Auffahrtsreise 2014: Zusammenfassung

Ich habe mir auf der Auffahrtsreise zum Ziel gesetzt, von sämtlichen Bahnhöfen das Bahnhofschild zu fotografieren.

Dies gelang bis auf zwei Ausnahmen:

In Roedeskro (Fahrt von Odense nach Flensburg am 29.5.2014) war ich zu wenig schnell und konnte nur noch die beiden ersten Buchstaben fotografieren.

In Bretten Schulzentrum (am 31.5.2014 von Eppingen nach Karlsruhe Bahnhofvorplatz) sass ich ebenfalls ungünstig, so dass es nicht zu einem Schnappschuss reichte.

Total haben wir 197 Bahnhöfe befahren, 26 mal sind wir eingestiegen (und auch so viele Male wieder ausgestiegen), und 171 mal haben wir an Bahnhöfen angehalten.

 

Bahnhofschilder sind aber nicht Herausforderung genug. Ich habe noch die Pünktlichkeit der Züge notiert.

Im Durchschnitt hatten unsere Züge folgende Verspätung (Messung bei Abfahrt, Ankunft nur vor Ausstieg):

Mittelwert an Mittelwert ab
25.5. 00:06 00:01
26.5. 00:00 00:16
27.5. 00:06 00:03
28.5. 00:01 00:00
29.5. 00:00 00:00
30.5. 00:01 00:01
31.5. 00:01 00:01
Alle Tage, Durchschnitt 00:02 00:03

Grösste Verspätung: 26.5. in Wien Simmering: 47 Minuten

Kleinste Verspätung: alle Tage, diverse Bahnhöfe: 0 Minuten

Verspätungen aufgeschlüsselt nach Ländern (durchschnittlich):

Schweiz 00:01
Italien 00:01
Österreich 00:19
Tschechien 00:30
Deutschland 00:01
Dänemark 00:00

Zu bemerken ist, dass die durchschnittliche Verspätung in Tschechien aus Österreich importiert und laufend abgebaut wurde (Ankunft Breclav mit 45′ Abfahrt in Decín hl. n. mit 13′).

Kein einziger verpasster Anschluss!

Gefahrene Strecken:

km
Bern-Brig 104
Brig-Venezia 430
Venezia-Villach 252
Villach-Hamburg 1439
Hamburg-Rendsburg 114
Rendsburg-Vejle 209
Vejle-Legoland (Bus) 29
Legoland-Kolding (Bus) 45
Kolding-Odense 73
Odense-Svendborg 48
Svendborg-Odense 48
Odense-Flensburg 176
Flensburg-Kiel 80
Kiel-Lübeck 81
Lübeck-Lünebuerg 79
Lüneburg-Uelzen 35
Uelzen-Soltau 52
Soltau-Hannover 88
Hannover-Würzburg 327
Würzburg-Osterburken 78
Osterburken-Sinsheim 95
Sinsheim Museum-Eppingen 20
Eppingen-Karlsruhe 59
Karlsruhe-Bern 295

Total fuhren wir 4256 km.

Wo fuhren wir durch?

Sonntag, 25.5.2014: Bern – Brig – Venezia – Villach



 

Montag, 26.5.2014: Villach – Wien – Prag – Dresden – Berlin – Hamburg-Altona

 

Dienstag, 27.5.2014: Hamburg Altona-Rendsburg, Besuch Schwebefähre, Vejle

 

Mittwoch 28.5.2014: Vejle – Legoland – Kolding – Odense – Svendborg – Odense





 

Donnerstag 29.5.2014: Odense – Flensburg – Kiel – Lübeck



Freitag 30.5.2014: Lübeck – Lüneburg – Uelzen – Soltau – Hannover – Würzburg – Osterburken – Neckargmünd – Sinsheim Arena/Museum






 

Samstag 31.5.2014: Sinsheim Arena/Museum – Eppingen – Karlsruhe – Basel – Bern


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Samstag, 31. Mai 2014: F-I-N-A-A-A-A-L-E!

Heute war der letzte Tag unserer Trans-Europa-Reise. Er begann mit ein bisschen ausschlafen und anschliessendem Frühstück. Erster und zugleich einziger Höhepunkt der Reise war der Besuch des Technikmuseums Sinsheim. Dies ist weltweit der einzige Ort, an welchem eine Concorde und eine Tupolev TU-144 ausgestellt sind. Die beiden Überschallflugzeuge sind die Stars des Muesums, aber auch sonst gibt es allerhand zu sehen. Für meinen Geschmack gibt es ZU viel zu sehen, die Hallen sind vollgestopft mit Ausstellungsmaterial, welches in unlogischer Reihung aufgestellt ist. Man hat den Eindruck, dass man einfach gekauft hat, was auf dem Markt grad so vorhanden war. Dementsprechend war viel altes Militärmaterial zu sehen, etliche Ostblockflieger, viele Autos, Motorräder, ein paar Dampfloks. Alles einfach ein “Touch to much”, wie man so schön sagt…

So verwundert es nicht, dass wir schon zwei Stunden vor dem ursprünglichen Programm in Sinsheim Arena/Museum auf den Zug gingen. In Eppingen stiegen wir um auf ein Tram der Karlsruher Albtal Verkehrsgesellschaft. Speziell an diesem Tram ist, dass es von der Region her über herkömmliche Strecken fährt, und dann bis in die Innenstadt von Karlsruhe fährt. Man spricht hier auch vom “Karlsruher Modell“, welches hier für viele öV-Anbieter wegweisend war. Da wir nun zwei Stunden früher in Karlsruhe waren als vorgesehen hatten wir noch Zeit in einer internationalen Schnellimbisskette was zu essen.

Anschliessend gingen wir zum Bahnhof. Woody hatte herausgefunden, dass heute Nachmittag wiederum ein Dampfzug in Karlsruhe sein müsste – und er hatte recht. Wiederum der gleiche grosse Lokomotivtyp wie gestern, aber eine andere Betriebsnummer. Und viele Fotografen…

Danach fuhren wir mit dem ICE nach Basel, und weiter nach Bern. Und können bereits schon Pläne schmieden für die Reise im nächsten Jahr.

Merci Woody, es hat Spass gemacht. Sein letzter Tag befindet sich hier.

 

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Freitag, 30. Mai 2014: Heidiland? Nö, Heideland!

Zu durchaus früher Stunde wurden wir in Lübeck geweckt. Doch heute konnten wir vom Zimmer aus nicht einfach so das Altstadtpanorama geniessen, denn wir hätten eine Sonnenbrille mit sehr dunklen Gläsern dazu benötigt. Wunderbarstes Wetter war angesagt, doch das wunderbare Frühstücksbüffet wollten wir trotzdem nicht auf der Terrasse geniessen, sondern drin. Das Senator in Lübeck ist einfach ein wunderbares Hotel, mit einem wunderbaren Frühstücksbüffet!

Danach Transfer zum Bahnhof und einsteigen in die Regionalbahn nach Lüneburg. Im Wissen drum, dass diese Züge nur ein sehr kleines 1. Klasse-Abteil aufweisen, reisten wir 2. Klasse. Und in der Economy kriegten wir alles mit, was so eine Economy zu bieten hat: Volle Züge, Fahrräder die den Platz versperren, Hunde die im Weg liegen und müffeln (oder war's der Hundehalter?) – aber dafür wurden wir von der wunderbaren Aussicht des Heidelandes entschädigt. Wunderbare, liebliche Gegend, muss man schon sagen! Und alles so sattgrün. Hier möchte man radfahren, wandern, joggen – oder aber eben mit dem Zug durchfahren und einfach nur geniessen, wie wir es grad tun. In Lüneburg stiegen wir um auf einen Zug des Anbieters “Metronom“, welcher auch ganz schöne Züge hat und die uns nach Ülzen bringen. Der Bahnhof von Uelzen ist im Rahmen der Weltausstellung in Hannover im Jahre 2000 von Friedensreich Hundertwasser umgestaltet worden und darf sich nun “Hundertwasserbahnhof” nennen, was übrigens auch in den Haltestellenansage mit “Wir treffen am Hundertwasserbahnhof Uelzen ein” rübergebracht wird.

Hier hatten wir einen raschen Anschluss, so dass wir die hundert Wasser nicht mehr gross würdigen konnten Wir müssen wohl noch einmal vorbeikommen. Von Uelzen gings mit der Regionalbahn “erixx – der Heidesprinter” nach Soltau, wo wir rund 55 Minuten Aufenthalt hatten. Diese Zeit nützten wir, um im nahe gelegenen Städtchen was zu essen. Ein Currywurststand bot sich an und hier wurde mir eine Illusion genommen: Ich dachte doch immer, dass die Currywürste, welche man in einer Kartonschale erhält, von Hand geschnitten werden, aber nein, da gibt es eine Maschine dafür:

Nun, das Gebotene schmeckte trotzdem und wir konnten gestärkt die Weiterreise durch die Heide in Angriff nehmen. Hannover war das nächste Ziel und von hier aus gings weiter mit einem ICE. Wir hatten einen Triebzug der dritten Serie, welche hinter dem Führerstand noch 9 Plätze haben mit Aussicht auf die Strecke und auf die Arbeit des Lokführers. Hier hatte es noch Platz und wir fuhren, quasi im Logensitz, über die Schnellfahrstrecke nach Würzburg. Und auch hier konnten wir sofort umsteigen auf eine Regionalbahn nach Osterburken (ja, das heisst tatsächlich so…) und von dort mit der S-Bahn nach Neckargemünd, in der Nähe von Heidelberg.

In Neckargemünd erwartete uns ein nicht geplantes Spektakel in Form eines Dampfzuges, welcher im Bahnhof auf die Abfahrt wartete. Woody wusste zu berichten, dass die Zuglok normalerweise im Depot Lyss untergebracht ist und nun scheinbar eine Auffahrtsreise unternommen hatte. Tatsächlich stand auf der Homepage, dass die Lok am “Dampfspektakel 2014” im Einsatz ist. Eindrücklich, dieser Lok bei der Abfahrt zuzusehen!

Danach gings weiter mit einer S-Bahn nach Sinsheim Arena, wo wir unsere Übernachtung gebucht hatten. Hier befindet sich das Technikmuseum, welches wir morgen besuchen werden, sowie die Rhein-Neckar-Arena, das Heimstation des Fussballbundesligisten TSG Hoffenheim 1899.

Das Hotel Sinsheim hatte noch ein Zimmer für uns. Die zweitletzte Etappe unserer Reise “Trans-Europ” ging zu Ende.

Woodys Tag

 

 

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Donnerstag, 29. Mai 2014 (Auffahrt): Südwärts

Heute ist Auffahrt und somit der Grund für unsere Auffahrtsreise. Die haben sich nämlich im Laufe der Zeit entwickelt. Sind wir früher noch am Mittwoch Abend losgereist, sind wir in den letzten Jahren immer früher weggefahren und haben aus der Auffahrts-”Brücke” mittlerweile einen veritablen Viadukt gemacht. Diesen Morgen waren wir auf den Wecker angewiesen, damit das Tagesprogramm gestartet werden konnte. Die Betten in diesem Hotel waren ausgezeichnet – und es wäre noch ein bisschen mehr Schlaf dringewesen… Das wunderbare Frühstück half uns jedoch in den Tag und schon bald waren wir unterwegs zum Bahnhof.

