Samstag, 1. Juni 2019: Abschlussfahrt

Heute ist schon der letzte ganze Tag unserer diesjährigen Auffahrtsreise. Aber natürlich gibt es heute noch ein paar Highlights, die wir besuchen.

Wir starten in in Leipzig und fahren direkt nach Dessau Hbf. Kunstliebhabern ist diese Stadt bekannt als Zentrum des „Bauhaus“-Stils. Uns ist aber nicht nach Kunst zumute, sondern nach Eisenbahn. In Dessau fährt im Sommer jeweils der einzige doppelstöckige Schienenbus nach Wörlitz, durchs UNESCO-Welterbe dieses Gartenreichs. Wir sind rechtzeitig dort, dass wir die Plätze im oberen Stock „front row“ beziehen können – aber die sind schon besetzt… Dann gehen wir halt nach unten neben den Lokführer.

Unterwegs mit der Fürstin Louise

Die Dessau-Wörlitzer Eisenbahn hat zwei solche Schienenbusse im Fahrzeugpark, die Fürstin Louise und der Fürst Franz. Diesen beiden ist die gigantische Gartenanlage zwischen Dessau, Oranienburg und Wörlitz zu verdanken. Wir reisen heute mit der Fürstin, fahren auf alten Gleisen nach Wörlitz, machen einen Abstecher durch die Stadt (der Weg dorthin ist nicht unbedingt sehenswert…) und reisen mit dem gleichen Zug wieder zurück nach Dessau.

Ab Dessau geht‘s weiter über Halle (Wortspiel: Die Bahnhofhalle in Halle 🙂 ) nach Naumburg. Hier soll sich ein historischer Stadtkern befinden und ein hübscher Dom. Hier befindet sich aber auch die kürzeste Strassenbahn Deutschlands, die Naumburger Strassenbahn. Mit gerade mal 2.9 km Streckenlänge ist sie doch sehr überschaubar und war lange Zeit immer wieder Gegenstand von Aufhebungsdiskussionen. Der damalige Geschäftsführer von „Moonliner“, dem Berner Nachtbusnetz, stieg in Naumburg als Co-Geschäftsleiter ein und half mit, die Strassenbahn auf ein solides Fundament zu stellen. Heute ist sie Teil des Verkehrsangebots aber auch des Tourismus. Hier sind Fahrten mit alten ex-DDR-Strassenbahnen verschiedener Bauarten möglich. Wir kamen rechtzeitig zum Depot, wo eine Depotführung angeboten wurde. Ein älterer Mitarbeiter konnte zu jedem Tram spannende Geschichten erzählen – früher in der DDR war alles besser, schlussfolgern wir. 

Gotha-Tram bei der Endstation „Salztor“

Wir nehmen uns Zeit und fahren das ganze Netz der Strassenbahn ab 🙂 . Aber schon bald sind wir wieder am Bahnhof Naumburg und warten auf unseren Zug zurück nach Leipzig. Wir schliessen den letzten Abend unserer diesjährigen Reise in einem italienischen Restaurant im Zentrum Leipzigs ab. Leider waren weder Service noch Qualität der Speisen einem Abschlussabend würdig. Aber vielleicht gibt es ja noch ein weiteres Mal.

 

 

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Freitag, 31. Mai 2019: Leizpig. Also nein, Leipzig.

Heute war Transfertag. Und Nachholtag. Und wir konnten beides vereinigen. Zuerst fuhren wir nach Radebeul Ost, wo wir auf die Lössnitzgrundbahn umstiegen. Radeburg und zurück war wohl die letzte Dampffahrt auf unserer Reise. Auch diese Strecke ist wieder toll, geht durch den Wald, über Dämme, Seen entlang und so weiter… Wer mal in der Gegend von Dresden ist, kann diesen Halbtagesausflug ab Dresden machen. Ist wirklich toll.

Liebliche Gegend…

Zurück in Radebeul Ost fuhren wir weiter nach Leipzig Hbf. Der Zug heisst Saxonia-Express und offeriert stündlich eine Verbindung zwischen Dresden und Leipzig und ist die schnellste Verbindung. Kurz vor 14:00 Uhr fuhren wir schon in Leipzig Hbf ein. Der Bahnhof ist eindrücklich. Ganze 26 Gleise überspannt die Bahnhofhalle. Und ich meine gelesen zu haben, dass Leipzig der grösste Bahnhof Europas sei. Und wenn ich in Leipzig bin erinnere ich mich immer an einen Schulkollegen, der mal in einem Vortrag über die DDR immer von Leizpig gesprochen hat. Wechstaben verbuchseln. Kann vorkommen, war aber in diesem Fall sehr nachhaltig… 🙂

Durst löschen in Radeburg

Wir checkten im InterCity Hotel (ICH) ein. Dies ist wirklich grad ums Eck beim Bahnhof. Dann hatten Woody und ich getrenntes Programm: Woody ging ins Museum der bildenden Künste MDBK, ich ging in ein Aussenquartier zum Coiffeur. Ein orientalischer Frisör,  mit Gesichtspflege und allem. Entgegen meinen Erfahrungen hat dieser meine Erwartungen nicht erfüllt. Er hat nicht mehr gemacht, als es meine kurdischen Syrer in Bern machen (oder syrischen Kurden). Zumindest sah ich jetzt wieder wie ein Mensch aus 🙂

Nach dem Coiffeur fuhr ich noch ein bisschen (ziellos) mit dem Tram umher. Nebst ziemlich modernen Trams gibt es auch Trams der tschechoslowakischen Tatra-Fabrik. Woody und ich nennen diese jeweils Tatratrams (gäbe bei Scrabble viele Punkte…). Irgendwann merkte ich, dass ich massiv ausserhalb des Zentrums gelandet bin, sodass eine Ankunft im Hotel auf 18:00 nicht mehr realistisch war… Aber kurz vor 19:00 Uhr war ich dann beim Hotel. Woody holte mich bei der Tramstation ab und wir gingen noch in der Innenstadt essen. Diesmal nicht italienisch, sondern lokal. Deftig war es – und gut!

Tatratram in Leipzig

 

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Donnerstag, 30. Mai 2019: Saufen. Bis zum umfallen

Heute ist Auffahrt. Wobei es in Deutschland an diesem Tag eher unchristlich zu- und hergeht. Sie sagen dem „Vatertag“. Man kann heute also Heerscharen von Männern antreffen. Alle immer sehr fröhlich und laut. Man darf sich nicht daran stören, dass um 9:30 schon Bier getrunken wird. Dies vorneweg zu unserem Tag (ja, wir hatten zwei Bier 🙂 ). Der Start in Dresden Hbf und die Fahrt nach Flöha waren unspektakulär. In Flöha stiegen wir in den Zug aus Richtung Chemniz um, und der War schon sehr voll. Also wirklich voll. Und viele hatten ein Fahrrad dabei und es gab Momente, als ich bei Halten auf Zwischenstationen dachte „hier kriegst du nicht mehr ein Rad rein“. Aber sie schafften 10… Überflüssig zu sagen, dass durch die längeren Halte auf den Zwischenstationen der Zug immer mehr Verspätung kassierte…

Historischer Bus

In Wolkenstein stiegen wir aus und um. Weiter ging‘s mit einem historischen Bus aus den 70er der Firma Fleischer aus der ex-DDR. Der Fahrer hatte unseren Anschluss abgewartet, sonst wäre er wohl leer gefahren. 10 Minuten Verspätung hatten wir. Die Fahrt führte bei bestem Wetter übers Land, blühenden Rapsfeldern entlang, nach Steinbach. Und hier hätten wir wiederum Anschluss auf den Dampfzug nach Jöhstadt gehabt. Hätten. Weil der hat nicht gewartet… Tagesprogramm schon um 10 Uhr im Eimer! Wir wären gerne nach Jöhstadt und zurück, dann ab Steinbach wieder mit dem historischen Bus nach Wolkenstein, dann nach Cranzahl zur Fichtelbergbahn, mit Dampf nach Kurort Oberwiesenthal und zurück und dann gegen 19:00 in Dresden…

Steinbach bei Jöhstadt

Dieses Mal hatten wir einen „Plan B“. Der hiess „entschleunigen“… Wir fuhren mit der nächsten Möglichkeit von Steinbach nach Jöhstadt und machten dort eine längere Pause. Wurst und Bier trinken essen, Lokdepot anschauen, Leute beobachten. Dann wieder nach Steinbach und quasi das gleiche Programm wie in Jöhstadt durchziehen. 

Kohle fassen in Jöhstadt

Um viertel vor drei fuhr wieder der historische Bus und wir fuhren über Wolkenstein und Flöha wieder nach Dresden. Die Leute haben sich verflüchtigt und wir konnten sogar im Zug sitzen. 

Heute kamen wir das letzte Mal auf dieser Reise in Dresden an. Morgen ist eine andere Stadt unser Tagesziel. Wir sehen später, welche. Unser Abschiedsessen hatten wir heute beim „Classico Italiano“ bei der Frauenkirche. Hier assen schon „Promis“ wie Kai Pflaume, Kai Ebel, Woody und ich… Lecker war‘s!

