Freitag, 31. Dezember 2021: Andiamo a casa ragazzi. Preparate-vi!

Irgendwie komisch. Das vertraute Weck-Konzert aufgrund von bremsenden Zügen und Zugshornen 🚇 fehlt hier in Milano. Das war halt „nur“ in La Spezia so.
Wir stehen auf und geniessen einen ausgedehntes, wunderbares Frühstück im Hotel. Da passt jetzt wirklich alles: super freundliches und hilfsbereites Personal, grosse Auswahl an Köstlichkeiten, ökologische Umsetzung der covid-bedingten Frühstücks-Buffet-Organisation. Perfetto.
In Mailand verabschiedet sich das 2021 bei schönem Wetter. Die Sonne scheint und es ist angenehm warm. Kurz nach der Stadtgrenze holt uns kurz der Nebel ein. Wir kommen zügig vorwärts. In Como kaufen wir kurz Lebensmittel für über die Festtage ein. Danach ist es ein Katzensprung bis zur Landesgrenze. Und schon sind wir wieder in der Schweiz. Fahren non stopp Richtung Bern, wo wir kurz vor 17.00 Uhr ankommen. Dankbar und glücklich: für die schönen, abwechslungsreichen Ferientage, die gemütlich-schöne Zeller-Weihnachtsfeier in Nocchio, das feine Essen und das „Heil zu Hause ankommen“.

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Donnerstag, 30. Dezember 2021: Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien (Andreas Möller)

Wir entscheiden uns für Mailand! Nach Frühstück und Packen fahren wir gegen 10:30 Uhr los. Zuerst mit Ziel Genua, da wir den ersten Reiseabschnitt auf der meeresnahen Autobahn zurücklegen wollen. Zum Glück, denn die (noch) recht sonnigen Wetter-Bedingungen geben den Blick frei auf zahlreiche bunte Hügeldörfer, schöne Landschaften und natürlich auf das Meer. Da dieser Autobahnabschnitt nicht mega-stark befahren ist, kommen wir zügig und recht entspannt vorwärts. Ab Genua nehmen wir Kurs auf Milano. Auch heute ist es im Landesinnern stark neblig. So neblig, dass wir von der uns umgebenden Landschaft mal gar nichts mitbekommen. Kurz vor 14:00 Uhr treffen wir in Mailand ein. Zielstrebig und sicher steuert Martin unser „Öiti“ zum Hotel Hilton, wo wir das Zimmer 318 beziehen. Rasch etwas frisch gemacht und vor allem wärmer angezogen, machen wir uns auf unsere erste gemeinsame Mailand-Erkundungs-Tour. Martin kennt sich aus privaten und beruflichen Mailand-Aufenthalten gut aus. Auf direktestem Weg gelangen wir so zu den Navigli, die ich heute unbedingt sehen wollte. Navigli heissen die typischen Kanäle in und um Mailand. Der Naviglio Grande z.B. bringt Wasser aus dem Ticino-Fluss. Zusammen mit anderen Navigli ergab sich so eine Schifffahrtsverbindung zur Adria, die schon im 15. Jahrhundert (!) geplant aber erst unter napoleonischer Herrschaft vollendet worden ist. Zu Zeiten, da der Strassentransport langsam und beschwerlich war, bedeuteten solche Kanalverbindungen enorme wirtschaftliche Vorteile. So wurde z.B. der Mailänder Dom mit Marmor aus den Alpen errichtet, der über Navigli bis auf den Bauplatz geliefert wurde. Denn ergänzend zu den Navigli wurde noch ein Stichkanal errichtet, der bis 250 Meter an die Dombaustelle führte. 

Navigli in Milano
Navigli

Wir genehmigen uns einen Aperitivo in einem hübschen Lokal. Es ist recht kalt und das grau-neblige Ambiente führt einen eher hinein als hinaus. Dann noch einen Abstecher zum Dom (auf dem Dom-Platz wie immer ein Riesen-Gewusel) und zur üppig dekorierten Galleria Vittorio Emanuele II, der nach Viktor Emanuel II., dem Einiger und König Italiens benannten Einkaufsgalerie. Wir lassen uns im Meer von Einheimischen und Touristen, von Gesprächsfetzen, dem Blinken und Glitzern der Weihnachtsdekorationen und dem teilweise gleissend hellen Licht der really Big Screens treiben.

Duomo Milano
Duomo di Milano

Auf 19:30 Uhr finden wir uns im Restaurant Porta Rossa (dem äussert sympathischen Restaurant-Gastgeber zu Liebe halten wir fest, dass es sich bei der Porta Rossa um ein ristorante pugliese handelt) ein, in dem wir super fein und ganz gemütlich „cenieren“. Nach einem kurzen Spaziergang kehren wir ins Hotel zurück, wo wir – am zweiten Tag in Folge Italo-Musikvideos „inezieh“.

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Mittwoch, 29. Dezember 2021: Cinque Terre zum Zweiten – Ende Dezember am Meer

Gleiches Prozedere wie am Vortag. Einfach alles eine Stunde später, denn wir haben ja schliesslich Ferien. Wir fahren heute noch einmal nach Vernazza, um von dort nach Corniglia zu wandern. Auch heute gibt‘s einen ruppigen Anstieg und kurz darauf eine super tolle Aussicht auf Vernazza mit seiner alten Festungsanlage.

Vernazza
Vernazza

Auch heute: Terrassenförmig angelegte Felder, Zitronen-, Orangen- und Olivenbäume, Rosmarin-Büsche, gelb-blühender Sauerklee, Moose/Flechten … einfach nur schön. Schön anzuschauen und schön zu riechen. Nach rund vier Kilometern Wanderung treffen wir in Corniglia ein. Corniglia ist das mittlere der fünf Dörfer und das einzige Dorf, das nicht direkt am Meer liegt, sondern auf einer Klippe fast 100 Meter über Meer.

Corniglia
Corniglia

Da es hier keine Hotels und nur ein paar Gästezimmer gibt, ist Corniglia bisher von grossen Touristenströmen und -Strömungen verschont geblieben. In der Bar Vin Pane geniessen wir herrlich feine Foccacce und nochmals Amalfi-Zitronen-Gazosa. Dann steigen wir rund 200 Meter Treppen hinunter, um zum Bahnhof von Corniglia zu gelangen. Wir fahren mit dem Zug nach Riomaggiore. Eigentlich wäre es für uns eine Option gewesen, dahin zu wandern. Aber das Wetter ist unbeständig und aus den höher gelegenen Dörfern drückt der Nebel hervor. In ein paar Minuten Zugfahrt gelangen wir nach Riomaggiore. Riomaggiore ist das südlichste Dorf der Cinque Terre. Auch dieses hat seine mittelalterliche Struktur mit eng nebeneinander stehenden Turmhäusern erhalten. Die Häuser sind drei bis vier Etagen hoch und in den typischen ligurischen Farben (hauptsächlich in Rot- und Gelb-Tönen) bemalt.

Riomaggiore
Riomaggiore

Das Leben der Einwohner spielt sich weitgehend entlang der vom Hafen aufwärts führenden Strasse ab. Hier befinden sich zahlreiche Cafés, Restaurants und Geschäfte. Wie gestern in Manarola lassen wir auch heute in Riomaggiore ein paar Euros für kulinarische Köstlichkeiten (heute eher Süsswaren, gestern Oel, Pasta, Tappenade und Gonfi) springen. Gegen 17.00 Uhr sind wir zurück in La Spezia, wo wir den Abend gemütlich ausklingen lassen, indem wir nochmals im Hotelrestaurant ins Apéro steigen („You still don‘t know me“ – Drink von Martin) und dann auch gleich da zu Abend essen. Die Cinque Terre vermag uns sehr zu begeistern. Tolle Lanschaft. Auch am heutigen Tag hatte es recht viele Wanderer auf dem Weg. Hauptsächlich Italiener und Franzosen (Bonjour! – Ja klar, man kann überall Französisch sprechen …). Kaum vorstellbar, welche Touristenströme die ligurische Riviera-Idylle in den Sommermonaten zu bewältigen hat.

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Dienstag, 28. Dezember 2021: Was können die Cinque Terre?

Gestärkt nach einem tollen Frühstück (wenn‘s am bedienten Frühstücksbuffet Panettone gibt, ist es ein gutes Hotel – dies in Anlehnung an Götti Salvatores Haltung „Wenn es in einem Restaurant San Pellegrino Wasser gibt, ist es ein gutes Restaurant“) nehmen wir den 10.15 Uhr Zug nach Monterosso, d.h. entlang der ligurischen Riviera. Diese wird als eine der schönsten Küstenlandschaften der Welt bezeichnet. Daher wurde sie auch 1998 in das UNESCO Welterbe aufgenommen, um die Landschaft mit den steilen terrassenförmig angelegten Weingärten oberhalb der Dörfer zu erhalten. Die fünf Dörfer Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore waren lange nur zu Fuss oder über den Seeweg zu erreichen. Heute sind sie per Bahn, Schiff oder über kurvenreiche „Bergstrassen“ erreichbar. Reist man wie wir auf dem Landweg mit dem Zug an, verkauft sich die Küste teuer. Denn die Zugfahrt verläuft fast ausschliesslich in Tunnels. Nur kurz in Riomaggiore kann man einen kurzen Blick aufs Meer erhaschen. Sonst ist man wirklich so gut wie immer in Tunnels. Sogar die Bahnhöfe sind teilweise in Tunnels angelegt. 