Eigentlich wollten wir nicht ZUM Bahnhof, sondern HINTER den Bahnhof. Denn dort befindet sich das dänische Eisenbahnmuseum Jernbanemuseet, welches rund um das ehemalige Lokdepot aufgebaut wurde. Das Museum ist sehr liebevoll gestaltet und die Besucher sind geistig sehr schnell in einer anderen Zeit des Reisens. Zwei Wagen des Orient Express, viele Dampfloks und weitere tolle Exponate unterstützen dieses Feeling. Speziell war für mich die Geschichte des königlichen Salonwagens, in welchem die verstorbenen Königinnen und Könige auch jeweils ihre letzte Fahrt, von Kopenhagen nach Roskilde (wo die Könige begraben sind), gemacht hatten. Heute ist dieser Wagen im Museum und Herr und Frau König (mit ihren Hunden) fahren in einem moderneren Wagen durchs Land.

Um Mittag fuhren wir südwärts nach Flensburg. Der Zug war masslos überfüllt, aber zum Glück hatten wir Plätze reserviert und konnten die Zugfahrt sitzend angehen. In Flensburg hatte unsere Verbindung einen Anschluss von 59 Minuten Übergangszeit. Scheinbar stellt man sich unter einem guten Fahrplanangebot in diesem Teil Europas was anderes vor. So verbrachten wir die Zeit im und rund um den Bahnhof Flensburg, welcher seine besten Zeiten schon längere Zeit hinter sich gelassen hat. Wikipedia sagt dazu: “Der Flensburger Bahnhof steht als besonders eindrucksvolles Ensemble des Klinker-Expressionismus der 1920er Jahre mit einigen Nebengebäuden teilweise unter Denkmalschutz. Dazu gehören auch das frühere Postgebäude, das Stellwerk „Fw” und das Reiterstellwerk „Fo”, das bei seiner Errichtung als das modernste seiner Zeit galt. Mangelnde Pflege haben diesem Denkmal aus der Zeit der Weimarer Republik zugesetzt. Weite Teile der Gebäude stehen nach Aufgabe vieler Funktionen (wie Bahnpost, Gepäckaufgabe, Gaststätten, Kinobetrieb) seit langem leer.” Wikipedia lehrt uns auch noch die Geschichtes des Bahnhofvorstandes Lorenz Petersen. Aber diese Geschichte ist wirklich nur für Hardcore-Eisenbahnfans…

Nach der Wartezeit fuhren wir über eine landschaftlich reizvolle Nebenbahnstrecke zuerst nach Kiel Hbf, wo wir in Richtung Lübeck umstiegen. Die Gegend nennt man “Holsteinische Schweiz“, dies aufgrund der Hügellandschaft, und ist wirklich hübsch anzusehen.

Lübeck zeigte sich von der schönsten Seite, keine Wolke trübte das Panorama. Ich bin nun das dritte Mal in dieser Stadt und sie zeigt sich fussgängerunfreundlich wie eh und je: Die durchschnittliche Wartezeit an Fussgängerampeln beträgt 75 Sek (handgestoppt) bzw. 5 Min (gefühlt). Hauptsache mit dem Auto ist man schnell.

Nach einem feinen Znacht schlenderten wir ein bisschen durch die Stadt und genossen das Ambiente. Und jetzt sind wir im Zimmer und schreiben Tagebücher.

Woodys Tag.

 

 

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Mittwoch, 28. Mai 2014: Faszination Lego

Die Nacht war kurz, zu kurz. Zum Einen, weil gestern die WLAN-Verbindung so langsam war und Bites und Bytes einzeln angeliefert wurden (letzte Lieferung kam gegen 1:00 Uhr…), zum Anderen weil die Matrazen so weich waren und ich angst hatte, bei jeder Bewegung aus dem Bett zu fallen. Irgendwann wurde es aber auch Morgen und nach duschen und frühstücken gings auf den Bus für die rund 30 minütige Fahrt nach Billund. An diesem Ort befindet sich das Legoland. Das Wort Lego leitet sich übrigens von dänisch leg godt „spiel gut” ab. Woody hatte den Eintritt schon online gekauft, so dass wir nicht anstehen mussten und somit sehr rasch im Park waren. Auch das Einstellen unseres Gepäcks verlief problemlos, so dass wir uns ganz und gar den Attraktionen widmen konnten.

Was wir hier zu sehen bekamen, machte uns grosse Freude: mit sehr viel Liebe zum Detail wurden verschiedene Länder, Städte oder Sehenswürdigkeiten nachgebaut. Amsterdam, Schloss Amalienborg, den Göta Canal, die Freiheitsstatue… Und alles aus Lego! Witzig gemacht und teilweise auch noch animiert (z.B. Züge und Lastwagen, die durch die Gegend fahren, Schiffe welche in den Kanälen unterwegs sind – alles, was halt auch draussen so passieren kann…

Das ging sogar so weit, dass das Hotell Göta, am Göta Canal, nachgebildet wurde. Und in diesem Hotel habe ich schon mal übernachtet. Zum Verleich das Original und die Lego-Kopie:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie gesagt, das Ganze ist super gemacht, aber das Wetter hat nicht mitgespielt… :-( Ganze 7 Grad warm war es, und dies ist eigentlich gar nicht warm… Viele Imbissstände waren noch geschlossen, da die Saison noch nicht begonnen hat, was aber nicht geschadet hat. Um 15:00 fuhr der Bus nach Kolding, und irgendwie war ich froh, im Bus an die “Wärme” zu kommen… In Kolding gings weiter mit dem Zug bis Odense, wo wir im Radisson Blu Hans Christian Andersen ein Zimmer reserviert hatten. Der Schriftsteller Andersen ist ein Sohn der Stadt und ist allgegenwärtig. Man findet ihn sogar auf Fussgängerampeln…

Nach dem Zimmerbezug waren wir uns einig, dass wir für heute noch nicht genug Zug gefahren sind. Und so fuhren wir 40 Minuten nach Svendborg, welches sich am Meer befindet. Der Himmel hat sich übrigens gelichtet und war ganz blau. Und als wir am Meer angelangt sind, hatten wir so noch Gelegenheit, ein paar Fotos mit Schiffen im Abendlicht zu machen.

Langsam hatten wir hunger. Der heisse Hund vom Mittag hat nicht so richtig genährt. Und am Hafen hat es sicher immer ein tolles Restaurant. Wir fanden dieses in Form des Restaurants Svendborgsund. Dies war eine richtige Hafenkneipe (oder zumindest das, was unserer Vorstellung davon entspricht): laut, tiefe Decke, eher dunkel – und man hat ausgezeichnet getafelt. Mmmmh, der Smørstegt Rødtungefilet, på urtesaute med hvide kartofler og hummersauce, zu Kr. 248,00 hat ausgezeichnet geschmeckt!

Danach gings mit dem Zug wieder nach Odense und zurück ins Hotel. Ein erster Test ergab, dass die Matrazen härter sind als letzte Nacht.

 

 

 

 

 

 

Bilder aus dem Legoland:

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Dienstag, 27. Mai 2014: Brücke mit Fähre

Das Intercity Hotel beim Bahnhof Hamburg Altona ist wirklich beim Bahnhof Altona. Wenn man zum Zimmerfenster rausschaut, hat man gleich Gleis 12 unten dran. Dies hinderte uns aber nicht daran, das Zimmerfenster über Nacht geöffnet zu lassen. Was wiederum hiess, dass wir nächtliche Zeugen von Bremsproben und Lautsprecherdurchsagen wurden. Trotzdem haben wir sehr gut geschlafen, aber unm 7:00 war dann trotzdem Schluss. Das Frühstückbüffet war ausgezeichnet und die Espressi halfen, endgültig in den Tag zu starten.

Heue splitete sich unserre Reisegruppe auf: Bettina ging südwärts Richtung Bern, die Männer nordwärts. Unser erstes Etappenziel war Rendsburg. Dieses schleswig-holsteinische Städtchen hat folgende Highlights zu bieten: Eine Brücke und eine Fähre. Was hier simpel daherkommt, ist jedoch viel spektakulärer, als man meint:

Brücke: Bei der Brücke handelt es sich um eine über 100 Jahre alte Stahlbrücke, welche der Bahn hilft, den Nordsee-Ostsee-Kanal zu überqueren. Beim Bau des Kanals musste die Bahn so hoch über den Kanal geführt werden, dass die Schiffe unter der Brücke durch passten. Von Süden her wurde die Höhe zuerst mit einem Damm gewonnen, dann mit einer Stahlkonstruktion und schliesslich der Kanal überquert. Nun hatte man die Höhe von 40 Metern, aber 1.5 km hinter der Brücke war die Stadt mit dem Bahnhof wiederum auf der normalen Höhe. Damit wieder die normale Höhe erreicht werden kann, musste zuerst eine rund 2 km lange Schlaufe gebaut werden, damit der Bahnhof erreicht werden kann. Diese doch sehr spezielle Konstruktion ist wirklich sehenswert. Interessant, wie Probleme vor über 100 Jahren gelöst wurden, und heute noch Bewunderung dafür ernten (zumindest von mir).

Fähre: Die Fähre, welche Autos, Velos und Fussgängern das Überqueren des Nordsee-Ostsee-Kanals ermöglicht, ist eine ganz spezielle Konstruktion: Es handelt sich um eine Schwebefähre, welche mit Kabeln unten an der Brücke angemacht ist und wie eine Luftseilbahn die Last vom einen ans andere Ufer rüber bringt. Auch dies ist eine Konstruktion aus früherer Zeit, welche zwei Kriege und den technischen Wandel überlebt hat (Webcam).

Dies ist aber noch nicht alles: neben der Schwebefähre befindet sich ein Ausflugsrestaurant, welches eine Schiffsbegrüssungsanlage betreibt, mit welcher ein Sprecher bei jedem Schiff, welches den Nordsee-Ostsee-Kanal durchfährt, dem interessierten Publikum den Namen, die technischen Daten sowie Start- und Zielhafen des vorbeifahrenden Schiffes nennt. Abgerundet wird das Ganze mit der Hymne des Landes wo das Schiff registriert ist. Alles in Allem eine sehenswerte Sache, auch wenn das Restaurant “Brückenterrassen” ein bisschen bieder und altbacken daherkommt. Irgendwie wähnt man sich bezüglich des Interieurs in den frühen 70er Jahren. Aus den Lautsprechern tönen zudem Songs, welche schon einige Jahre auf dem Buckel haben. Dies ist wohl gedacht für die hauptsächlichsten Kunden des Lokals, den wir waren so in Etwa die jüngsten Gäste…

Nach der Durchfahrt von einigen Schiffen und einem üppigen Mahl (ist ja irgendwie auch eine “Routiers Suisse”-Beiz), gingen wir wieder an den Bahnhof und warteten auf den Zug Richtung Dänemark. In dieser Verbindung war ein Diesel-ICE im Dienst, welcher sehr komfortabel war. Zudem erhielt man in der ersten Klasse noch einen Bon, damit man mit diesem im Speisewagen ein Gratiskaffee abholen kann. Die Reise über Flensburg – Padborg verlief pünktlich, und kurz nach 17:00 Uhr kamen wir in Vejle an. Etwa 100 m vom Bahnhof entfernt fanden wir unser Hotel, das Hotel Best Western ToRVEhallerne. Scheinbar kamen wir von der falschen Seite, so dass wir den Eingang des Hotels nicht fanden. Wir gingen zu Fuss durch die Einstellhalle und fanden anschliessend nach kurzem Suchen die Reception.

