage jedoch ist ideal, denn es ist gleich neben dem historischen Zentrum gelegen. Wir gingen, gemäss Tripadvisor das Restaurant Nr. 1 in der Stadt, im Restaurant Weinhaus Stachel essen. Mit einem Spaziergang durch die Stadt schlossen wir den Tag ab.

 

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Mittwoch, 19. Juli 2017: Summer in the City

Heute steht wettermässig ein echter Sommertag an. Also los! Frühmorgendliche Joggingrunde (zweimal um den Ziegelsee) und dann subito ab in den See. Erfrischung pur. Anschliessend gibt's Frühstück – heute draussen auf der Terrasse. Wir packen, checken aus und fahren ins Zentrum. Wo wir uns noch verschiedene Ecken, Gassen und Tramkompositionen anschauen. Dann brechen wir auf in Richtung Stendal und Wernigerode. Einer der beiden Gärtner im Hotel Speicher hat uns von der Schönheit von Wernigerode geschwärmt. Über Hauptstrassen versuchen wir, dieses Ziel anzufahren. Versuchen. Denn schon bereits nach wenigen Minuten Fahrzeit werden wir ein erstes Mal umgeleitet. Nach eineinhalb Stunden Fahrzeit weisen wir eine Stunde Verspätung auf die ursprüngliche Planung auf. So sind z.B. gezwungen, in die entgegengesetzte Richtung des Wegweisers „Stendal 6 km“ zu fahren, fahren eine Weile und folgen anschliessend dem Wegweise „Stendal 10 km“, um zu guter letzt: in Stendal einzutreffen! Ein hübsches, kleines Städtchen – etwas verträumt bzw. etwas herunter gekommen. Wir trinken ein Mezzomix und nehmen eine Lagebesprechung vor. Aus dieser geht hervor, dass wir heute nur noch bis Wolfsburg fahren. Rasch noch online ein Hotelzimmer gebucht und los geht's. Kurz vor 19.00 Uhr treffen in Wolfsburg ein, beziehen unser Zimmer (Nr. 22) in der Goldenen Henne und gehen im Vapianos etwas essen. Es ist richtig schön warm und wir können in sommerlichem Outfit einen gemütlichen Abend verbringen. Kaum sind wir zurück im Hotel entlädt sich ein veritables Wolfsburg-Sommergewitter.

 

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Dienstag, 18. Juli 2017: Acht-er-bahn fahren

Zu unserer Hotelübernachtung haben wir ein Arrangement gebucht, wo auch eine Tagesmiete mit dem Fahrrad inbegriffen war. Heute war nun der Tag, dies einzulösen. Unsere Lieblings-TV-Sendung „Nordtour“ auf NDR hat vor einigen Wochen die „Blaue Acht“ gezeigt. Dies ist eine Radtour dem inneren und äusseren Schweriner See entlang.

Untewegs

Nach dem Frühstück starten wir dem Ziegelsee entlang nordwärts. Bei Wickendorf gehts rechts über den Damm, welcher den inneren und äusseren Schweriner See teilt, bzw. die Ufer zusammenbindet. Der Radweg führt entlang der viel befahrenen B104. Der Wald, den wir hier durchqueren, steht teilweise im Wasser bzw. im See. Ein Fahrfehler, und man landet im Wasser. Ausweichen muss man auch den vielen kleinen Fröschen, die aus dem vom Strassenmeister gerade gemähten Grasstreifen zum Wasser wechseln wollen.

Goldammer

Nach der Fahrt über den Damm und entlang der Hauptstrasse wechseln wir auf einen Radweg entlang dem Ramper Moor. Der Weg führt durch die pure Natur. Wir entdecken sogar einen gelben Vogel, den wir dank Google als Goldammer identifizieren.

Beim Seecamping Flessenow machen wir Rast und beginnen, das Lunchpaket vom Hotel zu essen. Doch schon bald fahren wir weiter durch das Naturschutzgebiet Döpe nach Hohen Viecheln und Bad Kleinen. Über Gallentin fahren wir zum Schloss Wiligrad. Dieses Schloss mit wechselhafter Geschichte liegt über dem äusseren Schweriner See und sieht hübsch aus. Ja, und hat ein wunderbares Schlosscafé. Eine Kirschbaiser-Torte und ein Stachelbeerenbaiser können sie dort verkaufen. Uns.

Schloss Wiligrad

Die Kalorien werden wieder abgestrampelt. Weiter wieder bis Wickendorf, wo wir ja schon waren, wieder über den Damm bis Rampe, aber dieses Mal dem inneren Schweriner See entlang südwärts Richtung Schwerin. Hier nimmt der Spassfaktor dieser Radtour ein wenig ab, weil der Radweg entlang einer stark befahrenen Strasse führt. Vielleicht haben wir auch eine Abzweigung verpasst, aber so richtig schön ist das nicht grad. Bei Raben Steinfeld sind wir am Ende des äusseren Schweriner Sees. Hier sehen wir ein eindrückliches Denkmal „Die Mutter“, welches auf eindrückliche Weise die Zeit vom Mai 1945 beschreibt: Mittendrin ein Zug von 18'000 KZ-Häftlingen, welche zu Fuss verlegt wurden. Auf der einen Seite die US-Army, welche in Schwerin war, auf der anderen Seite die Sowjets, welche sich dem Gefangenenzug von hinten näherte. Und so ziemlich an diesem Ort trafen alle aufeinander – was das Ende des Dritten Reichs und die Rettung der Häftlinge (mit-) bedeutete.

Rast am äusseren Schweriner See

Nach einem Moment der Stille (inmitten des Verkehrs) an diesem Denkmal ging es weiter in Richtung Schwerin. Die Wege waren nun wieder viel radfahrergerechter und führten direkt am Schweriner See entlang über Feld und vor Allem Wald. Zippendorf ist übrigens sehr hübsch und hat sogar einen Sandstrand! Wenn die kalten Temperaturen des Schweriner Sees nicht gewesen wäre, hätte man sich an der Karibik wähnen können… Nach ein paar Kurven sahen wir das Schweriner Schloss. Der Radweg führte durch den Schlossgarten und am Schloss vorbei direkt in die Innenstadt. Und ein paar Minuten später waren wir beim Hotel und unter der Dusche…

63 km haben wir gemacht. Für uns untrainierte Velofahrer etwa 50 km zu viel… Aber wir waren stolz, diese Tour geschafft zu haben!

Das Nachtessen gab es anschliessend in der Innenstadt im Fischrestaurant Lukas. Wir fuhren mit dem Rad hin…

Alles in Allem hat es eine '8' gegeben...

