Freitag, 9. Juli 2021: Ciao, ciao bella Italia

Gut erholt nach einer Tiefschlaf-Nacht erwachen wir kurz nach sieben Uhr. Wir machen uns abreisefertig und geniessen zum zweiten Mal das Artemisia-Frühstück. Wir haben noch etwas mehr als eine Stunde Zeit, bevor wir uns per Taxi zum Flughafen Palermo-Punta Raisi „Falcone e Borsellino“ aufmachen müssen. Zu Fuss begeben wir uns ins gleich an die Via Roma grenzende Borgho Vecchio, um noch Früchte zum Heimnehmen zu kaufen. Die Strassen sind schmutzig und voller Unrat, die Häuser recht heruntergekommen und es hat nicht viele Leute auf der Strasse. Kehren wir um? Noch kurz um die nächste Ecke und … wir stehen mitten in Palermo in einer dorfähnlichen Umgebung. Fruchthändler, Bar, Bäckerei und Metzgerei befinden sich in der gleichen Strasse und es herrscht ein munteres Treiben. Beim Fruchthändler kaufen wir Aprikosen, flache Pfirsiche und sizilianische Tomaten. Der Händler formt aus Papierbogen trichterförmige Tüten unterschiedlicher Grösse, in die er die Waren einpackt. Nett und zuvorkommend behandelt er alle Kunden, gibt der Kundin vor uns noch Grüsse für die Mutter mit und erklärt uns, dass die flachen, weissfleischigen Pfirsiche Tabacchiera heissen.

Im Vecchio Borgo von Palermo

Noch einen Caffè und dann geht‘s zurück zum Hotel und mit dem Taxi zum Flughafen.

Caffè

Wir passieren eine rote Granitsäule, die an den am 23. Mai 1992 durch einen Sprengstoff-Anschlag getöteten Untersuchungsrichter Giovanni Falcone erinnert. Er, seine Frau und drei Leibwächter verloren durch das Attentat ihr Leben. Gegen 15.00 h verlassen wir Sizilien und Italien und fliegen zurück in die Schweiz.

Aeroporto internazionale di Palermo

Auf dem Flug über dem Meer kommt mir folgendes Zitat in den Sinn, dem ich während meines Sprachaufenthalts in Salerno begegnet bin: „Tra il dire e il fare c‘è di mezzo il mare.“. Wir haben auf dieser schönen Reise viel schönes erlebt, unvergessliche Momente genossen und neue Reisepläne geschmiedet, die wir gerne bei nächster Gelegenheit in die Tat umsetzen möchten. Te lo promettiamo, caro mare 🌊.

Abgelegt in der Kategorie 2021,Italia Bisher keine Kommentare

Donnerstag, 8. Juli 2021: Ritorniamo a Cefalù

Das Frühstücksbuffet im Hotel besticht durch eine Vielzahl an selbst gebackenen Kuchen. Kuchen mit Äpfeln, Mandeln, Kaffee – alles super lecker. Der Grundstein für einen weiteren schönen Ferientag ist gelegt. Zu Fuss machen wir uns auf den Weg zum Bahnhof von Palermo (eine sehr trostlose Örtlichkeit).

Trostloser Bahnhof Palermo Centrale

Wir haben unsere Badesachen eingepackt und wollen uns heute in Cefalù ein letztes Mal in diesen Ferien ins Meer stürzen. Die Zugsreise dauert ca. 1 Stunde. Kurz vor Abfahrt ist der Zug bis auf den letzten Platz besetzt. Wer kann, zieht aus der Stadt und sucht die Erfrischung am Meer. Cefalù ist eine Perle. Wir erinnern uns gerne an unseren Aufenthalt hier vor drei Jahren (s.Eintrag vom 21.04.2018 – eine Woche bevor YB zum ersten Mal nach 32 Jahren Fussball Schweizermeister geworden ist 🤗). 

Ankunft in Cefalù

Puhhh … auch hier ist‘s sehr heiss. Wir schlendern durch die hübschen Gässchen zur Piazza del Duomo, wo wir eine Kleinigkeit zu uns nehmen und uns vor allem mit Wasser erfrischen. 

Duomo von Cefalù

So, aber jetzt ab ans/ins Meer. Wir mieten uns zwei Liegestühle und kriegen diese heute ohne Aufpreis in der Frontline, d.h. direkte Sicht aufs Meer. 

Cefalù: Liegestuhl in Reihe 1!

Nach einem ersten erfrischenden Aufenthalt im glasklaren Wasser beschliessen wir, ein SUP zu mieten, um unser „Können“ auf dem Meer auszuprobieren. Und los geht‘s. Martin steigt aufs Board und macht sich auf und davon. Mega souverän – ich bin richtig beeindruckt. Als es ihn vom Board nimmt, steigt er direttissima wieder aufs Board und weiter geht‘s. So cool, mein SUPer Boy 🏄🏼. Ich selbst bekunde Mühe, dem Wind zu trotzen – muss aufpassen, dass es mich nicht gleich nach Palermo zurück pustet 🤣. Bis am Schluss gelingt es mir dann aber trotzdem, kniend wieder zu Martin zurück zu kehren. 

Blick auf Cefalù vom Wasser aus

Der Aufenthalt am Strand von Cefalù mit Blick auf das hübsche Städtchen unterhalb des wuchtigen Felsen-Bergs gestaltet sich für uns genussvoll und unvergesslich. Kurz nach halb sieben nehmen wir den Zug und fahren die schöne Strecke – grösstenteils dem Meer entlang – zurück nach Palermo. In Palermo kaufe ich mir noch neue Sneakers und Flipflops und dann kehren nochmals im Alcove Dei Sapori Restaurant ein und geniessen hier unser letztes Italien-Abendessen dieser Ferien. 

Im Hotel packen wir die ersten Sachen zusammen und füllen dann noch das Covid-Einreiseformular für die Schweiz aus. Formular und Covid-Impfzertifikat müssen vorhanden sein, um problemlos einreisen zu können. Dann heisst es „Buona Notte“.

Abgelegt in der Kategorie 2021,Italia Bisher keine Kommentare

Mittwoch, 7. Juli 2021: Insel-Hopping Teil 2

Stromboli – Panarea – (Vulcano -) Salina – Lipari – Filicudi – Alicudi. Auf der heutigen Aliscafi-Fahrt von Lipari nach Palermo komplettieren wir die sieben eolischen Inseln (bis auf Stromboli und Lipari halt nur auf der Durchreise). Wunderschön ist‘s gewesen. Die ruhigen, kleinen Inseln haben ihren Charme und bieten einem Ferien- und Erlebnismöglichkeiten mit hohem Erholungswert. 

Zwischenstopp auf Filicudi

Pünktlich treffen wir in Palermo ein. Es ist schwül-heiss und wir sind froh, als wir per Bus und zu Fuss beim Hotel Ardemisia Palace eintreffen und dort unser Zimmer (404) beziehen können, das klimatisiert heruntergekühlt ist. Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg ins Zentrum – gehen im Restaurant Alcova Dei Sapori etwas essen. Fühlen uns auch hier herzlich willkommen und staunen, ob der Freundlichkeit der Leute. Wir ziehen weiter und flanieren durch die Gassen der Altstadt. Von unserem Aufenthalt in Palermo vor drei Jahren sind wir mit den Örtlichkeiten noch recht vertraut. Von daher gibt‘s nichts „zu müssen“, sondern nur „nach Lust und Laune zu dürfen“. Nach einem kurzen Abstecher zu Benetton und Sisley begeben wir uns zum Geschäft „Tutui“, wo wir vor drei Jahren einen „Tschäper“ für Martin und für mich eine Tasche gekauft haben. Diesmal wähle ich zwei Ketteli aus. Auch hier ein schönes Gespräch mit der Ladeninhaberin, viel Lachen und gegenseitige Freude. Wir bleiben in der Gasse und genehmigen uns einen Aperitivo. Für mich gibts einen Campari Spritz, für Martin einen Negroni, den er „affumicato“ auswählt. Wie kann ein Negroni „geräuchert“ serviert werden, frage ich mich. Und erhalte die Antwort prompt. Der Negroni wird in einer mit Leder ummantelten Box mit Rauchzufuhr-Vorrichtung serviert. Beim Anheben des Deckels strömt der Restrauch raus – und tatsächlich schmeckt der Negroni so nach Rauch. 

Flammenwerfer ist bereit

Negroni Affumicato

Neroni Affumicado

Wir geniessen die angenehme Atmosphäre der frühen Abendstunden und lassen uns von dem quirlig-geschäftigen Ambiente einfangen. 

 

Abends in Palermo

Das Apéro mit kleinen Hamburgern, Rüebli, Bruschette und Kartoffelspalten fällt üppig aus, so dass wir beschliessen, das Abendessen heute auszulassen. 

Apéro as it‘s best…

In der Verlängerung gewinnt England gegen Dänemark und zieht somit in den EM-Final gegen Italien ein. Es ist so was von crazy. Die Halbfinalspiele und der Final werden im Wembley-Stadion ausgetragen, d.h. es sind Heimspiele für die englische Mannschaft. Wahrscheinlich wurde mit der Vergabe der Spiele auch schon gleich der Titel für England vorvergeben. Crazy … Bei einem der Viertelfinalspiele in München sah man Stewards, die mit Schildern die Zuschauer aufforderten, die 1.5 Meter Distanz zu wahren. In London ist das Stadion gefüllt, die Leute liegen sich in den Armen und nahezu niemand trägt eine Maske. Wenn das nur gut ausgeht. Aber es ist schwer davon auszugehen, dass England in ein paar Tagen/Wochen nach Abschluss des Turniers Konsequenzen aus diesem verantwortungslosen Verhalten tragen muss. Denn die UEFA wird‘s nicht tun.

Abgelegt in der Kategorie 2021,Italia Bisher keine Kommentare

Dienstag, 6. Juli 2021: Was, die Ambra Bar hat heute geschlossen!?!?

Wir starten gemütlich in den Tag und wollen eigentlich bei Ambra frühstücken gehen. Aber ein Schild an der Tür informiert uns, dass die Bar heute „chiuso“ ist. In der La Vela Bar gibt‘s auch leckeren Cappuccino und je ein Schoggi-Brioche. Die Stimmung im Hafen Marina Corta ist einzigartig. Geht‘s am Corso Vittorio Emanuele lebhaft zu und her (teilweise lautes Gassengewirr, Wäsche flattert über die Köpfe hinweg, Anbieter von Inselausflügen bewerben ihre Angebote), ist‘s bei der Marina Corta ruhig und beschaulich. 

