Freitag, 3. Juli 2015: Grüezi und welcome back.

Lörrach GüterbahnhofNanu, was ist das für ein unangenehmer Summton? Blinzeln, erwachen, Augen auf und … ah das ist der Zugswecker. Das war auf der Hinreise mit dem eingespielten “Guten Morgen Sonnenschein”-Lied schon etwas angenehmer gelöst. Aber auf jeden Fall sind wir jetzt wach. Wir werden uns bewusst, dass wir uns schon recht nah von Lörrach befinden. Also aufstehen, duschen, packen und dann frühstücken. Nicht ganz so reichhaltig wie am Vortag aber trotzdem lecker. Da unser Zug effektiv zu früh dran ist (obschon wir am Vorabend rund eine Stunde später als geplant in Hamburg losgefahren sind), legen wir an einem Bahnhof noch einen 20minütigen Zwischenstopp ein. So kommen die mitreisenden Hunde in den Genuss einer erleichternden Pipi-Pause. Kurze Zeit später treffen wir in Lörrach ein, wo das Umrangieren des Autozug-Teils noch einige Minuten in Anspruch nimmt, bevor die Autos abgeladen werden können. Vom Bahnhof Lörrach geht es für uns in die Stadt, wo wir bei Edeka noch einkaufen gehen, so dass wir den Wochenend-Einkauf auch schon erledigt haben. Es ist ca. 10.00 Uhr als wir unsere Einkäufe im mittlerweile proppenvollen Auto verstauen und es ist heiss … bereits 26 Grad Celsius. Auf der recht stark frequentierten Autobahn nehmen wir Kurs auf Bern. Es hat viele Autos mit ausländischen Kennzeichen. Jetzt kommen andere zu uns oder in die Länder südlich der Schweiz in die Ferien. Mögen wir euch gönnen. Schöne Ferien wünschen wir euch.

Kurz vor 12.00 Uhr fahren wir mit unserem Öuti in die Einstellhalle an der Fabrikstrasse.

Beim Ausladen unseres Baggages geht im Lift eine Flensburger-Bierflasche zu Bruch. Scherben bringen Glück! Schön, dann geht’s ja gut weiter.

Lebensmittel in den Kühlschrank, Post anschauen und lesen, Taschen auspacken und Inhalt verräumen, waschen … stehen auf dem Programm. Aber alles ruhig und ohne Hektik, schliesslich haben wir ja noch Ferien.

Wir sind wieder zu Hause. Haben viele, viele schöne und unvergessliche Erlebnisse gehabt, Eindrücke mitgenommen, Wünsche realisiert und vieles geniessen dürfen.

Alles ist gut gegangen, unser Schutzengel hat ein wachsames Auge auf uns gehalten. Danke.

 

Beim Auspacken stosse ich auf ein Kärtchen, das ich beim Besuch des Løgum-Klosters mitgenommen habe. Darauf steht:

“Mögen die Regentropen sanft auf dein Haupt fallen; möge der weiche Wind deinen Geist beleben; Möge der sanfte Sonnenschein dein Herz erleuchten; Mögen die Lasten des Tages leicht auf dir liegen; Und möge unser Gott dich hüllen in den Mantel seiner Liebe.” (Keltischer Segenswunsch).

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Donnerstag, 2. Juli 2015: Moin, moin!

Bei schönstem Sommerwetter wachen wir in “unserem Hamburg-Lieblingshotel” auf.

Die Queen ElisabethWas für ein Geschenk! Ein Blick zum Fenster hinaus lässt erkennen, dass heute Morgen ein Riesen-Schiff angelegt hat. Was wohl für eines? Die “Queen Elisabeth“! Die Queen muss warten. Frühstücken ist angesagt. Heute gibt es wieder einmal ein Hotel-Frühstück. Das Frühstücksbuffet des Hotels Speicherstadt wird in der historischen Kaffeebörse serviert, die man vom Hotelzimmer-Gebäude über eine gedeckte Speicherstadt-Brücke im Gebäude vis-à-vis erreicht. Herrlich! Wir lassen es uns gut gehen und geniessen das reichhaltige Buffet.

Danach ist zum letzten Mal auf dieser Reise packen angesagt. Wir packen Pyjamas und Kulturbeutel in eine separate Tasche, die wir am Abend wieder in unsere Zugabteil mitnehmen werden. Alles andere wird im Auto bleiben. Als wieder alles im Auto verstaut ist, wir aus dem Hotel ausgechecked haben begeben wir uns zur Hafencity und nehmen einen Augenschein der “Queen Elisabeth”. Es ist wunderschön hier, auch wunderschön heiss. Die Leute haben sich mit Wasser und Eis “gewappnet”. Wir statten dem Dove-Shop im Unilever-Gebäude, das klimatisiert ist (welch Wohltat …) einen Besuch ab. Dort kann man Dove-Seifen mit einer persönlichen Grussbotschaft versehen. Müssen wir natürlich ausprobieren.

BinnenalsterDanach begeben wir uns in die Innenstadt und gehen in der Mönckebergstrasse ein wenig shoppen. Martin tätigt einen Schuh-Grosseinkauf, bei mir sind es verschiedene Kleinigkeiten. Wir spazieren der Binnenalster entlang, gehen etwas trinken und kaufen noch einen Kasten “Flensburger“, so dass wir die Ferienerinnerungen zu Hause bei einem Bierchen “frisch halten” können. Im Blocks-Restaurant beim Jungfernstieg geniessen wir unser letztes Ferienreise-Abendessen. Super Lage, sehr freundliches Personal, Essen schmeckt hervorragend und die Cranberry-Schorle erfrischt total.

Autoverlad in Hamburg AltonaZu Fuss geht’s zurück zum Hotel, von wo aus wir mit dem Auto nach Hamburg-Altona zum Autoverlad fahren. Vorbei am Michel, den Landungsbrücken, dem Rathaus von Altona. Der Autoverlad ist super organisiert. Am heutigen Abend verlassen Autozüge Hamburg in Richtung Wien, München und Lörrach. Wir sind rechtzeitig da und können dem munteren Verlade-Treiben beiwohnen, da der Lörrach-Zug als letzter aus Hamburg wegfährt. Als wir unser Auto auf der unteren Zugsetage platziert haben, das Gepäck im Schlafwagen verstaut ist und Martin seine Zugsföteli geschossen hat, gibt es noch ein leckeres Eis. Kurze Zeit später setzt sich der Zug in Bewegung und wir bewundern ein letztes Mal die Hamburg-Skyline. Tschüss Hamburg, meine Liebe. Ein bisschen Wehmut kommt auf. Es ist einfach alles so schön gewesen auf dieser Reise. Und das ist ja gerade unser Glück. Darum nicht traurig sein …

Und mit der Zugsabfahrt hat auch die Müdigkeit eingesetzt. Wir machen uns in unserer kleinen Kabine bettfertig. Eine ruhige Nacht mit erholsamem Schlaf wartet auf uns.

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Mittwoch, 1. Juli 2015: Hamburg wir kommen!

Mittlerweile routiniert verstauen wir unser gesamtes Reise-Gepäck im Auto. Wir brechen unsere Zelte in Rostock ab. Rostock: aus unserer Sicht, ein Bijou, das entdeckt werden muss. Auf der Durchfahrt bzw. bloss bei einem kurzen Aufenthalt lassen sich das Schöne und die Lebenslust dieser Stadt nicht entdecken. Da braucht es etwas mehr Zeit. Wir fahren über Land, legen einen Frühstücks-Zwischenhalt ein, decken uns ein letztes Mal mit genügend Wasser ein. Für den letzten Abschnitt in die Innenstadt von Hamburg wechseln wir auf die Autobahn. Mit traumwandlerischer Intuition setzt Martin die Anweisungen der Navi-Dame auf den Strassen von Hamburg um. Dem Navi folgen … ist doch easy. Ja, eigentlich schon, wenn nicht überall gebaut wird, die Strassen teilweise fast zugeparkt sind und es heiss ist wie Anton. Kurz nach 13.00 h treffen wir beim Hotel Speicherstadt, Am Sandtorkai 4 in Hamburg ein. Wir haben uns hier – wie bereits im Oktober 2014 – ein Suitenzimmer reserviert. Im Gegensatz zum Oktober erhalten wir diesmal ein Zimmer mit Aussicht auf die Hafencity (und nicht auf die Speicherstadt), was aber kein Problem ist.

Wir legen eine kleine Ruhepause ein bevor wir uns gegen 16.00 Uhr frisch, sprich musicaltauglich machen. Heute Abend schauen wir uns das Musical “Das Wunder von Bern” an. Mit dem Bus geht es zu den Landungsbrücken, wo wir in einem Restaurant der Blocks-Kette auf der Dachterrasse etwas essen gehen. Es ist heiss und so geniessen wir das Alsterwasser im Glas und das Elbwasser im Flussbett. Es macht Spass dem munteren Treiben zu Land und zu Wasser bei den Landungsbrücken zuzusehen. Ab 18.00 Uhr nehmen die Musical-Schiffe den Betrieb auf, um die Besucher der Muscials “Lion King” und “Das Wunder von Bern” an die andere Uferseite zu bringen. Der Transfer ist super organisiert und so sitzen auch wir kurze Zeit später auf einem der Schiffe und geniessen die Überfahrt, die ein tolles City-Panorama “von der anderen Seite aus” auf Hamburg bietet.

Wir geniessen's mit all den anderen Passagieren. Die Stimmung ist überall freudvoll-entspannt. Wir haben Spass am munteren Treiben auf der Musical-Insel, gönnen uns noch ein Eis und begeben uns anschliessend in die Muscialhalle, wo wir den Fussball-Weltmeister-Pokal von 1954 bewundern, das reiche Musical-Souvenir-Angebot bestaunen und uns an unsere Plätze begeben. Und schon geht es los. Im Musical “Das Wunder von Bern” wird eine bewegende Familiengeschichte vor dem Hintergrund der Fussball-Weltmeisterschaft 1954 erzählt. Es geht um eine Familie, die sich findet, eine Mannschaft, die über sich hinauswächst und einen kleinen Jungen mit großen Träumen, der einen Helden suchte und seinen Vater fand. GROSSARTIG! Bühnenbild und technische Effekte: schlicht WOW! Handlung: bewegend-einrücklich. Musik: ça va. Alles in allem ein unvergesslicher Abend.

Bei lauen Temperaturen werden wir wieder zurück zu den Landungsbrücken geschippert. Es ist noch hell und so beschliessen wir, zu Fuss zum Hotel zurückzukehren. Vorbei an der Elbphilharmonie und den neuen Wohhnvierteln der Hafencity schlendern wir zum Hotel zurück. Dort angekommen gönnnen wir uns in der schönen Bar noch einen Schlummertrunk. Müde aber glücklich-relaxed steigen wir in die ach so bequemen Betten und fallen Sekunden-Bruchteile später in einen tiefen Schlaf.