Kai Pflaume war auch schon dort


Die Geissens sowieso… Rooooobert…


Formel 1-Kenner Kai Ebel auch!

 

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Mittwoch, 29. Mai 2019: Zwickau? Zittau? Mann, warum heissen die Orte fast gleich?

Der Ehrgeiz auf unseren Auffahrtsreisen ist recht hoch. Möglichst viel sehen. Wir sind gut durchgeplant. Minutenscharf. Aber wenn es in die Hose geht, müssen wir spontan einen Plan B haben. Der hat gestern gefehlt. Somit müssen wir den gestrigen Tag in Bezug auf die fehlenden Elemente heute nachholen 🙂 .

Wir starten in Dresden Hbf und fahren der Elbe entlang südwärts bis Bad Schandau. Hier klappt der knappe Umstieg auf einen Zug der Deutschen Bahn, der aber mit Personal der Tschechischen Bahn geführt wird. Kooperationsverkehr nennen sie das hier. Wir starten Richtung Brücke über die Elbe, dann in den Wald in der Sächsischen Schweiz. Wildromantisch. Bei Sebnitz fahren wir über die deutsch-tschechische Grenze. Wir müssen in Mikulášovice dolni nádrazí umsteigen. Wegen Bauarbeiten hat es nur ein Gleis im Bahnhof und die Züge können nicht kreuzen. So fahren sie gegeneinander aufs gleiche Gleis, die Reisenden steigen um und die Züge fahren wieder in die gleiche Richtung zurück. Dann umsteigen in Rumburk. Rumgurken in Rumburk höhö… 🙂 Weiter gehts mit einem Zug der Tschechischen Bahn nach Rybnište, wo wir grad Anschluss haben auf einen Zug der Privatbahn Trilex (die fährt in Deutschland, Polen und in der Tschechischen Republik). Nun fahren wir durch bis Zittau. Hier haben wir fast eine Stunde Aufenthalt, bis es mit der Zittauer Schmalspurbahn weiter geht.  

Mächtige Tschechen

Im Bahnhof hat es einen Kiosk, wo man auch essen kann. Viele Einheimische beschränken sich aufs Trinken. Wohl den ganzen Tag lang mit einer Pulle Bier am Stehpult. Man verlässt den Ort nur, um draussen zu rauchen. Wir essen was, entscheiden uns für eine Soljanka. Eine Suppe mit allem drin. Gemüse, Wurst, Brot… Die Suppe ist das Teuerste im Angebot, € 2.20… Das Wasser dazu kostet € 0.85 plus Pfand. Die Suppe ist sehr gut und der Service freundlich.

Soljanka

Dann gehen wir zum Zwickauer Schmalspurbahnhof. Ach neee, Zittau, wir sind in Zittau! Wir nehmen den Zug der Zittauer Schmalspurbahn und fahren bis Kurort Oybin. Dort haben wir eine knappe Stunde Aufenthalt und wir besuchen das Museum der Schmalspurbahn. Schon fährt wieder der Zug talwärts und wir fahren bis Bertsdorf mit. Hier steigen wir erneut um und befahren die Stichstrecke nach Kurort Jonsdorf und zurück nach Bertsdorf. Von hier aus geht‘s zurück nach Zittau.

Mitten im Wald mit der Zittauer Schmalspurbahn. Frische Dampfluft inklusive…

Beim Kiosk machen wir einen Halt und probieren eine Wurst. Auch lecker 🙂 . Der Zug nach Dresden wartet auf Gleis 1. Dieses Mal fahren wir direkt nach Dresden. Meinen wir… Denn in Bischofswerda ist die Fahrt zu Ende. Streckensperre wegen Personenunfall. Ein Ersatzbus kommt nach 45 Minuten. In Arnsdorf steigen wir wieder auf den Zug um. Aber beim Bahnpersonal ist grosse Ratlosigkeit vorhanden. Wann fahren wir? Wohin fahren wir (ok, es gibt ja nur eine Richtung – die nach Dresden…)? Geschlagene 40 Minuten sitzen wir im Zug und nichts geht. Null Information. Auch wenn bei Personenunfällen bzw. ungeplanten Streckenunterbrüchen alles ein Bisschen komplizierter ist – in der Schweiz läuft das besser. Wir hatten 1h35 Verspätung bei der Ankunft in Dresden. 

Es reichte noch, im L‘Osteria ein feines Znacht zu essen. 

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Dienstag, 28. Mai 2019: Programmänderung

Das Hilton ist eine gute Herberge. Wir haben zur Feier der Auffahrtswoche einen Aufpreis bezahlt und haben unser Zimmer im „Executive Floor“. Das Frühstück können wir in der Lounge einnehmen statt im Speisesaal. Tolle Sache!

Wir starten am Hauptbahnhof Dresden und fahren mit der S-Bahn nach Oschatz. Dieser Ort liegt zwischen Dresden und Leipzig. Wir kommen an und haben fast eine Stunde Zeit, bis unser Anschlusszug der Döllnitzbahn abfährt. Eine gute Gelegenheit, den aufgefrischten Bahnhof anzuschauen. Hier wurde ein „Mobilitätszentrum“ eingerichtet, wo man nicht nur Fahrkarten kaufen kann, sondern sich auch über touristische Angebote informieren kann und was kleines Essen. Das Ganze wurde im letzten November eröffnet und der frisch renovierte Bahnhof war wirklich hübsch. Im Mobilitätszentrum waren zwei Damen, eine die am Schalter war und eine, die diejenige am Schalter wohl instruierte. „Guten Tag, ich möchte gerne eine Tageskarte für 2 Personen mit der Döllnitzbahn.“ Sie drückt Tasten, es rattert, und mir wird mit der Bemerkung „12.30“ ein Billett auf den Tresen gelegt. Ich bezahle mit Karte, nehme das Ticket, verabschiede mich und gehe. Mein Gruss wird nicht erwidert. 

Bahnhof Oschatz der Döllnitzbahn

Ein paar Minuten später möchte ich auf die Toilette. „€0.50, Schlüssel im Mobilitätszentrum beziehen“ heisst es an der mit WC beschrifteten Türe. Ui, dann muss ich nochmal beim „Mobilitätszentrum“ vorbei… Ich habe das Kleingeld passend und mache mich auf den Weg. Ich erhalte den Schlüssel, begebe mich aufs WC und auch dieses war wunderbar saniert und pico-bello sauber. Es ist ein zwei Bereiche aufgeteilt: in einen Eingangsbereich, wo man die Hände waschen kann, und einen „Geschäftsbereich“, aufgeteilt fürs kleine und grosse Geschäft (sorry für die Details, ist aber für den Verlauf der Story wichtig!). Während im Händewaschbereich das Licht automatisch anging, ging im anderen Bereich das Licht nicht an. Es hatte für mein Bedürfnis (hahaha – doppeldeutig) zu wenig Licht. 

Idylle im Bahnhof Mügeln

Nach dem Geschäft brachte ich den Schlüssel zurück und bemerkte, dass das Licht in der Herrentoilette defekt ist. Wortlos nahm sie diese Info entgegen. Wir lümmelten noch ein Wenig im Bahnhof rum, als ich sah, dass sie kontrollieren ging, ob das Licht wirklich defekt ist. „Lischt geht“ – „Ja, vorne schon, hinten nicht“. Sie ging nochmals rein und stellte auch fest, dass das Licht hinten nicht funktionierte. Wir gingen zum Bahnhof raus, als wir von der Dame wieder zurückgerufen wurden: „Es hat einen Lichtsensor. Und gemäss diesem hatte es genügend Licht, sodass das Licht nicht eingeschaltet wurde. Ich habe dies auf der Damentoilette nachgesehen, da ist es genau so.“ – „Nun, mir war es zu dunkel. Da sollten Sie den Sensor neu einstellen.“ – „Nein nein, das läuft automatisch!“ – „Ok“. Die Moral von der Geschicht: Wenn du Schweigende aus der Reserve holen willst, sprich mit ihnen über Beleuchtungen in Toiletten…

Die Bahn von Oschatz nach Mügeln wird nur an Wochenenden mit Dampf geführt. Heute war eine Diesellok vorgespannt, welche älter ist als manche Dampflok in Sachsen: Sie ist von 1940 und wurde in Österreich gebaut. Die Fahrt ging nach Mügeln und einer Pause wieder zurück nach Oschatz. Wir waren quasi alleine im Zug, ausser einzelnen Schülern auf Teilstrecken. „Macht ihr nochmal eine Runde?“, fragte uns der Schaffner. „Nein, es geht weiter.“ – „Morgen müsst ihr kommen, dann haben wir den neuen Triebwagen vorgespannt!“ (wobei ‚neu‘ – der Triebwagen wurde 1995 gebaut…, ist aber erst seit November 2018 auf der Döllnitzbahn im Einsatz). – „Nein, morgen sind wir in Zittau“ – „Ach, (abschätzige Handbewegung) Zittau…“

Weiter ging‘s in Richtung Radbeul Ost. Leider war der Anschluss auf die Lössnitzgrundbahn sehr knapp, unsere S-Bahn ein bisschen verspätet, und der Anschluss ging flöten… Wir blieben einen Moment in Radebeul Ost, gingen in den REWE zum Kafi und machten am Bahnhof noch ein paar Fotos von durchfahrenden Güterzügen.