 

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Montag, 17. Juli 2017: in der Landeshauptstadt von MV

Schwerin ist mit weniger als 100’000 Einwohnern die kleinste Landeshauptstadt in Deutschland. Hat aber viel zu bieten:

Dom von Schwerin und Marktplatz

Zuerst mal einen wunderbaren Tagesbeginn. Wir sahen nur blauen Himmel, als wir zum Fenster hinaus schauten. Und dies nach dem doch eher trüben Tag gestern. Unser Hotel befindet sich am Inneren Ziegelsee, und der ist so wunderschön gelegen, dass wir noch vor dem Frühstück gleich 2x um den See gejoggt sind (ok, ist auch kleiner als der Thunersee… 😉 ).

Als wir das Hotel verliessen, konnten wir mit dem älteren Gärtner ein paar Worte sprechen. Über die frühere Zeit hier, als das „Hotel Speicher am Ziegelsee“ noch ein „Speicher am Ziegelsee“ war. Wie 1961 die ganze Nutzung des Speichers obsolet wurde, da man das Getreide wegen der geschlossenen Grenzen nicht mehr in die BRD verkaufen konnte. Wie es rund um den Speicher viel Kleingewerbe hatte statt schicke Eigentumswohnungen („Da müssense 300 Tausend zahlen. Für die kleinen Wohnungen“). Nach ein paar Grundinformationen, auch zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt, spazierten wir Richtung Innenstadt. Beim Rathaus bemerkten wir, dass heute ja der 17.7.17 ist und sich somit viele Datums-Banausen dieses Datum als Hochzeitsdatum ausgewählt hatten. Vor dem Rathaus sahen wir 2 Hochzeitsgruppen, und drin wurde sicher eifrig JA gesagt. Angestossen wurde natürlich mit „Rotkäppchen Sekt„.

Schloss Schwerin

Die Altstadt von Schwerin ist sehr schön herausgeputzt. Nicht so kitschig wie Dresden, sondern einfach hübsch. Wir gingen weiter zum Schloss Schwerin. Dieses liegt auf der Schlossinsel im Stadtzentrum von Schwerin und ist heute Sitz des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern. Viele Jahrhunderte war es die Residenz der mecklenburgischen Herzöge und Grossherzöge. Es ist das bekannteste und prächtigste von über zweitausend Schlössern und Herrenhäusern in Mecklenburg-Vorpommern.

Schlossgarten in Schwerin

Aufgrund seiner romantischen Erscheinung und der vergleichbaren Magnetwirkung für Besucher wird das Schweriner Schloss auch als „Neuschwanstein des Nordens“ und als „Märchenschloss“ bezeichnet und ist zudem deutscher Kandidat für das UNESCO-Welterbe. Das Schloss ist aber auch dauernde Baustelle und guter Arbeitgeber von Gerüstbauern, Stukkateuren, Malern, Gipsern usw… Wer so ein Erbe hat kann stolz sein. Aber es ist auch teuer, ein solches Erbe zu unterhalten.

Das Schloss ist wunderschön. Getoppt wird es jedoch von den Gärten! Der Schlossgarten ist vielleicht nicht so gross wie in Schönbrunn, aber er ist wunderschön und hat viele Sachen, die man bestaunen kann. Die Geometrie dieser künstlichen Anlage ist eindrücklich und lädt zum Verweilen ein. Wir aber zogen weiter in die Innenstadt und wieder Richtung Rathaus. Dort kehrten wir im Cafe Rothe ein und assen auf der Terrasse, mit Blick auf den Marktplatz, was Feines.

Zwei deutsche Touristen im Pensionsalter aus Buxtehude setzten sich zu uns und gaben uns eine Lektion von deutscher Verbittertheit. Dass Geld für die Flüchtlinge da ist, aber nicht für die eigene Bevölkerung. Dass die aus Russland ausgewanderten Deutsch-Russen eine volle Rente bekommen, ohne voll einbezahlt zu haben. Dass dieses schöne Schwerin nur so schön wurde, weil die Westdeutschen den Soli bezahlen. So ging es eine zeitlang, bis dann auch mal unsere Marzipan-Nusstorte und die Erdbeerschnitte gegessen waren und wir zahlen konnten…

Unterwegs am Pfaffenteich

Wir gingen weiter in die Innenstadt, die mehrheitlich verkehrsfrei ist. Subjektiv kann man sagen, dass es mehrheitlich kleinere Geschäfte hat, und nicht wie üblich die grossen Ketten wie H&M, C&A usw dominieren. Die grossen Läden hat es auch, aber einen Karstadt oder eine Galleria Kaufhof sucht man in Schwerin vergebens.

Im Schlosspark-Center erledigten wir einige Einkäufe und assen im Restaurant Zeppelin Znacht. Lange Wartezeit, schlechte Lüftung, knapp freundlicher Service – wir hätten uns einen besseren Tages-Abschluss in dieser schönen Stadt vorstellen können. Den holten wir nach, indem wir entlang dem Pfaffenteich und dem Inneren Ziegelsee wieder gemütlich zum Hotel zurückspazierten

 

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Sonntag, 16. Juli 2017: Tschüss SPO

Garstig an der Nordsee

Es heisst Abschied nehmen von St. Peter-Ording. Wettermässig steht heute wieder „garstig-regnerisch-kalt“ auf dem Programm. Wir kraxeln aus den Federn und packen erste Habseligkeiten zusammen. Dann stellen wir fest, dass es so gut wie aufgefhört hat zu regnen. Darum allez hopp in die Laufklamotten und los geht's. Diesmal wieder nordwärts, da ich vom Strand zu Deko-Zwecken noch unbedingt ein wenig Sand und ein paar Muscheln holen möchte. Diese Idee ist mir wirklich erst am Samstagabend in den Sinn gekommen. Na besser spät als nie. Wir laufen los und geniessen ein erstes Laufstrecken-Drittel so gut wie ohne Regen und Gegenwind. Auf dem Weg ans Meer setzt wieder Regen ein. Rasch Sand und Muscheln geholt und verpackt und dann gilt es, sich mit den Sand- und Muschelsäckchen durch Regen und vollen Gegenwind durch zu kämpfen. Platschnass und ein wenig ausgelaugt, dafür aber so was von hellwach kommen wir beim Hotel an. Eine aufwärmende Dusche und das reichhaltige Frühstücksbüffet mit Ingwertee tragen das ihrige zum Wieder-Erlangen des kompletten Wohlbefindens bei.

Fertig packen, auschecken und tschüss liebes Landhaus an de Dün-Team. Es war wieder einmal ein uneingeschränkt genussvoller Aufenthalt bei euch.

Wir nehmen Kurs auf Schwerin, dem heutigen Etappen-Zielort. Wir fahren durch Tating und suchen dort das Café Restaurant Schweizer Haus auf – ein gut 100 Jahre altes Sommerhaus im Schweizer Stil. Gemäss unserem Reiseführer eines der Letzten seiner Art in Schleswig-Holstein. Anschliessend statten wir der Gemeinde Kotzenbüll (236 Einwohner) den obligaten Besuch ab. Obligatorisch ist ebenfalls das Foto mit dem Ortsschild dieser nordfriesischen Gemeinde. Ach ja, wir parken unser Auto grad neben dem Bossel-Platz von Kotzenbüll (Insider-Info).