 

 

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Dienstag, 30. Juni 2015: Groundhopping

Aus der NDR-Sendung “Nordtour” und vom Radio-Sender “Ostseewelle Mecklenburg-Vorpommern” kennen wir verschiedene Lädchen, Locations und Orte in der Region, von denen wir heute zwei, drei besuchen wollen. Der Morgen zeigt sich von seiner schönsten Seite und es ist klar: Heute sind Shorts (Martin) und Sommerkleidchen (Bettina) angesagt. Wir fahren los. Unser erstes Ziel heute Morgen ist der Friseur Salon Alan (Beitrag Sendung Nordtour vom 18.04.2015). Als Flüchtling kam der Inhaber Fouad Hussein von Kurdistan über den Irak im 2001 nach Deutschland. Er führt in Rostock zwei eigene orientalische Friseursalons für Herren. Anders als bei “gewöhnlichen” Herrensalons gibt es bei dem orientalischen Barbier Fouad Hussein und seinen Mitarbeitenden überwiegend Handwerk und spezielle Techniken zu erleben. Sie verpassen ihren Kunden – ohne vorherige Terminvereinbarung, getreu dem Motto “First come – first served” – Haarschnitte nach alter Tradition, stutzen Bärte, zelebrieren die Nassrasur, waxen Nasenhaare und brennen Ohrenhaare aus. Ich begleite Martin und schaue dem munteren Treiben und vor allem den routiniert ausgeführten Arbeitsschritten zu. Ohne viele Worte zu verlieren, wird zügig darauf los “barbiert”. Dies aber gekonnt. Denn alle Herren verlassen den Salon zufrieden. Auch ich bin mit dem Ergebnis bei Martin, der Ferien-Frisur und -Bart hat stutzen lassen (inkl. Entfernung der Nasenhaare mit flüssigem Wachs bzw. Ohrhaar-Abfackeln … mutig, mutig, mein Herz), sehr zufrieden. “Grig isch 23 Oiro”, sagt der Barbier. Martin schiebt 25 Euro über den Empfangstresen mit der Bemerkung “Stimmt so.”. “Danke. Tschau.”, erwidert dieser. Und tschüss … (Journalist Frank Schlösser war auch dort und berichtet hier von seinem “Ersten Mal”)

Danach brauchen wir ein Frühstück. In einer Bäckerei mit Café nehmen wir eine erste Stärkung am heutigen Tag zu uns. Anschliessend geht’s weiter nach Graal-Müritz, wo wir dem Lädchen “Florentinchen & Meer” einen Besuch abstatten (Beitrag Sendung Nordtour vom 28.03.2015). “Florentinchen & Meer” ist ein Lädchen mit Deko- und Haushaltsgegenständen oder wie die Inhaberin selbst sagt, mit viel schönem Schnick-Schnack. Ich stöbere genussvoll in dem kleinen Laden herum und erstehe mir ein schönes Glas, ein weisses Körbchen und einen Tischläufer mit Sternen. Nach einem Schnack mit der Inhaberin, Irina Guhl, verabschieden wir uns und machen uns auf den Weg zurück nach Rostock, wo wir noch ein wenig Sightseeing machen wollen. Doch, wie so oft kommt es anders als geplant. Denn bereits bei der Anfahrt nach Graal-Müritz sind uns die zahlreichen Erntearbeitenden auf den grossen Erdbeerfeldern bei Rövershagen aufgefallen. Auf der Rückreise legen wir nun bei Karls Erlebnis-Dorf in Rövershagen einen Zwischenhalt ein. Dies mit der Absicht: 1. dort im Café etwas zu essen und 2. ein Körbli Erdbeeren zu erstehen. Bereits der Parkplatz ist riesig und recht gut gefüllt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es hier auf dem Land an einem normalen Dienstagmittag so viele Leute haben kann und vermute daher, dass der Parkplatz auch als Pendlerparkplatz genutzt wird. Fehlanzeige! Karls Erlebnis-Dorf ist eine Institution. Natürlich haben wir im Radio auf “Ostseewelle” bereits von Veranstaltungen bei Karls gehört aber was uns hier erwartet, ist einfach eine phänomenal umgesetzte Geschäftsidee.

Ideenmässig basiert alles auf einem grossen Bauernmarkt. Zuerst gibt es Gemüse, Früchte und Pflanzen zu kaufen, gefolgt von einem schier unendlichen Angebot an ländlicher Dekoration, regionalen Köstlichkeiten, Selbstgemachtem und Handgefertigtem. Von maritimen Artikeln über Mode, Heilsteine, Pflegeprodukte und Bücher bis hin zu Bunzlauer Keramik, Süssem, Säften und Weinen. Gewaltig. In den “Hofladen” integriert ist eine Marmeladen-Küche, eine Bäckerei, eine Bonbon- und Schokoladen-Manufaktur, eine Kaffee-Rösterei, eine Seifen-Manufaktur … Wir tauchen ein in die Erlebniswelt und staunen. Wir kaufen Erdbeermarmelade, Erdbeer-Spritz-Wein, Erdbeer-Nektar und und und. Zwischendurch essen wir eine Kleinigkeit und “verzehren” diese draussen im Hof. Alles ist sehr sauber, aufgeräumt, eigentlich perfekt. Nicht einmal im Selbstbedienungsrestaurant – solche empfinde ich rasch als schmuddelig und daher wenig amächelig – kommen wir aus dem Staunen heraus (alte Türen als Tischplatten, Ablegefläche für Tabletts auf einer Konstruktion aus altem Besteck uvm..). Nach dem Essen schlendern wir durch den ebenfalls schön und sehr originell gestalteten Aussenbereich mit witzigen Attraktionen wie z.B. Kartoffelsack-Rutsche, Trecker-Fahren, Drahtesel-Hopping oder einem Wasserspielplatz. Aus unserem vermeintlich kurzen Abstecher ist ein fast zweistündiger Aufenthalt geworden. Aber das hat sich gelohnt. Danach geht’s nun wirklich zurück nach Rostock. In Rostock spazieren wir noch etwas durch die Stadt, schauen uns einige Kirchen und schöne Gebäude an und gehen noch in ein, zwei Geschäfte. Danach kehren wir nochmals bei Blocks House ein und geniessen wieder ein feines Abendessen mit äusserst netter Bedienung. Bei unserer ersten Rostock-Durchreise haben wir von dieser Stadt einen “Na-ja”-Eindruck gehabt. Beim zweiten Besuch hat uns Rostock eines besseren belehrt. Die Stadt ist einen Besuch Wert – sie hat geschichtlich, kulturell und landschaftlich sehr viel zu bieten – gleiches gilt für die Region rund um Rostock.

Bilder folgen

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Montag, 29. Juni 2015: Einer mit Steuermann

Heute geht’s auf die Peene und zwar mit dem Kanu! Wir sind schon früh morgens wach, lassen es aber ruhig angehen. Nachdem wir all das was wir aufs Kanu mitnehmen wollen, bereit gelegt haben – und das ist aufgrund der Platzverhältnisse auf einem Kanu nicht viel – machen wir uns auf den Weg nach Demmin. In der Ortschaft Sanitz legen wir Zwischenstopp bei einem Bäcker ein. Einer jener Bäcker, der noch selbst vor Ort bäckt. Vom Laden sieht man direkt in die grosse Backstube bzw. in den Brotofen. In der Verkaufslokalität stehen zwei Tische und so lässt Martin die Bäckersfrau wissen, dass wir unsere Brötchen mit Marmelade und Latte Macchiato gerne hier essen möchten. “Ach, Sie möchte das hier verzehren?”, fragt sie sicherheitshalber nochmals nach. Denn dies hat hier wohl schon längere Zeit niemand mehr getan. Sie macht sich anschliessend auf die Suche nach Messern, Löffel findet sie keine. Ist aber egal – geschmeckt hat es uns trotzdem. Bevor wir weiter ziehen, besorgen wir uns noch je ein Sandwich und ein “Stückli” (Sandwelle) zum Dessert für unsere Mittagsrast. Weiter geht die Fahrt, die – abgesehen von einem Storch in einem Storchennest – ohne grosse Besonderheiten verläuft. In Demin ist das Kanu-Verleihunternehmen rasch gefunden. Martin erledigt die Verleihformailitäten, wir ziehen uns kanutauglich an, lassen das Kanu in die Peene gleiten, steigen ein und los geht’s.

wpid-Photo-20150702073201902.jpgWenn’s gut läuft, planen wir, bis nach Trittelwitz zu fahren. Und es läuft gut – das Schweden-Kanu-Training macht sich positiv bemerkbar. Wir kommen gut voran und geniessen die nahezu unberührte Natur (Wildnis, Ruhe, Vielfalt der Vogelstimmen). Wir gleiten dahin durch Seerosenteiche, vorbei an intensiv duftenden Wildrosen, unberührten Schilfgürteln, die voller Vogel-Leben stecken – nahezu unablässig zwitschert und liedet’s aus diesen Gürteln heraus. Kurz bevor wir in Trittelwitz für die Mittagspause anlegen wollen, bemerken wir noch ein Tier im Wasser – wohl ein Otter, der Schutz im Schilf sucht. Eine kleine Schar Grünfrösche hüpft am Anlege-Strand beim Rastplatz umher und auch eine schöne Wasserschnecke mit Muschelhaus entdecken wir.

wpid-Photo-20150702073201901.jpgBeim Essen kommen wir ins Gespräch mit einem Paar, die gerade eine Kajak-Mehrtagestour auf der Peene mit Übernachtung im Zelt bis nach Anklam gestartet haben. Das wäre auch noch mal was. Aber aufgrund der Platzverhältnisse doch lieber mit dem Kanu. Sie stellen nach dem Essen ihr Zelt auf – wir besteigen wieder unser Kanu und machen uns auf den Rückweg. Kurz nachdem wir losgepaddelt sind, bemerken wir einen Eisvogel, was uns sehr freut. Denn so einen Vogel sieht man bei uns in der freien Wildbahn nicht alle Tage. Kurze Zeit später hören wir vom Wasser aus, dass sich im Uferbereich eine Schar Wildschweine tummelt. Die Grunzgeräusche sind eindeutig. Aber die direkte Uferböschung besteht aus einem festverwobenen Netzwerk aus verschiedensten Gräsern, Sträuchern, Heckenbüschen sowie kleinen Laubbäumen und lässt kein Durchdringen zu. Daher kriegen wir die Tiere nicht zu Gesicht.

wpid-Photo-20150702073201904.jpgZufrieden und entspannt, paddeln wir zurück nach Demin und um ehrlich zu sein: Wir sind nicht unglücklich als wir dort eintreffen. Dir rund 20 km Kanu-Tour am ersten Sommertag seit langem spüren wir in unseren Gliedern. Nach einem kurzen Schnack mit dem Kanu-Verleiher kehren wir zum Auto zurück und machen uns auf den Weg zurück nach Rostock.

wpid-Photo-20150702073201903.jpgWir sehen nochmals einen Storch, für den wir einen kurzen Fotostopp einlegen. Gegen 19.00 Uhr treffen wir in Rostock ein. Beim Seehafen finden wir im Restaurant “Al Porto” einen Tisch auf der Terrasse und essen dort eine Pizza. Wir sind beide müde und geniessen es, dem munteren Treiben zu Lande (Fussgänger), zu Wasser (Standup-Paddler) und zu Luft (Heissluftballone) zuzuschauen. Zurück im Hotel geniessen wir die gute Qualität unserer Betten und schlafen rasch ein.

