Donnerstag, 14. Juni 2018: Ende des Abenteuers

Die letzte Nacht.

Das letzte Frühstück.

Dann schon mal die ersten Sachen zusammenstellen, packen und dann die Abreise vom 5-Stern-Campingplatz „Breitenauer See“. Recht schnell sind wir auf der Autobahn. Die Staumeldungen im Radio veranlassen uns, die Route zu ändern. Statt durchs Rheintal und über Basel wählen wir den Weg über die A81 und reisen in Schaffhausen in die Schweiz ein. Diese Autobahn haben wir schon letztes Jahr gewählt und hatten quasi „freie Fahrt“. Auch dieses Jahr hatte es sehr wenig Lastwagen und der Verkehr war überschaubar. Im Gegensatz zum letzten Jahr fuhren wir aber nicht nach Donaueschingen zur Donauquelle, sondern nur in den Lidl in  Empfingen, welcher grad an einer Autobahnausfahrt liegt. So konnten wir einige Haushalt-Einkäufe besorgen. Wie wir auch noch kurz vor der Grenze nochmals den Diesel-Tank vollgemacht haben. Wir sind in Schwaben, da lernt man sparen.

Schhaffhausen – Winterthur – Zürich und dann sind wir in Bern.

Nach 9726 km wieder zu Hause.

  • Keinen Unfall gehabt.
  • Keine unangenehme Situation erlebt.
  • Nie krank gewesen (nicht mal einen Schnupfen)

Ich bin sehr happy, wieder wohlbehalten bei meinen Liebsten zu sein.

Natürlich wird mich das Reisefieber wieder mal packen. Aber dann wohl mit einem anderen Verkehrsmittel 🙂

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Mittwoch, 13. Juni 2018: Das Dreihasenfenster

Das Wetter ist auch im zentralen Teil von Deutschland recht mau. Wir starten mit einem gemütlichen Frühstück (die Pizza-Brötchen, die wir gestern Abend mit den Pizzen geliefert erhalten haben, schmecken lecker). Rasch alles zusammenpacken und bei einem Schwatz mit der Campingplatz-Besitzerin auschecken und schon sind wir wieder auf der Route weiter südwärts. Als erste Ortschaft durchqueren wir Vlotho, einem Namen der aus einem Loriot-Sketch stammen könnte. Z.B. mein Hund „Vlotho“ kann sprechen. Vlotho sag „Otto holt rote Rosen“. Vlotho sagt: „Oo o oe Osen.“ Erstes Etappenziel heute ist Paderborn. Paderborn (rund 150’000 Einw.) liegt im Osten von Nordrhein-Westfalen. Die Stadt entstand im Quellgebiet der Pader. An die Pader-Quelle führt uns unser kurzer Spaziergang in die Innenstadt denn auch als erstes. Die Altstadt mit ihren schön hergerichteten Fachwerkhäusern wirkt sehr einladend.

Paderborn

Unser eigentliches Ziel ist Paderborns Top-Attraktion: Dom, umgeben von den Paderquellen, Wahrzeichen der Stadt mit dem Drei-Hasen-Fenster. Der Hohe Dom St. Maria, St. Liborius, St. Kilian ist die Kathedralkirche des Erzbistums Paderborn. Die Anlage mit dem markanten mächtigen Westturm über dem Chor, der von zwei runden Türmen flankiert wird, prägt das Ortsbild eindrücklich. Unzählige teilweise sehr prunkvoll gestaltete Kapellen fügen sich in das sakrale Bauwerk ein. Der Innenhof des Kreuzgangs ist eine Stätte des Gedenkens. Hier sind Angehörige des Domkapitels begraben. Im Zweiten Weltkrieg, 1945, wurde Paderborn bombardiert, der Dom wie der Grossteil der Stadt stark beschädigt. Eine Luftmine schlug am 22. März 1945 in den Kreuzgang ein. Vierzehn Menschen starben. Reste dieser Luftmine erinnern an die schrecklichen Ereignisse dieser Zeit. An der Nordseite des Kreuzgangs steht ein Brunnen, der mit einem Pfau geschmückt ist. Und hier befindet es sich denn auch: Das Dreihasenfenster. „Der Hasen und der Löffel drei und doch hat jeder Hase zwei.“ Dieser kurze und prägnante Vers beschreibt das Motiv des Dreihasenfensters am besten. Das Anfang des 16. Jahrhunderts geschaffene Kunstwerk aus rotem Wesersandstein zeigt drei springende Hasen, die kreisförmig angeordnet sind. Das auf den ersten Blick überraschend unscheinbare Fenster ist wie bereits erwähnt eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Paderborns. In früheren Zeiten war es auch ein Glücksbringer, den jeder durch Paderborn wandernde Handwerksbursche gesehen haben musste.  

Hasenfenster: „Der Hasen und der Löffel drei und doch hat jeder Hase zwei.“

Auf dem Markt von Paderborn stärken wir uns nach soviel Kultur mit einem Fischbrötchen. Im Markt 5 Café gibt’s einen Flat White (Doppelter Espresso Milchkaffee) und ein Stück Berliner Luft-Torte. So gestärkt fahren wir weiter südwärts. Bereits nach wenigen Kilometern gibt’s in Altenbeken einen nächsten Halt. Dies beim Grossen Bekeviadukt, der mit 482 Metern Länge, 35 Metern Höhe und 24 Bögen als grösste Kalksteinbrücke Europas gilt. Wir spazieren auf einem kurzen Stück des 29 Kilometer langen „Viadukt Wanderwegs“ zur Aussichtsplattform oberhalb des Viaduktes, von wo aus wir einen perfekten Blick auf das eindrückliche Brücken-Bauwerk und die passierenden Züge haben. 

Viadukt von Altenbeken

Zügig bringt uns Cali vorbei an Städten wie Kassel, Frankfurt am Main und Würzburg bis kurz vor Heilbronn. Dort richten wir unser letztes Camping-Nachtlager auf einem Deluxe-Campingplatz (5 Sterne) am Breitenauer See ein. Dem Campingplatz ist ein griechisches Restaurant angeschlossen, wo wir Nachtessen gehen. Der griechische Geschäftsführer begrüsst uns mit Stimme und Gestik, die uns unweigerlich an den Tavernen-Geschäftsführer Dimitri Stoupakis (gespielt vom Schauspieler Rick Kavanian) im Film „Der Schuh des Manitu“ erinnert, der bekannt war für seine Wortverdreher: „Hellaaas, aaalso, lasst uns doch kurz einmal vorstellen, mein Name ist Dimitri Stoupakis, ich bin 30 Jahre alt, von Zeichenstein Fraujung und in meiner Zeitfrei bastle ich so Häuschenvogel mit meinem Schwanzfuchs. Habt ihr auch Hobbies?“ Die lange Autofahrt hat müde gemacht. Ein letztes Mal machen suchen wir für unsere Abend-Toilette die Camping-Sanitäranlagen auf. Müde aber glücklich klettern wir danach in unser Schlafgemach. Morgen heisst es aufräumen, packen und schon etwas Cali-Putzen. Gute Nacht mis Härz.

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Dienstag, 12. Juni 2018: Ferienende – fast…

„Von der Südsee (=Sizillien) an die Nordsee“ – das war das Motto meiner Auszeit. Und wir sind ja an der Nordsee und somit ist dieses Ziel erreicht. Auf Sizilien ging ich im Zingaro-Park ins Meer. Also müste ich hier auch… Aber das Wetter ist kühl, und irgendwie habe ich keine Lust. Aber ich MUSS, damit ich im Süden wie im Norden im Meer gewesen bin. Also: vor dem Frühstück geht Bettina joggen, ich bereite mich mental auf den Meergang vor. Um viertel vor acht treffen wir uns am Strand und wor gehen tatsächlich ins Wasser! Luft 12 Grad, Wasser angenehme 18 Grad… Aber nun husch unter die warme Dusche!

An der Nordseeküste

Heute starten wir unsere Rückfahrt in die Schweiz. 1200 km sagt Google, sei es bis nach Hause. Aber Google will, dass wir wieder mit der Fähre nach Rømø fahren und von Dänemark in die Schweiz fahren. Das will ich aber nicht. Ich will mit dem Autozug ab Westerland über den Hindenburgdamm nach Niebüll fahren und ab dort wieder auf die Strasse. Wir sind gut unterwegs, ich peile den 10:00-Autozug an, aber wir schaffen schon den 9:30-Zug. Das ist gut so, denn um 10:00 fährt gar keiner… Also es fährt schon einer, aber der ist von der Konkurrenz, und ich will mit der Deutschen Bahn fahren. Und zwar auf dem Oberdeck des Wagens. Was dann auch klappt. 

Wir geniessen die Fahrt und die Aussicht vom Oberdeck. Allerdings kassieren wir unterwegs recht happige Verspätung, ich denke dass wir so rund 30 Minuten wegen „vor uns belegten Blockabschnitten“ oder „warten auf einen Gegenzug“ rund eine halbe Stunde Rückstand auf den Fahrplan hatten. Aber das Feeling war schon noch cool, einfach so am Steuer zu sitzen, durch die Gegend zu gondeln, und chauffiert zu werden. 

Fahrt im 1. Stock

Schlussendlich kommen wir in Niebüll an und fahren gleich weiter in Richtung Flensburg auf die A7, von dort Richtung Hamburg, durch den Elb(Autobahn-)tunnel und weiter Richtung Süden. Unser heutiges Etappenziel soll irgend ein schöner Platz in der Nähe von Paderborn sein. Wir wollen bis Donnerstag Mittag in Bern sein und probieren so unsere Reise in eine Dienstags-, Mittwochs- und Donnerstagsetappe aufzuteilen.

In Kalletal, im Nordosten von Nordrhein-Westfalen, Kreis Lippe, Regierungsbezirk Detmold (Ostwestfalen-Lippe), fanden wir einen tollen Campingplatz am Stemmer See. Am Dienstag war im Restaurant auf dem Campingplatz „Ruhetag“. Die Betreiberin des Platzes empfahl uns, bei der Pizzeria Barletta eine Pizza zu bestellen, die liefern auf den Campingplatz. Das haben wir gemacht und zu unserer Überraschung haben die Pizza-Kuriere auch Brötchen aus Pizzateig beigelegt. Diese werden wir doch grad zum morgigen Frühstück essen…

Der Tag war mit Auto fahren recht anspruchsvoll. So war es nicht verwunderlich, dass wir den See nicht mehr sehr lange genossen, sondern ziemlich rasch in die Heia gingen.

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Montag, 11. Juni 2018: Sylt erleben

Martin hat diese Nacht noch schlechter geschlafen als die Nacht zuvor. Mussten wir in der Nacht von Samstag auf Sonntag mitten in der Nacht nur seine Schuhe ins Trockene bringen, so ging es in der letzten Nacht darum, dass er mitten in der Nacht aufs Klo musste, einen kleinen Hustenanfall hatte und danach nicht mehr einschlafen konnte. Zudem fragte er mich irgendeinmal kurz nach 06.00 Uhr ob er seinen Kopf auf mein Kissen legen könne. Ob so viel Nähe kamen bei mir schon fast romantische Gefühle auf. Der klärende Hinweis von Martin, dass er mein Kopfkissen nur deshalb mitbenutzen wolle, weil seines ins untere Geschoss des VW-Bus runter gefallen sei, rückte dann aber alles in ein anderes Licht… Kurz danach stehe ich auf und lasse meinen lieben Gatten noch etwas nach-schlafen. Ich ziehe meine Joggingsachen an und gehe zum Strand, eine genussvolle Strandrunde drehen. Ein perfekter Start in den Tag: Sich richtig durchpusten lassen und die Elemente Wind, Wasser, Sonne geniessen. Herz, was willst du mehr. Perfekt für uns beide wird es, da ich auf dem Nachhause-Weg noch frische Brötchen kaufen gehe.