Trainspotting in Radebeul Ost

Irgendwann wollten wir Richtung Dresden, und da wir am Morgen eine Tageskarte für die Strassenbahn gelöst hatten, fuhren wir mit dem Tram ins Zentrum. Und da wir die Tageskarte nur fürs Stadtnetz gelöst hatten, mussten wir zuerst bis zum Ende der Tarifzone zu Fuss gehen, um ‚legal‘ zu fahren…

Die Fahrt durch die Vorstadt war cool. Im Zentrum sind wir ausgestiegen und ins Hotel gegangen. Hier gab es „befohlene Ruhe“. Am Abend gingen wir ins Ontario Steakhouse essen. Dies soll ein kanadisches Spezialitätenrestaurant sein… Das Essen war besser als die Bedienung. Zum Hotel zurück ging‘s ums Eck. Es war ein regnerischer, kühler Tag und wir waren froh, wieder ‚daheim‘ zu sein. 

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Montag, 27. Mai 2019: Künstlicher Wasserfall – auch das gibt‘s…

Wer hat gesagt, ich habe eine Woche Ferien? Denkste, weit gefehlt! Die Auffahrtsreisen sind Expeditionen. Action pur! Heute: Start um 7:05 ab Zwickau Zentrum. Wieder mit dem Tram-Train durch die Stadt an den Bahnhof Zwickau Hbf. Von hier aus geht‘s weiter mit einer Privatbahn und wir lösen ein Ticket. Am Automaten heisst es, dass wir €52.40 zu bezahlen haben. Hmmm, am Schalter verkaufen sie einem sicher ein Sonderangebot… Nein, dort kostet der Fahrausweis auch €52.40. Wenn wir erst ab 9:00 Uhr fahren würden, dann wäre das natürlich schon günstiger – aber nein, wir fahren jetzt sonst ist unser Tagesplan im Eimer. Noch kurz eine Frühstücksverpflegung kaufen und schon fährt der Zug ein.

In Tharandt steigen wir auf die Deutsche Bahn um und fahren zwei Stationen bis Freital-Hainsberg. Hier stiegen wir auf den Dampfzug der Weisseritztalbahn um. Die Bahn fährt erst seit knapp zwei Jahren wieder durchgehend bis Kurort Kipsdorf, seit dem Unwetter von 2002 war die Strecke unterbrochen bzw. war nur auf einer Teilstrecke in Betrieb. So konnten wir also nach Kurort Kipsdorf durchfahren – und dann auch wieder zurück. Die Strecke führt durch den Wald, der Weisseritz entlang und ist unglaublich hübsch. In Freital-Hainsberg angekommen machten wir noch ein paar Bilder, bevor es mit der S-Bahn zurück nach Dresden ging.

Weisseritztalbahn

Im Hauptbahnhof Dresden stellten wir unser Gepäck in ein Schliessfach und fuhren mit der S-Bahn elbaufwärts nach Bad Schandau. Hier ist der Bahnhof auf der anderen Elbseite als die Stadt, sodass wir vom Bahnhof nach Bad Schandau die Fähre nahmen. Nach einem kurzen Fussmarsch durch Bad Schandau erreichten wir die Haltestelle Bad Schandau Kurpark, von hier ging es mit einem Tram weiter ins Kirnitzschtal (schwieriges Wort). Hier in der Natur der Sächsischen Schweiz inmitten des Waldes ein Tram zu sehen, ist schon speziell… Wir fuhren nach Lichtenhainer Wasserfall, der Endstation zwischen Wald, Bach, Strasse und Felsen. Ein Restaurant komplettiert das Ensemble. Und neben dem Restaurant gibt es eine unglaubliche Sehenswürdigkeit: Der Lichtenhainer Wasserfall! Hier wird alle 30 Minuten ein Wasserfall inszeniert, mit Wasser aus einer Zisterne, welche geöffnet wird. Das Wasser stürzt über die Felsen – und nach knapp einer Minute ist alles wieder vorbei… Zu DDR-Zeiten nannte man diesen Wasserfall „Erichs Klospülung“ 🙂

Kirnitzschtalbahn

Nach einem Zvieri im Restaurant ging‘s wieder mit dem Tram nach Bad Schandau, mit der Fähre zum Bahnhof und mit der S-Bahn nach Dresden. Hier haben wir uns 4 Nächte im Hilton neben der Frauenkirche gegönnt. Ein Nachtessen im Restaurant „Dresden 1900“ , in welchem traditionelle Speisen serviert werden, rundete den gelungenen Tag ab.

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Sonntag, 26. Mai 2019: 10x umsteigen und schon ist man da!

Schweizer Fussballmeister 2018/2019: BSC Young Boys

6:32 ab Bern – verdammt früh… Wenn man bedenkt, dass am Vorabend Steve von Bergen sein drittes Profitor und sein erstes YB-Tor geschossen hat und YB den Meisterpokal für eine phantastische Saison erhielt – und ich live dabei war… Und eigentlich wäre heute ja noch die Meisterfeier mit Umzug durch Bern gewesen… Dann gehe ich nächstes Jahr wieder, findet ja alle Jahre statt…

Eigentlich wollten wir bereits um 6:02 fahren, aber wegen vorgesehenen Bauarbeiten mussten wir neu planen, somit 6:32, mit längerem Aufenthalt in Zürich, welchen wir zu einem ersten Kafi nutzten. Dann weiter Richtung Romanshorn. Aber ein Vorfall in Frauenfeld stellte plötzlich die ganze Anreise in Frage: Der Lokführer unseres Zuges vergass in Frauenfeld anzuhalten. Er hielt ein bisschen später. Zuerst diskutierte man, ob man zurück nach Frauenfeld fahren soll, aber dann entschied man sich, die Reise fortzusetzen und die Reisenden, die in Frauenfeld aussteigen wollten fuhren bis Weinfelden mit und von dort aus zurück. 10 Minuten Umsteigezeit aufs Schiff in Romanshorn waren auf dem Prüfstand…

Schlussendlich reichte die Zeit, um auf die Autofähre „Romanshorn“ daselbst umzusteigen. Die Bodenseeüberfahrt nach Friedrichshafen Hafen war gemütlich, wir verbrachten sie bei einem Kafi.

Das Schwäbische Meer

Auch der Anschluss in Friedrichshafen Hafen war knapp, aber es reichte gut. Die Fahrt nach Friedrichshafen Stadt betrug gerade mal 2 Min, aber abgesessen sind wir trotzdem…

Von Friedrichshafen Stadt ging’s weiter nach Lindau. Dem Bodensee entlang – aber nur geografisch. Wir sahen nix vom Bodensee, Wasser sahen wir erst, als wir über den Damm auf die Bahnhofsinsel in Lindau fuhren. Dort hatten wir eine halbe Stunde Aufenthalt. Aber der Bahnhof hat seine besten Zeiten schon länger durch. Keine Kafimöglichkeit, kein Imbiss…

Mit dem Zug dieselten wir anschliessend durchs Allgäu nach Augsburg, eine Viertelstunde später weiter nach Ingolstadt, der Heimat von Audi. Hier ging‘s weiter mit einen deutschen Qualitätszug, dem ICE. Wir haben erst beim Aussteigen in Nürnberg bemerkt, dass wir in einem ICE4 sassen, dem neusten Modell der ICE-Familie. Premierenfahrt ohne es zu realisieren…

„Sehr geehrte Fahrgäste, wir erreichen nun Nürnberg mit drei Minuten Vorsprung“, hat der Schaffner ausgerufen. Diese Zusatzminuten kamen uns zugut, denn wir hätten ursprünglich nur 6 Minuten Umsteigezeit gehabt. Die nächste Etappe ging nach Hof, dies war früher der letzte BRD-Ort vor dem Übergang zur DDR. Von Augsburg nach Ingolstadt mussten wir Fahrkarten lösen, da wir mit einer Privatbahn unterwegs waren und die Freikarten nicht gültig waren. Auch ab Hof mussten wir ein Billett lösen, aber am Automaten brachten wir das nicht fertig… „Fahrkartenverkauf im Zug“ hiess es sei möglich – also easy dachten wir. So richteten wir uns gemütlich im Zug ein und dachten, dass wir dann bei der Kontrolle den Fahrausweis käuflich erwerben werden… Über eine halbe Stunde nach Abfahrt kam die Schaffnerin vorbei, ich hatte das Portemonnaie bereit in der hehren Absicht das Billett zu kaufen. „Gun Tach, Faaaascheine biddö“ – „Wir haben noch keine und brauchen zwei Billette von Hof nach Zwickau“ – „Da muss ich Ihnen 60€ Zuschlag verrechnen“. Wenn ich merke, dass mein Kopf plötzlich wärmer wird, weil alles Blut nach oben schiesst, ist nicht gut. Für das Gegenüber. Seltenes Gefühl, kann aber vorkommen. Ich verwies auf die Anschrift im Zug, dass man sich unaufgefordert melden was ich gemacht habe. Und überhaupt, sie sei ganz vorne beim Zug gewesen (und mit dem Lokführer umegschnuret – aber das habe ich nicht gesagt). Dann wählte sie die deeskalierende Strategie des Rückzugs und sagte: „Machen Sie sich keeenen Kopp, wir kriegen das hin. Ich komm gleich nochmal vorbei“. Als sie Minuten später wieder vorbei kam, war der Zuschlag nicht ansatzweise mehr ein Thema. Sie verkaufte uns sogar ein „Guten Tag-Ticket 2. Klasse für 2 Personen“, mit welchem wir am Günstigsten fahren können. Und sie hat uns sogar noch Karten für die Strassenbahn in Zwickau verkaufen können und war sowas von nett sag ich euch… 🙂
Mein Tipp: „Augen auf bei der Fahrt mit der Mitteldeutschen Regio Bahn MRB“!

