Freitag, 7. März 2014: forever 25

Beim Aufstehen waren wieder -15°C. Die Prognose für den Tag verhiess jedoch ein Anstieg der Temperaturen, so dass wir uns Richtung Rocky Mountains wagten. Und so starteten wir Richtung Westen. Unverpflegt, da wir in Canmore in unser “Stammlokal” einkehren wollten, ins The Wood. Das Frühstück in diesem Lokal war einmal mehr lecker und es hat sich gelohnt, den Highway #1 in Canmore zu verlassen und dort zu frühstücken. Und plötzlich ist es auch wärmer geworden. Beim Start waren es noch Temperaturen massiv unter dem Gefrierpunkt, und beim Verlassen des “The Wood” zeigte das Thermometer doch schon +2°C an. Unglaubliche 17°C wärmer als noch vor zwei Stunden. Das Wetter hier oben kann eben verrückt spielen.

DSC08408_klWir fuhren weiter nach Lake Louise. Das Wetter wurde nur noch ein bisschen wärmer, aber es war nicht “grand beau”, wie man so schön sagt. Trotzdem wollten wir es wagen und wir haben Ski gemietet. In diesem Resort Ski zu mieten, ist eine ganz spezielle Angelegenheit: Zuerst kommt man an eine PC-Station, wo man sein Formular am PC selber ausfüllt und ausdruckt. Mit diesem Papier geht man dann zur Verkaufsstation, wo man den Verkaufsvertrag abschliesst.

Nun kommt der rechtliche Teil:  wie in diesen Gebieten der Erde üblich, will sich der Veranstalter aus der Haftung nehmen, sollte denn was passieren. So auch hier: “Please read this an sign!” Der Wisch hatte mehrere Ausrufezeichen, die Warnfarben gelb/schwarz und wies plusminus auf die Gefahren in den Bergen hin. Ich unterschrieb, was die Verkäuferin leicht auf die Palme trieb: “Du hast den Zettel nicht gelesen!” – “Ja, stimmt. Aber ich denke, dass die Gefahren in den Bergen bezüglich Höhe, Schnee, Wälder, Steine und andere Skifahrer etwa weltweit die Gleichen sind. Ok for you?” – “Ok”. Nachdem dieser formelle Akt erledigt wurde, konnte ich Schuhe, Ski, Stöcke und Helm beziehen und dem Skivergnügen stand nichts mehr im Weg. Fast nichts mehr. Denn wir mussten ja noch ein Skiabi kaufen. Dies kann man an einem Automaten machen und erhält dafür ein Abziehbild, welches – unter gütiger Mithilfe eines Kundenbetreuers – gefaltet, zusammengeklebt und mit einem Haken versehen am Skidress angemacht wird. Bei der Kontrolle am Skilift wurde der Strichcode des Abos gescannt. Und nun konnten wir den Berg hoch :-)

Das Skigebiet ist eher klein, so gegen acht Anlagen hat es aufzuweisen. Der Schnee war ein Gemisch aus Natur- und Kunstschnee und es war wunderbar, darauf zu fahren. Und wenn dann zwischen den Wolken noch die Sonne hervorgeguckt hat, war es sogar fantastisch!. Leider reichte die Zeit jedoch nicht, dem Skifahren stundenlang zu fröhnen. So gegen 15:00 Uhr gaben wir die Ausrüstung zurück und machten uns auf den Rückweg. Die Rückfahrt verlief bis auf die Sichtung eines Wolfs recht unspektakulär.

In unserem Appartement machten wir uns bereit fürs Spiel des heutigen Abends, das Spiel der Calgary Flames gegen die New York Islanders. Ein spezielles Spiel war angekündigt: Erstens war “Retro-Night“, und zweitens soll heute soll der langjährige Captain der Flames, Joe Nieuwendyk, für seine Arbeit mit den Flames geehrt werden. Die Ehrung war entsprechend aufwändig, mit Videobeiträgen über seine Karriere und Ansprachen. Als spezielle Gäste wurden ehemalige Weggefährten von Nieuwendyk eingeladen, wie zum Beispiel Lanny MacDonald, Al MacInnis, Mike Vernon, Ric Nattress, Jim Peplinski, Tim Hunter, Brad McCrimmon, Joey Mullen, Joel Otto und Gary Roberts.

Emotionaler Höhepunkt war der Aufzug eines Banners mit dem Bild von Nieuwendyk drauf. Forever a Flame. Forever 25 (seine Nummer).

DSC08445_klUnd nach einer halben Stunde Zeremonie konnte das Spiel endlich losgehen. Die Flames waren das aktivere Team und gingen 1:0 in Führung. nach zwei Dritteln stand das Spiel aber 1:3 für die Islanders. Eigentlich war die Partie quasi verloren, aber plötzlich wendete sich das Blatt und somit auch das Spiel, welches zum Hammerspiel wurde. Während den letzten 10 Minuten schossen die Flames Tor um Tor und konnten das Spiel mit 4:3 zu ihren Gunsten entscheiden. Die Dramatik im Spiel war spektakulär und hat das ganze Stadion mitgerissen.

Nach Spielende nahmen wir noch was im Avison Young-Club und zogen danach weiter ins Ranchmans. Heute war klar der grösste Auflauf und da wir auf keiner Gästeliste waren, mussten wir in der Kälte anstehen. Schlussendlich gelang es auch uns, ins allerheiligste des Ranchmans einzudringen und ein paar Bier zu nehmen. Wie schon am Vorabend begleitet durch Countrymusic und Linedance des Publikums.

Wir merkten, dass wir einen langen Tag hatten und irgendwann gings Richtung Bett. Bein Ausgang war noch der “Dogfather” anzutreffen, ein origineller Hot Dog-Brater. Wir wurden seine Gäste und genossen einen wirklich guten Hot Dog. Dies war aber auch das Bettmümpfeli für uns. Der Tag war lang. Und wir schliefen sehr schnell ein.

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Donnerstag, 6. März 2014: Ein Hauch von Frühling

Foto 2_kleinWir liessen es heute ruhig angehen und schliefen aus. Gegen Mittag machten wir uns auf die Jagd nach einem Frühstückund erinnerten uns an ein Restaurant, in welchem wir vor 2 Jahrenauch schon gegessen hatten. Das Oeb (keine Ahnung, wieso das so heisst…) fanden wir auf Anhieb. Da es nun in Tripadvisor als Restaurant #4 von 2180 in Calgary verzeichnet ist, konnten wir uns nicht einfach hinsetzen sondern mussten anstehen und warten, bis wir dran waren. Da nach 20 Minuten der Magen immer mehr knurrte, und weit und breit keine Chance auf einen Platz auszumachen war, gingen wir zwei Blocks weiter ins Diner Deluxe. Das Essen war äusserst lecker und auch dieses Lokal ist eine Hingehempfehlung. Leicht irritiert haben uns die beiden Damen an unserem Tisch, welche Flip-Flops trugen… Ok, heute ist es ein bisschen wärmer, aber so -8°C sind es immer noch. Ein Hauch von kanadischem Frühling und es werden grad Flip-Flops angezogen? Wir fragten natürlich nach, und der Grund für die Flip-Flops sind nicht die paar Sonnenstrahlen, sondern die Pedicure, die heute Mittag gemacht wurde – und nun wollen sich die Damen den Nagellack nicht ruinieren…

 

DSC08387_kleinWir verliessen das Lokal und fuhren zu den Sprungschanzen im Westen der Stadt. An diesem Ort hatte 1988 während den Olympischen Spielen Mati Nykänen im Skisprung drei Mal Gold geholt. In Erinnerung blieb uns allen aber eigentlich Eddie the Eagle, der kurzsichtige Engländer, der vor Allem durch seine Hüpfer bekannt wurde… Die Sprungschanzen sind das Wahrzeichen des Canada Olympic Park, in welchem heute auch Ski gefahren werden kann, aber auch Bob und Rodeln kann man (wenn man es kann…).

Nach einer kurzen Besichtigung des Bobtrainings gingen wir zu den Sprungschanzen. Die grosse Schanze ist seit einigen Jahren nicht mehr in Betrieb, die kleineren sind noch aktiv, wenn auch nicht mehr sehr aktiv. Trotzdem gingen wir zu grossen Schanze und zu unserem Erstaunen war die Türe unten offen und wir konnten mit dem Lift ganz nach oben fahren. Oben wurden wir von der Security empfangen, welche uns erklärt hatte, dass wir hier nicht rauf dürfen. Dem Charme von Roland ist es jedoch zu verdanken, dass uns die indischstämmige Security-Frau einen Moment gewähren liess, so dass wir das wunderbare Panorama von dort oben einige Momente kostenlos geniessen konnten. Und sie konnte dafür ihr Mittagessen, ein stark riechendes Curry, und ihr Telefongespräch weiter geniessen. Win-win, sagt man doch dem, oder?

Danach fuhren wir noch ein bisschen zum shoppen, welches aber nicht so ergiebig war und lümmelten anschliessend noch ein bisschen zu Hause rum. Am späteren Abend meldete sich der Hunger und wir fuhren in die Old Spaghetti Factory. In diesem Laden isst man immer prima zu einem vernünftigen Preis. Nach gefühlten 100 Besuchen in diesen Lokalen über all die Jahre war es nun das erste Mal so, dass das Essen nicht grad der Hammer war. Streichresultat. Anschliessend ging’s ins Cowboys, einem Country Saloon. Bei einem Bier mussten wir feststellen, dass wir wohl die Eltern der übrigen Besucher hätten sein können und gingen weiter ins Ranchmans, wo wir auch schon waren. Und was wir hier erlebt hatten, ging in die Kategorie “Never seen before”: Tanya Ryan spielte mit ihrer Band barfuss wunderbare Musik. Dies ist aber nicht ein “never seen before” wert, sondern dass plötzlich die ganze Tanzbühne bei einem Tanz angefangen hat, Linedance zu machen. Alle den gleichen Tanz, alle zusammen. Dies kannte ich bisher nur aus Musikfilmen aus den späten 80er/frühen 90er Jahren, als plötzlich sehr viele aus dem nichts heraus mit tanzen begonnen hatten. Und nun das… Wirklich ein wunderbares Spektakel, das man erlebt haben muss!

 

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Mittwoch, 5. März 2014: Hockey ist Business, nicht nur Sport

Heute ist in der NHL “Trade Deadline”. Somit können ab heute bis Saisonende keine Spieler mehr zwischen den Klubs getauscht werden. Somit wird gestern und heute getauscht, was das Zeugs hält. Speziell Spieler, deren am Saisonende der Vertrag ausläuft und anschliessend den neuen Verein selber wählen können, sind hier speziell im Fokus: warum nicht Anfang März einen Spieler abgeben, dafür einen neuen erhalten, der vielleicht einen längeren Vertrag hat, oder günstiger ist, oder der spezielle Skills mitbringt, die den Klub weiter bringen?