Danach machten wir einen Spaziergang durch die Stadt und gingen in die lange Fussgängerzone. Scheinbar ist Vejle ein Ort, wo die Leute früh zu Bett gehen, denn um 17:30 Uhr schliessen die Läden im Zentrum (Freitag Abendverkauf bis 19:00). Dementsprechend leer war die Innenstadt um 18:00 Uhr…

Alles in Allem hat sich Vejle bei uns nicht nachhaltig für künftige Besuche empfohlen. Es hat einfach nichts. Doch plötzlich sahen wir in einer Seitengasse etwas wirklich witziges: Hunderte von aufgespannten Regenschirmen, welche der Gasse einen ganz tollen Charme gaben. Zudem haben wir wirklich noch hübsche Ecken in diesem Vejle gefunden, die auf uns positiv gewirkt haben.

Znacht assen wir im Steakhouse Bones, und dann war schon bald Bürodienst im Zimmer angesagt: Reiseberichte schreiben und die Bandbreite des Internets austesten…

 

 

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Montag, 26.5.2014: Eine Reise – 3 Hauptstädte oder: Die längste Zugreise Europas

Es braucht viel “Spass an der Freud”, um 4:30 morgens aufzustehen, zu duschen und dann im fast menschenleeren Bahnhof Villach Hbf den Zug zu besteigen. Was sag ich, den Zug? DEN Zug! Eurocity 172 “Vindobona” (lateinisch für Wien, ave Cäsar) von Villach Hbf nach Hamburg-Altona, über Klagenfurt, St. Veit an der Glan, Leoben Hbf, Bruck an der Mur, Wiener Neustadt Hbf, Wien Meidling, Wien Simmering, Breclav, Brno h. n, Ceska Trebova, Pardubice hl. n., Kolin, Praha hl.n., Praha-Holesovice, Usti nad Labem hl. n., Decin hl. n., Bad Schandau, Dresden Hbf, Dresden-Neustadt, Berlin Südkreuz, Berlin Hbf (tief), Berlin-Spandau, Wittenberge, Ludwigslust, Büchen, Hamburg-Bergedorf, Hamburg Hbf und Hamburg Dammtor. 16h22 genussreiche Fahrt durch 3 Länder und deren Hauptstädte. Wie gesagt, es braucht ein bisschen “Spass an der Freud”, um das zu machen. Der EC Vindobona ist die wohl längste Zugverbindung Europas (ausser Russland) – und wird zum Fahrplanwechsel im Dezember umgestellt. Wir haben als quasi die letzte Chance auf einen solchen Trip, und die nutzen wir.

Es war wirklich noch früher Morgen, als wir zum Bahnhof gingen. Der Zeitungsverkäufer, der den “Kurier” an den Mann bringen wollte, und das Zugpersonal sowie ein paar Kunden waren die einzigen Personen, die wir zu Gesicht bekamen. Wir wählten für die Reise ein Abteil “Business”, was den Vorteil hatte, dass dieses nur 4 Plätze hatte und wir so gut wie ungestört im Abteil sitzen konnten. Nachdem wir uns eingerichtet hatten und der Kontrolleur unsere “Fa-scheeeeeein bitte” gesehen hatte, kam die Dame aus dem Speisewagen (welcher grad neben unserem Wagen eingereiht war) und wir konnten das Frühstück bestellen. Der Caterer auf den Österreichischen Zügen heisst übrigens “Henry am Zug”, ein Firmenname, welcher uns noch öfters zum Schmunzeln brachte (wenn nun das Frühstück von einer Frau serviert wird, dann ist dies wohl die “Henriette”?). Das Frühstück schmeckte ausgezeichnet und war eigentlich recht üppig, und während dem Essen genossen wir den erwachenden Tag, die Blicke über den Wörthersee und die Landschaft ganz allgemein. Zu erwähnen ist natürlich noch, dass der Zug in Villach pünktlich abfuhr und diese Perfomence aber nicht mal bis zum ersten Halteort einhalten konnte. Die Minuten läpperten sich zusammen und schlussendlich fuhren wir in Bruck an der Mur mit 25 Minuten Verspätung ab. Uns konnte das ja egal sein, solange der Zug bis Hamburg Altona durchfuhr…

Wir tingelten durch die Lande und irgendwann kamen wir nach Wien Meidling (1. Hauptstadt der Fahrt). Nach dem Halt im Bahnhof gings durch den Rangierbahnhof, wo wir anhielten und neue Ware für den Speisewagen aufnahmen. Für mich eine Premiere, dass man einen ao Halt macht um die Biervorräte wieder aufzufüllen. Der, der das Bier brachte, hiess wohl auch Henry, und der war somit mit den Bieren am Zug. Österreich verliessen wir mit 47 Minuten Verspätung und fuhren in die Tschechein ein. Dies war für uns das Startsignal fürs Mittagessen. In den Speisewagen mochten wir nicht sondern liessen uns das Essen ins Abteil servieren. Gemüse-Curry für die Dame, Frikadellen und Härdöpfelstock für die Herren. Und dazu ein Tschechisches Bier aus Budweis, eben ein Budweiser. Dieses Bier wurde in der Tschechei gebraut, nach Österreich exportiert, von Henry im Rangierbahnhof eingeladen und wieder in die Tschechei eingeführt.

Die Tschechen gaben sich grosse Mühe und der Zug hatte nach einem geplanten Lokwechsel in Prag (2. Hauptstadt der Fahrt) noch 28 Minuten Verspätung. Weiter ging es der Elbe entlang und nach Decin erreichten wir Deutschland. Bis vor Dresden konnten wir hier die spektakuläre Gegend des Elbsteingebirges bewundern, mit den wunderschönen Felsformationen, den tollen Dampfschiffen auf der Elbe und auch den etlichen Burgen. Höhepunkt dieses Sightseeings war die Bastei, welche oberhalb des Kurorts Rathen von Menschen geschaffen in den Fels gehauen wurde.

In Dresden gab es einen erneuten Lokwechsel, und trotz diesem betrug die Verspätung noch 7 Minuten. Nach dem Bahnhof Dresden fährt man über die Elbe und hat eine wunderbare Sicht auf die architektonischen Highlights dieser Stadt, wie z.B. die Frauenkirche. Anschliessend ging die Fahrt durch die Pampa Richtung Berlin Südkreuz (3. Hauptstadt der Fahrt), wo wir tatsächlich 6 Minuten zu früh ankamen. Die Pünktlichkeitswelt war spätestens jetzt wieder in Ordnung, wenn sie denn überhaupt aus den Fugen war… Danach gings wieder über Land, vorbei an sattgrünen Feldern, deren junges Korn mit dem Wind tanzte und ein bezauberndes Bild abgab. Begleitet wurde das Naturschauspiel von Rigatoni oder einer Ingwer-Karotten-Suppe mit Thunfisch-Sandwich, der 3. Mahlzeit, welche wir uns im Abteil servieren liessen. Wie der lonesome Cowboy ritten auch wir dem Horizont entgegen mit seinem Sonnenuntergang, bis Hamburg-Altona, bis zur endgültigen Endstation unseres Zuges.

Unser Hotel, das Intercity-Hotel, war beim Bahnhof gleich um die Ecke, und unsere Zimmer warteten schon auf uns. Bevor wir jedoch zu Bett gingen, wollten wir noch einen Happen essen. Die Werbung von Subway hat uns 20 Min vor Ladenschluss in dieses Lokal gebracht, wo wir aber schon nicht mehr bedient wurden. “Wir machen heute früher zu. Aus betrieblichen Gründen.” Aus betrieblichen Gründen? Halt das ist doch der Spruch der Eisenbahner… Ok, dann halt ab ins MacDonald. Ein Hamburger in Hamburg – das passt irgendwie…

So, nun mal die Knochen frisch büschelen und dann ins Bett fallen…

 

Woodys Tag, Teil 1, Teil 2

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Sonntag, 25. Mai 2014: Berge – Lagune – Berge

Auch dieses Jahr ist wieder Auffahrt, was gleichbedeutend damit ist, dass es wiederum auf grosse Fahrt mit Woody geht. Speziell an der diesjährigen Reise ist, dass uns auf dem ersten Teil der Fahrt Bettina begleitet.

Wir starteten morgens um 8:07 ab Bern mit dem IC nach Brig. In Thun stieg Woody dazu und die Reise ging vorerst durch die Berge bis Brig. Umsteigen war angesagt, und zwar auf den Eurocity 37 Genève – Venezia Santa Lucia. Dies war der Anfang zu einer langen Reise, welche uns durch halb Europa führen wird. Im Vorfeld habe ich mich gefragt, wie ich mich auf einer solchen Reise beschäftigen kann und bin zum Schluss gekommen, nebst viel Lesestoff dabei zu haben, mir auch ein Ziel setzen zu müssen. Das anspruchsvolle Ziel während der Reise ist nun, an jedem Bahnhof, wo die von uns benützten Züge anhalten, das Bahnhofschild zu fotografieren. Und da ich mir auf einer LIste nebst dem Fahrplan auch noch sämtliche Haltebahnhöfe mit den Verkehrszeiten herausgeschrieben habe, kam mir noch spontan die Idee, auch die Pünktichkeit der Züge aufzuschreiben. So kann man sich beschäftigen…

Und so fuhren wir bis Milano mit einer Verspätung von 1-3 Minuten, also quasi “in orario”, wie man hier sagt. In Milano Centrale hatte der Zug 30 Minuten Aufenthalt, wo man sich kurz die Beine vertreten konnte. Natürlich einer nach dem Andern, schliesslich musste noch jemand aufs Gepäck aufpassen. Allerhand Leute wuselten durch den Zug, und nicht bei allen war man sicher, dass sie nur ihren reservierten Platz gesucht haben. Und wenn man sich draussen die Beine vertritt, ist man plötzlich in einer Masse von Menschen, es ist laut, und man sieht nur, dass man an einem Bahnhof ist, weil es Züge auf Gleisen hat. Sonst ist Milano Centrale primär ein Shopping Center, mit Spezialgebiet “Designermarken”.

Dann gings weiter Richtung Venedig. Wir passierten Metropolen wie Brescia, Verona (bei diesem Ort kommt mir immer der Spruch in den Sinn “Dieter Bohlen war auch schon in Verona”. Dies aber nur am Rande.), Vicenza und Padova, bevor man in Venezia Mestre eintrifft. Mestre ist noch nicht der Endbahnhof, aber es ist der letzte Bahnhof auf dem Festland. Von hier aus geht es mehrgleisig über einen Damm quer durch die Lagune, und die Strecke endet im Bahnhof Venezia Santa Lucia. Und wenn man hier aus dem Bahnhof kommt, ist man überwältigt: Man ist mitten in Venedig!

Vom Bahnhofplatz aus steigt man am Canale Grande um auf Wassertaxis, auf die Vaporetti, oder man kann auch einen Gondoliere mieten. Und Venezia ist immer noch ein unglaublicher Hotspot: Sehr viele Touristen besuchen Venezia. Und auf dem Canale Grande ist Hochbetrieb und man staunt über die vielen Wasserfahrzeuge, die hier aneinander vorbei fahren, ohne zusammenzuputschen. Hier hatten wir nun eine gute Stunde Zeit, bevor es weiterging. Wir verbrachten die Stunde mit geniessen, mit staunen, mit schlendern – und mit einem GE-LA-TOOOO! 5 Euro für zwei Kugeln sind sicher nicht Low cost, aber für Venezianer Verhältnisse doch ganz discountig.

