Dienstag, 17. Mai 2016: Über Berlin nach Bern

Die verlängerte Wochenend-Entspannung hält an. Wir wachen vor dem Wecker auf.

Duschen, packen, frühstücken und auschecken. Kurz nach acht machen wir uns durch Städtchen auf den Weg zum Bahnhof. Pünktlich um 08.44 Uhr fährt der Zug nach Berlin in Binz ab. Wir sind beide noch recht müde und träumen in den Tag und die Landschaft. Als wir in Berlin ankommen haben wir knappe zehn Minuten Zeit zum Umsteigen. Es klappt und auch im Zug von Berlin nach Interlaken können wir im Wagen 12 zwei reservierte Plätze beziehen.

Wir lieben diese ausgedehnten Zugreisen, die man so wunderbar zum Lesen, Schreiben und Arbeiten nutzen kann. Wie üblich bei der DB wird in der 1.Klasse das Essen an den Platz gebracht. Das Hühnerfrikassee ist mässig lecker. Ein Käffchen rundet unser heutiges Mittagessen ab.

Die Fahrt verläuft zügig und pünktlich.

Wir haben unsere Binz-Reise, die ja weitgehend „Schlafwagen-getrieben“ war, sehr genossen. Der Kap Arkona-Besuch bleibt eine Pendenz auf unserer Reise-Liste und das ist gut so, ist diese Pendenz doch immer noch Grund, wieder mal einen Rügen-Abstecher einzulegen.

 

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Montag, 16. Mai 2016: Highlights des Tages: Nonnensee und Freustil

Heute gehen wir am Sandstrand joggen. Gegen den Wind aber mit einem big smile.

Zwischendurch kreuzt eine mutige Badenixe unseren Weg und juckt in die etwas 12 Grad Celsius Wärme Ostsee. Ja, danach ist man sicherlich wach. Martin kündigt ebenfalls einen Schwumm an. Er schlägt aber nicht ein, als ich von ihm die definitive Absichtserklärung will. Auf dem Rückweg joggen wir bis zum Strand-Abgang 29 und stretchen dort ausgiebig. Den letzten Abschnitt am Strand bis zum Strand-Abgang 23, der zu unserem Hotel führt, nutzen wir für ein ausgiebiges Fuss-Peeling.

In der Hotel-Morgenpost, die jeweils auf dem Frühstückstisch liegt, wird ein Ausflug an den Nonnensee bei Bergen auf Rügen empfohlen. Eigentlich hätten wir uns auch noch einen Ausflug ans Kap Arkona vorstellen können. Doch mit dem Bus sind dies je zwei Stunden Weg hin und zurück. Da ist der Tag weitgehend sitzend gelaufen. Wir beschliessen deshalb, den Nonnensee-Tipp umzusetzen. Mit dem „Rasenden Roland“ Dampfzug geht es von Binz nach Putbus (romantische Blustfahrt), wo wir auf einen Überland-Zug bis nach Bergen auf Rügen fahren. Dort angekommen, gehen wir ca. 1 km durch Industrie- und Ladengebiet und gelangen dann an den See.

Über lange Zeit hat man versucht, den Nonnensee trockenzulegen, was auch – Pumptechnik sei Dank – weitgehend gelungen ist. Allerdings ist dann im 1993 die Pumpe kaputt gegangen und innert kürzester Zeit war hat sich die Natur das Land als See zurück erobert. Die Natur hat gesiegt und innert kürzester Zeit hat sich der Nonnensee zu einem Vogelparadies entwickelt, dem auch bei den saisonalen Vogelzügen eine grosse Bedeutung als Rastplatz (u.a. Gänse) zukommt. Warm angezogen wie wir sind (inkl. Mütze) macht der Spaziergang viel Spass. Am oberen Ende des Sees stossen wir auf die grauen Gerippe abgestorbener Bäume, auf denen die Kormorane unzählige Nester angebracht haben. Teilweise zu Zweit sitzen die Kormorane in ihren Nestern und schauen Nachbars ins Nest. Es ist ein Kommen und Gehen zu beobachten, der Lärmpegel steigt je näher man den Nestern kommt und es „miefet“ …

Wir beobachten die Szenerie eine Zeitlang und setzen dann unseren Weg fort. Die Aussichts-Kanzeln geben wenig her, sie sind recht weit weg vom See positioniert. Man bräuchte ein Fernglas, um Tiere sehen und bestimmen zu können.

Nach rund 90 Minuten stehen wir wieder am Bahnhof von Bergen auf Rügen. Mit einem direkten Zug geht's zurück nach Binz. In Binz lassen wir den Nachmittag im Hotel ruhig ausklingen. Kaum sind wir im Hotel angekommen, entlädt sich ein richtiges Gewitter. Es donnert, der Wind peitscht den strömenden Regen an die Scheiben, wir sind froh, drinnen sein zu können und nicht im Regen stehen zu müssen.

Um 18.30 Uhr haben wir uns im Restaurant Freustil einen Tisch reserviert. Als wir das Hotel verlassen regnet es noch immer aber nicht mehr so stark wie früher am Nachmittag. Das Freustil zu beschreiben, ist nicht ganz einfach. Es ist ein kleines, witzig eingerichtetes Lokal, das originelle Essenkreationen anbietet und einen reizt, neue Kombinationen auszuprobieren und Spass am Essen zu haben. Wir wählen für uns beide das Überraschungsmenu (4-Gang-Menü) aus und sind bereits bei den Grüssen aus der Küche zum ersten Mal sprachlos. Wow, so was von originell präsentiert und wie das schmeckt …!!! Mmmmmhhhhhh.

Dieses Gefühl hält während des ganzen Abends an. Wir schwelgen … und geniessen die originelle Koch- und Essenspräsentationskunst. Das „Pflaumenkuchen“-Dessert, in einer kleinen Teigschüssel serviert, bildet eigentlich der Abschluss des Essens. Doch im Freustil gibt es ein Vor-Dessert (Sanddorn-Köstlichkeiten im Sandkasten) und ein Nach-Dessert (Vanilleeis-Stängel im Nussmantel). Satt und entspannt verlassen wir das Restaurant und kehren fussläufig mit einem letzten Abstecher zur Seebrücke Binz zum Hotel zurück. Es ist so was von kalt. Brrrr … den Hasen vor der Villa Undine scheint die Kälte nichts anzuhaben. Auch spätabends sitzt ein Vertreter seiner Gattung im Rasen vor der Villa und mümmelt Gras. Wir machen uns bettfertig und geniessen es so richtig, ins warme Bett steigen zu können.

P.S.

Im Freustil wurde zu unserer Überraschung auch Belper Knolle angeboten.

 

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Sonntag, 15. Mai 2016: Wie die Einheimischen es tun …

Kurz nach fünf ist Sonnenaufgang. Kurz vor sechs wache ich auf und geniesse das Liegenbleiben-Können in unserem bequemen Bett. Kurz vor acht Uhr starten wir zu unserer ersten Rügen-Jogging-Tour. Vom Hotel aus geht's Richtung Seebrücke und dann weiter dorfauswärts (wir machen im hinteren küstenanliegenden Dorfteil das Steakrestaurant Lennox aus, in dem wir an diesem Abend essen gehen werden) in einen waldigen Höhenabschnitt. An der Küste ist das Laufen nicht möglich, es gibt keinen Weg. Daher geht's zuerst eine steile Treppe hoch, die zu einem schönen Waldweg führt. Der Buchenwald ist noch in seinem Junggrünen, überall hat es Buschwindröschen und Veilchen. Die Laufstrecke ist herrlich coupiert und fordert uns echt heraus. Zwischendurch gibt der Wald auf der Küstenseite den Blick auf das Meer frei. Der Wind unterstützt unsere Laufanstrengungen teilweise mit Rückenwind-Böen, teilweise bespasst er uns aber auch mit Gegenwind. Und teilweise bringt er auch eine herbe Fisch-Brise mit sich . Auf dem Rückweg beschliessen wir, einen der Waldwege zum Meer hinunter zu nehmen und der Küste entlang ins Städtchen zurück zu kehren. Am Meer entdecken wir Kormorane, die mit ihrer morgendlichen Toilette beschäftigt sind. Zu Fuss geht's über die Steinküste bis zum Sandstrand, wo wir Schuhe und Stocken ausziehen und uns ein morgendliches Meeres-Fussbad gönnen. Wie auf Teneriffa (dort war es eine Entenfamilie) stossen wir auch auf Rügen auf eine (Haubentaucher-?)Entenmutter mit ihrer Kinderschar. Mutig folgen die jungen Entchen der Entenmutter ins Wasser und reiten auf den kleinen Wellen in Strandnähe, die aber im Verhältnis zur Grösse der Jungtiere ein Mehrfaches deren Körpergrösse ausmachen.