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Sonntag, 28. Juni 2015: Wir wurden gerügt

Unserer ist der RoteKurz vor sechs Uhr morgens wurden wir durch eine Lautsprecherstimme geweckt. Um 7 Uhr sei man in Rostock. Somit war duschen angesagt und das Packen der par Sachen, die wir aus dem Auto mitgenommen haben. Die Einfahrt in den Hafen Rostock verfolgten wir auf dem Deck. Rostok ist ähnlich wie Hamburg nicht direkt am Meer, sondern gegen das Landesinnere versetzt. Somit ging es zuerst von Warnemünde der Warnow entlang nach Rostock. 7 Uhr ist scheinbar die Zeit, wo die meisten Fähren ankommen, wir waren nicht das einzige Schiff, welches zu dieser Zeit ankam. Plusminus um sieben konnten wir die Fähre verlassen und mit dem Befahren des deutschen Bodens konnten wir feststellen, dass wir in Schweden 0 Mückenstiche (in Worten: NULL) geholt haben! Von wegen, Schweden ist Mückenverseucht… :lol:

Leuchtturm WarnemündeWir fuhren nach Ankunft nach Warnemünde. Dieser Ort ist der eigentliche Strand von Rostock. Da wir auf dem Schiff noch nicht gefrühstückt hatten, suchten wir hier was zum Zmorge. Nach einem Spaziergang der Strandpromenade entlang (unter Anderem bis zum Leuchtturm und zum Teepott) fanden wir im Papa Doble ein tolles Lokal, wo wir lecker frühstücken konnten.

Fähre nach Hohe DüneNun, was wollten wir mit dem angefangenen Sonntag anfangen? Als regelmässige Hörer von Radio Ostseewelle haben wir durch die Radiowerbung verschiedene Inputs für heute bereit. Aber weder der Vogelpark in Marlow noch die Dinosauriershow in Rostock wollten wir uns antun. So gingen wir auf “unserer Insel Rügen” die Kreidefelsen anschauen. Rügen ist von Rostock aus nicht grad um die Ecke, aber als Tagesausflug doch machbar. Vom Strand von Warnemünde aus ging es zuerst mit der Fähre über die Warnow nach Hohe Düne, und erst von dort aus über die Landstrasse nach Stralsund. Die Namen der Ortschaften, die wir durchfahren, lassen uns schmunzeln. So stellen wir uns die Frage, wie man den Ort Häschendorf wohl ausspricht. Als Hä-schen-dorf oder als Häs-chen-dorf? Nun, wir werden es wohl nie erfahren…

BuchenwälderIn Stralsund geht es über die eindrückliche Rügenbrücke auf die Insel. Diese Konstruktion ist ein echter Hingucker! Auf der Insel herrscht starker Verkehr. Die Autos, welche die Insel verlassen, stauen sich über Kilometer. Die Insel ist für die vielen Autos wohl nicht gemacht. Auch wir müssen eine längere Strecke langsamer fahren, weil eine Radfahrergruppe im Konvoi einen Ausflug macht – gesichert von Fahrzeugen mit orangen Warnblinkern. Nach der Durchfahrt von Bergen, Ralswiek und Sassnitz erreichen wir den Parkplatz Hagen. Von hier aus kann man mit dem Pendelbus zum Infozentrum Königsstuhl fahren oder das Zentrum zu Fuss durch den Buchenwald in 30 Minuten erreichen. Wir wählten den Fussweg durch den Wald und waren über den dichten Buchenwald sehr beeindruckt!

KreidefelsenIm Infozentrum erfuhren wir dann, dass der UNESCO-Weltnaturerbe-Status gar nicht den Kreidefelsen gilt, sondern dem intakten Buchenwald :lol: Der Blick vom Kreidefelsen war toll, sicher wäre es noch interessanter gewesen, wenn wir die +400 Stufen zum Meer unter die Füsse genommen hätten, um die Felsen von unten anzuschauen. Dies liessen wir jedoch für dieses Mal sein…

Zurück zum Parkplatz fuhren wir mit dem Bus. Anschliessend ging es wieder zurück nach Rostock. Wir hatten Glück, dass sich der Stau mehrheitlich aufgelöst hatte. In Rostock steuerten wir das Radisson an. Das Suchen der richtigen Parkhauseinfahrt war ein Challenge. Das Suchen des richtigen Liftes/der richtigen Treppe zur Reception eine massive Herausforderung. Wir bestanden diese Prüfung und konnten zur Belohnung in ein tolles Zimmer “mit seitlicher Meersicht” einchecken. Nachdem wir unsere ersten Sachen im Zimmer verstaut hatten, rief der Hunger. Wir gingen in die Einkaufsstrasse Rostocks, der Kröpeliner Strasse, welche sich gleich hinter dem Hotel befindet.

Im Restaurant Block House fanden wir einen freien Tisch. Nebst sehr guten Essen genossen wir hier einen freundlichen, herzlichen aber nie aufdringlichen Service. Die Cheffe de Service erklärte uns die Philosophie der Block-Restaurants und warum kein lokales Bier serviert wird: Bitburger und Erdinger seien Qualitätsbiere und dem lokalen Rostocker Pils qualitativ massiv überlegen (ein Test am Folgetag bestätigte diese Aussage im Wesentlichen… :-) ). Das Block House werden wir bei unserem nächsten Rostock-Aufenthalt (oder sonstwo, wo sich ein Block befindet) sicher wieder berücksichtigen.

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Samstag, 27. Juni 2015: Es heisst von Schweden Abschied nehmen

Kurz vor 7.00 Uhr erwachen wir. Heute ist unser letzter Schweden-Ferientag. Bereits gestern haben wir uns vorgenommen, heute Morgen noch den Hotel-Spa des Kosta Boda Hotels zu inspizieren. Also, nichts wie los: Badehose anziehen. Der Indoor-Pool ist eine Wucht. Blau gekachelt und mit eingebauten Vertiefungen, in denen die überall vertretenen Symbole der Lead Glas-Designer (Flasche, Schuhe, Gitarren und Geigen sowie Gesichter) eingelassen sind. Es hat nur wenige Leute im Pool und so können wir uns ungestört “tagwach” schwimmen. Wir schwimmen dann auch noch ein paar Drehungen im Aussenpool, der angenehm geheizt ist. Da ich nicht wusste, dass der Aussenpool geheizt war, war ich komplett überrascht, dass sich Martin so tollkühn ins Wasser gestürzt hat. Da hat jemand den inneren Schweinehund völlig ausgetrickst, dachte ich mir. Dabei hat er bloss mich ausgetrickst. Der morgendliche Schwumm hat Spass gemacht. Nachdem wir geduscht und uns parat gemacht haben, suchen wir das Frühstücksbuffet auf. Schön aufgemacht und natürlich ergänzt mit dem einmalig schönen Kosta Boda Glasgeschirr war das Frühstück kulinarisch wie optisch ein absolutes Vergnügen. Danach checken wir aus, beladen unser Auto, lassen dieses aber auf dem Hotelparkplatz stehen, um im Kosta Boda Outlet noch etwas shoppen zu gehen. Ich finde dort sogar die ersehnten Schweden-Zoggeli, die ich mir bei dieser Reise unbedingt erstehen wollte. Ich finde diese cool und zudem erinnern sie mich an meine Kindheit als diese Zoggeli Mitte der 70er-Jahre so richtig Hipp wahren. Wir kaufen noch neue Laufkleider und im Fabrikladen der Kosta-Glasbläserei noch einige Glaswaren. Jetzt ist unser Auto restlos voll. Da hat eigentlich nicht mehr viel mehr Platz.

Kurz vor 13.00 Uhr nehmen wir die heutige letzte Schweden-Etappe mit dem Tagesziel Trelleborg unter die Räder. In Trelleborg haben wir heute Abend gegen 22.00 Uhr die Überfahrt nach Rostock gebucht. Wir kommen zügig vorwärts. Die Überland-Ost-West-Verbindung im Süden ist nicht stark frequentiert. Das Land präsentiert sich heute nochmals von der schönsten Seite. Satte grüne Wiesen, Lupinen, Margeriten, Mohn und Kornblumen dekorieren die Strassenränder. Einen Elch sehen wir auch heute nicht. Dies obwohl in regelmässigen Abständen Strassenschilder vor dem König des schwedischen Waldes warnen. Völlig ohne Vorwarnung und deshalb total überraschend quert plötzlich ein Dachs die Strasse. Er hastet über zweispurige Strasse. Martin kann noch etwas abbremsen und da auf der Gegenfahrbahn kein Auto kommt, erreicht das prächtige Tier unversehrt das andere Strassenende. Toll. wir haben noch nie einen Dachs in freier Wildbahn erlebt. Dass er die Strassenquerung gut hinter sich gebracht hat freut uns daher sehr. Ansonsten verläuft unsere Reise unspektakulär. In Sölvesberg legen wir noch einen kurzen Stadtbesichtigungs- und Kaffeee-und-Kuchen-Halt ein, um dann von dort auf direktem Weg nach Malmö zu fahren. In Malmö angekommen, machen wir uns auf den Weg ins Quartier Westrahamnn, mit seinen zahlreichen neuen Wohnquartieren. Bei unserem letzten Aufennthalt hatten wir unser Hotel in diesem Stadtteil. Da wurde noch überall heftig gebaut. Das Ergebnis dieser Bau-Aktiviäten rund um das Hochhaus “Turning Torso” lässt sich sehen. Sieht alles sehr schön aus. Wir gehen im Restaurant “Salt und Brygge” Abendessen. Auch dort waren wir vor drei Jahren bereits einmal. Das Essen und ein Glas Wein dazu schmecken vorzüglich. Nach einem kurzen Spaziergang kehren wir zum Auto zurück und machen uns anschliessend auf den Weg nach Trelleborg, wo wir kurz vor 20.30 Uhr eintreffen. Wir checken einen und können nach einer kurzen Wartezeit unser Auto auf die Huckelberry Finn TT-Fähre verladen. Wir suchen unsere Kabine auf und sind froh, dass wir – diesmal auf dem Schiff – eine Zwei-Stock-Bett und somit eine bequeme Schlafgelegenheit haben. Beide sind wir sehr müde und schlafen daher rasch ein.

 

 

 

 

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Freitag, 26. Juni 2015: Bye bye, Schwedenhaus…

Nun, heute ist also der Moment der Abreise gekommen. Wie vereinbart ist die Hausbesitzerin Annika um 10:30 bei uns gewesen für die Schlüsselrückgabe. Einziger Posten, der noch zu bezahlen war, war das Internet. 5€ für 1 GB Daten ist eigentlich fair. Aber wenn es in der ganzen Woche mehrheitlich regnet und man zu Hause sitzt und rumsurft, zudem über Internet Radio hört, kann dies ganz schön ins Geld bzw. in die GB gehen. 19 GB haben wir verbraucht – rechne… :lol: Wer dieses Haus auch mal für sich buchen möchte erhält die notwendigen Informatioen unter folgender Internet-Adresse: www.simplesite.com/rumfordig . Wir können das Haus wirklich empfehlen!

Zuerst machten wir einen Abstecher nach Hallsberg.

Seine Version: dies ist die nächtsgrössere Stadt und meine Frau will noch schwedische Holzzoggel kaufen. Ihre Version: dies ist ein Eisenbahnknotenpunkt, mein Mann will am Bahnhof noch fötelen.