Pittoresk liegt die kleine Kirche Anime del Purgatorio an der Hafenmole. Wir statten ihr einen Besuch ab. Die Kirche ist bekannt für die native Szenerie mit Krippe sowie dem Abbild der Marina Corta mit Berufsleuten und Einwohnern. Reizend. 

Wir bummeln dem Corso entlang, gehen auf die Post, kaufen Wasser und statten dem lokalen UPIM (Erinnerung an frühere Domodossola-Zeiten) einen Besuch ab. Anschliessend geht’s mit dem Bus nach Canetto an den Strand. Am Coral Beach – einem sehr gut ausgebauten Strand-Club – lassen wir uns nieder und verbringen hier einen entspannten Beach Day (inkl. Lunch in Club-Atmosphäre). 

Coral Beach - a place to stay

Am frühen Abend fahren wir zurück nach Lipari. Lädele, Parrucchiere (Martin) und ein feines Abendessen mit sizilianischen Spezialitäten zum Abschluss des Tages. Aber halt, da war noch was: FORZA ITALIA 🇮🇹🍀🍄🌶🇮🇹. EM-Fussball-Halbfinale gegen Spanien. Auf jeder Terrazza steht ein Fernsehgerät – oftmals hübsch auf einer Italien-Fahne drapiert oder mit einer solchen dekoriert. In den Gassen ist es verhältnismässig ruhig. Dies auch weil es nach Ende der ordentlichen Spielzeit 1:1 steht. Nachspielzeit: Immer noch 1:1. Penalty schiessen: Gianluigi Donnarumma pariert einen Elfmeter der Spanier und Jorginho schiesst die Italiener wenige Minuten später in die Glückseeligkeit. FINALE, FINALE, FINALE 🇮🇹🇮🇹🇮🇹🤗 P.S. Unser running gag: Ciro Immobile ist den Italienern ihr Philipp Lahm 🤣 LOL …

Italien im Halbfinale!

Abgelegt in der Kategorie 2021,Italia Bisher keine Kommentare

Montag, 5. Juli 2021: Inselumrundung Lipari

Wir stehen zeitig auf, weil wir heute den 9.30 Uhr Bus nach Aquacalda erreichen möchten. Das Frühstück im Hotel fällt dürftig aus. Um 8.00 Uhr sind die Brot- und Cornetti-Teller noch leer. Wir wissen aber nicht, ob diese überhaupt für einen Inhalt vorgesehen sind … Daher gehts bei uns nach Americano-Kaffee und Joghurt bereits weiter. Auf dem Weg zur Marina Lunga (kommerzieller Hafen) kaufen wir uns Panini, Arranciati al ragu und viel Wasser. Nachdem wir bei einem Tabacchi auch gleich noch die Bustickets (10 Fahrten auf einem dünnen Papierstreifen mit QR-Code – wir sind beeindruckt – der Busfahrer wird das Papierli dann aber einfach mit einer Zange entwerten 😆) erstanden haben, reicht die Zeit noch für einen richtig guten Cappuccino und ein Cornetto. Der Bus (Guglielmo Urso) fährt pünktlich vor und los geht‘s für uns Richtung Aquacaldo.

Dem Meer entlang geht die Fahrt nach Canneto, das mit schönen Sandstränden auf Badegäste wartet. Es gibt ein paar Hotels, Restaurants/Bars sowie Einkaufsmöglichkeiten. Nördlich von Cannetto ist Spiaggia Bianca. Der „weisse“ Strand stammt vom Bimssteinsand, der hier früher aus der Bimssteingewinnung in der Cava di Pomice (Tagebau bis 2007) abgelagert wurde. Ebenso wie Obsidian ist Bimsstein vulkanischen Ursprungs. Im Gegensatz zum harten Obsidian wurde Bimsstein durch die sehr grasreiche Magma locker geschäumt. Bimsstein ist daher so leicht, dass er auf der Wasseroberfläche schwimmt. (Das weiss ich schon seit Kindheitstagen, wo ich manchmal bei den Kehrsatz-Grosseltern gebadet habe.). Der qualitativ hochwertige Lipari-Bimsstein zeichnete sich durch seine hohe Isolierfähigkeit aus und wurde daher als Baumaterial sowie Polier- bzw. Schleifstein (u.a. auch für stone washed Jeans) verwendet und stellte daher ein stark gefragtes Exportgut dar. Aber diese Zeiten sind vorbei: 2007 wurde der Tagebau eingestellt und die letzten Arbeiter verloren ihre Stellen. Zu sehen sind heute sowohl hier wie auch später in Aquacalda nur noch trostlos wirkendes Industriegelände mit leeren Baracken und verlassenen Förderanlagen.

In Aquacalda steigen wir aus dem Bus und beginnen unsere heutige Wanderung. Die Strasse rund um die Insel ist (wohl der aktuellen Reisesituation geschuldet) nur wenig befahren und dient uns so als Wanderweg durch die üppige Vegetation mit Blick auf das glasklare, türkis-dunkelblau-farbene Meer sowie die benachbarten Inseln Salina, Panarea und Filicudi. Die Strasse nach Quattropani steigt nach dem Ortsausgang von Aquacalda recht an. Entlang der Strasse erwartet uns die Natur mit einem grossen Spektakel: blühende Kapernsträucher, wild wachsende Geranien, Oleander in verschiedensten Farben, gold-gelbene Ginsterblüten, wilde Artischocken, Johannisbeerkraut, blühende Kakteen, Oliven- und Feigenbäume, Zitronen- und Orangenbäume, wilde Aprikosen- und Zwetschgensträucher (leider ist die einzig reife Zwetschge das zu Hause eines Wurmes 😏). Und dazu immer der Blick auf das türkis-blaue Meer.

Blick auf Salina

Ausblicke aufs Meer

Wilde Artischocken

Unvergesslich auch die Duft-Landschaft, die von Rosmarin und den getrockneten Gräsern/Stauden geprägt wird. Paradiesische Zustände. Es ist sehr, sehr heiss. Darum legen wir in einem schattigen Abschnitt an der Bushaltestelle unsere Mittagspause ein. Es ist fast zu warm, um zu essen. Trinken ist vitaler. Nach Quattropani verlassen wir die Hauptstrasse, um zu den Cave die Caolino zu gelangen. Die Kaolingruben sind ein ehemaliges Abbaugebiet von Kaolin (Grundmaterial für Porzellan). Wir sehen Kaolin in verschiedenen Farben (schneeweiss, ockergelb, karminrot).

Kaolin-Höhlen

Der Weg verläuft weiter durch Macchia-Vulkanlandschaft aber auch durch ausgedehnte Olivenhaine und Weinberge. In Panoconte besorgen wir uns im Tabacchi ein kühles Getränk und ein Gelato. So erfrischt wandert es sich gleich wieder viel leichter. Denn kurz nach dem Dorf folgen wir dem Wegweiser für einen Abstecher zu den Terme die San Calogero, die ursprünglich in den 1870er Jahren in Betrieb genommen worden sein sollen. Dies auf Basis von Strukturen aus der Antike. Für das was wir dann wirklich antreffen, hätte man sich den Hin- und Rückweg von je 1.5 km sparen können. Aber wie sagt der Italiener in solchen Fällen? „E Beh“.

Terme S. Calogero

Dafür entdecken wir auf dem Rückweg in einem Olivenbaum einen Siebenschläfer (Glis Glis). Er schläft zwar nicht, verhält sich aber sehr ruhig – ist ja schliesslich auch ein nachtaktives Tier.

Siebenschläfer

Weiter geht‘s der schwach befahrenen Hauptstrasse entlang nach Lipari.* Nach rund 23 km zu Fuss gibt‘s in der Ambara Bar ein kühles Bier bzw. eine Mandarinen Granita. Zurück im Hotel rasch in die Badehose gehupft und ab ins Meer. Das macht wieder munter. Ein frühes, leckeres Pasta – Fisch – Salat-Znacht rundet diesen wunderschönen Tag voller Lipari-Eindrücke ab. Mehr Lipari geht fast nicht. Kurz nach 22.00 h sind wir im Bett. Ob wir ein bisschen müde sind 🥱?

* Entdeckung aufgrund eines Strassenschildes: Edwin Hunziker, ein Maler aus der Schweiz, der mit Unterbrüchen fast 60 Jahre auf Lipari gelebt und 1986 verstorben ist.

Gute Nacht allerseits…

Abgelegt in der Kategorie 2021,Italia Bisher keine Kommentare

Sonntag, 4. Juli: Inselhupfer von Stromboli nach Lipari

Wir starten auch heute (leider) ohne Joggingrunde in den Tag. Es ist einfach zu heiss.

Die Ape bringt uns an den Hafen

Kurz nach dem Frühstück Transfer an den Hafen und um 10.20 Uhr Überfahrt von Stromboli nach Lipari, wo wir gegen 12.00 Uhr ankommen. Wir werden abgeholt (diesmal wieder mit einem Auto und nicht wie auf Stromboli mit einer Ape) und zum Hotel Rocce Azzura gebracht, wo wir das Zimmer 107 beziehen. Das Hotel erscheint uns als so richtig typisches italienisches Familienhotel: 3-stöckiges Haus in klassischer Kastenform, jedes Zimmer mit kleinem Balkon, grosser Speisesaal und von der Terrasse führt eine Treppe direkt zum kleinen Strandbereich. Wir richten uns kurz ein und gehen dann zurück ins Stedtli.

Unterwegs in Lipari

Die Hitze hat uns aber im Griff, so dass wir uns „unserem Schicksal ergeben“ und in der ersten Bar am Hafen – Bar d‘Ambra – Platz nehmen. Die Bar ist gleichzeitig auch eine Pastificeria, so dass nebst den Getränken und Panini auch die Dolci herrlich munden. Wir schlendern noch etwas durch die Gassen, kehren aber schon bald zurück ins Hotel, wo wir einen gemütlichen Nachmittag im kühlen Zimmer verbringen.

Gegen 19.00 Uhr machen wir uns erneut auf den Weg ins Zentrum und essen im Ristorante Marina Corta Pasta & Co. zu Abend. Hier geniessen wir nach langer Zeit wieder einmal Busiate als Primo. Busiate sind die Teigwaren, die wir im Zingara National Park kennengelernt haben. Es sind etwa 16 – 20 cm lange Spiralnudeln aus eher dickerem Teig. Das bedeutet, dass die Sauce gut daran haften bleibt. Bei uns handelt es sich um eine Sauce Eoliana, d.h. mit Tomaten, Zwiebeln, Oliven, Kapern und Thunfisch. Mmmmhhh, das ist so was von lecker.