Beim Hotel angelangt, sind die Füsse nun echt eiskalt und wir freuen uns auf eine warme Dusche. Das Frühstücks-Buffet im Hotel ist reichhaltig und schön aufgemacht. Wieder geniessen wir das feine Essen, die schöne Aussicht und das wunderbare Gefühl, Zeit für uns zu haben. Und was machen wir heute?

In den Ostsee-Bäder-Orten dürfen die Geschäfte im Sommerhalbjahr am Sonntag geöffnet haben. Wir beschliessen daher, lädelen zu gehen. Zuerst geht's durch die verkehrsfreie Fussgängerzone. Das Sortiment ist weitgehend auf Ü60-Kundschaft ausgerichtet und spricht uns wenig an. Da ich mir aber kältebedingt eine Mütze erstehen möchte, beschliessen wir, weiter durchs Dorf zu Stolz – dem Warenhaus des Nordens – zu gehen. Stolz ist effektiv eine Nummer im Norden Deutschlands. Markenzeichen: gute Abdeckung im Norden Deutschlands, breites aber wenig tiefes Sortiment, teilweise Markenartikel, partielles Wühltisch-Ambiente, günstige Saisonware. Das zieht. Im Geschäft brummt der Bär: Einheimische und Besucher (wie wir) flanieren durch den Laden und werden fündig. Für mich gibt's eine blaue Mütze und ein Ringel-Shirt für Martin einen neuen Gürtel. Stolz – a place to be.

Und auf Stolz folgt das nächste Highlight: Wir fahren mit dem Bus zu Karls Erlebnishof nach Zirkow. Bei Karls Erdbeer- und Erlebnishof waren wir letztes Jahr während der Sommerferien in Rövershagen. Einen gleichen Erlebnishof gibt es auch in Zirkow auf Rügen. Dort übrigens mit dem grössten Kletter- und Rutschenturm in Deutschland. Ohne Auto gestaltet sich die Anreise ein wenig umständlicher. Vom Bahnhof aus geht es mit dem Bus Nr. 20 bis nach Serams. In the middle of nowhere gibt es dort einen Umsteige- und Wende-Busbahnhof. Wir steigen in den Bus Nr. 24 um, mit dem wir nach wenigen Minuten in „Zirkow Karls“ (so heisst die Station) eintreffen. Kurzer Check der Rückreise-Bus-Abfahrtszeiten und wir treten bei Karls über die Schwelle. Es hat viele Leute, teilweise zu viele Leute (vor allem Einheimische und Leute aus der Region aber natürlich auch zahlreiche Urlauber). Wir schlendern durch das Geschäft, nehmen ein Zvieri bestehend aus Erdbeertorte und Café zu uns und gehen dann noch nach draussen in die Erlebniswelt.

Wir schauen dem bunten Treiben zu, machen Fötelis im Velokörbchen und Martin absolviert den Balanceparcours bzw. er tut dies teilweise. Den ersten Teil, wo man auf 10 cm breiten Holzbrettern zu balancieren hat, meistert er perfekt. Als er dann aber auf den halben in den Boden eingelassenen Gummipneu stehen will, drückt er diesen grad platt und es gibt nichts mehr zu balancieren. Ende Gelände – wenigstens können wir beide darüber lachen. Zurück im Laden kaufen wir noch von der leckeren Erdbeermarmelade. Frische Erdbeeren kriegen wir leider keine mehr. Die sind bereits ausverkauft. Mit dem Bus geht's zurück nach Binz, wo wir unsere Einkäufe ins Hotel bringen bevor wir nochmals in Städchen gehen. Es bleibt bei einem Sightseeing-Shopping-Bummel, der das Portemonnaie freut. Wie bereits kurz angetönt, begeben wir uns anschliessend zum Restaurant Lennox. Aperol- bzw. Lillet-Apéritiv, Salat- bzw. Carpaccio-Vorspeise und anschliessend Fisch mit Spargel bzw. Spinat schmecken lecker. Nach einem abschliessenden Espresso gehen wir nochmals zum italienischen Eis-Stand. Allerdings frieren wir an die Hände, dies nicht aufgrund des Speiseeises sondern aufgrund der kalten Temparaturen (ca. 9 Grad Celsius und Wind). Wir schlecken das Eis im Hotelzimmer zum Tatort (Zirkuskind) zu Ende.

 

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Samstag, 14. Mai 2016: Rügen-Vergnügen

Die Anreise in der Nacht von Freitag, dem 13. Mai nach Rügen ist gut verlaufen. Pünktlich haben wir Basel verlassen, rasch sind wir in unsere Etagen-Betten gekrochen und haben wunderbar geschlafen. Bis kurz vor Berlin Hbf verbringen wir die Zeit mit Lesen und Musik hören. Dann stehen wir auf, gönnen uns eine erfrischende Dusche in der kleinen Zugs-Dusche in unserem Abteil, ziehen uns an und frühstücken. So ein richtig gemütlicher Tagesstart. Die Weiterreise vergeht wie im Flug (vorbei an vielen Städten, die wir auch schon besucht haben z.B. Rövershagen, Ribnitz-Damgarten, Stralsund um nur einige zu erwähnen) und pünktlich um 12.01 Uhr treffen wir in Binz auf Rügen ein. Auf direktem Weg geht's zum Hotel Am Meer, in dem wir die nächsten Tage logieren werden. Da das Zimmer noch nicht bezugsbereit ist, geben wir das Gepäck ab und machen uns auf den Weg der Seepromenade entlang zur Seebrücke. Die Sonne scheint aber es geht auch ein böiger Wind, so dass die Temperaturen im unteren Rahmen liegen. Bei der Seebrücke angekommen, geniessen wir das bunte Treiben auf dem Platz vor der Seebrücke. Wir sind definitiv nicht die einzigen, die das Pfingstwochenende in Binz verbringen.

Am Strandabschnitt 14 begeben wir uns zu einem Beizli und gönnen uns ein Fischbrötchen und ein Bierchen. Lecker! Wir sind so richtig auf Rügen angekommen. Danach gehen wir uns zu einem Glacé-Stand (Orig. ital. Eis) und holen uns ein Dessert. Super, super feine Café-Glacé und auch die restlichen Sorten sind wunderbar – wir werden zu „Wiederholungstätern“ werden.

Kaum haben wir unser Eis erstanden, stellen wir fest, dass das Bädertram die nächste Fährt nach Prora und zum Baumwipfelpfad im Naturerbezentrum anbietet. Und ins Bähndli darf man natürlich nur ohne Eis. Also rasch fertig Eis geschleckt und los geht's. In Pora, wo die grosse über 5 km lange Ferien-Anlage, welche die Nationalsozialisten geplant haben, in Überresten steht, machen wir nur eine kurze Stippvisite. Weiter geht's zum Baumwipfelpfad.

Wir lösen ein Ticket und machen uns auf den Weg durch den wunderschönen Buchenwald. Der befestigte Weg aus einer Holzkonstruktion enthält verschiedene Informationen über den Wald (Entstehung, Bewohner etc.) und vor allem lustige Geschicklichkeits-Einheiten, welche jungen und älteren Besuchern gleichermassen Freude bereiten. Nach etwa einer halben Stunde treffen wir am Fuss des 40 Meter hohen Adlerhorsts ein. Der Weg windet sich Runde um Runde hinauf in luftige Höhen. Auch hier gibt es interessante Informationen über den Nestbau verschiedener Vögel und wir erfahren, dass Saatkrähen eigentlich Singvögel sind – schwer vorstellbar aber wahr. Die Höhe gibt einen einzigartigen Weitblick über das Land her (Jasmunder und Greifswalder Bodden, Litzow, Prora, Binz etc.). Mit jeder erklommenen Höhenrunde wird es aber auch bedeutend luftiger. Zuoberst angelangt, weht uns der Wind derart um die Ohren, dass wir froh sind, unsere guten Jacken mit Kapuzen dabei zu haben. Wir geniessen den Ausblick und lassen die Landschaft mit den junggrünen Gras-Weiden, den gelben Rapsfeldern, den Buchenwäldern, der Ostsee und der Himmelfärbung, die von blau über weiss in alle Grau-Nuancen übergeht auf uns wirken. Als es uns zu kalt wird, beschliessen wir wieder runter zu steigen und kehren auf der Holzweg-Konstruktion zum Naturerbezentrum zurück. Wir kommen noch in den Genuss eines Buchfink-Konzerts

– Buchfink, wie könnte es im Buchenwald anders sein…

Wir trinken noch etwas und schauen uns in den Ausstellungsräumlichkeiten des Naturerbezentrums ein wenig um bevor wir mit dem Zügli wieder nach Binz zurück kehren.

