Samstag, 28. September 2019: Journey back home

Wir packen unsere Siebebsachen zusammen und gehen in einem Café frühstücken, da im Hotel eine Seniorengruppe den gesamten Frühstücksraum belegt. Danach fahren wir zu Edeka und kaufen dort Lebensmittel ein. Von Trier aus nehmen wir Kurs auf Luxemburg, wo wir einen Tankstopp einlegen. Dann geht es gleich weiter Richtung Metz, Nancy und Belfort. Bei dieser Route handelt es sich nicht um die kürzeste Strecke aber dafür um diejenige mit der wenigst dicht befahrenen Autobahn. Wir kommen zügig voran, legen zwischendurch einen Pipi- oder Kaffee-Stopp ein und legen die letzten Kilometer durch den Jura via Biel nach Bern zurück, wo wir gegen 17.00 Uhr eintreffen. Alles auspacken und in die Wohnung bringen. Dann gibt es leckeren Pflaumenkuchen, den wir in Trier gekauft haben bevor Martin zum YB-Spiel gegen Sion (3:2) geht. Wir sind dankbar, gesund und wohlbehalten zurück in Bern zu sein. Diese Ferien waren super erholsam, entspannend und erlebnisreich. Wir haben viel gemacht, uns sehr gut bewegt und viel Neues kennengelernt. Supi!

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Freitag, 27. September 2019: Easy going

Es regnet als wir heute Morgen erwachen. Laufen gehen? Ja!!! Einfach abwarten bis es aufgehört hat zu regnen und los geht‘s ans Mosel-Ufer joggen. Es läuft uns gut und so kehren wir zwar etwas erschöpft aber total happy zum Hotel zurück.

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An der Mosel

Fürs Hotel-Frühstück reicht es heute nicht mehr. Darum gehen wir in die Stadt und finden im Café Mohr eine Location, in der bis 13:00 Uhr Frühstück serviert wird. Danach gehen wir getrennt shoppen. 

Zwischendurch treffen wir uns auf ein erfrischendes Radler bzw. zum gemeinsamen Abendessen im Restaurant Burgeramt (leckere Burgers). Zum Abschluss der Ferien gönnen wir uns in einem Eiscafé ein Eiskaffee. Danach schlendern wir gemütlich durch das abendliche Trier und schwelgen in unseren Ferienerinnerung dieses Deutschland-Urlaubs.

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Donnerstag, 26. September 2019: Der „Schatz“ am Phoenix-See

Wir lassen‘s gemütlich angehen heute Morgen und machen uns auf zur morgendlichen Jogging-Runde. Vom Hotel aus vorbei an der Hörder Burg (hier wurde bis zur Werksschliessung das Phoenix-Stahlwerk verwaltet).

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Hörder Burg

Die Burg war früher der Sitz der königlichen Rentei, bis Anfang des 19. Jahrhunderts Schutzburg gegen Dortmund: Hörde war ursprünglich eine schwer zugängliche Schutzstadt, ein Zufluchtsort für Frauen, Kinder und Vieh bei Kriegsgefahr. „Hürden“ aus Reisig und Flechtwerk umgaben den Platz. Mit der Errichtung der Hermannshütte (1841 durch den Nagelschmied Hermann Dietrich Piepenstock gegründet) und ihrer Weiterentwicklung zum Phoenix-Werk veränderte sich der Charakter Hördes: Aus der Ackerbürgerstadt wurde eine Arbeiter- und Stahlstadt. Dies liess das Wohlergehen der Stadt einseitig von der Entwicklung des Stahlwerks abhängig werden. Es folgten Expansionskurs, Zusammenschluss zu den Vereinigten Stahlwerke bzw. zur Dortmunder Union, durch die Alliierten veranlasste Entflechtung und Demontage „wichtiger“ Betriebsteile, Zusammenschluss mit neuen Kooperationspartnern und schliesslich die Stilllegung bzw. Werks-Demontage im 2001 durch chinesische Arbeiter. Spannend: Das Stahlwerk wurde anschliessend in Schanghai wieder aufgebaut und in Betrieb genommen.

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Blick über den Phoenix-See und Hörde

Am Standort des Stahlwerks liegt heute der Phoenix-See, der sich zu einem attraktiven Freizeit- und ebenso begehrten (wie teuren) Wohnort (von Kindergarten bis Schule, Discounter, Arztpraxen, Bäckereien und Cafés findet man in dieser Stadt im Stadtteil Dortmund-Hörde alles) entwickelt hat. Vom Hafen aus kommen wir auf unserer Joggingrunde rund um den See als erstes bei der Kulturinsel mit einer Thomasbirne vorbei.

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Thomas-Birne

Weiter gehts an diesem besonderen Flecken „Kultur-Geschichte“ zu einer Erhöhung, von der man einen guten Ausblick auf Dortmund inkl. Westfalen-Stadion geniesst. Die Sonne scheint und es ist angenehm warm, was die „laufende“ See-Umrundung zur Freude macht. Wir frühstücken und packen unsere Sachen zusammen, um kurz nach 11:00 Uhr unsere Reise fortzusetzen. Dies mit nächstem Etappen-Ziel „Freudenberg“. Auf die Kleinstadt sind wir durch die Serie „Deutschland von oben“ im deutschen Fernsehen gekommen, die wir vor Jahren einmal gesehen haben. Heute fahren wir nun also nach Freudenberg, das eine gute Auto-Stunde von Dortmund entfernt liegt. Wir schlendern durch den Stadtteil „Alter Fleck“ mit seinen schönen Fachwerkhäusern. Hübsch das Ganze aber teilweise aus der Nähe sehr lieblos, so haben wir u.a. noch selten so viele Müllcontainer um Häuser stehen sehen wie her. Wir spazieren daher auf der dem Dorf abgewandten Seite ein wenig in die Höhe (gemäss Wanderweg tun wir dies mit einer Steigung von 18 %!) und haben von da eine tolle „Fernsicht“ auf das Gesamt-Ensemble, das von hier wie ein Stadtmodell in einer Modell-Eisenbahnanlage wirkt.

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Freudenberg

Bevor wir weiterreisen, gönnen wir uns noch Kaffee und Kuchen. Auf direktem Weg geht es anschliessend nach Trier. Die Wetterbedingungen heute sind garstig. Teilweise regnet es heftig, ist neblig und wolkenverhangen. Martin bringt uns mit seiner sicheren Fahrweise zügig ans Ziel. Kurz vor 18:00 Uhr checken wir im Hotel Ibis Style in Trier ein (Zimmer 103). Wir richten uns kurz ein und gehen anschliessend im italienischen Restaurant „Donna mia Trier“ Pasta essen. Danach unternehmen wir noch einen nächtlichen Spaziergang zur Porta Nigra.

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Porta Nigra

 

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Mittwoch, 25. September 2019: Ich sag‘ Otto, sie sagt Watt (Otto Song)

Heute beim Joggen kein Nebel dafür regnet‘s. Aber ist egal und macht auch so mega Spass. Wir laufen gut und sind danach total erfrischt. Frühstück wieder super lecker und dann halt eben packen und auschecken und los geht‘s von Büsum aus südwärts – langsam Richtung „Nach Hause“. Wir nehmen den Weg über Glücksstadt (ja wir wissen jetzt, dass wir schon mal da waren) und fahren von hier mit der Fähre nach Wischhausen und von da an ohne grössere Unterbrüche (nur ein kleiner Imbiss-Stopp) nach Dortmund. Ein klassischer Reisetag, mit vielen Wetterkapriolen und Zeit für Gespräche und fürs Revue-Passieren-Lassen von Ferienerlebnissen. Gegen 19:00 Uhr treffen wir in Dortmund-Hörde ein. Gehen hier in ein italienisches Ristaurante Pizza essen und lassen den Tag gemütlich ausklingen.

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Dienstag, 24. September 2009: Büsum at its best oder wenn das Meer nicht zu dir kommt, musst du zu ihm gehen

Huch, keine zehn Meter weit können wir heute um 08:00 Uhr von unserer Nase weg sehen: Dicker Nebel in Büsum. Jogging in the mist also. Macht Spass und tut gut insbesondere die See-Luft. Wir laufen direkt am Wasser und kommen dabei auch an der neu geschaffenen Kyte-Halbinsel vorbei. Wasser, nebelige Luft, Möwen, Strandkörbe und der regelmässige Laufschritt … so entspannend.