Busiate

Anschliessend gibt‘s für Martin Thunfisch im Pistazienmantel und für mich Schwertfisch im Mandelmantel. Die „gut gekleideten (wohl auch von Armani eingekleidet)“ Fischzubereitungen und die dazu gereichten Salate munden uns. Der Inhalt der Weinflasche, die auf unserem Tisch steht, hat uns – zusammen mit dem Aperitivo in der Ambra-Bar – etwas zugesetzt, so dass wir nach einem kurzen Verdauungsspaziergang ins Hotel zurückkehren. Buona notte.

Abgelegt in der Kategorie 2021,Italia Bisher keine Kommentare

Samstag, 3. Juli 2021: Ristorante Osservatorio: Der Geheimtipp

Auch heute unternehmen wir einen kurzen Stadtspaziergang. Dies nachdem wir nach dem Frühstück das Hotelzimmer gewechselt (411 zu 207; wir haben uns am Vortag spontan entschieden, einen Tag länger auf Stromboli zu bleiben) und vor allem die Reisepläne der nächsten Tage geschmiedet haben. Martin bucht uns Hotels auf Lipari und in Palermo und den Rückflug von dort in die Schweiz. Für die Weiterreise mit dem Aliscafo nach Lipari am Sonntag bzw. nach Palermo organisieren wir uns gleich die Tickets bei der lokalen Verkaufsstelle.

Room with a view

Dann noch etwas Proviant gekauft, eine Granita bei „Ingrid“ genossen und zurück geht‘s in unser Hotel, wo wir den gefühlt langen Nachmittag am und im Pool verbringen. Gegen 18.00 Uhr machen wir uns zu Fuss auf den Weg zum Ristorante Osservatorio. Die Lokalität liegt auf 200 müM und kann zu Fuss in ca. 50 Minuten erreicht werden. Es ginge sicher auch schneller. Aber wir halten regelmässig an, um wilden Fenchel und Kamille zu „erleben“ (eine Duftexplosion), Kapernblumen und reich behangene Feigenbäume zu bewundern und uns an farbenprächtigem Oleander zu erfreuen. Es versteht sich von selbst, dass dieser wunderschöne Weg äusserst kurzweilig ist.

Wilde Kapern

Ich habe mir unter dem Ristorante Osservatorio ein kleines „Berghaus-ähnliches“ Restaurant vorgestellt. Nicht aber ein Restaurant mit zwei grossen Aussenplätzen mit unzähligen Tischen, die alle schön eingedeckt auf Gäste warten (uns sie auch bekommen, denn das Ristorante ist heute Abend ausgebucht). Wir sind um 19.00 Uhr die ersten Gäste, was uns nicht stört, weil wir ja einfach kurz essen und dann nach Möglichkeit den Stromboli-Vulkan beobachten und fotographieren wollen. Nach den Getränken wird das Brot serviert. Eine Mischung aus Weissbrot und Brot, dessen Teig Asche zugefügt worden ist. Witzig – wo, wenn nicht hier, ist solches Brot angesagt.

Brot mit Vulkanasche

Das Servicepersonal ist erfrischend herzlich und aufgestellt. Wir geniessen Salate, Pasta und Fisch. Die Speisen munden vorzüglich.

Food and Vulcano

Und dazu bietet der Vulkan Spektakel 🌋. Es raucht und rumort auch heute die ganze Zeit. Der Rauchaustritt ist beträchtlich, da scheint im Vulkan drin grad einiges zu laufen. Und tatsächlich kommt es zu den ersten „sichtbaren Ausbrüchen“. Wie bei den Feuerwerk-Vulkanen steigt unter verschiedenen Malen eine imposante Feuersäule in den Himmel, deren feurigen Elemente mit Steinen durchsetzt sind. Wahnsinn.

Feuer beim Vulkan!

Der feuerspeiende Vulkan

Der Vulkan speit Feuer

Wir sehen mehr aktiven Vulkan als wir uns vorgestellt haben. Unsere Blicke haften am Vulkan, die Teller mit den leckeren Speisen geraten ein wenig in den Hintergrund. Die Tische um uns herum haben sich in der Zwischenzeit gefüllt und am Tisch neben uns ruft eine Frau immer wieder: „Il fuoco, il fuoco, guardi il fuoco“. Wir geniessen die spektakulären, unvergesslichen Bilder und ein leckeres Dessert (Canolo und Wassermelone 🍉). Es ist kurz nach 21.00 h und schon recht dunkel als wir uns auf den Rückweg machen wollen. Martin schlägt vor, noch ein paar Minuten zu warten und ein Selfie mit aktivem Vulkan zu machen. Fast ein wenig arrogant … aber heute Abend ist dies möglich. Das Selfie gelingt – auch wenn wir zwei Anläufe dafür brauchen. Bereichert um die eindrücklichen Bilder geniessen wir den Rückweg zum Hotel (den mitgebrachten Spotlights sei gedankt). 

Gute Nacht Stromboli

Abgelegt in der Kategorie 2021,Italia Bisher keine Kommentare

Freitag, 2. Juli 2021: Forza squadre Svizzera e Italia

Gemütlich starten wir in den heutigen Ferientag. Die Location fürs Frühstück ist im Outdoor-Bereich und mit direktem Blick aufs Meer. Am kleinen aber feinen Frühstücksbuffet gibt‘s viel frisches Obst und herrlich gluschtig anmutende Torten.

Gesundes Frühstück mit Sicht aufs Meer

Gemütlichkeit oder „piano, piano“ ist das Motto des Tages. Wir unternehmen einen Spaziergang ins Städtchen, wo wir uns Wasser und einige gratti e vinci Lose kaufen. Eine Los-Art trägt den Titel „10 Anni Turista“. Das wäre doch was 👒🎞🌞🧘🏻‍♀️. In den engen Gässchen herrscht emsige Betriebsamkeit und immer gilt es auf der Acht zu sein vor den lärmig-stinkigen Ape-Lieferwagen und -Taxis.

Enge Gässchen auf Stromboli

Am Hauptplatz mit einer wunderschönen Aussicht aufs Meer steht die Kirche San Vincenzo Ferreri, die uns sehr gut gefällt. Der Innenbereich lässt auf eine erst kürzlich durchgeführte Renovation schliessen. Ein echter Hingucker ist die native Szenerie mit dem Stromboli-Vulkan im Zentrum. In der Krippenszenerie sind nebst Josef, Maria und dem Christkind sämtliche Berufsstände abgebildet (Bauer, Lehrer, (Pizza-) Bäcker, Hirte, Zitronenpflücker etc.). Obwohl es in der Kirche etwas kühler ist, laufen wir fast aus. Gegenüber der Kirche liegt das Restaurant „Ritrovo Ingrid“*. In der Bar geniessen wir mit traumhafter Aussicht eine erfrischende Zitronen-Granita.

Kirche San Vincenzo Ferreri auf Stromboli

* Melodram, Regisseur Roberto Rossellini mit Ingrid Bergmann als Hauptdarstellerin. Handlung: Um dem Internierungslager zu entgehen, heiratet ein Flüchtlingsmädchen nach Ende des Weltkriegs einen Fischer von der Vulkaninsel Stromboli. Der Film beschreibt das karge Leben auf der Insel: die Konventionen und Vorurteile, das harte Leben der Fischer und das ereignislose der Frauen.

Wir kehren zurück ins Hotel und verbringen den Nachmittag am Pool. Für den frühen Abend haben wir uns eine Fahrt mit dem Schiff nach Ginostra gebucht. Dort gibt‘s Apéro und dann eine Fahrt zu den Feuerzungen des Stromboli. Abhängig von der Aktivität des Vulkans kann man in der Dämmerung vom Boot aus auch kleinere Feuer-Eruptionen sehen. Wir verbinden den Aufenthalt in Ginostra (auf Stromboli) mit einem Spaziergang in dem kleinen Ort. Sehr hübsch aber auch sehr verschlafen. Wir haben bei der Reiseplanung noch überlegt, ob wir hier nächtigen wollen. Jetzt sind wir froh, dass wir dies nicht getan haben. Es wäre wirklich grad etwas sehr beschaulich gewesen.

Ginostra

Der Aperitivo hier schmeckt lecker. Wir geniessen die Sonnenuntergangs-Stimmung, die Ruhe und Beschaulichkeit in dieser lauschigen Umgebung.

Sonnenuntergang in Ginostra

Hier kriegen wir dann auch mit, dass die Schweizer Nati gegen Spanien im Elfmeterschiessen ausgeschieden ist. Nichts mit Fortsetzung des „Sommer“-Märchens. Um 20.20 Uhr ist der vereinbarte Treffpunkt am Porto von Ginostra. Weiter geht‘s mit unseren „ungsprächigen“ Bootsführer auf den Abschluss der Insel-Umrundung von Stromboli. Tatsächlich werden wir Zeuge von drei Lava-Ausfwürfen, die kurz nach der Blauen Stunde sehr spektakulär anmuten. Wir geniessen den Moment auf dem schaukelnden Boot und warten gespannt, auf das was noch kommt. Es kommt nicht mehr viel … daher fahren wir zurück zum Hafen von San Vincenzo, wo wir gegen 21.00 Uhr an Land gehen. Wir haben beschlossen, heute Abend im Städtchen eine Pizza essen zu gehen. Die Gassen sind weitgehend leer, um Lokale mit TV-Übertragung des Italien-Spiels (gegen Belgio) bilden sich kleinere Menschen-Trauben in die Gassen hinein. Und da: Grosses Geschrei … 1:0 für Italien. Ma no … das Tor wird wegen Offside nicht gegeben. Dio mio. Wir gehen weiter und Martin ergattert für uns bei „Ingrid“ den letzten freien Tisch mit perfekter Sicht auf den TV-Screen. Und jetzt kommt das eigentliche Feuerwerk: Essen, anfeuern, über zwei tolle Tore jubeln, über den Schiri ausrufen, weil der Elfmeter für die Belgier nun wirklich nicht gerechtfertigt ist (der Italiener hat dem Belgier wirklich nichts gemacht – wirklich, wirklich nicht), Pizza essen, mitfiebern (beklatschen der richtig guten Aktionen der Italiener, zittern bei den richtig guten Aktionen der Belgier bzw. wenn ein italienischer Spieler nach einer solchen am Boden liegen bleibt). Die rund sieben Minuten Nachspielzeit wollen und wollen nicht vergehen. Und dann ist es vollbracht: Italien gewinnt 2:1 gegen Belgien. Grosser Jubel, grosse Freude. Wir kehren ins Hotel zurück und schlafen gefühlt ein bevor wir im Bett sind.