In Zwickau Hbf war der letzte Umstieg vorgesehen, auf die Bahn nach Zwickau Zentrum. Auf dieser Strecke fahren normale Triebwagen in der Stadt auf Tramgleisen ins Zentrum. Dies ist seit 20 Jahren so. Im Zentrum stiegen wir aus und gingen ins 100 m entfernte Hotel FirstInn. Gutes, günstiges Hotel – 80 Euronen für ein Zimmer ist vernünftig…

In Zwickau angekommen

Mit einem kurzen Spaziergang und einem durchschnittlichen Essen im Brauhaus Zwickau schlossen wir den Tag ab. 

Umstiege:
Zürich HB
Romanshorn
Friedrichshafen Hafen
Friedrichshafen Stadt
Lindau Hbf
Augsburg Hbf
Ingolstadt Hbf
Nürnberg Hbf
Hof Hbf
Zwickau Hbf
Endstation: Zwickau Zentrum 

PS: Deutsche sagen, dass in Deutschland die Züge immer zu spät sind. Ironischerweise mussten wir aber wegen einem Anschluss in der Schweiz zittern. In Deutschland klappte alles wunderbar…

Woody erlebte den Tag so

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Donnerstag, 15. November 2018: Mañana llovera

„Mañana llovera“ hat Martin angekündigt und es ist so. Als wir heute Morgen das Fenster öffnen, regnet es aus Kübeln und aus einiger Entfernung hört man sogar Donnergrollen. Regen …, das bedeutet, dass wir heute nicht in der Terraza del Gourmet frühstücken können, da es hier nur Aussenplätze gibt. Hm, was machen wir? Wir verzichten aufs Frühstück und machen uns auf den Weg nach Hause! Ja, ja, war natürlich geplant so, denn heute hat uns der Wecker erstmalig seit einiger Zeit um halb sieben aus dem Schlaf geholt. 

Wir bereiten alles für unsere Abreise vor und fahren mit dem Taxi um 8.00 Uhr zum Airport Alicante/Elche. Frühstücken tun wir heute bei Starbucks, wo mein lieber Mann sich das Gaudi gönnt, unsere Kaffee-Spezialitäten unter Angabe des Vornamens „Jorge“ zu bestellen. Na ja, er hätte auch „Van Damme“ sagen können, wie der leicht angesäuerte Beneluxer, der partout nicht verstehen konnte, warum eine junge Frau bei Aufnahme seiner Kaffee-Bestellung auch gleich seinen Namen wissen will. 

Jorge

 Mit dem letzten Schluck Kaffee beginnt auch schon das Onboarding unseres EasyJet Flugs nach Ginebra. Alles klappt bestens. Mit Plätzen in der Reihe 12 können wir das Flugzeug aus dem Trockenen heraus besteigen und müssen nicht wie die Mitreisenden ab Reihe 15 durch den Regen gehen, um den hinteren Eingang zu benutzen. Unsere Plätze mit zusätzlicher Beinfreiheit, next to the Emergency Exit – alles verläuft einwandfrei. Das gleich gilt für die Gepäckausgabe, so dass wir in Genf den Zug um 12.50 Uhr nach Bern erreichen. Mit einem kleinen Picknick im Zug, Lektüre und E-Mail-Check näheren wir uns unserem Daheim. 

 

Schön ist‘s gewesen in Spanien. Wir haben die Zeit in der Wärme, mit vielen interessanten Sehenswürdigkeiten, unspektakulären aber trotzdem schönen Tagesgeschehnissen, mit leckerem Essen und viel Zeit für uns sehr genossen und unsere Batterien frisch geladen. Am 4.11. sind wir beide absolut exhausted von zu Hause aufgebrochen, auf dem letzten Zacken, seit Tagen nur mit wenigen Schlafstunden. Heute kehren wir zurück. Relaxed und voller Ideen und Tatendrang. Tragen wir Sorge zu diesem Zustand und schauen wir, dass wir das positive Energie-Level bis zur Feiertagsbrücke halten können.

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Mittwoch, 14. November 2018: Let‘s rock the castle

Wellness für uns ist in diesen Ferien der ausgiebige Schlaf, zu dem wir kommen. Da wir keine Hotelfrühstücks-Zeiten zu berücksichtigen haben, können wir es jeweils sehr gemütlich angehen lassen. Wenn wir wach und frisch gemacht sind, geht‘s los. Frühstück gibt‘s für uns im gleichen Restaurant wie an den beiden letzten Tagen. Zu lecker, nett und schön ist es hier … auch wenn heute die Sonne nicht scheint. So gestärkt geht es auf den Mittelteil der Esplanade, mit dem Ziel, ein Foto wie „anno dazumal“ von uns machen zu lassen. Wie die „Minutenmänner vor über 100 Jahren“ baut José Luis Navarro hier seine altmodische Plattenkamera auf. Direkt vor Ort entwickelt er in „just a minute“ das gestochen scharfe Schwarz-Weiss-Portraitbild von Martin und mir und schneidet sogar den Rand old-fashioned kurvig zu. Super Sache, viel gelacht. 

Bitte lächeln!

 

Martin kehrt zum Hotel zurück, da er an einer geschäftlichen Skype-Sitzung teilnehmen will. Mich zieht es in der Zwischenzeit in die Stadt, wo ich noch zwei drei (Souvenir-)Einkäufe erledige und gegen 13.30 Uhr ins Hotel zurück kehre. Gemeinsam geht es nun hinauf zur Burg. Ein Aufzug von der Platja del Postiguet führt uns direkt auf den Burgberg Monte Benacantil. Vom Castell de Santa Bàrbara aus hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt Alicante und das Umland. Wir geniessen den Ausflug in die luftige Höhe sehr, so dass die Zeit im Flug vergeht. Vom Castell aus haben wir zwei grosse Kreuzfahrtschiffe ausmachen können, die heute vor Alicante angelegt haben. Wir schlendern der Muelle de Levante entlang und gelangen so in den Hafen. Der Weg führt uns an einer Gedenktafel für Archibald Dickson, Kapitän des britischen Frachters „Stanbrook“ vorbei, der am 28. März 1939, d.h. kurz vor Ende des spanischen Bürgerkriegs, seine Ladung entgegen den Anweisungen des Schiffeigners in Alicante löschte, um mehr als 2‘600 Flüchtlinge an Bord zu nehmen. Mit seinem Schiff brachte er die Zivilisten ins algerische Exil nach Oran. 

Auf der Burg

 

Wir setzen unseren Spaziergang soweit fort wie man als Normalos gehen kann (dann ist nämlich alles abgesperrt) und erhalten von einer Terrasse aus doch noch einen sehr guten Blick auf die grossen Pötte. Wir kehren in die Stadt zurück, wo Martin den Barbier von Alicante aufsucht, der tolle Arbeit leistet und ich ins Hotel zurück kehre. Nach einem Moment der „befohlenen Ruhe“, wie Martin zu pflegen sagt, gehen wir auf dieser Reise ein letztes Mal Abendessen. Location und Bewertung Qualität, Leckerheitsgrad und Spassfaktor s. Eintrag vom 13.11.2018 (Repeater halt). Nachtrag zum Eintrag vom 13.11.2018: Was ich vergessen habe zu erwähnen: Wir haben im Restaurant zwei Décimos der spanischen Weihnachtslotterie – Sorteo de Navidad – gekauft. Der Sorteo de Navidad ist eine in Spanien seit 1812 ausgespielte Form der staatlichen Lotterie, die jedes Jahr am Vormittag des 22. Dezember stattfindet. Die spanische Weihnachtslotterie gilt, gemessen an der ausgespielten Gesamtsumme, als die grösste Lotterie der Welt. So waren beispielsweise im 2013 Gewinne in Höhe von insgesamt 2,24 Mrd Euro vorgesehen. Auf den Hauptpreis, El Gordo („Der Dicke“) entfällt ein Gesamtgewinn von 640 Mio. Euro. „Der Dicke“ wird dann jeweils auf die Inhaber der „Dicken-Serie-Décimos“ aufgeteilt.

 

Pötte

 

 

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Dienstag, 13. November 2018: Keine Elche in Elche

Auch heute zieht es uns als erstes zur Esplanade und dort wieder zum Bäckerei-Café La Terraza del Gourmet. Auch heute: Herrlich! Der Kellner jedenfalls kennt uns bereits und bringt doch tatsächlich mit der Rechnung auch gleich das exakte Retourgeld auf die 50 Euro-Note, mit der Martin heute wie auch bereits schon am Vortag bezahlt. Cleveres Kerlchen. 