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Jogging im Nebel

Frisch geduscht und parat gemacht, machen wir uns ans reichhaltige Frühstücksbüffet. Auch das natürlich super lecker, vielfältig und schön angerichtet. In der Zeit bis 11:00 Uhr lichtet sich der Nebel und die Sonne bricht durch. Rasch ein paar Sachen (inkl. den ach so wichtigen Kurtaxen-Ausweis) in die Korbtasche gepackt und schon stehen wir beim Strandkorbverleih und mieten den Korb 536 für den heutigen Tag. Wow, wie ist das gemütlich und gmögig. Wir lesen, hören Musik, spienzeln auf das was sich vor uns auf dem Spazierweg abspielt, essen von den leckeren Zwetschen aus dem Alten Land, die wir am Vortag in Husum erstanden haben und blinzeln dann und wann in die Sonne. Einfach genussvoll.

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Einsiedlerkrebs

Kurz nach 14:00 Uhr verstauen wir unsere Sachen und machen uns zu nacktem Fuss auf ins Watt. Um 14:30 Uhr wird der maximale Stand des Niedrigwassers erreicht sein, d.h. wir müssen also ein recht langes Weg-Stück zurücklegen, um von der Treppe, die eigentlich ins Wasser führen würde und um diese Uhrzeit halt eben ins Watt führt, zum Wasser zu gelangen. Eben, wenn das Meer nicht zu dir kommt, musst du zu ihm gehen. Auf dem Weg dorthin gibt’s viel Wattwürmer-Ausscheidungen und wir entdecken Watt-Schnecken und viele Einsiedlerkrebse, die wenn man ihr Häuschen hebt mit ihren ungleich langen Scheren um sich greifen (sorry liebe Einsiedlerkrebse, ich wusste nicht, dass wenn ich euch anhebe, ihr euch krampfhaft mit euren Hinterbeinchen an den Muschelwänden festhalten müsst, da eure Körper nicht fix mit der Muschel verbunden sind). Beim Wasser angekommen, schlendern wir der die längste Zeit dem Küstenstrich entlang. Das Wasser ist angenehm warm und das Laufen auf dem sandigen Untergrund tut Füssen, Gelenken und der Seele gut. 

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Wattwanderung

Wir kehren zurück zu unserem Strandkorb und erfreuen uns ob den letzten wärmenden Sonnenstrahlen. Dann ziehen wir uns auf unser Zimmer zurück, wo wir uns fürs Abendessen bereit machen. Auch heute Abend sind wir wieder im Hotel geblieben und heben sehr gut gegessen. Glückselig ob so einem schönen, unvergesslichen Tag fallen wir ins Bett und in tiefen Schlaf.

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Büsum

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Montag, 23. September 2019: Nordsee-Perlen besucht

Auch heute starten wir mit einer Niebüll-Joggingrunde. Toll und super cooles Körpergefühl danach. Frühstück im Hotel und Gepäckverlad durch das Zimmerfenster direkt zum Auto – der Vorteil, wenn das Hotelzimmer im Parterre liegt. Dann geht‘s los mit Tagesziel Büsum. In Husum legen wir kurz nach 12.00 Uhr einen Zwischenstopp ein.

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Alter Hafen Husum

Eine erste Nordsee-Perle: Hübsches Städtchen mit wunderschön nordisch, bunter Altstadt. Wir gehen etwas lädelen (Martin kauft sich die Fortsetzung der Sebastian-Bergmann-Krimireihe), gönnen uns Kaffee und Kuchen (frischen Pflaumenkuchen und Crèmeschnitte mmmmmhh) und geniessen die entspannte Zeit im sonnig idyllischen Husum. Anschliessend Weiterreise nach Büsum, wo wir nach kurzer Zeit eintreffen und direkt im vor sechs Wochen neu eröffneten Hotel Lighthouse einchecken.

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Zimmeraussicht

Und dieses Hotel ist schlicht und ergreifend genial schön. Wir sind ob dem Haus und insbesondere unserem Zimmer (122) hin und weg. Geil! Wir sind so begeistert, dass wir spontan entscheiden, hier noch einen Tag länger zu bleiben. Martin geht an die Rezeption und sagt zur Mitarbeiterin: „Wir haben ein Problem mit unserem Zimmer. – Pause – Dieses gefällt uns so gut, dass wir gerne noch einen Tag länger bleiben möchten.“. Hurra, es klappt mit der Verlängerung. Wir stossen in einem der drei Restaurant-Teilen mit einem Apérol auf das schöne Ambiente, unsere Ferien und natürlich uns an. Danach machen wir einen kurzen Rundgang durchs Städtle und ziehen uns anschliessend auf unser Zimmer zurück, lesen ein wenig und geniessen die traumhaft schöne Aussicht auf das Watt, die See, welche fast nahtlos in den endlosen Himmel übergeht.

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Seele baumeln, Gedanken schweifen lassen und einfach den Moment geniessen. Für 19.00 Uhr haben wir uns im hoteleigenen Restaurant einen Tisch reserviert und gehen dort super lecker essen (Cesar-Salat mit Krabben bzw. Burrata-Teller und anschliessend für beide Forellenfilets). Wir schwelgen im Glück und geniessen‘s. In der Zwischenzeit hat es draussen zu regnen begonnen – das sehen wir von unserem am Fenster gelegenen Tisch – und wir sind happy, von unserem trockenen und warmen Plätzchen aus so eine tolle Aussicht zu haben. Nach dem Essen schauen wir uns den ersten Teil der Neuen Staffel der Krimiserie „Morden im Norden“ über Apple-TV an. Danach fallen wir müde ins Bett mit den ach so bequemen Kissen und geniessen aus dem Bett heraus die See-Aussicht bevor wir in einen tiefen erholsamen Schlaf sinken.

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Sonntag, 22. September 2019: Ein Traumtag mit Traumwetter und traumhaft schönem Tagesprogramm

Um halb sechs klingelt der Wecker. Aufstehen, reisefertig machen: Wir wollen schliesslich den halb sieben Zug nach Kandersteg nehmen, um unseren Kraftort am Oeschinensee zu besuchen und die Höhenwanderung zu absolvieren. QUATSCH!!! Also das mit dem Wecker stimmt aber wir fahren heute auf die Insel Amrum. Mit dem 06:35 Uhr Zug geht es nach Dagebüll-Mole, wo bereits die 07:15 Uhr Fähre nach Amrum auf uns wartet. Wir frühstücken auf der Fähre herrlich gut und geniessen die ersten Sonnenstrahlen des Tages. 

Guten Morgen, Dagebüll!

Die Fahrt mit der Fähre dauert rund zwei Stunden und so treffen wir gegen 09:30 Uhr auf Amrum-Wittdün ein. Die Einfahrt im Hafen verläuft nicht ganz problemlos, da irgendetwas mit dem Fähranleger 1 nicht funktioniert, so dass die Fähre nochmals aus dem Anleger 1 raus muss und den Anleger 2 anfährt. Hier klappt‘s dann aber einwandfrei mit dem Anlegen. Wir verlassen die Fähre und holen uns bei Marc‘s Fahrradvermietung gleich unsere online vorbestellten Räder ab, mit denen wir heute Amrum erkunden werden. So wissen wir denn seit heute auch, dass Bismarck-Räder immer Rücktritt haben. Eine Technik, mit der ich schlicht und ergreifend nicht umgehen kann, so dass ich vor Ort ein anderes Rad will, was den knorrigen Senior-Radvermieter etwas auf die Palme bringt. Aber was soll‘s. Wir fahren los Richtung Norden und kommen schon bald am rot-weiss gestreiften Leuchtturm vorbei. Zuerst zieht es uns aber ans Meer. 

Amrum as it‘s best!

Sand-Strand-Laufen, Muscheln sammeln, die Elemente Wasser, Wind und Sonne geniessen, den Wasservögel bei der Futtersuche und Federpflege zusehen: so viel genussvolle Erlebnisse. 