Monterosso al Mare
Monterosso al Mare

Wie erwähnt, fahren wir bis Monterosso, dem grössten der fünf Dörfer. Ein malerisches kleines Städtchen mit dem einzigen grösseren Sandstrand der Cinque Terre. Wir sehen uns ein wenig um und machen uns zügig auf den Weg, um nach Vernazza zu wandern. Der Anstieg zu Beginn des Wanderabschnitts ist recht ruppig. Wir gewinnen aber rasch an Höhe und der Lohn für den Schweiss ist eine tolle Aussicht auf Monterosso mit seinen Überresten der alten Burg. Der Weg führt durch eine grüne Paradies-Landschaft. Unzählige Arten von Bäumen, Gräsern, Kräutern, Blumen und Moose säumen den Weg. Wir geniessen diese Wander-Etappe mit allen Sinnen.

Unterwegs an der Cinque Terre
Unterwegs auf dem Wanderweg
Ein Admiral an der Cinque Terre
Ein Admiral an der Cinque Terre

Obschon der Weg vom tagelangen Regen der Vortage recht durchnässt und teilweise schwierig begehbar ist, kommen wir (mit unseren Wanderstöcken) gut voran. Nach etwas mehr als zwei Stunden Wanderzeit erhalten wir einen ersten Blick auf Vernazza – ein echtes Idyll. Denn Vernazza verfügt über einen malerischen Hafen, in dem Einheimische und Touristen in den Sommermonaten gerne baden. Zudem ist der Hafen von Vernazza wohl der meistfotografierte Spot der Cinque Terre.

Vernazza
Vernazza

Die kleine Piazza am Meer mit Dom und typisch ligurischen Häusern fasziniert uns. Unter den ersten Sonnenstrahlen seit langem geniessen wir unser Picknick und lassen das Idyll auf uns wirken. Doch die Sonne hält sich nicht lange und es wird wieder kühl. Wir spazieren zum Bahnhof und nehmen den nächsten Zug Richtung La Spezia. In Manarola legen wir noch einen Zwischenhalt ein. Dieser Ort liegt auf zwei Felsenklippen und die farbenfrohen Häuser verteilen sich bis hinunter zum Meer, wo in der Buch der kleine Hafen liegt (Funfact: In den Küsten-Dörfern der Cinque Terre werden die Boote an Land überwintert. Wo immer es in Hafennähe freien Platz gibt, sind dort aktuell Schiffe „parkiert“.).

Manarola
Manarola

Hier würde die berühmte Via dell‘Amore, ein Fussweg der Manarola mit Riomaggiore verbindet, beginnen. Der Weg wurde zwischen 1926 und 1928 in den Fels geschlagen und führt beeindruckend der Steilküste entlang. Leider nur „würde“. Erdrutsche machen den Weg unpassierbar. Er wird bis ins 2024/25 neu angelegt. Wir probieren in der Hauptgasse eine Farinata – eine Art frittiertes Kichererbsen-Omelett (schmeckt ganz ordentlich) und erfrischen uns mit einer Gazosa aus Amalfi-Limonen. Danach geht‘s zurück nach La Spezia, wo wir in der Enoteca „Cinque Sensi“ ein Apéro und anschliessend in der „Osteria dell‘ inferno del 1905“ ein Spezialitäten-Znacht (Orata bzw. Stoccafisso) geniessen.Ein schöner Tag mit vielen Eindrücken und wieder einmal einer guten Wandermüdigkeit geht zu Ende.

Die Cinque Terre können also so einiges.

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Montag, 27. Dezember 2021: Lucca gibt‘s auch mit Sonne

Unglaublich aber wahr: Als wir heute Morgen aufstehen scheint die Sonne! Wetter: Grand beau. Dies an unserem Abreisetag. Ein letztes Mal das leckere Frühstücksbuffet im Hotel Illaria geniessen. Danach brechen wir auf Richtung La Spezia / Cinque Terre. Wir kommen gut vorwärts und legen einen ersten Stopp in Pietrasanta ein. Pietrasanta liegt etwa 30 km nördlich von Pisa am Fuss der Apuanischen Alpen. Der am Meer gelegene Ortsteil Marina di Pietrasanta ist ein bekannter Seebad-Ort. Der Name Pietrasanta steht logischerweise in engem Zusammenhang mit der in der Gegend weit verbreiteten Steinbearbeitung. In den in der Nähe gelegenen Marmorbrüchen von Carrara wird einer der besten Bildhauermarmore (Statuario) gebrochen, der u.a. auch in Pietrasanta verarbeitet wird. Funfact: Marmor tieferer Qualität (weniger reine, weisse und graue Platten) wird in Pietrasanta als billiges Baumaterial verwendet. So z.B. für Fussgängerstreifen, Trottoirs und Baumumrandungen auf öffentlichen Plätzen. Echt witzig anzuschauen. 

In Pietrasanta sind sogar die Fussgänerstreifen aus Marmor!
Fussgängerstreifen aus Marmor in Pietrasanta

Wir sehen uns den Dom San Martino aus dem 14. Jahrhundert und das Bapitsterium an, das eine kleine Ausstellung von Weihnachtskrippen aus Natur-Material zeigt. Auch hier schlendern wir gemütlich durch die Gassen und über den Domplatz, der von vielen schönen Palazzi umrahmt wird. Als wir an einem Tisch im Aussenbereich eines hübschen Lokals Platz nehmen, beginnt es auch in Pietrasanta zu regnen. Tja, das Wetter haben wir uns beide schon etwas besser vorgestellt. Wir ziehen uns ein paar Spremuta-Vitamine rein und setzen anschliessend die Reise „in einem Chut“ bis La Spezia (Hotel Firenze Continental, Zimmer 54) durch. Das Hotel ist sehr zentral gelegen (mit Sicht auf den Bahnhof von La Spezia , was natürlich Martin sehr freut. Daher erübrigt sich auch gerade die Frage, wer das Hotel ausgewählt hat …) und sehr stylisch. Macht wirklich Spass, hier zu logieren.
Da wir im Zentrum von La Spezia keine Lokalität finden, um zu Abend zu essen (viele Lokale haben zwischen den Feiertagen geschlossen, viele sind ausgebucht, bei anderen finden wir nichts auf der Karte, das uns „gluschtet“, kehren wir zum Hotel zurück und essen da etwas im dem Hotel angegliederten Restaurant (Bar/Restaurant Terminus). Gemütlicher Ausklang des Tages bei bei super feinen Club-Sandwiches und Salat.

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Sonntag, 26. Dezember 2021: It‘s raining again the whole day!

Wettermässig wird uns heute „cassetto più basso“ geboten. Es regnet in Strömen. Bevor wir das Hotel – heute nach einem genussvollen Frühstück – verlassen, fragen wir noch nach einem zweiten Hotel-Schirm. Ein grosser Schirm würde nicht reichen. Wir brauchen zwei. Die Bäche auf den Wiesen rund um die alte Festungsanlage führen mittlerweile „Hochwasser“.

Die Kanäle rund um Lucca sind kurz vor dem Überschwappen
Viel Wasser in den Gräben um die Stadtmauern

Wir schleichen uns über den Weg, um auf dem unebenen Belag nicht in tiefe Pfützen zu treten. Nach etwa 20 Minuten Fussweg treffen wir beim Bahnhof von Lucca ein. Heute fahren wir nach Pisa. Der schiefe Turm wartet auf uns. Die Zugfahrt – Lucca ab 10.42 – verläuft einwandfrei. Von der Landschaft sehen wir nicht viel, denn es regnet so stark, dass man durch die Fenster so gut wie nichts sieht. Kurz vor der Einfahrt in Siena San Rossore erspäht Martin aus der Ferne den Schiefen Turm von Pisa zum ersten Mal. Der im Abteil nebenan mitreisende Herr erklärt uns, dass wir von der Haltestelle San Rossore den kürzesten Weg zum torre pendente haben und es daher ideal für uns wäre, hier auszusteigen. Jacke an, Schirm auf und los geht‘s.

Tolle Bauwerke auf der Piazza del Duomo in Pisa
Viel Wasser bei der Piazza dei Miracoli

In der Tat gelangen wir nach einem kurzen Wegstück in die Anlage mit Turm, Kathedrale und Baptisterium – alles auf Rasen-Grund. Als erstes schauen wir uns den Dom an. Da noch eine Messe im Gang ist, können wir den Dom nur vom hinteren Teil aus einsehen. Auch dieser Dom ist wunderschön goldig/bunt und natürlich sehr reichhaltig und aufwändig dekoriert. Beim Turm begnügen wir uns mit der Betrachtung von „unten und aussen“. Die Sicht von oben würde wetterbedingt wohl eher ernüchternd ausfallen. Auch wir machen „Turm-Stemm“-Fötelis und geniessen das muntere Treiben der Gäste auf der Anlage.

…damit er nicht fällt…

Danach spazieren wir durch die Gassen und Gässchen Richtung Bahnhof – zuerst dem Arno entlang (sehr schöne Häuser und teilweise Universitätsgebäude) und dann in der Fussgängerzone. Zuerst noch mit offenem Schirm und dann mit geschlossenem. Pisa gibt’s tatsächlich auch ohne Regen.

Der H&M in Pisa befindet sich in einem alten Palazzo
Sogar der H&M in Pisa ist eine Augenweide!

Zwischendurch eine kleine Stärkung. Danach fahren wir zurück nach Lucca. Auch hier spazieren wir durch die Altstadt und schauen uns den St. Martins-Dom an. Wow: sehr, sehr schön – heiliger Martin halt – gibt sein letztes Hemd, der Martin 😉.