Diretissima machen wir uns anschliessend auf Richtung Bahnhof, wo wir den 12.05 Uhr Zug nach Elx/Elche nehmen. Der Zug fährt pünktlich aus, führt uns wieder an die Küste und von dort Richtung Airport Alicante weiter ins Landesinnere. Nach gut 30 Minuten Fahrt steigen wir in Elx/Elche Parque aus und machen uns auf den Weg ins Stadtzetrum. „Elx/Elche mit seinen 233‘000 Einwohnern lebt von seinem Ruf als Heimat der Palmen und der Schuhherstellung.“, steht in unserem Reiseführer. Palmen ja, Schuhe Fehlanzeige. Aber alles der Reihe nach. Unser Weg führt uns als erstes zu Resten der Stadtmauer und zum Torre de l‘Homenatge, einem Burgturm aus arabischer Zeit, der in den Palau d‘Altamira integriert ist. Heute beherbergt der Palast das Museu Arqueològic i d‘Història d‘ Elx (MAHE). 

Arabisches Bad



Einen kurzen Besuch legen wir bei den arabischen Bädern aus dem 12 Jh. ein, die seit dem 14 Jh. zum Kloster de la Merced gehören. Teile des Klosters können wir ebenfalls besichtigen. Uns zieht es weiter zur eigentlichen Attraktion von Elx/Elche: dem Palmhain. Hier in einer der heissesten Zonen Spaniens, fühlt sich die aus dem afrikanisch-asiatischen Wüstengürtel stammende Dattelpalme offensichtlich sehr wohl. Wahrscheinlich pflanzten schon die Phönizier Palmen in Elx an, aber im grossen Stil kultiviert und bewässert wurden sie erst von den Arabern. Die Bäume bilden innerhalb der Stadt einen rund 2 km langen und 1 km breiten Park. Die Pflanzungen sind in einzelne horts (huertas: Gärten) unterteilt, in denen sich die maurischen Anbau- und Bewässerungstechniken erhalten haben. Manche der historischen Bäume sind bis zu 200 Jahre alt und 30 – 40 Meter hoch. Schade nur, dass die Parkanlage nicht durchschritten, sondern nur umwandert werden kann – dies entlang von teilweise recht stark befahrenen Strassen. Wir verzichten darauf enttäuscht zu sein, sondern geniessen das, was es zu geniessen gibt und kehren dann zurück in die Innenstadt, wo wir uns eine kleine Erfrischung gönnen. 

Palmen


Danach legen wir einen Stadtbummel ein, auf dem wir wie angekündigt hoffen, einige schöne Schuhläden zu entdecken. OK es ist Siesta-Time aber können so gut wie keine Schuhgeschäfte ausmachen, abgesehen von Boutiquen mit High Heels, die ich nur unter gleichzeitiger Zuhilfenahme von Geh-Hilfen tragen bzw. nutzen könnte. Um 16.00 Uhr fahren wir wieder zurück nach Alicante, wo wir die Zeit bis zum Abendessen, erneut in der Taberna del Gourmet (erneut wieder äusserst leckere Gerichte genossen) nach Lust und Laune verbringen.

 

Ein kurzer Verdauungsspaziergang entlang der Esplanade und dann geht‘s müde aber sehr zufrieden zurück ins Hotel.

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Montag, 12. November 2018: Siesta-Day

Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein locken uns aus unserem Schlafgemach. Frühstück gibt‘s heute outdoor auf der Esplanade im Bäckerei-Café La Terraza del Gourmet. Herrlich! 

 

Frühstück

 

Danach kehren wir zum Hotel zurück und ziehen unsere Badekleider an. Heute geht‘s an den Strand. Lesen, lesen und lesen sowie spazieren am Strand sind angesagt. Zwischendurch gönnen wir uns einen Snack aus frischen Manderinen und Orangen, die wir auf dem Markt gekauft haben. Genussvoll „tanken“ wir die November-Sonne für den bevorstehenden Schweizer Winter in uns auf. Gegen 16.00 Uhr macht sich die Sonne rar, daher wird es kühl. Wir kehren zum Hotel zurück, machen uns stadtfertig und begeben uns auf einen Stadtbummel der Rambla entlang. Ein Apéro (Aigua de Vàlencia) und ein feines Pizza-Essen runden diesen erholsamen Ferientag ab.

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Sonntag, 11. November 2018 (MARTINS-Tag): Mit dem 1-Tram nach Benidorm

Wieder haben wir Prachtswetter. Das ist gut so, denn heute wollen wir einen Ausflug in die Ferienhochburg von Benidorm machen. Während wir aufstehen und uns herrichten, laufen vor unserem Hotel die letzten Vorbereitungen für den Start eines Benefiz-Laufs, im Kontext zu Hautkrebs (mehr haben wir nicht verstanden). Eine scheppernde Lautsprecheranlage (Magnificooo!) und eine Trommel-Combo gleich ums Hauseck tragen das ihrige zum Gefühl bei, mitten drin im munteren Treiben zu sein. Der Rambla entlang geht‘s zuerst Richtung Tramstation. Zuerst steht aber Frühstück auf dem Programm. Wir haben hier in Alicante nur das Zimmer gebucht und suchen uns jeweils eine neue Desayuno-Location aus. Die heutige werden wir nicht noch ein zweites Mal berücksichtigen. Das Essen schmeckt gut aber die Bedienung war wohl zu lange im Ausgang, jedenfalls ist sie schwer schlaftabletten-mässig unterwegs. 

La Vila Joiosa

Danach rasch die letzten Schritte zur unterirdisch gebauten Tramstation zurückgelegt, ein Ticket nach Benidorm gelöst und nach einer Viertelstunde Wartezeit das Tram der Linea 1 bestiegen. Nach kurzer Fahrt verlässt das Tram den Tunnel und gibt gleich einen herrlichen Blick aufs Meer sowie aufs Castell von Alicante frei. Insbesondere die lange Passage entlang der Strandpromenade ist toll, gibt es hier doch viel zu sehen. Wimmelbild-ähnlich verteilen sich Jogger, Skater, Familien und Badende auf Promenade, Strand und im Wasser. Aber in sehr angenehmen Mengen – das Bild in der Hochsaison gestaltet sich wohl definitiv anders. 

Am Strand von La Vila Joiosa

Nach 52 Minuten Fahrt steigen wir in La Vila Joiosa aus dem Tram. Die Gassen der hübschen Altstadt führen alle zum Meer. Auffällig sind vor allem an der Strandpromenade die farbigen Hausfassaden in Ocker, Grün, Rot oder Indigo, welche die Bedeutung des Ortsnamens unterstreichen: die fröhliche Stadt. Warum sind die Häuser so bunt? Damit die Fischer besser erkennen können, wohin sie zurückkehren müssen (Erklärung aus unserem Reiseführer). Schuhe ausziehen und am Strand entlang spazieren. Es ist der 11. November und wir geniessen die rund 25 Grad Lufttemperatur in vollen Zügen. Zum Lunch gibt es die UVA-Trauben, die wir am Vortag in der Markthalle gekauft haben. Danach kehren wir zur Tramstation zurück und erreichen das gerade einfahrende 15.00-Tram nach Benidorm. 

Bald zeigen sich die ersten Benidorm-Vorboten. Wenn es eine spanische Stadt gibt, die als Synonym für Massentourismus herhalten muss, dann ist es Benidorm. Tatsächlich verdankt sie das der Vision einiger Unternehmer und Politiker, die in den 1950er-Jahren, mitten in der Franco-Zeit, einen Schritt nach vorn wagen wollten. Sie zettelten eine städtebauliche Revolution an die aus einem kleinen Fischerdorf eine Stadt mit 70‘000 Einwohnern machte, in der im Sommer über 400‘000 Menschen wohnen. Tja, und so schaut Benidorm auch aus … Wann fährt das nächste Tram nach Vila Joiosa? Mit seinen über 100 Wolkenkratzern bildet Benidorm eine echte Betonmauer am Mittelmeer. Jahrelang lief in Benidorm der Wettbewerb, welches Bauunternehmen den höchsten Turm hinstellt. Nur logisch, dass durch Wirtschaftskrise und Spekulation einige der Türme als Skelette stehen blieben. Die berühmteste Bauruine ist das 189 m hohe Apartmentgebäude inTempo in Form eines riesigen M. Nach einer kurzen Erfrischung (mittig auf dem Weg von der Tramstation zum Meer) kehren wir um und machen uns mit dem 17.00-Tram auf den Weg zurück nach Alicante, wo wir kurz nach 18.30 Uhr (es ist auch hier bereits komplett dunkel) im Zentrum ankommen. 