Abgelegt in der Kategorie 2021,Italia Bisher keine Kommentare

Donnerstag, 1. Juli 2021: Auf dem Seeweg von Amalfi nach Stromboli

Nach einer stürmischen Nacht (wir mussten um 02.00 h kurz auf, um unsere Sachen auf dem Balkon zu sichern) ist‘s heute grand beau. Wir erwachen vor dem Wecker, so dass wir noch ein wenig Zeit auf der morgendlich kühlen Terrasse unseres Zimmers verbringen können. Das Frühstück macht uns heute eine Möwe streitig. Dem Tier ist es doch tatsächlich gelungen, ein eingepacktes Cornetto aus der Verpackung zu bekommen und mit dem grössten Teil davon wegzufliegen. Der kleinere Teil bleibt in unzähligen Stücken am Boden liegen. Clevere Tiere. Herzliche Verabschiedung von Gianfranco und Angela des Casa Mao. Auf dem Weg zum Hafen holen wir noch unsere Panini und können dann bereits das Schiff nach Capri besteigen. Die Fahrt auf dem Sonnendeck mit schönster Aussicht auf die Amalfiküste macht Spass und vergeht im Nu.

Blick auf Capri

Und dann geschieht etwas ganz Unverhofftes. Wir steigen nahezu als letzte aus dem Boot und ich werde von einer Deutsch-sprechenden Frau angesprochen. Es ist Anna Rohe, die auch bei der SBB arbeitet. Sie ist mit ihrer Reisebegleitung in Agerola und macht heute einen Tagesausflug auf Capri. Wir unterhalten uns kurz, müssen dann aber weiter, da wir die Tickets für die Weiterfahrt nach Napoli organisieren müssen. Es reicht uns sogar auf die 11.35 h Fähre ⛴. Noch kurz einen caffè (der kostet am Hafen von Capri 4 Euro das Stück 🙄) und dann setzen wir unsere Reise fort. Nach einer knapp stündigen Überfahrt kommen wir in Napoli Porto Beverelli an, müssen nun aber zum Porto Napoli Mergellina wechseln. Dafür nehmen wir ein Taxi. Dio mio, was für ein Spektakel. Angurten wird gemeinhin überbewertet, und wer hat eigentlich gesagt, dass telefonieren und Auto fahren nicht gleichzeitig gehe? Unser Chauffeur ist ein veritabler „mago della strada“. Und so richtig in Fahrt kommt er, als er erfährt, dass wir aus der Schweiz sind. Er gratuliert uns zu unserem Fussball-Team und lässt uns wissen, dass er es grossartig findet, dass unser Team die „bastardi francesi“ aus dem EM-Turnier rausgekegelt hat. Una bellissima vittoria. Seine Freude darüber scheint grenzenlos. Wir kommen beim Fährhafen an, bezahlen unseren Kutscher und verabschieden uns.

Einfahrt aus Capri in Napoli

Und um 14.30 h brechen wir zur dritten Etappe unserer heutigen Tagesreise auf. Von Neapel nach Stromboli. Das Schnellschiff bringt uns in rund 5 Stunden nach Stromboli. Die Fahrt verläuft ruhig und unspektakulär. Einzig ein wenig kühl ist es, wir haben vergessen, was langärmliges ins Handgepäck zu einzupacken. Gegen 19.30 Uhr treffen wir in Stromboli ein.

Blick auf den rauchenden Stromboli

Am Hafen herrscht rechter Betrieb, der sich aber mit jedem Schritt von der Mole weg legt. Auf dieser Vulkaninsel verkehren ausschliesslich Ape-Taxis und Golf Carts. Eines unseres Hotels La Sirenetta Park wartet bereits auf uns bringt uns in einer kurzen Fahrt zum Hotel, wo wir das Zimmer 411 beziehen können. Die Parkanlage besteht aus einzelnen Zimmer-Einheiten, die jeweils über eine kleine Terrasse mit Meersicht verfügen. Traumhaft schön. Zudem haben sie hier auch gleich noch einen Sonnenuntergang für uns vorbereitet, so dass wir Hin und Weg sind.

Sonnenuntergang in Stromboli

Ein leichtes Abendessen im hoteleigenen Restaurant bildet den Abschluss des heutigen Tages. Aus der kleinen Karte wählen wir den „Fisch“ Totano aus. Google Translator übersetzt „Totano“ mit Pfeilkalmar. Na gut, probieren wir den Mal aus. Als die Teller vor uns auf den Tisch gestellt werden, ist die Überraschung über unsere Auswahl doch recht gross. „Das han ig mir nid so vorgschteut.“, meint Martin spontan. Auf jedem der beiden Teller liegen zwei Pfeilkalmare mit hübsch drapierten Tentakeln 🦑. Erst jetzt dämmert es uns: Kalmar – calamari … Eh be … Die Kalmare – an einem Olivenöl-Kräuter Jus schmecken aber herrlich. Sie werden einfach so zusammen mit Brot gegessen. Ende gut alles gut. Das Essen schliessen wir mit frischen Aprikosen und Kirschen ab, die so richtig aromatisch sind und uns in Bella Italia schwelgen lassen.

Totano - Pfeilkalmar

 

 

Abgelegt in der Kategorie 2021,Italia Bisher keine Kommentare

Mittwoch, 30. Juni 2021: Strandtag in Minori

Heute weiss das Wetter nicht genau was es will. Wir beschliessen, mit dem frühen Morgen-Schiff nach Minori zu fahren und dort ein zweites Frühstück im the place to be zu uns zu nehmen. The place to be in Minori ist die Confiserie „Sal de Riso“. Salvatore de Riso ist Confiserie-Meister seines Fachs. Es werden unzählige Arten liebevollst zubereiteter Patisseries angeboten. Alles sieht sehr hübsch und lecker und zum Anbeissen fast zu schön aus. Ich war bereits vor zwei Jahren einmal dort, an einem Sonntag. Der Laden war proppenvoll, das reinste Gewusel von Gästen, die sich was Gutes gönnen wollten. Der Maestro himself war an diesem Tag zugegen und viele wollten sich mit ihm photographieren lassen, was die Unruhe im Laden und natürlich vor allem den Lärmpegel noch verstärkte. Wir bestellen uns je einen Cappuccino und ein Cornetto – einmal alla crema und einmal con la marmelata ciliegi. Alles mundet köstlich. Nun steht einem Strandtag nichts mehr im Weg.

Zu Besuch bei Sal de Riso

Zur Hälfte des Preises von Positano mieten wir in Minori zwei lettini e un ombrello. Der Sonnenschirm wird seinen Dienst erst am Nachmittag leisten müssen, denn am Vormittag ist‘s noch bewölkt und weit und breit nichts von Sonne. Aber das spielt uns keine Rolle. Denn fürs Lesen, Tag-Träumen und am Strand Spazieren ist das Wetter perfekt. Wir geniessen die Zeit, die Wärme und das Meer. Am Mittag geht das Schlemmen weiter. Im Lebensmittel-Lädchen „PANE, AMORE & FANTASIA“ haben wir uns zwei Panini mit Käse und grillierten Zucchini zubereiten lassen.

Pane, Amore e Fantasia

Mmmmmmhhh. Nach einem etwas ausgedehnteren Schwumm gibt‘s noch ein Gelato (Cornetto Canolo siciliano). Bevor wir mit dem letzten Traghetto von Minori nach Amalfi zurückkehren, genehmigen wir uns im Sal de Riso Strandcafé noch einen Apéro mit super schönem Apéro-Plättchen. Spitzenklasse was einem da geboten wird.

Leckeres Apéro

In Amalfi essen wir heute Abend im Restaurant # Al caneletta. Es gibt eine Burrata- bzw. Salat-Vorspeise und dann Dorade im Fenchelmantel und Kartoffelstock mit Zitrone. Ein Millefeuille mit Früchten und ein caffè (schön nacheinander) runden das Essen ab.

Mille feuille

Am Platz des Aussenbereichs des Restaurants befindet sich auch das Geschäft Deli Coast, in dem wir an den beiden Vortagen die Panini für die Wanderungen gekauft haben. Das Besitzerpaar erkennt Martin und gesellt sich kurz zu uns, um mit uns über die Wanderung ins Valle delle Ferriere zu sprechen. Martin hat ihnen am Morgen bereits Fotos per WhatsApp zukommen lassen. Es entwickelt sich ein herzliches Gespräch, in das auch das Servicepersonal einbezogen wird. Wir ordern für den morgigen Tag noch gleich zwei Panini als Reiseproviant für unseren Transfertag von Amalfi nach Stromboli. Wobei Martin vielleicht nach Santorini reist. Er spricht immer von Santorini, obschon er Stromboli meint. Ein letztes Mal steigen wir bei diesem Amalfi-Aufenthalt die Stufen – des Nachts wieder mit zahlreichen Katzen auf den oberen Treppenabschnitten – hinauf. Rasch noch unsere Sachen packfertig vorbereitet und dann geht‘s ins Bett.

Den Dom von Amalfi voll im Blick

Abgelegt in der Kategorie 2021,Italia Bisher keine Kommentare

Dienstag, 29. Juni 2021: Scopri Amalfi – Valle delle Ferriere

Mehr Italianità als auf unserer Terrasse im Casa Mao geht fast nicht. Es ist angenehm frisch, die Sonne muss am Morgen früh zuerst noch die Küstenhügel-Höhe erklimmen, der Blick auf den Duomo und das Meer sind einzigartig schön Dann und wann schwappt eine Duftwelle von frisch gebrautem Kaffee bzw. eines Brodos herüber. Und seit kurz nach 6 Uhr kräht auch heute ein Hahn, bellt dann und wann ein Hund und raunzen die Katzen. Wir frühstücken gemütlich und steigen dann ins Städtchen runter, wo wir uns Panini als Wanderproviant besorgen. Das Ladenbesitzer-Paar erkundigt sich, wohin es heute gehe. Als wir ihnen sagen, dass wir ins Valle delle Ferriere wollen, zeigt er uns auf seinem Handy Bilder und gibt uns noch Tipps zu Badestellen. Zudem fordern sie uns auf, ihnen morgen dann unsere Bilder zu zeigen. Die Sandwiches und Kartoffelkroketten, die für die heutige Wanderung kaufen, werden uns auch heute herrlich munden.

Der Hauptgasse von Amalfi folgend, biegen wir vor dem Elektrohändler des Ortes rechts ab und steigen die ersten Treppenstufen Richtung Pontone hoch. Die ersten … es werden noch hunderte folgen bis wir entlang der Zitronen- und Orangen-Haine in Pontone ankommen.