Weiter gings mit dem Eurocity 30 der Österreichischen Bundesbahnen ÖBB Richtung Udine – Tarvisio bis Villach. Die Strecke führt durch die Berge aber wurde vor ein paar Jahren generalüberholt. Nun ist die sogenannte Pontebbana-Strecke zumindest für mich keine Gebirgsstrecke mehr, sondern eine langgezogene, mehrheitlich in Tunnels verlaufende Bahn. Am Grenzbahnhof Italien – Österreich, in Tarvisio Boscoverde, kamen wir 10 Minuten vorzeitig an (protokolliert) und fuhren pünktlich ab. Die grösste Verspätung des Tages holten wir dann vor der Einfahrt in Villach Hbf, wo es in Schleichfahrt von Signal zu Signal ging. 9 Minuten zu spät kamen wir an. Zudem auf Gleis 8, welches a) zu kurz für unseren Zug war (2 Wagen ausserhalb Bahnsteig) und b) total im Kraut draussen war, also quasi keinen Zusammenhang zu den restlichen Gleisen in Villach hatte. Der Bahnhof war nur durch eine lange Unterführung zu erreichen. Als dies geschafft war, mussten wir nur über den Bahnhofplatz um ins Hotel City zu gelangen.

Nachdem das Zimmer bezogen war, gings ins Städtchen, wo wir im Gasthof Post wunderbar dinierten. Der Weg zum feinen Dinner ist in Österreich ja immer ein bisschen ein dornenvoller, denn man muss zuerst die Speisekarte übersetzen. Das Wiener Schnitzel ist ja klar. Aber was zum… ist ein “Almochse”? Aha, das ist ein Ochse von der Alm… Lecker wars, empfehlenswert und Daumen gegen oben. Der kurze Verdauungsspaziergang zum Hotel half sicher auch mit, dass wir, kaum auf dem Bett, sehr schnell in den Schlaf sanken…

Gute Nacht – kurze Nacht.

 

Woodys Tag

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Freitag, 7. März 2014: forever 25

Beim Aufstehen waren wieder -15°C. Die Prognose für den Tag verhiess jedoch ein Anstieg der Temperaturen, so dass wir uns Richtung Rocky Mountains wagten. Und so starteten wir Richtung Westen. Unverpflegt, da wir in Canmore in unser “Stammlokal” einkehren wollten, ins The Wood. Das Frühstück in diesem Lokal war einmal mehr lecker und es hat sich gelohnt, den Highway #1 in Canmore zu verlassen und dort zu frühstücken. Und plötzlich ist es auch wärmer geworden. Beim Start waren es noch Temperaturen massiv unter dem Gefrierpunkt, und beim Verlassen des “The Wood” zeigte das Thermometer doch schon +2°C an. Unglaubliche 17°C wärmer als noch vor zwei Stunden. Das Wetter hier oben kann eben verrückt spielen.

DSC08408_klWir fuhren weiter nach Lake Louise. Das Wetter wurde nur noch ein bisschen wärmer, aber es war nicht “grand beau”, wie man so schön sagt. Trotzdem wollten wir es wagen und wir haben Ski gemietet. In diesem Resort Ski zu mieten, ist eine ganz spezielle Angelegenheit: Zuerst kommt man an eine PC-Station, wo man sein Formular am PC selber ausfüllt und ausdruckt. Mit diesem Papier geht man dann zur Verkaufsstation, wo man den Verkaufsvertrag abschliesst.

Nun kommt der rechtliche Teil:  wie in diesen Gebieten der Erde üblich, will sich der Veranstalter aus der Haftung nehmen, sollte denn was passieren. So auch hier: “Please read this an sign!” Der Wisch hatte mehrere Ausrufezeichen, die Warnfarben gelb/schwarz und wies plusminus auf die Gefahren in den Bergen hin. Ich unterschrieb, was die Verkäuferin leicht auf die Palme trieb: “Du hast den Zettel nicht gelesen!” – “Ja, stimmt. Aber ich denke, dass die Gefahren in den Bergen bezüglich Höhe, Schnee, Wälder, Steine und andere Skifahrer etwa weltweit die Gleichen sind. Ok for you?” – “Ok”. Nachdem dieser formelle Akt erledigt wurde, konnte ich Schuhe, Ski, Stöcke und Helm beziehen und dem Skivergnügen stand nichts mehr im Weg. Fast nichts mehr. Denn wir mussten ja noch ein Skiabi kaufen. Dies kann man an einem Automaten machen und erhält dafür ein Abziehbild, welches – unter gütiger Mithilfe eines Kundenbetreuers – gefaltet, zusammengeklebt und mit einem Haken versehen am Skidress angemacht wird. Bei der Kontrolle am Skilift wurde der Strichcode des Abos gescannt. Und nun konnten wir den Berg hoch :-)

Das Skigebiet ist eher klein, so gegen acht Anlagen hat es aufzuweisen. Der Schnee war ein Gemisch aus Natur- und Kunstschnee und es war wunderbar, darauf zu fahren. Und wenn dann zwischen den Wolken noch die Sonne hervorgeguckt hat, war es sogar fantastisch!. Leider reichte die Zeit jedoch nicht, dem Skifahren stundenlang zu fröhnen. So gegen 15:00 Uhr gaben wir die Ausrüstung zurück und machten uns auf den Rückweg. Die Rückfahrt verlief bis auf die Sichtung eines Wolfs recht unspektakulär.

In unserem Appartement machten wir uns bereit fürs Spiel des heutigen Abends, das Spiel der Calgary Flames gegen die New York Islanders. Ein spezielles Spiel war angekündigt: Erstens war “Retro-Night“, und zweitens soll heute soll der langjährige Captain der Flames, Joe Nieuwendyk, für seine Arbeit mit den Flames geehrt werden. Die Ehrung war entsprechend aufwändig, mit Videobeiträgen über seine Karriere und Ansprachen. Als spezielle Gäste wurden ehemalige Weggefährten von Nieuwendyk eingeladen, wie zum Beispiel Lanny MacDonald, Al MacInnis, Mike Vernon, Ric Nattress, Jim Peplinski, Tim Hunter, Brad McCrimmon, Joey Mullen, Joel Otto und Gary Roberts.

Emotionaler Höhepunkt war der Aufzug eines Banners mit dem Bild von Nieuwendyk drauf. Forever a Flame. Forever 25 (seine Nummer).

DSC08445_klUnd nach einer halben Stunde Zeremonie konnte das Spiel endlich losgehen. Die Flames waren das aktivere Team und gingen 1:0 in Führung. nach zwei Dritteln stand das Spiel aber 1:3 für die Islanders. Eigentlich war die Partie quasi verloren, aber plötzlich wendete sich das Blatt und somit auch das Spiel, welches zum Hammerspiel wurde. Während den letzten 10 Minuten schossen die Flames Tor um Tor und konnten das Spiel mit 4:3 zu ihren Gunsten entscheiden. Die Dramatik im Spiel war spektakulär und hat das ganze Stadion mitgerissen.

Nach Spielende nahmen wir noch was im Avison Young-Club und zogen danach weiter ins Ranchmans. Heute war klar der grösste Auflauf und da wir auf keiner Gästeliste waren, mussten wir in der Kälte anstehen. Schlussendlich gelang es auch uns, ins allerheiligste des Ranchmans einzudringen und ein paar Bier zu nehmen. Wie schon am Vorabend begleitet durch Countrymusic und Linedance des Publikums.

Wir merkten, dass wir einen langen Tag hatten und irgendwann gings Richtung Bett. Bein Ausgang war noch der “Dogfather” anzutreffen, ein origineller Hot Dog-Brater. Wir wurden seine Gäste und genossen einen wirklich guten Hot Dog. Dies war aber auch das Bettmümpfeli für uns. Der Tag war lang. Und wir schliefen sehr schnell ein.

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Donnerstag, 6. März 2014: Ein Hauch von Frühling

Foto 2_kleinWir liessen es heute ruhig angehen und schliefen aus. Gegen Mittag machten wir uns auf die Jagd nach einem Frühstückund erinnerten uns an ein Restaurant, in welchem wir vor 2 Jahrenauch schon gegessen hatten. Das Oeb (keine Ahnung, wieso das so heisst…) fanden wir auf Anhieb. Da es nun in Tripadvisor als Restaurant #4 von 2180 in Calgary verzeichnet ist, konnten wir uns nicht einfach hinsetzen sondern mussten anstehen und warten, bis wir dran waren. Da nach 20 Minuten der Magen immer mehr knurrte, und weit und breit keine Chance auf einen Platz auszumachen war, gingen wir zwei Blocks weiter ins Diner Deluxe. Das Essen war äusserst lecker und auch dieses Lokal ist eine Hingehempfehlung. Leicht irritiert haben uns die beiden Damen an unserem Tisch, welche Flip-Flops trugen… Ok, heute ist es ein bisschen wärmer, aber so -8°C sind es immer noch. Ein Hauch von kanadischem Frühling und es werden grad Flip-Flops angezogen? Wir fragten natürlich nach, und der Grund für die Flip-Flops sind nicht die paar Sonnenstrahlen, sondern die Pedicure, die heute Mittag gemacht wurde – und nun wollen sich die Damen den Nagellack nicht ruinieren…

 

DSC08387_kleinWir verliessen das Lokal und fuhren zu den Sprungschanzen im Westen der Stadt. An diesem Ort hatte 1988 während den Olympischen Spielen Mati Nykänen im Skisprung drei Mal Gold geholt. In Erinnerung blieb uns allen aber eigentlich Eddie the Eagle, der kurzsichtige Engländer, der vor Allem durch seine Hüpfer bekannt wurde… Die Sprungschanzen sind das Wahrzeichen des Canada Olympic Park, in welchem heute auch Ski gefahren werden kann, aber auch Bob und Rodeln kann man (wenn man es kann…).

Nach einer kurzen Besichtigung des Bobtrainings gingen wir zu den Sprungschanzen. Die grosse Schanze ist seit einigen Jahren nicht mehr in Betrieb, die kleineren sind noch aktiv, wenn auch nicht mehr sehr aktiv. Trotzdem gingen wir zu grossen Schanze und zu unserem Erstaunen war die Türe unten offen und wir konnten mit dem Lift ganz nach oben fahren. Oben wurden wir von der Security empfangen, welche uns erklärt hatte, dass wir hier nicht rauf dürfen. Dem Charme von Roland ist es jedoch zu verdanken, dass uns die indischstämmige Security-Frau einen Moment gewähren liess, so dass wir das wunderbare Panorama von dort oben einige Momente kostenlos geniessen konnten. Und sie konnte dafür ihr Mittagessen, ein stark riechendes Curry, und ihr Telefongespräch weiter geniessen. Win-win, sagt man doch dem, oder?

Danach fuhren wir noch ein bisschen zum shoppen, welches aber nicht so ergiebig war und lümmelten anschliessend noch ein bisschen zu Hause rum. Am späteren Abend meldete sich der Hunger und wir fuhren in die Old Spaghetti Factory. In diesem Laden isst man immer prima zu einem vernünftigen Preis. Nach gefühlten 100 Besuchen in diesen Lokalen über all die Jahre war es nun das erste Mal so, dass das Essen nicht grad der Hammer war. Streichresultat. Anschliessend ging’s ins Cowboys, einem Country Saloon. Bei einem Bier mussten wir feststellen, dass wir wohl die Eltern der übrigen Besucher hätten sein können und gingen weiter ins Ranchmans, wo wir auch schon waren. Und was wir hier erlebt hatten, ging in die Kategorie “Never seen before”: Tanya Ryan spielte mit ihrer Band barfuss wunderbare Musik. Dies ist aber nicht ein “never seen before” wert, sondern dass plötzlich die ganze Tanzbühne bei einem Tanz angefangen hat, Linedance zu machen. Alle den gleichen Tanz, alle zusammen. Dies kannte ich bisher nur aus Musikfilmen aus den späten 80er/frühen 90er Jahren, als plötzlich sehr viele aus dem nichts heraus mit tanzen begonnen hatten. Und nun das… Wirklich ein wunderbares Spektakel, das man erlebt haben muss!