Fürs Abendessen begeben wir uns heute in die Taberna del Gourmet, wo wir uns ein Tapas-Menü gönnen. Oh Mann, so lecker. Wir schwelgen und dann noch der tolle Wein … das können die wirklich ganz gut, die Spanier. Wir und so satt, dass wir nicht einmal mehr an Kaffee denken können. Im Hotelzimmer lassen wir einmal mehr einen unvergesslich schönen Ferientag ausklingen. Und weil am Nachmittag YB in. St. Gallen mit 3:2 Toren gewonnen hat, ist unsere Welt in allerbester Ordnung. Eben: MARTINS-Tag.

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Samstag, 10. November 2018: Some lines a day

Unser genussvoller Samstag umschrieben in wenigen Zeilen: Aufstehen, tagfertig machen, leckeres Frühstück im Restaurante Plaza Canalla (mmh – toll), anschliessend Sightseeing- und Shopping-Spaziergang inkl. Besuch der hiesigen Markthalle. Zurück im Hotel ist Siesta angesagt bis zum Pizza-Abendessen. Zu Bett gehen – gute Nacht.

Besuch auf dem Markt

 

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Freitag, 9. November 2018: Beschwipster Freitag

Die Regenwolken und ihr Inhalt haben sich über Nacht verzogen. Schon bald füllt sich unser kleines Zimmer mit dem schönsten Sonnenschein. Gemächlich starten wir in den Tag und gönnen uns noch einmal ein leckeres Paneteria-Früchstück. Danach packen wir unser Reisegepäck und machen uns kurz nach 12.00 Uhr zu Fuss auf den Weg zum Estació de València-Joaquim Sorolla, wo unser Zug um 13.16 Uhr nach Alicante abfährt. Der Check-In mit Gepäck- und Ticketkontrolle läuft einwandfrei ab und so können wir Platz nehmen auf unseren reservierten Sitzen. Kurz nachdem der Zug abgefahren ist, kommt eine Renfe-Angestellte und verteilt die Menukarte bzw. schenkt ein Apéro aus. 

Menu

Dann folgt schon gleich das Menu bestehend aus einem Kartoffelsalat mit Oliven, einem Fisch-Gericht an einer Tomatensauce mit Erbens, Bohnen und Pilzen und einem Patisserie-Dessert. Zu diesem leckeren Essen genehmigen wir uns einen Rotwein (wir erhalten je eine Flasche mit 1.8 dl Wein!). Das Essen mundet und setzt das i-Tüpfelchen auf die Zugreise durch die schöne Landschaft, die grösstenteils aus Agrargebiet besteht (Orangen, Artischocken, Oliven und Trauben). Wir tuckern gefühlt gemütlich durch die Gegend und treffen nach rund 1 3/4 Stunden Fahrt in Alicante ein. Hier bringt uns ein Taxi zum Hotel Hospes Amérigo 

Buenas Noches

…wir spüren den Wein im Kopf. Beim Hotel-Check-In wird uns ein Glas Cava angeboten, da können wir natürlich nicht nein sagen. Wir geniessen den Cava im stylishen Lobby-Bereich und spüren alsbald auch den im Kopf. Also nun ab ins Zimmer (305). Super schön, ebenfalls sehr stylish, wenngleich nicht sehr funktional eingerichtet. Aber was soll‘s. Als erstes legen wir unsere Köpfe für eine Siesta aufs Kissen. Erholt und wieder klar im Kopf inspizieren wir eine Stunde später zuerst das Hotel, dann die Promenade sowie einen ersten Teil von Alicante bevor wir im italienischen Restaurant Spiga einen Teller Pasta essen gehen. Gemütlicher Tages-Ausklang im Hotel.

 

 

Strand von Alicante

 

 

 

 

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Donnerstag, 8. November 2018: Auftanken in der grünen Lunge

Heute frühstücken wir in einer Paneteria-Filiale (Bäckerei und Café) gleich hinter unserem Hotel. Baguette und Kaffee schmecken herrlich und stärken uns für den Tag. Erste Anlaufstation ist heute der l‘Estació del Nord, wo Martin gekonnt in spanischer Sprache unsere Tickets für die morgige Zugreise nach Alicante besorgt. Der Renfe-Mitarbeiter spricht drum kein Englisch. Super, wir reisen morgen um 13.16 Uhr weiter südwärts. Obwohl es uns noch gar nicht nach Abschied nehmen von Valencia ist. Zu gut gefällt es uns hier. 

Fischersfritzfischtvielefische

Heute Morgen steht eine Valencia-Markt-Tour auf unserem Programm. Zuerst zieht es uns zum Mercat Central. Mit 8‘000 m2 Verkaufsfläche ist er einer der grössten Europas. Es herrscht ein munteres Treiben von Einheimischen und Touristen, die sich alle ihren Weg zwischen den verschiedenen Ständen mit ihrem reichhaltigen Angebot bahnen. Vielerorts wird für Gratis-Heimlieferung geworben. An einem Fischstand entdeckt Martin eine Infotafel, auf der darauf hingewiesen wird, dass einem der dort gekaufte Fisch abends in einem Restaurant gleich beim Markt frisch zubereitet wird. 

Hohes Gericht

Plötzlich kommt uns in den Sinn, dass wir ja eigentlich um 12.00 Uhr auf dem Mare de Déu-Platz sein wollten. Denn jeden Donnerstag nehmen um diese Zeit sieben in schwarze Talare gehüllte Männer in einem Halbkreis auf historischen Stühlen Platz. Der demokratisch gewählte Tribunal de les Aigües entscheidet hier seit mehr als tausend Jahren über Streitigkeiten und Verletzungen des Bewässerungsrechts. Ein wirklich nicht unwichtiges Thema. Valencia, die Hauptstadt der Valencianischen Gemeinschaft mit heute 1,5 Mio. Einwohnern im Grossraum ist heute die drittgrösste Stadt Spaniens und auch wirtschaftlich von überregionaler Bedeutung. Im Zentrum finden sich Überreste aus der Zeit der römischen Stadtgründung von 138 v. Chr. Aber seine Blüte erreichte das ehemalige Balansiya unter arabischer Herrschaft. 1238 eroberte der aragonesische König Jakob I. die mittelalterliche Kaufmannsstadt zurück. Und auch nach der Christianisierung blieb das wichtigste Erbe der Mauren erhalten: ein Bewässerungssystem, dem Valencia sein fruchtbares Umland verdankt und das sich trotz des touristischen Baubooms bis heute erhalten hat. Wir kommen um 12.10 Uhr auf dem Platz an und die heutige Tagung befindet sich gerade in der Auflösphase. Es gelingt uns aber noch einen letzten Blick auf die illustre Runde zu erhaschen. 

Mercat de Colón

Wir ziehen weiter zum Mercat de Colón. Den Weg dorthin bahnen wir uns durch MSC-Kreuzfahrt-Touristen, von denen die Gruppen 15, 16 und 5 sich gerade in der Innenstadt aufhalten, vorbei an der hübsch gekachelten Horchatería Santa Catalina, in der Erdmandelmilch angeboten wird und die seit über 200 Jahren eine Institution ist. In die restaurierte modernistische Halle des Mercat Colón sind Gastrostände und Bars eingezogen. Wir gönnen uns einen kleinen Mittagssnack bevor wir uns noch einmal Richtung „altes“ Flussbett des Riu Túria aufmachen. Wo dieser ehemals mitten durch die Stadt floss, wurde 1986 einer der grössten städtischen Naturparks Spaniens eingeweiht, der Jardí del Túria. 1957 war es zu gewaltigen Überschwemmungen mit 81 Todesopfern gekommen, weshalb der Fluss umgeleitet und sein altes Bett trockengelegt wurde. Spazieren, joggen, radeln, skaten durch die mehr als 9 km lange Oase ist angesagt. Wunderschön, gemütlich und ruhig und in der warmen Herbstsonne des Tages einfach grossartig.

Stadt der Künste und der Wissenschaften

Der Naturpark endet bei der Stadt der Künste und der Wissenschaften, wo wir uns nochmals am Gesamt-Ensemble erfreuen, fotografieren, das Ambiente geniessen und uns ein Glacé gönnen. Wir geniessen das gemütliche Nichtstun, das uns Treibenlassen und das Zeithaben für den Moment. Mit dem Bus geht‘s später zurück in die Stadt, wo wir noch kurz shoppen gehen und Martin dem Barbier von Valencia einen Besuch abstattet. Wir tripadvisern eine Location für unser heutiges Abendessen und beschliessen, ins Asador San Telmo Restaurant zu gehen, das in unserem Wohnquartier, dem Russafa-Viertel liegt. Wir betreten das kleine Lokal, bestellen uns eine Vor- und eine Hauptspeise und wähnen uns schon bald in der Altstadt von Bern, da sich innert kürzester Zeit 20 Berner in dem kleinen Lokal befinden. Dazu noch zwei Beneluxer und vier Spanier. Witzig. Draussen hat es zu regnen begonnen. Hurtig machen wir uns auf den Heimweg und lassen einen weiteren tollen Ferientag Revue passieren.