Treppen von Amalfi nach Pontone

Zum Glück hat‘s hier eine Sitzbank, auf der wir uns etwas ausruhen und vor allem etwas trinken können. Hier kaufen wir uns auch die Zutritts-Karte für das Natur-Reservat mit den Wasserfällen. Der Weg führt durch leicht coupierte, waldige bzw. offene Passagen. Stets ist es kurzweilig und gibt immer etwas zu sehen (Pflanzen, Tierchen) bzw. zu hören (Vögel, Bach). Ab und zu kommen wir an Fabrik-Ruinen vorbei, in denen früher Papier hergestellt worden ist.

Mittlerweile gibt es in Amalfi nur noch eine Papiermühle, die gleichzeitig als Museum dient. An einer schönen Stelle am Bachlauf entscheiden wir uns, zu Mittag zu essen. Panini und Crocettas munden herrlich.

Deli Coast hat uns feine Sachen mitgegeben!

Wir setzen unseren Weg fort und kommen recht bald zum Naturreservat mit den erfrischend schönen Wasserfällen. Von überall läuft Wasser über die Moos- und Farn-überwucherten Felsen. Es ist erfrischend kühl hier und wir geniessen den Aufenthalt in dieser Waldoase (viele Frösche).

Im Valle delle Ferriere

Im Valle delle Ferriere

Frosch im Valle delle Ferriere

Danach geht‘s gemütlich zurück nach Amalfi. Dies aber nicht bevor wir uns in einem Pool-Becken des Flusslaufs ein erfrischendes Bad gegönnt haben.

Bad im Valle delle Ferriere

Mehr Erfrischung geht nicht mehr. Der Amalfi-Aare-Guru würde zwar etwas in der Richtung „Das Wasser ist hier so kalt, dass sich eine Tasse heissen Zitronen-Tees subito in eine Zitronen-Granita verwandeln würde.“ schreiben. Aber wir sind glücklich. Denn kurz danach gibt‘s eine kleine Bar, in der wir eine super leckere Granita geniessen.

Granita als Erfrischung

Spontan beschliessen wir, noch einen Abstecher nach Atrani – der kleinsten Gemeinde Italiens anzuhängen. Der Fussweg führt hinter dem Dom von Amalfi durch, dann durch einen Fussgängertunnel und das letzte Stück in Sichtdistanz dem Meer entlang. Wir erkunden Atrani auf die spontane Art, sind aber nicht unglücklich als uns unser Weg wieder zum Hauptplatz kommen lässt, wo wir uns eine flüssige Erfrischung genehmigen. 

Zurück in Amalfi kehren wir ins Casa Mao zurück, duschen und bringen unsere Wandersachen auf Vordermann. Nach einem Apérol-Apéro bei Pansa gehen wir noch einmal ins Restaurant San Giuseppe zum Abendessen. Auch heute werden die Uccelli wieder mehr als satt (Spruch von Martin bei unserem ersten Besuch am Sonntag, dass wir zu Hause am Abend sonst nur wie die Vögelchen essen).

Nachtessen

Mit Deutschland scheidet ein weiterer Titel-Aspirant an der Fussball-Euro 2020 aus. Jogis Zeit als Trainer der deutschen Fussball-Nationalmannschaft findet ein überraschend jähes Ende (Deutschland – England: 0 – 2). Dafür hat die Schweizer Fussball-Nati mit ihrem Sieg über Frankreich die Herzen der Italiener gewonnen. Jede/r scheint Tifo der squadra svizzera zu sein.

Abgelegt in der Kategorie 2021,Italia Bisher keine Kommentare

Montag, 28. Juni 2021: Zwischen Himmel und Wasser … aber am Schluss definitiv im Wasser 😊

Wir haben herrlich geschlafen und starten erholt und voller Tatendrang in den neuen Tag. Die verhältnismässig “kühlen” Morgenstunden verbringen wir auf unserer terrazza – lesend, Tagebuch schreibend und Pläne schmiedend. Auf der Dachterrasse serviert uns Gianfranco ein liebevoll arrangiertes Frühstück. Da wir zu dieser Zeit noch die einzigen Gäste im Casa Mao sind, „gehört“ auch diese Terrasse uns. Der Blick aufs Städtchen und das Meer ist herrlich, dazu ein Cappuccino und einige fette biscotate (mir säge dene Zwieback) – was wollen wir mehr? Gianfranco feiert heute seinen 37. Geburtstag. Wir überreichen ihm eine Packung mit Mandelbärli in verschiedenen Aromen. Er freut sich riesig und inszeniert diese fotografisch am Tisch nebenan.

Untitled

Etwas später machen wir uns in unseren Wanderutensilien aber noch leerem Rucksack auf den Weg ins Zentrum, wo wir uns den Proviant für unsere heutige Wanderung besorgen. In einem kleinen Panini-Laden Deli Coast lassen wir uns zwei „personalized“ Panini zubereiten, kaufen zwei Arancini und genügend Wasser – denn es wird warm werden auf der Wanderung von Bomerano nach Positano. Um 10.15 Uhr geht‘s mit dem Bus los Richtung Agerola-Bomerano. Die Enge der Strasse, der starke Verkehr sowie zahlreiche Waren-Anlieferungen machen die Fahrt zum Abenteuer. Der Fahrer bleibt gelassen und entspannt und ist seinerseits wohl froh, als er im „Berg“-Dorf Bomerano (auf ca. 650 m gelegen) die geschwätzige Meute an Wanderturisten aus dem Bus hat. Bomerano ist ein hübsches kleines Dorf, das den Ausgangspunkt der heutigen Wanderung auf dem Sentiero Degli Dei bildet.

Untitled

Der Sentiero führt mit wundervollen Aussichtspunkten und tollem Panorama auf die Amalfiküste von Bomerano nach Nocelle. Wir wandern los und schon bald reiht sich vor uns die gesamte Amalfiküste bis zum Horizont hin auf. Was für ein erhebendes Gefühl. Himmel und Meer gehen fliessend ineinander über. Wir entdecken schöne Blumen und Gewächse (z.B. Aronstab), unzählige Arten Schmetterlinge 🦋 und Insekten. Dazu entwickeln wilder Rosmarin und Eukalyptus bei den hohen Temperaturen ein Duftgemisch, das in uns den Eindruck aufkommen lässt, wir seien in der Sauna. 

Untitled

Wir schwelgen im „wanderers high“ – sind glücklich und geniessen jeden Moment – natürlich auch die Mittagsrast, die wir an einem der raren schattigen Plätzchen verbringen. Gut gestärkt erklimmen wir „bachnass“ die letzten Steinstufen bis nach Nocelle, wo wir in einer kleinen Bar Wasser und eine Zitronen-Granita (eine Art Zitronen-Sorbet) geniessen. Welch herrliche Erfrischung – innerlich wie äusserlich – an diesem luftigen Spot mit Blick aufs Meer.

Untitled

Dann geht’s weiter: Auf uns warten noch rund 1’400 Treppenstufen runter nach Positano. Runter geht immer, sagt man und das ist so – aber am Schluss fahren die Stufen schon recht ein. Drum sind wir froh, als wir in Positano ankommen. Denn auf uns wartet hier ein weiteres Highlight. Wir haben heute Morgen auch unser Badezeug in den Rucksack eingepackt und das soll jetzt zum Einsatz kommen. Zwei Liegestühle und einen Sonnenschirm für 45 Euro – nein, nein, nicht gekauft nur gemietet 😂 – und auf geht’s ins Meer. Göttlich, die Erfrischung ist perfekt und was gibt es schöneres als auf dem Rücken treibend auf dem Wasser zu liegen und den Blick in Richtung Höhenzug des Sentiero Degli Dei schweifen zu lassen!

Untitled

Mit dem letzten Kurs-Schiff geht‘s zurück nach Amalfi, wo wir im Restaurant La Galea ein leckeres, leichtes Fisch-Znacht geniessen. Als Dolce gibt‘s ein Zitronen-Tiramisu … auch leicht, versteht sich.

Untitled

 Ach ja und da war ja am Abend noch dieses Fussballspiel an der EM 2020: Schweiz gegen Frankreich. Spektakulär war es mit allem Drum und Dran (z.B. verschossener Penalty der Schweiz) und hat am Schluss mit einem 8 zu 7 der Schweizer im Penalty-Schiessen geendet (3 – 3 nach der regulären Spielzeit). Das hoch attraktive Spiel mit hoch motivierten CH-Spielern vermag die Schweizer mit ihrer Nati wieder mal zu versöhnen.

Abgelegt in der Kategorie 2021,Italia Bisher keine Kommentare

Sonntag, 27. Juni 2021: Am Kino vorbei Richtung Friedhof

Heute unternehmen wir einen Stadtbummel in Salerno. Vom Hotel geht‘s zum Lungomare und dann rein in die Altstadt mit ihren verwinkelten, engen Gässchen. Es bereitet mir Freude, Martin die Lokalitäten und Plätze zu zeigen, an denen ich mich vor zwei Jahren gerne aufgehalten habe: Die Sprachschule mit Meersicht, das Café Rosa (das heute bis auf den letzten Platz im Aussenbereich gefüllt ist), die kleinen lauschigen Plätze, an denen man das Gefühl hat, dass die Zeit stehen geblieben ist. Wir schlendern planlos, die Stadt hinauf bis wir zum Giardino della Minverva (Orto botanico della Schola Medica Salernitana) stossen. Für mich der schönste Ort der Stadt, wobei eben auch hier gilt: Der Weg ist das Ziel. Der am westlichen Ende von Salerno gelegene Garten empfängt einen als Zentrum botanischer und medizinischer Gelehrsamkeit. Eine zauberhafte Gartenoase mit traumhaftem Blick über Stadt, Hafen und Meer. In der Tisaneria Nemus gönnen wir uns einen kalten Kräutertee bevor wir die Heilkräuter-Gärten, die mit einem durchgängigen Wasserkanal-System erschlossen sind, durchqueren. Das kühlende Nass und insbesondere die schattigen Plätzchen machen den Aufenthalt im Garten bei den warmen Temperaturen zum Genuss.

Minerva-Garten in Salerno

Danach steigen wir wieder runter in die Stadt. Es ist Mittagszeit, alles ist für italienische Verhältnisse sehr ruhig, nur wenige Leute begegnen uns. In den Gässchen duftet es mehrheitlich nach Essen aber auch immer wieder nach Javelwasser und frisch gewaschener Wäsche, die Gassen-querend zum Trocknen aufgehängt ist. Der Duomo di San Matteo hat geschlossen, so können wir uns nur den maurisch wirkenden Säulenhof anschauen.