Grabstein auf dem Geschlechterfriedhof Lunden

Bei diesigen Verhältnissen setzen wir unsere Reise fort bis nach Lunden, einer Ortschaft im nördlichen Dithmarschen. Vor beinahe einem halben Jahretausend (zwischen 1529 und 1559) hatte Lunden Stadtrechte. Die damalige Macht der örtlichen Würdenträger dokumentieren noch heute die mächtigen Grabplatten auf dem Geschlechterfriedhof bei der Kirche St. Laurentius. „Geschlechter“ waren mächtige Familien, die das politische Sagen in Dithmarschen hatten. Ein jedes Grab gehört zu einer Familie. Noch heute sind 13 grosse Grabplatten erhalten. Die meisten Tragen die Ecksymbole Mensch, Löwe, Stier und Adler, welche für die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes stehen. Die Grabplatten wiegen bis zu zwei Tonnen, sie wurden jeweils mit Hilfe von Pferden weggezogen, wenn der Sarg einer verstorbenen Person in die Gruft gebettet werden sollte. Deshalb sind in mehreren Steinen Eisenringe eingelassen. Bemerkenswert ist auch der Sühnestein von Peter Swyn. Dieser wurde 1537 vom Pferde gerissen und erstochen. Auch diese Szene ist auf dem Stein festgehalten. Interessantes Detail zu Herrn Swyn:

Der heute noch im Hochdeutschen gebräuchliche Spruch „Das kann kein Schwein lesen.“ wird auf Marcus Swyn, den Enkel von Peter Swyn zurückgeführt. Nach dem Ende der Bauernrepublik in Dithmarschen mussten die Besitzdokumente vom Landvogt Marcus Swyn neu beglaubigt werden. Waren die Papiere unleserlich geworden, stellte man fest: „Das kann ja nicht einmal mehr ein Swyn lesen. – Dat kann keen Swyn lesen.“

Quelle: Geschichte zum Be-greifen: Das kann kein Schwein lesen.“ Tafel am Lundener Geschlechterfriedhof

Ja und dann geht es darum, Kilometer zu „fressen“ um nach Schwerin zu gelangen.

Zug auf der Grüntaler Hochbrücke

Strassenbau-Highlight unterwegs stellt die kombinierte Fussgänger-, Strassen- und Eisenbahnbrücke, die Grünentaler Hochbrücke, dar. Hier legen wir eine kurze Pause ein, um eine Aussichtsplattform aufzusuchen, von der man einen wunderbaren Ausblick auf die Brücke, die über den Nord-/Ostsee-Kanal führt, hat. Und dann fährt doch kurze Zeit später grad – so ne Zuefau – ein Zug über die Brücke. Das Eisenbahner-Herz schlägt höher. Ohne grössere Zwischenhalte setzen wir die Reise fort. Hie und da ein Pippi- oder Bewegungsstopp oder ein Fotostopp z.B. an der ehemaligen BRD/DDR-Grenze.

Ehemalige Grenze BRD/DDR

Kurz nach 18.30 Uhr treffen wir in Schwerin ein und beziehen im Hotel Speicher am Ziegelsee unser Zimmer 606 mit Seesicht. Kurze Zeit später beginnt es in Strömen zu regnen. Wir geniessen ein leckeres Abendessen im Restaurant des Hotels.

 

Nach dem Regen: Prima Sonnenuntergang von unserem Zimmer aus

 

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Samstag, 15. Juli 2017: Sonn-Samstag

Axels Strandhütte in SPO

Heute lassen wir die Seele baumeln. Das Wetter: den ganzen Tag „grand beau“. Jogging, Frühstück und dann rasch den Strandkorb auf dem Balkon des Zimmers 20 im Landhaus an de Dün in die richtige Position gerückt. Ausgerüstet mit Büchern und Zeitschriften, Getränken und unseren Himbeeren richten wir es uns im Strandkorb gemütlich ein. Zudem ist die Lage perfekt, um zu beobachten, was unten auf der Badstrasse alles abgeht. Wir unterbrechen unseren Strandkorb-Aufenthalt nur für einen kurzen Abstecher in den Bad-Dorfteil zum Spielzeugladen Mondenkind. Eigentlich wollen wir hier lustige Geburtstags- und andere Karten kaufen. Aber im Geschäft drin gibt's hunderte von originellen Spielen, die man im Geschäft direkt unter sachkundiger Anleitung ausprobieren kann. Witziges Konzept mit viel Charme und Engagement für die Sache. „Hier dürfen Sie Kind sein.“.

Abends, an der Nordsee...

Wir stossen auf das Memo-Spiel „Die Kunst aufzuräumen“ (von Urs Wehrli) und können dem Spiel nicht widerstehen. Daher rasch ins Hotel zurück, Kaffee und Kuchen bestellt und Memory gespielt. Etwas später machen wir uns auf den Weg zu Axels Strandhütte, wo wir heute Abend essen gehen. Chillige Terrassen-Lounge bei Ebbe und schöner Sonnenuntergangs-Stimmung. Gutes Essen – vielleicht eine Spur zu verkrampft originell. Aber alles in allem lecker. Schöner Tages-Ausklangspaziergang (30 Minuten) zurück zum Hotel.

 

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Freitag, 14. Juli 2017: Nicht mit dem Velo, sondern mit dem Rad unterwegs

Auch heute gab's zum Tagesbeginn eine Laufrunde am Strand. Oder am Deich, wie man will. Das Wetter war prächtig, die paar Wolken gehörten zum Design des Himmels und wirkten adrett. Heute soll der Tag sein, wo wir Velos mieten. Das versteht hier aber niemand, und drum mieten wir Räder. Die Traditionellen waren bereits alle vermietet, sodass wir ein Upgrade auf 2 E-Bikes erhielten. Nun, altersmässig sind wir nun offenbar in dieser Zielgruppe… Und die Räder hatten zudem vorne noch ein Körbchen angehängt…

Die ersten km waren speziell. Bettina traute der Sache noch nicht so und stellte den Strom erst ausserhalb des Dorfes an. Aber als auch sie entdeckt hat, dass so ein E-Bike „Velofahren 2.0“ ist, hat sie zwischenzeitlich den Strom auf Stufe 6 „Boost“ gestellt und ab ging die Post. Aber da waren wir schon einige Kilometer ausserhalb Sankt Peter-Ordings, hinter dem Deich bei den Schafen auf der Strecke zum Westerhever Leuchtturm. Dies soll unser heutiges Etappenziel werden. Den Turm sah man schon von Weitem, bis man dann aber wirklich dort ist, vergeht noch einige Zeit…

Aber auch wir haben es geschafft und sind beim Westerhever Leuchtturm angelangt. Auch ein Brautpaar war vor Ort und hat, wohl nebst 'Moin' auch 'Ja' gesagt. Der Leuchtturm mit den rot-weissen Farben ist ein wahrer Magnet und sehr viele Besucher wagten den Marsch vom weit entfernt liegenden Besucherparkplatz oder die Fahrt mit dem Rad zum Turm.