Am Strand von Hörnum

Heute frühstücken wir drinnen. Es ist sehr windig und recht frisch. Dann räumen wir auf, ich gehe duschen und um 11.00 Uhr verlassen wir den Campingplatz zu Fuss und gehen zur nächstgelegenen Bushaltestelle. Mit Umsteigen in Westerland fahren wir nach Hörnum. Der Strand ist sehr idyllisch (sehr heller Sand) und das Meer recht zahm. Wir machen ein paar Fötelis vom schönen Leuchtturm, bevor wir uns auf den Weg zur evangelisch-lutherischen Kirche St. Thomas machen. Am vergangenen Freitag habe ich während der Fusspflege-Behandlung im Geo Saison geblättert und dort ein Bild dieser Kirche gesehen. Und heute, drei Tage später, stehe ich in ebendieser Kirche. Diese, die jüngste in Deutschland unter Denkmalschutz stehende Kirche, ist sehr modern (1969 – 1979 gebaut) und vor allem schnörkellos gehalten. Sie erinnert an ein Segelschiff, verfügt über eine warme hölzerne Raumdecke und aus den schlichten Kirchenfenster geworfene wechselnde Lichtbilder. Die Stille des Raumes ist sehr angenehm. Wir verweilen einen Moment, zünden Kerzen für unsere Lieben an und gehen dann wieder zurück ins Städtchen.

St.Thomas-Kirche Hörnum

Kurze Zeit später entscheiden wir uns, zurück nach Wenningstedt zu fahren. Wie bei der Hinfahrt funktioniert die Verbindung zwischen dem Bus von Hörnum nach Westerland und dem Anschlussbus von Westerland nach Wenningstedt einwandfrei. Hier angekommen, gehen wir in einer Gosch Sylt-Beiz ein Fischbrötchen essen. Wir sehen hier einen Herrn mit einem Stoffbeutel, auf dem aufgedruckt ist: „Mollig sein ist nicht slim“. Mit einem kleinen Umweg über die Strand-Buchhandlung (wir kaufen die Otto Walkes Biografie „Kleinhirn an alle“) kehren wir durchs Dorf zurück auf den Campingplatz. Lesend und Tagebuch-schreibend verbringen wir die Zeit bis zum Nachtessen. Heute Abend gehen wir ins Dorf ins Restaurant Fitschen am Dorfteich. Wir essen leckere Fisch- und Spargelgerichte. Dazu ein Gläschen Wein und ein feines Dessert und das Glück ist perfekt. Ein kleiner Verdauungsspaziergang zurück zum Camping rundet diesen wunderschönen Tag ab.

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Sonntag, 10. Juni 2018: Sylt again

Ich habe perfekt genächtigt, währenddem sich Martin wieder daran gewöhnen musste, das Oberdeck mit seiner Frau zu teilen. Wir lassen‘s gemütlich angehen. Ich entscheide mich für eine Joggingrunde „hinterm Deich“ und werde hinterher mit einem lecker Frühstück von Martin erwartet. Nach diesem ersten kulinarischen Highlight gehe ich duschen. Der Sanitär-Bereich auf diesem Platz ist perfekt. Alles sauber, klar beschriftet („Bitte benutzen Sie die Hygienebeutel nicht für Hundekot!“ … Aha.) und es gibt im gesamten Duschbereich doch tatsächlich Musik. Irgendein NDR-Oldies-Sender. Genial! Zügig machen wir uns reisefertig und brechen auf Richtung Dänemark. Unser erstes Ziel ist die dänische Stadt Havneby auf der Insel Rømø, von wo wir die Fähre nach Sylt nehmen wollen. Die Fahrt in den Norden verläuft zügig. Ein kurzer Stopp in Wesselburen, um die Kirche von aussen zu besichtigen (drinnen läuft der Gottesdienst) und weiter geht‘s bis wir in Tønder ankommen. Leider hat das Café Engels geschlossen, dort hatten wir bei unserer letzten Durchreise so herrliche Smørebrød. Also fahren wir weiter nach Møgeltønder, wo wir vor einigen Jahren einmal im Schlosshotel übernachtet haben. Im Antik-Shop, der zugleich auch ein kleines Café beherbergt, nehmen wir Fleisch- bzw. Fischbällchen im Salatbeet.

Møgeltønder

Bestens gestärkt, setzen wir unsere Reise nach einem kleinen Spaziergang fort. Eine Stunde vor Abfahrt der Fähre treffen wir in Havneby ein. Die deutsche Abfertigerin freut sich, uns – die Berner – zu sehen. Sie hat selbst eine Zeitlang in Bern gelebt und pflegt aus dieser Zeit noch immer Kontakte mit Leuten im Emmental. Einmal an Bord setzen uns an einen Tisch im Innenbereichen und gönnen uns einen Latte Macchiato. Nach rund 40 Minuten Überfahrt treffen wir bereits in List auf Sylt ein. 

Überfahrt nach Sylt

Wir fädeln uns in den Fährverkehr ein und setzen unsere Reise nach Wenningstedt-Braderup fort, wo wir einen Platz auf dem hiesigen Camping beziehen. Zu Zweit ist das Einrichten super schnell erledigt. Auf dem Campingplatz hat es sogar ein eigenes Restaurant, das Aldente Strandgut 31. Nach wenigen Schritten sind wir dort und gönnen uns ein Apéro bevor es Salat und Pizza gibt. Der Verdauungs-Spaziergang führt uns an den Strand und wieder zurück, wo wir kurze Zeit später müde ins Bett fallen. Nachdem wir letztes Jahr für ein verlängertes Wochenende auf Sylt gewesen sind, ist es für mich eine tolle Überraschung, dass wir rund acht Monate später mit unserem Cali wieder auf Sylt sind.

Camping auf Sylt

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Samstag, 9. Juni 2018: Willkommen zurück, Bettina!

Heute stieg Bettina wieder in die Reise ein, nachdem sie 7 Wochen wieder an der Arbeit war. Kurz nach 14:00 Uhr werde ich sie am Flughafen Hamburg abholen und wir werden die letzte Woche meiner 9-wöchigen Auszeit gemeinsam verbringen. 

Badespass am Morgen

Der mecklenburg-vorpommersche Wald liess mich ausgezeichnet schlafen. Um halb acht bin ich erwacht. Gestern Abend habe ich mir vorgenommen, zum Tagesstart im Dobbertiner See schwimmen zu gehen. Ich der Gfrörli, das Wasserweichei… Aber ich ging tatsächlich schwimmen. Und wenn man drin ist, ist es gar nicht kalt 🙂 . Der Dobbertiner See ist eine Pfütze, eher braun, und eigentlich wirklich recht warm. Ich musste nicht stundenlang Zentimeter für Zentimeter ins Wasser gehen – ich ging einfach rein… Und das will was heissen!

Dann ab unter die Dusche. Auf diesem Platz habe ich eine neue Dusch-Version kennen gelernt: 20 Liter Wasser für einen Jeton. Bei „noch 2 Liter verfügbar“ war ich noch voll Schaum, aber es hat juste gereicht.

Frische Brötchen gab es bei der Reception nicht mehr, ich hätte diese bis 16:00 Vortag bestellen müssen. Aber das hat zeitlich nicht gepasst. Auf Empfehlung des Campingplatzbetreibers ging ich ins Restaurant im Dorf frühstücken. Sie haben mir ein Frühstücksplättchen mit vielen Fleischvarianten zubereitet… Offenbar darf man in den Restaurants in Meck-Pom noch rauchen. Der Geschmack von Kaffeeduft kombiniert mit Zigarettenrauch war auch etwas, das ich nicht mehr so präsent hatte…

Dann los Richtung Hamburg. Auf der Karte machte die Route einen grossen Umweg, alles auf Autobahnen, aber ich denke dass ich trotz Mehr-km schneller war als auf den Hauptstrassen durch die Dörfer. Aber es hat sich dann schon noch gezogen, bis in die Hansestadt. Ich kam sowas von on-time zum Flughafen, dass ich grad mal 10 Minuten bei „Ankunft“ warten musste, bis ich Bettina sah. Moin moin und welcome back, Bettina! Ab nun wieder zu Zweit… Einen ersten Kaffee-und-Kuchen-Stopp gab es in Glückstadt. Schliesslich ist es ein Glück, wenn man eine solche Reise machen kann!

In Büsum fanden wir einen Campingplatz hinter dem Deich. Ein Riesenplatz! Ein feines Nachtessen gab es im Quartier neben an. Dann noch einen Verdauungsspaziergang zum Deich. Und es war einfach wieder eindrücklich, wie viele Tiere in dieser Gegend leben: Wir haben einen Fuchs, viele Hasen, ein Reh, viele tolle Vögel (darunter ein Auerhahn – bekannt aus der Hasseröder-Bier-Werbung…) gesehen und haben den Spaziergang genossen. Und schliesslich sind wir nun so sehr nördlich, dass es um 22:30 noch sehr hell war.

Büsum

 

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Freitag, 8. Juni 2018: Deutschland ist gross…

Idylle am Teich

Ich war alleine auf dem Platz. Ein wunderschöner Tag kündigte sich an. Ich hatte den Camper direkt neben dem kleinen Teich platziert, in der Nacht hörte ich die Frösche quaken und hörte auch, wenn sie ins Wasser sprangen. Bei Tageslicht sah ich die Frösche auch noch live, doch quaken mochten sie nicht mehr. Kurz vor acht ging ich fürs Frühstück ins Restaurant des Campingplatzes Stary Folwark. Toll, wieder mal an einem Buffet frühstücken zu können! Bei der Bezahlung meines Aufenthaltes staunte ich einmal mehr über die Preise in Polen: einmal übernachten im Camper, Nachtessen, Frühstücksbuffet für rund CHF 35… Sehr preiswert, würde ich da sagen! 

Heute gab es eine längere Fahrt: da morgen Samstag Bettina in Hamburg ankommt galt es, möglichst nah in den Norden zu fahren, damit die Strecke am Samstag kürzer ist. Aktuell war ich in der Region Cottbus, was auf halber Strecke zwischen Dresden und Berlin lag. Und der Tag schien nicht nur schön zu werden, sondern auch heiss – im Verlaufe des Tages hatte ich auf der Anzeige im Auto die Temperartur von 34° C gesehen… 

Ich nahm es gemütlich. Keine Eile, ich habe Zeit. Auf der Autobahn fuhr ich gemütliche 110 km/h. Mein Navi sagte mir, dass auf der Höhe von Berlin Marzahn ein etwa 7 km langer Stau zu erwarten sei. Ich dachte, durch Berlin zu fahren sei die bessere Variante als im Stau zu stehen, was sich aber im Nachhinein als Trugschluss erwies. Dafür habe ich den Fernsehturm von Berlin aus der Nähe gesehen 😉

Irgendwann – es hatte immer noch 29° C – kam ich am Zeltplatz in Dobbertin am Dobbertiner See an. Somit war ich in Mecklenburg-Vorpommern gelandet. Der Platz war sehr idyllisch im Wald und aufgrund der Tatsache, dass das Wetter toll und Wochenende ist, war der Platz sehr voll. Und von meinem Standplatz hatte ich auch Blick auf den See 🙂 – und dieser Blick war traumhaft!