Die Trade-Deadline ist in den Medien natürlich Tagesgespräch, zudem wird auch analysiert ob sich nun ein Team verbessert hat oder nicht. Das füllt Sendezeit… Und indirekt waren auch wir von der Trade-Deadline betroffen: Heute Abend wollten wir Reto Berra im Tor der Flames sehen. sechseinhalb Stunden vor Spielbeginn wurde er nach Denver zu den Colorado Avalanche transferiert. Und da der andere Schweizer der Flames, Sven Bärtschi, ins Farmteam geschickt wurde, kriegten wir heute keine Schweizer zu Gesicht. Interessant ist auch die Geschichte von Ales Hemsky. Gestern hatte er noch mit den Edmonton Oliers gegen die Ottawa Senators gespielt, wurde vormittags zu den Ottawa Senators getradet und spielt heute Abend mit seinem neuen Team gegen die Flames. Wenn bei einem Einstellungsgespräch die Frage kommt “Können Sie mir ein Beispiel nennen, wo sie flexibel waren?”, wird Hemsky künftig ein Beispiel haben…

Heute morgen sind wir um 9:00 Uhr Richtung Osten losgefahren und haben unterwegs in Chestermere in einem Tim Hortons gefrühstückt. Dann gings weiter über Land nach Drumheller. Diese Gegend ist mehrheitlich flat as a pancake, mit dem Red Deer River, der sich ein Canyon durch die Gegend pflügte. Hier kann man speziell ausgewaschene Steine sehen, die Hoodoos. Wir verweilten eine Zeit lang dort, die Temperatur liess jedoch nicht ausgedehnte Spaziegänge zu. Zufällig sahen wir noch irgendwelches Wildtier, Gemschi, Reh, Bärggeiss typähnlich. Das Tier wurde durch unseren Auftritt ziemlich erschreckt.

Anschliessend fuhren wir über Land wieder Richtung Calgary. Einige Strassen sind naturbelassen und nach der Durchfahrt über solche Strassen sieht das Auto aus “wie Sau”. Wir werden wohl eine Lanzenwäsche machen müssen, damit wir uns nicht jedes Mal beim ein- oder aussteigen beschmutzen…

Am Abend gings dann zum Spiel der Calgary Flames gegen die Ottawa Senators. Die Flames gewannen wieder mal, und das grad mit 4:1. Den Abend liessen wir vorerst im Stadionrestaurant ausklingen, wollten aber noch weiter. Leider waren das “Country Roads” von der einheimischen Saloon-Szene verschwunden. Diesen Tipp habe ich von einem Schweizer, der lange in Calgary gelebt hatte, erhalten. Aber beim eintreffen war dort nix, aber auch gar nix, das auf einen Saloon hingedeutet hätte… So gingen wir halt in unser Appartement.





 

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Dienstag, 4. März 2014: Yaaaaahooooo!

4:15 AM hat der Wecker geklingelt. Und um 5:00 AM waren wir bereit, um mit der Limousine zum Flughafen zu fahren. Unser Flug ging nicht ab New York (JFK oder La Guardia), sondern ab Newark (New Jersey). Und scheinbar fahren die gelben New York-Taxis nicht nach Newark, da sie teilweise den Weg nicht finden und für die Rückreise selten Fahrgäste nach New York haben (stand im Internet). So wählten wir eine Limousine. Diese hat um 5:00 AM auf uns gewartet und war ein grosser, schwarzer Suburban mit tinted windows auf den Rücksitzen. Also so eine Karre, wie man sie vom Kino kennt, mit welcher CIA, FBI oder wer auch immer was zu verbergen hat, unterwegs ist. Der Verkehr unterwegs war gleich null, so dass wir nach 23 Minuten schon beim Check-in eintrafen. Das Check-in war rasch hinter uns gebracht, auch die Sicherheitskontrolle war einigermassen erträglich (ausser dem bekannten Fakt, dass sich Uniformierte wichtig machen müssen…).

Die Zeit vor dem Abflug reichte noch für ein kleines Frühstück und pünktlich konnten wir einsteigen. Roland hat bei der Buchung wohlweislich für einen kleinen Zuschlag Plätze bei den Notausgängen gebucht. Und somit hatten wir trotz Economy eine sehr grosse Beinfreiheit. Das kleine Flugzeug von Air Canada war übrigens nur rund halbvoll, so dass fast jeder Fluggast seinen bevorzugten Platz einnehmen konnte. Das Flugzeug verliess pünktlich um 7:15 AM das Gate, stand aber anschliessend minutenlang unmotiviert auf einem “Parkplatz” rum. Der Pilot informierte uns, dass bei ihm eine Lampe leuchte, die dies nicht sollte und er nun seine Systeme rebooten muss. CTRL-ALT-DEL wird dies wohl sein, wie zu Hause auf dem Computer auch. Dann ging es los Richtung Startbahn, aber auch dort musste wieder eine Pause eingelegt werden. Ein Flugzeug hatte einen Birdstrike erlitten, und nun musste zuerst die Startbahn gesäubert werden… Schlussendlich sind wir mit rund 35 Minuten Verspätung abgeflogen. Dafür hatten wir das Glück, nach dem Start Manhatten im Sonnenaufgang zu sehen.

Der Flug war ruhig und problemlos, das Bordunterhaltungsprogramm in der Eco liess sich sehen. Schlussendlich landeten wir mit 5 Minuten Verspätung in Calgary. Und hier begannen sich nun die Ereignisse zu überschlagen:

  • Beim Immigration wurde ich ausgefragt wie noch selten. Sogar die Frage, ob ich denn überhaupt ein Rückflugticket habe, wurde gestellt. Dass man nach Calgary kommt um Hockey zu sehen, löst bei den Immigration-Officern beim aktuellen Tabellenstand der Flames nur ein Kopfschütteln aus.
  • Bei der Zollkontrolle wurde Roland herausgepflückt und in einen speziellen Raum geführt. Dort musste er sich einem speziellen Interview stellen. Auch hier betonte man, dass dies wohl nicht stimmen könne, dass er als Tourist nach Calgary kommt, der März sei schliesslich kein Reisemonat. Bei der detaillierten Gepäckkontrolle kamen bei Roland noch Geschäftsunterlagen zum Vorschein, was den Eindruck, er käme hier zum arbeiten, nur verstärkte. Mit einer Warnung, dass er nicht arbeiten dürfe, wurde Roland dann trotzdem nach good old Canada reingelassen.
  • Dann endlich durften wir das Flughafengebäude verlassen und nach draussen gehen. -21°C war es “warm”. Und da kommt mir immer die Szene aus dem Film “Cool Runnings” in den Sinn, welcher ja mehrheitlich in Calgary spielt:
  • Der Bezug des Autos ging flott von sich. Natürlich will man bei den angekündigten Schneeverhältnissen was Anständiges unter dem Gaspedal haben und wir haben einen SUV vorreserviert. Der uns ausgehändigte GMC Terrain war so das Auto, das wir uns vorgestellt hatten. Nachdem wir alle Koffer eingeladen hatten und bereit für die Abfahrt waren, hat Roland den Schutz des Sonnendachs zurückgezogen und dabei haben wir festgestellt, dass sich in diesem gläsernen Sonnendach ein Loch von ca 25 cm Durchmesser befand… Somit Rückgabe des Wagens und Bezug eines anderen. Um uns Kunden milde zu stimmen erhielten wir einen GMC Yukon XL. Ich vermute mal, dass diese Grösse Auto wohl die letzte ist, für die man nicht ein Lastwagen- oder Busführer-Ausweis zeigen muss. Ein unglaubliches Teil, was wir jetzt temporär unser Eigen nennen.

Nach diesem Zwischenspiel fuhren wir zu unserer Unterkunft. Dieses Mal sind wir nicht in einem Hotel untergekommen, sondern in einem Appartement, welches wir über AirBnB reserviert hatten. Auf dieser Plattform werden Zimmer oder Wohnungen von Privat vermietet. Der Vater von Neil, unserem Vermieter, erwartete uns schon in der Wohnung.

  • Aber noch bevor ich einen Schritt in die Wohnung gesetzt hatte, halt ich einer bemitleidenswerten Frau, ihren VW zu überbrücken. Die Batterie hatte in der Kälte den Geist aufgegeben. Und dieser Frau, die bei diesen Temperaturen barfuss in Finken nach draussen ging, wäre wohl schon bald das gleiche Schicksal passiert.
  • Beim Auspacken hat Roland noch einen Zettel entdeckt auf dem stand, dass vor dem Abflug in Newark sein Gepäck geöffnet und speziell kontrolliert wurde. Mein Bruder hatte heute also ziemlichen Behördenstress…

Kurze Zeit später war die Wohnung übergeben und wir hatten eine Bleibe. Dann waren wir angekommen. Anschliessend gingen wir was essen, ins Chinook-Center und danach noch ins Kino. Der neue Jack Ryan-Film war gute Unterhaltung und hat Spass gemacht.

Nach dem Kino ging’s ins Ranchmans, einem klassischen Westernsaloon. Aber leider war quasi tote Hose, da das Lokal so gut wie leer war. Ein Bierchen lag aber grad noch drin. Prost!

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Montag, 3. März 2014: The snowstorm arrived…

Um es vorneweg zu nehmen: der angekündigte Snowstorm ist eingetroffen. Nur nicht so stark wie angekündigt. Also überhaupt nicht stark. Eigentlich gar nicht. In unseren Breitengraden würde man von “emene Schümeli Schnee” sprechen. Die Strassen waren nicht mal nass. Ein bisschen Schnee auf den Markisen über den Fenstern. Aber sonst nix. Die Schneeketten wurden somit für nix montiert… Aber es war kalt. Bitterkalt. So minus 7 Grad Celsius sind nicht wirklich ideal für Sightseeing. Aber wir haben es trotzdem gemacht.

Zuerst besuchten wir den Grand Central Terminal, der Hauptbahnhof New Yorks. Der Bau ist ein eindrückliches Werk der Architektur. Und wirklich gross. Irgendwo habe ich “Track 42″ angeschrieben gesehen. Ob sie bei ’0′ mit der Nummerierung begonnen haben? Diese “Kathedrale des Verkehrs” beherbergt auch einen Apple-Store – an sehr schöner Lage. Viele Touristen besuchen diesen Ort, um Bilder zu machen; wir waren somit nicht die einzigen Bahnhofsbesucher, die nicht auf den Zug wollten.

Nach diesem architektonischen Abstecher gingen wir zur USS Intrepid, einem ausrangierten Flugzeugträger im Hafen von New York. Das Schiff wurde im 2. Weltkrieg erbaut und diente bis in die späten 70er Jahre. Das Museum ist recht gut gemacht, mit dem üblichen patriotischen Pathos. Auf dem Flugdeck konnte man verschiedene Kampfflugzeuge anschauen, und in einem Pavillon auf dem Flugdeck befand sich das Space Shuttle “Enterprise”, mit welchem vor Allem Flugversuche unternommen wurde und selber nie im Weltall war. Neben dem Flugzeugträger konnte man auch eine Concorde besichtigen, allerdings nur auf einer Führung, was wir nicht machten. Alles in Allem ein gutes Museum, aber bei den arktischen Temperarturen nicht grad der Ort, um die vielen Outdoor-Dinge detailliert anzuschauen.