Wir hatten noch Zeit und Strom im Akku sodass wir beschlossen, nach Vollerwiek zum Himbeerhof Jürgens zu fahren. Die Fahrt über Garding („Die Mommsen-Stadt“, weil der Historiker Theodor Mommsen hier zur Welt kam) und Welt (ja, der Ort heisst so…) war windig, was nicht nur unserer Geschwindigkeit sondern auch dem Gegenwind zuzuschreiben war. E-Bikes sind hier oben im Gegenwind sicher ein Segen…

Den Himbeerhof Jürgens kannten wir aus einer Nordtour-Sendung auf NDR3. Dieser Bauer hat von der klassischen Milchwirtschaft umgesattelt auf Him-, Brom- und Stachelbeeren und hat offenbar den Zeitgeist getroffen. Im „Glückskaffee“ nahmen wir einen Himbeer-Becher und eine Himbeerschorle und danach gingen wir selber Himbeeren ablesen. In kurzer Zeit hatten wir 1.7 kg zusammen. Himbeeren sind irgendwie praktischer als Erdbeeren, weil man sich nicht bücken muss…

Der Blick auf die Uhr zeigte uns, dass es kurz vor fünf war. Der Blick an den Himmel zeigte uns, dass er sich von einem schönen blau in ein hässliches schwarz geändert hat. Ob wir es trocken nach Hause schaffen? Und wenn nicht: haben nasse E-Bikes einen Kurzschluss wenn sie nass werden? Beide Fragen konnten wir mit 'nein' beantworten:

  • Die letzten 5 Kilometer im Gegenwind und ins Gesicht peitschenden Regen…
  • Das E-Bike hat uns trotz Regen problemlos ins Hotel gebracht.

Die ganze Rundfahrt war 50 km lang und wir hatten noch Strom im Akku.

Eine wärmende Dusche war dann unser Folgeprogramm. Und ein feines Nachtessen im Restaurant Baake in Tating. Hier werden Tapas auf friesische Art serviert. Und die heissen eben nicht Tapas, sondern „Friesen-Happen“. Nette Idee, cool umgesetzt!

 

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Donnerstag, 13. Juli 2017: Nordsee-Ferientag

Wettermässig lässt der Morgen einiges zu. Es ist bedingt schön, luftet aber „wie Sau“. Wir springen aus den Federn und unternehmen eine gemeinsame Jogging-Runde zum Leuchtturm. Die rund 4.2 Kilometer auf dem Deich zum Leuchtturm stellen an sich keine grosse Herausforderung dar. Anspruchsvoller gestalten sich die gleichen 4.2 Kilometer beim Retour-Lauf. Jetzt gesellt sich zur Distanz noch der böige Wind. Der gibt zuweilen alles, so dass man wirklich fast nicht vom Fleck kommt. Wir kämpfen uns durch, gehen zum Hotel, wo wir uns „regenerieren“ und frühstücken gehen. Auf der Terrasse unseres Zimmers steht ein Strandkorb – natürlich ein Nordsee-Strandkorb mit grader Seitenpartie. Wir fläzen uns da rein, lesen und schreiben Tagebuch.

Die Sonne macht Lust auf Meer. Also los – Badehose einpacken und auf zum Strand. Der Strand von St. Peter Ording ist 12 km lang und bis zu 2 km breit, er besteht aus fünf Badestellen-Abschnitten. Alle Badestellen haben Restaurants in Pfahlbauten, Sanitäranlagen und gaaanz viele Strandkörbe. Die Pfahlbauten am Strand haben eine hundertjährige Tradition. Ein erster Pfahlbau hiess ganz offiziell „Giftbude-Erfrischungshalle“. Der Begriff „Gift“ hatte aber eine andere Bedeutung. Er wurde aus dem Plattdeutschen abgeleitet von „dort gift dat watt“ (dort gibt es etwas), nämlich (vermutlich) Schnaps.

Jo und was nu? Strandlaufen! Und diesmal geht's südwärts. So herrlich entspannend. Wir laufen, laufen und laufen im Wasser (die See ist heute gefühlt kälter als am Dienstag), im Schlick und im Sand – mal gibt's was zu besprechen, mal laufen wir minutenlang schweigend Seite an Seite und geniessen das beschauliche Strandleben. Denn hier hat es im Gegensatz zu den Badestellen fast keine Leute. Aber auch hier zeigt sich, dass man aufmerksam sein muss. Denn wie wir so dem Strand entlang schlendern, stellen wir plötzlich fest, dass zwischen uns und dem eigentlichen „Festland-Strandufer“ ein Priel liegt. Priele sind schmale Wasserläufe, die auch bei Ebbe nicht oder nur teilweise trockenfallen. Und eine der Wattwande-Regeln lautet: „Keinen Priel zwischen sich und dem Land lassen. Priele laufen bei Flut zuerst voll und schneiden dann den Rückweg ab.“. Zweimal kommen wir vom „richtigen“ Weg ab. Die Priele sind aber nicht sehr tief, so dass wir sie durchwaten können. Aus unserem Plan, zum Restaurant Seekiste zu gelangen, um dort Kaffee und Kuchen zu geniessen, wird nichts, da auch dieser Strand Teil durch einen Priel getrennt ist. Diesmal aber ein breiter und vor allem tiefer Priel.

Wir kehren um und treffen gegen 17.00 Uhr an „unserer Badestelle Bad“ ein. Auf dem Weg ins Dorf sehen wir von der Seebrücke aus noch ein Reh.

Hotel, duschen, umziehen, kleines Apéro und dann brechen wir auf, um zu Fuss nach SPO-Dorf zu gelangen. Dort ist nämlich jeden Donnerstagabend Strassenfest – eine Art Abendverkauf. Die meisten Geschäfte sind bis 22.00 Uhr geöffnet, es hat viele Verpflegungsstände, gibt Musik und ist einfach ein gemütliches Treiben. Wir holen noch rasch unsere Armbänder ab, die wir am Vortag bei Boy Jöns gebastelt haben und gehen anschliessend in der La Trattoria Abend essen. Zu Fuss geht's zurück zum Landhaus an der Dün.

Beide stellen wir an diesem Tag einen neuen Fitbit-Schritt-Rekort auf. Jedes von uns ist heute über 40'000 Schritte gegangen (Martin rund 43'000 und ich 46'000 „getippelt“).