Anschliessend ging es südwärts durch Wälder, Seen entlang und mehrheitlich über Hauptstrassen. Es war ein wunderschöner Tag. Ein paar Wolken aber tolles Wetter. Unterwegs machten wir einen Picknickstop, und einen grösseren Halt gab es im Städtchen Eksjö. Hier landeten wir eine Zufallstreffer. Wir wollten nur einen Kaffeehalt machen und sind in dem Städtchen Schwedens gelandet, welches noch die ursprünglichsten Holzhäuser aufwies. Enge Gässchen, ältere Häuser – ein richtiger Hingucker mit Charme.

Nach diesem Break gings weiter nach Kosta. Dies ist das Herz der schwedischen Glasbläserindustrie. “Das wird ein teuer Aufenthalt”, vermutete ich. Wir haben im Kosta Boda Art Hotel ein Zimmer reserviert. Design- und Spa-Hotel, nennt sich dies. Ich fahre ja nicht so auf dieses Glaszeugs ab, aber was ich hier gesehen habe, hat mich wirklich mehr als begeistert! Überall passende Glasdekorationen in einer Phantasie, wie ich sie noch nie gesehen habe. Auch jedes Zimmer hatte sehr viele und sehr individuelle Glaseinrichtungen, die Glasbläser haben sich als Zimmerdesigner bewährt! Ein Beispiel aus der Toilette: das Lavabo war nicht einfach eine Emaille-Schüssel, sondern ein Trog aus Glas. Und eingegossen ins Glas war ein blauer Glas-Fisch… Bei all diesen Glasdekorationen auf dem Zimmer begann ich im Kopf schon mit dem Text: “Liebe Mobiliar, beim Umdrehen im Zimmer habe ich nicht überlegt, dass ich noch einen Rucksack an hatte…” Zum Glück benötigte ich diesen Text aber nicht :-)

Das Nachtessen im Hotel war sehr fein und duch sehr professionell und nett serviert. Einen “Absacker” gönnten wir uns in der Glasbar. Diese Bar hat in Bezug auf Glasdekorationen das bisher gesehene noch getoppt. Übrigens: man konnte all die Glasdinger auch kaufen. Leider lässt das Limit meiner Kreditkarte keine grossen Sprünge (mehr) zu… Danach gingen wir aufs Zimmer und waren happy, diesen Tag ohne Scherben hinter uns gebracht zu haben.

Vor dem Einschlafen ein letzter Blick aus dem Zimmer auf die Poollandschaft und aufs Hotel: Und auch hier zeigt sich der Geschmack dieses Hotels.

 

 

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Donnerstag, 25. Juni 2015: Ferienprogramm vom Feinsten … was will man mehr

Kurz nach 7.00 Uhr wachen wir auf … nicht weil wir müssen, sondern weil wir ausgeschlafen und erholt sind. Kurzer Abstecher an den See, um die morgendliche Schönheit des Tages zu geniessen. Etwas später wieder zurück ins Bett und spannende Buchlektüre in beiden Betthälften. Irgendwann einmal später begeben wir uns in die Küche und bereiten unser Frühstück vor. Da es recht windig und frisch ist, beschliessen wir, heute drinnen zu frühstücken. Danach fliessender Übergang in die Planung der Weiterreise südwärts (Schweden und Deutschland), Sichtung der News aus Mails und “20 Minuten” & Co. Danach gibts für mich eine Jogging-Runde über Land. Als ich zurück kehre, ist wettermässig alles für eine weitere Kanu-Tour angerichtet. Darum nichts wie los und ab auf den See. Nach der Tour vom Montag sind wir nun wieder recht gut eingespielt und kommen daher zügig vorwärts. Nicht ohne aber bei den zahlreichen Seerosen-Clusters dann und wann einen Halt einzulegen, um die Ruhe und Schönheit der Umgebung zu geniessen. Wir schliessen die See-Umfahrung heute ab. Dann und wann macht uns die Strömung noch ein wenig zu schaffen aber es kommt alles gut und wir kommen voller Genugtuung und zufrieden wieder bei unserem Steg an. Wir beschliessen zur Feier des Tages draussen im Liegestuhl einen Apéro zu uns zu nehmen. Sonne, bequemer Liegestuhl direkt am See, Flensburger-Plopp-Bier, Salzstangen und Pringels: Das lässt sich aushalten.

Bei den ersten Aufräum-Arbeiten im und ums Haus (unsere Ferienwoche in diesem tollen Haus geht morgen zu Ende) trifft Martin beim Grill reinigen auf eine Ringelnatter, die sich auf dem Stein, den wir für den See-Ein- und Ausstieg benutzten, “sünnelet”.

Diese Tiere können sich zu Land wie zu Wasser aufhalten und so verschwindet die Natter sofort im Wasser – unter dem erwähnten Stein.

Nachdem wir geduscht haben, fahren wir noch einmal nach Askersund, wo wir im “La Luna” eine Pizza essen gehen. Als Restaurant kann man das “La Luna” fast nicht bezeichnen. Bei uns würde man von einem “Imbiss” sprechen. Man kommt rein, bestellt sich am Tresen eine Pizza, einen Hamburger oder einen Kebab – alles in verschiedenen Variationen – holt sich ein Getränk aus dem Kühlschrank und begibt sich an einen Platz, wo einem das Essen serviert wird. In Askersund haben wir heute vier solcher Lokale gesehen. Ein Restaurant “leicht gehobenerer Art” mit u.a. schwedischen Spezialitäten findet man sehr selten. Am ehesten noch in Hotel-Restaurants bzw. Ausflugs-Restaurants. Die Pizza im “La Luna” wird nicht in die “Pizza-Geschichte” eingehen. Aber sie schmeckt. Danach fahren wir die 16 km zu unserem Haus zurück, wo wir den Abend mit packen, lesen und geniessen offline beenden (heute Abend haben wir nämlich die 10 zusätzlichen Giga-Bytes geknackt, die uns Annika freigeschaltet hat). Morgen heisst es nun also bereits wieder Abschied nehmen von dieser wunderbaren Location. Annika stellt ihren Gästen nicht einfach eine Ferienwohnung, sondern vielmehr ein Ferien-Zuhause zur Verfügung. Uns hat es hier sehr, sehr gut gefallen und wir haben jede Minute an diesem schönen Flecken genossen.

 

 

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Mittwoch, 24. Juni 2015: @home

Der heutige Tag begann prächtig! Der See ruhig, die Sonne am Himmel! Dies rief förmlich dazu auf, wieder draussen zu frühstücken. Toll war es, dieses Frühstück – und kaum haben wir alles abgeräumt, begann es zu regnen.

Somit verbrachten wir den grössten Teil des Tages im Haus. Am Nachmittag ging Bettina noch eine Runde joggen, kam aber auch hier in einen Regenschauer. Die Kanutour auf dem See liessen wir bleiben, denn plötzlich begann es zu regnen und zu winden.

Wir haben genügend Lesestoff bei uns und können uns beschäftigen. Und das eine GB, welches uns auf den Internet-Account gutgeschrieben wurde, wurde schon längst auf 10 GB aufgestockt :lol: . Internetradio und Youtube brauchen eben Daten, damit wir auf RIX FM die immer gleichen tollen schwedischen Sommerhits hören können. Wir stellen fest, dass die Schweden SEHR stolz sind auf den Concours-Gewinner: er wird hier rauf und runter gespielt…

Zum Znacht gab es noch einmal Tex-Mex, somit sind nun auch diese Reste aufgebraucht. Nach dem Nachtessen klarte es auf und es wurde ein wunderschöner Abend. Aber jetzt, so geduscht und gewärmt, wollten wir auch nicht mehr auf den See. Wir liessen es dabei, ein paar Fotos am Bootssteg zu machen.

 

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Dienstag, 23. Juni 2015: Einmal Göta-Kanal, immer Göta-Kanal

Im 2003 sind wir zum ersten Mal gemeinsam nach Schweden gereist. Damals – über Göteborg angereist – haben wir mit dem Schiff “Juno” in einer viertägigen Fahrt den Göta-Kanal befahren und sind so nach Stockholm gereist. Bei der “Juno” handelt es sich um das weltweit älteste aktive Passagierschiff (zugelassene Passagierzahl: 125 / Indienststellung 1874). Im Regelverkehr auf dem Göta-Kanal werden trotz der Zulassung auf 125 Passagiere nur die 29 vorhandenen Doppelkabinen mit maximal 58 Personen belegt.

Wir erinnern uns immer wieder gerne an diese schöne, entschleunigte Art des Reisens (max. 10 kn oder 19 km/h). Die Reise ist wirklich etwas Besonderes: Eine Fahrt durch die idyllische Landschaft Südschwedens, die besondere Atmosphäre der alten Dame “Juno”, nette Gespräche mit den anderen Gästen und – last but not least – das köstliche Essen an Bord (u.a. frisch vor Ort gefangene Flusskrebse). Darum zieht es uns heute nach 2003 und 2013 (Reise in Mittel- und Südschweden) ein drittes Mal ans “Blaue Band Schwedens”, wie der historische Göta-Kanal auch genannt wird. Aber schön der Reihe nach.

Aufstehen, frühstücken und reisefertig machen und schon sitzen wir in unserem Auto und nehmen Kurs auf Gränna. Das kleine Städtchen Gränna liegt am Südostufer des Vätternsees. Gränna ist der Geburtsort des Polarforschers Salomon August Andrée, der 1897 zusammen mit zwei Begleitern in einem Heissluftballon den Nordpol überqueren wollte. Wie tollkühn! Das Unterfangen scheiterte jedoch. Rund 33 Jahre später entdeckte die Besatzung eines norwegischen Schiffes auf Vitö das letzte Lager der Polarexpedition, die sterblichen Überreste der Besatzung und einen Teil der Ausrüstung. Alles, was von dem wagemutigen Unternehmen übrig geblieben ist, wird im Andrée Expeditionen Museum gezeigt, das wir aber nicht besuchen. Die Stadt gedenkt ihrem berühmten Bürger aber auch mit einem Holzballon samt Korb, der im Kreisel direkt nach der Abfahrt von der E50 steht.

Unser heutiges erstes Ziel ist die Knäckebrödsbageri Fiket, die noch Knäckebrot nach altem Rezept herstellt und wo man herrlich verschiedene Knäckebrot-Sorten naschen kann. Es scheint aber, dass die Bäckerei-Mitarbeitenden heute einen Geburtstags-Apéro, gefolgt von einem ausgedehnten Mittagessen, einer Betriebsversammlung und einer Mitarbeiter-Schulung haben. Denn während der gesamten Zeit, die wir dort verbringen (inkl. Mittagessen im Fiket-Cafée) tut sich in der Backstube nix. Aber vielleicht ist es ja einfach auch “Strafe” für uns, weil wir uns gestern so herrlich über den Bericht zur Knäckebrot-Manufaktur des gluten-allergischen Sven Svensson (“Switch Reloaded”-Parodie auf Inga Lindström-Filme) amüsiert haben. So sehen wir bis zum Schluss nicht, wie das Knäckebrot mit dem Riffelmuster effektiv hergestellt wird.