Danach gings direkt zum Time Square. Mittlerweile war es früher Nachmittag und es hatte viele Leute an diesem Ort. Ein bisschen Wärme brachte der Besuch des Warenhauses Macy’s… Irgendwann teilten sich Roli und ich auf um getrennt auf Shopping Tour zu gehen. Ich ging noch in ein Fotogeschäft, dessen Adresse ich mir rausgeschrieben habe. Gigantisch gross, und wohl ALLES aus dem Fotobereich vorrätig. Beim hineingehen sah ich, dass das Geschäft am Samstag geschlossen ist. Am Samstag geschlossen? Gibt’s doch gar nicht, dass man am umsatzreichsten Tag der Woche den Laden schliesst… Als ich im Laden war, war mir sofort klar, warum am Samstag zu ist: nahezu alle Verkäufer waren orthodoxe Juden mit Käppi und Zapfenlöckchen – natürlich klar, dass am Sabbat nicht gearbeitet wurde. Und alle waren gleich angezogen: weisses Hemd und schwarze Hosen. Und auf den Namensschildern sah man Namen, die der Bibel entnommen wurden: Aron, Benjamin, Jacob… Vielleicht eine Handvoll Nicht-Juden oder nicht orthodoxe Juden waren unter dem Verkaufspersonal auszumachen. Ich kaufte eine Kleinigkeit für 6.95$ und bekam den wohl komplexesten Verkaufsprozess mit, den ich je gesehen habe:

  • Ich stand mit meinem Artikel an der Kasse an und wurde aufgefordert, mir zuerst an einem anderen Schalter einen Payment Receipt machen zu lassen.
  • Ich stand also erneut an, um mir ein Payment Receipt machen zu lassen. Den Kaufartikel musse ich abgeben und der wurde in eine grüne Plasticbox gelegt, welche auf einem Schienensystem abrauschte. Mit dem Payment Receipt ging ich nun zur Kasse.
  • Vor der Kasse musste ich mich entscheiden, ob ich Cash oder mit Credit Card bezahlen wollte. Ich entschied mich für Cash und musste in die linke Schlange und dort anstehen. Hier durfte ich dann bezahlen und erhielt einen neuen Zettel an mein Payment Receipt angepostet.
  • Nun durfte ich beim Pick-up Schalter anstehen, und gegen Abgabe des Zettels meine in einem Plasticsack verpackte Ware in Empfang nehmen.

Nun, 4x anstehen, 3x anstehen wenn man Stammkunde ist, und das Prozedere kennt… Nicht sehr kundenfreundlich. Das nächste Mal komme ich an einem Samstag, da habe ich das Geschäft für mich alleine…

Anschliessend ging ich wieder zum Broadway, spazierte zum Flat Iron Building und ging in ein Sportgeschäft noch ein paar Einkäufe machen. Danach ging ich wieder zum Hotel. An diesem Tag habe ich wohl etwa 18 km bei -7°C zurückgelegt…

Interessant für mich war, dass man auch in einer Grossstadt wie New York gewisse Leute mehrmals sieht. Als wir am Samstag zur Freiheitsstatue gingen, sahen wir auf dem Schiff einen Franzosen mit grossen Riechorgan und dünnem New York Yankees-Jäckchen. Diesen sahen wir ca 5 Stunden später wieder am Broadway – inklusiver seiner Familie. Heute sahen wir im Macy’s eine deutsche Familie, deren pubertierender Sohn eine Punk-Lederjacke mit dem Schriftzug “Dead Kennedys” trug (hier machten wir uns Gedanken, ob diese Aussage in diesem Land gut ankommt…). Auch diese Familie sah ich Stunden später wieder auf der Strasse (immer noch mit dem gleichen Schriftzug :-) ). Wie sagt man so schön: Die Welt ist ein Dorf – New York beweist das…

Den Abend liessen wir in einem Restaurant in Hotelnähe ausklingen. Heute ist frühe Nachtruhe angesagt – morgen um 7:15 Uhr AM geht der Flug nach Calgary.

 

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Sonntag, 2. März 2014: Doubleheader

Die Verarbeitung des Jetlags klappt immer besser, heute konnten wir 1,5 Stunden länger schlafen…

So machten wir uns später mal auf den Weg nach etwas essbarem und wir fanden trotz Sonntag im Business-Distrikt einen Laden, der sogar was Gesundes aufgetischt hat. Hier wurden wir sogar Zeuge eines Polizeieinsatzes und mussten der Hand des Gesetzes auch noch Auskunft geben, ob wir hier in den letzten paar Minuten eine spezielle Situtation beobachtet hätten. Die spezielle Situation war dann die, dass vier Polizisten eine ein bisschen verwirrte Frau kontrolliert hatten, welche wohl im Restaurant ein bisschen Wärme gesucht hatte…

Anschliessend schlenderten wir ein bisschen durch die Stadt, nicht mit bestimmtem Ziel, sondern eher um die Zeit verstreichen zu lassen. Plötzlich trafen wir auf einen Spendensammler für Obdachlose (“Fundraiser”), der auch unser Geld wollte. Nachdem wir unseren Gehörgang zuerst auf “Durchzug” gestellt hatten, sprach er Roli an und bzeichnete ihn als “Bruce Willis-Double”. Und dieser Spruch war mir dann 5$ wert :-) . Beim Busbahnhof lösten wir kurz nach zwölf Uhr Fahrkarten, um nach New Jersey zu gelangen. Dort wollten wir unser erstes Hockeyspiel auf unserer Reise sehen. Für dieses Spiel hatten wir keine Karten und uns eigentlich spontan für den Besuch entschieden. Schliesslich ist am Abend ein Spiel in New York geplant, New Jersey am Nachmittag hat aber grad so gepasst.

Wir lösten also Fahrkarten und fuhren anschliessend mit dem Bus nach New Jersey. Hockeyfans in den USA sind scheinbar keine öV-Benützer, so sahen wir grade mal zwei Personen im Bus, die das Spiel besuchen werden. Unsere Taktik war natürlich, dass wir dort aussteigen wo sie und ihnen nachgingen, um das Stadion zu finden. Aber sie wussten selber nicht recht wo und wie und Roland nahm das Ganze dann an die Hand und führte uns zielgerichtet zum Stadion.

Das Spiel New Jersey Devils gegen die San Jose Sharks ist offenbar nicht grad der Burner, so dass es noch genügend Karten zu vernünftigen Preisen hatte. Die Stunde vor dem Spiel vertrieben wir mit ein paar Spaziergängen im Stadion, wo natürlich schon vor dem Spiel sehr viel los ist. Nebst dem ganzen Range an Verpflegung konnte man für Blindenhunde spenden, konnte Saisonkarten für die nächste Saison kaufen oder auch dem Organisten zuschauen, der jeweils während der Spielunterbrüche die Matchbesucher unterhält. Kurz vor dem Spiel nahmen wir unsere Plätze in Reihe 13 ein und mussten zu unserer leisen Enttäuschung feststellen, dass der Schweizer Damien Brunner immer noch verletzt ist und nicht mittun konnte. Dafür sahen wir Jaromir Jagr, den Tschechen der – mittlerweile 42 Jahre alt – nun bei den Devils angeheuert hat. Er hatte am Vorabend sein 700. NHL-Tor erzielt und ist nun in der Top 5 der ewigen Rangliste.

Das Spiel war schnell und attratktiv, der erste Unterbruch im Spiel gab es nach rund erst 5 Minuten und endete mit 2:4 für die Sharks.

“Nach dem Spiel ist vor dem Spiel” soll Sepp Herberger mal gesagt haben. Und was für den Fussball gilt, gilt wohl auch fürs Hockey. So fuhren wir direkt nach Spielschluss mit dem Zug von Newark Penn Station nach New York Penn Station. New York Rangers gegen die Boston Bruins stand dieses Mal auf der Speisekarte. Zwei Spiele hintereinander tut man sich eigentlich nur zwischen Weihnachten und Neujahr beim Spenglercup an. Hier ist es TV-technisch vor Allem an Samstagen bei der Sendung “Hockey Night In Canada” usus, einen Doubleheader zu zeigen, also zwei Spiele nacheinander.

Das Retourbillett des Buses war für den Zug nicht gültig, obschon die beiden Angebote von New Jersey Transit erbracht werden. So mussten wir für den Zug neue Fahrkarten kaufen, die günstiger waren als die Buskarten, aber die Buskarten konnte ich nicht rückerstatten lassen. Sie seien unbeschränkt gültig, meinte die Dame am Schalter und ich werde diese nun aufbewahren, bis ich das nächste Mal in die Region komme…

Wir kamen pünktlich in New York Penn Station an und der Madison Square Garden, wo das Spiel stattfindet, befindet sich direkt über dem Bahnhof. Somit waren wir kurz nach Ankunft schon auf unseren Plätzen, die sich diesmal nicht in der 13. Reihe befanden, sondern ganz oben, etwa in der 10. obersten Reihe. Die Spielernamen auf dem Rücken waren von hier oben nicht mehr zu erkennen, dafür hatte es einen Monitor in der Nähe, wo man notfalls die Übertragung des Spiels anschauen konnte…

Das Spiel wurde zu einem Debakel für die Rangers, welche zwar sehr gut begonnen haben (20 Schüsse aufs Tor nach einem Drittel), aber am Schluss mit 3:6 verloren. Die Fans des Heimteams waren also auch nach diesem Spiel nicht zufrieden.

Bei der Rückkehr ins Hotel dachten wir daran, dass ja diese Nacht der Schneesturm eintreffen soll. Inches of snow sollen runterfallen. So nur vom zuhören denkt man, dass die Wolkenkratzer bis zur 3 Etage zugeschneit werden. Die Busse haben Schneeketten montiert und die Kinden haben Freude, dass sie morgen nicht in die Schule müssen. Ich bin ja gespannt, was da morgen schneemässig abgeht. Vielleicht gehen wir morgen am Times Square langlaufen?

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Samstag, 1. März 2014: Der grosse Apfel

Rockefeller-Center

Die innere Uhr machte nicht mit. Sie sagte uns, dass wir um 11:00 Uhr schon lange wach sein müssten. Aber wir hatten lokal erst 5:00 Uhr… “Früh aufstehen als Chance” ist der Titel eines Buches, welches ich vielleicht mal schreiben werde – und so waren wir kurz nach Acht (nach einer Session im Fitnessraum) schon auf der Strasse. Eigentlich wollten wir uns auf die Jagd nach Food machen, aber der Hungerdruck war noch nicht so gross, dass wir uns entschieden, zuerst vom schönen Wetter zu profitieren und auf die Aussichtsplattform des Rockefeller-Centers zu gehen. Das Rockefeller-Center kennt man, auch wenn man noch nie in New York gewesen ist, schliesslich hat es dort die Eisbahn vor dem Gebäude und vor Weihnachten wird unter grosser Anteilnahme ein grosser Weihnachtsbaum medienwirksam entzündet (also: die Dekoration bzw. die Beleuchtung). Dank dem Umstand, dass wir so früh bei dieser Attraktion waren, waren wir auch die quasi ersten Touristen und konnten all' die für den grossen Ansturm vorbereiteten Warteschlangen elegant umgehen. Nicht umgehen konnte man die Sicherheitsmassnahmen, welche es zu absolvieren gilt. Auch hier gilt: Wer eine Uniform trägt, kann Nicht-Uniformträgern sagen, was Sache ist…

Die Fahrt mit dem Lift auf die Aussichtsplattform im 67. Stock dauert 30 Sekunden und oben angekommen hat man eine wunderbare Aussicht auf Manhatten mit all seinen Wolkenkratzern aber auch in Richtung Central Park, New Jersey und Long Island.

Nach dem Ausflug in die Höhe wollten wir unseren Magen füllen und konnten dies im Europa-Café in der Nähe des Rockefeller-Centers. Danach fuhren wir zur Südspitze Manhattens, dem Battery-Park. Dies ist der Ausgangspunkt unseres nächsten Ausflugs, denn wir wollten die Freiheitsstatue von nahem sehen. Nachdem wir die Tickets für die Überfahrt mit dem Schiff gekauft hatten durften wir uns in einem sehr stark geheizten Zelt einer Sicherheitskontrolle unterziehen, diesmal sogar mit ausziehen des Gurtes… Die Lächerlichkeit dieser Sicherheitskontrolle zeigte sich darin, dass man sich nach Verlassen des Zeltes nur durch ein ca 1,5 m hohes Gitter von den nicht kontrollierten Touristen geschützt befand. Wenn man also die Sicherheitsvorrichtungen aushebeln will, wäre dies der schwache Punkt des Konzeptes…

Rasch hatten wir eine Fähre zur Freiheitsstatue, die Fahrt zur Liberty-Island dauerte etwa 20 Minuten und war bei diesem Wetter natürlich angenehm. Aber schönes Wetter hin oder her: es war ziemlich kalt und wir verzogen uns ins geheizte Oberdeck. Nach der Ankunft verliessen wir das Schiff mit hunderten anderen Touristen und machten einen Inselspaziergang. Von dieser Insel aus hat man einen schönen Blick auf Manhatten, aber auch die Freiheitsstatue selber bietet die Möglichkeit für viele Fotos.