Duomo di San Martino in Lucca
Dom des heiligen St. Martin in Lucca

Zurück im Hotel planen wir unsere weitere Reise, schreiben Tagebuch und geniessen das warme und trockene „Ambiente“ des Hotels. Gegen 20.00 Uhr machen wir uns nochmals auf den Weg in die Altstadt von Lucca und kehren im Ristorante „All‘ Olivo“ ein. Das Lokal ist in einem Wohnobjekt untergebracht, d.h. verschiedene Tisch-Settings sind in verschiedenen Räumen untergebracht. Ich fühle mich sofort „Daheim“. Auf der Karte hat es recht exklusive Gerichte, z.B. die Vorspeise des Dreierleis von der Artischocke (gefüllt, im Ofen gebacken und roh als Salat mit Parmesan-Splittern ergänzt). Eine lukullische Freude ersten Grades. Gleiches gilt für Martins Vorspeise: mit Ricotta gefüllte Ravioli an einem Tomatensugo. Hauptgang: Kalbsplätzli mit Spinat (Martin) und Stockfisch mit Tomaten und Oliven und dazu ein Teller mit Gemüse vom Grill (Bettina). Ein Becher mit Waldfrüchten (Martin) und ein Semifreddo von Zitrusfrüchten (Bettina) runden das megafeine Essen in ruhigem Ambiente ab. Das Restaurant ist ein Volltreffer. 

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Samstag, 25. Dezember 2021: Zeller-Weihnachten in Nocchio

Böses erwachen in Lucca. Martin ist nicht gut „zwäg“. Er hustet, hat eine Bariton-Bärenstimme und fühlt sich nicht gut. Was jetzt? Wir stehen auf, machen uns fertig und gehen frühstücken. Das Frühstücks-Buffet ist phänomenal. Frisches Obst, verschiedene Brotsorten und diverse lokale Spezialitäten (Käse, Fleich, Kuchen etc.). Eigentlich alles zum Schwelgen … eigentlich. Martin hat eine Apotheke in der Nähe ausfindig gemacht, wo man sich testen lassen kann. Mit einem ersten „Lucca-Entdeckungsspazierung“ gelangen wir rasch zur Apotheke, wo sich bereits zahlreiche Personen eingefunden haben, um sich testen zu lassen. Im kurzen Austausch sagt man uns, dass man Martin bzw. uns nicht testen könne (weil wir keine Terminbuchung haben, weil Martin sagt, er habe Symptome … wir wissen‘s nicht genau). Man gibt uns aber die Apotheke Baldini an, zu der wir nach ca. 15 Wegstrecke gelangen. Auch hier sind alle Termine ausgebucht aber die Apothekerin sagt uns, sie werde schauen, ob sie etwas richten kann. Und sie kann dies tatsächlich. Nach nur etwas 20 Minuten Wartezeiten können wir uns beide testen lassen und erhalten den für uns positiven Entscheid eines negativen Test-Ergebnisses. Siamo molto felice!!! Der Zeller-Weihnachten steht nichts mehr im Weg. Wir kehren zurück ins Hotel, wo sich Martin mit Aspirin Erkältungs-Medis eindeckt und sich noch etwas ausruht. Gegen 12.30 Uhr fährt Giovanni vom Hotel Illaria unseren Wegen vor 😆 und wir machen uns auf den Weg nach Nocchio, wo Roli über Weihnachten ein schönes Anwesen gemietet hat. Auch heute regnet es stark und von den Hängen der Hügel auf dem Weg nach Nocchio ergiessen sich kleine Bäche. Nach etwas mehr als einer halben Stunde Fahrt treffen wir beim Haus ein und werden von Roli, Cathrin, ihrer Mutter und ihrem Bruder mit Partnerin Nadia willkommen geheissen. Auch Antonella, die italienische „Stör-Köchin“, ist bereits vor Ort. Nach einer Besichtigung der äusserst schönen Lokalität (geschmackvoll eingerichtete Zimmer, schöner Garten mit Olivenbäumen und Pool) geniessen wir einen kurzen Apéro. Und schon heisst es „Tutti a tavola!“.

Weihnachtsessen
Auf geht’s!

Antonella tischt zahlreiche Antipasti-Spezialitäten auf (Hühnerleber- und Tomaten-Crostini, Brüsseler mit Blauschimmel-Käse, Chicorée mit Seseam-Sauce), gefolgt von einem Risotto als Primo auf. Danach gibt es Härdöpfustock, Linsen und eine Art Schweinswurst (Typ Treberwurst) als Secondo – für die Vegetarier Sellerie-Scheiben an einer Zwiebel-Rahmsauce). Das Essen mundet uns sehr. Auch wenn es nach viel tönt, fühlen wir uns am Ende nicht überessen. Zum Dessert gibt es eine noch leicht warme Apfeltarte, die alle verzückt – so lecker ist sie.Herrlich, so toll bekocht zu werden. Einmal mehr tiefe Dankbarkeit.Danach sitzen wir gemütlich zusammen, spielen ein lustiges Geographie-Spiel zur Schweiz, machen Bescherung und gsprächlen/lachen bei Wasser, Rum, Baileys, Zigarren, Cadbury chocolates, toffees and sweets. Wirklich richtig gemütlich und schön das Zusammensein im Wohnbereich mit dem offenen Kaminfeuer.Für die Rückfahrt nach Lucca nehmen wir die Route über die Autobahn, die zwar etwas länger dauert, uns dafür aber sicherer erscheint (es hat den ganzen Tag heftig geregnet und irgendwo muss es auch hier cinghiale 🐗 geben – wäre ja sonst nicht so eine weit verbreitete Spezialität).Gegen 21.30 Uhr treffen wir im Hotel ein und machen noch „FiZeller Weihnachts-Bescherung“. U.a. schenkt mir Martin ein Fotobuch zu unserem Trans Swiss Trail Projekt 2020/2021. 🥰.

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Freitag, 24. Dezember 2021: Panettone a colazione in Siena

Könnte man passender in den Tag des Heiligen Abend starten als mit Panettone und Clementinen zum Frühstück? Wir glauben nicht. Für den heutigen Tag haben wir eine Rundreise in der toskanischen Landschaft geplant. Von Siena aus fahren wir weiter südwärts mit Ziel Montalcino, wo wir Wein kaufen gehen wollen. Auch wenn das Wetter alles andere als schön ist, geniessen wir die Fahrt durch die hügelige Landschaft mit den typischen Zypressen-Bäumen bzw. -Alleen. Wohin wir den Blick schweifen lassen, es gibt immer etwas schönes zu entdecken. Nach einer recht aufwändigen Suche (Fahrt über gravel road und den letzten Kilometer zu Fuss) finden wir schliesslich auch Martins Wunsch-Sujet, die Vitaleta-Kapelle (Madonna di Vitaleta). Hier gibt‘s dann zum Regen auch noch Sonne und somit einen schönen Regenborgen. All unsere Lieben sind mit uns hier … 🌈 

Kapelle Vitaleta - Toskana live!
Vitaleta-Kapelle

Wir beschliessen, die Zwischenziele San Gimignano und Volterra auszulassen. Denn es ist schon Mitte Nachmittag als wir in einem Supermercato (Coop) kurz nach Montalcino (haben feinen Wein gekauft) ein paar Einkäufe (Wasser, Clementinen) erledigen. Die Zeit reicht auch hier nicht für alles und wir haben in Lucca bereits ein Hotelzimmer gebucht.

Wir kommen gut vorwärts aber die Strecke zieht sich. Mit der Dämmerung setzt auch starker Regen ein, der die Fahrt zusätzlich anspruchsvoll macht. Wir sind froh, als wir endlich in Lucca eintreffen und im zweiten Versuch auch das Hotel Illaria (enge Gassen und viele Einbahnstrassen) finden. Das Nachtessen im reservierten Lokal „Antica Drogheria“ fällt mässig aus. Es passt dazu, dass dies das erste Lokal ist, in dem wir nicht unser Zertifikat zeigen müssen. Wir sind beide müde und bei Martin kündigt sich eine Erkältung an. Daher essen wir nur kurz und kehren subito zurück ins Hotel.

Stadttor von Lucca
Lucca: Porta Santi Gervasio e Protasio

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Donnerstag, 23. Dezember 2021: Siena – città del cuore

Per Taxi lassen wir uns ins Stadtzentrum chauffieren. Und ja, Zentrum ist Zentrum. Zentraler als auf die Piazza del Campo kann man in Siena nicht sein. In der Torrefazione Fiorella gibt‘s einen leckeren Cappuccio und frisches Gebäck zum Frühstück. Schmeckt super und gibt Energie für die Erkundungstour des Doms von Siena. Das mit charakteristischem schwarz und weissem Marmor eingefasste Backstein-Bauwerk ist eines der Bedeutendsten der gotischen Architektur in Italien.

