Donnerstag, 15. November 2018: Mañana llovera

„Mañana llovera“ hat Martin angekündigt und es ist so. Als wir heute Morgen das Fenster öffnen, regnet es aus Kübeln und aus einiger Entfernung hört man sogar Donnergrollen. Regen …, das bedeutet, dass wir heute nicht in der Terraza del Gourmet frühstücken können, da es hier nur Aussenplätze gibt. Hm, was machen wir? Wir verzichten aufs Frühstück und machen uns auf den Weg nach Hause! Ja, ja, war natürlich geplant so, denn heute hat uns der Wecker erstmalig seit einiger Zeit um halb sieben aus dem Schlaf geholt. 

Wir bereiten alles für unsere Abreise vor und fahren mit dem Taxi um 8.00 Uhr zum Airport Alicante/Elche. Frühstücken tun wir heute bei Starbucks, wo mein lieber Mann sich das Gaudi gönnt, unsere Kaffee-Spezialitäten unter Angabe des Vornamens „Jorge“ zu bestellen. Na ja, er hätte auch „Van Damme“ sagen können, wie der leicht angesäuerte Beneluxer, der partout nicht verstehen konnte, warum eine junge Frau bei Aufnahme seiner Kaffee-Bestellung auch gleich seinen Namen wissen will. 

Jorge

 Mit dem letzten Schluck Kaffee beginnt auch schon das Onboarding unseres EasyJet Flugs nach Ginebra. Alles klappt bestens. Mit Plätzen in der Reihe 12 können wir das Flugzeug aus dem Trockenen heraus besteigen und müssen nicht wie die Mitreisenden ab Reihe 15 durch den Regen gehen, um den hinteren Eingang zu benutzen. Unsere Plätze mit zusätzlicher Beinfreiheit, next to the Emergency Exit – alles verläuft einwandfrei. Das gleich gilt für die Gepäckausgabe, so dass wir in Genf den Zug um 12.50 Uhr nach Bern erreichen. Mit einem kleinen Picknick im Zug, Lektüre und E-Mail-Check näheren wir uns unserem Daheim. 

 

Schön ist‘s gewesen in Spanien. Wir haben die Zeit in der Wärme, mit vielen interessanten Sehenswürdigkeiten, unspektakulären aber trotzdem schönen Tagesgeschehnissen, mit leckerem Essen und viel Zeit für uns sehr genossen und unsere Batterien frisch geladen. Am 4.11. sind wir beide absolut exhausted von zu Hause aufgebrochen, auf dem letzten Zacken, seit Tagen nur mit wenigen Schlafstunden. Heute kehren wir zurück. Relaxed und voller Ideen und Tatendrang. Tragen wir Sorge zu diesem Zustand und schauen wir, dass wir das positive Energie-Level bis zur Feiertagsbrücke halten können.

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Mittwoch, 14. November 2018: Let‘s rock the castle

Wellness für uns ist in diesen Ferien der ausgiebige Schlaf, zu dem wir kommen. Da wir keine Hotelfrühstücks-Zeiten zu berücksichtigen haben, können wir es jeweils sehr gemütlich angehen lassen. Wenn wir wach und frisch gemacht sind, geht‘s los. Frühstück gibt‘s für uns im gleichen Restaurant wie an den beiden letzten Tagen. Zu lecker, nett und schön ist es hier … auch wenn heute die Sonne nicht scheint. So gestärkt geht es auf den Mittelteil der Esplanade, mit dem Ziel, ein Foto wie „anno dazumal“ von uns machen zu lassen. Wie die „Minutenmänner vor über 100 Jahren“ baut José Luis Navarro hier seine altmodische Plattenkamera auf. Direkt vor Ort entwickelt er in „just a minute“ das gestochen scharfe Schwarz-Weiss-Portraitbild von Martin und mir und schneidet sogar den Rand old-fashioned kurvig zu. Super Sache, viel gelacht. 

Bitte lächeln!

 

Martin kehrt zum Hotel zurück, da er an einer geschäftlichen Skype-Sitzung teilnehmen will. Mich zieht es in der Zwischenzeit in die Stadt, wo ich noch zwei drei (Souvenir-)Einkäufe erledige und gegen 13.30 Uhr ins Hotel zurück kehre. Gemeinsam geht es nun hinauf zur Burg. Ein Aufzug von der Platja del Postiguet führt uns direkt auf den Burgberg Monte Benacantil. Vom Castell de Santa Bàrbara aus hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt Alicante und das Umland. Wir geniessen den Ausflug in die luftige Höhe sehr, so dass die Zeit im Flug vergeht. Vom Castell aus haben wir zwei grosse Kreuzfahrtschiffe ausmachen können, die heute vor Alicante angelegt haben. Wir schlendern der Muelle de Levante entlang und gelangen so in den Hafen. Der Weg führt uns an einer Gedenktafel für Archibald Dickson, Kapitän des britischen Frachters „Stanbrook“ vorbei, der am 28. März 1939, d.h. kurz vor Ende des spanischen Bürgerkriegs, seine Ladung entgegen den Anweisungen des Schiffeigners in Alicante löschte, um mehr als 2‘600 Flüchtlinge an Bord zu nehmen. Mit seinem Schiff brachte er die Zivilisten ins algerische Exil nach Oran. 

Auf der Burg

 

Wir setzen unseren Spaziergang soweit fort wie man als Normalos gehen kann (dann ist nämlich alles abgesperrt) und erhalten von einer Terrasse aus doch noch einen sehr guten Blick auf die grossen Pötte. Wir kehren in die Stadt zurück, wo Martin den Barbier von Alicante aufsucht, der tolle Arbeit leistet und ich ins Hotel zurück kehre. Nach einem Moment der „befohlenen Ruhe“, wie Martin zu pflegen sagt, gehen wir auf dieser Reise ein letztes Mal Abendessen. Location und Bewertung Qualität, Leckerheitsgrad und Spassfaktor s. Eintrag vom 13.11.2018 (Repeater halt). Nachtrag zum Eintrag vom 13.11.2018: Was ich vergessen habe zu erwähnen: Wir haben im Restaurant zwei Décimos der spanischen Weihnachtslotterie – Sorteo de Navidad – gekauft. Der Sorteo de Navidad ist eine in Spanien seit 1812 ausgespielte Form der staatlichen Lotterie, die jedes Jahr am Vormittag des 22. Dezember stattfindet. Die spanische Weihnachtslotterie gilt, gemessen an der ausgespielten Gesamtsumme, als die grösste Lotterie der Welt. So waren beispielsweise im 2013 Gewinne in Höhe von insgesamt 2,24 Mrd Euro vorgesehen. Auf den Hauptpreis, El Gordo („Der Dicke“) entfällt ein Gesamtgewinn von 640 Mio. Euro. „Der Dicke“ wird dann jeweils auf die Inhaber der „Dicken-Serie-Décimos“ aufgeteilt.

 

Pötte

 

 

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Dienstag, 13. November 2018: Keine Elche in Elche

Auch heute zieht es uns als erstes zur Esplanade und dort wieder zum Bäckerei-Café La Terraza del Gourmet. Auch heute: Herrlich! Der Kellner jedenfalls kennt uns bereits und bringt doch tatsächlich mit der Rechnung auch gleich das exakte Retourgeld auf die 50 Euro-Note, mit der Martin heute wie auch bereits schon am Vortag bezahlt. Cleveres Kerlchen. 

Diretissima machen wir uns anschliessend auf Richtung Bahnhof, wo wir den 12.05 Uhr Zug nach Elx/Elche nehmen. Der Zug fährt pünktlich aus, führt uns wieder an die Küste und von dort Richtung Airport Alicante weiter ins Landesinnere. Nach gut 30 Minuten Fahrt steigen wir in Elx/Elche Parque aus und machen uns auf den Weg ins Stadtzetrum. „Elx/Elche mit seinen 233‘000 Einwohnern lebt von seinem Ruf als Heimat der Palmen und der Schuhherstellung.“, steht in unserem Reiseführer. Palmen ja, Schuhe Fehlanzeige. Aber alles der Reihe nach. Unser Weg führt uns als erstes zu Resten der Stadtmauer und zum Torre de l‘Homenatge, einem Burgturm aus arabischer Zeit, der in den Palau d‘Altamira integriert ist. Heute beherbergt der Palast das Museu Arqueològic i d‘Història d‘ Elx (MAHE). 