Nach dem Besuch fuhren wir mit dem Schiff zur Ellis-Island. Die Gebäude dieser Insel dienten dazu, ab 1892 bis ca 1954 die Einwanderer in die USA zu registrieren und zu untersuchen. 12 Millionen Einwanderer wurden hier 'abgefertigt', für rund 2% davon hiess es aber auch, dass sie wieder mit dem Schiff zurück mussten, da sie als für die USA untauglich erkannt wurden.

Die Ausstellung in den Gebäuden ist sehr interessant und zeigt den Besuchern die Hoffnungen aber auch die Schicksale, die mit einer Aus- bzw. Einwanderung verbunden sind, auf anschauliche Art näher. Auswirkungen des Hurrikans Sandy waren noch sichtbar, bei unserem Besuch waren noch nicht alle Schäden behoben (was aber den Besuch nicht wesentlich eingeschränkt hat).

Einwanderungs- und Registrierungshalle in Ellis-Island

Nach diesem Ausflug in die Geschichte der USA fuhren wir mit dem Schiff wieder zurück (diesmal im offenen Oberdeck) und wollten das Sightseeing mit einem Helikopterrundflug über Manhatten abrunden. Vom Battery Park fuhren wir mit dem Taxi zum Heliport. Allerdings hätten wir uns diese 6$-Taxifahrt schenken können, da wir bemerkt hatten, dass uns der Taxifahrer nach einer Fahrt um ein paar Blocks und mit ein paar langen Halten vor Rotlichtern etwa 300 m nach dem Pick-up-Punkt wieder ausgeladen hatte. Wir wären zu Fuss sicher schneller gewesen, als mit dem Taxi… Die Reservation für den Helikopterrundflug hat Roli übrigens über Get your guide gemacht. Über diese Plattform kann man weltweit Ausflüge buchen, was sich in unserem Fall, mit der Buchung eine Stunde vor dem Abflug, sehr gut bewährt hat. Nach einer kurzen Wartezeit im Heliport gings los: Da in der 6-köpfigen Reisegruppe 2 Personen waren, die einen 20 min-Rundflug gebucht hatten, kriegten wir als 15 min-Bucher einen Upgrade von 5 Minuten.

Der Flug war sehr angenehm und komfortabel. Die Pilotin kommentierte alles Sehenswürdigkeiten live und da wir über ein Headset verbunden waren, konnten wir auch Fragen zu verschiedenen Dingen stellen, welche kompetent beantwortet wurden.

Und zwanzig Minuten später hatten wir wieder sicheren Boden unter den Füssen und wir machten uns zu Fuss auf den Weg durch die Häuserschluchten auf dem Broadway Richtung Norden. Es zieht sich noch, dieses New York, ist man fast versucht zu sagen. Bis zu unserem Hotel hatten wir etwa 80 Querstrassen weit zu gehen, was sich entsprechend in die Länge zog. Wall Street, Union Square 5th Avenue und so weiter hiessen die Spots, an welchen wir vorbeikamen.

Und an vielen Orten waren Schneepflüge stationiert, denn für Sonntag Abend wird in New York der 13. Schneesturm der Saison erwartet. Aber nicht auf allen Portalen ist man sich einig, ob dies nun ein grosser Schneesturm wird, den New York zum erliegen bringt, oder ob es einfach ein paar Flocken gibt, welche beim runterkommen spätestens in der 10. Etage der Wolkenkratzer bereits verdunstet sind. Nun, schon bald werden wir es sehen…

Auf unserem Rückweg kehrten wir unterwegs beim Union Square in einem Restaurant ein und machten dann weiter unseren Verdauungsspaziergang marsch. Der Times Square lag auch auf unserem Weg und was man hier nebst den vielen Lichtern zu sehen kriegt, ist teilweise wirklich amüsant.

Sehr viele Strassenkünstler buhlen hier um die Aufmerksamkeit der Touristen. Wer will sich nicht mit dem Krümelmonster, Buzz Lightyear, den Minions, Super-, Spider- oder Batman fotografieren lassen? Eine spezielle Nummer auf dem Times Square ist der Naked Cowboy, welcher ausser mit einer Gitarre, einem weissen Höschen und weissen Cowboy Boots unbekleidet bei jedem Wetter auftritt. Robert John Burck hat es zu einiger Berühmtheit geschafft und ist sogar schon Kandidat für die Bürgermeisterwahl gewesen (die Kandidatur hat er später aber zurückgezogen). Die Jungs, die wir hingegen am Times Square antrafen, waren jedoch nur billige Kopien des Origninals – und auch Gitarre spielen konnten sie nicht…

Auch heute fielen wir müde ins Bett. Wir sind aber auch Meilen gelaufen und haben uns die Bettschwere auch verdient. Gute Nacht!

 

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Freitag, 28. Februar 2014: ZRH-AMS-JFK

Heute war der Start zu einer Kurzreise mit meinem Bruder. Von Zürich via Amsterdam nach New York (Flughafen John F. Kennedy). Via Amsterdam aus dem Grund, weil KLM den günstigsten Preis und den besten Flugplan von Calgary nach Europa hat, da wir später auf unserer Reise von New York aus noch weiter westwärts gehen.

Einen Flug über das Meer zu beschreiben, ist keine interessante Aufgabe, drum schenken wir uns an dieser Stelle weitere Details.

Nach fast unendlichen 7 Stunden in derMetallröhre kamen wir in New York an. Da wir Business flogen, konnten wir als Erste aus dem Flugzeug aussteigen. Und wenn ich meine, “als Erste”, dann war das auch so. Und so konnten wir auch bei der Immigration quasi den Schalter auswählen. Die Schalterhalle war leer, scheinbar war unser Flug der letzte aus Europa, der noch abgewartet werden musste. Natürlich kann man bei der Immigration den Schalter nicht auswählen, sondern man wird von einer uniformierten Person einem Schalter zugewiesen. Ich traf es zum Schalter von Herrn Bishop, welcher mich innert nicht mal zwei Minuten ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten einreisen liess.

Und so waren wir auch die ersten am Gepäckband und meine Reisetasche kam sehr schnell. Die Reisetasche von Roli hingegen liess auf sich warten. Und zwar so lange, dass wir fast schon wieder alleine am Gepäckband standen, bis Roli sie ersperberte. Meiner Meinung nach war diese Tasche schon ewig auf dem Band und Roli hat sie nicht als die Seine erkannt. Seiner Meinung nach war die Tasche erst grad das Band runter gekommen – Aussage gegen Aussage, deren Wahrheitsgehalt es sich nicht weiter zu untersuchen lohnt. Und mit der am Gepäckband eingefangenen Verspätung waren wir somit nicht mehr die ersten in der Schlage, um zu einem Taxi zu kommen. Aber nach rund 20 Minuten anstehen in der Taxischlange konnten wir in ein Yellow Cab einsteigen und der Fahrer brachte uns zu unserem heutigen Ziel, dem Hotel Waldorf-Astoria. Das aus den 1930er-Jahren stammende und zur Hilton-Gruppe gehörende Hotel hat schon bessere Zeiten gesehen, aber der Zugang über dieMarmortreppe und die mächtige Reception beeindrucken heute natürlich auch noch. Unser Zimmer ist in der 10. Etage gelegen und man hört den Verkehr sehr gut. Aber wir waren so was von müde, dass uns dieses Detail egal war.

 

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Donnerstag, 29. August bis Freitag, 30. August 2013: Die lange Rückreise

Flug 1726 von OGG nach SFO war ruhig. Und wenn das Flugzeug mal durch eine Wolke flog und es ein bisschen rumpelte, machte es sofort *ping* und das Anschnallzeichen erschien. Möglicherweise habe ich ein bisschen geschlafen, aber der 4.5 Stundenflug ging rasch durch. Um 5:12 AM Lokalzeit, 2:12 AM innere Uhr landeten wir in San Francisco. Ab nun tickte unser Countdown, denn der Folgeflug nach Washington startete um 6:00 Lokalzeit (3:00 innere Uhr), mit einer Boarding-Time um 5:25. Wir hatten also gerade mal 13 Minuten Zeit umzusteigen. Der Wechsel von Ankunftsgate 85 zum Abflugsgate 94 war ein langer, denn die 90er Gates waren im International Terminal, was doch einen längeren Fussmarsch erforderte. Aber auch Flug UA 574 erreichten wir rechtzeitig. Ob es unser Gepäck auch geschafft hat, erfahren wir dann in Zürich.

Der Flug quer über die USA war unspektakulär und um 14:10 Lokalzeit (08:00 Uhr innere Uhr) landeten wir in Washington. Hier war die Umsteigezeit mit über 4 Stunden grosszügiger bemessen. Die Zeit nutzten wir für einen Aufenthalt in der Lounge.

Um 18:00 Uhr Lokalzeit (12:00 Uhr innere Uhr) verliessen wir Washington an Bord einer Boeing 767. Die Plätze, die Verpflegung und die Betreuung durch die Flight Attendants in der Business Class waren wunderbar. Hier haben wir uns ganz toll aufgehoben gefühlt. Nach 22,5 Stunden unterwegs landeten wir mit 18 Minuten vorzeitig (19:45 Vortag innere Uhr) in Zürich. Und auch das Gepäck schaffte es mit uns bis Zürich.

9 Grad Celsius in Zürich – willkommen zurück :-)

 

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Mittwoch, 28. August 2013: Last day in paradise

Auch nach der letzten Nacht brachten uns die Vögel draussen und das rauschende Meer dazu, aufzuwachen. Mit einer letzten Joggingrunde am Meer entlang nahmen wir Abschied von der Küste. Danach ging es wie am Vortag an den Pool, welcher eine wunderbare Aussicht aufs Meer und die Gärtner mit Motormäher und Laubbläser erlaubte. In einem Reiseblog Tage auf dem Liegestuhl zu beschreiben ist nicht ganz einfach, darum lassen wir es an dieser Stelle dabei bleiben.

Kurz vor drei Uhr gingen wir aufs Zimmer, duschten und begannen zu packen. Wir konnten am Vorabend einen Late-Check-out vereinbaren, so dass wir das Zimmer nun bis 19:00 behalten konnten. Nachdem alles gepackt war gingen wir zum Italiener Fabianos, welchen wir ja schon an den vorherigen Tagen gesucht hatten. Dank dem GPS in unserem Mietwagen fanden wir das Lokal auf Anhieb und wir assen dort eine Pizza Hawaii (nomen est omen…).