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Dafür können wir bei Wetter’s Polkagriskokeri (Establ. 1966, Tradition & Hantverk) zuschauen, wie die bunt geringelten Zuckerstangen, die in verschiedenen Kochereien in Gränna hergestellt werden, entstehen. Erfinderin dieser Schleckerei war übrigens die mittellose Witwe Amalia Eriksson, die 1895 vom Magistrat der Stadt die Erlaubnis erhielt, Backwaren und Zuckerstangen herzustellen.

Wir essen eine Kleinigkeit im Fiket’s Café (Martin ein Krabbenbrot, ich einen warmen Toast) und beschliessen, etappiert zurück zu fahren und einen ersten Stopp am Göta-Kanal und zwar bei der Schleusentreppe von Berg einzulegen. In sieben Schleusenstufen (zwischen Roxensee und Berg) wird ein Höhenunterschied von 18.8 m überwunden. Da nur gerade ein Segelboot am “Schleusen” ist, fahren wir weiter nach Borensberg, wo es für uns Kaffee und Kuchen gibt. In Borensberg steht das Göta Hotell, in dem wir vor fast drei Jahren übernachtet haben. Das rot-weiss gestrichene Holzhaus von 1908 ist ein wunderschönes Fotomotiv, das heute Nachmittag noch durch eine Entenmutti mit ihren drei Entenmodis ergänzt wird. Wir verweilen vor Ort und machen einen Spaziergang entlang des Kanals. Einen Teil der Strecke, die wir vor drei Jahren in einem morgendlichen Footing zurück gelegt haben.

Wir geniessen die Ruhe, haben Spass an der vielfältigen Pflanzenpracht und sind so mit uns beschäftigt, dass uns das in aller Ruhe herannahende Tages-Ausflugsboot “Ceres” fast ein wenig überrascht. Rasch zur Schleuse zurück, um das “Schleusele” live zu sehen. Wir fahren weiter nach Motala, wo wir noch kurz ein paar Einkäufe erledigen. Unter anderem kaufen wir zwei Familienpackungen WASA Knäckebrot “Sport” ein, das wir hier jeweils zum Frühstück geniessen und das echt lecker, lecker ist. Im Hafen von Motala hat heute die “Diana” aus der Göta-Kanal-Flotte angelegt.

Kurzer Fotostopp im Hafen, wo wir heute Abend auch Abendessen gehen. Das Essen im Restaurant Hamnkrogen ist gut, das Personal erfrischend herzlich. Bevor wir die Heimreise nach Åsbro antreten, machen wir noch einen kurzen Spaziergang durch das Areal, in dem am Wochenende die Langdistanz-Triathlon WM stattfindet. Spannend. Habe mir noch nie ein Triathlon-Gelände mit Schwimmstart, Wechselzone Fahrrad, Wechselzone Laufen und Zieleinlauf so mitten drin anschauen können. Danach ab ins Auto und Rückfahrt nach Hause.

Ist das noch "Wetter"?Und da ich in diesem Tagebucheintrag nichts übers Wetter schreiben will, gibt’s einfach die Bilder zur besonderen Wetterlage – fast ein wenig Weltuntergangs-Stimmung – die wir kurz vor Askersund erlebt haben. Zu Hause angekommen: noch ein wenig lesen und iPadlen und dann ab ins Bett.

Zwei Anmerkungen:

1. Zu Knäckebrot:

Seit über 500 Jahren wird in Schweden Knäckebrot gebacken. Ursprünglich entstand es, weil normales Brot nicht lange haltbar war und in den langen Wintern, wenn die Wassermühlen an den zugefrorenen Seen, still standen, kein neues Brot gebacken werden konnte. Das dünne Knäcke war demgegenüber bis zu einem Jahr haltbar. Und es war sicher vor Mäusen, da es mit einem Loch auf Stangen hoch über dem Boden aufbewahrt wurde. Durch die kurze Backzeit des Teigs aus Roggen- und Weizenmehl, Salz, Wasser, Hefe oder Sauerteig bleiben die meisten Vitamine und Mineralien erhalten. Und wann immer die Schweden Hunger hatten, konnten sie sich ein Stück abbbrechen, auf schwedisch “knäcka”.

2. Zu Inga Lindström. Dies ist das Pseudonym von Christiane Sadlo, einer deutschen Drehbuchautorin.

 

 

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Montag, 22. Juni 2015: Relaxen … zu Land und zu Wasser

Ich wache auf, es ist bereits hell. Was wohl für Zeit sein mag? Nicht bewegen, ich will Martin nicht wecken. Kaum habe ich diesen Gedanken fertig gedacht, habe ich Martins Hand auf meinem Arm. “Willst du den See dampfen sehen?”, fragt er mich. Ja, ich will. Daher steige ich um 5.00 Uhr aus dem Bett und gehe vor’s Haus.

“Unseren” See gibt’s heute Morgen früh mit einem Dunstschleier, was absolut toll ausschaut. Aber es ist kühl, daher rasch wieder zurück ins Bett und noch eine Runde dösen. Um kurz vor 8.00 Uhr erwachen wir wieder, lesen noch ein wenig und machen uns etwas später bereit, um joggen zu gehen. Das Wetter ist gut – nicht ganz so schön wie am Vortag aber stimmig für uns – und so macht das Joggen Spass. Martin kämpft mit seiner Wade, die schon seit ein paar Tagen schmerzt. Er wählt daher eine leicht andere Route als ich. Gegen 10.00 Uhr treffen wir uns wieder bei unserem Häuschen, stretchen gemeinsam unsere Glieder. Martin begibt sich anschliessend ins Haus und bereitet für uns beide ein tolles Frühstück zu. Danach fühlen wir uns richtig gestärkt. So gestärkt, dass wir uns entscheiden, eine erste Kanutour auf dem See zu machen. Dass Einwässern funktioniert einwandfrei. Wir gelangen beide “planmässig” ins Kanu und paddeln bereits von Anfang an recht strukturiert los. Wir gewinnen rasch Fahrt und es macht Spass, den See auf diese Art und Weise zu erkunden. Als wir das obere Ende des Sees erreichen, wenden wir und fahren zur Hochform auf. Haben rasch einen guten Speed – und dies erst noch bei Gegenwind. Wir fahren direkt an Seerosen-Teppiche, sehen eine auf einem einzelnen Felsen im See brütende Möwe und geniessen das vielfältige Vogel-Gezwitscher-Konzert aus dem an den See grenzenden Wald. Aus der Ferne sehen wir bereits wieder unser Haus als es zu regnen beginnt. Na, was soll’s? Wir paddeln unbeeindruckt aber trotzdem zügig zu unserem Haus zurück, legen an und kaum sind wir am Trockenen hört der Regen wieder auf und die ersten Sonnenstrahlen drücken durch. Wir duschen und ziehen trockene Kleider an und verbringen den Nachmittag mit Lesen, iPädle und umenüschele. Im Verlauf des Nachmittags zieht es uns wieder nach draussen auf die Liegestühle. Hier geniessen wir nicht das Nichtstun und einfach auf den See schauen und s’gniesse.

Im frühen Abend machen wir uns daran, Fajitas mit Tex-Mex-Sauce und Reibkäse zu füllen und zu erwärmen. Dazu gibt’s Salat mit Tomaten, Gurke, Rüebli und Tuna.

Als wir etwas später zum Kaffee im Wohnzimmer sitzen, beginnt es plötzlich kräftig zu regnen. Es schüttet. Und jetzt um 21.45 Uhr wirkt der Himmel wie runter gewaschen. Hellblau unschuldig und ohne Wölkchen. Hoffen wir, dass dies ein gutes Omen für unseren morgigen Ausflug an den Göta-Kanal und nach Grenna ist.

 

 

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Sonntag, 21. Juni 2015: Midsummer-Day

Augen auf und?: Blauer Himmel und Sonnenschein! Hurra!

Wir stehen kurz vor acht auf und machen uns daran, den Aussenbereich unseres Häuschens einzurichten. Auf der kleinen Veranda richten wir uns ein Frühstücks-Plätzli ein und direkt am See belegen wir die Liegestühle mit den schön blauen Liegekissen, so dass wir nach dem Frühstück unseren Beach-Tag starten können. Das Frühstück mit Käse, Gonfi, Orangensaft ergänzen wir mit schwedischen Erdbeeren, Himberjoghurt, das wir mit frischen Himbeeren veredeln und Pfefferkuchen-Güetzi. Wir geniessen das Pyjama-Frühstück an der warmen Morgensonne. Nach diesem exzellenten Tagesstart packen wir Bücher, Zeitschriften, Sonnenbrille, -crème und -hut und installieren uns auf den Liegestühlen. Ohhh, was für ein Sonntag.

Gut, um es vorweg zu nehmen … das Wetter hält nicht ganz. Die Sonne verschwindet, es tröpfelet ein wenig, es luftet, die Sonne kommt wieder zum Vorschein und die nächste Wolke bringt wieder einen kurzen Regenguss mit sich. Kurze Zeit später: blauer Himmel und die Sonne klatscht mit voller Wucht auf die Erde. Dann nutzen wir doch diesen Slot für ein erfrischendes Bad im See. Wunderbar! Kaum sind wir aus dem Wasser gestiegen, beginnt es heftig zu winden und ein erneuter Regenschauer setzt ein. Wir ziehen uns ins Haus zurück, duschen und waschen unsere Kleider. Das perfekt eingerichtete Häuschen verfügt sogar über eine Waschmaschine. Wir hängen die Wäsche draussen auf, um sie rasch lufttrocknen zu lassen, was sehr gut funktioniert. Am Abend sind unsere Jeans und Hoodies (Sommerröckli und Shorts waren bisher noch nicht so angesagt) bereits wieder trocken.

Das Wetter wechselt halbstündlich. Witziges Detail: Immer, d.h. auch nach der kürzesten Regenschauer tauchen wie aus dem nichts grosse schwarze Nacktschnecken auf dem Rasen rund um unsere Häuschen auf und sind dann – sobald die Sonne wieder scheint – so rasch verschwunden, wie sie aufgetaucht sind.

Am Abend sitzen wir noch einen Moment auf der grossen Holztreppe vor dem Haus und geniessen, die entspannte Abendstimmung. Kurz vor 19.00 Uhr bereiten wir uns zusammen ein leckeres Abendessen zu. Heute gibt es Kötbullar mit Sauce , Kartoffelstock und Erbsli. Dazu gibt's dänischen Gurkensalat. Den Tag lassen wir bei Café und Guetzli gemütlich ausklingen. Dazu lesen wir, schreiben Tagebuch, gehen an die Reiseplanung der nächsten Etappen und schauen uns u.a. Beni Thurnheers letztes Sportpanorama-Finale an. Gerührt ist er und wir sind's auch.

Das war unser Midsummer-Day in Schweden, auf den wir uns so gefreut haben. Schön ist's gewesen. Wir haben diesen – zugegebenermassen unbeständigen aber dennoch schönen Schweden-Ferientag sehr genossen. Auch heute ist es 23.00 Uhr noch so hell, dass man draussen etwas lesen könnte. Wir gehen aber jetzt schlafen und geniessen's, es uns in unserem schönen Schwedenbett gemütlich zu machen.