Futtersuche

Den Leuchtturm kann man am Sonntag nicht besuchen. Wir belassen es daher mit einer Aussenbesichtigung und fahren auf dem Radweg weiter Richtung Norden. In Norddorf, dem nördlichsten Städtchen auf Amrum, fahren wir mit den Rädern noch weiter bis zum Naturschutzgebiet. Zu Fuss geht‘s weiter nordwärts. Wir sehen eine Wandergruppe, die auf dem Wattweg nach Dünsüm (Föhr) ist. Bei Niedrigwasser ist es tatsächlich möglich von Amrum nach Föhr zu gehen. Wir kehren um, gehen nochmals auf der Westseite an den Strand und geniessen, das Ambiente: die wärmende Sonne, den Wind, Meeres-Flora, das Wasser und jaaaa natürlich auch den Sand. Zurück in Norddorf machen wir uns auf die Suche nach einem Beizli, in dem wir Fischbrötchen erstehen können. Leider verläuft unsere Suche erfolglos. So fahren wir weiter nach Nebel – aber auch da hat das einzige Fischbrötchen-Bistro am Sonntag geschlossen. In einem lauschig gelegenen Beizli gibt‘s dann halt einen Flammkuchen und eine flüssige Erfrischung. So gestärkt setzen wir unsere Fahrrad-Tour Richtung Wittdün fort. Auf dem letzten Abschnitt fährt Amrum nochmal alles auf was es an schöner naturbelassener Küste zu bieten hat. Die Zeit vergeht im Flug und schon treffen wir in Wittdün ein. Und hier finden wir dann endlich im Bistro „Hafen 31“ die erträumten Fischbrötchen. Für Martin ein Krabbenbrötchen, für mich Backfisch im Brot. Bei der „Produktion“ des Krabbenbrötchens fragt der Verkäufer Martin: „Wollen Sie viel oder wenig Krabben?“. Die Wartenden müssen alle lachen. Martins Antwort „Viel“, wird von einer ebenfalls wartenden Frau mit „Genug“ ergänzt. Wir finden ein sonniges Plätzchen mit Aussicht auf die Hauptstrasse und verzehren unsere leckeren Brötchen. Danach machen wir uns auf den Weg zum Hafen. Auf dem Spaziergang sehen wir mittelgrosse Schwärme von Küstenschwalben, welche die der Insel vorgelagerten Kniepp-Sandbänke als Rastplatz nutzen. Wir haben das Fernglas von der gestrigen Exkursion noch dabei und können die Vögel (es hat auch noch Kormorane und verschiedene Gänse) daher noch ein wenig beobachten. Und dann nimmt schon unsere Fähre Kurs auf Amrum und wir begeben uns zum Fähranleger 1 (der funktioniert also wieder) und reisen auf dem Sonnendeck (nach Föhr begeben wir uns dann aber in die Lounge weilt es kühl geworden ist). Müde und glücklich kehren wir gegen 19:30 Uhr aufs Festland zurück. Ich bin sicher, dass wir noch lange in unseren Erinnerungen die Sonne auf der Haut, den Wind in den Haaren und das Rauschen des Meeres in den Ohren und vor allem den Sand in den Schuhen haben werden!

Dagebüll Mole

 

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Samstag, 21. September 2019: Ein Prachtstag in Niebüll und Umgebung

Heute geht‘s erstmalig in Niebüll zum Joggen. Wir haben einen tollen 10 km Loop entdeckt, der beim Bahnhof startet, entlang des Bahngeleises führt und dann über Land nach Risum und wieder zurück nach Niebüll führt. Wir absolvieren die Strecke bei strahlendem Sonnenschein, sehen eine Vogelschar auf einem Schlafbaum (ja die Vögel gruppieren sich für den Flug gen Süden) und haben Freude an unserer Leistung. Zurück im Hotel machen wir uns frisch und gehen frühstücken. Kleines aber feines Frühstück. Danach machen wir uns auf den Weg ins Städtchen – mit getrennten Programmen. Martin geht zum Frisör, ich ins Warenhaus Knudtsen und in weitere lokale Lädchen. Um 13.00 Uhr schliessen die Geschäfte. Ich finde einen Tisch im Aussenbereich des Spezialitätenkontors und genehmige mir einen Cappuccino und ein Stück Crème brulée Torte. Himmlisch! Martin stösst kurze Zeit später hübsch zurecht gemacht zu mir und ist Kaffe und Torte gegenüber auch nicht abgeneigt. Weiter geht‘s über den NEG-Bahnhof, wo wir uns die Tickets für den morgigen Amrum-Ausflug besorgen. Dann geht‘s ab nach Hause, wo wir das mis-en-place für unsere nächsten Aktivitäten vornehmen. 

Gänse

Zuerst all die Dinge, die wir für die abendliche Vogel-Exkursion in Højer benötigen (Feldstecher, Regenjacke, Pulli etc.) und dann alles für den sonntäglichen Ausflug nach Amrum (Badekleider, Tüechli, Getränke, Velohelme etc.). Die Uhr zeigt 16:00 Uhr an und so machen wir uns mit dem Auto auf den Weg nach Højer. Leider finden wir vor Ort keine geeignete Verpflegungsmöglichkeit und so kaufen wir uns in einem dänischen Coop zwei Sandwiches, Pommes Chips, Zimtrollen und zwei Getränke und verpflegen uns auf einer Bank. Irgendwann gegen 17.30 Uhr tauchen drei Reisebusse auf und nach einem leicht chaotischen Hin und Her steigen wir in einen der drei Busse. Die vollbesetzten Busse fahren los und alsdann beginnt der ältere Guide in unserem Bus in monotonem Ton Erklärungen in dänischer Sprache zu Land, Flora und Fauna (wir nehmen zumindest an, dass er darüber gesprochen hat) zu geben. Kein Wort in deutscher oder englischer Sprache. Nice! Ebenso nice ist die Tatsache, dass wir bis rund 13 km vor Niebüll zurück fahren und dort auf einer Strasse anhalten, aussteigen, um direkt vor dem Guide ins Feld zu kullern. Da wir ja eh nichts verstehen, schlendern wir einen Weg entlang von wo wir eine gute Sicht auf den Himmel, die untergehende Sonne und die Kuhweide hinter uns haben, auf der ein rasender Hase Teile der Kuhschar in Schrecken versetzt. 

Vogelschwarm

Und irgendwann geht das Spektakel los: Eine Gänseschar in Reih und Glied fliegt über uns und kurze Zeit später tauchen die ersten Stare-Scharen auf, direkt gefolgt von der nächsten und der nächsten und der nächsten. Eindrücklich diese verschiedenen Formations-Flüge, die manchmal die helle und manchmal die dunkle Gefiederseite am abendlichen Himmel zeichnen lässt. Irgendwie erinnert uns das ganze an die Nordlichter – mystische und überraschende Bilder. Mittlerweile fliegen Vogel-Gruppen aus allen Himmelsrichtungen auf ein und denselben Acker zu und lassen sich dort nieder. Je mehr Vögel eintreffen, desto grösser wird das Gekrächze der Vogel-Schar, die sich etwa 500 Meter von uns entfernt niedergelassen hat. Morgen stossen vielleicht noch weitere Tiere dazu und dann machen sie sich auf in Richtung Süden. Mit den letzten Sonnenstrahlen treffen die letzten Vogelgruppen ein und dann ist der Vogelflugverkehr für heute Abend eingestellt. 

Mysthik

Dafür bricht jetzt unter den Menschen das unkoordinierte Chaos aus. Da so viele Leute mit Bussen und PWs angefahren sind, um dem Spektakel beizuwohnen, herrschen jetzt auf der Strasse wirre Verhältnisse. Unser Bus ist kurz nach unserer Ankunft leer irgendwohin gefahren und da wir kein dänisch verstehen, wissen wir auch nicht wo wir uns einfinden müssen. Irgendwann bemerkt Martin einen Mann in kurzer Hose, den er bei der Hinfahrt in unserem Bus gesehen hat und fragt ihn, ob er wisse wo der Bus fährt. Auch er scheint keine Ahnung zu haben, lässt uns dann aber kurze Zeit später wissen, dass andere Gruppen-Mitglieder ihm gesagt hätten, dass wir an der Strasse warten sollen bis unser Bus vorfährt. Das tut dieser dann auch irgendeinmal und kurz nach 20:00 Uhr geht es wieder zurück nach Højer. Von dort fahren wir den ganzen Weg, d.h. via die Vogelbesichtigungs-Stelle zurück nach Niebüll (teilweise durch heavy massige Nebelbänke), wo wir happy und zufrieden ins Bett steigen. War einmal mehr ein super schöner Ferientag. P.S. Zu erwähnen gilt es noch die mystischen Bodennebel-Impressionen auf den Feldern mit Abendsonne. Die Eindrücke sind unbeschreiblich – schlicht grossartig und unvergesslich „Peer Gynt Morgenstimmung-mässig“.