In einem Restaurant in der Nähe ging ich essen, heute wollte ich mal früh Nachtruhe machen. Aber der Abend war so mild, dass es wieder kurz vor Mitternacht wurde, bis ich in den ersten Stock stieg…

Zeltplatz Dobbertin

 

Dobbertiner See

 

 

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Donnerstag, 7. Juni 2018: Felsen und Kirche

Es war eine kalte Nacht. Am Morgen als ich aufstand, war gerade mal 11.5°. Ich gehe davon aus, dass es während der Nacht 9° waren. Der Himmel gestern Abend war sternenbedeckt. Das hat mich wieder dazu motiviert, Sternenfotos zu machen, habe es aber dann nicht so sehr übertrieben wie damals in der Hohen Tatra. Auch, weil es schon recht kalt war. Gestern Abend habe ich meinen inneren Wecker auf 7:00 Uhr gestellt. Und ich bin tatsächlich 7:00 erwacht! 

Der holländische Campingplatzbesitzer Bert hat mir empfohlen, frische Brötchen beim Bäcker in Dorf zu holen. Das machte ich dann auch und hatte zum Frühstück tatsächlich frische Brötchen! Mit Bert kam ich noch ein bisschen ins Gespräch, und er erzählte mir, dass dieser Bauernhof, wo jetzt der Campingplatz drum rum gebaut wurde, früher einem Sudetendeutschen gehört hatte. Die Deutschen mussten nach dem Krieg die Gegend verlassen, nachdem sie über Jahrhunderte hier gelebt hatten. Die Politik siedelte damals Tschechoslowaken an, die deutschstämmigen Bewohner mussten weg. Man hatte damals Angst, dass die nationalsozialistische Gesinnung der deutschstämmigen Bewohner weiter vorhanden sein könnte und dass dies die junge Nation Tschechoslowakei gefährden könnte. Während dieser Zeit muss es ziemlich übel zu und her gegangen sein. Auch Ungarn wurden nach Ungarn befördert oder zumindest in die Süd-Slowakei, welche an Ungarn grenzt. Auch wurden einzelne Dörfer anderen Ländern zugeordnet. Was gestern noch tschechoslowakisch war, war morgen polnisch und umgekehrt. Die angesiedelten Tschechoslowaken fürchteten dabei, dass die vertriebenen Deutschen wieder zurückkommen werden und haben sich eigentlich gar nicht fix eingerichtet. Und Bert hat einen solchen Hof übernommen und dann anfangs der 2000er-Jahre was daraus gemacht (die genauen Umstände hat er aber nicht erzählt). Ich habe die ganzen Geschichtsthemen ein wenig nachgelesen und war brüskiert wie das damals zu und her ging. Ich hatte von alldem ehrlich gesagt keine Ahnung. 

Adersbacher Felsenstadt

Gestern Abend habe ich noch mit Bettina telefoniert und wir haben abgemacht, dass sie mich ab Samstag wieder begleitet. Treffpunkt ist um 14:30 Uhr am Flughafen Hamburg. Im Gespräch mit Bert hat er mir gesagt: „Du muscht nur Berlin eincheben, dann rechnet dasch Navi die snellste Route über Polen.“ Das habe ich gemacht. Als erste Etappe fuhr ich nach Adersbach (Tschechien) und besichtigen dort die Adersbacher Felsenstadt. Die Felsformationen dort sind sehr speziell und hochinteressant und ich hatte grossen Spass, durch diese Felsen zu spazieren. Mit mir hatten diese Freude auch verschiedene Schulklassen und Seniorengruppen. Auf dem Bus-Parkplatz zählte ich mindestens 40 Busse. Der Abstecher nach Adersbach hat sich aber sehr gelohnt! 

Bürgermeister und Bürgermeisterin

Ich fuhr weiter Richtung Norden, war dann wieder in Polen, und fuhr stetig auf der vom Navi vorgegebenen Route. Irgendwann sah ich einen Wegweiser zu einem UNESCO Welterbe. Eine evangelische Kirche… Ich hab dir doch schon genug Kirchen gesehen auf dieser Reise. Aber da ich schon länger gefahren bin, tat mir eine Pause gut und ich besuchte die Friedenskirche in Jawor. Auch hier ist die Geschichte dieser Kirche wieder sehr interessant: nach dem 30-jährigen Krieg hat der Habsburger Herrscher der evangelischen Bevölkerung erlaubt, eine evangelische Kirche zu bauen. Allerdings musste eine Reihe von Bedingungen erfüllt werden: Steine und Ziegel waren als Baumaterial verboten, nur Holz, Lehm und Stroh durften verwendet werden. Die Kirche mit Türmen oder Glocken zu versehen war ebenfalls nicht gestattet. Als Standorte kamen nur unattraktive Plätze ausserhalb der Stadtmauern in Frage. Die Gebäude mussten innerhalb eines Jahres fertiggestellt werden. Die Baukosten hatte die Gemeinde zu tragen. Die Kirche in Jawor wurde in den Jahren 1654 und 1655 erbaut. Ihre Länge beträgt 43,5 m, die Breite 14 m, die Höhe 15,7 m, die Fläche ca. 1180 m². Die Kirche fasst ca. 5500 Personen. Am Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der Glockenturm angebaut, nachdem der Kaiser als schlesischer Landesherr dies 1707 gestattete.  

Friedenskirche Jawor

Von aussen sah die Kirche wirklich aus wie ein großes Fachwerkhaus. Ich löste einen Eintritt und war von dieser Kirche komplett geflasht. Sowas habe ich noch nie gesehen! Man könnte meinen, es handelt sich um einen Konzertsaal. Nebst den Sitzplätzen im Erdgeschoss hatte es rund ums Kirchenschiff vier Emporen! Die Kirche war für mich zurecht ein UNESCO Welterbe! 

Friedenskirche von Jawor

Nach dieser Pause fuhr ich zum Campingplatz in Lipinki Łużyckie. Dabei handelt es sich beim Stary Folwark Pietrzyków um ein altes Pferdegestüt, mit Hotel, Restaurant und Campingplatz. Ich bin hier der einzige Gast und werde heute Abend im Restaurant einkehren. Die Wirtin hat mir auch offeriert dass ich frühstücken könne. So wird vermutlich morgen mein Wasserkocher kalt bleiben… 

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Mittwoch, 6. Juni 2018: Zu Besuch bei Räuber Hotzenplotz

Gestern habe ich geschrieben, dass die Autobahn an den Campingplatz grenzt. Dies hat mich jedoch nicht davon abgehalten, bis 7:45 Uhr zu schlafen. Ich funktioniere war offenbar sehr speziell: in der freien Natur wecken mich die Vögel um fünf, hat es aber eine Autobahn, schlafe ich bis kurz vor acht… Soll das einer noch verstehen!  

Nach dem Frühstück starte ich in den Tag: Ich fuhr nordwärts nach Bytom. Dort hat es ein besonderes Highlight aus strassenbahntechnischer Sicht: Auf der Linie 38 fährt das wohl älteste Tram Europas im Regelbetrieb: ein nach dem Krieg gebauter „Kriegswagen“. Aufgrund des Materialmangels nach dem Krieg sind diese Fahrzeuge sehr sparsam gebaut und weisen viel mehr Steh- als Sitzplätze auf. Ich fuhr zur Endstation „Friedhof“ und da kam diese historische Strassenbahn auch schon angezuckelt. Zu sagen ist, dass das Wetter für einmal unglaublich schön war, aber die Temperaturen erreichten 20° noch nicht. Nach diesem Ausflug zur Strassenbahn fuhr ich weiter Richtung Tschechien. In einem der letzten Dörfer in Polen brachte ich meinen Camper zu einer Lanzenwäsche, weil die Karre wieder aussieht wie… einfach schlimm. 

Tram in Bytom

Dann fuhr ich über die Grenze nach Tschechien. Als diese Gegend hier noch zu Deutschland gehörte hiess der erste Ort nach der Grenze noch „Hotzenplotz“. Und haben wir das Buch nicht alle mal gelesen? Ich ging aber nicht aus literaturtechnischen Gründen an diesen Ort sondern wieder wegen der Eisenbahn. Heute heisst der Ort übrigens Osoblaha. In Hotzenplotz hat die einzige Schmalspurbahn der tschechischen Staatsbahn ihren Ausgangspunkt und führt bis Třemešná ve Slezsku. Es war ein sehr interessantes Betriebsgeschehen zu beobachten: der ganze Zug bestand aus einer Diesellok und einem Personenwagen, einem Lokführer und einem Mann Zugpersonal. Und tatsächlich hatte es auch Kunden in diesem Zug! Wobei mindestens zwei ähnliche Nerds waren wie ich… 

Zug in Osoblaha

Ich fuhr weiter Richtung Norden. Dabei bemerkte ich eine ganz spezielle Sache: die Grenze zwischen Polen und Tschechien war fliessend. Ich wechselte den Staat sicher fünf mal – mal war ich in Polen mal in Tschechien mal umgekehrt… Teilweise merkte ich es nicht mal, sondern sah es erst auf meinem Navi, wenn wieder die zulässigen Geschwindigkeiten im neuen Land erschienen. Im Internet fand ich einen Campingplatz der eigentlich noch recht vernünftig tönte. Dieser befand sich quasi 1 m neben der Grenze in Tschechien. Ich fuhr diesen Platz an, schon leicht ermüdet, und der Platz war geschlossen! Dabei war ich so sicher dass der Platz offen war, weil auf Google noch Rezensionen geschrieben wurden, welche weniger als drei Wochen alt waren. Ich suchte im Internet einen neuen Platz und fuhr los. Das Navi dirigierte mich durch die Gegend. Plötzlich war eine vorgesehene Strasse wegen Bauarbeiten gesperrt und ich musste eine Umleitung fahren. Auf dieser Umleitungsstrecke sah ich einen Wegweiser zu einem Campingplatz: Camping Aktief. Ich fuhr diesen an und war eigentlich nicht erstaunt, wieder einen Holländer als Betreiber des Platzes vorzufinden. Mittlerweile war es gegen 19:00 Uhr. Er riet mir, zuerst im Nachbardorf Meziměstí essen zu gehen und dann das ganze Check-in zu machen. Ich fuhr wieder nach Meziměstí und ass im Restaurant Schweik ein feines und günstiges Nacht (übrigens werden hier um 20:15 die Stühle auf den Tisch gestellt und man wird gefragt, ob man vielleicht zahlen möchte…). Anschliessend wieder zurück zum Campingplatz wo ich eincheckte. Es hatte nicht viele Leute auf dem Platz, im Gegenteil es waren nur vier Fahrzeuge, davon zwei holländische, vor Ort. Der Platz war wieder sehr ruhig und ich war schon gespannt, wie lange dass ich morgen schlafen werde. 

Das Bier im Rest. Schweik war ein Helles gemischt mit einem Dunkeln. Bier Macchiato quasi…

 

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Dienstag, 5. Juni 2018: K&K in Polen

Wenn es sich schon so ergibt, dass zwei grössere Städte quasi neben einander liegen, sollte man die auch beide besuchen. So ist das hier mit Krakau und Kattowitz, welche gerade mal knapp 70 km auseinander liegen. Ich verliess meinen guten Campingplatz und fuhr auf der Autobahn Richtung Kattowitz. Unterwegs hatte es noch ein Shopping Center, zu welchem ich einen Abstecher machte. Irgendwie sind weltweit alle Shopping Center gleich oder ähnlich. Auch dieses hätte irgendwo stehen können. Weisse Lindor-Kugeln kann man aber nicht in jedem Shopping Center kaufen…

Nach der Weiterfahrt gab es auch schon Niederschlag. Ich hoffe, der letzte für heute. Ich fuhr Richtung Kattowitz und erreichte den Camping 215. Offenbar sind die Campingplätze in Polen alle durchnummeriert (der in Krakau war die Nr. 103), und ich bin nun auf der Nummer 215. Der Platz hat im Internet sehr gute Rezensionen erhalten, aber es wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass der Platz neben der Autobahn liegt. Tatsächlich ist der Platz wirklich sehr modern und sauber und die Autobahn, na ja, ist halt eben auch da. Als Bonus ist hinzuzufügen dass der Platz an einem See liegt. 