 

 

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Samstag, 20. Juni 2015: Warten auf den Elch

Wir haben eigentlich gut geschlafen. Noch besser hätten wir geschlafen (also ich), wenn das Kissen nicht rot-blau gewesen wäre (fussballtechnisch zu verstehen). Wir genossen unser erstes Frühstück und gaben uns anschliessend unserer Hauptbeschäftigung hin: Dem Nichtstun.

Dies taten wir bis Anfang Nachmittag, als wir zu einem Besuch von Askersund aufbrachen. Wir brauchten noch Grillkohle – und dies war der Grund aus unserem Nest auszubrechen. Die Fahrt dorthin dauerte etwa 20 Minuten und in einem Tankstellenshop fanden wir das Gewünschte. Das Wetter war schon den ganzen Tag unbeständig und auch in Askersund mussten wir damit rechnen, einen Regenguss abzukriegen. Aber trotz der dunklen Wolken hielt sich das Wetter. Wir nützten dies für einen Abstecher zu einem Glacéstand beim Hafen. Blaubeer-Himbeer im Snäckbaggar – das war lecker.

Wir fuhren zurück zu unserem Haus und taten weiterhin nichts. Das ging ganz gut :cool: Irgendwann warfen wir den Grill an und kochten was Leckeres. Zum Dessert schauten wir über den See und suchten am anderen Ufer einen Elch. Fehlanzeige. Aber wir haben Geduld, wir können bis Freitag warten :-)

Kurz vor Mitternacht gingen wir zu Bett. Es war noch nicht Nacht. Midsommar eben…

 

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Freitag, 19. Juni 2015: Heja Sverige!

Ungewohnterweise mussten wir den Wecker stellen: 6:00 Uhr zeigte er an, als er abging. Eine Stunde später waren wir unterwegs um einzuschiffen. Da unser Hotel in Hafennähe war, waren wir frühzeitig vor Ort und konnten unser Auto in Linie 14 einreihen. Plötzlich setzte sich die Karawane in Gang und wir konnten aufs Schiff fahren.

Ich war vor einigen Wochen auf der Auffahrtsreise schon aud diesem Schiff und kannte die Inneneinrichtung schon recht gut. So wusste ich, dass ein Frühstücksbuffet angeboten wird. Die letzte Erfahrung mit einem Buffet auf diesem Schiff war, dass dies durchaus üppig war. Also machten wir uns auf zum Restaurant wo wir einen Tisch mit Sicht nach vorne hinaus erhielten (diese Sicht ist eigentlich nur bei der Ausfahrt aus dem Hafen und bei der Einfahrt in den Hafen relevant). Das Buffet hielt, was es versprach. Interessant war der subtile Hinweis, dass wir diesen Tisch von 8:00 bis 9:15 benützen können, da anschliessend die nächste Session dran war. Das Restaurant war nur zu einem Drittel belegt…

Kurz vor Mittag kamen wir in Göteborg an. Die Abfahrt ab dem Schiff war problemlos, auch das Herausnavigieren aus der Stadt gelang nahezu auf Anhieb. Dann hiess es einfach, Richtung Westen zu fahren. Die Herausforderung hier war zu wissen, wo nun welche Höchstgeschwindigkeit gelte. Das Navi zeigte z.B. 90 an, draussen standen 80er Tafeln, und im Reiseführer stand, dass die Geschwindigkeit auf Hauptstrassen zwischen 70 und 100 betrage… Wir gehen davon aus, dass wir kein Speeding-Ticket bekommen haben.

Unterwegs hielten wir in Alingsås an, um die restlichen, vor Allem verderblichen Dinge einzukaufen. Das örtliche, grosse ICA war sehr gut versteckt, doch es konnte sich uns nicht entziehen. Da wir noch keine schwedischen Münzen bei uns hatten, konnten wir keinen Einkaufswagen ausleihen, sondern mussten alle Komissionen in ein Körbchen verstauen. Dies ging in die Arme… Das Geschäft war recht voll, offenbar wollten sich viele Schweden noch die Einkäufe besorgen, bevor Midsummer beginnt.

Nach diesem Einkauf fuhren wir in einem Rutsch durch bis zu unserem Ziel Åsbro. Hier haben wir für eine Woche ein Häuschen Haus am See gemietet. Und das erste Mal, seit wir ein Navi im Auto haben, fand das Navi die Adresse nicht :-( . Aber die Schweden sind ein hilfsbereites Völkchen, und so fanden wir “unser” Haus doch noch. Die Vermieterin Annika war schon vor Ort und zeigte uns alles Wissenswerte. Und wir stellten fest: das Haus sieht genau so aus wie im Internet angepriesen… :lol:

Abends grillten wir den im ICA gekauften Fisch im Garten. Es war perfekt!

Und an diesen Ausblick müssen wir uns nun eine Woche gewöhnen :wink:

 

 

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Donnerstag, 18. Juni 2015: Top of Danmark

Wir haben Ferien, d.h. ausschlafen und dann gemütlich frühstücken ist angesagt. In Ferienlaune und gut gestimmt, machen wir uns daran, die Reisepläne des heutigen Tags umzusetzen. Und nicht das Wichtigste aber eben doch wichtig: Heute scheint sogar die Sonne als wir ins Auto steigen. An und für sich nicht weltbewegend aber nach dem gestrigen Dauerregen-Tag löst dies doch Glücksgefühle aus.

Wir fahren weiter nordwärts Richtung Skagen und legen einen ersten Halt bei Den tilsandede Kirke (St. Laurentii Kirche) ein. Die Stadt Skagen musste diese Kirche 1795 aufgrund der Bedrohung durch Sandflug aufgeben. Heute schaut nur noch der Turm aus den Dünen. Bei näherer Betrachtung stellt man allerdings fest, dass auch nur noch der Turm aus den Dünen hervorlugen kann, denn der Rest der Kirche wurde komplett abgetragen. Wir sehen davon ab, 20 Kronen zu bezahlen, um auf den Turm zu steigen und spazieren durch die sandig-waldige Landschaft auf ein leicht erhöhtes Plateau, von wo aus sich uns ein herrliches Panorama zum Meer, weit in der Ferne auf die Stadt Skagen und die darum liegende Wald- und Wiesenlandschaft bietet. Ein böiger Wind leistet uns Gesellschaft – er wird dies den ganzen Tag tun. Vielen Dank, lieber Wind.

Von überraschend grosser Vielfalt zeigt sich die Flora in diesem Gebiet. Auf dem sandigen Grund gedeihen verschiedene Blumen aber auch spezielle Gräser und natürlich zahlreiche moosartige Pflanzen. Es gibt viel zu bestaunen. Zum ersten Mal – aber nicht zum letzten Mal am heutigen Tag – geniessen wir das Ensemble von Wind, Sonne, Sand und viel Grün.. Auf einer Nebenstrasse fahren wir nach Skagen und sogleich weiter nach Grenen. Grenen bildet die Spitze Kontinentaleuropas. Auf der Sandzunge, die man zu Fuss nach ca. 15 Minuten Spaziergang erreicht, kann man mit je einem Fuss in Nord- und Ostsee stehen, deren Wellen hier aneinander schlagen. Es chutet wie verrückt. Wir stehen barfuss im Wasser, um das “Spektakel” hautnah zu erleben bzw. zu dokumentieren. Wir sind eben Schweizer Landratten und bekommen nicht alle Tage Meer bzw. Nord- und Ostsee zu sehen. Entschuldigung, liebe Dänen, die ihr die Sandzunge aus trockener Position heraus fotografieren wolltet und dies wegen der Schweizer Bergmandlis nicht tun konntet. Ein salziges Lakritz-Bonbon auf euch!

Von einem Besuch des Bunkermuseums – die zahlreichen Bunkerüberreste an der Küste führen einem die strategische Bedeutung dieser Landmarke eindrücklich vor Augen – sehen wir ab. Noch ein kurzes Foto-Shooting vom Leuchtturm und wir kehren zum Auto zurück. Sand weg von den Füssen geputzt, Flip Flops weggeräumt, Schuhe an und jetzt fahren wir in die Stadt. In Skagen machen wir einen kurzen Bummel durch das hübsche, recht belebte Städtchen. In einem Bäckerei-Café genehmigen wir uns einen Cappuccino und ein Stück Torte. Ah, das tut gut. Es ist zwar nicht mehr so kalt wie am Vortag aber mehr als 16 Grad Celsius zeigt das Thermometer auch heute nicht an.

Nach diesem genussvollen Zwischenstopp setzen wir unsere Reise fort. Unser nächstes Ziel ist die Råbjerg Mile, eine Wanderdüne. Die 800 m breite und 2 km lange Wanderdüne besteht aus rund 3.5 Mio m3 Sandmasse. Sie wandert in einem Jahr gemächlich aber doch beständig ca. 15 Meter ostwärts. Auf bzw. in der Düne erlebt man Naturkraft pur. Es luftet extrem stark, peitscht einem den Sand an die Beine, zerrt einem an Kleidern, Schal und Kapuzen. Vermeintlich gehen wir über Dünenabschnitte, über die heute noch niemand gewandert ist und stellen beim Zurückgehen fest, dass der Wind auch unsere Spuren bereits wieder verwischt hat. Teilweise hat der Wind aus nassen Sandabschnitten wunderschöne Sandbilder mit regelmässigen, schon ausgezeichneten Bogenmustern geformt. Vom höchsten Punkt der Wanderdüne bietet sich einem eine grandiose Aussicht. Plötzlich beginnt es zu regnen, Der Flugsand vermischt sich mit den Regentropfen, was den Massage-Effekt an den Beinen erhöht. Wir wissen nicht mehr wie lange wir auf der Düne gewandert und bewundernd gestanden sind. Gigantisch, eindrücklich.

Nachdem wir uns der Faszination dieses Naturspektakels entziehen konnten, fahren wir weiter nach Hirtshals. Der Hafen und die Fähren nach Norwegen bilden die Existenzgrundlage dieser Stadt. Für einen Besuch des Nordsøen Oceanarium sind wir zu spät dran. Darum beschliessen wir, dass wir an unserer Existenzgrundlage für die kommenden Tage arbeiten wollen: Wir gehen einkaufen. Da morgen Freitag die Geschäfte in Schweden ab 15.00 Uhr wegen der Mid-Summer-Festivitäten geschlossen haben, kaufen wir einen ersten Teil Lebensmittel in Dänemark ein. Brot, Milch, Käse und Joghurt werden wir dann sicherlich noch in Schweden kaufen können. Wir entdecken in der Stadt eine kleine Pizzeria und beschliessen, dort essen zu gehen. Salat und Pizza, dazu ein lemonsoda-ähnliches Getränk schmecken lecker. Und auch das einzig verfügbare Musikstück “Tanta Voglia Di Lei”, das während unserem Besuch in Endlosschleife gespielt wird, gefällt uns :-) .

Nach dem Essen kehr wir ins unser Hotel in Frederikshavn zurück, packen unsere Sachen zusammen und gehen anschliessend zu Bett..