Arabisches Bad



Einen kurzen Besuch legen wir bei den arabischen Bädern aus dem 12 Jh. ein, die seit dem 14 Jh. zum Kloster de la Merced gehören. Teile des Klosters können wir ebenfalls besichtigen. Uns zieht es weiter zur eigentlichen Attraktion von Elx/Elche: dem Palmhain. Hier in einer der heissesten Zonen Spaniens, fühlt sich die aus dem afrikanisch-asiatischen Wüstengürtel stammende Dattelpalme offensichtlich sehr wohl. Wahrscheinlich pflanzten schon die Phönizier Palmen in Elx an, aber im grossen Stil kultiviert und bewässert wurden sie erst von den Arabern. Die Bäume bilden innerhalb der Stadt einen rund 2 km langen und 1 km breiten Park. Die Pflanzungen sind in einzelne horts (huertas: Gärten) unterteilt, in denen sich die maurischen Anbau- und Bewässerungstechniken erhalten haben. Manche der historischen Bäume sind bis zu 200 Jahre alt und 30 – 40 Meter hoch. Schade nur, dass die Parkanlage nicht durchschritten, sondern nur umwandert werden kann – dies entlang von teilweise recht stark befahrenen Strassen. Wir verzichten darauf enttäuscht zu sein, sondern geniessen das, was es zu geniessen gibt und kehren dann zurück in die Innenstadt, wo wir uns eine kleine Erfrischung gönnen. 

Palmen


Danach legen wir einen Stadtbummel ein, auf dem wir wie angekündigt hoffen, einige schöne Schuhläden zu entdecken. OK es ist Siesta-Time aber können so gut wie keine Schuhgeschäfte ausmachen, abgesehen von Boutiquen mit High Heels, die ich nur unter gleichzeitiger Zuhilfenahme von Geh-Hilfen tragen bzw. nutzen könnte. Um 16.00 Uhr fahren wir wieder zurück nach Alicante, wo wir die Zeit bis zum Abendessen, erneut in der Taberna del Gourmet (erneut wieder äusserst leckere Gerichte genossen) nach Lust und Laune verbringen.

 

Ein kurzer Verdauungsspaziergang entlang der Esplanade und dann geht‘s müde aber sehr zufrieden zurück ins Hotel.

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Montag, 12. November 2018: Siesta-Day

Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein locken uns aus unserem Schlafgemach. Frühstück gibt‘s heute outdoor auf der Esplanade im Bäckerei-Café La Terraza del Gourmet. Herrlich! 

 

Frühstück

 

Danach kehren wir zum Hotel zurück und ziehen unsere Badekleider an. Heute geht‘s an den Strand. Lesen, lesen und lesen sowie spazieren am Strand sind angesagt. Zwischendurch gönnen wir uns einen Snack aus frischen Manderinen und Orangen, die wir auf dem Markt gekauft haben. Genussvoll „tanken“ wir die November-Sonne für den bevorstehenden Schweizer Winter in uns auf. Gegen 16.00 Uhr macht sich die Sonne rar, daher wird es kühl. Wir kehren zum Hotel zurück, machen uns stadtfertig und begeben uns auf einen Stadtbummel der Rambla entlang. Ein Apéro (Aigua de Vàlencia) und ein feines Pizza-Essen runden diesen erholsamen Ferientag ab.

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Sonntag, 11. November 2018 (MARTINS-Tag): Mit dem 1-Tram nach Benidorm

Wieder haben wir Prachtswetter. Das ist gut so, denn heute wollen wir einen Ausflug in die Ferienhochburg von Benidorm machen. Während wir aufstehen und uns herrichten, laufen vor unserem Hotel die letzten Vorbereitungen für den Start eines Benefiz-Laufs, im Kontext zu Hautkrebs (mehr haben wir nicht verstanden). Eine scheppernde Lautsprecheranlage (Magnificooo!) und eine Trommel-Combo gleich ums Hauseck tragen das ihrige zum Gefühl bei, mitten drin im munteren Treiben zu sein. Der Rambla entlang geht‘s zuerst Richtung Tramstation. Zuerst steht aber Frühstück auf dem Programm. Wir haben hier in Alicante nur das Zimmer gebucht und suchen uns jeweils eine neue Desayuno-Location aus. Die heutige werden wir nicht noch ein zweites Mal berücksichtigen. Das Essen schmeckt gut aber die Bedienung war wohl zu lange im Ausgang, jedenfalls ist sie schwer schlaftabletten-mässig unterwegs. 

La Vila Joiosa

Danach rasch die letzten Schritte zur unterirdisch gebauten Tramstation zurückgelegt, ein Ticket nach Benidorm gelöst und nach einer Viertelstunde Wartezeit das Tram der Linea 1 bestiegen. Nach kurzer Fahrt verlässt das Tram den Tunnel und gibt gleich einen herrlichen Blick aufs Meer sowie aufs Castell von Alicante frei. Insbesondere die lange Passage entlang der Strandpromenade ist toll, gibt es hier doch viel zu sehen. Wimmelbild-ähnlich verteilen sich Jogger, Skater, Familien und Badende auf Promenade, Strand und im Wasser. Aber in sehr angenehmen Mengen – das Bild in der Hochsaison gestaltet sich wohl definitiv anders. 

Am Strand von La Vila Joiosa

Nach 52 Minuten Fahrt steigen wir in La Vila Joiosa aus dem Tram. Die Gassen der hübschen Altstadt führen alle zum Meer. Auffällig sind vor allem an der Strandpromenade die farbigen Hausfassaden in Ocker, Grün, Rot oder Indigo, welche die Bedeutung des Ortsnamens unterstreichen: die fröhliche Stadt. Warum sind die Häuser so bunt? Damit die Fischer besser erkennen können, wohin sie zurückkehren müssen (Erklärung aus unserem Reiseführer). Schuhe ausziehen und am Strand entlang spazieren. Es ist der 11. November und wir geniessen die rund 25 Grad Lufttemperatur in vollen Zügen. Zum Lunch gibt es die UVA-Trauben, die wir am Vortag in der Markthalle gekauft haben. Danach kehren wir zur Tramstation zurück und erreichen das gerade einfahrende 15.00-Tram nach Benidorm. 

Bald zeigen sich die ersten Benidorm-Vorboten. Wenn es eine spanische Stadt gibt, die als Synonym für Massentourismus herhalten muss, dann ist es Benidorm. Tatsächlich verdankt sie das der Vision einiger Unternehmer und Politiker, die in den 1950er-Jahren, mitten in der Franco-Zeit, einen Schritt nach vorn wagen wollten. Sie zettelten eine städtebauliche Revolution an die aus einem kleinen Fischerdorf eine Stadt mit 70‘000 Einwohnern machte, in der im Sommer über 400‘000 Menschen wohnen. Tja, und so schaut Benidorm auch aus … Wann fährt das nächste Tram nach Vila Joiosa? Mit seinen über 100 Wolkenkratzern bildet Benidorm eine echte Betonmauer am Mittelmeer. Jahrelang lief in Benidorm der Wettbewerb, welches Bauunternehmen den höchsten Turm hinstellt. Nur logisch, dass durch Wirtschaftskrise und Spekulation einige der Türme als Skelette stehen blieben. Die berühmteste Bauruine ist das 189 m hohe Apartmentgebäude inTempo in Form eines riesigen M. Nach einer kurzen Erfrischung (mittig auf dem Weg von der Tramstation zum Meer) kehren wir um und machen uns mit dem 17.00-Tram auf den Weg zurück nach Alicante, wo wir kurz nach 18.30 Uhr (es ist auch hier bereits komplett dunkel) im Zentrum ankommen. 

Fürs Abendessen begeben wir uns heute in die Taberna del Gourmet, wo wir uns ein Tapas-Menü gönnen. Oh Mann, so lecker. Wir schwelgen und dann noch der tolle Wein … das können die wirklich ganz gut, die Spanier. Wir und so satt, dass wir nicht einmal mehr an Kaffee denken können. Im Hotelzimmer lassen wir einmal mehr einen unvergesslich schönen Ferientag ausklingen. Und weil am Nachmittag YB in. St. Gallen mit 3:2 Toren gewonnen hat, ist unsere Welt in allerbester Ordnung. Eben: MARTINS-Tag.

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Samstag, 10. November 2018: Some lines a day

Unser genussvoller Samstag umschrieben in wenigen Zeilen: Aufstehen, tagfertig machen, leckeres Frühstück im Restaurante Plaza Canalla (mmh – toll), anschliessend Sightseeing- und Shopping-Spaziergang inkl. Besuch der hiesigen Markthalle. Zurück im Hotel ist Siesta angesagt bis zum Pizza-Abendessen. Zu Bett gehen – gute Nacht.

Besuch auf dem Markt

 

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Freitag, 9. November 2018: Beschwipster Freitag

Die Regenwolken und ihr Inhalt haben sich über Nacht verzogen. Schon bald füllt sich unser kleines Zimmer mit dem schönsten Sonnenschein. Gemächlich starten wir in den Tag und gönnen uns noch einmal ein leckeres Paneteria-Früchstück. Danach packen wir unser Reisegepäck und machen uns kurz nach 12.00 Uhr zu Fuss auf den Weg zum Estació de València-Joaquim Sorolla, wo unser Zug um 13.16 Uhr nach Alicante abfährt. Der Check-In mit Gepäck- und Ticketkontrolle läuft einwandfrei ab und so können wir Platz nehmen auf unseren reservierten Sitzen. Kurz nachdem der Zug abgefahren ist, kommt eine Renfe-Angestellte und verteilt die Menukarte bzw. schenkt ein Apéro aus. 