Tenuwechsel

Anschliessend ging es zurück zum Hotel, wo wir die (langen) Reisekleider anzogen, Flip-flops aus- und Halbschuhe anzogen und uns aus dem Paradies verabschiedeten. Die Fahrt zum Flughafen dauerte knapp eine halbe Stunde und wir konnten den Hertz-Mietwagen problemlos abgeben – verbunden mit der Bemerkung, dass Subaru fahren sich anfühlt wie eine Arbeitsschicht auf einem Traktor im mittleren Westen. Die nette Dame von Hertz hatte meine Bemerkung zur Kenntnis genommen und mich darauf hingewiesen, dass ich an einer Internet-Survey teilnehmen kann und diese Bemerkung dort einfliessen lassen kann.

Dann ging's mit dem Shuttle-Bus zum Flughafengebäude, wo wir zuerst das Check-in-Gepäck einer Agricultural Inspection unterziehen mussten. Es ist verboten, frische Früchte und Gemüse aus Hawaii nach dem Mainland USA zu bringen, da sonst die Gefahr besteht, dass Krankheiten eingeschleppt werden. Ebenso ist es nicht erlaubt, frische Früchte und Gemüse vom Festland nach Hawaii zu bringen. Übrigens dürfen auch keine Schlangen nach Hawaii gebracht werden, damit diese Inseln schlangenfrei bleiben. Nach der Agricultural Inspection konnten wir einchecken und durch die Sicherheitskontrolle mit dem Body Scan. Ich fragte nach dem Body Scan, ob mein Bild gut geworden sei, worauf mir erklärt wurde, dass keine Bilder erstellt werden, sondern auf dem Bildschirm nur ein “ok” oder “not ok” erscheine. Sie können gar nichts sehen. Nach den Enthüllungen der letzten Zeit nehme ich hingegen an, dass die Blutfettwerte an die NSA gemeldet werden. Anonymisiert natürlich…

Wir kamen zum Abfluggate 27, konnten gleich einsteigen, unsere Plätze beziehen und, nachdem das Problem mit der Klimaanlage an Bord behoben wurde, stieg Flug UA 1726 ostwärts in die dunkle Nacht Richtung San Francisco.

 

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Dienstag, 27. August 2013: Lustvoll geniessen 2

Egal ob Serenity oder Infinity...

Durch das abwechslungsreiche Vogelgezwitscher erwachen – gemütliches Aufstehen – sonnige Joggingrunde auf toll coupiertem Gelände dem Meer entlang – direkt im Anschluss: erfrischende Abkühlung im Meer bei einer Schnorcheltour – Move an den Serenety-Pool (kein Zutritt für Kinder unter 18 Jahren) – genussvolles Starbucks-Frühstück am Pool – sünnele und lesen – auf Liegestuhl fläzen abwechselnd zu erfrischenden Schwimmeinlagen im Pool – Lunch wird direkt am Liegestuhl serviert (great service) – Nachtessen im Mala-Hotelrestaurant. Uns geht es gut :-) !

Bei der Rückkehr ins Hotelzimmer kommen wir an der grossen Hängematte vorbei. Wir legen uns beide hinein. betrachten den Sternenhimmel und schaukeln uns in den Schlaf … nein, solange sind wir nicht darin liegen geblieben.

 

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Montag, 26. August 2013: The Road to Hana

Als Maui-Besucher muss man die “Road to Hana” 'gemacht haben' (wie wir Worldtraveller so sagen). Die Strasse befindet sich an der Nordküste Mauis und führt über 80 km, 620 Kurven und 59 Brücken von Paia nach Hana.

Paia

Um 6:00 Uhr wollten wir aus den Federn, um 7:15 schliesslich haben wir mal aus dem Fenster geblinzelt und sind dann aufgestanden. Irgendwann gings frühstückslos dann auf Achse. Breakfast war geplant bei Fabianos, einem Italiener in der Nähe. Wir konnten auch mit drei Anläufen diesen Stern im Gastrohimmel Waileas nicht finden und fuhren weiter Richtung Paia, welches sich nach dem Flughafen an der Nordküste befindet. Paia hat uns gefallen, und zufälligerweise war vor einem Restaurant grad ein Parkplatz frei und so hat uns der Zufall zu Anthony's gebracht. Es war einer dieser Zufälle, die passieren können. Und alles hat gestimmt: die Essensauswahl, der Kaffee, der überhaupt nicht durchgestylte Raum und die Leute, die in diesem Café waren. So auch der ältere Herr mit seinem Hündchen, der für ein Kaffee hier einkehrte. Seine Grossmutter sei aus Zürich, der Grossvater aus Ungarn, er aus Kalifornien und seit 27 Jahren nun hier in Paia. Er sei in der Zigarrenproduktion tätig, seine Firma verpackt die Zigarren für die ABC-Stores, die sich überall auf den Inseln befinden. Und er empfehle uns doch das Shoppingcenter um die Ecke, um was für die Reise nach Hana zu kaufen. Und überhaupt sei es ein Witz, wenn die Vermietfirmen ein Verbot aussprechen, die Fortsetzung der “Road to Hana” nach Wailea zu befahren. Klar ist es an gewissen Stellen eng, klar hat es 4 Meilen ungeteerte Strecke, aber mit seinem Mini hat er die Strecke schon gemacht und wenn es nicht grad aus Kübeln giesst, dann ist dies für alle machbar. Und wenn man dann einen “flat tyre” haben sollte, dann hilft einem sicher jemand, dem kann man dann 20 Dollar für die Hilfe geben und die Chose ist geritzt.

Das ist ein Shoppingcenter

Mit so viel Informationen und besten Wünschen – und mit einem wohligen Frühstück im Körper – machten wir uns daran, Tipp Nummer 1, das Shoppingcenter, zu besuchen. Paia ist ein sehr schönes Städtchen, mit wunderbaren alten Holzhäusern, farbig angestrichen, hauptsächlich lokale Firmen beherbergend. Paia ist eine Hippiehochburg. Und tatsächlich findet man auf den zweiten Blick schon gewisse Unterschiede zum Business District in San Francisco. So hat es sehr viele Leute, die das Haar länger tragen als ich. Und die Rastazöpfe daraus machen. Und es hat sehr viele Angebote, um zum inneren Ich zu finden, zum Beispiel mittels Yoga. Und auch das empfohlene Shoppingcenter passt in diesen Lifestyle und bietet glutenfree-organic-locally grown-healthy-kosher-armenian-fresh-delightful Produkte in hoher Qualität an. Und Mana-Foods (Mana heisst übersetzt so was wie übernatürliche Kräfte) ist ein unglaublicher Laden. Nicht so durchgestylt wie ein Aldi, nicht so übersichtlich wie ein Safeway – einfach eng, unübersichtlich, unlogisch – und herzlich! Hier findet man Produkte, die wir auf unseren Reisen so noch nie gesehen haben (Marken, die uns komplett unbekannt sind – also praktisch keine Grosskonzerne, mal von der Lindt-Schoggikollektion abgesehen). Und die Präsentation der Früchte war eine Augenweide. Was für uns haben wir auch gefunden und haben uns an einer Bar gleich selber bedient und ein bisschen Gemüse, Teigwarensalat und einen Wrap (Filo) sowie Getränke eingekauft.

Und dann ging es endlich los auf die Road to Hana.

Die Strasse hat eine Spur pro Richtung, die Brücken und einzelne enge Stellen sind jedoch einspurig befahrbar. Das angegebene Speed Limit ist 15 Meilen, also etwa 25 km/h, wohl um den Touristen Angst zu machen, es hält sich jedoch niemand daran und in der Regel fährt man das Doppelte. An der ganzen Strasse hat es Sehenswürdigkeiten, die man Besichtigen kann: Wasserfälle, Regenwälder, Kirchen oder auch Verpflegungsstände, die Früchte und Bananabread (ein Bananencake) anbieten. So kann man die Strecke individuell schnell hinter sich bringen, je nach Stops die man bis Hana einlegt. Wir haben ein paar Kurzstops gemacht, unter Anderem waren wir am Meer unten und haben dem Wellenschlag zugeschaut. Die Korallenkirche, die wir gerne besichtigt hätten, haben wir jedoch nicht gefunden (auf der Rückfahrt haben wir sie gefunden, aber für nicht besichtigungswürdig betrachtet). Eindrücklich war auf alle Fälle die Fahrt durch den Regenwald: teilweise fährt man einfach an eine grüne Wand und erst kurz vorher macht die Strasse noch einen Rank und führt wieder dem Fels entlang.

Irgendwann konnten wir in einem Dorf 30 Meilen fahren. Dieses Speed Limit wurde vor der Schule jedoch auf 20 Meilen (Mo-Fr 7AM-3PM) reduziert. Als mir ein Auto entgegenkam, welches mir lichthupte, war mir nicht klar, was dies zu bedeuten hat. Vorsorglich reduzierte ich den Speed im 20er auf plusminus 20, was mir der Ärger der mir nachfolgenden Autos einbrachte. Und da sah ich plötzlich den uniformierten Herrn, wie er mit einer Laserpistole auf mich und die folgenden Autos zielte – und keinen Obulus für die Staatskasse einfordern konnte, da alle innerhalb des Speed Limits waren… Vor meinem geistigen Auge stelle ich mir die Fahrer hinter mir vor, wie sie einen unbändigen Willen, mir einen Lei umzuhängen und zu danken, nur knapp zügeln konnten…

Irgendwann sind wir in Hana angekommen. Unscheinbar ist es, dieses Städtchen, und die touristischen Punkte sind knapp gesät. Wir gingen in den Hana Beach Park, sassen dort an einen Picknicktisch und assen den in Paia gekauften Lunch mit Sicht aufs Meer.

Wir haben uns entschieden, nicht die ganze Rundfahrt um die Insel zu machen. Wir bereits angetönt, besteht von seitens des Autovermieters auf dieser Strecke 'unten rum' ein Haftungsausschluss, und die Recherchen im Vorfeld haben unterschiedliches über den Zustand der Strecke zutage gebracht. Wieder die gleiche Strecke zurück zu fahren ist sicher öde, aber so sind wir on the safe side, wie man so schön sagt.

Auch auf der Rückfahrt machten wir einige Stops und genossen die Gegend. Nach Paia gingen wir noch an einen Strand, welcher zwar wunderschön war aber uns hat es irgenwie nicht mehr gluschtet, ins Wasser zu gehen. Besucht haben wir hingegen noch den Sports Authority in Kuhalui und den daneben liegenden Old Navy. So konnten wir wieder einen Beitrag an die US-Wirtschaft leisten.

Noch bevor wir 'zu Hause' angekommen sind, gingen wir bei Monkeypod essen.

 

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Sonntag, 25. August 2013: La vita è bella qui in Wailea … capisci?

Mit einer ausgedehnten Joggingrunde und einem selbstorganisierten Frühstück auf unserem Balkon starten wir in den Tag. Direkt in unserem Hotel gibt es eine Starbucks Filiale, wo man nebst Kaffee und Frühstücks-Buns auch Fruchtsäfte und Früchte kaufen kann. Alle Produkte sind mit konkreten Angaben zu Kalorien und Fett ausgeschildert. Da hat sich seit unserem letzten USA-Aufenthalt einiges getan. Das Gesundheitsbewusstsein hat sich spürbar verändert. Nebst den bereits erwähnten Angaben zu den Nährwerten von Nahrungsmitteln, fällt uns auch folgendes auf. Auf den Speisekarten der Restaurants wird sehr oft auf Bio-Gemüse “us dr Region” oder auf Fleisch, das von Tieren stammt, die nur Gras und keine antibiotika-haltigen Futterzusätze zu fressen erhalten haben, hingewiesen. Und was sich bereits früh am Morgen auf der Laufstrecke entlang der Küste joggend, walkend bzw. spazierend bewegt, ist eindrücklich. Da geht was ab und zwar in allen Altersgruppen. Busy sports-action.