Schlesisches Museum

Nach Ankunft fuhr ich gleich mit dem Bus ins Zentrum. Zuerst musste ich um den See spazieren bis ich an der Haltestelle war. Allerdings wartete ich auf der falschen Seite, die Haltestelle in die korrekte Richtung war auf der anderen Seite der Strassenkreuzung in einer Entfernung von etwa 300 m… 

Im Vergleich zu Krakau ist Kattowitz keine „schöne“ Stadt. „Das Zentrum“ gibt es eigentlich nicht, oder ich habe dieses einfach nicht gesehen. Meine elektronischen Unterlagen sagten mir dass es genau zwei Sehenswürdigkeiten gibt: Zum einen das schlesische Museum und zum anderen die Christkönigskathedrale.Für mich als ÖV-Begeisterten hatte es aber noch eine weitere Sehenswürdigkeit: nachdem ich in Gmünden die kürzeste Strassenbahn der Welt besucht hatte, betreibt Kattowitz das grösste Strassenbahnnetz Europas. Insgesamt gibt es 31 Strassenbahnlinien mit einer Gesamtlänge von 200,6 km. Die Vielfalt der Fahrzeuge war recht interessant, es fahren auch Altfahrzeuge aus Deutschland und Österreich. 

Christkönigskathedrale

Bei der Kirche sass ich auf einer Bank und las ein wenig in meinem Buch. Dann ging ich in ein typisch polnisches Restaurant Nachtessen. Schließlich musste ich wirklich noch diese Pieroggen probieren bevor ich Polen verlasse. Ein grosse Herausforderung war anschliessend das Finden des richtigen Busses im Zentrum, der mich wieder zu meinem Campingplatz bringen sollte. Irgendwie brachte ich das aber auch auf die Reihe und fuhr wieder an meinen Platz an der Autobahn. Bevor ich auf den Bus ging kaufte ich in der Stadt am Markt, welche um diese Zeit noch geöffnet hatte, ein Schälchen Himbeeren, welche ich im Bus genoss.

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Montag, 4. Juni 2018: Krakau

Heute stand die Besichtigung von Krakau auf dem Programm. Da der Campingplatz ausserhalb der Stadt liegt, fuhr ich mit dem Bus ins Zentrum. Hier stieg ich um und fuhr weiter in ein Aussenquartier namens Wieliczka. Hier befindet sich das Salzbergwerk Wieliczka (deutsch Groß Salze), eines der ältesten und bekanntesten Salzbergwerke der Welt. Seit 1978 ist es UNESCO-Weltkulturerbe. Mit diesem Besuch habe ich mein 100. UNESCO Weltkulturerbe gesehen. Die Besuche liste ich auf dieser App auf, welche auch weitere Informationen zu den verschiedenen Orten vermittelt. Noch sind aber 972 UNESCO-Welterbestätten zu besuchen, erst dann ist die App voll… 

Gänge und Schächte untertags

Auch hier konnte man das Werk nur mit einer Führung besuchen. Da die deutsche Führung nur dreimal am Tag stattfindet, habe ich mich einer englischen Führung angeschlossen. Diese findet alle 30 Minuten statt. Zuerst ging es 330 Stufen in die Tiefe von dort weiter durch verschiedene Gänge, wo uns unser Führer die entsprechenden Angaben vermittelte. Er machte das auf eine Art, wie wenn er die Punkte bei dem European Song Contest ESC vergeben hätte – mit der gleichen Begeisterung und Monotonie in der Stimme und auch dem gleichen Osteuropäisch geprägten Englisch… 

Grosse unterirdische Kirche

Die Mine geht bis 135 m unter Grund (der besuchbare Teil). Sie bestand nicht nur aus Gängen und Schächten, sie hatte auch diverse grosse Säle mit Kirchen, Speisesälen und sonstigen Hallen. Jeden Sonntag Morgen um 7:30 Uhr findet eine Messe in 130 m Tiefe statt. Unregelmässig werden auch Konzerte in diesem exklusiven Ambiente durchgeführt. Mit dem Salz wurden auch verschiedene Skulpturen hergestellt, welche man besichtigen konnte. Nach rund 2 Stunden war die Führung beendet und ich kam wieder an die Oberfläche. 

Gwafi

Mit dem Bus fuhr ich wieder in die Stadt. Dort besichtigte ich zuerst das jüdische Viertel Kazimierz, welches heute ein sehr lebendiges Viertel ist mit vielen Lokalen und Geschäften. Hier fand ich auch einen fryzjer, der meine Haare und meinen Bart wieder in Form brachte. 

Hauptplatz

Anschliessend ging ich auf den grossen Hauptplatz welcher einen beeindruckenden gedeckten Markt hat und eine grosse Kirche. Auch hier hätte man durchaus einfach da sitzen können und den Leuten zuschauen können. In einem Restaurant um den Platz ass ich ein Nachtessen und ging anschliessend mit Tram und Bus wieder zurück zu meinem California..

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Sonntag, 3. Juni 2018: It Never Rains In Southern California

It never rains in Southern California. 

Dieses Lied kennen wir fast alle und es kommt einem immer wieder in den Sinn, wenn das Wetter schlecht ist. Zumindest mir ergeht es machmal so. Ich fuhr heute Morgen beim Campingplatz los und genau eine Stunde lang blieb es trocken. Dann begann es zuerst mit einigen Tropfen und dann schüttete es wieder. Aufgrund des Wetterberichtes für die nächsten Tage habe ich mich entschieden, die Slowakei zu verlassen, und in Richtung Polen zu fahren. Ich werde die nächsten Tage in Städte gehen, dort kann man sich auch bei schlechtem Wetter gut beschäftigen. Heute stand noch ein Besuch bei einer Waldeisenbahn auf dem Programm, welche auf der Strecke Richtung Polen lag. Wobei bei schlechtem Wetter machen solche Züge auch keinen grossen Spass. Zu sagen noch, dass diese Waldeisenbahn sehr gut unterhalten ist. Da diese ein nationales Objekt ist fliessen auch entsprechende Gelder und der Ausgangsbahnhof mitten im Wald sieht super aus. Ich beobachtete die Abfahrt eines Zuges und fuhr anschliessend nach Polen. Und wie es von einer Grenze abhängig wäre, wurde bei Grenzübertritt nach Polen das Wetter besser. Es hörte auf zu regnen, aber die Wolkendecke begleitete mich weiterhin. 

Waldeisenbahn

Ich wollte einen Stop in Zakopane machen. Diese Ortschaft kennt man vielleicht vom Sport, hier werden regelmässig Skisprungwettbewerbe durchgeführt. Der bekannte Skispringer Kamil Stoch kommt auch von hier. Das Städtchen war heute offenbar Anziehungspunkt für viele Leute, denn es gab keinen einzigen freien Parkplatz. Schade für mich, ich hätte gerne einen längeren Stopp in diesem Städtchen gemacht, so blieb es leider dabei, dass ich nur durchfuhr. Die Häuser hier sind in einem ganz speziellen Stil erbaut, dem so genannten Zakopane-Stil. Diese sehr speziellen Holzchalets wirken gefällig und sind quasi einheitlich im ganzen Städtchen so gebaut. Aber eben, leider konnte ich das ganze nur vom Auto aus sehen, weil es wie gesagt sehr viele Leute hatte, die unterwegs waren. 

Das hatte auch eine entsprechende Auswirkungen auf den Strassenverkehr. Der Verkehr lief zähflüssig, teilweise stand ich im Stau. Im Internet sah ich, dass ausserhalb Krakaus noch ein Eisenbahnmuseum ist, welches auch wieder am Weg lag. Das Wetter ist nun so gut geworden das ist mittlerweile einen blauen Himmel hatte und 27° C. Für einen Besuch eines Outdoor-Museums ist dies ideal, wenn nicht schon fast zu warm. Der Eintritt kostet acht Zloty, umgerechnet zwei Franken. Auf dem grossen Aussengelände standen etwa 50 Dampflokomotiven unterschiedlicher Grösse. Der grösste Teil davon war überhaupt nicht fahrfähig und hätte eher zu einem Schrotthändler gepasst als in ein Museum. Solche grosse Dampflokomotiven habe ich noch nie gesehen, die Triebräder der Loks waren teilweise grösser als ich selber. Viele Informationen konnte mir der Besuch aber leider nicht vermitteln da die Schautafeln ausschließlich in polnischer Sprache waren. 

 

Alteisenhandlung

Nach diesem Besuch fuhr ich Richtung Krakau zu einem der beiden Campingplätze. Die Lage des Platzes war ein wenig ausserhalb des Zentrums, in der Anflugschneise des Flughafens, aber sonst perfekt. Das Personal an der Reception zeigte mir, wie ich ins Zentrum komme und wo ich etwas essen kann. Ursprünglich habe ich geplant noch am Abend ins Zentrum zu fahren und dort zu essen, aber ich war zu müde und blieb im Quartier. In einem Restaurant ass ich was feines zNacht. Und mit einem grossen Bier hat das mich grad mal sechs Franken gekostet. Obschon ich müde war, ging ich noch nicht sofort ins Bett. Wie es so geht: plötzlich war es Mitternacht und ich stieg in den ersten Stock. 

Wer den Text des Liedes „It Never Rains In Southern California“ genau kennt weiss, dass nach dem Refrain auch die Liedzeile kommt:  „Es giesst, es giesst“. Und auch so kam es mir heute vor.

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Samstag, 2. Juni 2018: Zwei Hobbies miteinander verbinden

Vor einigen Jahren ging ein Video rum, in welchem während einem Fussballspiel ein Dampfzug durch ein Fussballstadion fährt.

Dazu hat Watson noch einen tollen Artikel geschrieben, der mir auf dieser Reise in die Finger kam. Da dieses Cierny Balog grad ums Eck liegt (hmm, 80 km waren es schon…), war ein Besuch ein Must. Ein Fussballspiel sehen und idealerweise fährt noch ein Zug durch… Ein paar Google-Klicks ergab, dass der TJ Tatran Cierny Balog tatsächlich heute Nachmittag ein Spiel hat. Und wer weiss, vielleicht fährt ja dort wirklich ein Zug durch?

Bevor es zum Fussball ging, ging es noch um Kultur. Zuerst fuhr ich nach Levoča. Hübsches Städtchen mit wunderbarem Stadtkern, aber schlechtem Wetter… Ich war kaum 10 Minuten aus dem Auto, da begann es zu tröpfeln und dann zu schütten. Schade, ich hätte gerne in einem Strassencafé was getrunken und ein bisschen verweilt. Aber so war das nix. Also ein paar Kilometer weiter, zur Burg Spissky hrad, einem UNESCO-Welterbe. Diese Burg ist nicht mehr so gut erhalten wie andere Burgen, wirkt aber durch ihre Dimension und die Lage, protzig auf einem Kalkfelsen, sehr eindrücklich. Offenbar konnte sie nie von fremden Mächten eingenommen werden. 