Zurück in Binz beziehen wir im Hotel unser Zimmer 202, richten uns ein und geniessen eine ruhige Stunde. Fürs Nachtessen begeben wir uns ins Hotelrestaurant, wo es köstliche Fleisch- und Fischgerichte gibt. Zum Auftakt ein Aperol Spritz, dann einen Salat und anschliessend ein Rindsfilet für Martin und eine Fischplatte für mich.

Das Restaurant gibt einen tollen Blick auf die Ostseeküste frei und auch der Seepromenade gibt es viel Unterhaltsames zu beobachten. Wir haben jedenfalls unseren Spass. Nach dem Essen kehren wir aufs Zimmer zurück und lassen den Abend gemütlich ausklingen.

 

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Samstag, 7. Mai 2016: Unterwegs mit dem Gletscher-Express

Vor gefühlten 100 Jahren fuhr ich das letzte Mal mit dem Glacier-Express, dem langsamsten Expresszug der Welt. Ich bin gespannt, wie sich das Produkt entwickelt hat und ob man damit wirklich zahlungskräftige Kundschaft auf die Schiene bringt.

Wir starten den Tag in Bludenz, fuhren mit dem RailJet bis Sargans und mit der SBB nach Chur. Im RhB-Teil des Bahnhofs stand der Zug schon bereit. Etwa 9 Wagen waren angehängt und wir hatten im vordersten Wagen unsere Plätze reserviert. Zufälligerweise traf ich im Zug auch auf Arbeitskollegen, welche die gleiche Reise wie Woody und ich unternahmen.

Die zweite Verspätung auf unserer Reise betraf den Glacier-Express: mit 9 Minuten fuhren wir in Chur los. Und je länger wir fuhren, desto schlechter wurde das Wetter. Die Gegend durch das wildromantische Rheintal war ein Genuss, der Blick auf das Kloster Disentis eindrücklich, und die Fahrt über den Oberalppass nach Andermatt spektakulär. Nur bei der Fahrt vom Oberalppass runter nach Andermatt sieht man die Bauten von Sawiris: Ausserhalb des Dorfes und auch mitten im Dorf sieht man die neuen Prachtsbauten, welche den Tourismus und auch noch grad Andermatt retten sollen.

Der Zug hatte in Andermatt einen längeren Aufenthalt, sodass wir ab Andermatt wieder pünktlich waren. Jetzt noch die Fahrt durch den Furka-Tunnel und durchs Goms und schon sind wir wieder in Brig, wo der Zug nach Bern schon wartet.

Und, wie hat sich der Glacier-Express entwickelt? Tolles Wagenmaterial mit grossen Panoramafenstern und bequemen Sitzen. Und dazu zwar keinen Speisewagen mehr aber dafür „Essen am Platz“ – welches lecker war. Momol, sowas darf man zeigen. Und ich werde nicht wieder 100 Jahre auf die nächste Fahrt mit dem Glacier-Express warten.

 

 

Woodys Tag, verbunden mit dem Dank, dass er mich auf die Reise mitgenommen und ausgehalten hat.

 

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Freitag, 6. Mai: Dreiländerfahrt

Die heutige Reise führte uns durch drei Länder: Italien – Schweiz – Österreich. Zuerst ab Bozen bis Meran und von dort mit der Vinschgaubahn bis Mals. Diese Bahn wurde vor 11 Jahren wieder reaktiviert und erfreut sich heute bei Pendlern und Touristen dermassen grosser Beliebtheit, dass die Züge vollvollvoll sind.

In Mals ging die Fahrt weiter mit dem Bus über den Reschenpass nach Österreich. Die Fahrt bei der Passhöhe führt an einem Stausee entlang, welcher in den 50 Jahren gebaut wurde. Das Dorf Graun und Teile des Dorfes Reschen versanken in den Fluten und nur noch der Kirchturm der Kirche Sankt Katharina sieht man heute als stummen Zeugen der Vergangenheit.

Die Fahrt brachte uns über Nauders und viele Kehren später waren wir am Talgrund vor der Schweizergrenze. Martina hat 100 Einwohner, das Meiste seien Grenzwächter. Aber hier gibt es auch einen Dreiländeranschluss vom Südtiroler Bus auf das Schweizer Postauto und den Österreichischen Postbus. Wir stiegen in den Postbus und fuhren mit diesem das Inntal runter bis nach Landeck. Von hier führte uns der Zug der ÖBB über die Arlbergstrecke nach Bludenz, unserem heutigen Etappenziel.

Das Hotel Herzog Friedrich hat seine besten Zeiten schon vor längerer Zeit gesehen. Das Personal machte dies jedoch mit viel Herz und Freundlichkeit wieder wett. „Sans Briider?“ wurden wir beim Check-in gefragt. „Nein, eigentlich nicht, aber wenn es das Check-in vereinfacht, können wir schon Brüder sein.“ Es hat das Check-in vereinfacht und Woody und ich waren kurzzeitig Brüder. Nach dem Zimmerbezug wurden wir beim Verlassen des Hotels gefragt, ob wir mit dem Zimmer zufrieden seien. Sowas erlebt man auch nicht in jedem Hotel… Normal bekommt man ein Zimmer und hat zufrieden zu sein…

Wir gingen wieder an den Bahnhof und fuhren mit der privaten Montafon – Bludenz – Schruns – Bahn MBS nach Schruns. Nach einem kurzen Aufenthalt fuhren wir wieder zurück bis Tschagguns. Von dort gingen wir der Bahnstrecke entlang bis nach St. Anton im Montafon, wo wir den Zug zurück nach Bludenz nahmen. Hier gab es ein feines Abschlussznacht unserer Reise.

Woodys Tag

 

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Donnerstag, 5. Mai 2016: An Auffahrt nach nach Maria Himmelfahrt

Der Ritten ist der Hausberg von Bozen. Bis 1966 gab es von Bozen aus eine Zahnradbahn auf diesen Berg, seitdem existiert nur noch die Strecke auf dem Berg, welche ebenswegs von Maria Himmelfahrt über Oberbozen nach Klobenstein führt. Heute gibt es eine Luftseilbahn, welche in der Nähe des Bahnhofs Bozen startet und die Kunden in kurzer Zeit nach Oberbozen führt.

Wir fanden es sehr cool, dass in Oberbozen der historische Triebwagen von 1907 für die Weiterfahrt bereitstand. Also nicht die modernen Fahrzeuge mit Baujahr 1958 oder 1977, sondern echte historische Wertarbeit! Wir machten es uns in diesem historischen Gefährt bequem und schon bald ging die Reise los. Der Motor brummte und schon bald hatte der Zug die Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h erreicht.

Die durchfahrene Gegend ist eine typische Wandergegend, dementsprechend viele Touristen hatte es unterwegs. Bei der Kreuzungsstation kam uns der Gegenzug entgegen und unser Lokführer wechselte auf den Gegenzug und umgekehrt. Wir erkundigten uns, warum dieses Prozedere angewendet wird und uns wurde erklärt, dass dies aus Sicherheitsgründen der Fall ist: Da die Strecke nicht durch Technik gesichert ist, fährt der Lokführer nur einen Teil der Strecke und mit dem anderen Zug wieder zurück, um nicht in Versuchung zu geraten, ohne den Gegenzug abzuwarten abzufahren um eine Kollision zu verursachen. Bei einer von uns schon besuchten und ähnlich ausgerüsteten Strecke der Kirnitschtalbahn in Sachsen wurde ein anderes Verfahren gewählt: dort wurde dem entgegenkommenden Lokführer ein Stab übergeben.

Wir fuhren bis zur Endstation Klobenstein und blieben dort eine halbe Stunde, um den Zug noch bei der Ausfahrt in der grünen Wiese und vor blühenden Bäumen zu fotografieren. Dann fuhren wir wieder zurück und dieses Mal hatten wir den Zug von 1977, welcher bis vor 8 Jahren von St. Gallen nach Trogen fuhr. Wir blieben bis zur Haltestelle Rappersbühl sitzen, wo sich auch noch ein schöner Fotospot anerbot.

Beim Fotografieren kam uns dann auch noch der dritte mögliche Zug vor die Linse, das ehemalige Tram aus Esslingen (D) von 1958. Dann ging es wirklich zurück bis Oberbozen und von dort zu Fuss zum Dorf Maria Himmelfahrt. An diesem Auffahrtstag unsere Art, den Tag würdig zu begehen… 🙂

Maria Himmelfahrt wird nur sechs Mal am Tag angefahren, sodass wir ein bisschen ‚zirkeln‘ mussten, um diesen kurzen Streckenteil auch noch zu fahren. Aber erfahrene Eisenbahnnerds wie wir schaffen das…

Der Zug brachte uns nach Oberbozen und wir fuhren mit der Seilbahn wieder talwärts. In Bozen nahmen wir den nächsten Regionalzug in Richtung Brenner, weil wir dort auch noch ein bisschen fotografieren wollen (grosse, schwere, lange Güterzüge zum Beispiel…). Im Eisenbahnforum Drehscheibe online (ja, das heisst wirklich so…) wird die Kurve von Gossensass als Fotospot empfohlen und wir stiegen an diesem Ort aus. Ich bin bisher noch nie in der Gosse gewesen, heute sass ich sogar in der Gosse… 🙂

Obschon in Italien Maria Himmelfahrt kein Feiertag ist, hatte es sehr wenig Güterzüge zu fotografieren. Also eigentlich keinen. Nach ein bisschen mehr als eine Stunde in der Gosse fuhren wir wieder nach Bozen. Es ist unser letzter Abend hier und drum gingen wir nicht nur fein sondern ganz fein essen.