Menu

Dann folgt schon gleich das Menu bestehend aus einem Kartoffelsalat mit Oliven, einem Fisch-Gericht an einer Tomatensauce mit Erbens, Bohnen und Pilzen und einem Patisserie-Dessert. Zu diesem leckeren Essen genehmigen wir uns einen Rotwein (wir erhalten je eine Flasche mit 1.8 dl Wein!). Das Essen mundet und setzt das i-Tüpfelchen auf die Zugreise durch die schöne Landschaft, die grösstenteils aus Agrargebiet besteht (Orangen, Artischocken, Oliven und Trauben). Wir tuckern gefühlt gemütlich durch die Gegend und treffen nach rund 1 3/4 Stunden Fahrt in Alicante ein. Hier bringt uns ein Taxi zum Hotel Hospes Amérigo 

Buenas Noches

…wir spüren den Wein im Kopf. Beim Hotel-Check-In wird uns ein Glas Cava angeboten, da können wir natürlich nicht nein sagen. Wir geniessen den Cava im stylishen Lobby-Bereich und spüren alsbald auch den im Kopf. Also nun ab ins Zimmer (305). Super schön, ebenfalls sehr stylish, wenngleich nicht sehr funktional eingerichtet. Aber was soll‘s. Als erstes legen wir unsere Köpfe für eine Siesta aufs Kissen. Erholt und wieder klar im Kopf inspizieren wir eine Stunde später zuerst das Hotel, dann die Promenade sowie einen ersten Teil von Alicante bevor wir im italienischen Restaurant Spiga einen Teller Pasta essen gehen. Gemütlicher Tages-Ausklang im Hotel.

 

 

Strand von Alicante

 

 

 

 

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Donnerstag, 8. November 2018: Auftanken in der grünen Lunge

Heute frühstücken wir in einer Paneteria-Filiale (Bäckerei und Café) gleich hinter unserem Hotel. Baguette und Kaffee schmecken herrlich und stärken uns für den Tag. Erste Anlaufstation ist heute der l‘Estació del Nord, wo Martin gekonnt in spanischer Sprache unsere Tickets für die morgige Zugreise nach Alicante besorgt. Der Renfe-Mitarbeiter spricht drum kein Englisch. Super, wir reisen morgen um 13.16 Uhr weiter südwärts. Obwohl es uns noch gar nicht nach Abschied nehmen von Valencia ist. Zu gut gefällt es uns hier. 

Fischersfritzfischtvielefische

Heute Morgen steht eine Valencia-Markt-Tour auf unserem Programm. Zuerst zieht es uns zum Mercat Central. Mit 8‘000 m2 Verkaufsfläche ist er einer der grössten Europas. Es herrscht ein munteres Treiben von Einheimischen und Touristen, die sich alle ihren Weg zwischen den verschiedenen Ständen mit ihrem reichhaltigen Angebot bahnen. Vielerorts wird für Gratis-Heimlieferung geworben. An einem Fischstand entdeckt Martin eine Infotafel, auf der darauf hingewiesen wird, dass einem der dort gekaufte Fisch abends in einem Restaurant gleich beim Markt frisch zubereitet wird. 

Hohes Gericht

Plötzlich kommt uns in den Sinn, dass wir ja eigentlich um 12.00 Uhr auf dem Mare de Déu-Platz sein wollten. Denn jeden Donnerstag nehmen um diese Zeit sieben in schwarze Talare gehüllte Männer in einem Halbkreis auf historischen Stühlen Platz. Der demokratisch gewählte Tribunal de les Aigües entscheidet hier seit mehr als tausend Jahren über Streitigkeiten und Verletzungen des Bewässerungsrechts. Ein wirklich nicht unwichtiges Thema. Valencia, die Hauptstadt der Valencianischen Gemeinschaft mit heute 1,5 Mio. Einwohnern im Grossraum ist heute die drittgrösste Stadt Spaniens und auch wirtschaftlich von überregionaler Bedeutung. Im Zentrum finden sich Überreste aus der Zeit der römischen Stadtgründung von 138 v. Chr. Aber seine Blüte erreichte das ehemalige Balansiya unter arabischer Herrschaft. 1238 eroberte der aragonesische König Jakob I. die mittelalterliche Kaufmannsstadt zurück. Und auch nach der Christianisierung blieb das wichtigste Erbe der Mauren erhalten: ein Bewässerungssystem, dem Valencia sein fruchtbares Umland verdankt und das sich trotz des touristischen Baubooms bis heute erhalten hat. Wir kommen um 12.10 Uhr auf dem Platz an und die heutige Tagung befindet sich gerade in der Auflösphase. Es gelingt uns aber noch einen letzten Blick auf die illustre Runde zu erhaschen. 

Mercat de Colón

Wir ziehen weiter zum Mercat de Colón. Den Weg dorthin bahnen wir uns durch MSC-Kreuzfahrt-Touristen, von denen die Gruppen 15, 16 und 5 sich gerade in der Innenstadt aufhalten, vorbei an der hübsch gekachelten Horchatería Santa Catalina, in der Erdmandelmilch angeboten wird und die seit über 200 Jahren eine Institution ist. In die restaurierte modernistische Halle des Mercat Colón sind Gastrostände und Bars eingezogen. Wir gönnen uns einen kleinen Mittagssnack bevor wir uns noch einmal Richtung „altes“ Flussbett des Riu Túria aufmachen. Wo dieser ehemals mitten durch die Stadt floss, wurde 1986 einer der grössten städtischen Naturparks Spaniens eingeweiht, der Jardí del Túria. 1957 war es zu gewaltigen Überschwemmungen mit 81 Todesopfern gekommen, weshalb der Fluss umgeleitet und sein altes Bett trockengelegt wurde. Spazieren, joggen, radeln, skaten durch die mehr als 9 km lange Oase ist angesagt. Wunderschön, gemütlich und ruhig und in der warmen Herbstsonne des Tages einfach grossartig.

Stadt der Künste und der Wissenschaften

Der Naturpark endet bei der Stadt der Künste und der Wissenschaften, wo wir uns nochmals am Gesamt-Ensemble erfreuen, fotografieren, das Ambiente geniessen und uns ein Glacé gönnen. Wir geniessen das gemütliche Nichtstun, das uns Treibenlassen und das Zeithaben für den Moment. Mit dem Bus geht‘s später zurück in die Stadt, wo wir noch kurz shoppen gehen und Martin dem Barbier von Valencia einen Besuch abstattet. Wir tripadvisern eine Location für unser heutiges Abendessen und beschliessen, ins Asador San Telmo Restaurant zu gehen, das in unserem Wohnquartier, dem Russafa-Viertel liegt. Wir betreten das kleine Lokal, bestellen uns eine Vor- und eine Hauptspeise und wähnen uns schon bald in der Altstadt von Bern, da sich innert kürzester Zeit 20 Berner in dem kleinen Lokal befinden. Dazu noch zwei Beneluxer und vier Spanier. Witzig. Draussen hat es zu regnen begonnen. Hurtig machen wir uns auf den Heimweg und lassen einen weiteren tollen Ferientag Revue passieren.

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Mittwoch, 7. November 2018: Gäub-schwarz in Valencia

 

Museo de las Ciencias

Heute frühstücken wir in der Fussgängerzone bei Pans à l‘Espagnole. Es ist wärmer als gestern und die Sonne scheint. Am heutigen Tag steht das Champions League Spiel zwischen Valencia CF und dem BSC Young Boys an. Martin will sich im Fanshop von Valencia noch einen Match-Schal kaufen, so ist dieser Shop unsere erste Anlaufstation des Tages. Etwas später nehmen wir den Bus Nummer 35, um zu Valencias Stadt der Künste und der Wissenschaften zu gelangen. Wir sind sofort mehr als begeistert. Weisser Beton, Stahl und Glas sind die dominierenden Materialien, geschwungene Linien, Asymmetrien, der Verzicht auf rechte Winkel und das Spiel mit dem Himmel und dem Licht schaffen eine ganz besondere Ästhetik. Um ehrlich zu sein, glaube ich, dass die fantastische Architektur der Objekte fast wichtiger ist als ihr Inhalt. 1994 begannen die Bauarbeiten, die auf einer Länge von knapp 2 km (im trockengelegten Flussbett des umgeleiteten Riu Túria) die avantgardistische Ciutat de les Arts i de les Ciènces schufen, eine Mischung aus Museumskomplex und Vergnügungspark. Als erstes Gebäude wurden 1998 das Kino und das Aquarium eröffnet. Visionäre dieses Projekts waren übrigens Santiago Calatrava und Félix Candela.

Hi Hai!