Kirche ausserhalb von Levoča. Die gelbe Fassade kommt bei schlechtem Wetter gut zur Geltung

Ich hatte sofort einen Parkplatz und stieg in regnerischem Wetter auf die Burg Es hatte sehr viele Touristen, die sich diese Location mit mir ansehen wollten. Oben angelangt stellte ich fest, dass ich für die Besichtigung tatsächlich 8€ hätte bezahlen sollen, was mir zu viel war. Schliesslich wollte ich nicht die ganze Geschichte über mich ergehen lassen, sondern schnell nach oben, anschauen, und dann wieder weg. Also ging ich wieder den Weg runter zum Parkplatz. Schliesslich war ja noch Fussball auf dem Programm… Aber ob die bei diesem Sauwetter überhaupt spielen… Beim FC Weissenstein hätte der Platzwart dies nie zugelassen.  

Spissky hrad

Die Strasse führte durch Wälder, über Pässe und Felder. Und tatsächlich kam ich irgendwann in dieses Cierny Balog. Der Regen hatte noch nicht aufgehört, und ich sah schon mal den Bahnhof dieser Dampfbahn, die da durchs Stadion fahren soll. Von Cierny Balog aus fährt die Schwarzgranbahn, wie sie heisst, auf drei Strecken touristischen Verkehr. Ich lümmelte ein Wenig im Bahnhof rum, es kam ein Dieselzug von der Nordstrecke an und plötzlich kam ein Dampfzug von der Westseite. Und wenn meine Google-Maps-Recherchen richtig waren, dann wäre dieser Zug ja durchs Stadion gefahren… Ich ärgerte mich einen Moment, dass ich meine Zeit schlecht eingeteilt hatte und fuhr Richtung Stadion. Und die spielten tatsächlich! Es war grad Pause, das Heimteam führte 3:0 und ich ging ebenfalls ins Stadion. Schon witzig, vor der Haupttribüne noch Gleise zu sehen.

Halbzeitpause

TJ Tatran war stark, und beim Stand von 5:0 bin ich wieder gegangen. (Matchtelegramm siehe hier. Die haben dem Gegner ein Stängeli angehängt. Jakub Kvietok muss nach seinen 4 Toren bei Wuschu Spycher ein Thema für die nächste Saision sein!). Zug fuhr heute keiner mehr und ich habe es somit verpasst, einen Zug durchs Stadion fahren zu sehen. Aber ab der Schweiz sind es ja nur 1000 km bis man dort ist…

Weiter gings Richtung Norden nach Turany zum Camping. Dieses Camping lag am Rande eines Naturparks und war wegen dem Wochenende ziemlich voll. Aber Cali und ich fanden noch ein Plätzchen. 

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Freitag, 1. Juni 2018: Hohe Tatra

Gestern Abend, also nach Redaktionsschluss des „Umereise“-Blogs, sah ich, dass sich die Wolken verzogen hatten. Und da zudem auch Vollmond war, hat sich eine gute Fotogelegenheit ergeben. Das Resultat möchte ich euch gerne zeigen:

TatraLichter.jpg

Tatra-Lichter


TatraNacht.jpg

Tatra in der Nacht

 

Schweizer Zug in Štrba

Nach einer foto-/wetterbedingt kurzen Nacht stand ich bereits nach 8 Uhr am Bahnhof von Štrba. Dieser lieg an der Hauptlinie Bratislava – Kosice und ist auch Ausgangspunkt der Bergbahn nach Štrbské Pleso. Die Bergbahn wurde 1970 eröffnet, nachdem schon bis 1932 eine bestanden hatte. Grund für den teilweisen Neubau der Bergbahn war die Durchführung der Nordischen Skiweltmeisterschaften 1970 in Štrbské Pleso. Diese Weltmeisterschaften, welche grad mal 8 Tage dauerten, lösten auch den Bau von Hotels, 2 Seilbahnen und 2 Sprungschanzen aus. Und dass die Gegend immer noch von dieser WM zehrt zeigt, dass an der Talstation der Bergbahn immer noch ein Plakat hängt, welches auf die WM hinweist. Und im Dorf in Štrbské Pleso gibt es ein „Hotel FIS“, welchdes nach dem Skiverband benannt ist. Das Spezielle der Bahn ist, dass sie aus Schweizer Produktion stammt: BBC Baden und die Lokfabrik SLM in Winterthur haben 3 Züge geliefert. Dass dies damals, nach der Niederschlagung des Aufstandes in der Tschechoslowakei ein wenig heikel war, zeigt dieser Artikel in der NZZ.

Im Artikel wird der Charme aus den 70er-Jahren beschrieben und ich kann dies bestätigen. Die Züge kommen sehr „schweizerisch“ daher, verschiedene Elemente der Züge kennen wir auch bei uns, z.B. die Leichtmetalltüren mit dem klassischen Griff. Ich genoss auf alle Fälle die rund 20-minütige Fahrt nach Štrbské Pleso. Dort angekommen stellte ich fest, dass das Wetter nicht mehr hielt, was es noch nach dem Aufstehen versprochen hat. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, ich sei nicht gut genug angezogen für die Berge. Somit gings rasch ins nächste Sportgeschäft und ich habe eine Wanderjacke mehr im Gepäck. „This is from Slovakia, not from China“. 

Štrbské pleso, der See mit Sprungschanze

Mein ehemaliger Arbeitskollege Bruno, der schon mal hier war, hat zu Hause ein gut sortiertes Archiv und er hat mir eine tolle Route empfohlen. Ich startete,am Štrbské pleso (dieses Mal der See) vorbei immer schön dem Wanderweg entlang. Dabei musste man schon ein bisschen aufpassen, wohin man tritt, denn den Weg zu gehen war anspruchsvoll, obschon die Wanderung für meine Verhältnisse eher einfacher war. Nach rund einer Stunde kam ich beim Popradské pleso, einem grösseren Bergsee, an. Mir kam spontan der Oeschinensee in den Sinn: auch der Popradské pleso ist von Bergen umgeben wie in einem Trichter und passt auch von der Grösse her etwa. Nur dass „unser“ Oeschinensee natürlich viel schöner ist 🙂  Im Berghaus ass ich eine Knoblauchsuppe und trank was, bevor es wieder talwärts ging.

Popradské pleso, der Oeschinensee der Slowaken

 Dieses Mal wählte ich einen anderen Weg, um ins Tal zu gelangen. Nach ca 2 Kilometern kam ich zum Symbolický cintorín (symbolischer Friedhof). Diese Gedenkstätte ist ein symbolischer Friedhof zur Ehre deren, die ihr Leben in der Hohen Tatra gelassen haben. Aktuell befinden sich hier 160 Gedenktafeln und 50 handgeschnitzte Holzkreuze. Der Öffentlichkeit wurde dieser Friedhof im Jahre 1940 übergegeben unter dem Motto „Den Toten zur Ehre, den Lebenden zur Warnung“. 

Symbolicky Cintorin

Kurz vor 14:00 Uhr war ich wieder in Štrbské Pleso. Hier stieg ich wieder in den Zug ein, aber dieses Mal fuhr ich in Richtung Poprad. Auch diese Züge sind aus Schweizer Produktion, von der Firma Stadler. Allerdings sehen die Züge schitterer aus als die der Bergbahn, obschon sie nicht mal halb so alt sind wie diese. Auf einer Zwischenstation stieg ich aus und fuhr einen Umweg Richtung Poprad. So hatte ich die Möglichkeit, einmal mit einer „Brotbüchse“ zu fahren. In Poprad blieb ich eine Weile am Bahnhof und schaute dem Treiben zu. Um 18:34 stieg ich in den Intercity nach Bratislava um nach Štrba zu fahren. Ich nahm direkt im Speisewagen Platz, denn mir schien es angebracht, die Schlussfahrt des Tages mit einem Bier ausklingen zu lassen.

Billettkontrolle! Ich zeigte meine Freikarten und die Zugchefin meinte: „Die Freikarte ist ok, aber hast du eine Reservation für diesen Zug? Er ist reservationspflichtig.“ – „Oh, nein, habe ich nicht.“ – „Ok, kannst du bei mir lösen. Bis wo fährst du? Bis Bratislava?“ – „Nein, nur bis Štrba.“ – „Bis Štrba? Wir halten nicht in Štrba, das ist ein Intercity“ – „[sprachlos]“ – „Also, du fährts mit uns mit bis Liptovský Mikuláš und nimmst dort den nächsten Zug zurück nach Štrba. Dann bist du 20:30 in Štrba. Und das mit dem Zuschlag vergessen wir!“ – „Oh, danke!“

Natürlich hatte der Zug zurück noch 20 Minuten Verspätung. Und nein, heute machte ich keine Fotos vom Himmel mehr. Ich war zu müde… 

Schlussendlich bin ich das ganze Netz abgefahren 

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Donnerstag, 31. Mai 2018: Überdosis Burg

Oravský hrad

Gestern habe ich geschrieben, dass ich im Minikemp Arrow untergebracht bin. Und ich fühle mich hier unheilmich wohl. Die Gastgeber sind top. Natürlich fährt die Bahnlinie grad an der Grundstückgrenze vorbei. Und der Fahrplan ist für hiesige Verhältnisse sehr dicht: 12 Züge ab Betriebsbeginn bis um 8:19 Uhr… Und der erste Zug fährt um 3:55 beim Bahnhof ab. Das alles schockt mich nicht, was mich jedoch ein Wenig auf Trab hielt war die Tatsache, dass mein Camper quasi 30 Meter von der Einfahrweiche entfernt war. Und die Schienenstösse (das ist dort, wo die eine Schiene und die nächste Schiene sich berühren) nicht wie in der Schweiz geschweisst sind, sondern dass zwischen diesen Schienen doch tatsächlich ein Zwischenraum von ca 15 mm bestand. Tä-täm… und das ab vier Uhr. Klar, ich bin einer der immer was zu meckern hat. Mal jublieren die Vögel wunderschön, mal könnte ich sie rupfen, mal renne ich den Zügen hinterher, dann stimmt der Schienenstoss wieder nicht… Ja, ich bin ein schwieriger Geselle. Aber jetzt, am Abend wo ich die Zeilen hier schreibe, merke ich, dass ich halt schon nicht sehr viel geschlafen habe diese Nacht…

Oravsky hrad

Oravsky hrad

Trotzdem genoss ich aber den Aufenthalt im Minikemp und sie werden von mir auf sämtlichen Portalen die höchste Bewertung erhalten, weil sie einfach eine coole Familie sind. Ich genoss den Aufenthalt so sehr, dass ich tatsächlich einfach noch liegen blieb und und erst um halb elf wegfuhr. Die Camp-Chefin hat mir gesagt, ich könne bleiben so lange ich will, aber ich muss dann das Ausfahrtstor wieder schliessen! Und das habe ich gemacht.

Ich habe mir ein tolles Programm mit Geschichte, Kultur und Technikt für den heutigen Tag bereitgelegt. Erste Etappe: Oravský Podzámok, mit der sehr gut erhaltenen Burg Oravský hrad. Die Burg Orava (slowakisch Oravský hrad, ungarisch Árva vára) ist eine sehr gut erhaltene Burganlage. 1800 brannte sie grösstenteils ab, aber von den Feinden wurde sie nie eingenommen, da sie auf einer steilen Felsklippe 112 Meter über der Wasserfläche des Orava-Flusses liegt Die Burg entstand schrittweise vom 13. bis zum 17. Jahrhundert, die Bauten wurden auf drei Terrassen des Felsens erbaut. Für den ersten berühmten Vampirfilm, „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“, wurden im Sommer 1921 Aussen- und Innenaufnahmen der Burg und deren Umgebung für die Darstellung der Burg des Vampirs Graf Orlok verwendet. Für den tschechoslowakisch-deutschen Film König Drosselbart von 1984 fanden ebenfalls Aufnahmen auf der Burg statt. Durch den überragenden Blick auf den Fluss und die umgebenden Berggruppen wird die Burg als eine der schönsten Burgen der Slowakei bezeichnet. 