 

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Mittwoch, 5. März 2014: Hockey ist Business, nicht nur Sport

Heute ist in der NHL “Trade Deadline”. Somit können ab heute bis Saisonende keine Spieler mehr zwischen den Klubs getauscht werden. Somit wird gestern und heute getauscht, was das Zeugs hält. Speziell Spieler, deren am Saisonende der Vertrag ausläuft und anschliessend den neuen Verein selber wählen können, sind hier speziell im Fokus: warum nicht Anfang März einen Spieler abgeben, dafür einen neuen erhalten, der vielleicht einen längeren Vertrag hat, oder günstiger ist, oder der spezielle Skills mitbringt, die den Klub weiter bringen?

Die Trade-Deadline ist in den Medien natürlich Tagesgespräch, zudem wird auch analysiert ob sich nun ein Team verbessert hat oder nicht. Das füllt Sendezeit… Und indirekt waren auch wir von der Trade-Deadline betroffen: Heute Abend wollten wir Reto Berra im Tor der Flames sehen. sechseinhalb Stunden vor Spielbeginn wurde er nach Denver zu den Colorado Avalanche transferiert. Und da der andere Schweizer der Flames, Sven Bärtschi, ins Farmteam geschickt wurde, kriegten wir heute keine Schweizer zu Gesicht. Interessant ist auch die Geschichte von Ales Hemsky. Gestern hatte er noch mit den Edmonton Oliers gegen die Ottawa Senators gespielt, wurde vormittags zu den Ottawa Senators getradet und spielt heute Abend mit seinem neuen Team gegen die Flames. Wenn bei einem Einstellungsgespräch die Frage kommt “Können Sie mir ein Beispiel nennen, wo sie flexibel waren?”, wird Hemsky künftig ein Beispiel haben…

Heute morgen sind wir um 9:00 Uhr Richtung Osten losgefahren und haben unterwegs in Chestermere in einem Tim Hortons gefrühstückt. Dann gings weiter über Land nach Drumheller. Diese Gegend ist mehrheitlich flat as a pancake, mit dem Red Deer River, der sich ein Canyon durch die Gegend pflügte. Hier kann man speziell ausgewaschene Steine sehen, die Hoodoos. Wir verweilten eine Zeit lang dort, die Temperatur liess jedoch nicht ausgedehnte Spaziegänge zu. Zufällig sahen wir noch irgendwelches Wildtier, Gemschi, Reh, Bärggeiss typähnlich. Das Tier wurde durch unseren Auftritt ziemlich erschreckt.

Anschliessend fuhren wir über Land wieder Richtung Calgary. Einige Strassen sind naturbelassen und nach der Durchfahrt über solche Strassen sieht das Auto aus “wie Sau”. Wir werden wohl eine Lanzenwäsche machen müssen, damit wir uns nicht jedes Mal beim ein- oder aussteigen beschmutzen…

Am Abend gings dann zum Spiel der Calgary Flames gegen die Ottawa Senators. Die Flames gewannen wieder mal, und das grad mit 4:1. Den Abend liessen wir vorerst im Stadionrestaurant ausklingen, wollten aber noch weiter. Leider waren das “Country Roads” von der einheimischen Saloon-Szene verschwunden. Diesen Tipp habe ich von einem Schweizer, der lange in Calgary gelebt hatte, erhalten. Aber beim eintreffen war dort nix, aber auch gar nix, das auf einen Saloon hingedeutet hätte… So gingen wir halt in unser Appartement.





 

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Dienstag, 4. März 2014: Yaaaaahooooo!

4:15 AM hat der Wecker geklingelt. Und um 5:00 AM waren wir bereit, um mit der Limousine zum Flughafen zu fahren. Unser Flug ging nicht ab New York (JFK oder La Guardia), sondern ab Newark (New Jersey). Und scheinbar fahren die gelben New York-Taxis nicht nach Newark, da sie teilweise den Weg nicht finden und für die Rückreise selten Fahrgäste nach New York haben (stand im Internet). So wählten wir eine Limousine. Diese hat um 5:00 AM auf uns gewartet und war ein grosser, schwarzer Suburban mit tinted windows auf den Rücksitzen. Also so eine Karre, wie man sie vom Kino kennt, mit welcher CIA, FBI oder wer auch immer was zu verbergen hat, unterwegs ist. Der Verkehr unterwegs war gleich null, so dass wir nach 23 Minuten schon beim Check-in eintrafen. Das Check-in war rasch hinter uns gebracht, auch die Sicherheitskontrolle war einigermassen erträglich (ausser dem bekannten Fakt, dass sich Uniformierte wichtig machen müssen…).

Die Zeit vor dem Abflug reichte noch für ein kleines Frühstück und pünktlich konnten wir einsteigen. Roland hat bei der Buchung wohlweislich für einen kleinen Zuschlag Plätze bei den Notausgängen gebucht. Und somit hatten wir trotz Economy eine sehr grosse Beinfreiheit. Das kleine Flugzeug von Air Canada war übrigens nur rund halbvoll, so dass fast jeder Fluggast seinen bevorzugten Platz einnehmen konnte. Das Flugzeug verliess pünktlich um 7:15 AM das Gate, stand aber anschliessend minutenlang unmotiviert auf einem “Parkplatz” rum. Der Pilot informierte uns, dass bei ihm eine Lampe leuchte, die dies nicht sollte und er nun seine Systeme rebooten muss. CTRL-ALT-DEL wird dies wohl sein, wie zu Hause auf dem Computer auch. Dann ging es los Richtung Startbahn, aber auch dort musste wieder eine Pause eingelegt werden. Ein Flugzeug hatte einen Birdstrike erlitten, und nun musste zuerst die Startbahn gesäubert werden… Schlussendlich sind wir mit rund 35 Minuten Verspätung abgeflogen. Dafür hatten wir das Glück, nach dem Start Manhatten im Sonnenaufgang zu sehen.

Der Flug war ruhig und problemlos, das Bordunterhaltungsprogramm in der Eco liess sich sehen. Schlussendlich landeten wir mit 5 Minuten Verspätung in Calgary. Und hier begannen sich nun die Ereignisse zu überschlagen:

  • Beim Immigration wurde ich ausgefragt wie noch selten. Sogar die Frage, ob ich denn überhaupt ein Rückflugticket habe, wurde gestellt. Dass man nach Calgary kommt um Hockey zu sehen, löst bei den Immigration-Officern beim aktuellen Tabellenstand der Flames nur ein Kopfschütteln aus.
  • Bei der Zollkontrolle wurde Roland herausgepflückt und in einen speziellen Raum geführt. Dort musste er sich einem speziellen Interview stellen. Auch hier betonte man, dass dies wohl nicht stimmen könne, dass er als Tourist nach Calgary kommt, der März sei schliesslich kein Reisemonat. Bei der detaillierten Gepäckkontrolle kamen bei Roland noch Geschäftsunterlagen zum Vorschein, was den Eindruck, er käme hier zum arbeiten, nur verstärkte. Mit einer Warnung, dass er nicht arbeiten dürfe, wurde Roland dann trotzdem nach good old Canada reingelassen.
  • Dann endlich durften wir das Flughafengebäude verlassen und nach draussen gehen. -21°C war es “warm”. Und da kommt mir immer die Szene aus dem Film “Cool Runnings” in den Sinn, welcher ja mehrheitlich in Calgary spielt:
  • Der Bezug des Autos ging flott von sich. Natürlich will man bei den angekündigten Schneeverhältnissen was Anständiges unter dem Gaspedal haben und wir haben einen SUV vorreserviert. Der uns ausgehändigte GMC Terrain war so das Auto, das wir uns vorgestellt hatten. Nachdem wir alle Koffer eingeladen hatten und bereit für die Abfahrt waren, hat Roland den Schutz des Sonnendachs zurückgezogen und dabei haben wir festgestellt, dass sich in diesem gläsernen Sonnendach ein Loch von ca 25 cm Durchmesser befand… Somit Rückgabe des Wagens und Bezug eines anderen. Um uns Kunden milde zu stimmen erhielten wir einen GMC Yukon XL. Ich vermute mal, dass diese Grösse Auto wohl die letzte ist, für die man nicht ein Lastwagen- oder Busführer-Ausweis zeigen muss. Ein unglaubliches Teil, was wir jetzt temporär unser Eigen nennen.

Nach diesem Zwischenspiel fuhren wir zu unserer Unterkunft. Dieses Mal sind wir nicht in einem Hotel untergekommen, sondern in einem Appartement, welches wir über AirBnB reserviert hatten. Auf dieser Plattform werden Zimmer oder Wohnungen von Privat vermietet. Der Vater von Neil, unserem Vermieter, erwartete uns schon in der Wohnung.

  • Aber noch bevor ich einen Schritt in die Wohnung gesetzt hatte, halt ich einer bemitleidenswerten Frau, ihren VW zu überbrücken. Die Batterie hatte in der Kälte den Geist aufgegeben. Und dieser Frau, die bei diesen Temperaturen barfuss in Finken nach draussen ging, wäre wohl schon bald das gleiche Schicksal passiert.
  • Beim Auspacken hat Roland noch einen Zettel entdeckt auf dem stand, dass vor dem Abflug in Newark sein Gepäck geöffnet und speziell kontrolliert wurde. Mein Bruder hatte heute also ziemlichen Behördenstress…

Kurze Zeit später war die Wohnung übergeben und wir hatten eine Bleibe. Dann waren wir angekommen. Anschliessend gingen wir was essen, ins Chinook-Center und danach noch ins Kino. Der neue Jack Ryan-Film war gute Unterhaltung und hat Spass gemacht.

Nach dem Kino ging’s ins Ranchmans, einem klassischen Westernsaloon. Aber leider war quasi tote Hose, da das Lokal so gut wie leer war. Ein Bierchen lag aber grad noch drin. Prost!

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Montag, 3. März 2014: The snowstorm arrived…

Um es vorneweg zu nehmen: der angekündigte Snowstorm ist eingetroffen. Nur nicht so stark wie angekündigt. Also überhaupt nicht stark. Eigentlich gar nicht. In unseren Breitengraden würde man von “emene Schümeli Schnee” sprechen. Die Strassen waren nicht mal nass. Ein bisschen Schnee auf den Markisen über den Fenstern. Aber sonst nix. Die Schneeketten wurden somit für nix montiert… Aber es war kalt. Bitterkalt. So minus 7 Grad Celsius sind nicht wirklich ideal für Sightseeing. Aber wir haben es trotzdem gemacht.

Zuerst besuchten wir den Grand Central Terminal, der Hauptbahnhof New Yorks. Der Bau ist ein eindrückliches Werk der Architektur. Und wirklich gross. Irgendwo habe ich “Track 42″ angeschrieben gesehen. Ob sie bei ’0′ mit der Nummerierung begonnen haben? Diese “Kathedrale des Verkehrs” beherbergt auch einen Apple-Store – an sehr schöner Lage. Viele Touristen besuchen diesen Ort, um Bilder zu machen; wir waren somit nicht die einzigen Bahnhofsbesucher, die nicht auf den Zug wollten.