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Freitag, 20. September 2019: Tschü‘ Sankt Peter Ording. Moin Niebüll.

Heute klappt es mit dem Kyte!!! Nachdem ich gestern Abend feinsäuberlich die verhedderten Kyte-Leitschnüre aufgedröselt habe (dazu gab es auf NDR einen Allgäuer Krimi) lancieren wir heute einen zweiten Anlauf mit dem Kyte. Und siehe da: richtig in den Wind gehalten und von Martin top manövriert, schwebt das Teil minutenlang in der Luft. Welch Vergnügen, das bunte Segel im blauen Himmel zu sehen. 

Kyte

Aber alles der Reihe nach. Wir gehen auch heute Morgen joggen. Allerdings wählen wir eine andere Route. Ziel wäre es, von Axels Strandhütte aus dem Meer entlang zur Seebrücke von Sankt Peter Ording zu laufen. Aber das Wasser spielt nicht mit. Das Hochwasser hat die Priele auch noch morgens um 08.00 Uhr geflutet. Es ist kein freudvolles Durchkommen trockenen Fusses möglich. Also kehren wir um und laufen auf dem gleichen Weg wie wir gekommen sind wieder zurück. Ein letztes Mal das leckere Frühstück genossen. Wir packen unsere Dinge zusammen, checken aus und kaufen noch ein Glas des hauseigenen Honigs. Danach machen wir uns auf den Weg an den Strand. Auf halber Distanz – mitten auf der Seebrücke – beginnt es zu regnen. Da Aufgeben keine Option darstellt, bahnen wir uns unseren Weg durch Wind und Regen und gehen im Strandrestaurant Arche Noah erstmal einen Cappuccino trinken. Kurze Zeit später – die Sonne lacht wieder vom Himmel – gehen wir zum Strand und lassen den Kyte steigen (Muscheln und Treibhölzchen sammeln inklusive). Wir geniessen den luftig sonnigen Aufenthalt am Meer in vollen Zügen. Das tut so was von gut – entspannend, erquickend und zaubert einem ein Lächeln ins Gesicht. Jetzt heisst es Abschied nehmen von Sankt Peter Ording. Noch rasch ein paar Fruchtgummi im Nordsee-Fruchgummi-Laden eingekauft und los geht‘s. Die Reise nach Niebüll starten wir – welch Wunder – in Welt, wo wir uns noch einmal zu Kaffee und Kuchen einfinden. Auch heute lecki, lecki, lecki. Heute können wir sogar draussen sitzen. Die Strecke nach Niebüll zieht sich umleitungsbedingt etwas in die Länge. Aber kurz nach 17.00 Uhr treffen wir in der Insel-Pension in Niebüll ein. Wir beziehen unser Zimmer mit dem Namen Langeness und gehen im Städtchen im Rathauskeller fein Abendessen. Ein gemütlicher Stadtbummel führt uns danach wieder zurück zum Hotel, wo wir hundemüde aber voller schöner Eindrücke ins Bett fallen – eigentlich hätten wir noch die HeuteShow im ZDF schauen wollen aber wir sind schlicht zu müde dafür.

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Donnerstag, 19. September 2019: Heute benötigen wir ein Netz – nicht um Fische zu fangen, sondern um am Abend Europacup-Fussball zwischen Porto und den Young Boys zu schauen!

Erster Programmpunkt an diesem wunderschönen Morgen bildet die Deich-Jogging-Runde zum Leuchtturm. In der an den Deich angrenzenden Salzwiese entdecken wir heute ein Reh. Martin hat die letzte Nacht schlecht geschlafen und fühlt sich auch noch nach dem stärkenden Frühstück ausgelaugt. Er zieht sich daher für ein, zwei Stunden Schlaf nochmals ins Bett zurück und ich begebe mich auf einen kleinen Dorfbummel. Im schlicht grossartigen Spieleladen kaufe ich uns ein Memory und ein Krimi-Spiel für zwei Personen. Dazu noch ein paar witzige Postkarten. In der hiesigen Filiale der Kleiderkette YOU kaufe ich mir ein OPUS-Shirt in dunklen oliv – meiner aktuellen Lieblingsfarbe. Dann noch Wasser und Curly Wurlies gekauft und dann aber hurtig zurück ins Hotel, wo ich Martin immer noch im Bett vorfinde. Die Aussicht auf einen stärkenden Kaffee und ein Stück Kuchen bringen ihn in die Gänge. 

Toller Norden!

Wir fahren nach Welt. Ja der kleine Ort heisst so. In Welt gibt es seit Mitte August in der umgebauten ehemaligen Meierei (Molkerei) ein Café. Wir wissen dies von Eggi, dem Kaffee-Röster aus Tating. Er hat uns das Welt-Café, in dem sein Kaffee angeboten wird, so angepriesen: „Eines der wenigen Cafés, in denen sowohl der Kaffee wie auch der Kuchen hervorragend schmecken. Sonst ist es sehr oft nur entweder oder.“. Eggi hat Recht. Sowohl Kaffee wie auch die Kuchen (wir gönnen uns beide je ein Stück Trümmertorte mit Kirschen- und Johannisbeer-Einlage) schmecken genial und das gesamte Ambiente vermittelt eine tolle Wohlfühl-Atmosphäre. 

Pfahlbauten am Strand von SPO

Wir kehren zurück nach SPO und holen in unserem Zimmer den Kyte, den Martin mitgenommen hat. Die ersten Versuche, das Teil in der Luft zu halten, fallen kläglich aus und nur nach wenigen Versuchen haben sich die Leitschnüre dermassen verheddert, dass ein Aufdröseln im luftigen Outdoor-Bereich nicht möglich ist. Frustriert brechen wir die Übung ab und machen uns gegen 19.00 Uhr erneut zum Restaurant Strand Nr. 1 auf, wo Martin ein Gericht mit dem Namen „Lustiger Bosniak“ auswählt und ich einen Teller Cevapcici. Der Kyte-Frust sitzt tief und die Stimmung verbessert sich auch nicht durch das YB-Spiel gegen den FC Porto, das YB auswärts mit 2:1 verliert. Martin hat sich das Spiel im Lounge-Bereich des Frühstückraums angeschaut. Mit einer mehr recht als schlechten Verbindung und zwischenzeitlichen Standbildern. Aber er hat zumindest das Spiel seiner gelb-schwarzen Lieblinge mitverfolgen können.

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Mittwoch, 18. September 2019: Schietwetter II

Um 07:00 Uhr klingelt der Wecker. Wir haben fast acht Stunden Schlaf genossen und das Aufstehen fällt dementsprechend leicht. Jogging-Outfit montiert und schon stehen wir auf dem Deich und nehmen Kurs auf das St. Peter Leuchtfeuer. Der Hinweg fällt mit Rückenwind relativ leicht. Dreimal den Leuchtturm umkreist und zurück geht‘s mit konstant starkem Gegenwind. Aber aufgeben ist keine Alternative – zumal das Panorama mit Landschaft und Regenbogen einfach nur breathtaking ist. 

Regenbogenbegleitung

Glücklich und zufrieden kommen wir auf der nahe unserer Unterkunft gelegenen Deichplattform an und stretchen unseren Körper durch. Nach so einem Effort schmeckt das Frühstück gleich doppelt gut. Mit dem Auto geht‘s gegen Mittag zum Kohlosseum, an dem wir bei der Anreise vorbeigefahren sind. Kohl ist ja DAS Gemüse der Region. Wir freuen uns auf den Besuch dieses in einem grossen Speicher aufgebauten Bauernmarktes mit Gastronomie. Aber das ganze Spektakel hat sich unserer Meinung über dem eigentlichen Wert angepriesen. Uns gefällt es mässig und der penetrante Kohlgeruch (Mittags-Spezialität: Kohlpudding, mit Bratkartoffeln und Specksauce!) tut das seinige dazu, dass wir so schnell wie wir gekommen auch wieder gegangen sind. 