Heute ist Lerntag im Paradies! Martin deve imperare l'Italiano per l'esame B1.

Er bleibt heute zusammen mit seinen Büchern und Unterlagen auf dem Balkon und lernt fleissig, macht Hausaufgaben und Übungen. Ich verbringe die Zeit mit Lesen. Dafür habe ich mir einen tollen Platz in einer Hängematte gesichert. Als es unter der Sonne zu warm wird, begebe ich mich aufs Zimmer, wo Martin sein angestrebtes Pensum gerade abgeschlossen hat. Wir halten uns noch etwas im Kühlen auf (lesen, tagebüechle) und fahren dann mit dem Auto an den Strand nach Makena. Der starke Wind und die hohen Wellen wirbeln im und am Wasser viel Sand auf, so dass wir es beim Sünnele bzw. Strandspazieren belassen. Zurück im Hotel beobachten wir noch ein paar Schildkröten, die sich in den hohen Wellen sehr gut zurecht zu finden scheinen.

Makena Beach

Anschiessend machen wir uns ausgehfertig und gehen im Restaurant “Ruth's Chris Steakhouse“, das sich ebenfalls im Shopping-Komplex “Shops at Wailea” befindet, essen. Wir gönnen uns ein feines Rindsfilet, gedämpfte Tomaten und Spinat. Hmmmmhh. Danach wollen wir bei “Coffee Beans” einen Espresso trinken gehen. Dazu kommt es aber nicht, da wir erst nach Ladenschluss dort vorbeikommen. Aber … im “Banana Republic”-Shop gibt's am heutigen Tag auf alle Einkäufe 30 % Rabatt. Da gilt es Prioritäten zu setzen :-). Wir werden beide fündig. Anstelle es einen Espressos gibt's daher neue Kleider zum Nachtisch. Wir kehren ins Hotel zurück, legen uns auf Liegestühle direkt am Meer und geniessen den Sternenhimmel. Awesome.

 

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Samstag, 24. August 2013: Ukulelen-ALOHA

Wir lassen's gemütlich angehen heute und gehen erstmal im Hotel-Restaurant frühstücken. Wir erhalten einen Tisch mit sea front view zugewiesen, was wir zu schätzen wissen. Gestärkt und voller Tatendrang machen wir uns – nicht wie ursprünglich geplant in Richtung Vulkan Haleakala -, sondern auf den Weg nach Lahaina. Die Autofahrt ist kurzweilig und führt durch verschiedene Landschaftsarten (Zuckerrohrfelder, Waldzonen à la Jura, karge Wiesen) und zu einem guten Teil direkt entlang des Pazifiks. Die öffentlichen Strände sind gut besetzt. Überall hat es Familien, die Barbecues veranstalten auch einzelne Fischer mit grösseren “Batterien” an Angelruten, zahlreiche Surfer und sogar eine Hochzeitsgesellschaft machen wir aus. Das Leben lebt sich hier in Maui am Strand. In Lahaina finden wir sofort einen Parkplatz und machen uns auf, das Städtchen zu erkunden. Ein hübscher Ort zeigt sich uns, der ein wenig an die gepflegten Küstenstädte von Neuengland erinnert: graue Schindelhäuser mit weissen Lattenzäunen und Dachterrassen. Etliche Lokalitäten sind als historische Bezirke geschützt. Dort, wo einst Schiffsausrüster und Rumkneipen standen, sind in die wettergezeichneten Holzhäuser rund um die Front Street Geschäfte, Galerien und Verpflegungslokale eingezogen. In unserem Reiseführer steht: “Hinter dem Lahaina-Courthouse kann man unter den weit ausladenden Zweigen des angeblich grössten Banyanbaumes in den USA spazieren gehen. Vielleicht findet hier sogar gerade ein Kunstmarkt statt.”

Wir schlendern durch die Strassen und auf der Höhe des Baldwin Home hören wir Musik. Wir folgen der Klangspur und landen – ohne es zu wissen – auf dem Platz mit dem grossen Banyanbaum, auf dem gerade ein Kunstmarkt abgehalten wird. Aber für uns viel eindrücklicher ist das Konzert, das dort gleichzeitig stattfindet. Ungefähr 50 Kinder, jedes mit Ukulele musizieren auf dem Platz. Als wir ankommen, singt eine blonde Teenagerin ein Lied und begleitet sich dabei selbst auf der Ukulele. Unvergesslich schön. Wir setzen uns auf die unter dem Banyanbaum bereit gestellten Stühle und lauschen den Klängen, die uns sehr bewegen. Der Banyanbaum ist wirklich riesengross und wir können bei bestem Willen nicht ausmachen, wo der Ursprungs-Baum steht. Aber das spielt auch keine Rolle, viel wichtiger ist, dass er schön Schatten spendet und den Platz zu einem Ort zum Verweilen macht. Wir geniessen das Konzert bis zum Schluss und singen beim T-E-Q-U-I-L-A-Lied (der Dirigent spricht das Wort nur in einzelnen Buchstaben aus; vor Kindern, die noch nicht 21 Jahre alt sind, dürfen keine alkoholischen Getränke erwähnt werden :-)), das kurzum zum Aloha-Lied umfunktioniert wird, kräftig mit.

Die Begeisterung ist gross. Wäre die Ukulele ein Instrument für uns?

Danach machen wir uns auf den Weg zurück zum Auto. In einem Schmuckgeschäft kauft mir Martin eine Kette mit kleinem Schildkröten-Anhänger aus Weissgold. Wir haben schon in den letzten Tagen immer wieder Ausschau noch so einem Schmuckstück gehalten, werden hier in Lahaina überraschend schnell fündig. Mahalo, lieber Martin, für diese schöne Erinnerung in Schmuckform.

Danach fahren wir weiter nordwärts, um am Kapalua Beach / DT Flemings Beach Park noch ein wenig schnorcheln zu gehen. Als wir am öffentlichen Strand ankommen, stellen wir fest, dass wir es mit einer recht rauen See zu tun haben. Hohe Wellen schlagen an den Sandstrand und wirbeln den Sand meterweit ins Meer hinein. Nicht unbedingt ideale Sichtverhältnisse sind die Folge. Zudem hat es am Nordende der Buch einige grüne Sea-Turtles, die wir nicht unnötig stören wollen. So entscheiden wir uns nach einem ersten kurzen Schnorchelgang, die Tiere von Land aus zu geniessen, was ebenfalls sehr schön ist.

Wunderbare Kundeninformation :-)

Später im Nachmittag kehren wir ins Hotel zurück, wo wir uns den Sand vom Körper duschen und uns ausgehfertig machen. Die Erlebnisse des Tages haben uns hungrig gemacht. Wir gehen wieder ins Longhi's essen. Beide nehmen wir noch einmal das gleiche Fisch- bzw. Fleischgericht, einfach weil's so gut war. Nach dem Essen kehren wir ins Hotel zurück. Kurze iPad-Einlage und gute Nacht John-Boy.

 

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Freitag, 23. August 2013: Lustvoll geniessen

Durch das abwechslungsreiche Vogelgezwitscher erwachen – gemütliches Aufstehen – sonnige Joggingrunde auf toll coupiertem Gelände dem Meer entlang – Früchte-Frühstück (wunderbare küstige Pfirsiche) auf dem Balkon des Hotelzimmers – Schnorcheltour – sünnele und lesen am Pool – auf Liegestuhl fläzen abwechselnd zu erfrischenden Schwimmeinlagen im Pool (am späteren Nachmittag ist das Wasser im Pool dann aber fast so warm wie wir uns jeweils ein Bad in die Wanne einlassen) – Lunch in der Beachbar – Schnorcheltour – Buch fertig lesen – Nachtessen und kleine Shoppingtour bei den “Shops at Wailea“.

So lässt's sich leben :-) .

Highlight am Abend: Martin muss beim Aufgaben seiner Getränkebestellung wieder einmal seine ID zeigen, um zu beweisen, dass er 21 ist und ein Bier tranken darf. Absurd: An einem Tisch hinter uns sitzt ein Elternpaar in unserem Alter mit drei Kindern, zwei davon fast schon erwachsen. Offensichtlich, dass die Eltern schon 21 gewesen sind – genau so offensichtlich wie bei Martin: Die Serviceangestellte schätzt ihn auf konkrete Nachfrage auf Mitte 40. Es würde also gehen mit dem Einschätzen. But we have to check this.

 

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Donnerstag, 22. August 2013: Island Hopping

Heute heisst es Abschied nehmen von Big Island. Sicherheitshalber stellen wir uns seit einiger Zeit wieder einmal einen Wecker. Wir erwachen bei Sonnenaufgang und machen uns reisefertig. Noch einmal geniessen wir das tolle Frühstückssbuffet. Mahalo

Nachdem wir unsere Taschen (mittlerweile sind wir bei drei Gepäckstücken angelangt …) im Kofferraum verstaut haben, machen wir uns auf Richtung Flughafen. Noch rasch den Tank aufgefüllt und schon sind wir am Flughafen.

Ich steige hier aus und übernehme das Check-In, während dessen Martin das Auto bei der Autovermietung (Avis) zurück bringt. So ersparen wir uns den Transfer mit Gepäck mit dem Shuttlebus von der Autovermietung zum Flughafen. Da es sich bei diesen Bussen nicht um Niederflur-Modelle handelt, ist es jeweils ein Riesen-Gferg, die schweren Taschen ein- bzw. auszuladen. Das wollen wir uns heute ersparen. Als Martin zum Flughafen zurückkehrt, sind wir bereits Ticket-Holder der ersten Reihe für Flug HA229 nach Maui.

Nach kurzem Aufenthalt im Openair-Abfluggate steigen wir ein. Der heutige Flug dauert nur 30 Minuten. Man kann also wirklich von Inselhüpfen sprechen. Es reicht für ein Wasser/Coke und zwei Caramel-Güetzi und schon nehmen wir Kurs auf den Flughafen Kahului auf Maui. Nach Behändigung unseres Gepäcks und dem Aufenthalt bei der Autovermietung Hertz, die eine gefühlte Ewigkeit dauerte (Martin kam als Fremder und verliess die Lokalität als Freund – auch wenn die Angestellte bis zum Schluss nicht herausfinden konnte, an welchen Latino-Komiker sie die Stimme von Martin erinnerte :-) ). Diesmal haben wir einen Subaru Forrester als Reisefahrzeug erhalten. Vom Design her sicher keine Augenweide aber dafür können wir unser Gepäck gut verstauen. Das sagen sich die Schweizer Bauern doch auch…

Es hat sehr viel Verkehr auf den Strassen rund um Kahului und so nimmt der Transfer zum Hotel in Wailea (Wailea Resort & Spa Marriott) einige Zeit in Anspruch. Als wir dort eintreffen, tritt die ultimative Entspannung ein. Eine offene Hotellobby in einem wunderschön gestalteten Eingangsbereich lädt zum Verweilen und Geniessen ein. Da unser Zimmer noch nicht bezugsbereit ist, gehen wir an die Poolbar und gönnen uns dort einen Drink.

Kurze Zeit später können wir unser grosszügig gestaltetes Zimmer (7225) beziehen. Rasch haben wir uns eingerichtet und uns einen ersten Überblick über die Anlage verschafft. Das Abendessen gönnen wir uns heute Abend im Restaurant Longhi's, wo wir Lachs bzw. Rindsfilet geniessen. Das Essen schmeckt ausgezeichnet. Das gesamt Ambiente (Einrichtung, Service, Temperatur) ist stimmig und so verbringen wir einen wunderschönen ersten Abend auf Maui.