Woody erlebte den Tag so.

 

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Mittwoch, 4. Mai 2016: Unterwegs im Trient und in Südtirol

Die heutige Reise brachte uns südwärts ins Trient. Der gleichnamige Hauptort war unser Etappenziel, wo wir auf die schmalspurige Ferrovia Trient-Malé umstiegen. Die Fahrt ging bis vor ein paar Jahren bis nach Malé, seit 10 Jahren ist die Strecke bis Marilleva, einem scheinbar bekannten Skiort, verlängert. Und scheinbar soll in zwei Monaten eine erneute Verlängerung der Strecke in Betrieb genommen werden, von Marilleva bis Mezzana. Das Bähnlein war recht modern, aber doch eher eng. Wenn ich das nächste Mal die Fahrt von Trient nach Marilleva machen würde, würde ich mir eine Thrombosespritze in den Bauch setzen, wie vor einem Transatlantikflug.

Die Fahrt an sich war schön, Marilleva ausserhalb der Winterperiode aber keine Reise wert, und so sassen wir ein paar Minuten später schon wieder in dem Zug, der uns nach oben gebracht hat. Wir fuhren zurück bis Dermulo, wo wir anschliessend mit dem Bus auf den Mendelpass fuhren. Die Aussicht von diesem Pass auf das Tal, wo Bozen liegt, ist schlicht fantastisch! Wir assen eine Kleinigkeit und fuhren anschliessend mit der Standseilbahn runter nach St. Anton bei Kaltern. Hier liegt das bekannte Weingebiet und der Kalternsee. Von St. Anton aus machten wir eine Wanderung an den Kalternsee, wo wir nach rund einer Stunde ankamen.

Der See ist lieblich, und das Restaurant am Ufer anerbot sich quasi, dass wir dort einkehren und einen Apéro nehmen. Mit dem Expressbus fuhren wir anschliessend nach Bozen zurück. Und heute war der Wein zum Znacht natürlich einer aus der Region. 🙂

 

Das war Woodys Tag

 

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Dienstag, 3. Mai 2016: Den Brenner nicht angelassen

Wir verliessen Villach auch schon früher. Heute starteten wir jedoch um 8:54 in westlicher Richtung. Zuerst stiegen wir in Spittal am Milstättersee um, dann noch in Lienz und anschliessend fuhren wir mit einem Zug des Südtirolers Verkehrsanbieters SAD von Österreich über die Grenze bis nach Franzensfeste/Fortezza. In Südtirol werden die Orts- und Strassennamen ja immer zweisprachig wiedergegeben, drum hat Franzensfeste auch ein italienisches Anhängsel. Ich werde mich jedoch auf die deutsche Schreibweise festlegen.

In Franzensfeste stiegen wir um und fuhren die Brenner-Strecke hoch bis zur Passhöhe bzw. bis zur Grenze Brenner. Leider war hier eisenbahntechnisch absolute Flaute, sodass unsere Speicherkarten fast unberührt blieben. Zudem waren wir auf rund 1300 m.ü.M und es war äusserst kalt. So kalt, dass man die Mütze anziehen musste. Hätten sie doch nur den Brenner angestellt, dann wären die Temperaturen ein bisschen freundlicher gewesen.

Wir fuhren wieder talwärts bis Bozen, unserem Ausgangspunkt für die nächsten Tage, und kamen im Hotel Regina unter, gleich neben dem Bahnhof.

Es war ein unspektakulärer Tag, an welchem wir mehrheitlich unterwegs waren. Wir schlossen ihn ab mit einem feinen Essen in der Altstadt von Bozen.

Woodys Tag

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Montag, 2. Mai 2016: Ein neues Land abhaken

Schon vor 9 Uhr waren wir auf dem Regionale Veloce in Richtung Gorizia. Nachdem unsere Billette im Zug schon einmal kontrolliert wurden, kam ein wenig später ein älterer Zugbegleiter und verlangte die Fahrausweise noch einmal. Er entdeckte, dass bei Woodys Klassenwechsel nicht die ganze Strecke bezahlt wurde. Also bestellt hatte Woody korrekt, aber der Schalter in Spiez hat es nicht richtig gemacht. Auf die Schweiz bezogen wäre dies, wie wenn man von Basel nach Bern und dann nach Zürich einen Klassenwechsel hätte kaufen wollen, aber der Verkäufer hat nur einen Klassenwechsel von Basel nach Olten nach Zürich erstellt. Olten – Bern – Olten fehlt. Und dies ist hier mit dem Abschnitt Monfalcone – Trieste – Monfalcone passiert.

Er sah, dass wir Eisenbahnerkollegen sind und liess das Füfi grad sein. Er sei Zugbegleiter aber mehrheitlich schule er das Personal, wie man Fälschungen bei Fahrausweisen erkennt. Und Eisenbahnerfreikarten seinen zur Zeit häufig gefälscht und drum wollte er dies mit eigenen Augen sehen. Und ob er den Klassenwechsel für sich behalten könne für seine Sammlung? Und er arbeite oft mit Daniel Fankhauser von der SBB zusammen ob ich den kenne. Ja natürlich kenne ich ihn er hat sein Büro nur drei Eingänge neben mir und so kamen wir ins Gespräch über dies und das und schon waren wir in Gorizia und trennten uns voneinander als Best Friends 🙂

Gorizia ist eine Grenzstadt, die auf slowenischer Seite Nova Gorica heisst. Die Fahrt zum slowenischen Bahnhof konnten wir mit dem italienischen Stadtbus machen. Vor dem Bahnhof, aber noch auf italienischer Seite hielt er an. Irgendwie realisiere ich es gar nicht, dass ich nun die Grenze überschritten habe. Wie zufällig sah ich am Boden eine Plakette, welche auf die Grenze hinwies. Bis vor ein paar Jahren noch Jugoslawien, heute Slowenien. Bis vor ein paar Jahren sah die Grenze beim Bahnhof noch so aus, jetzt so:

Und Leute mit unserem Jahrgang waren dabei, als dies passierte. Im Gegensatz zur kroatisch-serbischen oder – montenegrinischen Aufteilung hat die Loslösung von Slowenien eigentlich selten grosse Schlagzeilen gemacht. Somit ein Land mehr in meiner Ländersammlung – und ich hätte es fast verpasst…

Dank dem Umstand, dass wir sofort einen Bus nach Nova Gorica hatten, waren wir zu früh am Bahnhof. Die Zeit überbrückten wir mit einem Kafi im Bahnhofbuffet auf Perron 1 und schauten ein bisschen dem Bahnbetrieb zu. Nun, es gab eigentlich nix zu sehen, denn das Personal war auch beim Kafi. Ein paar Güterwagen und ein paar Dieselzüge standen rum, aber „Action“ war nicht festzustellen.

Irgendwann wurde ein versprayter Dieseltriebzug bereitgestellt und, Nerds wie wir sind, wählten natürlich den lärmigen Motorwagen und nicht den ein bisschen leiseren Steuerwagen…

Pünktlich fuhren wir los. Die Strecke führt über die malerische Wochreinerbahn, welche seinerzeit als Österreichs Zugang zum Meer gebaut wurde. Heute fahren etwa noch 4 Regionalzugspaare auf der Strecke und durch den Scheiteltunnel ebensoviele Autozüge. Diese Strecke hätte aber mehr Verkehr und Reisende verdient, die durchfahrene Gegend ist wunderschön und wildromantisch.

Nach knapp 2 Stunden erreichten wir Jesenice. Der nächste Anschluss nach Villach wäre in 3 Stunden gewesen. Das Wetter war mies – und es fuhr grad ein EC in Richtung Süden ein. Für uns Anlass, mit diesem nach Ljubljana zu fahren. Dort hatten wir rund eine Stunde Zeit. Da die Altstadt ein bisschen ausserhalb lag, konzentrierten wir uns auf das Bahnhofgebiet. Also auf Perron 3. Dort schauten wir dem regen Treiben zu (was uns in Nova Gorica ein bisschen gefehlt hat 😉 ) und machten eine Stunde Trainspotting. Rund eine Stunde später fuhr schon unser Zug ein und brachte uns nach Villach. Übernachtung gleich gegenüber des Bahnhofs im City Hotel, Nachtessen in der Post – wie schon vor zwei Jahren.