Kohl

Wir fahren nach Garding und schauen uns dieses schmucke Städtchen an. Die Zeit wäre jetzt richtig für Kaffee und Kuchen. Im Nachbarort Tating stossen wir auf Eggis Backshop mit Café. Das passt. Eggi kommt zu uns an den Tisch und erklärt uns, dass er um 15.00 Uhr einen Kaffee-Röst-Workshop durchführt. Er ist Eigentümer einer kleinen Kaffeerösterei und ist so erfrischend motiviert, dass wir uns gleich anmelden. Wir kaufen bei Eggi noch Marmelade aus eigener Produktion und einen ausgedienten Kaffee-Sack als Balkon-Deko. Die Zeit reicht noch für einen kurzen Spaziergang, bevor wir um 15:00 Uhr am Workshop teilnehmen. Eggi schildert uns seine interessante Lebens- und Geschäftsgeschichte, zeigt uns einen Film über eine peruanische Kaffee-Kooperative und dann röstet er 6 Kilo Kaffee und erzählt uns dazu allerlei Wissenswertes zum Kaffee. 

Kaffee rösten

Es ist kurzweilig und interessant. Zum Schluss gibt es noch eine Kaffee-Verkostung und wir erhalten einen Beutel Kaffee sowie eine Kaffeebohne mit eingraviertem Vornamen. So witzig. Wir kehren zurück nach SPO und finden im Restaurant Deichkind einen gemütlichen Tisch fürs leckere Abendessen (Gemüsecurry und Wienerschnitzel). Nach einem kurzen Verdauungsspaziergang kehren wir ins Hotel zurück und lassen den Abend gemütlich ausklingen.

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Dienstag, 17. September 2019: Hallo Schietwetter

„Volare oh, oh – Cantare oh, oh – Nel blu dipinto di blu – Felice di stare lassù …“ erklingt es um 05.34 Uhr aus dem Lautsprecher im Schlafwagen. Der Schaffner lässt uns mit diesem wunderschönen Lied in der Version von Dean Martin in den Tag starten. Er versorgt uns mit aktuellen Infos zu unserer Reise und insbesondere zur geplanten Ankunft in Hamburg – die pünktlich um kurz nach 07.00 Uhr erfolgen sollte – und informiert uns auch darüber, dass St. Pauli am Montagabend das Fussball-Derby der zweiten Bundesliga gegen Hamburg mit 2:0 für sich entschieden hat. Kein Zweifel: Beim Schaffner handelt es sich um einen St. Pauli-Fan. 

Ankunft in Hamburg

Wir stehen auf, machen eine französische Morgen-Toilette und dann wird uns bereits das Frühstück serviert. Ins frühmorgendliche Hamburg einfahren und dazu frühstücken – echt chic. Auf die Minute pünktlich treffen wir in Hamburg-Altona ein. Innert kürzester Zeit ist der Autozug rangiert, so dass wir in unser Auto steigen und vom Autoreisezeug fahren können. Auf direktem Weg geht es zur Elphi, wo wir das Auto abstellen und uns zu Fuss zu einer kleinen Stadt-Tour aufmachen. 

Bei der Elphi

Es hat mittlerweile zu regnen und vor allem heftig zu luften begonnen. Wir gönnen uns einen ersten Kaffee bevor wir uns auf den Weg zum Restaurant Mutterland machen. In diesem schönen Lokal waren wir erstmalig bei unserem letzten Hamburg-Aufenthalt. Für uns war klar, dass wir nach unserer Ankunft dorthin zurückkehren und dort richtig gut frühstücken gehen. Gesagt, getan – einfach wundervoll, wunderbar lecker (Krabben-Rührei). 

Weiter geht‘s auf der Autobahn bei Regen und Wind nordwärts. Wir fahren und fahren als auf der nächsten Abfahrt der Zielort „Glückstadt“ angegeben ist. Glückstadt tönt für zwei so glückliche wie uns super gut. Blinker gesetzt und Kurs auf Glückstadt genommen, da waren wir schliesslich noch nie und der Moment scheint uns just, um Glückstadt zu besuchen. Rasch ist ein Parkplatz beim Bahnhof gefunden und so tauchen wir kurze Zeit später in die kommerzielle Hauptgasse (Fussgängerzone) ein. Hübsch ist es hier – klein und überschaubar. Fast sternförmig führen alle Gassen zum grossen Platz mit dem Rathaus. Als wir dort ankommen, dämmert‘s bei mir: Da waren wir schon einmal! Wirklich??? Ja! Und zwar am 9. Juni 2018 als ich Martin für die letzte Woche seiner Camperferien besucht habe. Er hat mich in Hamburg am Flughafen abgeholt und dann sind wir über Glückstadt (dort gab es Kaffee und Kuchen) nordwärts gefahren haben anschliessend in Büsum auf dem Campingplatz übernachtet. Tja, werden wir langsam alt? Toll war ja einfach, dass wir auch den zweiten Besuch in diesem beschaulichen Örtchen sehr genossen haben.  

Schäfchenland

Anschliessend fahren wir auf direktem Weg weiter nach Sankt Peter Ording, wo wir ein weiteres Mal im Landhaus an de Dün einchecken. Auch hier herrscht garstiges Wetter, so dass wir uns auf direktem Weg ins Restaurant Strand Nr. 1 aufmachen und in diesem kroatisch-deutschen Lokal (für und eine echte Premiere) eine leckere Fleisch-Gemüsepfanne geniessen. Müde aber glücklich geht‘s für uns zurück in Hotel und da ins warme, bequeme Bett.

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Montag, 16. September 2019: Gotti Ruthli, das gute Omen für unsere Norddeutschland-Ferien

Heute ist unser erster Ferientag. Wir lassen es ruhig und entspannt angehen an diesem schönen Spätsommer-Tag. Das Feriengepäck fertig packen, dieses oder jenes erledigen und dann fahren wir um 13.30 Uhr los Richtung Basel, wo wir kurz nach 15.00 Uhr in Riehen beim Landgasthof eintreffen und dort mit Martins Gotti Ruthli ein gemütliches Zvieriznacht einnehmen. Wir geniessen das Zusammensein im Gartenrestaurant und die Zeit vergeht mit Essen und Gsprächle im Nu. Gegen 18.30 Uhr verabschieden wir uns von Ruthli. Das Treffen mit Ruthli ist zu einem schönen Ritual im Vorfeld zu unseren Auto-Reisezug-Trips nach Hamburg geworden. Ruthli nimmt das Tram Nr 6 zurück nach Hause und wir fahren weiter nach Lörrach, wo der Auto-Reisezug bereits auf uns wartet. Wie immer fährt Martin das Auto auf den Autozug während dessen ich unser Nachtlager im Schlafwagen einrichte. 

Auto verladen

Schon bald trifft auch Martin im Schlafwagen ein. Wir verbringen die Zeit bis zur Abfahrt kurz vor 21.00 Uhr mit Lesen und Ferientags-Planung. Dann machen wir uns bettfertig und beziehen unsere Schlafwagen-Betten. Die Einfahrt in Freiburg i.Br. nehmen wir noch wahr. Der Zugchef informiert, dass man hier in Freiburg noch mit Hunden, Katzen und Schildkröten einen letzten Pipi-Stopp einlegen könne bevor wir die Reise gegen 21.30 Uhr fortsetzen würden … ah soooooooo chhhhhhhhhhhhhh.

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Freitag, 26. Juli 2019: Gelandet – und die Ferien bleiben in unseren Gedanken :-)

Schön waren sie, unsere Ferien. 3 Wochen von zu Hause weg, viel erlebt, viel gesehen und erlebt… So muss es sein. Und wir sind wieder gesund nach Hause gekommen – das ist das Wichtigste!

Rückflug

Die Route mit dem Camper war die folgende:

Mit dem Camper sind wir viel rumgekommen. 2476 km sind wir gefahren, was pro Tag 155 km ergibt. Wir haben Gegenden gesehen, die nicht so bekannt sind, wie z.B. Writing-on-Stone, aber waren auch mit dem Massentourismus unterwegs, z.B. in Lake Louise.