Nach diesem architektonischen Abstecher gingen wir zur USS Intrepid, einem ausrangierten Flugzeugträger im Hafen von New York. Das Schiff wurde im 2. Weltkrieg erbaut und diente bis in die späten 70er Jahre. Das Museum ist recht gut gemacht, mit dem üblichen patriotischen Pathos. Auf dem Flugdeck konnte man verschiedene Kampfflugzeuge anschauen, und in einem Pavillon auf dem Flugdeck befand sich das Space Shuttle “Enterprise”, mit welchem vor Allem Flugversuche unternommen wurde und selber nie im Weltall war. Neben dem Flugzeugträger konnte man auch eine Concorde besichtigen, allerdings nur auf einer Führung, was wir nicht machten. Alles in Allem ein gutes Museum, aber bei den arktischen Temperarturen nicht grad der Ort, um die vielen Outdoor-Dinge detailliert anzuschauen.

Danach gings direkt zum Time Square. Mittlerweile war es früher Nachmittag und es hatte viele Leute an diesem Ort. Ein bisschen Wärme brachte der Besuch des Warenhauses Macy’s… Irgendwann teilten sich Roli und ich auf um getrennt auf Shopping Tour zu gehen. Ich ging noch in ein Fotogeschäft, dessen Adresse ich mir rausgeschrieben habe. Gigantisch gross, und wohl ALLES aus dem Fotobereich vorrätig. Beim hineingehen sah ich, dass das Geschäft am Samstag geschlossen ist. Am Samstag geschlossen? Gibt’s doch gar nicht, dass man am umsatzreichsten Tag der Woche den Laden schliesst… Als ich im Laden war, war mir sofort klar, warum am Samstag zu ist: nahezu alle Verkäufer waren orthodoxe Juden mit Käppi und Zapfenlöckchen – natürlich klar, dass am Sabbat nicht gearbeitet wurde. Und alle waren gleich angezogen: weisses Hemd und schwarze Hosen. Und auf den Namensschildern sah man Namen, die der Bibel entnommen wurden: Aron, Benjamin, Jacob… Vielleicht eine Handvoll Nicht-Juden oder nicht orthodoxe Juden waren unter dem Verkaufspersonal auszumachen. Ich kaufte eine Kleinigkeit für 6.95$ und bekam den wohl komplexesten Verkaufsprozess mit, den ich je gesehen habe:

  • Ich stand mit meinem Artikel an der Kasse an und wurde aufgefordert, mir zuerst an einem anderen Schalter einen Payment Receipt machen zu lassen.
  • Ich stand also erneut an, um mir ein Payment Receipt machen zu lassen. Den Kaufartikel musse ich abgeben und der wurde in eine grüne Plasticbox gelegt, welche auf einem Schienensystem abrauschte. Mit dem Payment Receipt ging ich nun zur Kasse.
  • Vor der Kasse musste ich mich entscheiden, ob ich Cash oder mit Credit Card bezahlen wollte. Ich entschied mich für Cash und musste in die linke Schlange und dort anstehen. Hier durfte ich dann bezahlen und erhielt einen neuen Zettel an mein Payment Receipt angepostet.
  • Nun durfte ich beim Pick-up Schalter anstehen, und gegen Abgabe des Zettels meine in einem Plasticsack verpackte Ware in Empfang nehmen.

Nun, 4x anstehen, 3x anstehen wenn man Stammkunde ist, und das Prozedere kennt… Nicht sehr kundenfreundlich. Das nächste Mal komme ich an einem Samstag, da habe ich das Geschäft für mich alleine…

Anschliessend ging ich wieder zum Broadway, spazierte zum Flat Iron Building und ging in ein Sportgeschäft noch ein paar Einkäufe machen. Danach ging ich wieder zum Hotel. An diesem Tag habe ich wohl etwa 18 km bei -7°C zurückgelegt…

Interessant für mich war, dass man auch in einer Grossstadt wie New York gewisse Leute mehrmals sieht. Als wir am Samstag zur Freiheitsstatue gingen, sahen wir auf dem Schiff einen Franzosen mit grossen Riechorgan und dünnem New York Yankees-Jäckchen. Diesen sahen wir ca 5 Stunden später wieder am Broadway – inklusiver seiner Familie. Heute sahen wir im Macy’s eine deutsche Familie, deren pubertierender Sohn eine Punk-Lederjacke mit dem Schriftzug “Dead Kennedys” trug (hier machten wir uns Gedanken, ob diese Aussage in diesem Land gut ankommt…). Auch diese Familie sah ich Stunden später wieder auf der Strasse (immer noch mit dem gleichen Schriftzug :-) ). Wie sagt man so schön: Die Welt ist ein Dorf – New York beweist das…

Den Abend liessen wir in einem Restaurant in Hotelnähe ausklingen. Heute ist frühe Nachtruhe angesagt – morgen um 7:15 Uhr AM geht der Flug nach Calgary.

 

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Sonntag, 2. März 2014: Doubleheader

Die Verarbeitung des Jetlags klappt immer besser, heute konnten wir 1,5 Stunden länger schlafen…

So machten wir uns später mal auf den Weg nach etwas essbarem und wir fanden trotz Sonntag im Business-Distrikt einen Laden, der sogar was Gesundes aufgetischt hat. Hier wurden wir sogar Zeuge eines Polizeieinsatzes und mussten der Hand des Gesetzes auch noch Auskunft geben, ob wir hier in den letzten paar Minuten eine spezielle Situtation beobachtet hätten. Die spezielle Situation war dann die, dass vier Polizisten eine ein bisschen verwirrte Frau kontrolliert hatten, welche wohl im Restaurant ein bisschen Wärme gesucht hatte…

Anschliessend schlenderten wir ein bisschen durch die Stadt, nicht mit bestimmtem Ziel, sondern eher um die Zeit verstreichen zu lassen. Plötzlich trafen wir auf einen Spendensammler für Obdachlose (“Fundraiser”), der auch unser Geld wollte. Nachdem wir unseren Gehörgang zuerst auf “Durchzug” gestellt hatten, sprach er Roli an und bzeichnete ihn als “Bruce Willis-Double”. Und dieser Spruch war mir dann 5$ wert :-) . Beim Busbahnhof lösten wir kurz nach zwölf Uhr Fahrkarten, um nach New Jersey zu gelangen. Dort wollten wir unser erstes Hockeyspiel auf unserer Reise sehen. Für dieses Spiel hatten wir keine Karten und uns eigentlich spontan für den Besuch entschieden. Schliesslich ist am Abend ein Spiel in New York geplant, New Jersey am Nachmittag hat aber grad so gepasst.

Wir lösten also Fahrkarten und fuhren anschliessend mit dem Bus nach New Jersey. Hockeyfans in den USA sind scheinbar keine öV-Benützer, so sahen wir grade mal zwei Personen im Bus, die das Spiel besuchen werden. Unsere Taktik war natürlich, dass wir dort aussteigen wo sie und ihnen nachgingen, um das Stadion zu finden. Aber sie wussten selber nicht recht wo und wie und Roland nahm das Ganze dann an die Hand und führte uns zielgerichtet zum Stadion.

Das Spiel New Jersey Devils gegen die San Jose Sharks ist offenbar nicht grad der Burner, so dass es noch genügend Karten zu vernünftigen Preisen hatte. Die Stunde vor dem Spiel vertrieben wir mit ein paar Spaziergängen im Stadion, wo natürlich schon vor dem Spiel sehr viel los ist. Nebst dem ganzen Range an Verpflegung konnte man für Blindenhunde spenden, konnte Saisonkarten für die nächste Saison kaufen oder auch dem Organisten zuschauen, der jeweils während der Spielunterbrüche die Matchbesucher unterhält. Kurz vor dem Spiel nahmen wir unsere Plätze in Reihe 13 ein und mussten zu unserer leisen Enttäuschung feststellen, dass der Schweizer Damien Brunner immer noch verletzt ist und nicht mittun konnte. Dafür sahen wir Jaromir Jagr, den Tschechen der – mittlerweile 42 Jahre alt – nun bei den Devils angeheuert hat. Er hatte am Vorabend sein 700. NHL-Tor erzielt und ist nun in der Top 5 der ewigen Rangliste.

Das Spiel war schnell und attratktiv, der erste Unterbruch im Spiel gab es nach rund erst 5 Minuten und endete mit 2:4 für die Sharks.

“Nach dem Spiel ist vor dem Spiel” soll Sepp Herberger mal gesagt haben. Und was für den Fussball gilt, gilt wohl auch fürs Hockey. So fuhren wir direkt nach Spielschluss mit dem Zug von Newark Penn Station nach New York Penn Station. New York Rangers gegen die Boston Bruins stand dieses Mal auf der Speisekarte. Zwei Spiele hintereinander tut man sich eigentlich nur zwischen Weihnachten und Neujahr beim Spenglercup an. Hier ist es TV-technisch vor Allem an Samstagen bei der Sendung “Hockey Night In Canada” usus, einen Doubleheader zu zeigen, also zwei Spiele nacheinander.

Das Retourbillett des Buses war für den Zug nicht gültig, obschon die beiden Angebote von New Jersey Transit erbracht werden. So mussten wir für den Zug neue Fahrkarten kaufen, die günstiger waren als die Buskarten, aber die Buskarten konnte ich nicht rückerstatten lassen. Sie seien unbeschränkt gültig, meinte die Dame am Schalter und ich werde diese nun aufbewahren, bis ich das nächste Mal in die Region komme…

Wir kamen pünktlich in New York Penn Station an und der Madison Square Garden, wo das Spiel stattfindet, befindet sich direkt über dem Bahnhof. Somit waren wir kurz nach Ankunft schon auf unseren Plätzen, die sich diesmal nicht in der 13. Reihe befanden, sondern ganz oben, etwa in der 10. obersten Reihe. Die Spielernamen auf dem Rücken waren von hier oben nicht mehr zu erkennen, dafür hatte es einen Monitor in der Nähe, wo man notfalls die Übertragung des Spiels anschauen konnte…

Das Spiel wurde zu einem Debakel für die Rangers, welche zwar sehr gut begonnen haben (20 Schüsse aufs Tor nach einem Drittel), aber am Schluss mit 3:6 verloren. Die Fans des Heimteams waren also auch nach diesem Spiel nicht zufrieden.

Bei der Rückkehr ins Hotel dachten wir daran, dass ja diese Nacht der Schneesturm eintreffen soll. Inches of snow sollen runterfallen. So nur vom zuhören denkt man, dass die Wolkenkratzer bis zur 3 Etage zugeschneit werden. Die Busse haben Schneeketten montiert und die Kinden haben Freude, dass sie morgen nicht in die Schule müssen. Ich bin ja gespannt, was da morgen schneemässig abgeht. Vielleicht gehen wir morgen am Times Square langlaufen?