Uns zieht es zum Aquarium und hier ist es schlicht grossartig, amazing, wow, super, inoubliable! Das L‘Oceanogràfic, mit über 50‘000 Tieren der grösste Meerespark Europas, umfasst mehrere Gebäude von Candela. Seine rund 42 Mio. Liter Salzwasser, die über eine Pipeline aus dem Meer kommen, entsprechen dem Fassungsvermögen von 15 olympischen Schwimmbecken. Es macht unendlich Freude den grossen Aquarien entlang zu schlendern und den Fischen und Meeresbewohnern zuzuschauen, sie zu beobachten bzw. sie überhaupt zu entdecken. Wir staunen und tauchen ein in eine einzigartige Welt. In den Aussenanlagen können verschiedene Vogelarten, Pinguine und Krokodile bewundert werden. Ein weiteres Highlight ist die arktische Anlage mit den Seelöwen, Belugas und den Pinguinen – die Pinguine, die ihn ihrem „Habitat“ sogar eine Beschneiungsanlage haben. Im Aquariumstunnel mit Haifischen, Mantas und einer Vielzahl anderer Fische kann man förmlich in die Welt der Ozeane eintauchen … es sei denn man stehe gleichzeitig mit einer spanischen Grundschul-Klasse im Tunnel und ist einfach nur dankbar, dass das Material des Glastunnels bei diesem Lärm nicht zerbricht.

Kurz nach 15.00 Uhr geht‘s mit dem Bus zurück zum Hotel, wo wir uns auffrischen und umziehen, denn wir haben uns um 16.00 Uhr mit Zimmermanns & Co. verabredet, um mit ihnen anschliessend zum Fussball-Stadion Mestrella zu gehen. Also so eine Art kleiner Fan-Marsch zu machen. Die Zeit reicht noch für ein erfrischendes Getränk in einem Strassencafé und dann geht‘s schon los. Auf dem etwa 25-minütigen Fussweg zum Stadion stossen wir auf zahlreiche YB-Supporters. Beim Stadion angekommen, erklimmen wir unsere Plätze im obersten Sektor des Stadions. In den Bergen müsste man sich anseilen, um sich in so einem steilen Gelände sicher fortzubewegen.

Mestalla

Eine Stunde vor Spielbeginn haben wir uns eingerichtet und die Vorfreude auf das Spiel steigt. Interessantes Detail: Valencia hat seit 2007 einen Stadion-Neubau für den Valencia CF in Planung, dessen Inbetriebnahme für 2010 später für 2013 geplant war. Der Baufortschritt und damit die Einweihung des neuen Stadions verzögern sich aber in regelmässigen Abständen. So spricht man aktuell von einer möglichen Inbetriebnahme im 2021!

Merci YB!

Um 18.55 Uhr pfeift Schiedsrichter Kovac die Partie an. Leider läufst für YB nicht rund. Schon bald liegen sie im Rückstand, können diesen aber vor der Pause durch ein wunderschönes Tor aus dem Spiel heraus ausgleichen. Danke Röschu (Roger Assalé)!!! Leider gelingt dies nach den weiteren zwei Toren, die Valencia erzielt nicht mehr und auch die rote Karte, die Sanogo kriegt, trägt das ihrige dazu bei, dass der Abend für die YB-Supporters kein guter wird. Ein Lehrstück für YB: Die Valencia-Spieler fallen beim geringsten Körperkontakt theatralisch um, lassen sich beweinen und pflegen und lachen sich wohl insgeheim ins Fäustchen, weil mal um mal der involvierte YB-Spieler eine farbige Karte vor die Nase gehalten erhält. Und der schwache Schiedsrichter trägt das seinige zu diesem traurigen Spielchen bei. Aber henu … es hat trotzdem „ein wenig“ Spass gemacht. Nach dem Abpfiff applaudieren wir noch kurz den YB-Jungs und verlassen das Stadion zügig auf der schier unendlich lang scheinenden Rampe, die uns von unseren „Höhen-Sitzplätzen“ wieder auf Höhe Meerespiegel bringt. Zu Fuss kehren Martin und ich zum Hotel zurück, erhalten von einem Spanier, der mit seinem Enkel ebenfalls dem Spiel beiwohnte, noch wertvolle Stadt-Tipps, und gehen in einem ums Eck zu unserem Hotel liegenden Restaurant noch eine Kleinigkeit essen.

 

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Dienstag, 6. November 2018: Madrid kann auch schön

 

Guten Morgen Madrid

Augen auf und wow! Eine von Sonne umhüllte Stadt Madrid liegt uns zu Füssen. Geniale Weitsicht aus dem 24. Stock, wo unser Zimmer liegt. Die Vorfreude auf das tolle Frühstück erheitert unsere Stimmung noch zusätzlich. So sitzen wir schon bald an einem Fenstertisch und geniessen das tolle Panorama bei einem reichhaltigen Frühstück. 

 

Entenschnabel

Danach legen wir eine Siesta ein, denn die Reisevorbereitungen haben wir rasch abgeschlossen. Per Taxi geht‘s zurück zum Atocha-Bahnhof, wo bereits unser Entenschnabel-Lok-Zug auf uns wartet. Reservierte Plätze bezogen, Bücher und Zeitschriften rausgekramt und die zweistündige Fahrt kann beginnen. Die Reise führt uns weiter südwärts teils durch karges Land, durch Olivenbaum-Plantagen und durch Industriezonen. 

Pünktlich trifft unser Zug in València in der Estacíon Joaquín Sorolla ein. Per Taxi geht’s zum Hotel AC Colon (Zimmer 612). Es folgt ein erster Stadtbummel, auf dem wir feststellen, dass sich zur strahlenden Sonne ein beissender Wind gesellt hat, so dass wir froh, um unsere warmen (Dauen-)Jacken sind. Das Kolosseum, der wunderschön gestaltete Nordbahnhof, la Plaça Ajuntament und la Plaza de la Reina sind unsere Anlaufstationen. Sightseeing macht durstig. Wasser muss her. Gut gibt‘s valencianisches Wasser – Aigue de València: Sekt mit Organgensaft, Gin und Wodka! So erfrischt und mit ein Tapas unterlegt, läuft es sich grad viel leichter. 

 

Valencia by night

Es gilt festzuhalten, dass die Plaça de la Mare de Déu mit der gleichnamigen Basilika auch ohne Alkohol-Einfluss ein traumhaftes Gesamtbild abgibt – insbesondere zur blauen Stunde. Wir setzen unsere Reise fort und fahren per Taxi zum Hafen und zur Playa del Cabanyal – las Arenas. Strand, Sand und Meer bei Nacht und nahezu menschenleer ist schon etwas speziell. Wir spazieren der Strandpromenade mit ihren Joggern entlang und treffen uns im Restaurant Panorama mit der Zimmermann-Family und ihrer Reisegruppe zu einem gemütlichen Abendessen. Ein leckeres Essen mit verschiedenen Vorspeisen to share und Fisch- bzw. Fleischgerichten als Hauptgang. To share gibt es für Martin und mich eine katalanische Crème mit Vanille-Eis. Super lecker, dieser Abschluss. Gemeinsam geht es per Taxi zurück in die Stadt. Nach einem kurzen Spaziergang treffen wir bei unserem Hotel ein. Müde aber happy gehen wir zu Bett.

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Montag, 5. November 2018: Real Madrid … really real.

Wir haben herrlich geschlafen. Völlig relaxed und erholt wachen wir nach über neun Stunden Schlaf um 8 Uhr auf. Buonas diaz. Aber hallo … es regnet! Gut, dann gönnen wir uns mal eine ausgiebige Dusche und begeben uns in den 30. Stock ins Restaurant zum Frühstück. Herrlich was es da alles gibt: Ein reichhaltiges Kuchenbuffet, Lachs in verschiedenen Variationen, Schinken, Käse, Tortillas, Gemüse, Reis, scrambled eggs, Cerealien, ein leckeres Früchteangebot. Wow! Einfach nur toll. Vom Tisch direkt am Fenster geniessen wir eine tolle Aussicht auf den Bahnhof Chamartín. Von hier aus kann ich bestens von Entenschnäbel-Lokomotiven gezogene Zugskompositionen beobachten (bisher kannte ich nur Hamsterbacken- und Gumminasen-Loks …).

Puerta del Sol

Als wir das Hotel verlassen, ist es draussen neblig-regnerisch und nass. Wir gehen zur U-Bahn-Station Begoña, lösen einen Tagespass und fahren mit der Linie 10 ins Zentrum. Wohin zuerst? Natürlich zur Puerta del Sol! Das „Sonnentor“ macht seinem Namen heute nur wenig Ehre, ist aber ein schön gestalteter Platz und das Nervenzentrum, wo sich eilige Berufstätige und Müssiggänger, Touristen, Einkaufsbummler und verkleidete Kunstfiguren treffen. Von hier aus ist es nicht weit zur Plaza Mayor, dem Hauptplatz, der guten Stube Madrids, die den Besuchern der Stadt gehört. In unserem Reiseführer steht: „Auf der Plaza Mayor vergeht die Zeit etwas langsamer als im Rest der Stadt. Die Besucher lassen sich auf den Stühlen der Restaurants nieder und hören den Strassenmusikern zu.“. Bei diesem Hudelwetter ist nichts von alledem der Fall. 