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Mittwoch, 7. November 2018: Gäub-schwarz in Valencia

 

Museo de las Ciencias

Heute frühstücken wir in der Fussgängerzone bei Pans à l‘Espagnole. Es ist wärmer als gestern und die Sonne scheint. Am heutigen Tag steht das Champions League Spiel zwischen Valencia CF und dem BSC Young Boys an. Martin will sich im Fanshop von Valencia noch einen Match-Schal kaufen, so ist dieser Shop unsere erste Anlaufstation des Tages. Etwas später nehmen wir den Bus Nummer 35, um zu Valencias Stadt der Künste und der Wissenschaften zu gelangen. Wir sind sofort mehr als begeistert. Weisser Beton, Stahl und Glas sind die dominierenden Materialien, geschwungene Linien, Asymmetrien, der Verzicht auf rechte Winkel und das Spiel mit dem Himmel und dem Licht schaffen eine ganz besondere Ästhetik. Um ehrlich zu sein, glaube ich, dass die fantastische Architektur der Objekte fast wichtiger ist als ihr Inhalt. 1994 begannen die Bauarbeiten, die auf einer Länge von knapp 2 km (im trockengelegten Flussbett des umgeleiteten Riu Túria) die avantgardistische Ciutat de les Arts i de les Ciènces schufen, eine Mischung aus Museumskomplex und Vergnügungspark. Als erstes Gebäude wurden 1998 das Kino und das Aquarium eröffnet. Visionäre dieses Projekts waren übrigens Santiago Calatrava und Félix Candela.

Hi Hai!

Uns zieht es zum Aquarium und hier ist es schlicht grossartig, amazing, wow, super, inoubliable! Das L‘Oceanogràfic, mit über 50‘000 Tieren der grösste Meerespark Europas, umfasst mehrere Gebäude von Candela. Seine rund 42 Mio. Liter Salzwasser, die über eine Pipeline aus dem Meer kommen, entsprechen dem Fassungsvermögen von 15 olympischen Schwimmbecken. Es macht unendlich Freude den grossen Aquarien entlang zu schlendern und den Fischen und Meeresbewohnern zuzuschauen, sie zu beobachten bzw. sie überhaupt zu entdecken. Wir staunen und tauchen ein in eine einzigartige Welt. In den Aussenanlagen können verschiedene Vogelarten, Pinguine und Krokodile bewundert werden. Ein weiteres Highlight ist die arktische Anlage mit den Seelöwen, Belugas und den Pinguinen – die Pinguine, die ihn ihrem „Habitat“ sogar eine Beschneiungsanlage haben. Im Aquariumstunnel mit Haifischen, Mantas und einer Vielzahl anderer Fische kann man förmlich in die Welt der Ozeane eintauchen … es sei denn man stehe gleichzeitig mit einer spanischen Grundschul-Klasse im Tunnel und ist einfach nur dankbar, dass das Material des Glastunnels bei diesem Lärm nicht zerbricht.

Kurz nach 15.00 Uhr geht‘s mit dem Bus zurück zum Hotel, wo wir uns auffrischen und umziehen, denn wir haben uns um 16.00 Uhr mit Zimmermanns & Co. verabredet, um mit ihnen anschliessend zum Fussball-Stadion Mestrella zu gehen. Also so eine Art kleiner Fan-Marsch zu machen. Die Zeit reicht noch für ein erfrischendes Getränk in einem Strassencafé und dann geht‘s schon los. Auf dem etwa 25-minütigen Fussweg zum Stadion stossen wir auf zahlreiche YB-Supporters. Beim Stadion angekommen, erklimmen wir unsere Plätze im obersten Sektor des Stadions. In den Bergen müsste man sich anseilen, um sich in so einem steilen Gelände sicher fortzubewegen.

Mestalla

Eine Stunde vor Spielbeginn haben wir uns eingerichtet und die Vorfreude auf das Spiel steigt. Interessantes Detail: Valencia hat seit 2007 einen Stadion-Neubau für den Valencia CF in Planung, dessen Inbetriebnahme für 2010 später für 2013 geplant war. Der Baufortschritt und damit die Einweihung des neuen Stadions verzögern sich aber in regelmässigen Abständen. So spricht man aktuell von einer möglichen Inbetriebnahme im 2021!

Merci YB!

Um 18.55 Uhr pfeift Schiedsrichter Kovac die Partie an. Leider läufst für YB nicht rund. Schon bald liegen sie im Rückstand, können diesen aber vor der Pause durch ein wunderschönes Tor aus dem Spiel heraus ausgleichen. Danke Röschu (Roger Assalé)!!! Leider gelingt dies nach den weiteren zwei Toren, die Valencia erzielt nicht mehr und auch die rote Karte, die Sanogo kriegt, trägt das ihrige dazu bei, dass der Abend für die YB-Supporters kein guter wird. Ein Lehrstück für YB: Die Valencia-Spieler fallen beim geringsten Körperkontakt theatralisch um, lassen sich beweinen und pflegen und lachen sich wohl insgeheim ins Fäustchen, weil mal um mal der involvierte YB-Spieler eine farbige Karte vor die Nase gehalten erhält. Und der schwache Schiedsrichter trägt das seinige zu diesem traurigen Spielchen bei. Aber henu … es hat trotzdem „ein wenig“ Spass gemacht. Nach dem Abpfiff applaudieren wir noch kurz den YB-Jungs und verlassen das Stadion zügig auf der schier unendlich lang scheinenden Rampe, die uns von unseren „Höhen-Sitzplätzen“ wieder auf Höhe Meerespiegel bringt. Zu Fuss kehren Martin und ich zum Hotel zurück, erhalten von einem Spanier, der mit seinem Enkel ebenfalls dem Spiel beiwohnte, noch wertvolle Stadt-Tipps, und gehen in einem ums Eck zu unserem Hotel liegenden Restaurant noch eine Kleinigkeit essen.

 

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Dienstag, 6. November 2018: Madrid kann auch schön

 

Guten Morgen Madrid

Augen auf und wow! Eine von Sonne umhüllte Stadt Madrid liegt uns zu Füssen. Geniale Weitsicht aus dem 24. Stock, wo unser Zimmer liegt. Die Vorfreude auf das tolle Frühstück erheitert unsere Stimmung noch zusätzlich. So sitzen wir schon bald an einem Fenstertisch und geniessen das tolle Panorama bei einem reichhaltigen Frühstück. 

 

Entenschnabel

Danach legen wir eine Siesta ein, denn die Reisevorbereitungen haben wir rasch abgeschlossen. Per Taxi geht‘s zurück zum Atocha-Bahnhof, wo bereits unser Entenschnabel-Lok-Zug auf uns wartet. Reservierte Plätze bezogen, Bücher und Zeitschriften rausgekramt und die zweistündige Fahrt kann beginnen. Die Reise führt uns weiter südwärts teils durch karges Land, durch Olivenbaum-Plantagen und durch Industriezonen. 

Pünktlich trifft unser Zug in València in der Estacíon Joaquín Sorolla ein. Per Taxi geht’s zum Hotel AC Colon (Zimmer 612). Es folgt ein erster Stadtbummel, auf dem wir feststellen, dass sich zur strahlenden Sonne ein beissender Wind gesellt hat, so dass wir froh, um unsere warmen (Dauen-)Jacken sind. Das Kolosseum, der wunderschön gestaltete Nordbahnhof, la Plaça Ajuntament und la Plaza de la Reina sind unsere Anlaufstationen. Sightseeing macht durstig. Wasser muss her. Gut gibt‘s valencianisches Wasser – Aigue de València: Sekt mit Organgensaft, Gin und Wodka! So erfrischt und mit ein Tapas unterlegt, läuft es sich grad viel leichter. 

 

Valencia by night

Es gilt festzuhalten, dass die Plaça de la Mare de Déu mit der gleichnamigen Basilika auch ohne Alkohol-Einfluss ein traumhaftes Gesamtbild abgibt – insbesondere zur blauen Stunde. Wir setzen unsere Reise fort und fahren per Taxi zum Hafen und zur Playa del Cabanyal – las Arenas. Strand, Sand und Meer bei Nacht und nahezu menschenleer ist schon etwas speziell. Wir spazieren der Strandpromenade mit ihren Joggern entlang und treffen uns im Restaurant Panorama mit der Zimmermann-Family und ihrer Reisegruppe zu einem gemütlichen Abendessen. Ein leckeres Essen mit verschiedenen Vorspeisen to share und Fisch- bzw. Fleischgerichten als Hauptgang. To share gibt es für Martin und mich eine katalanische Crème mit Vanille-Eis. Super lecker, dieser Abschluss. Gemeinsam geht es per Taxi zurück in die Stadt. Nach einem kurzen Spaziergang treffen wir bei unserem Hotel ein. Müde aber happy gehen wir zu Bett.

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Montag, 5. November 2018: Real Madrid … really real.

Wir haben herrlich geschlafen. Völlig relaxed und erholt wachen wir nach über neun Stunden Schlaf um 8 Uhr auf. Buonas diaz. Aber hallo … es regnet! Gut, dann gönnen wir uns mal eine ausgiebige Dusche und begeben uns in den 30. Stock ins Restaurant zum Frühstück. Herrlich was es da alles gibt: Ein reichhaltiges Kuchenbuffet, Lachs in verschiedenen Variationen, Schinken, Käse, Tortillas, Gemüse, Reis, scrambled eggs, Cerealien, ein leckeres Früchteangebot. Wow! Einfach nur toll. Vom Tisch direkt am Fenster geniessen wir eine tolle Aussicht auf den Bahnhof Chamartín. Von hier aus kann ich bestens von Entenschnäbel-Lokomotiven gezogene Zugskompositionen beobachten (bisher kannte ich nur Hamsterbacken- und Gumminasen-Loks …).