Dom von Siena
Dom von Siena

Die Domkirche wurde im Jahre 1179 eingeweiht. Die Arbeiten dauerten fast zwei Jahrhunderte! Im 13. Jahrhundert begannen die Arbeiten an der Fassade unter der Leitung von Giovanni Pisano, 1313 wurde der Kampanile fertiggestellt und 1317 begann die Erweiterung. Denn Siena wollte im Sinne einer „Machtdemonstration“ einen noch grösseren Dom. Aber dieser Traum löste sich in Luft auf, als sich die Pest im Jahre 1348 in der Stadt verbreitete. Die darauffolgende Wirtschaftskrise und insbesondere statische und Baugrundprobleme (Hanglage) führten 1357 zur Einstellung der Bauarbeiten. Die Spuren des ehrgeizigen Projekts sind heute noch in den verbliebenen Säulen und in der grossen unvollendeten Fassade (in Facciatone) zu sehen. Wir besuchen als erstes das Museo dell‘Opera del Duomo. Unsere zwei Highlights hier:

  1. Der Salon mit den rund 10 Statuen und dem grossen Farb-Glasfenster (Durchmesser von 6 m) an der Rückwand „Aufnahme Marias in den Himmel“ von Duccio di Buoninsegna. Dieses war ursprünglich hoch in der Apsis des Doms platziert (heute ist dort eine Kopie eingefügt).
  2. Die Aussicht von der Terrasse am Facciatone. Die Terrasse ist über zwei Wendeltreppen erreichbar. Von da geniessen wir eine aussergewöhnliche Aussicht auf den Dom, die Piazza del Campo und den Rest der Stadt sowie das angrenzende Umland. Splendida!
Ausstellungssaal mit den Aposteln und dem Rundfenster
Ausstellungssaal mit den Aposteln und dem Rundfenster
Aussicht vom Facciatore auf Siena
Welch tolle Aussicht vom Facciatone!
Aussicht vom Facciatore auf Siena
Blick auf Siena

Im Anschluss sehen wir uns den Dom an. Grossartig, überwältigend und nicht mit Worten beschreibbar. Unsere drei Haupteindrücke hier:

  1. Der Mosaik-Fussboden, der aus über 50 grossen Marmor-Feldern besteht, die Szenen aus der Mythologie des Alten Testaments darstellen. Die ältesten Felder stammen aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts (!), die neuesten aus dem 19. Jahrhundert. Die farbigen Marmorintarsien stellen ein einmaliges Werk der italienischen Kunst dar. Einige der schönsten Motive sind aus konservatorischen Gründen abgedeckt.
  2. Die wunderschöne achteckige Kanzel von Niccolò Pisano, die auf Säulen, welche von Löwen gestützt werden, ruht. Sie gehört zu den wichtigsten italienischen bildhauerischen Werken des 13. Jahrhunderts.
  3. Die Weihnachtskrippen-Szenerie: Der aktuellen Situation geschuldet sind alle Figuren rund um den Stall von Bethlehem geimpft. Davon zeugen die Pflaster, die alle tragen. Den Greenpass haben sie sicher alle auch vorweisen müssen, um vorgelassen zu werden.
Kanzel im Dom von Siena
Achteckige Kanzel von Niccolò Pisano
Die Krippenfiguren im Dom von Siena sind geimpft
Die Krippenfiguren im Dom von Siena sind geimpft

Wir schliessen die Dom-Visite mit dem Besuch des Baptisterium San Giovanni ab. Dieses wurde 1316 bis 1325 erreichtet. Bedeutendstes Ausstattungsstück ist das 1429 fertiggestellte Taufbecken, an dem die wichtigsten Bildhauer der italienischen Frührenaissance beteiligt waren. Das Becken wird aktuell aufgefrischt und ist daher nur partiell einsehbar.

Nach unserem Besuch der verschiedenen Dom-Einrichtungen schlendern wir durch die Gassen zurück zur Piazza del Campo, wo wir uns an einen der mittlerweile besonnten Tische eines Restaurants setzen. Und schon trifft auch Roli auf der Piazza ein. Mit ihm, Cathrin und ihrer Mutter, Sian, treffen wir uns zum kurzweiligen Pizza-Lunch.

Palazzo Pubblico in Siena
Zu Besuch im Palazzo Pubblico

Danach spazieren wir noch etwas durch die Gassen, shoppen ein wenig (Weihnachtsgeschenk aus Leder 🤫, Gürtel, Coppola, Cinghiale … animale di pezzo), gehen nochmals zum Dom, um dort Abendfotos zu machen und essen anschliessend auf der Piazza del Campo (Restaurant Gran Caffè aus dem Nannini Imperium. Slogan des Restaurants: Dal cuore 🤍🖤di Siena) noch zu Abend. Wir haben heute beide unser Herz an die wunderschöne Stadt Siena verloren und schliessen darum das Abendessen mit einem Müntschi, „Bacio di Siena su cremà inglese“ ab. Mit dem Taxi geht‘s dann gegen 20.00 Uhr wieder zurück zum Hotel, wo wir den Tag gemütlich ausklingen lassen.

Dom von Siena in der Nacht
Dom von Siena in der Nacht

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Mittwoch, 22. Dezember 2021: Panettone here, Panettone there, Panettone everywhere … und wir können nicht widerstehen

Wir machen uns abreisefertig und frühstücken auch heute ausserhalb des Hotels. Da wir in Italien eigentlich meistens am Abend gross essen, ist uns ein Frühstücksbuffet-Angebot auch in Covid-Zeiten meistens zu üppig, so dass wir lieber in einer kleineren Lokalität frühstücken. Heute begeben wir uns zu Massimo Sartoni (Forno Sartoni). Die einheimischen Kunden begrüssen ihn mit Vornamen und wählen wie wir aus seinem reichhaltigen Brot- und Snackangebot aus. Die Sachen schmecken herrlich. So lässt es sich gut in den Tag starten. Zudem bietet Massimo auch selbst gemachten Panettone an. Ich kann nicht widerstehen und kaufe einen kleinen als Reiseproviant. Das wäre also mittlerweile Panettone Nr. 3. Wir spazieren noch etwas durch die Gassen und „schoufänschterle“ bevor wir zum Hotel zurückkehren. Unser Auto, das während unseres Aufenthalts ausserhalb von Florenz auf einem Parkplatz untergebracht war, steht auch schon da. Wir verstauen alle unsere Habseligkeiten und machen uns auf den Weg Richtung Siena. Wir kommen zügig aus Florenz heraus und fahren bis zu unserem ersten Ziel: Colle di Val d‘Elsa – einer Stadt, die früher berühmt war für ihre Buchdruckereien und Kristallglaswaren.

Unterwegs in den Gassen von Colle di Val d‘Elsa
Unterwegs in den Gassen von Colle di Val d‘Elsa
Stadttor von Colle di Val d‘Elsa
Stadttor von Colle di Val d‘Elsa
Colle di Val d‘Elsa
Colle di Val d‘Elsa

Die kleine Stadt mit rund 22‘000 Einwohnern liegt im Tal der Elsa. Sehenswert ist die Oberstadt Colle Alta, die eigentlich durch einen Aufzug von der Unterstadt zu erreichen wäre, wenn der denn fahren würde, was er aber eben nicht tut. Aber wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein Weg und so gelangen wir dann halt zu Fuss in die Oberstadt. Sehr, sehr hübsch, auch wenn natürlich in der off Season viele der Lädchen und Bars geschlossen haben. Wir erkunden die Oberstadt und finden sogar eine Pasticceria. Und zwar nicht einfach irgendeine Pasticceria, sondern diejenige von Mario Barone – einem Meister seines Fachs.Dumm für uns, dass auch Mario Barone Panettone im Angebot hat. Unter anderen in der Geschmacksrichtung Caffè e Caramelle … Daran führt für mich heute kein Weg vorbei. So macht sich schon bald Panettone Nr. 4 mit uns auf den Weg in die Unterstadt.
Fun Fact: Val d‘Elsa ist der Ort, in dem Carlo Lorenzini (bekannt als „Collodi“) die mittelalterliche Fonte di Pinocchio entdeckte. Wahrscheinlich diente ihm der Brunnen als Inspirationsquelle für den Namen seiner berühmten Holzpuppe. Und: si non e vero è ben‘ trovato 🤥.

Monteriggioni
Monteriggioni
Stadttor von Monteriggioni
Stadttor von Monteriggioni

Weiter geht‘s Richtung Monteriggioni (@Andrea: Danke für den guten Tipp). Monteriggioni liegt auf dem Berg Monte Ala und ist von einer eindrücklichen mittelalterlichen, noch heute erhaltenen Stadtmauer von etwas zwei Meter Breite und 570 Meter Länge mit Wehrgang und mit 14 Türmen umgeben, von denen heute noch elf weitgehend unbeschädigt sind. Der Durchmesser der in Kreisform angelegten Stadtmauer beträgt ca. 172 Meter. Der kleine Flecken besitzt zwei Stadttore: das Siena zugewandte Haupttor Porta Franca und das nach Florenz ausgerichtete Tor Porta die Sotto. Wir kaufen in einem Lädchen ein Leder-eingebundenes Notizbuch und handgefertigte Ohrstecker, büselen mit den Dorfkatzen herum und schliessen den bereichernden Besuch mit einem „starken“ Schluck Caffè ab.
Von Monteriggioni nach Siena sind es nur etwa 8 km Fahrt bis zum Hotel 4 Points by Sheraton. Das Hotel liegt drei Kilometer vom Stadt-Zentrum entfernt. So können wir unser Auto hier stehen lassen und mit dem Bus in die weitgehend verkehrsfreie Innenstadt gelangen. Dies werden wir morgen machen. Heute geniessen wir die Zeit im Hotel (Zimmer 312) mit Lesen, Reise-Eindrücke sacken lassen und relaxen. Wir essen auch hier im Hotel zu Abend.

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Dienstag, 21. Dezember 2021: Firenze a piedi

Wir logieren wie die Könige und haben auch so geschlafen. Erholt und voller Tatendrang starten wir in den Tag. Wir entscheiden uns, nicht im Hotel zu frühstücken und begeben uns stattdessen in die Bäckerei S.Forno, die auch ein paar Sitzgelegenheiten bietet. Toll: im hintersten Teil des Lokals wird frisch gebacken und produziert, im mittleren Teil werden die Waren konfektioniert (heute werden Panettone verpackt) und im vordersten Teil, werden Brote,  Gebäck und lokale Spezialitäten (z.B Aceto aus Modena) verkauft. Super schönes Lädchen mit Stil und alles sehr lecker.