Soviel, so klar.

Natürlich musste ich auf diese Burg. Sie war von unten so schön anzuschauen, dass ich trotz den 26 Grad, die kurz nach 11 schon auf dem Thermometer waren ein Eintrittsticket kaufen wollte. „Sie können nur eine Führung machen. Die grosse Tour dauert 2 Stunden, die kleine Tour 75 Minuten.“ Da ich weder beabsichtigte, Drachen zu töten und Jungfrauen zu retten sondern mit einfach einen Überblick verschaffen wollte, entschied ich mich für die kleine Tour. „Die nächste Tour beginnt in einer halben Stunde um 11:45. Sprechen Sie auch slowakisch?“ „Nein, mein Slowakisch habe ich länger nicht gebraucht und ist nun ein wenig eingerostet. Haben Sie eine Tour in english?“ „Nein, aber wir haben hier gratis Internet und so können Sie unsere Burg-App runterladen und mit den Kopfhöhrern bei den entsprechenden Stationen die Information hören.“ „Ah, super. Danke!“ Ich lud die App und die entsprechende Sprache runter und begab mich einen steilen Weg hoch zum Eingang. Die Gruppe war sehr gross, es hatte nüchterne Slowaken und betrunkene Slowaken. Mann, das kann was werden. Die junge Guide hingegen war eine Augenweide 🙂 

Aber auf dieser Führung habe ich nun eine neue mittelalterliche Foltermethode kennen gelernt: Burg-Führung. Die Guide wollte kein Detail bei den jeweiligen Stationen auslassen. Ich habe ja nix verstanden, aber wenn meine App die Station fertig kommentiert hatte, dann hatte die Guide erst Luft geholt. Ich litt. Die Temperatur wurde immer höher und die Erklärungen immer ausschweifender. Es. Ist eine schöne Burg, ohne zweifel. Sogar eine sehr schöne. Aber ich hätte nach einer Stunde alles gesehen. Längstens (habe eine schnelle Auffassungsgabe 😉 ). Nach zwei Stunden war ich gerädert wieder draussen. Eine sehr sehr schöne Burg. Aber ich werde glaube ich erst wieder kommen, wenn ich das Ganze ohne Guide machen kann. Die Kopfhörer musste ich ja so oder so tragen…

Vlkolínec

Mein Zeitplan war am Arsch durcheinander geraten. Aber fürs nächste UNESCO-Welterbe musste es noch reichen. 30 km entfernt befindet sich Vlkolínec. Vlkolínec ist ein Dorf mit 35 Einwohnern und gehört zur Stadt Ružomberok, die vier Kilometer entfernt liegt. Wegen seiner aussergewöhnlichen, unberührten Siedlung mit 40 originalen, bewohnten Holzhäusern ist es 1993 in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit aufgenommen worden. Der in unverfälschter Weise erhaltene Ort ist einer der wenigen in Europa, in dessen Umgebung noch Bären, Wölfe und andere Tiere frei leben. Das Dorf ist einzigartig in Mitteleuropa, die Häuser sind aus Holz und mit Mustern und Bildern bemalt. Es wurden keine Strassen erbaut, die Häuser waren ohne Strom und Wasserleitung. Viele der Bewohner sind schon über 80 Jahre alt.

Alles in Allem hübsch. Aber ein bisschen sehr Ballenberg.

Nun war 16:00 Uhr. Zeitplan, was machen wir? Den letzten Teil „Technik“ verschiebe ich auf übermorgen. Ich gehe jetzt grad direkt in die Hohe Tatra. Hier bin ich nun auf dem Campingplatz in Strba (keine Angst, es ist nicht so schön wie es auf den Bildern aussieht…). Morgen geht‘s, gutes Wetter vorbehalten, in die Berge. Ein Kollege von SBB Cargo International, welcher Slowakei-Kenntnisse hat, hat mir geraten, einen Tatranský Čaj – Tee zu trinken. Als Abschluss nach dem Nachtessen habe ich das gemacht. Der Kellner fragte mich, wie viele Prozente ich möchte. Es gibt den Tatra-Tee mit Werten von 17 (Milchlikör) über 35 (Stevia) und 52 (Original) bis zu 72 Prozent (Räubervariante). Ich habe 52% gewählt und schon das hat mir den Darm gestreckt… Aber es soll gesund sein!

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Mittwoch, 30. Mai 2018: Neues Land, tolle Erfahrung

Auf meiner Karte hatte ich noch 2 UNESCO-Welterbe und eine Schlucht namens Jánošíkove Diery markiert, welche am Weg lagen. Ich liess die Fahrt gemütlich angehen und startete erst um 10:30 Uhr. Zum. Glück war plötzlich ein Schild am Strassenrand, sonst hätte ich nicht realsiert, dass ich in der Slowakei bin. Somit habe ich ein Land mehr auf meiner persönlichen Landkarte. Aber es ist hier ähnlich wie in Tschechien… Auch in der Slowakei benützte ich die Autobahn und auch diese ist vignettenpflichtig. Cool! Ein weiterer Kleber für die Windschutzscheibe! Bei einer der ersten slowakischen Tankstellen kaufte ich eine Vignette. Die Enttäuschung war riesengross als ich keinen Kleber erhielt, sondern einfach ein Stück Papier auf welchem bestätigt war, dass ich eine Vignette für 10 Tage bezahlt habe. Ich hätte gerne einen Kleber mehr gehabt um meine Sammlung zu vervollständigen:

 

Vignetten im Uhrzeigersinn: Schweiz, Slowenien, Österreich, Tschechien

Kurz vor 14:00 Uhr kam ich in Jánošíkove Diery an. Eigentlich wusste ich nicht genau, was mich erwartet, da ich die nur in Slowakisch abgefasste Homepage schlecht interpretieren konnte. Eine Schlucht mit einem Wanderweg, das habe ich erwartet. Ich parkte das Auto beim Hotel, welches vor der Jánošíkove Diery lag und marschierte los. Und was ich zu sehen bekam, machte mich sprachlos! Eine Hauptschlucht und eine Nebenschlucht mit je einem Bach können begangen werden. Dort wo man auf einem Wanderweg nicht mehr durchkam, wurden Stege und Leitern gebaut. Teilweise konnte man so sogar Wasserfälle hoch‘wandern‘. 

Wasserfallwandern

Es wurden mehrere Wanderwege angeboten und ich entschied mich für einen Rundweg, wobei ich an einem Ort falsch abbog und dann ein wenig im Schilf war. Ein Slowakischer Wanderer, welcher als einzige Fremdsprache Tschechisch sprach, half mir mit Händen und Füssen wieder auf den richtigen Weg. 

In der Schlucht

Ich war fast 4 Stunden unterwegs, immer mit einem Lächeln im Gesicht und einem Staunen über diese wunderbare Natur, über die tollen Blumen und die vielen Vögel, die jubilierten. Unglaublich schön, in Worte fast nicht zu fassen! 

Wunderbare Wanderung

An die Hohe Tatra kam ich heute nicht mehr. Ich fuhr noch bis Parnica, wo ich im Minikemp Arrow untergebracht bin. Und dieses Camp ist sowas von mini, dass ich zwei Mal daran vorbeigefahren bin.

 

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Dienstag, 29. Mai 2018: Eine Gewitterfront erspart die Lanzenwäsche

90 km/h darf man ausserorts in Tschechien fahren. Teilweise bei dem Strassenzustand eine Zumutung. Ich fahre selten so schnell, weil ich ja nicht immer nach jeder Kurve das Geschirr im Cali neu ordnen lassen will… Also lasse ich die Drängler (auch die Anständigen) wenn‘s passt überholen. Ich blinke rechts und signalisiere, dass er überholen kann. Oder ich fahre in eine Busbucht und lasse den Verkehr vorbei. Und da ist mir aufgefallen, dass die Überholenden fast ausnahmslos den Warnblinker betätigen und mir so danke sagen. Finde ich noch charmant 🙂

Rangierdienst mit Fahne

Weiteres, was mir im Strassenverkehr aufgefallen ist, sind die Fussgänger: Wenn ein Fussgänger an einem Fussgängerstreifen steht und rüber möchte, dann halte ich an, mache ein entsprechendes Handzeichen und lasse ihn rüber. Und bisher sind fast alle Fussgänger immer über den Streifen gerannt! Nicht so wie bei uns, wo man es sich noch 10x überlegt ob man nun wirklich über den Streifen will und wenn ja dann ganz gemütlich rüber geht…

Nun, heute war früh Tagwache. Verantwortlich dafür war die Vogelwelt. Ab 4:00 Uhr teilten sie mir mit, dass es ihnen gut geht und sie sich auf den Tag freuen. „Zurück zur Natur“ verfluche ich in solchen Momenten… Um 5:30 wurde es mir zu viel, ich pfiff zurück und startete ebenfalls in den Tag. Ich habe nach den gestrigen diversen Zugsbegegnungen noch ein wenig Recherche betrieben und festgestellt, dass die Schmalspurbahn rund 20 km von mir entfernt einen ihrer Endpunkte hat. Und wenn ich schon so früh wach bin, kann ich mir das historische Eisenbahnschauspiel doch zu Gemüte führen. So fuhr ich nach Obrataň. Dort endet die Strecke der privaten JHMD und macht Anschluss auf die staatliche CD. Und diese Eisenbahn dort ist schon noch ‚heile Welt‘. Man hat Zeit, die Anschlüsse sind genügend lang – aber man muss die Reise auch gut planen, da es keinen Stundentakt gibt. Wer den Zug verpasst, hat manchmal erst wieder am Abend eine Verbindung. Ich schaute dem Treiben zu und staunte, dass es das heute noch gibt.

Eingeheizt

Ich fuhr weiter ostwärts und wusste, dass noch eine kleine Museumsbahn unterwegs an der Strecke (ohne Umweg. Also fast…) lag. Die Schmalspurbahn Zastávka u Brna – Zbýšov hatte gemäss Homepage keinen Fahrtag, aber da die Anreise mit vertretbarem Aufwand möglich war, wollte ich mir das ansehen. Und wie der Zufall so wollte, hatten sie heute einen ausserordentlichen Fahrtag mit Schulkindern und hatten sogar die Dampflok angeheizt…

Nach so viel Eisenbahn an diesem Tag musste auch wieder mal andere Kultur hinhalten. Die Macocha-Schlucht war da grad ideal. Die Gegend um Brno/Brünn ist eine Karst-Gegend (wie um Postojna) und in Macocha ist vor vielen hundert Jahren eine Doline eingestürzt  und hat eine 174×76 m grosse und 138 m tiefe Schlucht hinterlassen. Diese ist nun eine Sehenswürdigkeit und man kann mit einer Seilbahn in die Schlucht hinunterfahren. Im Talgrund kann man dann Höhlen besichtigen (zu Fuss und mit einem Boot). Ich bin mit der Seilbahn runter gefahren, die Besichtigung der Höhle habe ich mir aber erspart – ich habe dies ja schon in Postojna gemacht. Und irgendwie ist Höhle doch gleich Höhle, oder? Ich machte einen längeren Spaziergang im Wald, bei der Schlucht und konnte hier und da kleinere Höhlen (nicht besichtigbar) sehen. Alles in Allem eine gute Sehenswürdigkeit, welche mir sehr Spass gemacht hat.