Woody erlebte den Tag so.

 

 

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Sonntag, 1. Mai 2016: Die unendliche Busfahrt

Der 1. Mai bedeutet in Italien noch was. Und wenn der auf einen Sonntag fällt, steht das öffentliche Leben fast still. Wir blieben heute ein bisschen länger liegen und steuerten nach dem Frühstück wieder die Piazza Oberdan an. An unserem Stamm-Tabatschi kauften wir wieder eine Tageskarte und begaben uns danach zu Bus Nr. 15. Beim ‚Palazzo verde‘ fahre dieser ab, sagte uns der Verkäufer. Aber dieser war einfach ein grün angestrichenes Haus… Zur publizierten Abfahrtszeit war weit und breit kein Fahrer im Bus, und mit 5 Minuten Verspätung fuhr er ab. Am ersten Mai sei ein Spezialfahrplan, sagte der Fahrer zu einer Kundin. Ehrlich gesagt, waren wir ein bisschen in Zeitnot, denn unser erster Tagespunkt, der Besuch des Eisenbahnmuseums beim alten Bahnhof Trieste Campo Marzio, musste bis 13:00 Uhr abgeschlossen sein. Das Museum hat sehr kundenfreundliche Öffnungszeiten. Wenn man es sich zwischen 9:00 und 13:00 einrichten kann…

An Sonntagen und 1. Mai-Tagen wird die Buslinie 15 mit der 16 zusammengelegt. Und führt durch Quartiere, welche es nie in die Route einer Stadtrundfahrt schaffen werden. Irgendwann stellte der Fahrer den Motor ab und nach ein paar Minuten fragte ich ihn, ob dies nun Capolinea sei. Nein nein, er warte nur auf die Abfahrtszeit. Ok, dann wird’s wohl weiter gehen… Nach gefühlten 10′ weiterer Fahrt fragte ihn nach der Haltestelle Campo Marzio. Ah, das sei vorhin gewesen, jetzt sind wir schon weiter entfernt und blablabla…

Ok, somit verkürzte sich der Aufenthalt im Museum noch weiter, schliesslich hatten wir nun schon nach 12:00 Uhr…

Irgendwo liess er uns aussteigen und dank Google-Maps fanden wir nach 15′ zu Fuss das Museum. Wären wir übrigens vom Hotel aus zu Fuss zum Museum, wären wir schon lange drin gewesen…

Das Museum befindet sich im alten Bahnhof Trieste Campo Marzio. Die Aussenanlage verfügt über eine beträchtliche Menge von ausgestelltem Rollmaterial, welches sich schlich in einem erbärmlichen Zustand befindet. Rost, durchgefaultes Holz… Dementsprechend schnell haben wir die Aussenanlage besichtigt und konnten uns dem Innenteil des Museums widmen. Hier waren die Exponate wirklich hübsch und sehenswert und standen in einem positiven Kontrast zur Aussenanlage. Interessant anzusehen waren vor Allem die Erklärungen zur Zeit der Österreichischen Herrschaft. Triest war ja bis nach dem ersten Weltkrieg der Zugang Österreichs zum Meer.

Um 13:00 wurden wir rausgeschmissen und wir fuhren mit einem Bus ins Zentrum. Da heute die Strassenbahn nicht fuhr, wir aber trotzdem in die Gegend um Villa Opicina wollten, mussten wir uns wieder eine lange Bustour antun. Mit Bus 4 gings bis zum Obelisk, welche die Gewerbetreibenden in den 1830er-Jahren zu Ehren von Kaiser Franz I. errichteten, um ihm für die tolle Strasse zu danken, welche die Handelswege nach Wien verbessert. Ein paar Jahre vorher war übrigens Napoleon in der Gegend und er ist auch an der Strasseninfrastruktur verzweifelt, welche in dieser Karstlandschaft nicht eben toll war. Er liess eine neue Strasse bauen, aber nach 200m Bau merkte man, dass dies wohl sehr teuer werde und man liess es sein.

Und um die Geschiche fertig zu machen: Ende des 19. Jahrhunderts baute man hier einen künstlichen Wald, denn die Österreicher waren der Überzeugung, dass viel Holz gut für den Bau ist. Die Schwarze Pinie, die man damals übrigens gesetzt hat, ist mittlerweile ausgestorben, aber der Wald ist geblieben.

Nebst viel Geschichte bietet der Ort auch eine tolle Aussicht auf Trieste – und einen Höhenweg in Richtung Prosecco. Wir nahmen die knapp 4 Kilometer unter die Füsse und genossen die Wanderung mit Blick auf das Meer. Ab Prosecco brachte uns der Bus zurück nach Trieste, wo wir uns rasch ins Hotel verzogen und nach so viel Aufregung uns einen Moment der „befohlenen Ruhe“ gönnten.

Zum Nachtessen begaben wir uns wieder in die Altstadt, wo wir im Al Pescada einen Tisch fanden. Das Menu stand hier nicht auf der Karte, sondern wurde uns vorgelesen. Muss weiter an meinem Italienisch feilen, denn normal bestelle ich sicher keinen Tintenfischsalat… Aber es hat geschmeckt.

Morgen verlassen wir Trieste. Diese Stadt hat mir sehr gefallen: Die Architektur mit den detailreich verzierten Häusern. Die Geschichte, dass Trieste bis vor weniger als 100 Jahren zu Österreich gehört hat – dies lässt Trieste österreichisch erscheinen. Es herrscht nicht die Hektik und der Lärm sonstiger italienischer Städte. Man sieht keine sackkratzenden und gestikulierenden Männer, wie man es sonst kennt. Italien, aber eben doch nicht voll italienisch.

Woody war auch dabei und erlebte den Tag so.

 

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Samstag, 30. April 2016: Ab ans Meer

Heute ist Start zur Auffahrtsreise 2016. Genau, seit gefühlten 100 Auffahrten verreisen Woody und ich irgendwohin. Hoher öV-Anteil ist vorausgesetzt. Wir haben es öfter in Serie gemacht als der FC Basel Meisterschaften gewonnen hat.

Etwas nach 8 Uhr morgens gings in Bern los. In Thun war auch Woody dabei und wir fuhren die erste Etappe nach Brig, wo wir Anschluss auf den EC nach Venezia hatten. In Milano mussten wir praktischerweise nicht umsteigen und konnten so bis Venezia Mestre durchfahren. Hier stiegen wir auf einen schnellen Personenzug, einen Regionale Veloce, um. Um viertel vor fünf sind wir in Trieste Centrale angekommen und konnten dort unser Hotel beziehen. NH-Hoteles waren für mich bisher der Inbegriff von Luxus, dieses Mal hat es nur zu einem dunklen Loch gereicht. Sauber war es, und interessanterweise ein Raucherzimmer. Ich war wohl seit 20 Jahren in keinem Raucherzimmer mehr. Aber nach Rauch hat es nicht gerochen, sodass wir darauf verzichtet haben, dies zu monieren.

Nachdem wir uns kurz im Zimmer eingerichtet hatten wollten wir vom schönen Wetter profitieren und gingen in die Stadt. Eigentlich hatten wir den Sonntag für die Fahrt mit der Strassenbahn reserviert, aber wir gingen trotzdem zur Piazza Oberdan, dem Ausgangspunkt der einzigen Triester Tramlinie nach Villa Opicina. Dieser kurzfristige Wechsel des Tages hat sich als Volltreffer erwiesen, da wir am Bahnhof ein Schild entdeckten mit dem Hinweis „Domenica (sunday – Sonntag – nedelja) 01/05/2015 il tram non è in servizio (not in service – nicht in service – ni v uporabi)“. Somit sofort zum Tabatschi und eine Tageskarte lösen („Comè? A quest’ora ancora una carta giornaliera?“). Das Tram fuhr kurz darauf ab und fuhr ein paar hundert Meter durch die Stadt, bis zum Beginn der Steilstrecke. Hier wechselte das Tram auf die Gleise der Standseilbahn und wurde ab hier durch ein Gefährt die Strecke hinaufgestossen. In kurzer Zeit wurde eine beachtliche Steigung überwunden – und am Ende der Steilstrecke fuhr das heraufgestossene Tram weg und liess das Gefährt hinter sich. Somit ist das Gefährt wieder bereit für die nächste Talfahrt.