S.Forno - tolle Bäckerei in Firenze
S.Forno – tolle Bäckerei

Wir schlendern durchs Quartiere Santo Spirito, das uns sehr gut gefällt. Hier hat es zahlreiche kleine Lädchen (Leder, Papeterie-Utensilien, Kleider, Haushaltwaren etc.), Lebensmittelgeschäfte, Kaffee-Bars und Restaurants aber natürlich auch zahlreiche Kirchen (Santo Spirito) und Palazzi (Palazzo Pitti) sowie weitere Sehenswürdigkeiten (Aussichtspunkt an der Porta San Niccolò).

Blick auf den Dom von Firenze vom Aussichtspunkt aus

Vom erwähnten Aussichtspunkt kommt man in den Genuss einer einmalig schönen Panorama-Sicht von Florenz. Wir geniessen die beschauliche Entdeckungstour zu Fuss. Es gibt immer etwas zu sehen: Schöne weihnachtliche Dekorationen, die immergrüne Steineiche, Vögel wie z.B. ein Ibis im Schilf- und Rasengürtel entlang des Arno etc.. Zum Highlight der heutigen Tour entwickeln sich auch die „künstlerisch um-gestalteten“ (mehrheitlich) Einbahnschilder. Auch in Florenz gibt es unzählige Einbahnstrassen. Zahlreiche der entsprechenden Einbahn-Strassenschilder wurden künstlerisch „aufgewertet“ – dies auf eine humorvolle Art und Weise. So richtet sich denn unsere Aufmerksamkeit im weiteren Tagesverlauf plötzlich auffallend stark auf die Einbahnstrassen 😊. Macht Spass so lange man zu Fuss unterwegs ist. 

Boing!

Dann kaufen wir uns noch zwei Panettone (Classico und Fragole del Bosco) und kehren ins Hotel zurück, um Pläne für die weitere Reise zu schmieden. 

Ergebnis: Morgen reisen wir weiter Richtung Siena.

Auf geht‘s fürs Abendessen. Im Restaurant „Angiolino – ai 13 arrosti“ werden wir fündig. Weniger freundlicher Service als am Vortag aber auch fein. Der „Absacker-Spaziergang“ führt uns zum Ponte Vecchio (hier ist nun auch Ruhe eingekehrt) und dann weiter zum Mercato del Porcellino, wo wir dem Porcellino (das kein Ferkel, sondern ein ausgewachsener Eber ist) auch kurz die Nase reiben.

Reibe deine Hand an der Wildschweinschnauze und du wirst Glück haben
Schwein gehabt

Im Volksmund heisst es, dass das Berühren der Nase des Schweins Glück bringt. Das vollständige Verfahren zur Erlangung eines guten Omens wäre, dem Schwein eine Münze in den Mund zu legen, nachdem man seine Nase gerieben hat: Wenn die Münze hinter das Gitter fällt (in Fliessrichtung des Wassers), wird die Prozedur Glück bringen, sonst nicht. Es heisst, dass tendenziell nur die schwereren Münzen in das Gitter fallen, wo sie von der Stadtverwaltung eingesammelt werden …
Da der Brunnen fast kein Wasser führt, sehen wir von der Münz-Prozedur ab.

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Montag, 20.12.2021: FIRENZE – una volta è la prima volta!

Kurz vor 11.00 Uhr verlassen wir Parma und machen uns auf den Weg Richtung Florenz. Einen ersten Stopp auf der heutigen Etappe legen wir bei einer Weinkellerei ein, wo wir Wein für das Weihnachtsessen mit Roli und Familie und Malvasia Frizzante kaufen. Und ja, natürlich kommt noch so das eine oder andere mit wie z.B. getrocknete Steinpilze, Spumante und eine Pilz-Polenta-Mischung. Mit den soeben erstandenen Schätzen machen wir uns auf den Weg Richtung Modena. Auf der Autobahn kommen wir heute bei schönerem Wetter (es geht ja … Autostrada del Sole!) gut voran. Leider hat die Aceto Balsamico Manufaktur im Süden von Modena zu. So kriegt halt einfach unser Auto etwas stärkenden Saft und wir setzen die Reise fort. Kurz nach Bologna trennt sich die Autobahn nach Florenz in zwei Abzweigungen, nämlich die Route „Diretissima“ und die Route „Panoramica“. Wir entscheiden uns spontan für den Panoramica-Abschnitt. Glückstreffer: Fast keine Camions und auch sonst nur noch wenig Verkehr und vor allem schöne Sicht aufs toskanische Land. Ja, eben Panoramica!

Wir geniessen‘s, auch wenn wir vom einzigen Rastplatz, der aufgrund der umfangreichen Bauarbeiten befahrbar ist, keine Aussicht haben, da es zu viele und vor allem zu hohe Bäume hat, die den Rastplatz talseitig abgrenzen. Schon bald fahren wir in die Agglomeration Firenze ein und finden das mega zentral in der Innenstadt gelegene Hotel „Milu“ zügig. Die letzten Meter in der verkehrsfreien Innenstadt (Zona Traffico Limitato / ZTL) sind dabei schon etwas spektakulär. Aber wir sind „gemeldet“ und dürfen das.

Wir durften in die Fussgängerzone reinfahren...
Wir durften in die Fussgängerzone fahren

Das Hotel Milu liegt an der Via Tornabuoni in einem eleganten Gebäude aus dem 14. Jahrhundert und damit im pulsierenden Herzen von Florenz‘ historischem Zentrum. 22 Zimmer schlichten Stils verbinden klassische Eleganz mit modernem Design. Die fünf Etagen sind über ein Treppenhaus aus dem 19. Jahrhundert (mit „altem“ Aufzug in der Mitte) verbunden. Wirklich super schön, cozy und vor allem mega zentral gelegen. Wir logieren im Zimmer 202.
Ein erster Stadtrundgang führt uns über die Ponte Santa Trinità ins Quartiere Santo Spirito. Wir lassen das emsige aber gleichzeitig beschauliche Treiben in den Gassen auf uns wirken und nehmen Kurs auf die Ponte Vecchio, auf der sich die Goldhändler-Zunft installiert hat.

Ponte Vecchio, Firenze
Ponte Vecchio

Im Quartiere Santa Croce statten wir den Uffizi einen Outdoor-Besuch ab, um von dort via dem Palazzo Vecchio ins Quartiere San Giovanni und da zum Dom zu gelangen. Wow, wow, wow. Einfach überwältigend: die Grösse/Dimension, die Bauart und die verschiedenen Farben des Marmors. Wir sind überwältigt. Nach einer kurzen Erfrischung und einem Abstecher in die Markthalle lassen wir uns noch etwas durch die Gassen treiben bevor wir zu unserem Hotel im Quartiere Santa Maria Novella zurückkehren. 

Dom von Firenze
Der Dom von Florenz


Fürs Abendessen begeben wir uns wieder „ans andere Ufer“, d.h. über die Santa Trinità Brücke in den Borgo San Jacopo, wo wir in der Osteria del Cinghiale Bianco  heute mal wieder vegetarisch essen gehen (Bruschetta al Pomodoro, Insalata mista und Pasta mit Pomodorini und Burrata). Dazu noch leckeren Hauswein und nach dem Dessert (Tiramisu und Panna Cotta) gibt‘s ein Schnäppschen aufs Haus. Massimo Masselli, der Senior Chef, der jahrelang in der Schweiz gearbeitet hat, freut sich, mit uns seine Schweiz-Erinnerungen aufzufrischen. Eine spontane Begegnung, die auch uns Freude bereitet. Am Schluss führt er uns sogar durch die Küche des Cinghiale Bianco in das zweite Lokal der Familie, die Osteria del Pavone. Ein in einer alten, wunderschönen Lokalität eingerichtetes Restaurant; modern und sehr schick. Signor Masselli ist sichtlich Stolz auf die Errungenschaften seiner Familie. Wir teilen die Freude mit ihm und verabschieden uns. Schön war dieser erste Florenz-Tag.

Ponte Vecchio by night
Ponte Vecchio by night

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Sonntag, 19.12.2021: Scopriamo Parma

Nach acht Stunden erholsamen Schlafs wachen wir auf und machen uns startklar. Das Frühstück im Hotel mit der Covid-bedingten Arbeitsteilung (einer bedient das Buffet, einer bringt die Getränke und der dritte sollte eigentlich die Tische abräumen und neu eindecken, hat aber gerade Pause – 😆 oder so ähnlich) gestaltet sich am Anfang etwas kompliziert. Irgendeinmal haben wir dann aber alles auf dem Tisch, was wir für einen guten Start in unseren Parma-Sonntag brauchen. Bei schönstem Sonnen-und-blauer-Himmel-Wetter begeben wir uns in die Stadt und steuern da als erstes den Complesso Monumentale della Pilotta an. Ja, der Ausdruck “Monumental-Komplex” passt einwandfrei. Nach Greenpass- und Fieber-Check steigen wir die imposante Treppe hoch, die uns zum Teatro Farnese führt. Ein erstes „Wow“ verlässt unsere Lippen. Eine grossartige Holzkonstruktion, in schönem Farbambiente lässt uns staunen. Ganz toll – auch wenn nicht mehr im Original (1618), sondern nach den Kriegs-Bombardierungen nachgebaut.