Macocha-Schlucht

 

Mit der Idee, weiter in Richtung Osten und Richtung Slowakei zu fahren, habe ich das Autocamp Luhačovicke zum Tagesziel erkoren. Das Navi leitete mich auf die Autobahn und schon von Weitem sah ich die Gewitterfront. Keine Chance auszuweichen. Ok, dann wasche ich das Auto eben im Gewitter, und nicht in einer Lanzenwäsche. Aber so ein Gewitter habe ich noch nie in einem Auto erlebt. Ich konnte auf der Autobahn nur noch 50 km/h fahren. Die Lastwagenfahrer kümmerte das Wetter wenig, die blochten normale Geschwindigkeit – aber fast alle PW fuhren reduziert. Bei der vorgesehenen Ausfahrt verliess ich die Autobahn und fuhr zu einem Shopping-Center, damit ich dort im Schatten des Gebäudes das Gewitter abwarten konnte. Es war kein Spass, in diesem Gewitter unterwegs zu sein. Aber das Auto ist nun wieder sauber…

Das Autocamp Luhačovicke ist eine sehr grosse Anlage, welche an einem Stausee liegt. Nebst mit waren noch 3 andere Camper anwesend. Hochsaison ist wohl noch nicht.

Mit Vollgas in die Gewitterfront

 

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Montag, 28. Mai 2018: UNESCO-Welterbe-Hopping

Český Krumlov

Am Morgen habe ich festgestellt, dass sich die holländischen Gäste auf dem holländischen Campingplatz nicht an den weltweiten Ehrencodex halten: Sie tragen keine Crocs sondern ihre holländischen Holzzoggeln.

Um 10 Uhr wollte ich in Český Krumlov sein, und ich schaffte es knapp. Unterwegs fragte ich mich, wie es Český Krumlov auf meine Liste geschafft hat. Als ich aber dort war, merkte ich es sofort: ich habe alle Welterbeorte der besuchten Länder in meine Karte eingetragen und Český Krumlov war ein solcher Ort. Und was für einer!

Die Stadt liegt an der Moldau, die an dieser Stelle eine Schlaufe macht, so wie Bern nur kleiner. Die Stadt befindet sich innerhalb dieser Schleife und ist einfach hübsch! Dominiert wird die Stadt von einem Schloss, welches am anderen Ufer der Moldau ist und schlicht gigantisch aussieht! Also ich war wirklich begeistert von diesem Ort. Ich spazierte, trank Kaffee, schaute den Leuten zu und hatte einfach Spass, hier zu sein. Und das Glück wollte es, dass ich einen Parkplatz hatte, welcher in unmittelbarer Nähe dieses Zentrums war!

Holašovice

Heute wollte ich aber noch viel mehr sehen, drum fuhr ich weiter nach Holašovice, auch das ein UNESCO-Welterbe. Hier blieb die ursprüngliche Ortsstruktur mit dem Dorfplatz und den 17 anliegenden Gehöften und einem Fischteich seit der Gründung erhalten. Die im bäuerlichen Barockstil erbauten Gebäude stammen aus dem 18. bis 20. Jahrhundert, hauptsächlich aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dieses Welterbe ist sowas von diskret und klein, wenn man bei der Ortseinfahrt nicht abbremst verpasst man es…

Ich bremste und machte einen Dorfrundgang. 5 Minuten später war ich im Restaurant und bestellte ein deftiges böhmisches Mittagessen – Knödel 🙂

Der nächste Stopp war České Budějovice, besser bekannt unter dem Namen Budweis. Die Stadt Budweis hat eine lange Brauereitradition. Die ortsansässigen Brauereien setzen wieder verstärkt auf den Namen „Budweis“ bzw. „Budweiser“ und halten verschiedene Namensrechte, abgesehen von den USA: Budweiser Bürgerbräu seit (1795) Budweiser Budvar seit (1895). In der Stadt befindet sich außerdem der Firmensitz des ältesten Bleistiftherstellers der Welt, Koh-i-Noor Hardtmuth. Die Stadt hat einen grossen, quadratischen Marktplatz und die Häuser darum haben alle Arkaden, wo sich Geschäfte befinden. Auch hier wieder ein Link zu Bern. Wenn auch ohne Welterbe.

Budweis

Nächster Tagespunkt war das Schloss in Hluboká nad Vltavou. Auch dies kein Welterbe, zudem hat das Schloss am Montag Ruhetag. Dies merkte ich aber erst vor Ort…

Man könnte nun meinen, ich sei den ganzen Tag von einem Ort zum Anderen gehoppt. Zu sagen ist, dass die Orte sehr nah bei einander liegen, ca 15 bis 25 km sind sie auseinander. Und hier sind die Strassen recht gut ausgebaut und erlauben ein schnelles Weiterkommen.

Unterwegs kam ich – rein zufällig – an verschiedenen Bahnhöfen vorbei. Bei einem (Jindřichův Hradec, man beachte den Kreis auf dem U) beginnt eine Schmalspurbahn, welche einen (Regel-) Betrieb hat wie noch vor 50 Jahren. Beim anderen Bahnhof (Pelhřimov) hat es einen Betrieb mit alten Normalspurtriebwagen (Aufgrund der eckigen Aufbauten erhielten die Triebwagen von Eisenbahnfreunden den Spitznamen „Brotbüchse“). Ich glaube, ich muss mein Reiseprogramm neu definieren…

Übernachtet habe ich im Camping Kovarna in der Nähe des Dorfes Červená Řečice. Auch dieses Camping wird von Holländern betrieben und sie haben ab 1.6. geöffnet… Aha, da bin ich ja ein paar Tage zu früh…. Auf der Website wird geworben mit „ruhiger Lage“. Das kann man wohl sagen… Das Camp liegt sehr im Nirgendwo, ist aber sehr hübsch gemacht. Und die Ruhe hat man hier. Ich habe es übrigens auf dieser Reise schon mehrfach erlebt, wenn bei ruhigen Campings eine Flugstrasse über den Ort führt, hört man die Flugzeuge, welche in 10‘000 Metern Höhe sind. Eigentlich schon interessant, dass wir zu Hause die hoch fliegenden Flugzeuge nicht hören, weil sie im Alltagslärm untergehen.

Noch ein Detail am Rande. In Italien mussten wir jeweils das WC-Papier selber aufs WC mitnehmen. Da hängt keine Rolle, jeder ist selber verantwortlich. Seit Italien hatten wir in jedem Camping WC-Papier vor Ort. Hier im Camping Kovarna ist wieder ein Camping, bei welchem man das Papier selber mitbringen muss. Dumm nur, wenn man dies erst merkt, wenn man auf dem Töpfchen sitzt…

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Sonntag, 27. Mai 2018: Tief im Wald

Nix los in Sommerau

Um 9:32 Uhr habe ich bereits Kilometer 5000 auf meiner Reise gefahren. Aber da war ich schon weit ausserhalb Linz auf der fast leeren Autobahn Richtung Tschechien. Tschechien soll mein Tagesziel sein, aber nicht auf direktem Weg, sondern auf Umwegen. Zuerst fuhr ich zum Bahnhof Sommerau. In der Fachpresse lese ich immer wieder Artikel über diesen Bahnhof bzw. die Strecke und nun wollte ich mir diesen Bahnhof persönlich ansehen. Muss ja ein grossartiger österreichisch-tschechischer Grenzbahnhof sein, wenn ich diesen kenne. Die Geschichte hier war ja recht speziell: Zuerst gehörte Tschechien zu Österreich. Ab 1918 war das Land selbständig (Tschechoslowakei). Im Frühjahr 1939 wurde das Land durch Deutschland besetzt und aufgeteilt. 1945 wurde das Land von der Roten Armee besetzt und wurde anschliessend ein Satellitenstaat der Sowjetunion. 1989 wurde die Demokratie wiedererrichtet und am 1. Januar 1993 wurde die Tschechslowakei geteilt und Tschechien gegründet. Aber die Reise hat sich nicht gelohnt, weil wegen Bauarbeiten an diesem Wochenende die Strecke gesperrt war und kein einziger Zug fuhr. Höchstens ein paar Bauzüge.  

Das nächste Bahn-Ziel des heutigen Tages war Gmünd. Hier ist Ausgangs, Dreh- und Angelpunkt der Waldviertelbahn, welche heute mit einigen Zügen auf ihren Strecken von Gmünd aus nach Litschau, Heidenreichstein und Gross Gerungs unterwegs sein wird. Bei der Anreise nach Gmünd wurde mir auch klar, warum diese Bahn „Waldviertelbahn“ heisst. Denn auch die Strasse führte durch sehr üppige und dunkle Wälder. Der Wald war so dicht, dass man spontan an Märchen mit Hexen und so dachte. Dies muss hier erfunden worden sein, in diesem Wald. Die Strecke ging auf und ab, teilweise befand ich mich sogar auf 950 müM. Ich hätte nicht gedacht, dass dies so hügelig ist.

Bahnhofhalle Gmünd

In Gmünd habe ich die Anlagen der Bahn rasch gefunden. Und einmal mehr gestaunt, wie diese Museumsbahnen daher kommen. Da wurde sehr viel vom Staat finanziert, die Bahnhofanlage zeigt sich prächtig mit einer langen Bahnhofhalle, die abschliessbar ist und auch als Abstellanlage verwendet werden kann. Und eine Werkstätte, die zumindest von aussen einen hochwertigen Eindruck machte. In Österreich gehören solche Bahnen zum touristischen Angebot und werden entsprechend gefördert. Das ist in der Schweiz schon ein bisschen anders. Förderung hin oder her, bei meiner Ankunft war weit und breit kein Zug zu sehen. Bauarbeiten wie in Sommerau? Nein, die Züge sind einfach grad an den Endstationen und kommen in zwei Stunden wieder nach Gmünd zurück – und so lange wollte ich nicht warten. Auf einer Strecke war ein Dieseltriebwagen unterwegs, auf der anderen Strecke ein Zug gezogen von einer älteren Diesellok. Wenn der Zug nicht hier ist, gehe ich halt zum Zug. Somit fuhr ich die 25 km nach Litschau und war dort, bevor der Zug wieder zurück fuhr. Das Wetter war super und ermöglichte hübsche Bilder.

Dieselzug in Litschau

Schon bald war Zeit für das wichtigste YB-Spiel der Saison. Wo wollte ich das schauen? Ich entschied mich für Heidenreichstein, einen Parkplatz beim Schloss. Das Schloss war ein Wasserschloss, also umgeben von Wasser und ist heute noch von einem Grafen bewohnt. Sie wäre teilweise besuchbar, aber ich wollte ja das Spiel sehen. Dem Empfang beim Schloss war lausig, sodass ich für die zweite Halbzeit an den Bahnhof wechselte, wo der Empfang tatsächlich minim besser war. Das Spiel hat mich ca 3 GB Daten gekostet für nix und wieder nix. Verärgert, enttäuscht und angepisst fuhr ich anschliessend nach Tschechien. 

Der Grenzübertritt war schengen-konform dh ich wurde nicht kontrolliert. Die Grenzanlagen bestehen zwar noch, aber sind dem Verfall geweiht. Plötzlich sah ich ein Schild, dass ich nun in der Tschechei sei und mein Navi meldete mir die Höchstgeschwindigkeiten des neuen Landes. Aber man merkt es schon, dass man in einem anderen Land ist, wenn auch nur an Details: So hat jedes Dorf einen Feuerweiher, wo das Wasser der Feuerwehr gespeichert ist. Und an den Hauptstrassen habe ich viele Lautsprecher gesehen. Eine Googlerecherche ergab, dass diese Lautsprecher zumindest während des Kalten Kriegs für (Propaganda-)Informationen verwendet wurden. Auch heute werden scheinbar noch offizielle Meldungen über diese Lautsprecher verbreitet. Live gehört habe ich jedoch keinen.