Bei unserem Camper handelte es sich um einen Dodge Ram ProMaster mit einem Camping-Aufbau Zion Class B von Roadtrek. Wir haben ihn über die Campervermietung BestTime RV gemietet. Ich war sehr überrascht, dass Camper schon 52‘000 km auf dem Zähler hatte. Da hätte ich mir was neueres fürs Geld gewünscht. Der Camper hatte alles, was wir benötigten, sogar ein kleines WC mit Dusche (haben wir aber nicht benützt). Die hintere Sitzgruppe konnten wir zum Bett umwandeln und hatten so eine Liegefläche von 188 x 193 cm – perfekt für süsse Träume 🙂 Das Fahrzeug selber war grösser als ein VW-Bus, aber kleiner als ein Wohnmobil. Somit kam man mit diesem Bus locker in die Städte und auch ein Parkplatz fand man in der Regel immer.

Weitere Daten zu unserem Camper:

  • Dodge Ram ProMaster, 280 PS, 3,6l V6-Motor mit einem Verbrauch von Rund 16l/100 km (90l Tank)
  • Radio/CD-Player, GPS-Navigation, Rückfahrkamera, Bluetooth- und USB-Anschluss, Tempomat
  • 140l Wasser-Tank, 86l Grauwasser-Tank, 37l Schwarzwasser-Tank, 30l Propangas-Tank
  •  24“ HD-TV mit DVD-Player, Mikrowellen-Ofen, 2 Gas-Herde, Kühlschrank mit Tiefkühlfach
  • Dach-Klimaanlage, Dach-Lüftung, Heizung
  • Elektrische Markise/Store (bei Wind nicht zu benützen 🙂 )

Unser Camper Dodge Ram ProMaster

Canada, wir kommen wieder!

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Donnerstag, 25. Juli 2019: Gone with the wind

Um 07.00 Uhr klingelt er zum ersten Mal seit zwei Wochen: Der Handy-Wecker. Da wir aber beide schon früher wach sind, macht uns der sonore Klingelton nichts aus. Heute sind wir rasch aus dem Bettchen raus. Duschen, frühstücken und fertig packen ist angesagt. Die beiden letzteren Programmpunkte werden durch den heftigen Wind nicht grad gross vereinfacht. Aber gegen 09.30 Uhr haben wir alles am richtigen Ort verstaut und fahren los, um ein letztes Mal das Auto aufzutanken und vor allem den Propan-Tank aufzufüllen. Von der Tankstelle aus sind es nur noch 2.5 Minuten bis zur Best Time RV Rentals. Die Rückgabe des Wagens läuft einwandfrei. Hick in der Frontscheibe und leerer Feuerlöscher gemeldet und auch die Sache mit der nicht korrekten Anzeige von Grau- und Schwarzwasser-Tank klärt sich (verklebter Sensor).

Der Camper ist wieder in Tagesstellung verbracht

Dann fahren wir zusammen mit einer Familie aus Magdeburg, die auch gerade ihren Camper abgegeben hat zum Flughafen (Shuttle wird von der Camper-Vermietung angeboten). Beim Airport stellen wir alle zusammen unser Gepäck ein (das Einchecken ist aus zeitlichen Gründen noch nicht möglich) und fahren dann mit dem Bus 300 in die Downtown. Da uns etwas mehr als eine Stunde Aufenthalt in der Stadt möglich ist, entscheiden wir uns, auf den Calgary Tower zu gehen. Der Bus hält sogar direkt vor dem Tower. But what the heck! Is this true? Yes, it is.

Calgary Tower – wegen zu geschlossen

Der Calgary Tower ist aktuell geschlossen, die Lifte werden revidiert. Tja, dann halt leider nicht. Wir verabschieden uns von den Magdeburgern und schlendern noch etwas durch die Fussgängerzone, von wo aus Martin noch verschiedene Fötelis macht. Der nächste 300er Bus Richtung Flughafen YYC ist unser. Die Fahrt dorthin, das Check-in sowie die Sicherheitskontrolle verlaufen einwandfrei. Es reicht noch für einen gemütlichen Aufenthalt in der Lounge.

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Mittwoch, 24. Juli 2019: Pretty changing weather, eh?

Der erste Start in den Tag gibt es heute um 03.00 Uhr, da entlädt sich nämlich ein richtiges Hitzegewitter über Canmore. Der Regensensor der Dachlüftung funktioniert einwandfrei. Bis ich aus dem Bett gestiegen bin, hat sich die Luke bereits geschlossen. Also wieder hinlegen und weiterschlafen. Das Gewitter und der heftige Regen beeinträchtigen unseren Schlaf überhaupt nicht. Wir schlafen bis kurz vor neun durch. Da es immer noch heftig regnet und windet, entscheiden wir uns, noch etwas liegen zu bleiben. Die Sonne zeigt sich ein erstes Mal zögerlich, lässt sich aber subito wieder von dicken, grauen Regenwolken verdrängen und es schüttet wieder aus Kübeln. Ja, wir haben Zeit und ein gemütlich warmes Bett, können also gerne noch etwas weiter drinnen verweilen. Gegen 11.30 Uhr scheint die Sonne so richtig feste und trocknet den Site-Campingtisch, so dass wir ausgiebig draussen frühstücken können. 

Danach der gewohnte „Cher“ – ein bisschen ausgiebiger geputzt, da wir morgen den Camper innen gereinigt abgeben müssen. Am Schluss müssen wir einen „gear“ mehr einlegen, um unsere Arbeiten und das „Auschecken“ des Camper (Strom- und Wasserleitungen entfernen) noch „trocken“ zu erledigen. Just als wir beide wieder im Camper sitzen, beginnt es ein weiteres Mal heftig zu regnen. Glück gehabt. Was ich gestern noch vergessen habe festzuhalten: Wir haben gestern auf der Fahrt auf dem Highway 1 einen Steinschlag in der Frontscheibe eingefangen. Als es einen kurzen scharfen Knall gegeben hat, dachten wir zuerst, ein Schrankschloss im Camper habe sich geöffnet. Wenige Minuten später entdeckten wir dann den Hick in der Scheibe. Zum Glück hat Martin uns im Mietvertrag mit einer entsprechenden Zusatzversicherung abgedeckt. Schon ein wenig verrückt: Da fahren wir am Vortag 65 km auf Schotter und nichts passiert. Aber auf dem Highway 1 jagt es uns ein Steinchen in die Frontscheibe.

Canmore church

Und noch ein weiterer Nachtrag zu gestern: Kirchenbau zu Canmore … Spanplatten, Dämmung und Aussenverschalung und fertig ist. Aber zuerst natürlich das Kreuz auf das Turmgerüst, damit schon mal klar ist welche Glaubensrichtung hier baut. 

Wir wählen den Highway 1A (Typ Landstrasse, die durch schöne Gegenden führt), um via Cochrane (hübsche Downtown) nach Calgary zu fahren. Unsere letzte Campingnacht verbringen wir im Mountain View Camping Resort, 3 km ausserhalb der Stadtgrenze von Calgary. Ja, und nun heisst es packen, Souvenirs verstauen und Camper putzen. Wir kommen gut voran und machen uns gegen 19.00 Uhr auf den Weg in die Old Spaghetti Factory zum Znacht. Danach zurück zum Camping, Grau- und Schwarzwassertank leeren und bettfertig machen. Morgen um 07.00 Uhr wird uns zum ersten Mal seit zwei Wochen wieder einmal der Wecker den Takt vorgeben. 

Gute Nacht, Calgary

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Dienstag, 23. Juli 2019: A hot summer day

Gemütlicher Start in einen wunderschönen Sommertag. In der Nacht hat es gemäss Aussagen von Martin leicht geregnet und heute Morgen: blauer Himmel, strahlender Sonnenschein – und ein böiger Wind. Der Frühstückstisch muss heute strategisch gedeckt werden, da der Wind unsere Reise-Tischdecke und die Sachen darauf immer wieder von neuem forttragen will. Unser Nachbar bedankt sich noch zweimal bei uns für unsere rasche Unterstützung beim Bekämpfen des Feuers am Vorabend. Erst als Martin mit dem Feuerlöscher angerannt sei, habe er daran gedacht, dass ja auch er einen Feuerlöscher habe und es wohl besser sei, mit dem Feuerlöscher zu löschen als mit Wasser. Das Wasser habe das Feuer nämlich nur verteilt. Er macht sich ebenfalls reisebereit, da er sein „Baby“ – und damit ist seine Harley Davidson gemeint und nicht etwa seine Partnerin – in Canmore auf allfällige Brandschäden (Pneus) prüfen lassen will. Er bietet uns ebenfalls an, in Canmore einen neuen Feuerlöscher zu kaufen. Da wir heute aber schon wieder weiterfahren, entfällt dies. But no problem. Bald haben wir alles verstaut und machen uns mit dem Auto auf zu den sanitären Anlagen. So wie es die Einheimischen tun. Teilweise bedingt durch die Grösse der Camping-Plätze teilweise aus reiner Bequemlichkeit legen sie die Strecke zwischen ihrem Site und den Duschen mit den grossen Trailer-Pickups oder mit Golf Carts zurück, welche auf privaten Campingplätzen angeboten werden. Über den Highway 1 geht‘s via Canmore in den Banff National Park, wo wir auf den 93er abzweigen und bis zum Marble Canyon fahren wollen. Da dort aber die Parkplatz-Infrastruktur erneuert wird, ist diese Natur-Attraktion „geschlossen“. Wir fahren daher etwas weiter (sind nun in British Columbia) und halten bei den „Paint Pots“ an. Ein kurzer Fussweg führt uns zu Wasser Pots – abhängig von der Boden-Sedimentierung – in verschiedenen Farben. 