Teatro Farnese
Teatro Farnese

Die Besichtigungstour führt weiter durch die Ausstellung „Archeologia e Arti a Parma“, die Biblioteca Palatina und die Galleria Nazionale u.a. mit dem kleinen, sehr schön gerahmten Bild „La Scapiliata“ von Leonardo da Vinci.

Bilder, viele Bilder
Bilder, viele Bilder

Stunden später treten wir in das immer noch sonnengeflutete Parma, um dann kurz darauf im Teatro Regio (Opernhaus von Parma) an einer Führung teilzunehmen.

Teatro Regio in Parma
Teatro Regio

Das Theater wurde 1821 von Marie-Louise von Österreich (DER Maria Luigia in der Geschichte Parmas) in Auftrag gegeben. Der ursprüngliche Name war zunächst Teatro Ducale, nach dem Tode von Marie-Louise (12.12.1791 – 17.12.1847), eigentlich Maria Ludovica Leopoldina Franziska Therese Josepha Lucia, Erzherzogin von Österreich, ab 1817 auch Maria Luigia d‘Asburgo-Lorena, Duchessa di Parma, Piacenza e Guastalla und zweite Ehefrau Napoleons I.) wurde es 1849 in Teatro Reale umbenannt und erhielt 1860 schliesslich den Namen Teatro Regio. Und wenn schon Kultur dann auch gleich noch eine Kirche, bitte. Gesagt, getan.

Dom von Parma
Im Dom von Parma

Wir besichtigen den eindrücklichen Dom Santa Maria Assunta von Parma, der Kathedrale des römisch-katholischen Bistums Parma. Wir lassen die vielen Eindrücke (Gemälde, Verzierungen, Orgel etc.) auf uns wirken. Wunderschön.
So, jetzt brauchen wir aber eine kleine Stärkung. In der Bar Cardinal gönnen wir uns ein Panino und eink Dolce con Caffè. Danach schlendern wir noch ein wenig durch die charmanten historischen Gassen von Parma mit ihren in schönen Farben und weitestgehend gutem Zustand (Fassade grundsätzlich aber vielerorts auch reichhaltige Stuckverzierungen) erhaltenen Gebäuden.

Bevor wir im späteren Nachmittag kurz zum Hotel zurückkehren, statten wir noch der Buchhandlung Feltrinelli eine Stippvisite ab. 
Kurz vor 20.00 Uhr betreten wir das Restaurant La Forchetta. Sie haben noch einen Tisch für uns frei, so dass einem genussvollen Abendessen nichts mehr im Weg steht. Nebst den Aperitifi Getränken ordern wir noch Torta Fritta di Parma (eine Art „frittiertes“ Brot) und ein Salumi-Plättchen. Beides schmeckt vorzüglich, lässt gleichzeitig noch genügend Appetit für einen Fisch-Hauptgang mit Kartoffeln bzw. einem gemischten Salat.

Millefoglie
Millefoglie

Zum Dessert gibt es für Martin ein Millefoglie con crema diplomatica e fragole und für mich ein Violetta di Parma Gedicht (Bavarese al cassis e violetta di Parma su biscotto semi-integrale, aqua alle rose e violetta cristalizzata).

Violetta di Parma
Violetta di Parma

Optisch und kulinarisch beides ein Traum.Nach so viel Genuss machen wir uns mit einem gemütlichen Spaziergang auf den Nachhauseweg zum Hotel.

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Samstag, 18.12.2021: Natale in Italia

Heute reisen wir mit dem Auto nach Italien. Das Ziel der Etappe: Parma.Von Bern geht‘s via Luzerner Hinterland und Innerschweiz Richtung Gotthard. Ab Stans kommen wir an vielen Etappen-Orten des Trans Swiss Trails vorbei. So lassen wir denn auch auf unserer Reise durch die winterlich-kalt-graue Landschaft verschiedene Wander-Erinnerungen Revue passieren. Wir kommen zügig voran und auch die Gotthard-Strassentunnel-Durchfahrt verläuft einwandfrei.

Zwischenstopp in Quinto
Zwischenstopp in Quinto

In Quinto legen wir eine kurze Pause ein. Ein Cappuccino und ein Mocca-Joghurt aus der Chäsi Airolo munden und geben Energie für die Weiterreise. Da unser PCR-Testzertifikat nur bis ca. 12.40 Uhr gültig ist, setzen wir unsere Reise bis zur Landesgrenze zügig fort.

An der Grenze in Chiasso
Den PCR-Test an der Grenze interessiert niemanden

Es versteht sich von selbst, dass an der Grenze kurz nach Chiasso die „Grenzer“ weder Test- noch Einreisedokument sehen wollen. Aber was soll‘s: Wir sind in Italien. Die Autobahn Richtung Bologna trägt den Namen „Strada del Sole“. Sie macht ihrem Namen heute aber keine Ehre. Es ist gleich kalt, grau und garstig wie im Schweizer Mittelland.

Auf der Strada del Sole - im Nebel

In und um Mailand herum nimmt die Verkehrsdichte zu aber wir kommen auch hier zügig und sicher durch. Martin beschliesst, die Autofahrt gleich bis Parma durch zu ziehen. So kommen wir kurz nach 14.00 Uhr in Parma beim Hotel an. Navi sei Dank – grazie. Wir beziehen das Zimmer 406 im Hotel Sina Maria Lugia. Nach einem kurzen Imbiss im Zimmer ruhen wir uns etwas aus und machen uns im späteren Nachmittag auf den Weg in die Innenstadt. Die Stadt macht einen leicht verschlafenen Eindruck. Es scheint, dass sich alle ob der Kälte und des Nebels nach Hause zurück gezogen haben. Dieser Eindruck hält sich, bis man sich in der Fussgängerzone befindet. Hier brummt der Bär. Die Geschäfte haben bis 19.00 h geöffnet und so hat es noch viele Kauflustige in den hübschen Gassen. Wir lassen uns treiben – treiben bis zur Enoteca Tabarro, wo wir uns ein Glas Malvasia Frizzante und ein ein Plättchen mit einheimischen Parmaschinken-Spezialitäten gönnen. Molto, molto buono, fantastico.

Unterwegs in Parma
So lässt sich leben…

Wir setzen unsere Erkundungs-Tour fort. Das nass-kalte Wetter veranlasst uns schon bald, uns nach einer Lokalität für das erste Abendessen in unseren Ferien umzuschauen. Viele Lokale öffnen erst um 20.00 Uhr oder später. Im Restaurant La Greppia, das gute Rezensionen hat, erhalten wir dann aber schon vor 19.00 h einen Tisch und geniessen – umgeben von zahlreichen italienischen Familien (u.a. Tochter mit Weihnachtskrönchen) – ein leckeres Abendessen. Wir steigen auch hier mit einem Glas Malvasia Frizzante ein. Zum Unterlegen gibt es mit Speck ummantelten Parmesan-Käse. Dies gefolgt von einer Fleischspezialität mit Spinat (Martin) und überbackenen Auberginen 🍆 mit Polenta (Bettina). Satt und müde aber gut gelaunt (wäre wohl auch ohne Wein der Fall gewesen 😉) kehren wir ins Hotel zurück, wo wir in unser Bett und in einen tüüfen, guten Schlaf fallen.

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Freitag, 9. Juli 2021: Ciao, ciao bella Italia

Gut erholt nach einer Tiefschlaf-Nacht erwachen wir kurz nach sieben Uhr. Wir machen uns abreisefertig und geniessen zum zweiten Mal das Artemisia-Frühstück. Wir haben noch etwas mehr als eine Stunde Zeit, bevor wir uns per Taxi zum Flughafen Palermo-Punta Raisi „Falcone e Borsellino“ aufmachen müssen. Zu Fuss begeben wir uns ins gleich an die Via Roma grenzende Borgho Vecchio, um noch Früchte zum Heimnehmen zu kaufen. Die Strassen sind schmutzig und voller Unrat, die Häuser recht heruntergekommen und es hat nicht viele Leute auf der Strasse. Kehren wir um? Noch kurz um die nächste Ecke und … wir stehen mitten in Palermo in einer dorfähnlichen Umgebung. Fruchthändler, Bar, Bäckerei und Metzgerei befinden sich in der gleichen Strasse und es herrscht ein munteres Treiben. Beim Fruchthändler kaufen wir Aprikosen, flache Pfirsiche und sizilianische Tomaten. Der Händler formt aus Papierbogen trichterförmige Tüten unterschiedlicher Grösse, in die er die Waren einpackt. Nett und zuvorkommend behandelt er alle Kunden, gibt der Kundin vor uns noch Grüsse für die Mutter mit und erklärt uns, dass die flachen, weissfleischigen Pfirsiche Tabacchiera heissen.

Im Vecchio Borgo von Palermo

Noch einen Caffè und dann geht‘s zurück zum Hotel und mit dem Taxi zum Flughafen.

Caffè

Wir passieren eine rote Granitsäule, die an den am 23. Mai 1992 durch einen Sprengstoff-Anschlag getöteten Untersuchungsrichter Giovanni Falcone erinnert. Er, seine Frau und drei Leibwächter verloren durch das Attentat ihr Leben. Gegen 15.00 h verlassen wir Sizilien und Italien und fliegen zurück in die Schweiz.

Aeroporto internazionale di Palermo

Auf dem Flug über dem Meer kommt mir folgendes Zitat in den Sinn, dem ich während meines Sprachaufenthalts in Salerno begegnet bin: „Tra il dire e il fare c‘è di mezzo il mare.“. Wir haben auf dieser schönen Reise viel schönes erlebt, unvergessliche Momente genossen und neue Reisepläne geschmiedet, die wir gerne bei nächster Gelegenheit in die Tat umsetzen möchten. Te lo promettiamo, caro mare 🌊.