Ich bin froh, habe ich ein Navi, das mir sagt wo ich durchfahren soll. Bis ich jeweils die Ortschaften gelesen und begriffen habe, bin ich jeweils schon daran vorbei gefahren. Schon interessant, wie wenig Vokale dafür viele Akzente die Tschechen in ihrer Sprache benützen. Ich glaube die können auf jeden Buchstaben noch ein umgekehrtes Hausdach stellen. 30 Sonderzeichen gibt das: 

Tschechische Sonderzeichen

Zeichen Beschreibung
Á Großes A mit Akut
á Kleines a mit Akut
Č Großes C mit Caron (Hatschek)
č Kleines c mit Caron (Hatschek)
Ď Großes D mit Caron (Hatschek)
ď Kleines d mit Caron (Hatschek)
É Großes E mit Akut
é Kleines e mit Akut
Ě Großes E mit Caron (Hatschek)
ě Kleines e mit Caron (Hatschek)
Í Großes I mit Akut
í Kleines i mit Akut
Ň Großes N mit Caron (Hatschek)
ň Kleines n mit Caron (Hatschek)
Ó Großes O mit Akut
ó Kleines o mit Akut
Ř Großes R mit Caron (Hatschek)
ř Kleines r mit Caron (Hatschek)
Š Großes S mit Caron (Hatschek)
š Kleines s mit Caron (Hatschek)
Ť Großes T mit Caron (Hatschek)
ť Kleines t mit Caron (Hatschek)
Ú Großes U mit Akut
ú Kleines u mit Akut
Ů Großes U mit Ring (Krouzek) darüber
ů Kleines u mit Ring (Krouzek) darüber
Ý Großes Y mit Akut
ý Kleines y mit Akut
Ž Großes Z mit Caron (Hatschek)
ž Kleines z mit Caron (Hatschek)

Quelle 

Speziell finden ich den Kreis über dem U. Habe dies hier schon öfters gesehen und immer gedacht, das sei ein Pixelfehler oder so… Vergleichbar ist die Sprache mit dem Kroatischen, wo Lekarna wie in Tschechien „Apotheke“ heisst. Wobei in Tschechien noch 27 Hatscheks und Krouzeks dazu kommen…

Auf der Fahrt zu meinem ersten Ziel in Tschechien hatte ich noch zwei Aufgaben zu lösen:

-Einen Bancomaten finden und tschechisches Geld abheben
-Etwas einkaufen fürs Frühstück 

Die Bancomatdichte in der Provinz der Tschechei ist vergleichbar mit der Anzahl Meeresstrände in der Schweiz. Also nicht existent. Es war wirklich ein Zufall, dass ich in einer grösseren Stadt einen Bancomaten fand. Nun konnte ich einkaufen gehen. Bei den Äpfeln hatte ich die Wahl, solche aus dem Südtirol oder aus Polen zu kaufen. Ich wählte Polen. Bei den Cherry-Tomaten hatte ich keine Wahl. Es gab nur solche aus dem Senegal.

Chvalšiny war mein erstes Ziel in Tschechien. Erstens liegt dieser Campingplatz in der Nähe meines morgigen Ziels Český Krumlov und zweitens hat dieser Platz auf Google sehr gute Bewertungen. Wer jetzt den Link „dieser Platz“ angewählt hat, hat vielleicht bemerkt, dass die URL keine .cz-Endung hat, sondern eine .nl-Endung. Der Grund ist einfach: Die Betreiber sind Holländer. Und die Gäste sind mehrheitlich auch Holländer. Und der Holländer geht offenbar dorthin in die Ferien, wo er ein bisschen zu Hause ist

Der Platz verdient die guten Bewertungen. Alles schön sauber, gut organisiert und einfach in einer tollen Landschaft. Zudem ist man in 10 Minuten zu Fuss am See entlang im Dorf. Ich ging im Dorf nachtessen. Es hat zwei Restaurants: eines hat die Küche ‚out of order, sir!‘ und das andere hat eine Serviertochter mit noch etwa 10 Zähnen. Das habe ich aber erst bemerkt, als sie mich bei der Bestellung angestrahlt hat… 🙂

Das Essen war super. Für umgerechnet CHF 8 Tomatensalat vorneweg, Hühnerfleisch mit Broccoli und ein grosses Bier.

„Dobrá chuť k jídlu“ – wie man hier sagt.

Willkommen in Holland

 

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Samstag, 26. Mai 2018: Museumstag in Linz

Heute habe ich das wohl erste Mal in den Ferien den Wecker gestellt. Um 7:00 Uhr sollte dieser abgehen, dann liegt noch einmal im Bett drehen drin, dann duschen und mit dem Velo an den Bahnhof, damit ich den 8:44-Zug nach Linz erreiche. Ich nächtige an einer Linie, wo man „Halbstundentakt“ und sogar „Stundentakt“ nur von der Fachliteratur her kennt. Also, 8:44 musste ich erreichen, sonst wäre es dann viel, sehr viel später geworden mit diesem Linz.

Blick auf Linz vom Pöstlingberg

Natürlich war ich viel zu früh am Bahnhof Ottensheim. Ich kann mir diesen Namen einfach nicht merken und drum habe ich zum alten Trick gegriffen: Das Bahnhofschild mit dem Handy abfotografieren, damit ich wirklich weiss, wohin ich zurück muss. Ich reiste ohne Frühstück nach Linz, weil ich auf dem Pöstlingberg (dem „Gurten“ von Linz) frühstücken wollte. Ich fuhr mit der Bahn bis Linz Urfahr, wo die Linie endet. Es gibt keine Verbindung zwischen „meiner“ Linie und dem Hauptbahnhof, man müsste also aufs Tram umsteigen. Aber ich wollte ja gar nicht in die Stadt, sondern auf den Pöstlingberg, wo seit ein paar Jahren ein Tram hochfährt. Vorher war es eine vom Tramnetz unabhängige Bahn, welche ab Linz Urfahr auf den Berg fuhr. 2009 wurde die Bahn gesamtsaniert und von 1000 mm Spurweite auf 900 mm umgespurt, damit die Züge auch das Strassenbahnnetz in Linz befahren können. Nun kann man in den Innenstadt von Linz einsteigen und direkt und ohne umsteigen auf den Pöstlingberg fahren.

Ich fuhr hoch und dank Google fand ich die Konditorei Jindrak, welche Frühstück im Angebot hatte. Zudem hatte sie noch eine grosse Terrasse mit prima Blick auf Linz, aber leider ohne Platz für mich in der ersten Reihe… Das Frühstück war eine Enttäuschung, null Charme und kein Herz. Zudem wurde das Ganze auf einem Plastiktablett serviert… Und sogar die Semmeln machten den Eindruck, dass es einfach nur Industrieware ist… Schade, aber da habe ich schon massiv besser gefrühstückt! Auch der Service war mies: „Nicht mein Tisch, Kollegin kommt gleich“ – wann habe ich das wohl zum letzten Mal gehört…?

Danach fuhr ich wieder „ins Tal“ (die Differenz von der Berg- zur Talstation war gerade mal 255 m, aber dies auf einer Streckenlänge von nur 2.8 km!) und ging dort in den alten Bahnhof der Pöstlingbergbahn, welcher heute ein Museum ist. Da heute in Linz super Wetter war, hatte es keine Besucher im Museum – ausser mir… Die Museumswärterin (sagt man dem so?) begrüsste mich per Handschlag und war froh, jemandem ihren Wissensschatz weiterbringen zu können. Sie erzählte mir von früher, bevor die Bahn modernisiert wurde und offerierte mir eine persönliche Führung im Lokdepot. Und dieses ist ganz clever organisiert: auf der linken Seite hat es zwei Gleise, wo die aktuellen Züge mit der Spurweite 900 mm untergebracht sind und rechts ist ein Gleis, wo noch zwei alte Züge mit Spurweite 1000 mm stehen. Diese können grad mal etwa 50 m Strecke in den alten Bahnhof fahren, welche man auf dem alten Standard belassen hat und das ist alles, was sie fahren können. Um den Link von der Historie in die Moderne zu machen, wurden drei alte Züge ebenfalls umgespurt und aufgepeppt und die fahren an Wochenenden zusätzlich zu den modernen Zügen ebenfalls auf den Berg. Ich hatte Spass an der persönlichen Betreuung, aber ich wollte ja noch andere Museen in Linz besichtigen. Schliesslich war Linz Europäische Kulturhauptstadt 2009 und ich hoffte doch, dass mich in dieser Stadt noch die Museumsmuse küssen wird.

Alter Sommerwagen der Pöstlingbergbahn

 

Museumsgebäude „Stahlwelt“

Der nächste Museumsbesuch war die Stahlwelt von Voest Alpine, dem grossen Stahlkonzern in Linz. Ich musste mit Tram und Bus ausserhalb der Stadt fahren und irrte bei Voest ein wenig umher (Übrigens heisste Voest „Vereinigte Österreichische Eisen- und Stahlwerke). Aus einem Gebäude kam eine Frau und fragte mich, ob sie mir helfen könne. Sie war die Museumswärterin des Museums „Zeitgeschichte“, welches sich mit dem Thema der Zwangsarbeiter bei Voest während des Dritten Reichs auseinandersetzt. Wir kamen ins Gespräch und ich löste ein Kombiticket für beide Ausstellungen. Auch hier war ich wieder der einzige Besucher und im Gespräch sagte ich so salopp, sie könne mir ja die Ausstellung erklären. Gesagt – getan: auch hier erhielt ich wieder eine Privatfühung und erfuhr vieles über die Zwangsarbeiter, die verschiedenen Hierarchien der Nationalitäten, von den Zwangsumsiedelungen um das Stahlwerk bauen zu können etc etc. Hochspannendes Thema – und sehr persönlich betreut worden 😉

Dann der Besuch bei der Stahlwelt, wo es ums Thema „Stahlerzeugung“ ging. Dies war ein bisschen weniger spannend, zudem hatte es viele Gruppen mit Führungen im Museum, was ein durchgehen schwierig machte.

Ich fuhr wieder in die Stadt und besuchte Museum Nr  4: Das Ars Electronica Center (AEC)Das „Ars Electronica Center – Museum der Zukunft“ in Linz ist das führende Museum der digitalen Kunst und Medienkunst. Es wurde 1996 eröffnet und präsentiert dem Besucher auf 3000 m² Projekte rund um die Computerkunst und Technologie. Hier hatte es interessante Bereiche zu den Themen Virtual Reality sowie Erdausmessung per Satellit, aber etliches sprach mich dann auch nicht so heftig an (z.B. das Thema der „Freien Radikalen“). Zum Glück schloss das Museum um 18:00 Uhr und ich konnte den Besuch abbrechen 🙂

Weiter gings auf den Hauptplatz, wo ich was zNacht nahm. Mein Tag war durchgetaktet, denn um 19:30 Uhr fuhr mein Zug nach (Moment, muss schnell das Foto auf dem Handy anschauen) Ottensheim. Hätte ich diesen verpasst, wäre der nächste erst um 21:30 gefahren. Aber nach so einem mit interessanten Themen gefüllten Tag war ich dann auch froh, wieder zurück fahren zu können. Der Zug fuhr pünktlich und noch vor 22:00 Uhr war ich im Bett.

Blick aus dem Zug auf die Donau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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