P.S.:

Meerenge zwischen Dänemark und England: Skagerrak

Meerenge zwischen Dänemark und Schweden: Kattegat

 

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Mittwoch, 17. Juni 2015: Schönwetter-Dänemark kennen wir aus dem Reiseführer

Schlechtwetter-Dänemark lernen wir heute kennen…

Die heutige Reise wird uns ganz nach oben in Dänemark bringen. Die rund 350 km von Esbjerg nach Frederikshavn wollen wir nicht möglichst schnell, sondern möglichst schön hinter uns bringen. Das mit “schön” könnte heute ein schwieriges Unterfangen werden, denn es regnet den ganzen Tag. Trotzdem beschliessen wir, die Strecke an der Westküste zu nehmen.

Als erstes verzichten wir, nach Blavand zu fahren. Hier hätte es gemäss Reiseführer einen wunderschönen roten Leuchtturm gehabt und zudem hätten wir die Ehre gehabt, am westlichsten Punkt Dänemarks gewesen zu sein, aber wir fuhren schnurstracks nach Hvide Sande. Dieser Ort, nach seinem weisssandigen Strand benannt, soll sehr schön sein. Trotz Regen machen wir hier einen Halt und gehen an den Strand. Ja, könnte ein schöner Kontrast sein: Blauer Himmel und weisser Sand. Aber heute gab’s nur grau und weiss als vorherrschende Farben. Der Wind peitschte uns den Regen ins Gesicht und es war wirklich gruusig. Aber diese Touristenattraktion durften wir nicht einfach so beiseite lassen. Schnell waren wir wieder im Auto und haben die Heizung ein bisschen wärmer gestellt.

Der Leuchtturm Bovbjerg Fyr war unser nächster Halt. Dieser Leuchtturm steht an der gemäss Reiseführer landschaftlich eindrücklichsten Stelle Dänemarks, nämlich an einer Steilküste, die mehrere Meter hoch ist. Wer schon mal an der Südküste Englands gewesen ist und schon andere Steilküsten gesehen hat denkt bei Bovbjerg nur an ein Steilküstchen. Aber das Ensemble mit Steilküste und rotem Leuchtturm war sehr hübsch. Schnell waren wir wieder im Auto und haben zusätzlich noch die Sitzheizung eingestellt.

Thyborøn ist fürs Erste Endsation an der Westküste, hier geht es auf der Strasse nicht mehr weiter. Eine Fähre über den Thyborøn-Kanal bringt Auto und Insassen nach Agger. Die Abfahrt erfolgt stündlich und wir erwischten die 12:00-Uhr-Fähre. Ich stellte mir vor, während der Überfahrt in der Lounge gemütlich einen Kaffee zu trinken. Aber diese Fähre hat gar keine Lounge. Und aussteigen wollten wir aufgrund des Wetters auch nicht. So verfolgten wir die Überfahrt auf dem Navi unseres Autos :-)

Der nächste Halt war in Vorupør. Der Reiseführer vermeldete hier zwar keine Sehenswürdigkeit, aber der Hunger trieb uns in diesen Ort. Wir stellten uns vor, in einem gemütlichen Strandcafé was zu essen. Fehlanzeige. Also kein “gemütlich” und schon gar kein “Strandcafé”. Wir steuerten auf einen Fischhändler zu, der in seinem Laden allergattig Köstlichkeiten anbot. Wir fragten nach einem Fischbrötchen und bekamen dies auch tatsächlich. Wir konnten sogar noch den Fisch auswählen, den wir in unserem Brötchen wollten. So fachmännisch wurde mir noch nie ein Fischbrötchen verkauft! Mit dem Auto fuhren wir ein Wenig ausserhalb des Dorfes und assen das Fischbrötchen – welches sich nach dem Auspacken als veritables Fischbrot entpuppte – im Auto.

Klitmøller soll ein toller Ort zum surfen sein. Drum steuerten wir diesen Ort an – schliesslich wollten wir ein paar Surfer auf den Wellen sehen. Fehlanzeige. Bei Regen wird offenbar nicht gesurft, man könnte ja nass werden…

Danach steuerten wir Frederikshavn an, wo wir am späteren Nachmittag ankamen. Das Scandic Reef ist nicht nur ideal beim Hafen gelegen (für unsere Weiterreise am Freitag), sondern betreibt auch ein grosses Freizeit- und Spassbad. Wir freuten uns darauf, in diesem Bad zu planschen und dänische Kinder vom 3 Meter-Sprungbrett zu schubsen – als man uns mitteilte, dass dieses Bad zurzeit renoviert werde und somit geschlossen sei. Und zwar genau bis zu unserer Abreise…

Nach dem Zimmerbezug gingen wir ins Städtchen und wollten was essen gehen. Die Innenstadt war verlassen. Keine Leute, nix. Keine offenen Geschäfte (die schliessen übrigens um 17:30 Uhr – kein Witz. Ausser Freitag, da ist Abendverkauf. Da schliessen sie um 18:00 Uhr…) und auch keine offenen Restaurants. So kehrten wir in unser Hotel zurück und genossen die dänemarkweit identische Systemgastronomie der Scandic-Hotels.

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Dienstag, 16. Juni 2015: Viel Spass mit 65 Millionen LEGO® Steinen

Ausschlafen gemütlich frühstücken und dann geht's los auf direktem Weg Richtung LEGO-Land in Billund. Navi sei Dank, gestaltet sich die Anreise problemlos. Wir parken das Auto fast angrenzend zum Flughafen von Billund und begeben uns zum Eingang. Rund 400 Dänische Kronen pro Person sind weg, dafür dürfen wir rein. Gratis dazu gibt es eine kurze Regenschauer. Kurz aber heftig. Wir gönnen uns den Spass und kaufen zwei Legoland-Regenpellerinen. So bleiben wir wenigstens trocken, denn es ist momentan nur ca. 12 Grad Celsius warm.

Wir schauen uns zuerst die Mini-Lego-Landschaften an (Amsterdam, Møgeltønder, Ribe, Kopenhagen, Bergen, Götakanal, Friesland, Los Angeles etc.). Danach machen wir uns auf zur Westernstadt mit ihren Saloons, Indianern und der Kanu-Flussfahrt durch die Steppenlandschaft mit Lego-Erdmännchen, -Klapperschlage, -Geiern und -Wölfen und und und. Wir “bödelen” unsere Mägen mit dem mitgebrachten Sandwich und machen uns auf zu den etwas spektakuläreren Bahnen: Der klassischen Achterbahn X-treme Racers und dem Polar X-plorer. Kleines Detail zur X-treme Racers-Achterbahn: Beim Anstehen für die Bahn stehen vor und nach uns Familien mit Kindern an. Die Kinder sind aufgeregt, voller Vorfreude und können sich kaum still halten. Aus irgendeinem Grund muss Martin plötzlich lachen. So richtig laut lachen. Vor und hinter uns ist es plötzlich still. Die Kinder vor uns schauen erschrocken zu Martin auf (das gleiche Szenario wiederholt sich als sich Martin schnäuzt). Martin der Kinderschreck. Die Polar X-plorer Achterbahn ist die grösste und schnellste (65 km/h Spitze) Fahrattraktion im LEGOLAND Billund. Auf einem “Schneemobil” durchquert man eine Polarlandschaft. Eine witzig-spannende Fahrt durch die Eisberge endet auf einem vereisten See – und dann nach 5 Meter freiem Fall – in der Höhle der Eisbären. Cool! Der Überraschungs-Effekt beim freien Fall in die Tiefe ist gewaltig.

Zum Schluss begeben wir uns in die “Auswinde” der Ice Pilots School. Eine Halle wurde zur “Fliegerschule” umfunktioniert. Man “baut” sich sein Flugtraining in einem Industrieroboter-Flugsimulator selbst zusammen. Danach begibt man sich zu Zweit zu seinem Simulator, nimmt dort Platz und wird dann in zügigem aber aushaltbarem Tempo vornüber, nach hinten, Überschlag bis man kopfüber dasitzt und wieder zurück in eine vornüber Haltung durch den Raum manövriert. Auf und ab und im Kreis herum in schwindelnden Höhen und Tiefen. Aber ey, Testpiloten vertragen sowas.

Zum Schluss schauen wir uns noch das grösste Modell der Welt aus LEGO® Steinen an. Luke Skywalkers LEGO® X-wing Starfighter wurde aus über 5 Millionen LEGO® Steinen gebaut. Drei Meter hoch, eine Flügelspannweite von 13 m und über 20 Tonnen schwer. Wow. Beim Verlassen des Exponaten-Raums gibt's noch ein Föteli von Martin mit Darth Vader: “Luke, mein Sohn …”.

BNach all diesen Eindrücken haben wir echt Hunger und gehen einen Pølser, also einen dänischen Hotdog essen und zwar einen mit allem drum und dran. Danach schlendern wir noch etwas durch die Anlage, statten dem Shop einen Besuch ab und geniessen eine Glacé. Schliesslich scheint jetzt ja wieder die Sonne … auch wenn es frisch bleibt. Anschliessend begeben wir uns zu unserem Auto und fahren zurück nach Esbjerg.

Dort angekommen, statten wir noch den weissen Riesen Jütlands einen Besuch ab. Die 9-Meter hohen Skulpturen am Strand (“Mennesker ved Havet” = Mensch am Meer), sind das Kunstwahrzeichen von Esbjerg. Ägyptischen Kolossalstatuen gleich, blicken die vier Riesen stoisch aufs Meer. Nach einem kurzen Abstecher zum Scandic-Hotel machen wir uns auf den Weg ins Grill-Restaurant “Flammen”. In diesem Restaurant kann man zu einem fixen Preis aus einem Vorspeisen-, Salat- und einem Hauptgang-Menu à discretion auswählen. Das Essen schmeckt sehr gut. Wir geniessen vor allem die grosse Salatauswahl. Salat ist etwas, was uns hier etwas fehlt. Ein erlebnisreicher Tag geht zu Ende. Zurück im Hotel lassen wir unsere Eindrücke nochmals Revue passieren und schlafen kurz darauf ein.

 

 

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Montag, 15. Juni 2015: Kirchen, Klöster und ein paar ø

Ausgezeichnet schliefen wir in unserem mehrere hundert Jahre alten Haus. So gut, dass wir später als geplant aufgestanden sind. Als erster Programmpunkt stand eine Runde Jogging auf dem Programm. Gleich hinter dem Schlosspark drehten wir eine Runde über Land, entlang von Feldern und begleitet von Vogelgezwitscher (oder haben sie uns ausgelacht?). Dann gab es ein Frühstück vom Feineren (nicht einfach ein Buffet, sondern ausgewählte Köstlichkeiten :-) ).