Mercado San Miguel

Der böige Wind frischt alles auf, der Nieselregen trägt das seinige dazu bei, „dass d‘Meitschi d‘Häntsche alege und d‘Buebe gschwind loufe“. Uns führt der Weg zum Mercado de San Miguel, einer schönen Markthalle, die aber nichts mehr mit einem traditionellen Markt zu tun hat. Die Halle aus Glas und Eisen von 1916 ist ein privat betriebener Gourmettempel. Tapas allüberall, Obst-, Käse- und Fischstände, eine Sherrybar, ein Café mit wunderschönen Patisseries. Es hat aufgehört zu regnen, die Sonne drückt leicht durch. Wir spazieren weiter zur Almudena-Kathedrale – ein zeitgenössisches Bauwerk, in dem der damalige Kronprinz Felipe de Borbó y Grecia 2004 seine Letizia geheiratet hat. Sehr schön und modern gestaltetes Kirchenhaus. Ja und direkt an die Kathedrale haben Königs ihren Wohnsitz im Palacio Real mit 280 Gemächern. Wir spazieren weiter bis zum Templo de Debod im Parque del Oeste. Der kleine altägyptische Tempel zu Ehren der Götter Amun und Isis (2. Jh. v. Chr.) ist das älteste Bauwerk Madrids. Die ägyptische Regierung schenkte den Tempel dem spanischen Staat zum Dank für die Hilfe spanischer Archäologen bei der Rettung Abu Simbels am westlichen Nilufer während des Baus des Assuanstaudamms in den 1960er-Jahren. Von hier aus geniessen wir das tolle Panorama über die Casa de Campo und den Königspalast. Auf dem Weg zurück in die Innenstadt kommen wir an der Bar Martin vorbei. Da legen wir doch eine kurze Pause ein. Ein Glas Rotwein und Tapas gibt‘s zur Stärkung. Satt und aufgewärmt geht‘s wieder zurück Richtung Puerta del Sol. Zuerst aber noch ein Zwischenstopp in der Gourmet Experience Gran Vía im 9. Stock des Corte Inglés an der Plaza Callao. Von der Terrasse des Restaurants aus hat man einen einmaligen Blick über die Stadt. 

Kybele-Brunnen

Nos vemos en el Oso y el Madroño – „Wir treffen uns beim Bären und dem Erdbeerbaum.“ Das Madrider Stadtwappen, das als Skulptur den Eingang zur Calle de Alcalá markiert, ist der Loeb-Egge Madrids. Beim Bären und dem Erdbeerbaum kommen wir auf dem Weg zur Plaza de Cibeles mit dem Kybele-Brunnen vorbei. Rund um diesen Brunnen feiern Anhänger und Spieler von Real Madrid jeweils ihre Siege. Die letzte Etappe unserer zu Fuss-und-Metro-Reise führt uns noch einmal in die Estación de Atocha. Diesmal verweilen wir gemütlich im Palmgarten. Von dort geht‘s anschliessend in eine kleine Tapas-Bar, wo wir eine Kleinigkeit essen und uns aus der Soft-Drink Karte Tinto de Verano bestellen. „Sommerrotwein“, halb Rotwein, halb gaseosa mit viel Eis. Na also bitte, über die paar Promillchen wollen wir jetzt mal grosszügig hinweg schauen. Mit der Metro geht‘s nordwärts zurück ins Hotel, wo wir diesen tollen Tag gemütlich ausklingen lassen.

 

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Sonntag, 4. November 2018: Kreuzworträtsel: Französische Küsenstadt (4 Buchstaben)

Der Wecker klingelt uns kurz vor 5 Uhr morgens aus unseren Träumen. Aber alles ist gut: Wir haben Ferien … das ist kein Traum.

Umsteigen in Nîmes

Heute geht‘s auf nach Spanien! Rasch noch die letzten Ferienvorbereitungen getroffen und schon sind wir auf der ersten Teil-Reisestrecke von der Länggasse an den Bahnhof. Versorgt mit Cappuccino und Brötchen besteigen wir den Zug nach Genf. Eine rund 13-stündige Zugreise steht uns bevor. Von Genf geht‘s weiter nach Lyon, direkter Anschluss nach Nîmes und von dort nach kurzem Bahnhof-Aufenthalt weiter Richtung Barcelona. 

Wir kommen zügig voran und fahren im Verlauf des Nachmittags an der Stadt SETE vorbei. Die Stadt die wir ausschliesslich aus Kreuzworträtsel kennen, wird sie dort doch regelmässig abgefragt. Das wird so bleiben, da wir hier keinen Aufenthalt eingeplant haben. Schöner Effekt der Reise: es wird kontinuierlich wärmer und das Wetter schöner. In Barcelona scheint sogar die Sonne. In Barcelona verpassen wir allerdings wegen einer in Frankreich entstandenen Verspätung den Anschluss. Das bedeutet, dass wir uns kurz neue Tickets und eine neue Reservation besorgen müssen. Anstelle von 17.00 Uhr verlassen wir Barcelona um 17.25 Uhr Richtung Madrid. 

Gute Nacht, Sonntag…

Die letzten Sonnenstrahlen des Tages setzen die Landschaft wunderschön in Szene. Die Reise im Zug zieht sich. Und doch geniessen wir es, die Zeit mit Lesen, Filme schauen, Kreuzworträtsel und Sudoku lösen zu verbringen. Zudem gilt es die Tagesplanung unseres morgigen Madrid-Tages an die Hand zu nehmen. Mit unserem Ankunftsbahnhof in Madrid, der Estación de Atocha wartet heute Abend gemäss Reiseführer bereits ein Highlight auf uns. Die Bahnhofshalle von 1891, die in einen tropischen Palmengarten umgewandelt worden ist. Rasch schnappen wir uns ein Taxi, das uns durch das sonntags-nächtliche Madrid zu unserem Hotel, Eurostar Tower Madrid, bringt, wo wir ein Zimmer auf der 24. Etage (2408) erhalten. Wir sind sehr müde. Die vorangegangenen Nächte haben nur wenig Schlaf hergegeben. Also ab ins Bett und guet Nacht.

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Donnerstag, 14. Juni 2018: Ende des Abenteuers

Die letzte Nacht.

Das letzte Frühstück.

Dann schon mal die ersten Sachen zusammenstellen, packen und dann die Abreise vom 5-Stern-Campingplatz „Breitenauer See“. Recht schnell sind wir auf der Autobahn. Die Staumeldungen im Radio veranlassen uns, die Route zu ändern. Statt durchs Rheintal und über Basel wählen wir den Weg über die A81 und reisen in Schaffhausen in die Schweiz ein. Diese Autobahn haben wir schon letztes Jahr gewählt und hatten quasi „freie Fahrt“. Auch dieses Jahr hatte es sehr wenig Lastwagen und der Verkehr war überschaubar. Im Gegensatz zum letzten Jahr fuhren wir aber nicht nach Donaueschingen zur Donauquelle, sondern nur in den Lidl in  Empfingen, welcher grad an einer Autobahnausfahrt liegt. So konnten wir einige Haushalt-Einkäufe besorgen. Wie wir auch noch kurz vor der Grenze nochmals den Diesel-Tank vollgemacht haben. Wir sind in Schwaben, da lernt man sparen.

Schhaffhausen – Winterthur – Zürich und dann sind wir in Bern.

Nach 9726 km wieder zu Hause.

  • Keinen Unfall gehabt.
  • Keine unangenehme Situation erlebt.
  • Nie krank gewesen (nicht mal einen Schnupfen)

Ich bin sehr happy, wieder wohlbehalten bei meinen Liebsten zu sein.

Natürlich wird mich das Reisefieber wieder mal packen. Aber dann wohl mit einem anderen Verkehrsmittel 🙂

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Mittwoch, 13. Juni 2018: Das Dreihasenfenster

Das Wetter ist auch im zentralen Teil von Deutschland recht mau. Wir starten mit einem gemütlichen Frühstück (die Pizza-Brötchen, die wir gestern Abend mit den Pizzen geliefert erhalten haben, schmecken lecker). Rasch alles zusammenpacken und bei einem Schwatz mit der Campingplatz-Besitzerin auschecken und schon sind wir wieder auf der Route weiter südwärts. Als erste Ortschaft durchqueren wir Vlotho, einem Namen der aus einem Loriot-Sketch stammen könnte. Z.B. mein Hund „Vlotho“ kann sprechen. Vlotho sag „Otto holt rote Rosen“. Vlotho sagt: „Oo o oe Osen.“ Erstes Etappenziel heute ist Paderborn. Paderborn (rund 150’000 Einw.) liegt im Osten von Nordrhein-Westfalen. Die Stadt entstand im Quellgebiet der Pader. An die Pader-Quelle führt uns unser kurzer Spaziergang in die Innenstadt denn auch als erstes. Die Altstadt mit ihren schön hergerichteten Fachwerkhäusern wirkt sehr einladend.