Puerta del Sol

Als wir das Hotel verlassen, ist es draussen neblig-regnerisch und nass. Wir gehen zur U-Bahn-Station Begoña, lösen einen Tagespass und fahren mit der Linie 10 ins Zentrum. Wohin zuerst? Natürlich zur Puerta del Sol! Das „Sonnentor“ macht seinem Namen heute nur wenig Ehre, ist aber ein schön gestalteter Platz und das Nervenzentrum, wo sich eilige Berufstätige und Müssiggänger, Touristen, Einkaufsbummler und verkleidete Kunstfiguren treffen. Von hier aus ist es nicht weit zur Plaza Mayor, dem Hauptplatz, der guten Stube Madrids, die den Besuchern der Stadt gehört. In unserem Reiseführer steht: „Auf der Plaza Mayor vergeht die Zeit etwas langsamer als im Rest der Stadt. Die Besucher lassen sich auf den Stühlen der Restaurants nieder und hören den Strassenmusikern zu.“. Bei diesem Hudelwetter ist nichts von alledem der Fall. 

Mercado San Miguel

Der böige Wind frischt alles auf, der Nieselregen trägt das seinige dazu bei, „dass d‘Meitschi d‘Häntsche alege und d‘Buebe gschwind loufe“. Uns führt der Weg zum Mercado de San Miguel, einer schönen Markthalle, die aber nichts mehr mit einem traditionellen Markt zu tun hat. Die Halle aus Glas und Eisen von 1916 ist ein privat betriebener Gourmettempel. Tapas allüberall, Obst-, Käse- und Fischstände, eine Sherrybar, ein Café mit wunderschönen Patisseries. Es hat aufgehört zu regnen, die Sonne drückt leicht durch. Wir spazieren weiter zur Almudena-Kathedrale – ein zeitgenössisches Bauwerk, in dem der damalige Kronprinz Felipe de Borbó y Grecia 2004 seine Letizia geheiratet hat. Sehr schön und modern gestaltetes Kirchenhaus. Ja und direkt an die Kathedrale haben Königs ihren Wohnsitz im Palacio Real mit 280 Gemächern. Wir spazieren weiter bis zum Templo de Debod im Parque del Oeste. Der kleine altägyptische Tempel zu Ehren der Götter Amun und Isis (2. Jh. v. Chr.) ist das älteste Bauwerk Madrids. Die ägyptische Regierung schenkte den Tempel dem spanischen Staat zum Dank für die Hilfe spanischer Archäologen bei der Rettung Abu Simbels am westlichen Nilufer während des Baus des Assuanstaudamms in den 1960er-Jahren. Von hier aus geniessen wir das tolle Panorama über die Casa de Campo und den Königspalast. Auf dem Weg zurück in die Innenstadt kommen wir an der Bar Martin vorbei. Da legen wir doch eine kurze Pause ein. Ein Glas Rotwein und Tapas gibt‘s zur Stärkung. Satt und aufgewärmt geht‘s wieder zurück Richtung Puerta del Sol. Zuerst aber noch ein Zwischenstopp in der Gourmet Experience Gran Vía im 9. Stock des Corte Inglés an der Plaza Callao. Von der Terrasse des Restaurants aus hat man einen einmaligen Blick über die Stadt. 

Kybele-Brunnen

Nos vemos en el Oso y el Madroño – „Wir treffen uns beim Bären und dem Erdbeerbaum.“ Das Madrider Stadtwappen, das als Skulptur den Eingang zur Calle de Alcalá markiert, ist der Loeb-Egge Madrids. Beim Bären und dem Erdbeerbaum kommen wir auf dem Weg zur Plaza de Cibeles mit dem Kybele-Brunnen vorbei. Rund um diesen Brunnen feiern Anhänger und Spieler von Real Madrid jeweils ihre Siege. Die letzte Etappe unserer zu Fuss-und-Metro-Reise führt uns noch einmal in die Estación de Atocha. Diesmal verweilen wir gemütlich im Palmgarten. Von dort geht‘s anschliessend in eine kleine Tapas-Bar, wo wir eine Kleinigkeit essen und uns aus der Soft-Drink Karte Tinto de Verano bestellen. „Sommerrotwein“, halb Rotwein, halb gaseosa mit viel Eis. Na also bitte, über die paar Promillchen wollen wir jetzt mal grosszügig hinweg schauen. Mit der Metro geht‘s nordwärts zurück ins Hotel, wo wir diesen tollen Tag gemütlich ausklingen lassen.

 

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Sonntag, 4. November 2018: Kreuzworträtsel: Französische Küsenstadt (4 Buchstaben)

Der Wecker klingelt uns kurz vor 5 Uhr morgens aus unseren Träumen. Aber alles ist gut: Wir haben Ferien … das ist kein Traum.

Umsteigen in Nîmes

Heute geht‘s auf nach Spanien! Rasch noch die letzten Ferienvorbereitungen getroffen und schon sind wir auf der ersten Teil-Reisestrecke von der Länggasse an den Bahnhof. Versorgt mit Cappuccino und Brötchen besteigen wir den Zug nach Genf. Eine rund 13-stündige Zugreise steht uns bevor. Von Genf geht‘s weiter nach Lyon, direkter Anschluss nach Nîmes und von dort nach kurzem Bahnhof-Aufenthalt weiter Richtung Barcelona. 

Wir kommen zügig voran und fahren im Verlauf des Nachmittags an der Stadt SETE vorbei. Die Stadt die wir ausschliesslich aus Kreuzworträtsel kennen, wird sie dort doch regelmässig abgefragt. Das wird so bleiben, da wir hier keinen Aufenthalt eingeplant haben. Schöner Effekt der Reise: es wird kontinuierlich wärmer und das Wetter schöner. In Barcelona scheint sogar die Sonne. In Barcelona verpassen wir allerdings wegen einer in Frankreich entstandenen Verspätung den Anschluss. Das bedeutet, dass wir uns kurz neue Tickets und eine neue Reservation besorgen müssen. Anstelle von 17.00 Uhr verlassen wir Barcelona um 17.25 Uhr Richtung Madrid. 

Gute Nacht, Sonntag…

Die letzten Sonnenstrahlen des Tages setzen die Landschaft wunderschön in Szene. Die Reise im Zug zieht sich. Und doch geniessen wir es, die Zeit mit Lesen, Filme schauen, Kreuzworträtsel und Sudoku lösen zu verbringen. Zudem gilt es die Tagesplanung unseres morgigen Madrid-Tages an die Hand zu nehmen. Mit unserem Ankunftsbahnhof in Madrid, der Estación de Atocha wartet heute Abend gemäss Reiseführer bereits ein Highlight auf uns. Die Bahnhofshalle von 1891, die in einen tropischen Palmengarten umgewandelt worden ist. Rasch schnappen wir uns ein Taxi, das uns durch das sonntags-nächtliche Madrid zu unserem Hotel, Eurostar Tower Madrid, bringt, wo wir ein Zimmer auf der 24. Etage (2408) erhalten. Wir sind sehr müde. Die vorangegangenen Nächte haben nur wenig Schlaf hergegeben. Also ab ins Bett und guet Nacht.

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Donnerstag, 14. Juni 2018: Ende des Abenteuers

Die letzte Nacht.

Das letzte Frühstück.

Dann schon mal die ersten Sachen zusammenstellen, packen und dann die Abreise vom 5-Stern-Campingplatz „Breitenauer See“. Recht schnell sind wir auf der Autobahn. Die Staumeldungen im Radio veranlassen uns, die Route zu ändern. Statt durchs Rheintal und über Basel wählen wir den Weg über die A81 und reisen in Schaffhausen in die Schweiz ein. Diese Autobahn haben wir schon letztes Jahr gewählt und hatten quasi „freie Fahrt“. Auch dieses Jahr hatte es sehr wenig Lastwagen und der Verkehr war überschaubar. Im Gegensatz zum letzten Jahr fuhren wir aber nicht nach Donaueschingen zur Donauquelle, sondern nur in den Lidl in  Empfingen, welcher grad an einer Autobahnausfahrt liegt. So konnten wir einige Haushalt-Einkäufe besorgen. Wie wir auch noch kurz vor der Grenze nochmals den Diesel-Tank vollgemacht haben. Wir sind in Schwaben, da lernt man sparen.

Schhaffhausen – Winterthur – Zürich und dann sind wir in Bern.

Nach 9726 km wieder zu Hause.

  • Keinen Unfall gehabt.
  • Keine unangenehme Situation erlebt.
  • Nie krank gewesen (nicht mal einen Schnupfen)

Ich bin sehr happy, wieder wohlbehalten bei meinen Liebsten zu sein.

Natürlich wird mich das Reisefieber wieder mal packen. Aber dann wohl mit einem anderen Verkehrsmittel 🙂

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