Untitled

Wir ziehen weiter und gönnen uns in der Nähe des Hotels eine Piadina und ein kühles Getränk (Martin geniesst ein Lemonsoda – aus sizilianischen Zitronen 🍋). Wir holen unser Gepäck beim Hotel ab und begeben uns an den Travelmar-Hafen. Mit dem 15.30 h Schiff geht‘s für uns weiter nach Amalfi.

Untitled

Dort werden wir von Gianfranco erwartet, unserem Gastgeber in Amalfi, wo wir im Casa Mao nächtigen werden. Ich war schon vor zwei Jahren bei ihm bzw. im Casa Mao. Er ist ein richtiger Gastgeber. Er begrüsst uns mit einem wunderschönen Bouquet, das er mir überreicht. Er habe sich sehr über unsere Buchung gefreut und zu sehen, dass ein Gast wieder zurückkehre sei für ihn das höchste.

Untitled

Es ist sehr warm und die rund 200 Treppenstufen an Dom und Kino vorbei dem Wegweiser Richtung „Cimitiero“ folgend zum Casa Mao stellen „eigentlich“ keine grosse Herausforderung dar. Aber mit dem Duffle-Bag am Rücken sind sie eine schweisstreibende Angelegenheit. Völlig verschwitzt treffen wir beim Casa Mao ein, wo wir das schönste Zimmer mit zwei Balkonen und Sicht auf den Dom und das Meer haben. Idylle pur – unbeschreiblich. Man muss es erleben. Gianfranco gibt uns noch verschiedene Tipps zu Ausflügen (Wanderungen) und Restaurants und lässt uns fühlen mit wieviel Herzblut er sein Business betreibt. Da Gianfranco nicht im Casa Mao lebt, gehört dieses heute nur uns – wir sind die einzigen Gäste. Wir duschen zum zweiten Mal am heutigen Tag und legen uns etwas hin, bevor wir uns auf den Weg zum Domplatz machen, wo wir uns Amalfi-konform einen Lemon Spritz genehmigen. Wie immer ist auf dem Domplatz viel los. Heute ist der Tag des Sankt Andreas, des Schutzpatrons des Duomo di Amalfi. Die imposante „Showtreppe“ zum Dom wird „nur“ von Einheimischen und Touristen bevölkert. Es gibt heute keine Hochzeitspaare, die sich mit und ohne Hochzeitsgesellschaft auf der Treppe in Szene setzen.

Untitled

Dafür spielt unten die Musik. Die Musikgesellschaft Amalfi-Atrani (😉) spielt auf. U.a. spielen sie die italienische Nationalhymmne, was natürlich sehr gut ankommt. Una lacrima sul viso … In der Trattoria San Giuseppe, wo wir einen Tisch reserviert haben, gibt‘s für uns ein feines Abendessen. Dabei ist Martins „Plättchen“ mit regionalen Käse- und Charcuterie-Spezialitäten der Hit. Risotto-Primo und Fisch bzw. Dorade im Salzmantel komplettieren die Schlemmerei. Dazu eine Flasche lokaler Rotwein. Was will man mehr als einfach dankbar sein und geniessen. Beschwingt erklimmen wir die Stufen zu unserem Daheim.

Abgelegt in der Kategorie 2021,Italia Bisher keine Kommentare

Samstag, 26. Juni 2021: Lust aufs Reisen – Reiselust

Kurz vor halb sechs fordert der Wecker einmal mehr unsere Aufmerksamkeit. Puh, ich bin ja noch so müde – muss ich wirklich schon aufstehen? Ja, ich muss, ich will … ja, ja, ja. Denn heute geht‘s in die Ferien nach Italien! Also nichts wie raus aus dem Bett, duschen, sich reisefertig machen und los geht‘s. Am Bahnhof angekommen, organisiert Martin Kaffee, Brötchen und zwei Salatschalen als Reiseproviant. Und schon fährt der Zug ein, der uns heute direkt nach Milano bringen soll. Tut er auch – einfach leider mit etwas mehr als 30 Minuten Verspätung. Diese ist auf die administrativen Kontrollarbeiten beim Grenzübertritt in Domodossola zurück zu führen. Covid-bedingt ist ein Einreiseformular und ein negativer Covid-Test vorzulegen und es wird im Schnelldurchlauf Fieber gemessen. So kommt es denn in Milano zum Anschlussbruch bei der Weiterreise nach Salerno. Wir bleiben ruhig, schliesslich haben wir Ferien. Da wir erst um 14.25 Uhr weiterreisen können (ursprünglich war die Weiterreise für 11.10 Uhr geplant), beschliessen wir, im Bahnhof Mittagessen zu gehen. Es gibt Fisch mit gebackenen Rosmarin-Kartoffeln. Lecker. Danach noch zwei Caffè … pro Person – ich hänge etwas in den Seilen. Noch ein kurzer Abstecher in die Trenitalia Lounge und schon steigen wir in den Zug, der uns gegen 19.15 Uhr nach Salerno bringen sollte.

Frecciarossa 500 in Milano Centrale

Wie ist das schön: In einem modernen Zug zu sitzen (Corona-bedingt nur zu Zweit in einem Vierer-Abteil), Getränke und Snacks serviert zu erhalten und den Blick in die Landschaft gleiten zu lassen, durch die der Zug mit fast 300 Sachen braust. Dazu lesen, Musik hören oder auch einfach nichts tun. Im Coop beauty & wellness Heftchen, das ich durchblättere, stosse ich auf Pfirsich-Rezepte 🍑, die ich zu Hause unbedingt ausprobieren will: Grillierter Pfirsich-Tomatensalat und pochierte Crevetten mit Pfirsich-Dip. Erste Ferien-Inspirationen. Kurz vor halb Acht kommen wir in Salerno an. Salerno empfängt uns mit einer sonnig-warmen Atmosphäre. In der Fussgängerzone hat es noch recht viel Betrieb. Einige Geschäfte sind noch geöffnet und in den Bars tritt man sich zum Apéro. „Meer sehen“ ist unsere Devise. Darum deponieren wir nur kurz unser Gepäck im Hotelzimmer und machen uns gleich auf den Weg zum Lungomare. Ich bin glücklich, nach zwei Jahren wieder zurück in Salerno zu sein. Hier wo ich 2019 bei meinem Sprachaufenthalt eine so schöne, unbeschwert freie Zeit verbracht habe. Auf „Deck“ der Embarcadero Bar direkt am Meer geniessen wir die Abend-Stimmung und einen ersten Aperitivo.

Innenhof mit Vespa

Anschliessend geht‘s durch die engen Gässchen zurück zu Duomo und Monastero, wo heute die Carabinieri bzw. die Guardia di Finanza ihre Büros haben. Im kleinen Fisch-Restaurant „l‘Unica“ lassen wir uns im Aussenbereich nieder. Unser Menu: Antipasto: Sgombro (Makrele) auf Salat und Alice (Sardinen) filetiert mit einer dünnen Schicht Mozarella di Buffola überbacken. Primo: Spaghettino con gambero rosso (wir teilen uns eine Portion) Secondo: Tuna grigliata con melanzane (auch hier teilen wir uns eine Portion) Dazu eine Flasche leckeren Rotwein aus der Gegend und … gut ist … nein perfekt ist. Die Wärme, das feine Essen, die schöne Stadt … Glückseligkeit pur.

Euro in Italia

Gleichzeitig läuft das EM-Spiel zwischen Italien und Österreich. Lange wollen keine VAR-konformen Tore fallen, das Spiel geht in die Verlängerung. Und dann endlich erschallt der (Italien-Fans) erlösende Jubel ein erstes Mal und kurze Zeit später ein zweites Mal. Das Tor der Österreicher kriegen wir erst auf einem Screen kurz vor unserem Hotel mit, das „verschweigen“ die Italiener. Wir sind heute auch Italien-Fans und applaudieren beim Schlusspfiff mit. Zurück ins Hotel und den Kopf ablegen. Der Wein hat diesen irgendwie schwer gemacht …

Berührende Worte aus der Todesanzeige von Otto Wenger, der am 19.06.2021 verstorben ist: „Das Leben auf dieser Erde wurde uns geschenkt. Wenn wir erlebt haben, was war und wir nicht mehr erleben können, was sein wird, schenkt uns der Tod die Ruhe im Schoss der Erde.“ (Otto Wenger)

Abgelegt in der Kategorie 2021,Italia Bisher keine Kommentare

Freitag, 14. Mai 2021: Der westlichste Punkt der Schweiz bildet den Abschluss.

Heute war der letzte Tag der diesjährigen Auffahrtsreise. Ich begann diesen mit einer Joggingrunde am Genfersee.

Impressionen vom Morgenjogging in Genève

Es war eine tolle Runde – Genève hatte noch geschlafen und ich hatte die Seepromenade quasi für mich alleine.
Hotelfrühstück gab es für uns Budgettouristen keines – wir organisierten uns was Feines am Bahnhof und fuhren anschliessend mit dem Zug nach Lancy Pont-Rouge. Vor ein paar Jahren war dieser Bahnhof eine kleine Haltestelle. Heute ist es ein öV-Umsteigepunkt erster Güte mit Anschlüssen auf Busse und Trams. Das Resultat war, dass wir den Anschlussbus nach Chancy, Douane erst im letzten Moment gefunden und diesen verpasst haben. 30 Minuten später fuhr der nächste… Wir sind also an de Endstation Chancy, Douane ausgestiegen und sind in Richtung des westlichsten Punktes gewandert. Der genau westlichste Punkt befindet sich mitten in der Rhone, die recht hoch war. Der westlichste Grenzstein ist Grenzstein 1.5.

Der westlichste Punkt der Schweiz befindet sich bei diesem Grenzstein bei Chancy

Nix, aber auch gar nix deutet darauf hin, dass dies der westlichste Punkt ist. Es hat einfach diesen Grenzstein. Aber keine Erklärungen dazu. Wenn man keine vorgängigen Recherchen betreibt, würde man diesen Stein nicht als DEN Stein erkennen. Wettermässig ist es regnerisch, sodass wir mit dem Regenschirm unterwegs sind. Und der Boden ist schlammig, das Wandern ist schwierig. Wir wandern dem Grenzverlauf entlang und treffen immer wieder auf Grenzstellen ohne Zöllner.

An der Grenze zu Frankreich

Und der Kanton Genf, welcher für uns Deutschschweizer doch nur als Stadtkanton bekannt ist, hat durchaus auch hübsche Seiten.