Etwa zehn Meilen unterhalb von Wailea liegt Makena. Dort ist vor einer Woche eine 20-jährige Deutsche von einem Hai angegriffen worden und gestern ihren schweren Verletzungen erlegen [1][2]. Der Tod der jungen Jana ist hier in den Zeitungen (ferngesehen haben wir seit Reisebeginn nie) ein Thema. Es ist seit 2004 das erste Mal, dass jemand nach einer Haiattacke stirbt. Uns beschäftigt die Tatsache, dass ein so junger Mensch an einem so schönen Ort sterben muss, weil sie zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort war, sehr.

Rest in peace, Jana.

 

 

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Mittwoch, 21. August 2013: Nach Lust und Laune

Mit Tagesanbruch erwachen auch wir. Einmal mehr nach tiefem, erholsamem Schlaf gut erholt und ausgeruht. Nach gemütlichem Frühstück brechen wir kurz nach neun auf in Richtung Kealakekua Bay auf. Dort soll es in den Morgenstunden Delphine zu beobachten geben.

In dieser Bucht wurde am 14. Februar 1779 im Alter von 49 Jahren Captain Cook erschlagen. Um die Herausgabe eines gestohlenen Ruderboots zu erzwingen, hatte er versucht, den Häuptling von Kona als Geisel zu nehmen. Dabei kam es zum Kampf und Cook wurde getötet. Ein acht Meter hoher Obelisk am Nordrand der Bucht markiert die Stelle, an der er starb.

Kealakekua ist heute ein Meeresschutzgebiet. Das kristallklare Wasser schillert von blau- bis jadegrün. Aber irgendwie finden wir den Zugang zu den schönen Strandabschnitten nicht. Daher reisen wir weiter und legen als nächstes einen Stopp bei der Kaffeerösterei “Kona Pacific Farmers Cooperative” ein. Wir tasten verschiedene Arten von Macadamia-Nüssen (roh, geröstet, gesalzen, mit Schoggi umhüllt) und verschiedene lokale Früchte, die aber allesamt sehr bitter schmecken. Selbstverständlich kann man auch die verschiedenen Kaffeesorten live testen. Wir kaufen hier Macadamia-Nüsse und mit Schoggi umhüllte Kaffeebohnen. Draussen auf dem Parkplatz, der im vollen Kaffee-Röst-Dunst liegt, betrachten wir die Kaffee-Pflanzen sowie einen Papaya-Baum mit Blüten und Früchten in allen Stadien.

Auf der Weiterfahrt statten wir der St. Bendedict's Catholic Church einen Besuch ab. Die “bemalte” Kirche beeindruckt uns durch eine Art Miniatur-Kathedrale. Der belgische Priester, Pater John Berchmans Velghe, schuf dieses Meisterwerk. Er liess die kleine Kirche optisch grösser erscheinen, indem er eine täuschend echte Version der Kathedrale im spanischen Burgos hinter den Altar malte. Also so eine Art Tromp-l'oeil. Die Decke zeigt einen hawaiischen Himmel; die Säulen wachsen zu Palmblättern empor. Wenn man die Kirche verlässt, bietet sich einem ein schönes Panorama auf Kaffeeplantagen, tropische Vegetation und das Meer. Eindrücklich!

Hapuna Beach State Park

Da wir auch am Keauhou Beach keinen uns passenden Strandabschnitt ausfindig machen können, beschliessen wir, via Hotel weiter nördlicher zum Hapuna Beach State Park zu fahren. Ein 800 Meter langer flacher, weisser Sandstrand, eingerahmt von Lavagestein. Aus einem Aufenthalt vor drei Jahren an diesem Strand wissen wir, dass es hier wirklich sehr schön ist. In unserem Reiseführer steht zudem geschrieben “Am Nordende des Strandes kann man über den Rasen des luxuriösen Hapuna Beach Prince Hotel eine winzige Bucht erreichen, die sich ausgezeichnet zum Schnorcheln und Beobachten von Meeresschildkröten eignet.” Wir folgen dieser Wegbeschreibung und werden beim Schnorcheln in der wirklich sehr kleinen Bucht belohnt mit tollen Unterwasserbildern. Wir sind überwältigt und können unser Glück kaum fassen. Ich bekomme tatsächlich eine Schildkröte zu sehen, Martin eine Muräne. Abwechslungsweise schnorchelnd, verbringen wir Stunden im Wasser.

Im späteren Nachmittag kehren wir ins Hotel zurück, wo wir uns fürs Essen an unserem letzten Abend in Big Island fertig machen. Wir essen im Market's Place Café, wo der Service eher schwach dafür dass Essen wunderbar gut ist. Unsere Fisch- (Ahi) bzw. Chicken-Gerichte munden hervorragend. Der Aufenthalt im Wasser macht hungrig deshalb gab's als Vorspeise noch Garlic Bread, Humus und Salat. Zurück im Hotel packen wir noch ein paar Sachen zusammen bevor wir – dankbar für den heutigen Tag mit den unvergesslichen Unterwasser-Eindrücken – einschlafen.

Me ke aloha!

 

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Dienstag, 20. August 2013: Feuer und Flamme

Big Island ist eine Vulkaninsel. Dass die Vulkane noch aktiv sind, davon zeugen regelmässige Erdbeben, Austritte von Gasen, oder eben der stete Fluss von Lava ins Meer. An der Ostküste von Big Island kann man die Lava live sehen: Mit dem Helikopter aus der Luft, zu Fuss aus der Nähe, oder – die von uns gewählte Variante – mit dem Schiff beim Eintauchen ins Wasser. Dies war unser heutiges Tagesprogramm, aber begonnen hat der Tag viel früher:

Irgendwann gegen 4:30 Uhr hat der Vollmond direkt übers Meer in voller Kraft in unser Zimmer geschienen. Bettina hat mir gesagt, dass sie heute früh in diesem speziellen Scheinwerferlicht stand. Ich merkte von all dem nichts, mir war der Schlaf scheinbar wichtiger, so dass ich dieses spezielle Event schlicht nicht mitbekommen habe. Mitbekommen habe ich hingegen um gegen 6:00 Uhr das Gezwitscher der Vögel. Einfach Wahnsinn, was hier am Morgen so abgeht. Da erzählt jeder Vogel dem Anderen wohl, dass er sich die ganze Nacht gut auf dem Stängeli halten konnte und was er geträumt hat. Und als Mensch so zu erwachen ist schlicht ein tolles Erlebnis.

Und wenn wir doch schon früh wach sind, dann wollen wir doch von den ein bisschen tieferen Temperaturen profitieren und eine Joggingrunde drehen. Natürlich geht nichts über unseren Bremgartenwald, aber hier, bei fast immer schönem Wetter und angenehmen Temperaturen die Runden zu drehen, hat auch was an sich. Auch wenn die Laufstrecke der Strasse entlang führt bzw. auf der Strasse auf dem Pannenstreifen stattfindet… Und über die Lavafelder zu hoppeln ist keine Alternative. Und prompt sind wir beim Joggen noch in den “Radar” gekommen. 6 Meilen schnell waren wir also, erlaubt wären 25 gewesen… Meilen in km umrechnen: Zahl mal Konvex der Erdkrümmung geteilt durch aktuelle Temperatur in Kelvin geteilt durch die GPS-Geo-Koordinaten (wir waren 23 km/h schnell, wenn ich richtig gerechnet habe…)

Anschliessend assen wir auf dem Balkon ein Frühstück. Wir hatten noch Früchte und Joghurt, die wir vor der Kulisse des Meeres assen, bevor es an die andere Küste der Insel ging, in Richtung Hilo. Alles in Allem stand uns eine Reise von 150 km bevor. Dies zeigt wieder einmal, dass die Insel gar nicht so klein ist. Und da zwischen Kona und Hilo noch einige Berge/Vulkane sind, heisst dies auch, dass man hier auch noch ein wenig Zeit zurechnen muss. Der direkte Weg zwischen den beiden Orten führt über den Saddle, was auch als Passstrasse bezeichnet werden kann. 4/5 dieser Strasse sind sehr gut ausgebaut, teilweise mit Überholspur versehen und mit 55 Meilen/Std fahrbar. Man kommt also recht gut voran. Auf der Passhöhe zwang uns allerdings dichter Nebel, den Speed zu drosseln, damit wir nicht vom Weg abkommen. Hilo konnten wir mehr oder weniger umfahren und fuhren via Highways 130/132 in Richtung Meer, wo wir uns für die Lavaboottour eintreffen sollten. Der Treffpunkt war im Bestätigungsmail des Anbieters Seelava sehr umfangreich beschrieben und wir fühlten uns fast wie in einem Agentenfilm, um zum Treffpunkt zu gelangen:

In Hilo links auf den HWY 130 East in Richtung Poha fahren, etwa 12 Meilen. Dann links abbiegen auf den HWY 132 in Richtung Lava Tree State Park, etwa 2.7 Meilen. Die Strasse teilt sich gleich nach dem Lava Tree State Park. Dort rechts bleiben. Die Strasse führt durch einen Mangrovenwald in Richtung der Bootrampe, rund 5 Meilen. Bitte warten sie geduldig beim gelben Toilettenhäuschen, wir kommen dann zu Ihnen. Stellen Sie sicher, dass Sie Ihren Wagen rechts vom Behindertenparkplatz abstellen, da wir links davon das Boot aufstellen. Warten Sie bei der Lampe Nummer 4 im Gras, dort werden wir sie einchecken. Wenn sie kein Boot vorfinden, haben Sie Geduld, wir werden so schnell wie möglich eintreffen, da das Boot noch auf dem Wasser ist.

Den vereinbarten Ort fanden wir recht zielsicher. Irritiert hat uns lediglich, dass dieser Ort fernab von jedem Wasser war. Wenn wir schon einen Schiffsausflug gebucht hatten, gingen wir davon aus, dass das Schiff im Wasser ist und somit der Treffpunkt beim Wasser ist. Ein paar Minuten kam jedoch dieses Gefährt auf den Parkplatz:

Das Check-in war eine Prozedur, wie wir sie noch nie erlebt hatten: Wir hatten einen Rechtsausschluss zu untrzeichnen, welcher etwa 15 Punkte umfasste, Punkt 1 war unter Anderem der Hinweis “The Ocean is a moving surface” – aha, danke für diesen wertvollen Input :-) . Man darf nicht aufstehen, muss sich festhalten, darf nicht schwanger sein und kürzlich keine Operation hinter sich gebracht haben. Wenn also auf dieser Reise was passiert wäre, dann hätte wohl keine Versicherung der Welt was bezahlt… Dann erwähnte der Kapitän diese Punkte noch einmal in kurz zusammengefasster Form. Dies sei der unglaublichste Ozean aller Ozeane und die Wellen gehen konstant und das Schiff geht hoch und runter wie auf einer Achterbahn und so was haben wir noch nie erlebt und, und und. Zudem meinte er, dass die ruhigsten Plätze hinten sind, die spannendsten Rollercoaster-Plätze jedoch vorne… Wir stiegen über die Leiter an Land ins Boot ein (bis wir hochsteigen konnten war nur noch die zweitvorderste Reihe frei…) und als alle abgesessen waren, ist dieser Konvoi losgefahren. Wir sind also an Land bereits Schiff gefahren… Die Fahrt ging – eigentlich logisch – in Richtung Meer. Bei der Bootsrampe wendete der Fahrer den Konvoi und fuhr rückwärts ins Wasser. Als das Schiff genug Wasser unter dem Kiel hatte, fuhr dieses rückwärts vom Anhänger weg, wendete und brauste Richtung Meer los.