 

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Mittwoch, 12. Juli 2017: Berner und Bernsteine

Regen.

Wind.

Schietwetter.

Ein Besuch der Dünentherme, dem Gesundheits- und Spassbad in St. Peter-Ording bot sich an. Geöffnet ab 10:00 Uhr. Um 10:00 waren wir dort. Mit uns Dutzende, welche auch um 10:00 bei Öffnung dort sein wollten… 9 € Eintritt (mit der Gästekarte) für 2,5 Stunden Spass und viele Kinder rundum. Salzsole, Wellenbad, Wildbach-Bahn… Die Zeit war schnell um und wir wieder draussen. Es hat aufgehört zu regnen, aber es sah irgendwie düsterer aus als noch vor 2,5 Stunden.

Somit Zeit, um ins Zimmer zu gehen und zu lesen. Aber nur bis 15:00, denn heute hatten wir einen fixen Termin: Bernsteinschleifen im Bernsteinmuseum. Das sehr überblickbare Bernsteinmuseum im Ortsteil „Dorf“ hat im Erdgeschoss einen Laden, Boy Jöns heisst der (tönt vielleicht komisch, ist aber so…), und verkauft Bernsteinschmuck. Sieben Leute haben sich für das Bernsteinschleifen angemeldet (darunter zwei Männer…) und Boy Jöns himself hat uns in die Geheimnisse des Bernsteins eingeführt. Viele finde er selber am Strand, einige werden ihm auch von den Krabbenfischern zum Kauf angeboten, die diese Steine als Beifang zu den Krabben aus dem Meer ziehen.

Zwischenstadium

Heutiges Ziel des Bernsteinschleifkurses: Wir basteln uns ein Schmuckstück welches so schön ist, dass man es auch im Laden verkaufen könnte. Aha, ich bastle mir Schmuck. Habe gemeint, ich fröne der Therapie des Bernsteinschleifens und nun mache ich Schmuck… Anhänger, Ohrring, Armband, Ring oder sonstwas? Ich entscheide mich für einen Armreif und suche mir den passenden Stein. Unter Anleitung von Boy mache ich kurz ein Konzept, wie denn dieser Schmuck aussehen soll und beginne zu schleifen. Beim Schleifen entsteht Wärme, da der Bernstein eigentlich ein Harz ist beginnt dieser ätherische Düfte freizusetzen und ich habe mein Aromatherapie-Flash intus.

Aber das Armband ist so hübsch geworden, dass man es im Laden verkaufen könnte. Auch Bettina hat ein Armband geschliffen. Boy macht nun noch den Feinschliff, passt es in die Halterung und macht Bänder dran – und morgen können wir es im Geschäft abholen. Wenn sie es nicht schon verkauft haben…

Den Wind sieht man nicht...

Ein feines Nachtessen im „Kamin“ (als Dessert ein Erdbeerbecher mit viel Sahne, viel Vanilleglace und 4 Erdbeeren) schlossen den Tag ab. Über den Deich marschierten wir wieder zu unserem Ortsteil. Das Wetter hat umgeschlagen. Sonne pur um 19:30 Uhr. Fast keine Wolken. Aber Wind. Viel Wind.

 

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Dienstag, 11.07.2017: An der Nordseeküste

In der Nacht hat es heftig geregnet und als wir erwachen ergiesst sich grad wieder eine nächste Regenschauer. Martin entscheidet sich, noch ein wenig zu lesen während dessen ich mich „ausgehfertig“ mache, um joggen zu gehen. Auf dem Deich hat es heute Morgen nur wenige Jogger. Nach ungefähr 15 Minuten Laufzeit gerate ich in eine erste kure Schauer. „Weitermachen“ lautet die Devise, „Uns gehört die Welt!“. Ich ziehe es bis zum Leuchtturm von SPO durch … und zurück natürlich. Nach einer kurzen Dusche geht's zum ersten Mal in diesen SPO-Ferien runter ans Frühstücksbüffet. Und das ist aus Erfahrung wunderbar lecker. Viel frisches Obst und Gemüse, eine schöne Käse- und Brotaufstrich-Auswahl, zahlreiche Brote, Eierspeisen und und und …

Wir geniessen das ruhige Ambiente.

Die andere halbe Stunde ohne Sonne

Die Wetterlage ändert sich halbstündlich. Von sonnig über wolkig bis zu Regen ist alles drin. Wir machen uns auf zur Küste. Via die rund 1000 Meter lange Seebrücke geht es an den Strand. Dem Strand entlang – das Wasser scheint gar nicht so kalt – spazieren wird nordwärts bis zur Strandbar 54° Nord. Dieses Lokal ist eines von fünf Lokalen, die direkt am Stand auf fünf bis sieben Meter hohen Stelzen stehen. Wir kriegen zwei Plätze im Lounge-Bereich. Will heissen: Zwei Liegestühle auf der Outdoor-Terrasse! Wow! Wir genehmigen uns Kaffee und Kuchen (Brombeer-Streusel) und geniessen von hier oben den sagenhaften Blick auf das Meer, die Kyte-Surfer und das bunte Strandleben.

La pura vida!

Die Sonne kämpft um die Pole-Position am Himmel, die ihr zwischenzeitlich durch die rasch vorbeiziehenden Wolken streitig gemacht wird. Aber über unsere gesamte Aufenthaltszeit in der Strandbar 54° Nord ist die Sonne klare Siegerin. So klar, dass sich Martin das Gesicht und ich mir die Knie röste. Es gefällt uns hier so gut, dass wir uns noch eine Portion Pommes und ein Bier bzw. eine Grapefruitsaft-Schorle gönnen. Dazu lesen wir in unseren Büchern. So herrlich einfach kann ein gelungener Ferientag sein. Irgendeinmal brechen wir auf und kehren auf dem Strandweg zurück ins Dorf. Noch rasch einen Besuch beim Nordsee-Bär Gummibärchen Laden und dann sind wir schon zu Hause. Wie am Vortag essen wir im Restaurant „Die Insel“ zu Abend. Diesmal gibt's einen Vitaminchen-Salat bzw. einen überbackenen Inselkäse als Vorspeise und Flammkuchen bzw. Labskaus zum Hauptgang. Gemütlich spazieren wir zurück zum Hotel und lassen den Abend mit spannender Lektüre ausklingen.

Noooordsee!

 

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Montag 10. Juli 2017: Donnergrollen

Heute wäre unser erster Ferientag. Dank dem Umstand, dass wir einen Tag vorher abreisten, war dies nun schon der zweite Tag und wir waren nahe am Ferienmodus angekommen. Um 6:20 Uhr liess uns der Facharbeiter, der mit den Sanierungsarbeiten im Haus nebenan beschäftigt ist, wissen, dass er nun die Arbeit beginnt. Eigentlich eine schöne Geste, auch andere an seiner Arbeit teilhaben zu lassen.