Paderborn

Unser eigentliches Ziel ist Paderborns Top-Attraktion: Dom, umgeben von den Paderquellen, Wahrzeichen der Stadt mit dem Drei-Hasen-Fenster. Der Hohe Dom St. Maria, St. Liborius, St. Kilian ist die Kathedralkirche des Erzbistums Paderborn. Die Anlage mit dem markanten mächtigen Westturm über dem Chor, der von zwei runden Türmen flankiert wird, prägt das Ortsbild eindrücklich. Unzählige teilweise sehr prunkvoll gestaltete Kapellen fügen sich in das sakrale Bauwerk ein. Der Innenhof des Kreuzgangs ist eine Stätte des Gedenkens. Hier sind Angehörige des Domkapitels begraben. Im Zweiten Weltkrieg, 1945, wurde Paderborn bombardiert, der Dom wie der Grossteil der Stadt stark beschädigt. Eine Luftmine schlug am 22. März 1945 in den Kreuzgang ein. Vierzehn Menschen starben. Reste dieser Luftmine erinnern an die schrecklichen Ereignisse dieser Zeit. An der Nordseite des Kreuzgangs steht ein Brunnen, der mit einem Pfau geschmückt ist. Und hier befindet es sich denn auch: Das Dreihasenfenster. „Der Hasen und der Löffel drei und doch hat jeder Hase zwei.“ Dieser kurze und prägnante Vers beschreibt das Motiv des Dreihasenfensters am besten. Das Anfang des 16. Jahrhunderts geschaffene Kunstwerk aus rotem Wesersandstein zeigt drei springende Hasen, die kreisförmig angeordnet sind. Das auf den ersten Blick überraschend unscheinbare Fenster ist wie bereits erwähnt eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Paderborns. In früheren Zeiten war es auch ein Glücksbringer, den jeder durch Paderborn wandernde Handwerksbursche gesehen haben musste.  

Hasenfenster: „Der Hasen und der Löffel drei und doch hat jeder Hase zwei.“

Auf dem Markt von Paderborn stärken wir uns nach soviel Kultur mit einem Fischbrötchen. Im Markt 5 Café gibt’s einen Flat White (Doppelter Espresso Milchkaffee) und ein Stück Berliner Luft-Torte. So gestärkt fahren wir weiter südwärts. Bereits nach wenigen Kilometern gibt’s in Altenbeken einen nächsten Halt. Dies beim Grossen Bekeviadukt, der mit 482 Metern Länge, 35 Metern Höhe und 24 Bögen als grösste Kalksteinbrücke Europas gilt. Wir spazieren auf einem kurzen Stück des 29 Kilometer langen „Viadukt Wanderwegs“ zur Aussichtsplattform oberhalb des Viaduktes, von wo aus wir einen perfekten Blick auf das eindrückliche Brücken-Bauwerk und die passierenden Züge haben. 

Viadukt von Altenbeken

Zügig bringt uns Cali vorbei an Städten wie Kassel, Frankfurt am Main und Würzburg bis kurz vor Heilbronn. Dort richten wir unser letztes Camping-Nachtlager auf einem Deluxe-Campingplatz (5 Sterne) am Breitenauer See ein. Dem Campingplatz ist ein griechisches Restaurant angeschlossen, wo wir Nachtessen gehen. Der griechische Geschäftsführer begrüsst uns mit Stimme und Gestik, die uns unweigerlich an den Tavernen-Geschäftsführer Dimitri Stoupakis (gespielt vom Schauspieler Rick Kavanian) im Film „Der Schuh des Manitu“ erinnert, der bekannt war für seine Wortverdreher: „Hellaaas, aaalso, lasst uns doch kurz einmal vorstellen, mein Name ist Dimitri Stoupakis, ich bin 30 Jahre alt, von Zeichenstein Fraujung und in meiner Zeitfrei bastle ich so Häuschenvogel mit meinem Schwanzfuchs. Habt ihr auch Hobbies?“ Die lange Autofahrt hat müde gemacht. Ein letztes Mal machen suchen wir für unsere Abend-Toilette die Camping-Sanitäranlagen auf. Müde aber glücklich klettern wir danach in unser Schlafgemach. Morgen heisst es aufräumen, packen und schon etwas Cali-Putzen. Gute Nacht mis Härz.

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Dienstag, 12. Juni 2018: Ferienende – fast…

„Von der Südsee (=Sizillien) an die Nordsee“ – das war das Motto meiner Auszeit. Und wir sind ja an der Nordsee und somit ist dieses Ziel erreicht. Auf Sizilien ging ich im Zingaro-Park ins Meer. Also müste ich hier auch… Aber das Wetter ist kühl, und irgendwie habe ich keine Lust. Aber ich MUSS, damit ich im Süden wie im Norden im Meer gewesen bin. Also: vor dem Frühstück geht Bettina joggen, ich bereite mich mental auf den Meergang vor. Um viertel vor acht treffen wir uns am Strand und wor gehen tatsächlich ins Wasser! Luft 12 Grad, Wasser angenehme 18 Grad… Aber nun husch unter die warme Dusche!

An der Nordseeküste

Heute starten wir unsere Rückfahrt in die Schweiz. 1200 km sagt Google, sei es bis nach Hause. Aber Google will, dass wir wieder mit der Fähre nach Rømø fahren und von Dänemark in die Schweiz fahren. Das will ich aber nicht. Ich will mit dem Autozug ab Westerland über den Hindenburgdamm nach Niebüll fahren und ab dort wieder auf die Strasse. Wir sind gut unterwegs, ich peile den 10:00-Autozug an, aber wir schaffen schon den 9:30-Zug. Das ist gut so, denn um 10:00 fährt gar keiner… Also es fährt schon einer, aber der ist von der Konkurrenz, und ich will mit der Deutschen Bahn fahren. Und zwar auf dem Oberdeck des Wagens. Was dann auch klappt. 

Wir geniessen die Fahrt und die Aussicht vom Oberdeck. Allerdings kassieren wir unterwegs recht happige Verspätung, ich denke dass wir so rund 30 Minuten wegen „vor uns belegten Blockabschnitten“ oder „warten auf einen Gegenzug“ rund eine halbe Stunde Rückstand auf den Fahrplan hatten. Aber das Feeling war schon noch cool, einfach so am Steuer zu sitzen, durch die Gegend zu gondeln, und chauffiert zu werden. 

Fahrt im 1. Stock

Schlussendlich kommen wir in Niebüll an und fahren gleich weiter in Richtung Flensburg auf die A7, von dort Richtung Hamburg, durch den Elb(Autobahn-)tunnel und weiter Richtung Süden. Unser heutiges Etappenziel soll irgend ein schöner Platz in der Nähe von Paderborn sein. Wir wollen bis Donnerstag Mittag in Bern sein und probieren so unsere Reise in eine Dienstags-, Mittwochs- und Donnerstagsetappe aufzuteilen.

In Kalletal, im Nordosten von Nordrhein-Westfalen, Kreis Lippe, Regierungsbezirk Detmold (Ostwestfalen-Lippe), fanden wir einen tollen Campingplatz am Stemmer See. Am Dienstag war im Restaurant auf dem Campingplatz „Ruhetag“. Die Betreiberin des Platzes empfahl uns, bei der Pizzeria Barletta eine Pizza zu bestellen, die liefern auf den Campingplatz. Das haben wir gemacht und zu unserer Überraschung haben die Pizza-Kuriere auch Brötchen aus Pizzateig beigelegt. Diese werden wir doch grad zum morgigen Frühstück essen…

Der Tag war mit Auto fahren recht anspruchsvoll. So war es nicht verwunderlich, dass wir den See nicht mehr sehr lange genossen, sondern ziemlich rasch in die Heia gingen.

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Montag, 11. Juni 2018: Sylt erleben

Martin hat diese Nacht noch schlechter geschlafen als die Nacht zuvor. Mussten wir in der Nacht von Samstag auf Sonntag mitten in der Nacht nur seine Schuhe ins Trockene bringen, so ging es in der letzten Nacht darum, dass er mitten in der Nacht aufs Klo musste, einen kleinen Hustenanfall hatte und danach nicht mehr einschlafen konnte. Zudem fragte er mich irgendeinmal kurz nach 06.00 Uhr ob er seinen Kopf auf mein Kissen legen könne. Ob so viel Nähe kamen bei mir schon fast romantische Gefühle auf. Der klärende Hinweis von Martin, dass er mein Kopfkissen nur deshalb mitbenutzen wolle, weil seines ins untere Geschoss des VW-Bus runter gefallen sei, rückte dann aber alles in ein anderes Licht… Kurz danach stehe ich auf und lasse meinen lieben Gatten noch etwas nach-schlafen. Ich ziehe meine Joggingsachen an und gehe zum Strand, eine genussvolle Strandrunde drehen. Ein perfekter Start in den Tag: Sich richtig durchpusten lassen und die Elemente Wind, Wasser, Sonne geniessen. Herz, was willst du mehr. Perfekt für uns beide wird es, da ich auf dem Nachhause-Weg noch frische Brötchen kaufen gehe.