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Samstag, 1. März 2014: Der grosse Apfel

Rockefeller-Center

Die innere Uhr machte nicht mit. Sie sagte uns, dass wir um 11:00 Uhr schon lange wach sein müssten. Aber wir hatten lokal erst 5:00 Uhr… “Früh aufstehen als Chance” ist der Titel eines Buches, welches ich vielleicht mal schreiben werde – und so waren wir kurz nach Acht (nach einer Session im Fitnessraum) schon auf der Strasse. Eigentlich wollten wir uns auf die Jagd nach Food machen, aber der Hungerdruck war noch nicht so gross, dass wir uns entschieden, zuerst vom schönen Wetter zu profitieren und auf die Aussichtsplattform des Rockefeller-Centers zu gehen. Das Rockefeller-Center kennt man, auch wenn man noch nie in New York gewesen ist, schliesslich hat es dort die Eisbahn vor dem Gebäude und vor Weihnachten wird unter grosser Anteilnahme ein grosser Weihnachtsbaum medienwirksam entzündet (also: die Dekoration bzw. die Beleuchtung). Dank dem Umstand, dass wir so früh bei dieser Attraktion waren, waren wir auch die quasi ersten Touristen und konnten all' die für den grossen Ansturm vorbereiteten Warteschlangen elegant umgehen. Nicht umgehen konnte man die Sicherheitsmassnahmen, welche es zu absolvieren gilt. Auch hier gilt: Wer eine Uniform trägt, kann Nicht-Uniformträgern sagen, was Sache ist…

Die Fahrt mit dem Lift auf die Aussichtsplattform im 67. Stock dauert 30 Sekunden und oben angekommen hat man eine wunderbare Aussicht auf Manhatten mit all seinen Wolkenkratzern aber auch in Richtung Central Park, New Jersey und Long Island.

Nach dem Ausflug in die Höhe wollten wir unseren Magen füllen und konnten dies im Europa-Café in der Nähe des Rockefeller-Centers. Danach fuhren wir zur Südspitze Manhattens, dem Battery-Park. Dies ist der Ausgangspunkt unseres nächsten Ausflugs, denn wir wollten die Freiheitsstatue von nahem sehen. Nachdem wir die Tickets für die Überfahrt mit dem Schiff gekauft hatten durften wir uns in einem sehr stark geheizten Zelt einer Sicherheitskontrolle unterziehen, diesmal sogar mit ausziehen des Gurtes… Die Lächerlichkeit dieser Sicherheitskontrolle zeigte sich darin, dass man sich nach Verlassen des Zeltes nur durch ein ca 1,5 m hohes Gitter von den nicht kontrollierten Touristen geschützt befand. Wenn man also die Sicherheitsvorrichtungen aushebeln will, wäre dies der schwache Punkt des Konzeptes…

Rasch hatten wir eine Fähre zur Freiheitsstatue, die Fahrt zur Liberty-Island dauerte etwa 20 Minuten und war bei diesem Wetter natürlich angenehm. Aber schönes Wetter hin oder her: es war ziemlich kalt und wir verzogen uns ins geheizte Oberdeck. Nach der Ankunft verliessen wir das Schiff mit hunderten anderen Touristen und machten einen Inselspaziergang. Von dieser Insel aus hat man einen schönen Blick auf Manhatten, aber auch die Freiheitsstatue selber bietet die Möglichkeit für viele Fotos.

Nach dem Besuch fuhren wir mit dem Schiff zur Ellis-Island. Die Gebäude dieser Insel dienten dazu, ab 1892 bis ca 1954 die Einwanderer in die USA zu registrieren und zu untersuchen. 12 Millionen Einwanderer wurden hier 'abgefertigt', für rund 2% davon hiess es aber auch, dass sie wieder mit dem Schiff zurück mussten, da sie als für die USA untauglich erkannt wurden.

Die Ausstellung in den Gebäuden ist sehr interessant und zeigt den Besuchern die Hoffnungen aber auch die Schicksale, die mit einer Aus- bzw. Einwanderung verbunden sind, auf anschauliche Art näher. Auswirkungen des Hurrikans Sandy waren noch sichtbar, bei unserem Besuch waren noch nicht alle Schäden behoben (was aber den Besuch nicht wesentlich eingeschränkt hat).

Einwanderungs- und Registrierungshalle in Ellis-Island

Nach diesem Ausflug in die Geschichte der USA fuhren wir mit dem Schiff wieder zurück (diesmal im offenen Oberdeck) und wollten das Sightseeing mit einem Helikopterrundflug über Manhatten abrunden. Vom Battery Park fuhren wir mit dem Taxi zum Heliport. Allerdings hätten wir uns diese 6$-Taxifahrt schenken können, da wir bemerkt hatten, dass uns der Taxifahrer nach einer Fahrt um ein paar Blocks und mit ein paar langen Halten vor Rotlichtern etwa 300 m nach dem Pick-up-Punkt wieder ausgeladen hatte. Wir wären zu Fuss sicher schneller gewesen, als mit dem Taxi… Die Reservation für den Helikopterrundflug hat Roli übrigens über Get your guide gemacht. Über diese Plattform kann man weltweit Ausflüge buchen, was sich in unserem Fall, mit der Buchung eine Stunde vor dem Abflug, sehr gut bewährt hat. Nach einer kurzen Wartezeit im Heliport gings los: Da in der 6-köpfigen Reisegruppe 2 Personen waren, die einen 20 min-Rundflug gebucht hatten, kriegten wir als 15 min-Bucher einen Upgrade von 5 Minuten.

Der Flug war sehr angenehm und komfortabel. Die Pilotin kommentierte alles Sehenswürdigkeiten live und da wir über ein Headset verbunden waren, konnten wir auch Fragen zu verschiedenen Dingen stellen, welche kompetent beantwortet wurden.

Und zwanzig Minuten später hatten wir wieder sicheren Boden unter den Füssen und wir machten uns zu Fuss auf den Weg durch die Häuserschluchten auf dem Broadway Richtung Norden. Es zieht sich noch, dieses New York, ist man fast versucht zu sagen. Bis zu unserem Hotel hatten wir etwa 80 Querstrassen weit zu gehen, was sich entsprechend in die Länge zog. Wall Street, Union Square 5th Avenue und so weiter hiessen die Spots, an welchen wir vorbeikamen.

Und an vielen Orten waren Schneepflüge stationiert, denn für Sonntag Abend wird in New York der 13. Schneesturm der Saison erwartet. Aber nicht auf allen Portalen ist man sich einig, ob dies nun ein grosser Schneesturm wird, den New York zum erliegen bringt, oder ob es einfach ein paar Flocken gibt, welche beim runterkommen spätestens in der 10. Etage der Wolkenkratzer bereits verdunstet sind. Nun, schon bald werden wir es sehen…

Auf unserem Rückweg kehrten wir unterwegs beim Union Square in einem Restaurant ein und machten dann weiter unseren Verdauungsspaziergang marsch. Der Times Square lag auch auf unserem Weg und was man hier nebst den vielen Lichtern zu sehen kriegt, ist teilweise wirklich amüsant.

Sehr viele Strassenkünstler buhlen hier um die Aufmerksamkeit der Touristen. Wer will sich nicht mit dem Krümelmonster, Buzz Lightyear, den Minions, Super-, Spider- oder Batman fotografieren lassen? Eine spezielle Nummer auf dem Times Square ist der Naked Cowboy, welcher ausser mit einer Gitarre, einem weissen Höschen und weissen Cowboy Boots unbekleidet bei jedem Wetter auftritt. Robert John Burck hat es zu einiger Berühmtheit geschafft und ist sogar schon Kandidat für die Bürgermeisterwahl gewesen (die Kandidatur hat er später aber zurückgezogen). Die Jungs, die wir hingegen am Times Square antrafen, waren jedoch nur billige Kopien des Origninals – und auch Gitarre spielen konnten sie nicht…

Auch heute fielen wir müde ins Bett. Wir sind aber auch Meilen gelaufen und haben uns die Bettschwere auch verdient. Gute Nacht!

 

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Freitag, 28. Februar 2014: ZRH-AMS-JFK

Heute war der Start zu einer Kurzreise mit meinem Bruder. Von Zürich via Amsterdam nach New York (Flughafen John F. Kennedy). Via Amsterdam aus dem Grund, weil KLM den günstigsten Preis und den besten Flugplan von Calgary nach Europa hat, da wir später auf unserer Reise von New York aus noch weiter westwärts gehen.

Einen Flug über das Meer zu beschreiben, ist keine interessante Aufgabe, drum schenken wir uns an dieser Stelle weitere Details.

Nach fast unendlichen 7 Stunden in derMetallröhre kamen wir in New York an. Da wir Business flogen, konnten wir als Erste aus dem Flugzeug aussteigen. Und wenn ich meine, “als Erste”, dann war das auch so. Und so konnten wir auch bei der Immigration quasi den Schalter auswählen. Die Schalterhalle war leer, scheinbar war unser Flug der letzte aus Europa, der noch abgewartet werden musste. Natürlich kann man bei der Immigration den Schalter nicht auswählen, sondern man wird von einer uniformierten Person einem Schalter zugewiesen. Ich traf es zum Schalter von Herrn Bishop, welcher mich innert nicht mal zwei Minuten ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten einreisen liess.

Und so waren wir auch die ersten am Gepäckband und meine Reisetasche kam sehr schnell. Die Reisetasche von Roli hingegen liess auf sich warten. Und zwar so lange, dass wir fast schon wieder alleine am Gepäckband standen, bis Roli sie ersperberte. Meiner Meinung nach war diese Tasche schon ewig auf dem Band und Roli hat sie nicht als die Seine erkannt. Seiner Meinung nach war die Tasche erst grad das Band runter gekommen – Aussage gegen Aussage, deren Wahrheitsgehalt es sich nicht weiter zu untersuchen lohnt. Und mit der am Gepäckband eingefangenen Verspätung waren wir somit nicht mehr die ersten in der Schlage, um zu einem Taxi zu kommen. Aber nach rund 20 Minuten anstehen in der Taxischlange konnten wir in ein Yellow Cab einsteigen und der Fahrer brachte uns zu unserem heutigen Ziel, dem Hotel Waldorf-Astoria. Das aus den 1930er-Jahren stammende und zur Hilton-Gruppe gehörende Hotel hat schon bessere Zeiten gesehen, aber der Zugang über dieMarmortreppe und die mächtige Reception beeindrucken heute natürlich auch noch. Unser Zimmer ist in der 10. Etage gelegen und man hört den Verkehr sehr gut. Aber wir waren so was von müde, dass uns dieses Detail egal war.

 

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Donnerstag, 29. August bis Freitag, 30. August 2013: Die lange Rückreise

Flug 1726 von OGG nach SFO war ruhig. Und wenn das Flugzeug mal durch eine Wolke flog und es ein bisschen rumpelte, machte es sofort *ping* und das Anschnallzeichen erschien. Möglicherweise habe ich ein bisschen geschlafen, aber der 4.5 Stundenflug ging rasch durch. Um 5:12 AM Lokalzeit, 2:12 AM innere Uhr landeten wir in San Francisco. Ab nun tickte unser Countdown, denn der Folgeflug nach Washington startete um 6:00 Lokalzeit (3:00 innere Uhr), mit einer Boarding-Time um 5:25. Wir hatten also gerade mal 13 Minuten Zeit umzusteigen. Der Wechsel von Ankunftsgate 85 zum Abflugsgate 94 war ein langer, denn die 90er Gates waren im International Terminal, was doch einen längeren Fussmarsch erforderte. Aber auch Flug UA 574 erreichten wir rechtzeitig. Ob es unser Gepäck auch geschafft hat, erfahren wir dann in Zürich.

Der Flug quer über die USA war unspektakulär und um 14:10 Lokalzeit (08:00 Uhr innere Uhr) landeten wir in Washington. Hier war die Umsteigezeit mit über 4 Stunden grosszügiger bemessen. Die Zeit nutzten wir für einen Aufenthalt in der Lounge.

Um 18:00 Uhr Lokalzeit (12:00 Uhr innere Uhr) verliessen wir Washington an Bord einer Boeing 767. Die Plätze, die Verpflegung und die Betreuung durch die Flight Attendants in der Business Class waren wunderbar. Hier haben wir uns ganz toll aufgehoben gefühlt. Nach 22,5 Stunden unterwegs landeten wir mit 18 Minuten vorzeitig (19:45 Vortag innere Uhr) in Zürich. Und auch das Gepäck schaffte es mit uns bis Zürich.