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Donnerstag, 8. Juli 2021: Ritorniamo a Cefalù

Das Frühstücksbuffet im Hotel besticht durch eine Vielzahl an selbst gebackenen Kuchen. Kuchen mit Äpfeln, Mandeln, Kaffee – alles super lecker. Der Grundstein für einen weiteren schönen Ferientag ist gelegt. Zu Fuss machen wir uns auf den Weg zum Bahnhof von Palermo (eine sehr trostlose Örtlichkeit).

Trostloser Bahnhof Palermo Centrale

Wir haben unsere Badesachen eingepackt und wollen uns heute in Cefalù ein letztes Mal in diesen Ferien ins Meer stürzen. Die Zugsreise dauert ca. 1 Stunde. Kurz vor Abfahrt ist der Zug bis auf den letzten Platz besetzt. Wer kann, zieht aus der Stadt und sucht die Erfrischung am Meer. Cefalù ist eine Perle. Wir erinnern uns gerne an unseren Aufenthalt hier vor drei Jahren (s.Eintrag vom 21.04.2018 – eine Woche bevor YB zum ersten Mal nach 32 Jahren Fussball Schweizermeister geworden ist 🤗). 

Ankunft in Cefalù

Puhhh … auch hier ist‘s sehr heiss. Wir schlendern durch die hübschen Gässchen zur Piazza del Duomo, wo wir eine Kleinigkeit zu uns nehmen und uns vor allem mit Wasser erfrischen. 

Duomo von Cefalù

So, aber jetzt ab ans/ins Meer. Wir mieten uns zwei Liegestühle und kriegen diese heute ohne Aufpreis in der Frontline, d.h. direkte Sicht aufs Meer. 

Cefalù: Liegestuhl in Reihe 1!

Nach einem ersten erfrischenden Aufenthalt im glasklaren Wasser beschliessen wir, ein SUP zu mieten, um unser „Können“ auf dem Meer auszuprobieren. Und los geht‘s. Martin steigt aufs Board und macht sich auf und davon. Mega souverän – ich bin richtig beeindruckt. Als es ihn vom Board nimmt, steigt er direttissima wieder aufs Board und weiter geht‘s. So cool, mein SUPer Boy 🏄🏼. Ich selbst bekunde Mühe, dem Wind zu trotzen – muss aufpassen, dass es mich nicht gleich nach Palermo zurück pustet 🤣. Bis am Schluss gelingt es mir dann aber trotzdem, kniend wieder zu Martin zurück zu kehren. 

Blick auf Cefalù vom Wasser aus

Der Aufenthalt am Strand von Cefalù mit Blick auf das hübsche Städtchen unterhalb des wuchtigen Felsen-Bergs gestaltet sich für uns genussvoll und unvergesslich. Kurz nach halb sieben nehmen wir den Zug und fahren die schöne Strecke – grösstenteils dem Meer entlang – zurück nach Palermo. In Palermo kaufe ich mir noch neue Sneakers und Flipflops und dann kehren nochmals im Alcove Dei Sapori Restaurant ein und geniessen hier unser letztes Italien-Abendessen dieser Ferien. 

Im Hotel packen wir die ersten Sachen zusammen und füllen dann noch das Covid-Einreiseformular für die Schweiz aus. Formular und Covid-Impfzertifikat müssen vorhanden sein, um problemlos einreisen zu können. Dann heisst es „Buona Notte“.

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Mittwoch, 7. Juli 2021: Insel-Hopping Teil 2

Stromboli – Panarea – (Vulcano -) Salina – Lipari – Filicudi – Alicudi. Auf der heutigen Aliscafi-Fahrt von Lipari nach Palermo komplettieren wir die sieben eolischen Inseln (bis auf Stromboli und Lipari halt nur auf der Durchreise). Wunderschön ist‘s gewesen. Die ruhigen, kleinen Inseln haben ihren Charme und bieten einem Ferien- und Erlebnismöglichkeiten mit hohem Erholungswert. 

Zwischenstopp auf Filicudi

Pünktlich treffen wir in Palermo ein. Es ist schwül-heiss und wir sind froh, als wir per Bus und zu Fuss beim Hotel Ardemisia Palace eintreffen und dort unser Zimmer (404) beziehen können, das klimatisiert heruntergekühlt ist. Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg ins Zentrum – gehen im Restaurant Alcova Dei Sapori etwas essen. Fühlen uns auch hier herzlich willkommen und staunen, ob der Freundlichkeit der Leute. Wir ziehen weiter und flanieren durch die Gassen der Altstadt. Von unserem Aufenthalt in Palermo vor drei Jahren sind wir mit den Örtlichkeiten noch recht vertraut. Von daher gibt‘s nichts „zu müssen“, sondern nur „nach Lust und Laune zu dürfen“. Nach einem kurzen Abstecher zu Benetton und Sisley begeben wir uns zum Geschäft „Tutui“, wo wir vor drei Jahren einen „Tschäper“ für Martin und für mich eine Tasche gekauft haben. Diesmal wähle ich zwei Ketteli aus. Auch hier ein schönes Gespräch mit der Ladeninhaberin, viel Lachen und gegenseitige Freude. Wir bleiben in der Gasse und genehmigen uns einen Aperitivo. Für mich gibts einen Campari Spritz, für Martin einen Negroni, den er „affumicato“ auswählt. Wie kann ein Negroni „geräuchert“ serviert werden, frage ich mich. Und erhalte die Antwort prompt. Der Negroni wird in einer mit Leder ummantelten Box mit Rauchzufuhr-Vorrichtung serviert. Beim Anheben des Deckels strömt der Restrauch raus – und tatsächlich schmeckt der Negroni so nach Rauch. 

Flammenwerfer ist bereit

Negroni Affumicato

Neroni Affumicado

Wir geniessen die angenehme Atmosphäre der frühen Abendstunden und lassen uns von dem quirlig-geschäftigen Ambiente einfangen. 

 

Abends in Palermo

Das Apéro mit kleinen Hamburgern, Rüebli, Bruschette und Kartoffelspalten fällt üppig aus, so dass wir beschliessen, das Abendessen heute auszulassen. 

Apéro as it‘s best…

In der Verlängerung gewinnt England gegen Dänemark und zieht somit in den EM-Final gegen Italien ein. Es ist so was von crazy. Die Halbfinalspiele und der Final werden im Wembley-Stadion ausgetragen, d.h. es sind Heimspiele für die englische Mannschaft. Wahrscheinlich wurde mit der Vergabe der Spiele auch schon gleich der Titel für England vorvergeben. Crazy … Bei einem der Viertelfinalspiele in München sah man Stewards, die mit Schildern die Zuschauer aufforderten, die 1.5 Meter Distanz zu wahren. In London ist das Stadion gefüllt, die Leute liegen sich in den Armen und nahezu niemand trägt eine Maske. Wenn das nur gut ausgeht. Aber es ist schwer davon auszugehen, dass England in ein paar Tagen/Wochen nach Abschluss des Turniers Konsequenzen aus diesem verantwortungslosen Verhalten tragen muss. Denn die UEFA wird‘s nicht tun.

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Dienstag, 6. Juli 2021: Was, die Ambra Bar hat heute geschlossen!?!?

Wir starten gemütlich in den Tag und wollen eigentlich bei Ambra frühstücken gehen. Aber ein Schild an der Tür informiert uns, dass die Bar heute „chiuso“ ist. In der La Vela Bar gibt‘s auch leckeren Cappuccino und je ein Schoggi-Brioche. Die Stimmung im Hafen Marina Corta ist einzigartig. Geht‘s am Corso Vittorio Emanuele lebhaft zu und her (teilweise lautes Gassengewirr, Wäsche flattert über die Köpfe hinweg, Anbieter von Inselausflügen bewerben ihre Angebote), ist‘s bei der Marina Corta ruhig und beschaulich. 

Pittoresk liegt die kleine Kirche Anime del Purgatorio an der Hafenmole. Wir statten ihr einen Besuch ab. Die Kirche ist bekannt für die native Szenerie mit Krippe sowie dem Abbild der Marina Corta mit Berufsleuten und Einwohnern. Reizend. 

Wir bummeln dem Corso entlang, gehen auf die Post, kaufen Wasser und statten dem lokalen UPIM (Erinnerung an frühere Domodossola-Zeiten) einen Besuch ab. Anschliessend geht’s mit dem Bus nach Canetto an den Strand. Am Coral Beach – einem sehr gut ausgebauten Strand-Club – lassen wir uns nieder und verbringen hier einen entspannten Beach Day (inkl. Lunch in Club-Atmosphäre). 

Coral Beach - a place to stay

Am frühen Abend fahren wir zurück nach Lipari. Lädele, Parrucchiere (Martin) und ein feines Abendessen mit sizilianischen Spezialitäten zum Abschluss des Tages. Aber halt, da war noch was: FORZA ITALIA 🇮🇹🍀🍄🌶🇮🇹. EM-Fussball-Halbfinale gegen Spanien. Auf jeder Terrazza steht ein Fernsehgerät – oftmals hübsch auf einer Italien-Fahne drapiert oder mit einer solchen dekoriert. In den Gassen ist es verhältnismässig ruhig. Dies auch weil es nach Ende der ordentlichen Spielzeit 1:1 steht. Nachspielzeit: Immer noch 1:1. Penalty schiessen: Gianluigi Donnarumma pariert einen Elfmeter der Spanier und Jorginho schiesst die Italiener wenige Minuten später in die Glückseeligkeit. FINALE, FINALE, FINALE 🇮🇹🇮🇹🇮🇹🤗 P.S. Unser running gag: Ciro Immobile ist den Italienern ihr Philipp Lahm 🤣 LOL …

Italien im Halbfinale!