Die Hochdonner Brücke

Nach dem Frühstück verliessen wir Brunsbüttel in Richtung Hochdonn. Pötte wollten wir heute noch sehen und orientierten uns deshalb am Verlauf des Nord-Ostsee-Kanals. In Hochdonn hat es eine Eisenbahnbrücke, die den Kanal in 42 m Höhe (wegen den Schiffen im Kanal) überquert. 42 Meter ist eine eindrückliche Höhe, wenn man denkt, dass das ganze Land keine Erhebung aufweist und auf Niveau ‚0‘ ist. Das heisst, der Zug muss schon viel früher auf die Höhe gebracht werden und so ergab es sich, dass der Hochdonner Viadukt 2218 m lang wurde. Wir waren schon bei der Brücke in Rendsburg, weiter östlich über dem Kanal, welche ähnlich gebaut und noch eine Spur länger ist. Alles in Allem sind die beiden Brücken in Bezug auf die Länge Nummer 3 und 4. Noch länger sind zwei fast ganz neue Brücken auf der Schnellfahrstrecke bei Erfurt.

Der IC von Dresden nach Westerland (Sylt) ist schon fast am Ende der Brücke

Fotografietechnisch ist es nicht ganz einfach, die Züge auf der Brücke zu fotografieren. Aber in einem Forum habe ich gelesen, dass es einen Zugang gibt, der einem an den Anfang der Brücke bringt und tolle Ausblicke ermöglicht. Den Zugang haben wir gefunden und nach ca 15′ Fussmarsch waren wir am Anfang der Brücke. Zu unserem grossen Erstaunen hat es nirgends ein Schild, welches den Zutritt verbietet. Nur AUF die Brücke darf man nicht. Das Wetter war nicht so supertoll, teilweise hat es sogar geregnet, als wir auf die Züge gewartet haben. Bettina hat sich die Zeit damit verbracht, in der Natur Käfer und Raupen zu entdecken. Da hier nur Züge vorbeifahren und wohl selten irgendwelche Bahnfans bis hier nach oben kommen, ist die Natur hier oben recht unberührt. Wir hatten Glück und es kamen recht viele Züge über die Brücke und auch die Fahrzeugauswahl liess das Herz des Fotografen höher schlagen – und ja, auch die „Königin der Schiene“, die Diesellok der Baureihe 218, war mehrfach dabei. Das Grollen des Diesels dieser Lok zu hören, und das auf der Hochdonner Brücke, ergab fürwahr ein Donnergrollen…

Die Fähre hat abglegt

Nach dem Abstecher zur Brücke gings nun wirklich zum Wasser. Pötte wollen wir sehen! Die Hauptstrasse von Hochdonn nach Itzehohe endet am Ufer des Nord-Ostsee-Kanals. Von hier geht es mit der Fähre weiter. Etwa 10 Autos kann die Fähre aufnehmen. Und es geht ratz-fatz: auf die Fähre fahren, Absperrungen schliessen und los geht es. 3 Minuten später ist man an der anderen Seite und man kann losfahren. Bezahlt wird für diesen tollen Service nix, er ist tatsächlich gratis…

Freu dich…

Da grad kein Schiff zu erwarten war, fuhren wir gleich 7 km weiter nach Wacken. Dieses Dorf ist nichts besonderes, ausser, dass dort im August jeweils das weltgrösste Heavy Metal-Open Air stattfindet. Im Reiseführer haben wir gelesen, dass diese Veranstaltung, welche jeweils rund 75’000 Besucher anzieht, das ganze Dorf involviert. Sei es für den Getränkeverkauf, die Ticketkontrolle etc. In einem grossen Gebäude befand sich die Organisation und der Souvenirladen („Montag geschlossen“). Und auch sonst sah man an vielen Gebäuden das Logo des Open Airs, der Kuhschädel, sowie den Schriftzug „Freu dich, du bist in Wacken“…

Die Marco Polo im NOK

Nach diesem Ausflug zur Musik, die wir eigentlich nicht hören, gings wieder in Richtung Nord-Ostsee-Kanal. Wir wollten ja Pötte schauen. Bei der Wartezone zur Fähre hat es einen Imbiss, wo wir was kleines assen. Und da kam auch schon der erste Frachter, ein englisches Schiff. Gefolgt von einem Kreuzfahrtschiff, der „Marco Polo“, welche unter der Flagge der Bahamas unterwegs war. Eindrücklich ist es allemal, diese Riesenschiffe im Kanal zu sehen. Und wie sie knapp unter der Hochdonner Brücke hindurchpassen…

Genug Pötte für heute! Nun ging’s wieder mit der Fähre hinüber nach Hochdonn Downtown und von dort aus zu unserem Ferienort, nach St. Peter-Ording. Die Fahrt brachte uns über Land bis zum Eidersperrwerk, wo wir einen Zwischenstopp machten. Dort befindet sich, ein paar Meter von den Besuchern des Sperrwerkes entfernt, ein Nistgebiet von Seeschwalben. Sie waren grad im Begriff, die Jungmannschaft zu füttern und Vogel um Vogel kam mit einem Fisch im Schnabel zur „Kinderstube“. Einmal mehr eindrücklich, diesen Lärm der Vögel und die Fütterung erleben zu dürfen.

Futter für den Nachwuchs

Der Nachwuchs

20 Minuten später trafen wir in St. Peter-Ording ein. Eine Woche sind wir nun im Landhaus an de Dün und geniessen das Ferien-Feeling.

 

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Sonntag, 09.07.2017: Hamburg am Tag 1 nach dem G20-Gipfel

03.58 h: kurzer Aufenthalt in Fulda. 04.30 h: der Tag bricht an, dazwischen dösen, schlafen, Musik hören, „BARBARA“ lesen, Reiseführer studieren. Die Reise verläuft sensationell gut. Wir schlafen beide super gut. Martin so gut, dass er auch um 07.00 h fast nicht aus dem Bett zu kriegen ist. Zu einer Tasse Tee geniessen wir das vorbeiziehende Hamburg-Panorama (jetzt mit Elphi – einfach schön). Hamburg empfängt uns gegen 09.00 h von seiner schönsten Seite.

Hamburg offenbart uns aber auch die kilometerlangen Stacheldraht-Absperrungen, die während der G20-Zeit verhindern sollen, dass sich Demonstranten auf die Geleise begeben. Wir werden noch verschiedene Male hin und her rangiert, bevor wir gegen 10.00 Uhr in Hamburg-Altona eintreffen und unser Auto vom Zug runterfahren können. Wir verabschieden uns von Katharina und Hugo und brechen auf Richtung Innenstadt. Nur ein paar Augenblicke später sehen wir zwei komplett ausgebrannte PWs. Bruchstücke der Erinnerung an das, was in Hamburg im Rahmen der Anti-G 20-Kundgebungen in der Stadt abgegangen ist.