Das sieht so aus:

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An der Endstation Villa Opicina stiegen wir aus und lungerten ein bisschen in der Gegend umher. Das Depot des Trams, welches sich bei der Endstation befand, zog unsere Aufmerksamkeit auf sich und wir linsten durch eine offene Türe. Ein Mitarbeiter des Depot liess uns rein unter der Auflage, dass wir nicht in die Gruben fallen und keinen Unfug machen. Zwei historische und zwei reguläre Trams waren im Depot und wir kamen mit dem Mitarbeiter ins Gespräch. Er erklärte uns viel über die alten Trams, und dass beim Unterhalt der Strecke laufend das Geld ausging und man darauf das Tram zwei Jahre einstellen musste (ist erst seit 2014 wieder benützbar).

Irgendwann war genug getram-pt und wir fuhren wieder Richtung Trieste. Unterwegs stiegen wir aus, spazieren der Strecke entlang – die Gegend ist wirklich nett – und nahmen dann wieder das nächste Tram. In der Stadt stiegen wir nochmals aus und schauten dem Gleiswechsel auf die Standseilbahnstrecke zu. Sowas kann man schon machen, wenn ein 20-Min-Takt angeboten wird.

Dann ging es doch einmal Richtung Hafen, wo wir ein bisschen dem Aus- und Einlaufen von zwei Kreuzfahrtschiffen zugeschaut haben. Irgenwann hatten wir aber definitiv hunger und gingen bei der Hosteria Malcanton bei Fisch zu Tisch.

Das war Woodys Tag

 

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Samstag, 27. Februar 2016: Rückreisetag

Wir erwachen kurz bevor der Wecker läutet. Als erstes gönnen wir uns eine letzte Jogging-Runde auf der Promenade nach Los Christianos. Schön ist's … Ende Februar kurzärmlig joggen zu gehen. Wir haben Spass und geniessen die ruhige Zeit des Morgens. Am Ende der Laufstrecke stretchen wir ausgedehnt, werfen einen letzten Blick auf den Teide und lassen die ersten Sonnenstrahlen auf uns einwirken.

Danach gehen wir ein letztes Mal zum reichhaltigen Frühstücksbüffet und bedienen uns nach Herzenslust. Wobei die leckeren Früchte auch heute der Renner sind.

Zurück ins Zimmer. Duschen, packen, auschecken und nach einer kurzen Wartezeit holt uns kurz vor elf der Bus zum Flughafen ab. Bis wir dort ankommen dauerst es aber rund eine Stunde, da wir wiederum unzählige Hotels anfahren, um andere Rückreisende abzuholen. Der Check-in und die Sicherheitskontrolle verlaufen einwandfrei. Martin besteht auch die zusätzliche Sprengstoff-Kontrolle.

Wir essen noch eine Kleinigkeit und können kurz darauf in die Airberlin Maschine einsteigen, wo wir unsere Fensterplätze beziehen. Der Flug verläuft ruhig und die Reisezeit nutzen wir um Reisetagebuch zu schreiben.

Und schon sind wir nach einer schönen und erholsamen Woche Ferien wieder zurück in Bern.

 

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Freitag, 26. Februar 2016: Die Füsse im Meer!

Damit ich in die Aare steige, muss sie mindestens 20 Grad haben. Damit ich in den Atlantik gehe, muss er auch eine kuschlige Wärme ausstrahlen, damit wir Freunde werden. Aber heute, am letzten ganzen Tag auf den Kanaren ging ich auch ins Meer. Während Bettina wie gewohnt ganz reinging, war bei mir 'knietief' schon das Ende der Fahenstange… Aber im Meer war ich! Sonst wären es keine 'Badeferien' gewesen, oder?

Dies passierte am Nachmittag. Wir haben den heutigen Tag bewusst als 'Relax-Tag' bezeichnet. Nochmals Wärme tanken und diese nach Hause mit in den Februar nehmen… Eine Joggingrunde am Morgen musste aber sein, dieses Mal ein wenig eine längere Strecke, quasi die Königsetappe. Dann einfach mal fläzen und nichts machen. So wie Ferien sein sollten, mit dem Höhepunkt des erwähnten 'Meeresbades'. Den Strandtag schlossen wir mit einem Spaziergang zum Nachbardorf La Caleta ab. Früher ein Fischerdorf, nun eine Betonwüste. Und es wird munter weiter gebaut…

Die Ente mit ihren Jungen konnten wir auch nochmals sehen. Es sind immer noch alle 13 Kids dabei… Vielleicht machen die ja auch in diesem Hotel Ferien?

Da uns letztes Mal das Tepanyaki so gut gefallen hat, kehrten wir dort nochmals ein (ja, wir haben uns angemeldet) und haben noch einmal sehr gut gegesssen.

 

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Donnerstag, 25. Februar 2016: Teide wir kommen (2. Anlauf)

Der anbrechende Tag vertreibt den Schlaf. Wir werden durch Vogelgezwitscher und Meeresrauschen (und zwar echtes Meeresrauschen und nicht wie zu Hause aus dem Wecker) wach. Spontan entscheiden wir uns, ein Auto zu mieten und Richtung Teide zu fahren. Nach dem Frühstück suchen wir direkt die Autovermietung auf der dem Hotel gegenüberliegenden Strassenseite auf. Sie haben tatsächlich noch einen VW Golf zur Verfügung und nachdem alle Formalitäten erledigt sind, geht’s auch schon los. Die Strasse steigt steil an und wir schaffen rasch eine grössere Distanz zum Meer. Es hat viele Velofahrer, welche die Teide-Erklimmung als eine Art Königsetappe bei diesem schönen Wetter unter die Räder nehmen. Wir lassen die trockene, steppige Landschaft hinter uns und kommen bald in einer Bergwald-Region an. Wir legen einen kurzen Panorama-Geniess-Stopp ein. Es windet recht stark und plötzlich lässt eine Windböe einen grossen Pinienzapfen auf die Strasse – fast vor unsere Füsse – fallen.

Ein Riesen-Zapfen, den wir natürlich mitnehmen. Wir fahren weiter und kommen durch verschiedene kleine Bergdörfer (Arona, Vilaflor). Wobei in einigen dieser Dörfer Wein kultiviert wird. Die Strasse führt kurvig weiter Richtung Teide. Erste Schneefelder machen deutlich, dass es wirklich noch Winter ist. Und dann steht er vor uns, der Teide in seinem Winter-Schnee-Gewand. Fast majestätisch mit seiner unverkennbaren Kraterform erhebt er sich aus der Landschaft. Wir erweisen ihm die Ehre (Aussichtspunkt: Mirador Boca de Tauce), fötelen und schneebällelen ein wenig herum, bevor wir unsere Reise fortsetzen. Wir fahren auf der TF21 weiter. Der Verkehr wird dichter und schon bald stehen wir im Stau. Teide-Stau, na prima. Wir fahren weiter bis wir von einem Herrn der Guardia Civil erfahren, dass die Strasse bloss bis zur Seilbahn bzw. dem dazugehörigen Parkplatz offen ist, eine Weiterfahrt in den Norden aber nicht möglich ist. Aha, so ist das. Wäre manchmal noch hilfreich, wenn man das schon eher wüsste. Man könnte den Hinweis auf einem Strassenschild dem reiselustigen Publikum kundtun oder auf der offiziellen Teide-Homepage vermerken. Aber es geht natürlich auch ohne.

Da wir nicht mit der Seilbahn auf den Teide fahren wollen und nun wissen, dass die eindrückliche Fahrt über den Bergrücken in den Norden nicht möglich ist, entscheiden wir uns zurück zu fahren. Aber oha lätz: Da haben wir die Rechnung ohne den educational experienced Master of Traffic Instruktion der Guardia Civil gemacht. Als Martin den Wagen gewendet hat, faltet ihn der Polizist nach allen Regeln der Kunst zusammen als hätte Martin zu diesem was Nettes über seine Schwester gesagt. Dabei hat Martin einfach den Wagen zu spontan und natürlich nicht an dem vorgesehenen Wendepunkt gewendet. Nachdem der Herr der Guardia Civil fertig gerumpelstilzelt hat, dürfen wir weiter fahren. Wir fahren einen Teil des Wegs wieder zurück, nehmen dann aber die Abzweigung nach Garachico.

Wir durchfahren die Stadt auf der Nordseite der Insel und nehmen Kurs auf die Stadt Buonavista. Aus unserem Reiseführer erfahren wir, dass es in der Stadt eine der besten Confiserien der Insel gibt. Wir fahren in die Stadt, parken in der Nähe der Kirche und stellen fest, dass Martin das Auto direkt vor eben dieser Confiserie El Aderno hingestellt hat. Wir treten in das unscheinbare Geschäft ein, das so gar nichts mit unseren Confiserien in der Schweiz gemeinsam hat. Beide wählen wir ein feines Stückchen aus, das wir gleich vor Ort geniessen. Wunderbar, echt lecker. Über eine holprige Strasse direkt an der Felsküste (x Schilder warnen vor Steinschlag) geht’s weiter zum Leuchtturm am östlichsten Punkt der Insel, beim Punta de Teno.