Der Kapitän kannte kein Pardon und bretterte los, was die 450 PS der Honda 4 Stroke BF225 Aussenborder der Lavakai hingaben. Und wenn ich schreibe, er bretterte los, dann war es das: einfach volle Pulle geradeaus – egal wie die Wellen auf einem zukamen – einfach drauflos. Und das mit dem Rollercoaster war schöngeredet. Ich würde sagen, es war Europapark Rust hoch 10! Das Schiff ging hoch, knallte runter, ging hoch, blieb hoch (kurz durchschnaufen), und knallte dann wieder aufs Wasser. 55 km/h zeigte mein GPS während der Fahrt an – die Autos an Land konnten uns nicht abhängen… Aber Seekrank wurden wir nicht ;-)

Nach einer halben Stunde Fahrt kamen wir an die Stelle, wo die Lava ins Meer fliesst. Mit Worten kann man dies nicht beschreiben. Das Schiff konnte bis ca 5 Meter ans Ufer fahren und man spürte die Wärme der Lava. Wirklich eindrücklich, wie die heisse Materie ständig ins Wasser tropfte und wie das Wasser die Lava umspülte und sich selber mit einer Dampfwolke von dieser Erde verabschiedete.

Diesem Spektakel konnten wir ein bisschen mehr als eine halbe Stunde zuschauen. Der Kapitän musste immer wieder aufpassen, dass die Wellen das Schiff nicht ans Ufer bzw. in die Lava drückte, es gab keinen Moment, wo das Schiff einfach ruhig im Wasser lag und man das Spektakel “in Ruhe” geniessen konnte. Und dann fuhren wir wieder zurück – mit dem genau gleichen Speed über die genau gleichen Wellen. Auf der Rückreise sah ich sogar fliegende Fische. Ich dachte zuerst, das dies die Früchte vom Frühstück sind, nun zu gären beginnen und Halluzinationen auslösen. Aber der Kapitän bestätigte mir, dass es fliegende Fische gibt und sich so ein Fisch auch schon mal aufs Boot verirrt hat… Irgendwann sind wir dann beim Zielort angekommen und der Pick-up mit Anhänger im Wasser hat schon auf uns gewartet. Der Kapitän brachte es tatsächlich fertig, das Schiff einfach so mir nichts dir nichts auf den Anhänger zu zirkeln und als das Schiff einigermassen drauf war, fuhr der Pick-up los und brachte uns wieder über Land zum Ausgangspunkt.

Wow!

(Und zwar zwei Wows: eines für das Lavaspektakel und eines für die Schiffahrt… :-) )

Nach dieser Fahrt machte sich bei uns trotz Allem Hunger bemerkbar und wir fuhren nach Pahoa ins Kaleo's. Wir assen was kleines und machten und wieder auf dir Rückfahrt via Hilo – Saddle nach Waikoloa.

 

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Montag, 19. August 2013: Kapaau 2010 und 2013

Nachdem Aufwachen mit Sonnenwecker legen wir eine Jogging-Tour im Quartier ein. Bis zum Schluss sind es rund 7 Kilometer, die wir zurücklegen. Es ist sehr warm heute und so sind wir um jede Erfrischung in Form von Rasensprinklern, die auch das Trottoir und damit unsere Beine und Füsse berieseln dankbar. Danach der obligate Morgenschwumm im Meer. Heute aber erst nachdem wir die grossen Meer-Schildkröten fotografiert haben.

Nach dem Frühstücksbuffet kehren wir kurz in unser Zimmer zurück, wo wir Bücher, Laptop und Getränk zusammen packen und uns in den open-air Loungebereich des Hotels begeben. Da gibt es nämlich runde Riesensessel, in denen wir zu Zweit bestens Platz finden. Mit Lesen, Tagebüechle und Beobachten, was rund um uns abgeht, vergeht die Zeit im Flug.

Gegen 15.00 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Kapaau. In Kapaau waren wir bereits auf unserer ersten Big Island-Reise am 23.08.2010. Nebst dem wir im Park mit der Statue von König Kamehameha Fötelis machen wie vor drei Jahren (haben die gleichen Kleider an wie vor drei Jahren und bringen uns drei Jahre später in die gleiche Pose), unternehmen wir nichts grosses. Nach der kurzen Fotosession aber vor dem einsetzenden Regen nehmen wir im King's View Café Platz und bestellen ein Hula Chicken Sandwich … wie vor drei Jahren (bei unserem letzten Besuch hiess das Restaurant aber noch Snack Shack).

Das Essen schmeckt immer noch sehr gut, die Bedienung ist etwas stärker mit sich selbst beschäftigt aber trotzdem sind wir mit dem gebotenen zufrieden.

Nach dem Essen fahren wir zurück ins Hotel, wo wir den Abend gemütlich ausklingen lassen.

 

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Sonntag, 18. August 2013: Der Weg ist das Ziel

Eigentlich war von Beginn des heutigen Ausflugs klar, dass wir in den Hawai'i Volcanoes National Park wollten. Aber nachdem wir früh aufgestanden sind und uns sofort auf den Weg gemacht haben, blieb das “eigentlich” bereits bei der ersten Kreuzung nichts mehr als ein “eigentlich”. Denn das Navi, Typ “Ehefrau”, funktionierte noch nicht einwandfrei. Vom Waikoloa Resort herkommenden bogen wir bereits kurz nach der Ortschaft “Waikoloa Village” zu früh rechts ab, was dazu führte, dass wir Kurs zurück Richtung Kona nahmen. Dank dieser Fehlleitung bekamen wir aber aber einiges an der hier ansässigen Landwirtschaft mit Schwerpunkt Truten-, Geissen- und Rinder-Haltung zu sehen (dazu jenste “Watch for Nene X-ing” Schilder). Wir wenden und fahren die Strecke zurück. In Waimea gönnen wir uns im Starbucks ein kleines Sonntags-Frühstück und kaufen im nebenanliegenden Einkaufscenter Früchte, Getränke und Caramel-Popcorn (Typ: low fat, no Trans fat, gluten free aber Zucker wi ne More) ein. Ja und wenn wir jetzt schon so weit nördlich sind, könnten wir ja eigentlich unseren Ausflug an die Nordküste verlegen … Gesagt, getan. Wir fahren zum Waipio Valley Lookout. Von diesem bietet sich einem eine tolle Sicht auf die Hamakua Coast. Blauer Himmel direktübergehend in blau-türkisfarbenes Meer, schwarzer Sandstrand, grüne Hangabschnitte und durchgehende grüne Tarofelder (Taro ist eine blättrige Wurzelknolle, die wie Kartoffel zubereitet wird). Wir bekommen noch ein Cardinal Vogel-Paar zu Gesicht. Dieser Vogel mit viel Rotanteil in seinem Gefieder sticht aus der grünen Wiese sofort hervor.

Wir setzen unsere Reise fort und nehmen Kurs auf den Akaka Falls State Park. In einem halbstündigen Spaziergang kommt man durch reichlich tropische Vegetation zu den rund 126 Meter hohen Akaka Falls. Am Wegesrand sehen wir rote Ingwerpflanzen, Orchideen und dichte Dschungelvegetation. Die Farbpracht der Blumen und deren Duft ist betörend.

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Auf einer roten Blüte entdecken wir plötzlich eine grasgrüne Eidechse, die sich scheinbar aus der Pflanze nährt bzw. deren grossen Blätter zum Sonnen nutzt. Immer wieder bleiben wir stehen, schauen (z. B. Orchideen in den Baumwipfeln, Bananenblüten mit Fruchtständen) , fotografieren, geniessen. Ah ja, die Fälle waren auch sehr schön anzusehen und eindrücklich :-) Als wir zum Auto zurück kehren, stellt Martin anhand der Informationen eines seiner Gadgets fest, dass wir rund 1 Stunde 20 Minuten benötigt haben, um die vermeintlich kurze Strecke zurück zu legen. Davon haben wir uns 40 Minuten bewegt. Die restliche Zeit sind wir gestanden. Aber davon hat sich jede Minute gelohnt. Wir geniessen die lokalen Bananen und ein wenig Caramel Popcorn und sind froh, um die Getränke. Es ist durstiges Wetter.

Es ist kurz nach 12:00 Uhr als wir beschliessen, weiter nach Hilo zu fahren und von dort Kurs auf den Hawai'i Volcanoes National Park zu nehmen. Zwischendurch legen wir immer wieder kurze Stopps ein, um die beeindruckende Lavaküste, die schönen Buchten und die üppige Dschungelvegetation zu geniessen (Pepeekeo Scenic Drive / Hawaii Belt Road 19). Nach ca 1 1/2 Stunden Fahrt kommen wir beim Volcanoes NP an. Nach einem kurzen Abstecher im Visitor Center machen wir uns auf zur Erkundungstour. Der Crater Rim Drive, die Strasse, die den vier Kilometer breiten und 90 Meter tiefen Gipfelkrater des Kilauea umrundet, ist aktuell unterbrochen. Beim Halemaumau-Krater entweicht zur Zeit soviel giftiger Rauch, dass die Gegend nicht besucht werden kann.

Beim Thomas A. Jaggar Museum haben wir einen sehr guten Blick auf den rissigen, dampfenden Vulkan und können ein wenig in den Krater hineinspähen. Ein ähnliches Bild gibt es beim windigen Kilauea Overlook. Beim Fötelen erwischt uns eine starke Windböe und … wusch … liegen Martins Calgary Flames Cap und seine schöne Oakley Sonnenbrille auf der anderen Seite der Abschrankung krater-seitig im Gras. Aha, der Vulkan fordert seinen Tribut. Bevor die nächste Böe kommt, gelingt es Martin auf die sicherste mögliche Art und Weise die beiden verwehten Gegenstände wieder einzufangen. Das Ganze aber definitiv nicht zur Nachahmung empfohlen.

Hauptattraktion aus unserer Sicht ist der Devastation Trail, ein 800 Meter langer Wanderweg durch ein Lavafeld. 1959 spritzten hier 570 Meter hohe Lavafontänen in die Luft und rissen Asche und Bimsstein mit, zerstörten dabei einen Ohia-Wald und eine Strasse und hinterliessen nichts mehr als weisse Baumskelette inmitten schwarzer Schlacke. Eindrücklich. Zum Abschluss unseres Aufenthalts fahren wir noch zum Visitor Center zurück, um von dort aus den Sandelwood Trail zu unternehmen und Vögel zu beobachten. In Anbetracht der zeitlichen Situation, es ist schon nach 17:00 Uhr, absolvieren wir diesen nur teilweise, erfreuen uns aber noch einmal an der artenreichen Vegetation und der Geräuschkulisse, die von Vögeln und Grillen gestaltet wird. Kurz vor 18:00 Uhr verlassen wir den Hawai'i Volcanoes National Park. Es gilt die rund 170 Kilometer unter die Räder zu nehmen, um nach Hause zu kommen. Wir kommen zügig voran, sprechen über die eine oder andere Begebenheit des heutigen Tages und sind schlicht und ergreifend beglückt von den Erlebnissen des heutigen Tages. In Kailua-Kona legen wir einen Stopp für ein Abendessen ein. An der Party-Meile beim Alii-Drive werden wir fündig. Heute stehen Pizza und Hamburger auf dem Speiseplan. Wir gehen dann morgen wieder joggen :-)

Müde aber happy kehren wir gegen 22:00 Uhr ins Hotel zurück. What a wonderful day!

 

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