Am Strand von Hörnum

Heute frühstücken wir drinnen. Es ist sehr windig und recht frisch. Dann räumen wir auf, ich gehe duschen und um 11.00 Uhr verlassen wir den Campingplatz zu Fuss und gehen zur nächstgelegenen Bushaltestelle. Mit Umsteigen in Westerland fahren wir nach Hörnum. Der Strand ist sehr idyllisch (sehr heller Sand) und das Meer recht zahm. Wir machen ein paar Fötelis vom schönen Leuchtturm, bevor wir uns auf den Weg zur evangelisch-lutherischen Kirche St. Thomas machen. Am vergangenen Freitag habe ich während der Fusspflege-Behandlung im Geo Saison geblättert und dort ein Bild dieser Kirche gesehen. Und heute, drei Tage später, stehe ich in ebendieser Kirche. Diese, die jüngste in Deutschland unter Denkmalschutz stehende Kirche, ist sehr modern (1969 – 1979 gebaut) und vor allem schnörkellos gehalten. Sie erinnert an ein Segelschiff, verfügt über eine warme hölzerne Raumdecke und aus den schlichten Kirchenfenster geworfene wechselnde Lichtbilder. Die Stille des Raumes ist sehr angenehm. Wir verweilen einen Moment, zünden Kerzen für unsere Lieben an und gehen dann wieder zurück ins Städtchen.

St.Thomas-Kirche Hörnum

Kurze Zeit später entscheiden wir uns, zurück nach Wenningstedt zu fahren. Wie bei der Hinfahrt funktioniert die Verbindung zwischen dem Bus von Hörnum nach Westerland und dem Anschlussbus von Westerland nach Wenningstedt einwandfrei. Hier angekommen, gehen wir in einer Gosch Sylt-Beiz ein Fischbrötchen essen. Wir sehen hier einen Herrn mit einem Stoffbeutel, auf dem aufgedruckt ist: „Mollig sein ist nicht slim“. Mit einem kleinen Umweg über die Strand-Buchhandlung (wir kaufen die Otto Walkes Biografie „Kleinhirn an alle“) kehren wir durchs Dorf zurück auf den Campingplatz. Lesend und Tagebuch-schreibend verbringen wir die Zeit bis zum Nachtessen. Heute Abend gehen wir ins Dorf ins Restaurant Fitschen am Dorfteich. Wir essen leckere Fisch- und Spargelgerichte. Dazu ein Gläschen Wein und ein feines Dessert und das Glück ist perfekt. Ein kleiner Verdauungsspaziergang zurück zum Camping rundet diesen wunderschönen Tag ab.

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Sonntag, 10. Juni 2018: Sylt again

Ich habe perfekt genächtigt, währenddem sich Martin wieder daran gewöhnen musste, das Oberdeck mit seiner Frau zu teilen. Wir lassen‘s gemütlich angehen. Ich entscheide mich für eine Joggingrunde „hinterm Deich“ und werde hinterher mit einem lecker Frühstück von Martin erwartet. Nach diesem ersten kulinarischen Highlight gehe ich duschen. Der Sanitär-Bereich auf diesem Platz ist perfekt. Alles sauber, klar beschriftet („Bitte benutzen Sie die Hygienebeutel nicht für Hundekot!“ … Aha.) und es gibt im gesamten Duschbereich doch tatsächlich Musik. Irgendein NDR-Oldies-Sender. Genial! Zügig machen wir uns reisefertig und brechen auf Richtung Dänemark. Unser erstes Ziel ist die dänische Stadt Havneby auf der Insel Rømø, von wo wir die Fähre nach Sylt nehmen wollen. Die Fahrt in den Norden verläuft zügig. Ein kurzer Stopp in Wesselburen, um die Kirche von aussen zu besichtigen (drinnen läuft der Gottesdienst) und weiter geht‘s bis wir in Tønder ankommen. Leider hat das Café Engels geschlossen, dort hatten wir bei unserer letzten Durchreise so herrliche Smørebrød. Also fahren wir weiter nach Møgeltønder, wo wir vor einigen Jahren einmal im Schlosshotel übernachtet haben. Im Antik-Shop, der zugleich auch ein kleines Café beherbergt, nehmen wir Fleisch- bzw. Fischbällchen im Salatbeet.

Møgeltønder

Bestens gestärkt, setzen wir unsere Reise nach einem kleinen Spaziergang fort. Eine Stunde vor Abfahrt der Fähre treffen wir in Havneby ein. Die deutsche Abfertigerin freut sich, uns – die Berner – zu sehen. Sie hat selbst eine Zeitlang in Bern gelebt und pflegt aus dieser Zeit noch immer Kontakte mit Leuten im Emmental. Einmal an Bord setzen uns an einen Tisch im Innenbereichen und gönnen uns einen Latte Macchiato. Nach rund 40 Minuten Überfahrt treffen wir bereits in List auf Sylt ein. 

Überfahrt nach Sylt

Wir fädeln uns in den Fährverkehr ein und setzen unsere Reise nach Wenningstedt-Braderup fort, wo wir einen Platz auf dem hiesigen Camping beziehen. Zu Zweit ist das Einrichten super schnell erledigt. Auf dem Campingplatz hat es sogar ein eigenes Restaurant, das Aldente Strandgut 31. Nach wenigen Schritten sind wir dort und gönnen uns ein Apéro bevor es Salat und Pizza gibt. Der Verdauungs-Spaziergang führt uns an den Strand und wieder zurück, wo wir kurze Zeit später müde ins Bett fallen. Nachdem wir letztes Jahr für ein verlängertes Wochenende auf Sylt gewesen sind, ist es für mich eine tolle Überraschung, dass wir rund acht Monate später mit unserem Cali wieder auf Sylt sind.

Camping auf Sylt

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Samstag, 9. Juni 2018: Willkommen zurück, Bettina!

Heute stieg Bettina wieder in die Reise ein, nachdem sie 7 Wochen wieder an der Arbeit war. Kurz nach 14:00 Uhr werde ich sie am Flughafen Hamburg abholen und wir werden die letzte Woche meiner 9-wöchigen Auszeit gemeinsam verbringen. 

Badespass am Morgen

Der mecklenburg-vorpommersche Wald liess mich ausgezeichnet schlafen. Um halb acht bin ich erwacht. Gestern Abend habe ich mir vorgenommen, zum Tagesstart im Dobbertiner See schwimmen zu gehen. Ich der Gfrörli, das Wasserweichei… Aber ich ging tatsächlich schwimmen. Und wenn man drin ist, ist es gar nicht kalt 🙂 . Der Dobbertiner See ist eine Pfütze, eher braun, und eigentlich wirklich recht warm. Ich musste nicht stundenlang Zentimeter für Zentimeter ins Wasser gehen – ich ging einfach rein… Und das will was heissen!

Dann ab unter die Dusche. Auf diesem Platz habe ich eine neue Dusch-Version kennen gelernt: 20 Liter Wasser für einen Jeton. Bei „noch 2 Liter verfügbar“ war ich noch voll Schaum, aber es hat juste gereicht.

Frische Brötchen gab es bei der Reception nicht mehr, ich hätte diese bis 16:00 Vortag bestellen müssen. Aber das hat zeitlich nicht gepasst. Auf Empfehlung des Campingplatzbetreibers ging ich ins Restaurant im Dorf frühstücken. Sie haben mir ein Frühstücksplättchen mit vielen Fleischvarianten zubereitet… Offenbar darf man in den Restaurants in Meck-Pom noch rauchen. Der Geschmack von Kaffeeduft kombiniert mit Zigarettenrauch war auch etwas, das ich nicht mehr so präsent hatte…

Dann los Richtung Hamburg. Auf der Karte machte die Route einen grossen Umweg, alles auf Autobahnen, aber ich denke dass ich trotz Mehr-km schneller war als auf den Hauptstrassen durch die Dörfer. Aber es hat sich dann schon noch gezogen, bis in die Hansestadt. Ich kam sowas von on-time zum Flughafen, dass ich grad mal 10 Minuten bei „Ankunft“ warten musste, bis ich Bettina sah. Moin moin und welcome back, Bettina! Ab nun wieder zu Zweit… Einen ersten Kaffee-und-Kuchen-Stopp gab es in Glückstadt. Schliesslich ist es ein Glück, wenn man eine solche Reise machen kann!