Dann endlich war der Moment der Abfahrt gekommen. Weit kamen wir nicht, ein paar hundert Meter weiter machten wir bei der Kirche Møgeltønder den ersten Halt. Die Kirche St. Nikolaus stammt aus dem 12 Jahrhundert und gehörte bis 1970 zum Schloss Schackenborg. Sie beinhaltet die älteste Orgel Dänemarks, diese stammt aus dem Jahre 1679. Die Kirche hat viele Details, welche es zu entdecken gilt. Namentlich die Grafenloge ist sehr speziell. Sie ist so gestaltet, dass der Pfarrer zu den Herrschaften heraufschauen musste…

Nach diesem Besuch ging die Reise noch weiter westlich nach Højer. Hier steht mit der Højer Mølle die höchste Mühle des Typs “Holländerwindmühlen” in Nordeuropa (Link zum Museum). Leider war heute Montag und was haben alle Museen an Montagen? Genau, geschlossen… So blieb uns nur eine Runde zu Fuss um die Mühle, um dieses technische Meisterwerk aus dem Jahre 1857 zu bestaunen. Weiter gingen wir nach Højer Sluse in Richtung Meer. An diesem Ort befindet sich die Schleuse, welche die Unzeiten der Nordsee ausgleicht und mit den Dünen dafür sorgt, dass das Hinterland vor Sturmfluten geschützt ist. Hierhin führte auch einmal eine Bahnstrecke und von hier aus ging man damals mit der Fähre nach Sylt. 1920 wurde der Ort dänisch und für die Deutschen wurde die Reise nach Sylt mit dem zweimaligen Grenzübertritt zu umständlich. Der Bau des Hindenburgdamms 1927, welcher die Reise von Deutschland nach Sylt direkt ermöglichte, machte diese Bahnlinie überflüssig. Am 15. Mai 1935 fuhr der letzte Personenzug, am 31. März 1962 der letzte Güterzug. Seither wurden die Schienen abgebaut und Reste dieser Strecke finden sich nur noch im Internet.

Løgumkloster war unser nächster Halt. Der Ort heisst so, nicht zuletzt weil sich dort ein Kloster befindet, das Kloster Løgumkloster (tönt vielleicht komisch, ist aber so… :-) ).

Um das Jahr 1173 kamen die weissen Mönche, die Zisterzienser, in die Gegend um die Brede Au, um hier ein Kloster zu gründen. Man wählte diesen Ort sehr bewusst: eine ländliche Lage mit vielen Wasserläufen und grossen Wäldern. Hier konnten vorteilhaft Landwirtschaft, Fischerei und Müllerei betrieben werden.

Und heute steht man vor einer gigantischen Anlage. Die Kirche ist dabei der Hauptpunkt, aber auch die Nebengebäude, die heute Seminar- und Schlafräume beinhalten, sind eindrücklich. Die Kirche wurde 2013 saniert. Hier muss viel Geld in die Sanierung geflossen sein. Alles sieht sehr neu und gut erhalten aus. Wir verweilten einen Moment an diesem Ort und brachen anschliessend wieder auf.

Ribe, unser nächster Halt, war der erste Ort an diesem Tag, der kein “ø” in seinem Namen hat. Dies macht das Schreiben der Reiseberichte mit der deutschen Standardtastatur einfacher. Zudem ist dieser Ort als der älteste Ort Dänemarks bekannt. “Als der Missionar Ansgar von Bremen im Jahr 860 einen Platz für die erste in Skandinavien zu errichtende Kirche suchte, fiel seine Wahl auf Ribe.” Ganz schön alt, das Ganze. Auch hier ist die Kirche der dominierende Teil der Innenstadt. Da wir an diesem Tag schon viele Kirchen sahen, verzichteten wir auf einen Besuch. Stattdessen kehrten wir im Café Postgaarden ein. Dies ist Café und Geschäft in einem und sehr originell aufgemacht.

Dann endlich kamen wir zu unserem heutigen Tagesziel, Esbjerg. Im Scandic haben wir ein Zimmer im ersten Stock gekriegt. Diese Etage sei renoviert und besonders schön, wurde uns gesagt. Das Zimmer war mehr oder weniger Standard, aber hübsch. Wir suchten uns auf Tripadvisor ein Restaurant in der Nähe und fanden es in Form des Ristorante Scala. Wir machten uns also auf den Weg und staunten zuerst mal über die Fussgängerzone. Sie war leer. Wurde die Stadt evakuiert? Oder ist die Stadt geschlossen? Nicht dass wir an jeder Strassenecke irgendwelche Strassenmusikanten erwartet hätten, aber doch ein bisschen Leben in der Innenstadt, das wärs gewesen… Nun, heute war Montag. Da haben nicht nur die Frisøre (hach, endlich wieder ein “ø”) und die Museen geschlossen, sondern auch das Scala. So gingen wir halt ins Dronning Luise, was gar nicht so schlecht war.

Da die Stadt an diesem Montag nicht allzuviel zu bieten hatte, beendeten wir unseren Tag und gingen zu Bett.

 

 

 

 

 

 

 

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Sonntag, 14. Juni 2015: Ein erstes Fussbad in der Ostsee

Schlafwagen-Schlafen ist für uns immer eine gute Sache. Wir schauen jeweils, dass wir recht müde sind, d.h. ein echtes Schlafbedürfnis haben, wenn wir eine Schlafwagen-Reise vor uns haben. Und so schlafen wir auch auf dieser Reise gut und tief. Zwischendurch wachen wir kurz auf. Was wohl für Zeit ist? Wo wir wohl sein mögen? Müssen wir schon bald aufstehen? Um 5.00 Uhr erwache ich ob dem Geschrei des kleinen Kaspars im Nachbarabteil. Ich stöpsle mir das iPhone und höre meine Lieblingsmusik und … schlafe wieder ein. Kurz nach 7.00 Uhr erwache ich ob einem Musik-Stück, das nicht auf meiner Song-Liste steht: “Guten Morgen Sonnenschein” von Nana Mouskouri. Ein Schlager, der Kindheitserinnerungen weckt. Mit dieser musikalischen Untermalung weckt uns die Schlafwagen-Schaffnerin. Erholt und erwartungsfroh, stehen wir eins nach dem andern auf, duschen und machen uns tagfertig. Aufgrund der Enge im Abteil ist es besser, wenn sich immer eines von uns auf seinem Bett stillhält. Kurz vor 8.00 Uhr erhalten wir unser Frühstück serviert. Es gibt Kaffee, Tee, Orangensaft, Brötchen, Süssgebäck, Butter, Marmelade und Kräuterleber (wer sowas mag … bitte). Wir sitzen gemütlich in unserem Abteil und geniessen unser Frühstück zu den Bildern der vorbeiziehenden Landschaft. Wir sehen Rehe, Hasen und eine Wildschweinfamilie aber noch so gut wie keine Menschen. Einzig in Stand winkt ein kleiner Junge dem vorbeifahrenden Zug. Wir winken zurück.

Es reicht gerade noch zum Zähneputzen und Packen bevor wir das wunderschöne Hamburg-Panorama geniessen können. Vor der Durchfahrt des Hauptbahnhofs bietet sich einem eine wunderbare Aussicht auf Michel, Hafen, Innenalster, Elb-Philharmonie, Speicherstadt und Hafencity. Kurz vor 9.00 Uhr treffen wir in Hamburg-Altona ein. Wir steigen aus und begeben uns zum Gleis 7, wo der Autozug-Teil kurze Zeit später hinrangiert wird. Schon bald können wir in unser Öuti steigen, vom Autozug runter und durch den Bahnhof Altona und dann weiter Richtung Norden fahren.

Wir sind gut erholt und freuen uns, unser erstes Reiseziel anzupeilen. Wir fahren nordwärts Richtung Eckernförde. In der deutschen Ortschaft Dänisch-Nienhof gibt’s direkt am Nordsee-Strand das Restaurant “Strandschlösschen Schwedeneck”. Wir haben diese Lokalität in der NDR-Sendung “Nordtour” kennen gelernt. Dort wird jeweils am Sonntag ein Brunch serviert. Martin wollte eigentlich reservieren aber das Lokal war bereits ausgebucht. Wir fahren trotzdem hin. Martins Plan ist es, dass wenn wir gegen 12.00 Uhr dort eintreffen, sicher bereits wieder erste Tische frei werden. Wir parkieren unser Auto etwas oberhalb des Restaurants, bezahlen der Besitzerin der Minigolf-Anlage noch einen 2-Euro-Obolus und legen die letzten Meter zum Lokal zu Fuss zurück.

 

Kurz bevor wir dort eintreffen, kommen uns zwei ältere Damen entgegen. Für Martin ist klar: Die beiden Damen haben soeben ihren Brunch beendet und wir “erben” ihren Tisch. Und genau so ist es. Der Plan ist aufgegangen. So kommen wir gegen 12.00 Uhr zu unserem zweiten Frühstück. Diesmal noch ein wenig reichhaltiger mit Fisch, Fleisch, Käse, Tomaten/Mozzarella mit Basilikumpesto, Kartoffeln, Grillgemüse, Karotten mit Sesam, süssem Zopf, frischen Brötchen, Fruchtsalat und Schaumküssen. Lecker. Nach dem Brunch begeben wir uns an den Nordsee-Strand.

 

Bluttfuss geht’s über den Sandstrand zum Wasser. Ein erstes erfrischendes Fussbad steht an. Es windet recht stark, die Sonne hat es in der Zwischenzeit auch geschafft, sich einen Weg durch die Wolken zu bahnen. Wir verweilen ein wenig, bevor wir uns ins warme Auto zurückziehen.

Nun geht’s weiter nordwärts. Wir fahren über Flensburg nach Padborg, wo Martin eine neue Foto-Session mit den Rundnasen-Diesellokomotiven einlegt. Achtung: Rundnasen-Lokomotiven sind nicht mit Gumminasen- bzw. Hamsterbacken-Fahrzeugen zu verwechseln. Liebhaber-Schrott für die mitreisende Laien-Frau, Herzschlag-Beschleuniger für den Kenner.

Bei der Weiterreise überqueren wir nochmals die Grenze zu Deutschland. Wir möchten eigentlich noch einen Kasten Flensburger-Bier kaufen, finden das Bier aber nur flaschenweise. Wir tanken noch kurz das Auto und machen uns dann endgültig auf den Weg nach Dänemark. Kurz vor der Grenze in Harrislee entdecken wir verschiedene Geschäfte, die sogar am Sonntag geöffnet haben. Haben die wohl auch Flensburger Bier? Wir halten an und verschaffen uns einen Überblick. Es handelt sich um die grossen Grenzhändler entlang der deutsch-dänischen Grenze. Aufgrund der niedrigen Mehrwertsteuer ist Deutschland ein beliebtes Einkaufsziel für viele Skandinavier. Das Angebot der Grenzshops ist dem skandinavischen Markt angepasst (viel Alkohol – u.a. auch Flensburger Bier -, Süssgetränke, Süsswaren, Hygieneartikel).

Nun nehmen wir die letzte Etappe unserer heutigen Reise mit Reiseziel Møgeltønder unter die Räder. Dort treffen wir kurz vor 18.00 Uhr beim Barock-Schloss Schackenburg ein und beziehen ein schönes Parterre-Zimmer in einem der alten angrenzenden Häuser. Wir essen dort auch zu Abend und geniessen ein feines Essen, das uns schön zubereitet serviert wird. Das Personal gibt sich eher wortkarg. Als wir die Getränke serviert erhalten, fällt uns sofort das Design der Mineralwasserflasche auf. Darauf ist ein Jüngling nackt von Hinten abgebildet. Als die Kellnerin kurze Zeit später mit der Vorspeise an unseren Tisch kommt, rühmt Martin das schöne Design und fügt an, seine Frau habe die Flasche extra umgedreht, um zu schauen, ob man den Jüngling dort von Vorne nackt sieht. Die Kellnerin muss herzhaft lachen, das Eis ist gebrochen. Nach dem Essen ziehen wir uns in unser Zimmer zurück. Wir sind müde und freuen uns auf das königliche Bett.

 

 

 

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