Der Wind ist extrem böig. Man muss gut aufpassen, dass es einem nicht umweht. Ich kann mich nicht daran erinnern, sowas schon einmal erlebt zu haben. Wir fötelen (diesmal von der nördlicheren Seite der Felsküste zurück nach Puerto Santiago, von wo aus wir am Dienstag auf der Bustour die Felsenküste Richtung Norden fotografiert haben), lassen uns den Wind um die Ohren fegen und geniessen den Moment. Es ist schon späterer Nachmittag und wir beschliessen zurück in den Süden und zum Hotel zu fahren. Das letzte Teilstück der Autobahn ist wie für uns frei geräumt. Wir kommen zügig vorwärts. Martin, der Navigator schlechthin, spürt auch eine Tankstelle auf, da wir das Auto wieder voll betankt abgeben müssen. Daes ich ihn davor abhalte, diese anzufahren – ich stelle mir vor, dass es doch noch eine noch näher liegende Tankstelle geben müsse – führt dazu, dass wir einen Zusatzloop fahren müssen, um dann doch bei der ursprünglich angepeilten Tankstelle zu tanken. Sorry, Martin – my dear.

Zurück im Hotel starten wir einen Versuch, unangemeldet im Restaurant La Tosca essen zu gehen. Die Empfangsdame nimmt unser Anliegen entgegen, sagt aber, dass sie zuerst „the boss“ fragen müsse, ob dies möglich sei. Ihre spontane Reaktion lässt vermuten, dass dies möglich sein sollte. Sie fragt „the boss“ und dieser lässt ausrichten, dass wir uns beim Privilege-Service zuerst anmelden müssten. Der Service steht täglich nur bis 16.00 Uhr zur Verfügung. Wir bitten daher die Dame uns die angefangene Flasche Wein mitzugeben, die wir dort noch haben, da es unser letzter Abend sei, den wir noch im La Tosca hätten verbringen können (für den Freitag haben wir bereits eine Reservation im Sakura). Und siehe da, plötzlich kommt „the Boss“ himself, schüttelt artig Pfötchen und lässt uns einen Tisch geben. Die Empfangsdame lässt uns die Wahl, ob wir drinnen oder draussen speisen wollen. Sie seien heute Abend nicht so busy lol.

Wir lassen den Abend bei einem feinen Fischessen und einem guten Glas Wein ausklingen. Und „for you my friends“ gibt’s zum Schluss noch ein von „the Boss Francis“ offeriertes Glas Prosecco. Man kommt als fremde Eindringlinge ohne Reservation und geht als Freunde – so geht das.

Bevor’s zurück ins Zimmer geht, kriegt das kleine schwarze Büsi, das den ganzen Abend mit grossen Äugli um was Feines gebettelt hat, noch ein Stückli Fisch, das ich für ihn’s auf die Seite gelegt habe.

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Mittwoch, 24. Februar 2016: Shopping

Der Morgen startete mit einer hübschen Überraschung: Auf dem Hotelgelände spazierte eine Ente auf dem Rasen – und hatte 13 schnatternde Junge in ihrem Schlepptau. Ob sie diese wohl alle durchbringt? Hoffen wir doch, dass die Natur in der Geborgenheit der Hotelanlage dafür sorgt, dass es klappt. Nach einer Joggingrunde und einem ausgiebigen Frühstück ging es gegen Mittag mit dem kostenlosen Hotelshuttle nach Playa de las Americas. Auch hier mussten wir die Fahrt vorreservieren und erhielten sogar Tickets dafür. Es ist eben alles Tipptopp organisiert hier 🙂

Irgendwo in Playa de las Americas war Endstation. Gleich gegenüber befand sich ein MANGO-Shop, wo ich ein paar Kleider einkaufte. Rebajas gaben sie hier, und das nicht zu knapp. Plötzlich wurde uns klar, dass wir wohl in den nächsten Stunden nicht mehr shoppen konnten, denn um 13:00 beginnt die Siesta – und Bettina hatte noch nichts gefunden… Die unzähligen Shopping Centers hatten jedoch keine Siesta und nach einigen Minuten zu Fuss erreichten wir ein solches. Dieses war jedoch ausser einem Perlenladen 🙂 auch nicht soooo ergiebig.

An der Bar im Shopping Center tranken wir was, lutschten an ein paar Oliven und liessen die Siesta runterlaufen. Anschliessend gings durch Playa de las Americas durch in Richtung Meer. Die Promenade, welche vor unserem Hotel durchgeht, führt auch hier durch und wird uns wohl nach Hause bringen. Und hier hatte es auch Läden, wo Bettina was fand. Ich schlug auch noch einmal zu und deckte mich wieder mal mit ein paar Sonnenbrillen ein…

Dann ging es endlich zu Fuss in Richtung Hotel, mit einem Auge immer der Teide im Hintergrund vor den Augen. Und plötzlich fiel uns ein, dass wir heute Abend ja unseren Tepanyaki Termin Version 2.0 hatten… Zu Fuss werden wir es wohl nicht rechtzeitig schaffen. Und in Flip-Flops rennen ist auch nicht die beste Wahl. Da weit und breit kein Taxi verfügbar war, gingen wir ins nächste Hotel und fragten, ob sie eines für uns bestellen konnten – was sie für ein Trinkgeld von einem Euro auch machten und wir kamen rasch Richtung Adeje.

So kamen wir rechtzeitig ins Hotel und hatten sogar noch den Luxus, uns ein bisschen frisch zu machen. Punkt 18:25 standen wir vor dem Sakura und erhielten unsere Plätze bei einer österreichischen Achtergruppe zugewiesen. Das Tepanyaki war eine witzige Kochshow mit sehr vielem Hokus-Pokus und Tam-Tam. Aber nicht nur die Show war gut, sondern auch das Essen war sehr lecker. Natürlich mussten wir um 20:00 draussen sein, da die nächste Tepanyaki-Session um 20:30 Uhr beginnt. Habe ich schon erwähnt, dass hier alles tipp-topp organisiert ist?

 

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Dienstag, 23. Februar 2016: Teide wir kommen … Oder auch nicht (1. Teil)

Um 06.45 Uhr läutet der Wecker. Duschen, packen und schon befinden wir uns als early birds im El Jable Restaurant um zu frühstücken. Gegen 08.30 Uhr fährt bereits der Reisebus vor, mit dem wir heute eine Teneriffa-Rundfahrt unternehmen.

Los geht's. Vorerst gibt's noch eine kurze Hotel-Tour, um die restlichen Mit-Ausflügler einzusammeln. Bereits nach zwei Minuten Reise nervt sich der Herr Zeller zum ersten Mal über die Reiseleiterin. Das will was heissen. Zumal uns die gute – den ganzen Tag namenlos bleibende – Reiseführerin erst danach in einem Nebensatz darüber informiert, dass die Strasse zum Teide gesperrt und daher der Teide nicht angefahren werden könne. Oha lätz – Pech gehabt.

In Puerto de Santiago gibt's einen ersten Fotostopp. Bevor wir uns durch eine wild-wuchtige Landschaft auf in Richtung Masca machen. Ein kleiner Weiler, der erst ab 1996 mit einer Strasse erschlossen worden ist. Wir spazieren zwischen den Häusern durch, machen Fotos der vielseitigen Pflanzen (u.a. blühende Mandelbäumchen) und trinken einen Espresso. Danach geht die Fahrt weiter via Garachico nach Icod de los Vinos. Wir besuchen ein Haus im typischen Baustil der Region mit einem luftig angenehmen Innenhof. Vermarktet wird Icod als „Stadt des Drachenbaums“ und tatsächlich ist der rund 600 Jahre alte Drago einen Blick wert: Mit seiner runzelig-brüchigen Rinde und der rankenden Äste-Vielfalt erscheint er als Vegetations-Greis, der wohl schon so einiges im Städtchen gesehen und gehört hat.

Vor ihrer Zeit als Reiseführerin war unsere namenlose Tour-Guide wohl Lehrerin. Sie spricht Educacion wirkend auf die Gruppe ein, führt diese aber so unkoordiniert, dass wir in der Provinzstadt Icod zum ersten Mal einige Gruppenmitglieder verlieren. Es dauert seine Zeit bis wir wieder komplett sind. Die Karawane zieht weiter nach Puerto de la Cruz, wo wir 90 Minuten Aufenthalt haben. Wir essen eine Kleinigkeit und bummeln noch kurz durch das Städtchen. Unsere Begeisterung hält sich in Grenzen. Hochhäuser, in die Jahre gekommene Hotels, unzählige Baustellen. Für einen Besuch des alten Ortszentrums, das gemäss Reiseführer bedeutend schöner sein müsste, reich es uns leider nicht. Unsere Tour geht weiter nach La Orotava. Die herrschaftliche Stadt in 340 Metern Höhe liegt mitten im fruchtbaren Hangtal Valle de Orotava. Mit ihren engen Strassen ist sie ein Schatzkästchen adeliger, kirchlicher und bürgerlicher Architektur – hier liessen sich nach der Eroberung Teneriffas Konquistadoren und Grossgrundbesitzer nieder. Wir besuchen das Balkon-Haus eines gewissen Herrn Schönfeld und verweilen dort viel zu lange, so dass es nur noch für einen kurzen Sprung in die wunderschön-mystische Kirche Convento de San Augustin reicht. Schade … und um ein Haar verlieren wir und ein anderes Paar die Reisegruppe.