Unterwegs im schweizerisch-französischen Grenzgebiet

Die Wanderwege sind recht tief und in Avusy nehmen wir den Bus nach La Plaine und den Zug nach Genève. Mit schmutzigen Schuhen holen wir unser Gepäck im Hotel. Nun einfach so von Genève nach Bern zu fahren wäre zu einfach. Drum fahren wir nach Neuchâtel (hier mussten wir wegen ausserordentlichen Bauarbeiten noch in Morges umsteigen) und von dort mit der BLS in einem neuen MIKA-Zug nach Bern. Hier trennten sich unsere Wege.

Internationale Reisen sind in diesen Zeiten erschwert. Aber die Reise zu den geografischen Extrempunkten der Schweiz hat sehr viele tolle Erlebnisse gebracht. Und Reisen mit Woody sind immer wieder ein sicherer Wert, dass die Reise Spass macht. Merci Woody – bis spätestens Auffahrt 2022!

Abgelegt in der Kategorie 2021,Schweiz Bisher keine Kommentare

Auffahrts-Donnerstag, 13. Mai 2021: Ganz im Norden der Schweiz.

Heute war der Tag, der unserer Reise die Berechtigung gibt: Auffahrt. Woody blieb liegen, ich machte mich gegen 6:30 Uhr auf zu einer Joggingrunde. Ich hatte mir vorgenommen, auf der einen Rheinseite zum Rheinfall zu joggen und dann auf der anderen Seite wieder zurück. Das Wetter war nicht perfekt, dafür aber das Erlebnis – GENIAL!

Joggend am Rheinfall

Nachdem ich wieder im Hotel war ging es ans packen, dann frühstücken und dann an den Bahnhof Schaffhausen. Hier suchten wir die Bushaltestelle der Linie nach Bargen – und fanden sie nach einiger Zeit… Die Fahrt nach Bargen dauerte knapp 20 Minuten. Dieses Dorf war heute Ausgangspunkt für die Wanderung zum nördlichsten Punkt der Schweiz. Zuerst führte die Wanderung der Autostrasse entlang und führte uns dann, teilweise über deutsches Gebiet, nach einer Stunde zum Grenzstein 593. Im örtlichen Dialekt wird er „Schwarzer Staa“ genannt – der schwarze Stein. Allerdings ist er nicht schwarz, sondern einfach grau. An diesem Ort hatte der Kanton Schaffhausen jeweils Verurteilte oder Verbannte abzuschieben. Heute hat es eine Grillstelle und eine Schautafel mit Erklärungen zum Schwarzen Stein.

Grenzstein 593 ist der nördlichste Grenzstein der Schweiz

Der Stein hat einen quadratischen Grundriss von 30 Zentimetern und besteht aus Kalk. Er ist insgesamt 150 Zentimeter hoch und ragt etwa 70 Zentimeter aus dem Boden. Errichtet wurde er 1839 anlässlich der Vermessung der badisch–schweizerischen Grenze.

Der Stein trägt auf allen vier Seiten eingemeisselte Inschriften:

  • Nordseite: GB (Grossherzogtum Baden); E (Gemeinde Blumberg-Epfenhofen)
  • Ostseite: 1839 (Jahr der Festlegung der Grenze)
  • Südseite: CS (Canton Schaffhausen); B (Gemeinde Bargen)
  • Westseite: 593 (Nummer des Steins)

Auf der Oberseite ist der exakte Grenzverlauf eingraviert; die Linie vollzieht hier einen scharfen Knick.

Der nördlichste Grenzstein der Schweiz - der Schwarze Stein

Nach einem kurzen Moment bei diesem Stein wanderten wir weiter, dieses Mal möglichst dem Grenzverlauf entlang, zurück nach Bargen. Nun ging’s wieder mit dem Bus nach Schaffhausen, mit dem Zug nach Winterthur und dann mit dem ICN via Jurasüdfuss nach Genève.

Hier hatten wir über Booking das Hotel Warwick, gleich gegenüber des Bahnhofs, gebucht. Das Hotel sah recht teuer aus, aber wir bezahlten CHF 170 fürs Zimmer. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Zimmer in der Nicht-Corona-Zeit etwa 600 Stutz kostet. Und nun kommen statt kaufkräftige Araber zwei Schweizer mit Dufflebags… Trotzdem erhielten wir ein Zimmer im 7. Stock, mit einer Terrasse welche uns einen tollen Blick aufs Bahnhofgebäude ermöglichte.

Bahnhof Genève vom Roof Top aus gesehen

Nachdem wir uns für eine Nacht eingerichtet hatten machten wir uns auf die Suche nach einem Nachtessenslokal. In Hotelnähe fanden wir ein libanesisches Spezialitätrenrestaurant wo wir ausgezeichnet essen konnten.

Libanesisches Nachtessen in Genève

Das Essen war lecker und der Sonnenuntergang, der uns auf der Terrasse geboten wurde, spektakulär.

Sonnenuntergang in Genève

Abgelegt in der Kategorie 2021,Schweiz Bisher keine Kommentare

Mittwoch, 12. Mai 2021: Zuerst in Österreich – und dann in Schaffhausen.

Nach dem Frühstück ging’s los an den Bahnhof. Zuerst mal das Gepäck im Schliessfach einstellen, dann aufs Postauto nach Martina, wo wir direkt Anschluss nach Samnaun hatten. Eigentlich wollten wir ja den östlichsten Punkt der Schweiz besuchen. Nur ist dies ein Berg auf über 2700 m über Meer – zu anspruchsvoll für uns Flachländer… Also wählten wir den östlichsten Haltepunkt des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz – und das ist die Postautohaltestelle „Vinadi“ an der Strecke nach Samnaun. Der wirklich östlichste Punkt ist nur 1850 m östlicher als diese Haltestelle – somit ist es vertretbar, die Spielregeln für diesen Fall ein bisschen anzupassen.

Vinadi ist die östlichste Haltestelle der Schweiz

Der Name «Vinadi» ist romanische Übersetzung von «Weinberg». «Weinberg» wiederum rührt nicht von einer tatsächlichen früheren oder aktuellen Rebpflanzung her, sondern ist eine volksetymologische Umdeutung von wimberg, was seinerseits auf althochdeutsch wimî mit der Bedeutung «sprudelndes Wasser, Quelle» zurückgehe. Das weiss Wikipedia.

Vinadi besteht aus grad mal drei Gebäuden: einem Restaurant, einem ehemaligen steinernen Wohnhaus des Zolls und dem ehemaligen Zollkiosk, der momentan nicht in Verwendung ist.

Dieses Gebiet hier gehört erst seit 1868 definitiv zur Schweiz, vorher war es ein Teil Tirols. Und seit das Gebiet zur Schweiz gehört, konnte man eine Strasse nach Samnaun bauen. Die 1912 ab Vinadi über schweizerischen Boden nach Samnaun führende Samnaunerstrasse ist nur mit Fahrzeugen bis zu einer maximalen Fahrzeugbreite von 2,3 m sowie einer maximalen Fahrzeughöhe von 3,0 m befahrbar. Die Samnaunerstrasse ist zudem steinschlaggefährdet und nicht wintersicher. Den Hauptzufahrtsweg bildet die besser ausgebaute Strasse auf Tiroler Boden über Spiss.

Wir nutzten die Zeit bis zur Abfahrt des nächsten Postautos zurück nach Scuol zu einem Spaziergang an den Inn und eine (gaaaanz kurze) Besichtigung der Burg Altfinstermünz. Diese Burg liegt auf österreichischem Boden. Aufgrund von Covid-Massnahmen konnte man die Gebäude nur von aussen besichtigen. Eine längere Besichtigung wäre aufgrund unseres Zeitplans auch nicht dringelegen. So gab es nur einen (illegalen) Abstecher nach Österreich und schon ging’s wieder zurück an die Haltestelle in Vinadi.

Burg Altfinstermünz

Zeitlich haben wir uns bei diesem Abstecher zur Burg Altfinstermünz komplett verschätzt. Wir mussten uns sputen, damit wir das nächste Postauto erreichen. Eine Stunde in Vinadi aufs nächste Poschi zu warten wäre nicht so prickelnd gewesen. Der ganze Weg, den wir an den Inn hinuntergingen, ging’s natürlich nun wieder hinauf – 90 Meter… Wir liefen konditionell am Anschlag und drohten das Poschi zu verpassen. Die Hauptstrasse war schon in Blickweite – und schon kam das gelbe Fahrzeug daher. Verpasst! Verpasst? Nein, Woody winkt dem Chauffeur, dieser hält sein Fahrzeug mitten auf der Strasse an (zur Haltestelle wäre es noch ca 200m gegangen) und wir können einsteigen… Service Public as it’s best!

Nachdem wir mit dem Postauto in Scuol angekommen sind beziehen wir wieder unser Gepäck aus dem Schliessfach und fahren anschliessend mit dem Zug nach Samedan. Hier haben wir ordentlich Zeit bis der Anschlusszug nach Chur fährt, sodass wir eine Kleinigkeit Proviant kaufen können und Trainspotting betreiben können.

Und wir haben Glück: Plötzlich fährt ein Güterzug ein, der mit einer Ge 4/4 I bespannt ist! Diese Lok wurde 1947 gebaut und ist heute noch im Einsatz! Ein echter (G-) Oldtimer also:

Die Ge 4/4 603 wurde 1947 gebaut - und ist heute noch im Einsatz!

Ein paar Minuten später sind wir mit dem Anschlusszug nach Chur weitergefahren. Wir genossen die Fahrt über die Albulabahn, welche seit 2008 als UNESCO-Welterbestrecke verzeichnet ist.

Fahrt über den Viadukt bei Filisur

Von Chur aus fuhren wir über Sargans und das St. Galler Rheintal nach Rorschach. Hier fuhr auf dem Nebengleis ein älterer Triebwagen von Thurbo ein, der als Destination „Auf Wiedersehen“ angeschrieben hatte. MIr kam in den Sinn, dass Thurbo die älteren Fahrzeuge ausser Dienst nimmt. Wohin fährt dieser Zug? Ich schaute kurz in den internen Systemen nach und stellte fest, dass dieser Zug die gleiche Strecke befährt wie wir. Statt wie wir bis Schaffhausen fährt dieser Zug nach Etzwilen. Dieser Bahnhof war früher ein Grenzbahnhof zu Deutschland (Strecke Singen-Etzwilen) und verfügt noch heute über grössere Gleisanlagen. Aus diesem Grund wir dieser Bahnhof auch als „Fahrzeugfriedhof“ benützt, als Zwischenlager für Fahrzeuge, bevor es dann in den Abbruch geht. Also war für uns klar, dass wir in Etzwilen einen Zug überspringen werden, damit wir dem Thurbo-Zug sein „letztes Geleit“ geben können.