Paint Pot


Paint Pot

Ganz schön aber auch nicht grad wow. Wir verweilen noch etwas am kühlen Vermilion River, den wir queren mussten, um auf den Paint Pots Trail zu gelangen. Mittlerweile hat das Thermometer 30 Grad Celsius erreicht. Wir entscheiden uns, weiter in Richtung Lake Louise zu fahren. In Lake Louise waren wir schon mal vor 14 Jahren und hätten gerne wieder mal „rein geschaut“. Da die Verkehrssituation aber eher chaotisch ist (viel zu viele Autos, keine Parkplätze) kehren wir um und fahren auf dem Highway 1A zurück Richtung Canmore. Tiere bekommen wir heute mit Ausnahme einer kurzen Bärensichtung in der Nähe der Paint Pots keine zu sehen. Es ist wohl einfach zu heiss für sie. Im Johnston Canyon machen wir einen Spaziergang zu den unteren und oberen Wasserfällen.

Lower Falls im Johnston Canyon

Der Aufenthalt in diesem eher schattig gelegenen Canyon mit dem reissenden Fluss zur Seite ist an diesem hot summer day gerade das Richtige. Insbesondere dort wo die Gischt bis zum Weg bzw. bis zu den Aussichtsplattformen gelangt, möchte man sich heute nicht mehr wegbewegen.

Johnston Canyon Upper Falls

Nach einem kurzen Squirrel Fotoshooting setzen wir unsere Reise fort. Einen nächsten kurzen Stopp legen wir bei einer Gedenkstätte für internierte Zwangsarbeiter ein. 1914 ist Kanada mit der Kriegserklärung gegen Deutschland in den ersten Weltkrieg „eingestiegen“. 1913 begann die grosse Wirtschaftskrise in Kanada. Die schlechte Wirtschaftslage verbunden mit einer hohen Arbeitslosenquote und teilweise aussichtslosen persönlichen Situationen führte zu rassistischen Aktivitäten gegenüber denjenigen Menschen mit kulturellem Hintergrund aus den Kriegsgegner-Ländern (Deutschland, Österreich-Ungarn, Ukraine, Polen etc.). Tausende dieser Menschen, teilweise sogar mit kanadischem Pass, die vor Jahren nach Kanada gekommen sind, in Kohleminen, im Strassen- und Eisenbahnbau mit harter und oftmals gefährlicher Arbeit zur Entwicklung Kanadas beigetragen haben, wurden nun in Internierungslager (im Gebiet des heutigen Banff National Parks) gesteckt und zur Zwangsarbeit verpflichtet. Die körperlich anspruchsvolle Arbeit, die harten Winter und vor allem die skrupellose Haltung der Aufseher haben viele (vor allem Ukrainer) nicht überlebt. Kanada arbeitet an dieser Stelle einen unrühmlichen Teil seiner Geschichte auf. Ein Mahnmal („Why?) eines ukrainischen Zwangsarbeiters soll daran erinnern. Wir geniessen die schönen Seiten dieses Parks und halten noch an dem einen oder anderen Aussichtspunkt an.

Bow Valley

Gegen 19.30 Uhr checken wir beim High River Campground ein, fahren dann aber nochmals nach Canmore zurück, um in der Tavern 1883 (7 Minuten Fahrweg entfernt) einen feinen Burger zu verspeisen. Dessert gibt es keines. Ein solches in Form eines Gelato genehmigen wir uns bei der Gelateria nel‘ autobus di scuola vecchio. In einem ausgedienten Schulbus wird super leckeres Eis angeboten. Wir stehen etwa 20 Minuten an bis wir zu unserer Organge- (Martin) und Salted Caramel Pekan-Glacé (ich) kommen. Die Temperatur liegt immer noch über 20 Grad als wir gemütlich durch Canmore schlendern. Nun aber rasch zurück auf den Campground, Strom- und Wasserkabel plug-innen und ab ins Bett. (Beim Abendessen erreicht mich die Mitteilung, dass meine Lieblings-Tante Elsbeth am Montag verstorben ist. Und heute vor einem Jahr ist meine liebe Maman verstorben. Beim Verweilen am Vermilion River ergibt sich eine gute Gelegenheit für einen Moment des dankbaren Erinnerns.)

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Montag, 22. Juli 2019: 65 km Schotter

Inmitten von Kananaskis haben wir wunderbar geschlafen. Die Stille rund um uns war schon fast beängstigend… Und wenn man am Morgen die Augen öffnet sieht man durch die Tannen den blauen Himmel – traumhaft. Wir spannen die Pferde vor die Kutsche und fahren los. Zuerst an den Lower Kananaskis Lake. Es hat ein paar Fischer draussen, aber sonst bildet der See einen idealen Spiegel, wo sich die Berge drin sehen können.

Lower Kananaskis Lake

„Warning – Bear in Area“ heisst es auf grossen Schildern. Es soll eine Grizzlymutter mit zwei Jungen in der Gegend sein. Wir möchten sie natürlich gerne sehen, aber ihr nicht begegnen… Also so vom Auto aus wäre praktisch. Aber die Tiere zeigen sich nicht. Dafür die Natur. Wunderbar!

Wir fahren nicht über den Highway 40, sondern „hintendurch“ nach Canmore, über den 742. 65 km Gravel, also Schotterpiste. Halten das Mensch und Maschine aus? Ja, wir versuchen es. 

On gravel road

Die durchfahrene Gegend ist wunderschön! Immer wieder halten wir an und geniessen den Moment. Die Strasse ist teilweise in einem solchen Zustand, dass ich mir maximal 20 km/h erlaube. Schneller wäre für den Camper nicht zuträglich. Es scheppert schon so überall. Teilweise ist die Strasse aber so gut zwäg, dass man mit 80 km/h bolzen kann. Diese Momente sind aber nicht sehr oft. Die Maschine hält es aus. Der Mensch am Steuer ist nach diesen 65 km geschafft. Das vorgesehene Programm mit dem Marble Canyon verschieben wir auf morgen und fahren zum Bow Valley Camping, wo wir einen Platz reserviert haben. Dies ist zwischen Canmore und Calgary in der Wildnis. Gut, so wild kann es auch nicht sein, schliesslich rauscht regelmässig ein Zug vorbei. Natürlich mit gehupe. Wir lassen uns überrachen, wie wir diese Nacht schlafen. Aber die Stille von Kananaskis wird so oder so nicht zu toppen sein…

Bow Valley Campground

Nach Redaktionsschluss eingetroffen:

Wir haben gemütlich zNacht gegessen. Kartoffelstock mit Fleischbällchen. Dann einen Verdauungsspaziergang über den Campground gemacht, bis zum Bow River und zurück. Dann sind wir an den Picknicktisch gesessen und Bettina hat grad ein Kafi serviert, als wir merkten, dass beim Wohnwagen neben uns etwas nicht stimmte: Unter dem Wohnwagen hindurch sahen wir, dass das Campfire unseres Nachbars ausser Kontrolle geraten ist. Am Boden brannte eine Linie. Dann grossflächig. Ich ging mal zum Wohnwagen um zu schauen, was da los ist und sah schon von weitem, dass überhaupt nichts in Ordnung ist. Ich rannte zu unserem Camper zurück und holte den Feuerlöscher. Cool, ich wusste sogar, wie man dieses Teil aus der Halterung nimmt… ich ging wieder zum Wohnwagen, entsicherte den Feuerlöscher und der Nachbar meinte „Great, a fire extinguisher. Use it, quick!“ – „Ähm sorry, take it, I don‘t know to use this.“ (Mann, ich hätte der Camper of the month werden können, wenn ich wusste, wie den Feuerlöscher bedienen… 🙁 ). Der Nachbar übernahm und ich entfernte mich aus der Gefahrenzone. Mittlerweile waren viele Leute vom Campground eingetroffen und halfen. Ich probierte noch, den Wasserschlauch vom Camper abzuschrauben (eine unglaubliche Prozedur!) und als ich beinahe soweit war kam einer der Mithelfer und sagte, sie brauchen kein Wasser mehr, das Feuer sei gelöscht. Uff, nochmals Glück gehabt! Aber, frei von Schuld war der Nachbar nicht ganz: ca 2 m vor dem Wohnwagen hatte er den Firepit und hat dort Marshmellows gebraten. Ca 1.5 m daneben war seine Harley, die er mit einem Plasticverdeck abgedeckt hatte. Und seine zwei Hunde waren auch noch in der Nähe angebunden… Irgendwie hat die Fassade des Wohnwagens überhitzt und sich dann entzündet. Fazit: keine Verletzten, die Schäden sind überschaubar, der Nachbar nervlich ein Wrack. Und mein Feuerlöscher ist leer. Das muss ich dann dem Vermieter noch erklären…

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Sonntag, 21. Juli 2019: Heute geben wir Gas … und Oel

Zu unserer grossen Überraschung haben wir heute schönstes Sonn-Tags-Wetter. Wir frühstücken draussen an der Sonne und „erledigen den Haushalt“ (abwaschen, betten, alles verräumen und die Schränke sichern sowie Strom- und Wasserkabel entfernen). Dann gehen wir duschen und fahren los. Im lokalen Safeway alimentieren wir unsere Vorräte für die letzten Tage in den Kananskis (also etwas fern vom Schuss) auf. So, nun aber los zu unserem ersten Etappenziel von heute, dem Turner Valley Gas Plant. Am Standort des 1985 geschlossenen Werks gibt es eine grosse Anlage zur Oelgewinnung zu sehen. 1911 hat ein Hobby-Geologe beim Durchqueren der Prärie aufgrund der Landschaftsformation und von Blasen im Fluss den Gedanken gehabt, dass es in der Gegend Oelvorkommen haben könnte. Er hat Geldgeber von seiner Idee überzeugen können und so wurden Bodenproben genommen, welche den Beweis lieferten, dass es im Gebiet Oel gab. Rasch wurde ein erster Holz-Bohrturm gebaut und mittels grossen Eisen-Extrudern, die in den Boden gerammt wurden, in die Tiefe gebohrt. 

Turner Valley Gas Plant

Auf der Führung wird uns gesagt, dass es bis zu zwei Jahren Extruding-Arbeit erforderte, um auf Oel zu stossen. Die Kunde über die Oel-Funde (in der ersten Zeit wurde Naphta gewonnen) machten bald die Runde und so setzte in der Gegend und natürlich vor allem im nahe gelegenen Calgary ein richtiger Oel-Boom ein. In den Banken von Calgary wurden die Geldgeschäfte abgewickelt, es wurden Unternehmen gegründet und Menschen von nah und fern reisten nach Calgary, um ins Oel-Business einzusteigen – seit es als Geldgeber oder Arbeitnehmer. Interessant ist, dass Calgary auch heute noch den Ruf als Oel-Stadt Kanadas hat. Zuerst wurde im Turner Valley Werk nur Oel gewonnen. Das ebenfalls vorhandene Gas (hoch gefährliches H2S) wurde über Spezialleitungen in die Luft abgegeben,  in den 20er und anfangs 30er Jahren in Ermangelung an Verwendungsmöglichkeiten und Gas-Separierungs-Technologie. Das Gas war zwar hochgefährlich, spendete gleichzeitig aber in den sehr kalten Wintern viel Wärme, so dass sich arme Leute rund um die Gas-Ausleitung niederliessen und so wenigstens warm hatten. Im Vorfeld des 2. Weltkriegs gelang es dann aber das Gas zu reinigen (z.B. Bhutangas) und gewisse Gase als Brennstoff für die Kriegsflotte des Commonwealth zu nutzen. Ende der 20er-Jahre wurde zudem begonnen, Pipelines nach Calgary zu legen, so dass das Oel nicht mehr in Fässer verfrachtet werden musste. Wir kommen in den Genuss einer Einzelführung durch Larry und Susan, die sehr viel Interessantes zu berichten haben (Facts, Kulturgeschichte, Stories). Sie zeigen uns dann auch noch den Raum mit den zehn Generatoren, die das Oel durch das Werk und vor allem durch die Pipeline gepumpt haben. In der Halle stehen 10 Stahlkolosse, zwischendurch wieselt ein Squirrel an uns vorbei oder ächzt irgendetwas. Alles ein wenig spooky. Larry bemerkt unsere leichte Irritation. „Das ist nur die Belüftungsanlage bzw. der grosse Ventilator, der gewisse Leicht-Teile bewegt.“. Spooky ist die ganze Anlage aber so oder so, sonst würden hier wohl nicht Teile des neuen Ghosbusters-Film gedreht. Auf dem Areal stehen zahlreiche Filmkulissen-Teile herum. Wir verabschieden uns von Larry und Susan und einer weiteren Mitarbeiterin, die deutsche Wurzeln hat und sich darüber freut, mit uns Deutsch sprechen zu können.  

Pumpkompressoren

Nach einem kurzen zweiten Abstecher nach Black Diamond nehmen wir Kurs in Richtung der Kananaskis auf. Die Strecke führt uns durch dicht bewaldetes Berggebiet, das von zahlreichen Flüssen durchzogen wird. Bald schon stossen wir auf erste Herdenteile von Big Horn Sheep oder Rocky Mountain Sheep (so genau wissen wir das nicht), die Salz von den Steinen (inkl. Strassenbelag) schlecken. Die Autofahrer umfahren die Tiergruppen im Slalom. 

Sheeps

Die Fahrt zieht sich bis wir endlich am Boulton Creek Campground ankommen. Dieser besteht aus grosszügig dimensionierten Sites, die über eine loopförmig angelegte Verbindungsstrasse verteilt sind. Wald, Waldboden, Blumenpracht, Pilzvorkommen, Tiervielfalt, Berge, Sonne: Schlicht grossartig – und so ruhig. Wir verbringen einen gemütlichen Abend mit Lesen am Feuer (aber immer schön aufmerksam bleiben, es gibt Bären hier).

Es wird Nacht in Kananaskis

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Samstag, 20. Juli 2019: A day off

Heute fällt der Tagesrückblick kurz aus. An diesem regnerischen Tag sind wir nach dem Frühstück in die Chinook Honey Company gefahren und haben uns dort im Laden die verschiedenen Honigprodukte angeschaut (und natürlich auch Honig gekauft). Weiter ging‘s zum Okotoks Eratic, einem grossen Stein-Findling, den die Gletscher aus den Rocky Mountains bis nach Okotoks getragen haben. Okotoks heisst in der Sprache der First Nation Stein. Es ist also so, dass dieser Stein-Findling der Stadt den Namen gegeben hat.

Okotoks Eratic

Von hier aus fahren wir nach Calgary in die South Centre Mall. Wir gehen shoppen und finden hübsche Anziehsachen und ein Weihnachtsgeschenk für Martin. In fünf Monaten ist ja bereits wieder Weihnachten und darum kaufe ich Martin die coole Bose-Sonnenbrille mit integriertem Musikempfänger. Es ist 19.00 Uhr als ich aus der Umkleidekabine komme und eine Kasse für den Kauf meiner neuen Levis Jeans finde. Ab nach Hause! Aber zuerst noch in Cha Cha John‘ Fusion Kitchen (indische Küche mit kanadischem Einschlag) gemütlich und lecker Abendessen gehen. War super sympathisch und echt wieder mal eine Abwechslung zum bisherigen Menuplan.

Indisch-kanadische Fusion-Kitchen

Es regnet als wir unserem Camper wieder auf dem Campingplatz abstellen. Daher heute kein Feuer, sondern ein gemütlicher Indoor-Abend.

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