In Büsum fanden wir einen Campingplatz hinter dem Deich. Ein Riesenplatz! Ein feines Nachtessen gab es im Quartier neben an. Dann noch einen Verdauungsspaziergang zum Deich. Und es war einfach wieder eindrücklich, wie viele Tiere in dieser Gegend leben: Wir haben einen Fuchs, viele Hasen, ein Reh, viele tolle Vögel (darunter ein Auerhahn – bekannt aus der Hasseröder-Bier-Werbung…) gesehen und haben den Spaziergang genossen. Und schliesslich sind wir nun so sehr nördlich, dass es um 22:30 noch sehr hell war.

Büsum

 

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Freitag, 8. Juni 2018: Deutschland ist gross…

Idylle am Teich

Ich war alleine auf dem Platz. Ein wunderschöner Tag kündigte sich an. Ich hatte den Camper direkt neben dem kleinen Teich platziert, in der Nacht hörte ich die Frösche quaken und hörte auch, wenn sie ins Wasser sprangen. Bei Tageslicht sah ich die Frösche auch noch live, doch quaken mochten sie nicht mehr. Kurz vor acht ging ich fürs Frühstück ins Restaurant des Campingplatzes Stary Folwark. Toll, wieder mal an einem Buffet frühstücken zu können! Bei der Bezahlung meines Aufenthaltes staunte ich einmal mehr über die Preise in Polen: einmal übernachten im Camper, Nachtessen, Frühstücksbuffet für rund CHF 35… Sehr preiswert, würde ich da sagen! 

Heute gab es eine längere Fahrt: da morgen Samstag Bettina in Hamburg ankommt galt es, möglichst nah in den Norden zu fahren, damit die Strecke am Samstag kürzer ist. Aktuell war ich in der Region Cottbus, was auf halber Strecke zwischen Dresden und Berlin lag. Und der Tag schien nicht nur schön zu werden, sondern auch heiss – im Verlaufe des Tages hatte ich auf der Anzeige im Auto die Temperartur von 34° C gesehen… 

Ich nahm es gemütlich. Keine Eile, ich habe Zeit. Auf der Autobahn fuhr ich gemütliche 110 km/h. Mein Navi sagte mir, dass auf der Höhe von Berlin Marzahn ein etwa 7 km langer Stau zu erwarten sei. Ich dachte, durch Berlin zu fahren sei die bessere Variante als im Stau zu stehen, was sich aber im Nachhinein als Trugschluss erwies. Dafür habe ich den Fernsehturm von Berlin aus der Nähe gesehen 😉

Irgendwann – es hatte immer noch 29° C – kam ich am Zeltplatz in Dobbertin am Dobbertiner See an. Somit war ich in Mecklenburg-Vorpommern gelandet. Der Platz war sehr idyllisch im Wald und aufgrund der Tatsache, dass das Wetter toll und Wochenende ist, war der Platz sehr voll. Und von meinem Standplatz hatte ich auch Blick auf den See 🙂 – und dieser Blick war traumhaft!

In einem Restaurant in der Nähe ging ich essen, heute wollte ich mal früh Nachtruhe machen. Aber der Abend war so mild, dass es wieder kurz vor Mitternacht wurde, bis ich in den ersten Stock stieg…

Zeltplatz Dobbertin

 

Dobbertiner See

 

 

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Donnerstag, 7. Juni 2018: Felsen und Kirche

Es war eine kalte Nacht. Am Morgen als ich aufstand, war gerade mal 11.5°. Ich gehe davon aus, dass es während der Nacht 9° waren. Der Himmel gestern Abend war sternenbedeckt. Das hat mich wieder dazu motiviert, Sternenfotos zu machen, habe es aber dann nicht so sehr übertrieben wie damals in der Hohen Tatra. Auch, weil es schon recht kalt war. Gestern Abend habe ich meinen inneren Wecker auf 7:00 Uhr gestellt. Und ich bin tatsächlich 7:00 erwacht! 

Der holländische Campingplatzbesitzer Bert hat mir empfohlen, frische Brötchen beim Bäcker in Dorf zu holen. Das machte ich dann auch und hatte zum Frühstück tatsächlich frische Brötchen! Mit Bert kam ich noch ein bisschen ins Gespräch, und er erzählte mir, dass dieser Bauernhof, wo jetzt der Campingplatz drum rum gebaut wurde, früher einem Sudetendeutschen gehört hatte. Die Deutschen mussten nach dem Krieg die Gegend verlassen, nachdem sie über Jahrhunderte hier gelebt hatten. Die Politik siedelte damals Tschechoslowaken an, die deutschstämmigen Bewohner mussten weg. Man hatte damals Angst, dass die nationalsozialistische Gesinnung der deutschstämmigen Bewohner weiter vorhanden sein könnte und dass dies die junge Nation Tschechoslowakei gefährden könnte. Während dieser Zeit muss es ziemlich übel zu und her gegangen sein. Auch Ungarn wurden nach Ungarn befördert oder zumindest in die Süd-Slowakei, welche an Ungarn grenzt. Auch wurden einzelne Dörfer anderen Ländern zugeordnet. Was gestern noch tschechoslowakisch war, war morgen polnisch und umgekehrt. Die angesiedelten Tschechoslowaken fürchteten dabei, dass die vertriebenen Deutschen wieder zurückkommen werden und haben sich eigentlich gar nicht fix eingerichtet. Und Bert hat einen solchen Hof übernommen und dann anfangs der 2000er-Jahre was daraus gemacht (die genauen Umstände hat er aber nicht erzählt). Ich habe die ganzen Geschichtsthemen ein wenig nachgelesen und war brüskiert wie das damals zu und her ging. Ich hatte von alldem ehrlich gesagt keine Ahnung. 

Adersbacher Felsenstadt

Gestern Abend habe ich noch mit Bettina telefoniert und wir haben abgemacht, dass sie mich ab Samstag wieder begleitet. Treffpunkt ist um 14:30 Uhr am Flughafen Hamburg. Im Gespräch mit Bert hat er mir gesagt: „Du muscht nur Berlin eincheben, dann rechnet dasch Navi die snellste Route über Polen.“ Das habe ich gemacht. Als erste Etappe fuhr ich nach Adersbach (Tschechien) und besichtigen dort die Adersbacher Felsenstadt. Die Felsformationen dort sind sehr speziell und hochinteressant und ich hatte grossen Spass, durch diese Felsen zu spazieren. Mit mir hatten diese Freude auch verschiedene Schulklassen und Seniorengruppen. Auf dem Bus-Parkplatz zählte ich mindestens 40 Busse. Der Abstecher nach Adersbach hat sich aber sehr gelohnt! 

Bürgermeister und Bürgermeisterin

Ich fuhr weiter Richtung Norden, war dann wieder in Polen, und fuhr stetig auf der vom Navi vorgegebenen Route. Irgendwann sah ich einen Wegweiser zu einem UNESCO Welterbe. Eine evangelische Kirche… Ich hab dir doch schon genug Kirchen gesehen auf dieser Reise. Aber da ich schon länger gefahren bin, tat mir eine Pause gut und ich besuchte die Friedenskirche in Jawor. Auch hier ist die Geschichte dieser Kirche wieder sehr interessant: nach dem 30-jährigen Krieg hat der Habsburger Herrscher der evangelischen Bevölkerung erlaubt, eine evangelische Kirche zu bauen. Allerdings musste eine Reihe von Bedingungen erfüllt werden: Steine und Ziegel waren als Baumaterial verboten, nur Holz, Lehm und Stroh durften verwendet werden. Die Kirche mit Türmen oder Glocken zu versehen war ebenfalls nicht gestattet. Als Standorte kamen nur unattraktive Plätze ausserhalb der Stadtmauern in Frage. Die Gebäude mussten innerhalb eines Jahres fertiggestellt werden. Die Baukosten hatte die Gemeinde zu tragen. Die Kirche in Jawor wurde in den Jahren 1654 und 1655 erbaut. Ihre Länge beträgt 43,5 m, die Breite 14 m, die Höhe 15,7 m, die Fläche ca. 1180 m². Die Kirche fasst ca. 5500 Personen. Am Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der Glockenturm angebaut, nachdem der Kaiser als schlesischer Landesherr dies 1707 gestattete.  

Friedenskirche Jawor

Von aussen sah die Kirche wirklich aus wie ein großes Fachwerkhaus. Ich löste einen Eintritt und war von dieser Kirche komplett geflasht. Sowas habe ich noch nie gesehen! Man könnte meinen, es handelt sich um einen Konzertsaal. Nebst den Sitzplätzen im Erdgeschoss hatte es rund ums Kirchenschiff vier Emporen! Die Kirche war für mich zurecht ein UNESCO Welterbe! 

Friedenskirche von Jawor

Nach dieser Pause fuhr ich zum Campingplatz in Lipinki Łużyckie. Dabei handelt es sich beim Stary Folwark Pietrzyków um ein altes Pferdegestüt, mit Hotel, Restaurant und Campingplatz. Ich bin hier der einzige Gast und werde heute Abend im Restaurant einkehren. Die Wirtin hat mir auch offeriert dass ich frühstücken könne. So wird vermutlich morgen mein Wasserkocher kalt bleiben… 

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