Danach geht's wieder zurück in den Süden. Bei einem Restaurant oberhalb von Garachico, von wo wir einen prächtigen (Wort, das unsere Reiseführerin heute gefühlte 500 Mal benutzt hat) Ausblick auf die Stadt und das Meer haben, trinken wir einen Kaffee. Auf direktem Weg geht es anschliessend zurück an die Adeje-Küste.

Fazit: Die Tour war eher eine Promo-Fahrt und die Kirsche auf der Promo-Torte war eine schier endlos leiernde Reiseführerin, die mit ihren sich wiederholenden Informations-Monologen nur nervte. Zwei, drei Infos waren wertvoll und hatten Neuigkeits-Charakter. In den fast 11 Stunden haben wir trotzdem viel gesehen, so dass wir den Ausflug doch weitgehend geniessen konnten. Und: mit Martin macht's immer Spass 🙂 .

 

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Montag, 22.2.2016 (wegen den vielen Zweien mal so geschrieben): Vamos a la playa II

Badeferien.

Drum heute wieder mal ein Strandtag.

Aber zuerst wollten wir die Strandpromenade joggenderweise ausprobieren. Am Vorabend den Wecker auf 6:30 gestellt, erwacht – und festgestellt, dass hier um diese Zeit noch dunkelste Nacht ist. Also nochmals umdrehen und weiterdösen und dann kurz vor acht im Joggingdress auf der Strandpromenade. Absolut toll und erfrischend war diese Joggingstunde mit dem Meer als Begleiter. Und wenn ich sehe, wer hier alles joggt, kann ich davon ausgehen, dass ich noch gut und gerne 43 Jahre noch weiterjogge… Aber bei hoffentlich besserer Körperhaltung (*Lästermodus aus*).

Danach duschen und Frühstück und einen Abstecher ins nahegelegene Centro commercial, um was für zwischendurch einzukaufen.

Und dann wieder an den Strand und die Bücher und Heftli lesen, welche wir hierher geschleppt haben. Das tolle an diesem „Privileg“-Strand ist, dass rund stündlich Leckereien vorbeigebracht werden, wie z.B. Früchtespiesse oder Fruit-Smoothies. So merkt man, wie die Zeit vergeht… 🙂

Ein Nichtstuer-Tag kann Spass machen. Und so blieb am Abend noch ein Buffet-Nachtessen und anschliessende Nachtruhe.

 

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Sonntag, 21. Februar 2016: Vamos a la playa

Heute durften wir das Frühstück im Restaurant Tosca geniessen. Mindestens 24 Stunden im Voraus hat man das Erscheinen anzumelden. Gestern nach Ankunft konnten wir dies noch grad machen, auch ausserhalb der 24h-Regel. Wir haben uns bei der Buchung für das „Privilege“-Paket entschieden und so können wir im Tosca einkehren. Aber man muss sich anmelden. Gestern haben wir nach der Ankunft noch einen Platz im Sakura gebucht, dem hoteleigenen Tepanyaki-Restaurant. 19:00, punkt… Und um 18:30 treffen wir uns mit der Reiseleitung, die uns noch unglaubliche Tipps geben will – und uns natürlich noch ein paar Ausflüge verkaufen will. Das ist das durchgetaktete Leben von Pauschaltouristen.

Nach dem Frühstück machten wir einen längeren Spaziergang an der Strandpromenade Sie geht von La Caleta bis zur Playa irgendwas und soll mit 16 km die längste Strandpromenade Europas sein (die 12 km lange Strandpromenade auf Usedom gilt auch als die längste Europas… Vermutilich die längste länderübergreifende…). Wir waren nicht die einzigen Touristen, welche die Promenade benützten, sie war recht voll mit Joggern, Velofahrern und Spaziergängern, die sich an Hotelbunkern aber auch an gemütlichen Strandbeizchen entlang treiben liessen.

Irgendwann kehrten wir um und gingen wieder ins unseren Hotelbunker. Wir liessen uns am „Privilege“-Poolabschnitt in der Anlage nieder und genossen den Gitteblick aufs Meer. Wettermässig nicht grad „grand beau“, aber trotzdem schön warm. Am späteren Nachmittag Rückzug aufs Zimmer, ausruhen, Näschen pudern und bereitmachen für den 18:30- bzw für den 19:00-Termin.

Die Reiseleiterin, welche wir schon am Flughafen sahen und sich noch einmal für den fehlenden Transfer vom Flughafen zum Hotel entschuldigt hat, übergab uns ein paar Landkarten der Insel, welche wir schon hatten und gab uns Informationen, welche wir schon kannten. Wir buchten bei ihr für Dienstag eine „Grosse Inselrundfahrt mit Teide“ und gingen anschliessend ins Sakura zum Tepanyaki-Anlass. Leider fand der ohne uns statt, da wir uns scheinbar in der Zeit geiirt haben. Nicht um 19:00 sondern bereits um 18:30 hätten wir dort sein sollen. Und ein späteres Mitessen sei nicht mehr möglich. Nun, was machen? Kein Sakura, im Tosca nicht reserviert… Verhungern? Nein, es gab noch das Buffet-Restaurant „El Jable“, wo wir uns mit all den anderen Gästen die Schlacht am Buffet lieferten. Wobei: es war sehr gesittet und das Esses sehr fein!

 

 

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Samstag, 20. Februar 2016: Ab an die Wärme

Nordnorwegen wäre Zieldestination unserer Februarferienwoche gewesen. Ursprünglich. Aber dann hatten wir doch Lust auf ein bisschen Wärme (also richtige Wärme und nicht auf „ein bisschen zu wenig kalt für einen strengen Winter“) und buchten Teneriffa. Wir buchten das erste Mal seit Jahren klassisch: Hotelplan-Angebot online angeschaut und eine Pauschalreise gebucht.

Pünktlich hob unser Swiss-Flug operated by Edelweiss in Zürich ab. Aus den geplanten 4h30 Stunden Flug wurden wegen starkem Rückenwind ein 3h45-Flug. Uns soll es recht sein. Die Verpflegung war mit Hackbraten, Härdöpfelstock, Erbsli und Rüebli sehr schweizerisch und gut. Die Bordunterhaltung haben wir selber mitgenommen und so verging der Flug wie im Flug und wir landeten sanft auf Teneriffas Süd-Flughafen.

Obschon der Flughafen recht modern war, konnten wir nicht bei einem Dok aussteigen sondern erhielten ein Aussenfeld mit Bustransfer. Toll war es, beim Aussteigen die Wärme zu spüren. Das waren doch gut 20 Grad Differenz zur Heimat! Die ganze Ankunft inklusive Gepäckbezug war sehr rassig und schon bald standen wir am Schalter 11, wo wir uns für unseren Hoteltransfer zu melden haben. „Bitte an Schalter 2 melden“ war die Botschaft an Schalter 11 und an Schalter 2 sagten sie uns, dass sie vergessen haben, den Transfer für uns zu organisieren. Wir können aber gerne mit dem Transferbus bei Perron 21 mitfahren, der geht auch zu unserem Hotel. Hmmm, ok… Und was haben wir denn gebucht statt einen solchen Transfer? Nun, der Bus brachte uns und all die anderen Feriengäste nach gefühlten rund 15 Hotelanfahrten zu unserem Hotel, dem H10 Adeje Palace in Adeje. Die Gegend hier ist übrigens absolut verunstaltet und schlimm. Sehr viele Hotels und Appartements. Die ganze Küste ist zubetoniert. Aber teilweise sieht man zwischen den Häuserzeilen sogar das Meer 🙂

Auch unser Hotel ist ein grosser Schuppen und macht einen guten Eindruck. Wir erhalten ein Zimmer auf de 5. Etage mit seitlicher Meersicht. Das Zimmer ist ganz ok und passt für eine Woche gut. Nach dem Einräumen der Sachen ist schon bald Nachtessenszeit und wir essen im hoteleigenen Restaurant Tosca fein Znacht.

Das Fenster können wir bei diesen Temperaturen während der Nacht offenlassen.

 

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