Wir fahren in die Hafen-City, um einen Blick auf die Elphi zu erhaschen. Es hat auffallend wenig Leute auf der Strasse. Man merkt gut, dass viele die Stadt G20-bedingt für das Wochenende verlassen haben. Dies bestätigt man uns auch im „Klein+Kaiserlich-Café“ (Am Kaiserkai 26), in dem wir frühstücken gehen. Ein Mozart-Frühstück für zwei (Käse, Krabben, Lachs, Salami, Putenbrust, Heringsalat, Brötchen, Marmelade und Butter, O-Saft, Kaffee und Prosecco – Herz was willst du mehr?) gibt's da für uns. Wir nehmen draussen Platz und geniessen unser Outdoor-Frühstück mit Elphi-Blick zum Ferienauftakt. Super lecker.

Wir profitieren vom schönen Sommerwetter und machen uns nach einem kurzen Spaziergang durch die Hafen-City auf nach Egestorf, wo wir dem „Barfuss-Park Lüneburger Heide“ einen Besuch abstatten. „Sinne spüren. Natur erleben!“ ist hier das Motto. Wir absolvieren den langen Barufss-Weg und sind fast drei Stunden unterwegs. Es macht Spass mit nackten Füssen auf den unterschiedlichen Bodenbelägen (Moor, Wasser, Buchnüssli, Zapfen, Tannengrün, Rinde, Glas, Steine etc.) unterwegs zu sein. Zum Schluss gönnen wir uns ein Eis.

Anschliessend machen wir uns auf den Weg nach Brunsbüttel. Gegen 17.00 Uhr treffen wir dort ein und beziehen Quartier im Hotel „Kleiner Yachthafen“. Wir richten uns kurz ein. Danach geht es ins Städtchen und dort zu den Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals. Kaum dort angekommen, können wir mitbeobachten, wie drei grosse Pötte die Schleuse durchlaufen. Imposant. Alles funktioniert wie im Kleinformat aber einfach ein x-Faches grösser. Im Restaurant „Zum Yachthafen“ essen wir Fisch zum Abendessen. In der Eisdiele „Dolomiti“ gibt's das Dessert. Nach so viel Essen benötigen wir noch einen Gute-Nachtspaziergang. Eindrückliche Lichtverhältnisse, viele grosse und kleinere Pötte, die in den Nord-/Osee-Kanal wollen. In unserem kleinen aber feinen Hotel (wir belegen ein Komfort-Zimmer für 95 Euro) kehrt rasch Nachtruhe ein.

 

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Samstag, 08.07.2017: Auf geht’s!

Nachdem gepackt, aufgeräumt, Mam besucht, Post erledigt, Rechnungen bezahlt, Velo versorgt, letzte Geschäfts-Mails erledigt ist/sind, setzen wir uns in unser Auto und machen uns kurz nach 16.00 Uhr auf den Weg nach Basel.

Es ist drückend heiss und die Sonne hat sich verzogen als wir Bern verlassen. Teilweise ist die Fahrbahn nass aber wir selbst gelangen nicht in den Regen. Erst am nächsten Tag werden wir erfahren, dass es im Mittelland kräftige Gewitter mit starkem Regen und vor allem Hagel gegeben hat, die teilweise den Verkehr unterbrochen haben. Auf direktem Weg geht es für uns ins Einkaufszentrum „Stücki“, wo es ein Block House Restaurant gibt. Wir gönnen uns ein feines Abendessen auf der Terrasse.

Gegen 19.00 Uhr setzen wir die Fahrt fort und peilen Lörrach an. Nach kurzer Zeit erreichen wir das Autozug-Terminal. Dort hat es bereits zahlreiche Autos aber noch keinen Autozug. Wir stellen das Auto ab und vertreten uns noch ein wenig die Beine. Eigentlich sollten die Autos zwischen 19.00 Uhr und 20.00 Uhr verladen werden, damit man pünktlich um 20.35 Uhr losfahren kann. Erst gegen 20.30 Uhr wird der Autozugs-Teil in den Bahnhof rangiert. Bis alle ihr Auto auf den Zug gefahren und ihr Abteil bezogen haben ist es schon fast 23.00 Uhr. Wir lernen Katharina und Hugo aus dem Kanton St. Gallen kennen. Mit einem gemeinsamen Schwatz ist die ganze Warterei am Bahnhof auch nicht mehr so langweilig. Danach beziehen auch wir unser Abteil, machen uns bettfertig und schlafen schon ein bevor der Zug Lörrach Richtung Norden verlässt.

 

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Sonntag, 28. Mai 2017: Le Retour

Die Auffahrtsreise ist auch einmal zu Ende, zum Beispiel heute.

Um 7:26 fuhr heute unser Zug, sodass wir wieder mal eine kurze Nacht hatten. Das Hotel ist jedoch in Bahnhofnähe, die Zeit am Bahnhof reichte noch, um uns mit ein paar Frühstückshappen einzudecken.

Wir stiegen in einen TGV, welcher von Bordeaux direkt nach Strasbourg fährt, ohne Paris anzufahren. Dank verschiedenen Verbindungslinien rund um Paris, welche die Hochgeschwindigkeitslinien verbinden, sind so rasche Verbindungen auch innerhalb Frankreichs möglich. 6 Stunden fuhren wir quer durchs Land, vom Atlantik ins Elsass. Aufgrund eines medizinischen Notfalls in unserem Zug und einem Ambulanzeinsatz in Angoulême sowie verschiedenen Schleichfahrten vor und um Paris hatten wir rasch mal 20′ Verspätung.

Da wir in Strasbourg genügend Zeit zum Umsteigen Richtung Basel hatten, reichte die Zeit sogar noch um einen Flammenkuchen zu essen.

Nach einem Geleier zwischen Zugpersonal und Velofahrern, die die Velos nicht korrekt abstellten, hatten wir auch ab Strasbourg 20 Minuten Verspätung. Der Anschluss in Basel war weg. Wir erreichten Bern mit vielen Eindrücken im Gepäck und dafür einigen elektronischen Geräten weniger.

Woodys Rückkehr

 

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Samstag, 27. Mai 2017: In den Pyrénées Atlantiques

Mysthisch empfing uns der neue Tag – mit einer tollen Stimmung:

Egun ona, Donostia – Guten Tag, San Sebastian!

Wir nehmen Abschied von Spanien: Von San Sebastian aus fahren wir mit dem Zug nach Hendaye, und sind schon in Frankreich. Aus Solidrität zu mir und meiner abgestürzten Kamera liess Woody sein Handy im spanischen Zug liegen. Wir haben auf dieser Reise offenbar kein glückliches Händchen… Mit dem nächsten Zug fahren wir nach Saint Jean de Luz – Ciboure, einem Badeort an der französischen Atlantikküste und steigen dort auf den Bus zum Col de Saint Ignace um. Der Pass befindet sich auf 169 m und hier befindet sich die erste Etappe des heutigen Tages: die Talstation der Chemin de Fer de la Rhune. Die Zahnradbahn führt auf den 905 m hohen La Rhune und wird mit Zügen aus den ersten Betriebsjahren von 1924 betrieben.