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Montag, 5. Juli 2021: Inselumrundung Lipari

Wir stehen zeitig auf, weil wir heute den 9.30 Uhr Bus nach Aquacalda erreichen möchten. Das Frühstück im Hotel fällt dürftig aus. Um 8.00 Uhr sind die Brot- und Cornetti-Teller noch leer. Wir wissen aber nicht, ob diese überhaupt für einen Inhalt vorgesehen sind … Daher gehts bei uns nach Americano-Kaffee und Joghurt bereits weiter. Auf dem Weg zur Marina Lunga (kommerzieller Hafen) kaufen wir uns Panini, Arranciati al ragu und viel Wasser. Nachdem wir bei einem Tabacchi auch gleich noch die Bustickets (10 Fahrten auf einem dünnen Papierstreifen mit QR-Code – wir sind beeindruckt – der Busfahrer wird das Papierli dann aber einfach mit einer Zange entwerten 😆) erstanden haben, reicht die Zeit noch für einen richtig guten Cappuccino und ein Cornetto. Der Bus (Guglielmo Urso) fährt pünktlich vor und los geht‘s für uns Richtung Aquacaldo.

Dem Meer entlang geht die Fahrt nach Canneto, das mit schönen Sandstränden auf Badegäste wartet. Es gibt ein paar Hotels, Restaurants/Bars sowie Einkaufsmöglichkeiten. Nördlich von Cannetto ist Spiaggia Bianca. Der „weisse“ Strand stammt vom Bimssteinsand, der hier früher aus der Bimssteingewinnung in der Cava di Pomice (Tagebau bis 2007) abgelagert wurde. Ebenso wie Obsidian ist Bimsstein vulkanischen Ursprungs. Im Gegensatz zum harten Obsidian wurde Bimsstein durch die sehr grasreiche Magma locker geschäumt. Bimsstein ist daher so leicht, dass er auf der Wasseroberfläche schwimmt. (Das weiss ich schon seit Kindheitstagen, wo ich manchmal bei den Kehrsatz-Grosseltern gebadet habe.). Der qualitativ hochwertige Lipari-Bimsstein zeichnete sich durch seine hohe Isolierfähigkeit aus und wurde daher als Baumaterial sowie Polier- bzw. Schleifstein (u.a. auch für stone washed Jeans) verwendet und stellte daher ein stark gefragtes Exportgut dar. Aber diese Zeiten sind vorbei: 2007 wurde der Tagebau eingestellt und die letzten Arbeiter verloren ihre Stellen. Zu sehen sind heute sowohl hier wie auch später in Aquacalda nur noch trostlos wirkendes Industriegelände mit leeren Baracken und verlassenen Förderanlagen.

In Aquacalda steigen wir aus dem Bus und beginnen unsere heutige Wanderung. Die Strasse rund um die Insel ist (wohl der aktuellen Reisesituation geschuldet) nur wenig befahren und dient uns so als Wanderweg durch die üppige Vegetation mit Blick auf das glasklare, türkis-dunkelblau-farbene Meer sowie die benachbarten Inseln Salina, Panarea und Filicudi. Die Strasse nach Quattropani steigt nach dem Ortsausgang von Aquacalda recht an. Entlang der Strasse erwartet uns die Natur mit einem grossen Spektakel: blühende Kapernsträucher, wild wachsende Geranien, Oleander in verschiedensten Farben, gold-gelbene Ginsterblüten, wilde Artischocken, Johannisbeerkraut, blühende Kakteen, Oliven- und Feigenbäume, Zitronen- und Orangenbäume, wilde Aprikosen- und Zwetschgensträucher (leider ist die einzig reife Zwetschge das zu Hause eines Wurmes 😏). Und dazu immer der Blick auf das türkis-blaue Meer.

Blick auf Salina

Ausblicke aufs Meer

Wilde Artischocken

Unvergesslich auch die Duft-Landschaft, die von Rosmarin und den getrockneten Gräsern/Stauden geprägt wird. Paradiesische Zustände. Es ist sehr, sehr heiss. Darum legen wir in einem schattigen Abschnitt an der Bushaltestelle unsere Mittagspause ein. Es ist fast zu warm, um zu essen. Trinken ist vitaler. Nach Quattropani verlassen wir die Hauptstrasse, um zu den Cave die Caolino zu gelangen. Die Kaolingruben sind ein ehemaliges Abbaugebiet von Kaolin (Grundmaterial für Porzellan). Wir sehen Kaolin in verschiedenen Farben (schneeweiss, ockergelb, karminrot).

Kaolin-Höhlen

Der Weg verläuft weiter durch Macchia-Vulkanlandschaft aber auch durch ausgedehnte Olivenhaine und Weinberge. In Panoconte besorgen wir uns im Tabacchi ein kühles Getränk und ein Gelato. So erfrischt wandert es sich gleich wieder viel leichter. Denn kurz nach dem Dorf folgen wir dem Wegweiser für einen Abstecher zu den Terme die San Calogero, die ursprünglich in den 1870er Jahren in Betrieb genommen worden sein sollen. Dies auf Basis von Strukturen aus der Antike. Für das was wir dann wirklich antreffen, hätte man sich den Hin- und Rückweg von je 1.5 km sparen können. Aber wie sagt der Italiener in solchen Fällen? „E Beh“.

Terme S. Calogero

Dafür entdecken wir auf dem Rückweg in einem Olivenbaum einen Siebenschläfer (Glis Glis). Er schläft zwar nicht, verhält sich aber sehr ruhig – ist ja schliesslich auch ein nachtaktives Tier.

Siebenschläfer

Weiter geht‘s der schwach befahrenen Hauptstrasse entlang nach Lipari.* Nach rund 23 km zu Fuss gibt‘s in der Ambara Bar ein kühles Bier bzw. eine Mandarinen Granita. Zurück im Hotel rasch in die Badehose gehupft und ab ins Meer. Das macht wieder munter. Ein frühes, leckeres Pasta – Fisch – Salat-Znacht rundet diesen wunderschönen Tag voller Lipari-Eindrücke ab. Mehr Lipari geht fast nicht. Kurz nach 22.00 h sind wir im Bett. Ob wir ein bisschen müde sind 🥱?

* Entdeckung aufgrund eines Strassenschildes: Edwin Hunziker, ein Maler aus der Schweiz, der mit Unterbrüchen fast 60 Jahre auf Lipari gelebt und 1986 verstorben ist.

Gute Nacht allerseits…

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Sonntag, 4. Juli: Inselhupfer von Stromboli nach Lipari

Wir starten auch heute (leider) ohne Joggingrunde in den Tag. Es ist einfach zu heiss.

Die Ape bringt uns an den Hafen

Kurz nach dem Frühstück Transfer an den Hafen und um 10.20 Uhr Überfahrt von Stromboli nach Lipari, wo wir gegen 12.00 Uhr ankommen. Wir werden abgeholt (diesmal wieder mit einem Auto und nicht wie auf Stromboli mit einer Ape) und zum Hotel Rocce Azzura gebracht, wo wir das Zimmer 107 beziehen. Das Hotel erscheint uns als so richtig typisches italienisches Familienhotel: 3-stöckiges Haus in klassischer Kastenform, jedes Zimmer mit kleinem Balkon, grosser Speisesaal und von der Terrasse führt eine Treppe direkt zum kleinen Strandbereich. Wir richten uns kurz ein und gehen dann zurück ins Stedtli.

Unterwegs in Lipari

Die Hitze hat uns aber im Griff, so dass wir uns „unserem Schicksal ergeben“ und in der ersten Bar am Hafen – Bar d‘Ambra – Platz nehmen. Die Bar ist gleichzeitig auch eine Pastificeria, so dass nebst den Getränken und Panini auch die Dolci herrlich munden. Wir schlendern noch etwas durch die Gassen, kehren aber schon bald zurück ins Hotel, wo wir einen gemütlichen Nachmittag im kühlen Zimmer verbringen.

Gegen 19.00 Uhr machen wir uns erneut auf den Weg ins Zentrum und essen im Ristorante Marina Corta Pasta & Co. zu Abend. Hier geniessen wir nach langer Zeit wieder einmal Busiate als Primo. Busiate sind die Teigwaren, die wir im Zingara National Park kennengelernt haben. Es sind etwa 16 – 20 cm lange Spiralnudeln aus eher dickerem Teig. Das bedeutet, dass die Sauce gut daran haften bleibt. Bei uns handelt es sich um eine Sauce Eoliana, d.h. mit Tomaten, Zwiebeln, Oliven, Kapern und Thunfisch. Mmmmhhh, das ist so was von lecker.

Busiate

Anschliessend gibt‘s für Martin Thunfisch im Pistazienmantel und für mich Schwertfisch im Mandelmantel. Die „gut gekleideten (wohl auch von Armani eingekleidet)“ Fischzubereitungen und die dazu gereichten Salate munden uns. Der Inhalt der Weinflasche, die auf unserem Tisch steht, hat uns – zusammen mit dem Aperitivo in der Ambra-Bar – etwas zugesetzt, so dass wir nach einem kurzen Verdauungsspaziergang ins Hotel zurückkehren. Buona notte.

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