Thurbo GTW 683 auf seiner letzten Fahrt.

Es war eine kurze und schmerzlose Episode: Einfahrt in Etzwilen. Abstellen in der Abstellgruppe – fertig. Und wird dieser Zug wohl besprayt und dann irgendwann der Reststoffverwertung zugeführt.

Wir fuhren weiter bis Schaffhausen und haben uns im Hotel Rüden einquartiert. Das Nachtessen konnten wir im Kronenhof geniessen. Und nach einem Verdauungsspaziergang durch Schaffhausen ging’s schon bald in die Heia.

Munot Schaffhausen by night

Abgelegt in der Kategorie 2021,Schweiz Bisher keine Kommentare

Dienstag, 11. Mai 2021: Gotthard Panorama-Express ohne Panorama.

Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen und gingen zum Bahnhof Lugano. Heute war eine Fahrt mit dem Gotthard Panorama Express GoPEx auf dem Programm. Da das Wetter nicht so toll war, werden wir wohl nicht so viel Panorama zu erwarten haben. Also kein GoPEx sondern ein GoEx. Dieser Zug verkehrt in den Sommermonaten 2x pro Tag Süd-Nord und Nord-Süd und befährt sowohl die Ceneri- wie auch die Gotthard-Bergstrecke. Also nix mit husch untendurch, sondern Travelling in style…
Heute hatte es nicht sehr viele Kunden, die die Reise gebucht haben. Grad mal 8 Leute. Während der Reise wurden die verschiedenen Sehenswürdigkeiten, aber auch die Geschichte der Gotthardbahn erklärt. Die Fahrt war kurzweilig und beinhaltete verschiedene Überraschungen. So zum Beispiel in Wassen ein Mann, der eine Schweizerfahne geschwenkt hatte – 1:1 im Blick mit der Kirche von Wassen. Oder eine Holzfigur, welche im Zug sass und dem Financier der Gotthardbahn, Alfred Escher, gewidmet war.

The man with the Swiss flag

Auch Alfred Escher sitzt im Zug

Untitled

In Flüelen hatte man Anschluss auf Schiff nach Luzern. Wir blieben aber im Zug sitzen und fuhren bis Arth Goldau weiter.

Nach einem kurzen Aufenthalt fuhren wir mit dem Voralpenexpress der Südostbahn über Rothenthurm – Rapperswil nach Uznach, wo es dann nach einem Sprintanschluss weiter ging nach Sargans. Auch hier stiegen wir um nach Landquart. Die Umsteigezeit reichte, um im örtlichen Outlet vorbeizuschauen. Allerdings haben wir die Wirtschaft nicht angekurbelt.

Ab Landquart ging’s weiter nach Scuol. wo wir im Hotel Bellaval, gleich neben dem Bahnhof, übernachteten. Nach einem feinen Nachtessen im Hotel und einem Verdauungsspaziergang durchs Dorf gings ins Bett. Die Bergluft half uns, schnell einzuschlafen.

Abgelegt in der Kategorie 2021,Schweiz Bisher keine Kommentare

Montag, 10. Mai 2021: Den südlichsten Punkt der Schweiz gefunden.

Bei aller Begeisterung für Züge: die Nacht war ein bisschen lärmig. Trotz wenig Schlag gönnte ich mir eine Joggingrunde, unten am See. Dann Frühstück und wieder runter an den See – wir wollten mit dem Schiff nach Capolago fahren.
Trotz des eher dürftigen Wetters hatte es ziemlich viele Leute auf dem Schiff.

Abfahrt der Schiffe in Lugano Centrale

Wir fuhren über Paradiso, Campione (mit dem scheusslichen Casino – ah, von Botta? Wunderschön…),

Untitled

Melide nach Capolago. Hier hatten wir Anschluss mit der Ferrovia Monte Generoso auf den Monte Generoso. Die Strecke von Capolago Lago nach Capolago – Riva S. Vitale ist grad mal 290 m lang – und hat Woody und mir bei den zu befahrenden Strecken der Schweiz gefehlt. Nun können wir also auch diese 290 m abhaken – Check!

Capolago Lago - Streckenende "Bahnhof" Capolago Lago

Im Zug auf den Monte Generoso hatte es, dem Wetter entsprechend, nicht sehr viele Leute. Bei der Endstation – Generoso Vetta – hat es seit einigen Jahren ein neues „Berghaus“. Auch dies ein Bau von Botta.

Fahrt auf den Monte Generoso

Wir gingen die paar Minuten hoch zum Gipfel und sahen – nichts. Das Wetter war wirklich übel, so dass wir eine halbe Stunde später mit dem nächsten Zug wieder ins Tal nach Capolago – Riva S. Vitale fuhren.

Gipfel des Monte Generoso

Nun fuhren wir mit dem Zug weiter nach Chiasso, ein paar Minuten später ging’s mit dem Bus weiter nach Pedrinate Chiesa. Von hier aus wollten wir zum südlichsten Punkt der Schweiz wandern. Zuerst ging’s der Hauptstrasse entlang und direkt bei der Grenze ging der Weg der Grenze entlang zum südlichsten Punkt. Die Grenze zu Italien ist mit einem Zaun gesichert. Dieser hat qualitativ unterschiedliche Ausmasse, vom Typ Maschen-Draht-Zaun bis zu massiven Stahlträgern. Aber ein Bud Spencer schafft es immer, in die Schweiz zu kommen, Zaun hin oder her…

Unterwegs zum südlichsten Punkt der Schweiz 🇨🇭

Der südlichste Punkt ist mit einem entsprechenden Hinweis ausgestattet. Es hat auch ein Bodenmosaik, welches die Schweiz zeigt, zwei Picknicktische, eine in Holz gehauene Helvetia und eine Schweizerfahne.

Wanderung zum südlichsten Punkt der Schweiz Wanderung zum südlichsten Punkt der Schweiz

Nach ein paar Minuten der Andacht gingen wir weiter unseren Weg, mehr oder weniger der Grenze entlang, nach Chiasso. Von hier aus nahmen wir den direkten Zug nach Locarno. Seit der Eröffnung des Ceneri Basistunnels CBT gibt es direkte Züge von (Chiasso-) Lugano nach Locarno. In einer halben Stunde ist man dort. Generell kann gesagt werden, dass der neue Tunnel die Verbindungen im Tessin, namentlich zwischen Sopra- und Sottoceneri massiv beschleunigt. Bellinzona – Lugano macht man in noch grad mal 15 Minuten…

Piazza Grande in Locarno


In Locarno gingen wir auf die Piazza Grande und assen dort in einem Restaurant. Es wurde nun kühler und begann zu regnen. Wir waren zwar am Trockenen, aber frisch wurde es trotzdem. Nach dem Nachtessen ging es zurück nach Lugano und somit ins Hotel.

Abgelegt in der Kategorie 2021,Schweiz Bisher keine Kommentare

Sonntag, 9. Mai 2021: Wieder auf Auffahrtsreise!

Corona ist zwar immer noch, aber die Auffahrtsreise findet trotzdem statt. Einfach im Inland. Und welches Motto haben wir dieses Jahr?

Wir besuchen den südlichsten Punkt der Schweiz.

Wir besuchen den östlichsten Punkt der Schweiz.

Wir besuchen den nördlichsten Punkt der Schweiz.

Wir besuchen den westlichsten Punkt der Schweiz.

Und das alles in der Auffahrtswoche. Ist das machbar?

Ja und nein. Ja, weil es von der Fahrmöglichkeit her möglich ist. Nein, weil sich der östlichste Punkt der Schweiz auf dem Piz Chavalatsch auf 2762 müM befindet – was für Woody und mich ausser Diskussion stand. So nahmen wir als Alternative die östlichste öV-Haltestelle der Schweiz. Diese heisst Vinadi , ist eine Postautohaltestelle und liegt an der Linie von Scuol nach Samnaun. Und ist nur 1.84 km weniger östlich als der Piz Chavalatsch – eine für uns durchaus vertretbare Alternative/Kompromiss.

Wir treffen uns im Bahnhof Bern und fahren nach Zürich. Unterwegs diskutieren wir über Corona-Selbsttests und kommen dann zum Schluss, dass die kommende Woche wohl entspannter ablaufen könnte, wenn wir beide einen solchen Selbsttest durchführen würden. Im Bahnhofkiosk des Hauptbahnhofs Zürich beschaffen wir uns das nötige Material und führen den Test im Zug Richtung Lugano durch. Positiv ist, dass die Tests negativ sind 🙂

Seit der Eröffnung von Gotthard- und Ceneri-Basistunnel dauert die Fahrt von Zürich nach Lugano grad mal weniger als 2 Stunden. Und schon bald kommen wir in Lugano an.

Protziger Eingang zum Continental Parkhotel in Lugano

Unser Hotel, das Continental Parkhotel, befindet sich direkt neben dem Bahnhof Lugano. Wir erhalten ein Zimmer mit Sicht auf den Monte Brè, das Seebecken des Lago di Lugano – und auf die Gleise der Gotthardbahn!

Room with a view - auf die Gotthardbahn!

Die Freude über die Aussicht war gross. Hier hatten wir aber auch einen Mangel an Informationen, denn wir ahnten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass wir in der Nacht bei fast jedem Zug erwachen werden…

Wir beziehen das Zimmer und machen uns auf zum Apéro in der Stadt. Wir gehen zu Fuss und lassen das Bähnchen vom Bahnhof ins Zentrum links liegen. Und man im Zentrum ankommt – ob zu Fuss oder mit dem Bähnchen, kommt man an der Salami-Ausstellung der örtlichen Metzgerei vorbei:

Eine Ikone, die in keinem Reiseführer über das Südtessin fehlt: Die Salame der Macelleria Gabbani in Lugano

In der Nähe der Piazza Riforma gönnen wir uns ein Apéro(l), schlendern noch ein bisschen durch die Stadt und stellen fest, dass es in Lugano eine Standseilbahn gibt, welche seit Jahren ausser Betrieb ist: Das Funicolare degli Angioli. Seit 1986 ist hier kein Betrieb mehr. Das Trasse mit Schienen ist jedoch noch vorhanden. Und auch eine Treppe hat es. Eine sehr lange Treppe…

Scalite delle Angioli, Lugano

Wir kehren nun definitiv zurück ins Hotel und geniessen sehr traditionell das Nachtessen im grossen Speisesaal. Anschliessend ziehen wir uns schon bald aufs Zimmer zurück und freuen uns auf die kommenden Tage.

Abgelegt in der Kategorie 2021,Schweiz Bisher keine Kommentare

Nächste Seite »