Zug aus dem Jahre 1924

Der Andrang auf die Bahn war sehr gross, sodass wir erst Tickets für die Fahrt um 15:20 kaufen konnten. Dies hiess, dass wir

A) zwei Stunden warten mussten bis zur Abfahrt

B) aufgrund unserer nächsten Anschlüsse nur grad rauf auf den Hoger und wieder im gleichen Bähnlein runter fahren konnten

Geier. Auf wen warten sie?

Et voilà quoi!

Die zwei Stunden überbrückten wir mit fotografieren von Zügen und einer inoffiziellen Depotbesichtigung. Auch ein leichter Lunch in Form eines „Sandwich au Berger chaud“ (also ein Sandwich des warmen Hirten…) hatte in dieser Zeit locker Platz. Dann stand die Abfahrt unseres Zuges bevor und wir konnten in die urigen Wagen einsteigen. Die Fahrt war sehr gemütlich, die alten Loks gaben alles was sie konnten. Das Sicherheitssystem bremst die Züge automatisch ab, wenn sie schneller als 9 km/h fahren… Somit benötigten wir für die 4,5 km 35 Minuten. Die Fahrt ist zauberhaft, die Aussicht über die Pyrenäen und den Atlantik sensationell! Frei lebende Ponys hat es hier. Und auch Geier, von denen wir ziemlich viel gesehen haben. Flügelspannweite bis deux metres soixantedix, haben sie im Zugslautsprecher gesagt. Die Gegend hier ist sehr lieblich und hat mehr als nur ein rauf und runter verdient. Nächstes Mal planen wir dies anders…

Wunderschöne Gegend rund um den La Rhune

Mit dem Bus fuhren wir wieder nach Saint Jean de Luz – Ciboure und weiter mit dem TGV nach Bordeaux. Hotelbezug in Bahnhofnähe und anschliessend Nachtessen mit französischer Küche… Die Franzosen bringen es immer wieder fertig, mit geschickten Menubezeichnungen Erwartungen zu erwecken 🙂 Brochette au poulet à la moutarde et miel ginge bei uns als Hähnchenspiess durch 🙂

Mit Woody von Spanien nach Frankreich:
Teil 1
Teil 2

 

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Freitag, 26. Mai 2017: Donostia

Heute verliessen wir Madrid und fuhren nach San Sebastian. Der Zug verliess Madrid Chamartin bereits um 8:00 Uhr, sodass wieder früh Tagwach angesagt war. Nach dem Security- und Ticketcheck konnten wir unsere Plätze einnehmen. Zuerst gings auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke mit Normalspur Richtung Norden, bis wir dann mit dem Zug durch ein Schöpfli fuhren und auf die iberische Breitspur umgespurt wurden. Ab diesem Moment wurde die durchfahrene Gegend zum Teil gebirgig und sehr interessant.

Ankunft in Donostia

 

Pünktlich kamen wir in San Sebastian an. Aber der Bahnhof war nicht nur mit „San Sebastian“ angeschrieben, sondern auch mit „Donostia“. Wie die Katalanen streben auch die Basken nach Unabhängigkeit – die Anschläge der ETA (Euskadi Ta Askatasuna) waren Teil des letztlich erfolglosen Befreiungskampfes. Nach 823 Toten zwischen 1960 und 2009 besteht seit 2011 ein Waffenstillstand, und seit April dieses Jahres eine Entwaffnung der Gruppe. Geblieben ist die vorherrschende baskische Sprache, die mit dem mir bekannten Spanisch überhaupt nichts gemeinsam hat. „Donostia“ ist also die baskische Bezeichnung für „San Sebastian“.

Mit dem Bus fuhren wir ein bisschen ausserhalb des Zentrums und stiegen auf die 1912 eröffnete Funicular de Igueldo um, um auf den Monte Igueldo zu gelangen. Hier befand sich unser Hotel. Die Standseilbahn ist sehr historisch und man fühlt sich in eine frühere Zeit zurückversetzt.

Funicular Monte Igueldo

 

Das Hotel hingegen ist hübsch und unser Zimmer hat eine tolle Aussicht auf die Stadt San Sebastian mit ihrer Concha-Bucht, oder auch auf den Atlantik, der sich hier Golf von Biskaya nennt. Wetter strahlend, Temperatur grösser als 30 Grad – somit ist zuerst eine Siesta angesagt. Gegen Abend fahren wir mit der Funicular „ins Tal“ (immerhin von 192 m auf 0 m…) und spazieren dem Strand entlang zur Altstadt. Flip-Flops weg, mit den Füssen im Wasser – welch ein Vergnügen! Aufgrund der einsetzenden Flut ist der Strand nun kleiner und die Wellen werden höher. Prompt gibt dies nasse Hosen… Welche aber dank der Wärme schnell wieder trocknen.

Blick aus dem Zimmer auf San Sebastian

Nasse Hosen - kein Problem!

 

In der Altstadt kehren wir in eines der unzähligen Lokale ein, um Pintxos zu essen, die baskische Version der Tapas. Alle Leute haben das gleiche Ziel, man isst und trinkt, man schwatzt und es herrscht eine gemütliche Stimmung in der Stadt. Wir bleiben hängen und geniessen den Moment, spazieren noch ein Wenig durch die Altstadt und spüren plötzlich Regentropfen… Ist das das Tief über der Biskaya?

Pintxos en masse!

 

Der Wetterumschwung ist frappant, von über 30 Grad auf 19 Grad in drei Stunden. Wir ziehen unsere Jacken an und gehen nun noch „richtig“ essen (auch hier öffnen die Restaurants erst um 20:00 Uhr). Die Pizzeria Cappricciosa ist chaotisch organisiert, aber es wird gut gekocht.

Wir verlassen das Lokal und sehen, dass sich der Regen nun zum veritablen Gewitter gemausert hat. Wir nehmen ein Taxi und kehren zum Hotel auf dem Monte Igueldo zurück. Auf dem Balkon schossen wir spektakuläre Gewitterbilder, bis zu dem Moment, als sich meine Reisekamera selbständig machte und aus der dritten Etage aufs Vordach fiel. Nur noch die Speicherkarte konnte gerettet werden, liebe Mobiliar…

Trotz des Gewitters und des sehr heftigen Ärgers über den schussligen Kameraverlust schliefen wir rasch und gut.

Das letzte Bild vor dem Absturz

Woody war ohne Baskenmütze bei den Basken

 

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