9 Grad Celsius in Zürich – willkommen zurück :-)

 

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Mittwoch, 28. August 2013: Last day in paradise

Auch nach der letzten Nacht brachten uns die Vögel draussen und das rauschende Meer dazu, aufzuwachen. Mit einer letzten Joggingrunde am Meer entlang nahmen wir Abschied von der Küste. Danach ging es wie am Vortag an den Pool, welcher eine wunderbare Aussicht aufs Meer und die Gärtner mit Motormäher und Laubbläser erlaubte. In einem Reiseblog Tage auf dem Liegestuhl zu beschreiben ist nicht ganz einfach, darum lassen wir es an dieser Stelle dabei bleiben.

Kurz vor drei Uhr gingen wir aufs Zimmer, duschten und begannen zu packen. Wir konnten am Vorabend einen Late-Check-out vereinbaren, so dass wir das Zimmer nun bis 19:00 behalten konnten. Nachdem alles gepackt war gingen wir zum Italiener Fabianos, welchen wir ja schon an den vorherigen Tagen gesucht hatten. Dank dem GPS in unserem Mietwagen fanden wir das Lokal auf Anhieb und wir assen dort eine Pizza Hawaii (nomen est omen…).

Tenuwechsel

Anschliessend ging es zurück zum Hotel, wo wir die (langen) Reisekleider anzogen, Flip-flops aus- und Halbschuhe anzogen und uns aus dem Paradies verabschiedeten. Die Fahrt zum Flughafen dauerte knapp eine halbe Stunde und wir konnten den Hertz-Mietwagen problemlos abgeben – verbunden mit der Bemerkung, dass Subaru fahren sich anfühlt wie eine Arbeitsschicht auf einem Traktor im mittleren Westen. Die nette Dame von Hertz hatte meine Bemerkung zur Kenntnis genommen und mich darauf hingewiesen, dass ich an einer Internet-Survey teilnehmen kann und diese Bemerkung dort einfliessen lassen kann.

Dann ging's mit dem Shuttle-Bus zum Flughafengebäude, wo wir zuerst das Check-in-Gepäck einer Agricultural Inspection unterziehen mussten. Es ist verboten, frische Früchte und Gemüse aus Hawaii nach dem Mainland USA zu bringen, da sonst die Gefahr besteht, dass Krankheiten eingeschleppt werden. Ebenso ist es nicht erlaubt, frische Früchte und Gemüse vom Festland nach Hawaii zu bringen. Übrigens dürfen auch keine Schlangen nach Hawaii gebracht werden, damit diese Inseln schlangenfrei bleiben. Nach der Agricultural Inspection konnten wir einchecken und durch die Sicherheitskontrolle mit dem Body Scan. Ich fragte nach dem Body Scan, ob mein Bild gut geworden sei, worauf mir erklärt wurde, dass keine Bilder erstellt werden, sondern auf dem Bildschirm nur ein “ok” oder “not ok” erscheine. Sie können gar nichts sehen. Nach den Enthüllungen der letzten Zeit nehme ich hingegen an, dass die Blutfettwerte an die NSA gemeldet werden. Anonymisiert natürlich…

Wir kamen zum Abfluggate 27, konnten gleich einsteigen, unsere Plätze beziehen und, nachdem das Problem mit der Klimaanlage an Bord behoben wurde, stieg Flug UA 1726 ostwärts in die dunkle Nacht Richtung San Francisco.

 

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Dienstag, 27. August 2013: Lustvoll geniessen 2

Egal ob Serenity oder Infinity...

Durch das abwechslungsreiche Vogelgezwitscher erwachen – gemütliches Aufstehen – sonnige Joggingrunde auf toll coupiertem Gelände dem Meer entlang – direkt im Anschluss: erfrischende Abkühlung im Meer bei einer Schnorcheltour – Move an den Serenety-Pool (kein Zutritt für Kinder unter 18 Jahren) – genussvolles Starbucks-Frühstück am Pool – sünnele und lesen – auf Liegestuhl fläzen abwechselnd zu erfrischenden Schwimmeinlagen im Pool – Lunch wird direkt am Liegestuhl serviert (great service) – Nachtessen im Mala-Hotelrestaurant. Uns geht es gut :-) !

Bei der Rückkehr ins Hotelzimmer kommen wir an der grossen Hängematte vorbei. Wir legen uns beide hinein. betrachten den Sternenhimmel und schaukeln uns in den Schlaf … nein, solange sind wir nicht darin liegen geblieben.

 

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Montag, 26. August 2013: The Road to Hana

Als Maui-Besucher muss man die “Road to Hana” 'gemacht haben' (wie wir Worldtraveller so sagen). Die Strasse befindet sich an der Nordküste Mauis und führt über 80 km, 620 Kurven und 59 Brücken von Paia nach Hana.

Paia

Um 6:00 Uhr wollten wir aus den Federn, um 7:15 schliesslich haben wir mal aus dem Fenster geblinzelt und sind dann aufgestanden. Irgendwann gings frühstückslos dann auf Achse. Breakfast war geplant bei Fabianos, einem Italiener in der Nähe. Wir konnten auch mit drei Anläufen diesen Stern im Gastrohimmel Waileas nicht finden und fuhren weiter Richtung Paia, welches sich nach dem Flughafen an der Nordküste befindet. Paia hat uns gefallen, und zufälligerweise war vor einem Restaurant grad ein Parkplatz frei und so hat uns der Zufall zu Anthony's gebracht. Es war einer dieser Zufälle, die passieren können. Und alles hat gestimmt: die Essensauswahl, der Kaffee, der überhaupt nicht durchgestylte Raum und die Leute, die in diesem Café waren. So auch der ältere Herr mit seinem Hündchen, der für ein Kaffee hier einkehrte. Seine Grossmutter sei aus Zürich, der Grossvater aus Ungarn, er aus Kalifornien und seit 27 Jahren nun hier in Paia. Er sei in der Zigarrenproduktion tätig, seine Firma verpackt die Zigarren für die ABC-Stores, die sich überall auf den Inseln befinden. Und er empfehle uns doch das Shoppingcenter um die Ecke, um was für die Reise nach Hana zu kaufen. Und überhaupt sei es ein Witz, wenn die Vermietfirmen ein Verbot aussprechen, die Fortsetzung der “Road to Hana” nach Wailea zu befahren. Klar ist es an gewissen Stellen eng, klar hat es 4 Meilen ungeteerte Strecke, aber mit seinem Mini hat er die Strecke schon gemacht und wenn es nicht grad aus Kübeln giesst, dann ist dies für alle machbar. Und wenn man dann einen “flat tyre” haben sollte, dann hilft einem sicher jemand, dem kann man dann 20 Dollar für die Hilfe geben und die Chose ist geritzt.

Das ist ein Shoppingcenter

Mit so viel Informationen und besten Wünschen – und mit einem wohligen Frühstück im Körper – machten wir uns daran, Tipp Nummer 1, das Shoppingcenter, zu besuchen. Paia ist ein sehr schönes Städtchen, mit wunderbaren alten Holzhäusern, farbig angestrichen, hauptsächlich lokale Firmen beherbergend. Paia ist eine Hippiehochburg. Und tatsächlich findet man auf den zweiten Blick schon gewisse Unterschiede zum Business District in San Francisco. So hat es sehr viele Leute, die das Haar länger tragen als ich. Und die Rastazöpfe daraus machen. Und es hat sehr viele Angebote, um zum inneren Ich zu finden, zum Beispiel mittels Yoga. Und auch das empfohlene Shoppingcenter passt in diesen Lifestyle und bietet glutenfree-organic-locally grown-healthy-kosher-armenian-fresh-delightful Produkte in hoher Qualität an. Und Mana-Foods (Mana heisst übersetzt so was wie übernatürliche Kräfte) ist ein unglaublicher Laden. Nicht so durchgestylt wie ein Aldi, nicht so übersichtlich wie ein Safeway – einfach eng, unübersichtlich, unlogisch – und herzlich! Hier findet man Produkte, die wir auf unseren Reisen so noch nie gesehen haben (Marken, die uns komplett unbekannt sind – also praktisch keine Grosskonzerne, mal von der Lindt-Schoggikollektion abgesehen). Und die Präsentation der Früchte war eine Augenweide. Was für uns haben wir auch gefunden und haben uns an einer Bar gleich selber bedient und ein bisschen Gemüse, Teigwarensalat und einen Wrap (Filo) sowie Getränke eingekauft.

Und dann ging es endlich los auf die Road to Hana.

Die Strasse hat eine Spur pro Richtung, die Brücken und einzelne enge Stellen sind jedoch einspurig befahrbar. Das angegebene Speed Limit ist 15 Meilen, also etwa 25 km/h, wohl um den Touristen Angst zu machen, es hält sich jedoch niemand daran und in der Regel fährt man das Doppelte. An der ganzen Strasse hat es Sehenswürdigkeiten, die man Besichtigen kann: Wasserfälle, Regenwälder, Kirchen oder auch Verpflegungsstände, die Früchte und Bananabread (ein Bananencake) anbieten. So kann man die Strecke individuell schnell hinter sich bringen, je nach Stops die man bis Hana einlegt. Wir haben ein paar Kurzstops gemacht, unter Anderem waren wir am Meer unten und haben dem Wellenschlag zugeschaut. Die Korallenkirche, die wir gerne besichtigt hätten, haben wir jedoch nicht gefunden (auf der Rückfahrt haben wir sie gefunden, aber für nicht besichtigungswürdig betrachtet). Eindrücklich war auf alle Fälle die Fahrt durch den Regenwald: teilweise fährt man einfach an eine grüne Wand und erst kurz vorher macht die Strasse noch einen Rank und führt wieder dem Fels entlang.

Irgendwann konnten wir in einem Dorf 30 Meilen fahren. Dieses Speed Limit wurde vor der Schule jedoch auf 20 Meilen (Mo-Fr 7AM-3PM) reduziert. Als mir ein Auto entgegenkam, welches mir lichthupte, war mir nicht klar, was dies zu bedeuten hat. Vorsorglich reduzierte ich den Speed im 20er auf plusminus 20, was mir der Ärger der mir nachfolgenden Autos einbrachte. Und da sah ich plötzlich den uniformierten Herrn, wie er mit einer Laserpistole auf mich und die folgenden Autos zielte – und keinen Obulus für die Staatskasse einfordern konnte, da alle innerhalb des Speed Limits waren… Vor meinem geistigen Auge stelle ich mir die Fahrer hinter mir vor, wie sie einen unbändigen Willen, mir einen Lei umzuhängen und zu danken, nur knapp zügeln konnten…

Irgendwann sind wir in Hana angekommen. Unscheinbar ist es, dieses Städtchen, und die touristischen Punkte sind knapp gesät. Wir gingen in den Hana Beach Park, sassen dort an einen Picknicktisch und assen den in Paia gekauften Lunch mit Sicht aufs Meer.

Wir haben uns entschieden, nicht die ganze Rundfahrt um die Insel zu machen. Wir bereits angetönt, besteht von seitens des Autovermieters auf dieser Strecke 'unten rum' ein Haftungsausschluss, und die Recherchen im Vorfeld haben unterschiedliches über den Zustand der Strecke zutage gebracht. Wieder die gleiche Strecke zurück zu fahren ist sicher öde, aber so sind wir on the safe side, wie man so schön sagt.

Auch auf der Rückfahrt machten wir einige Stops und genossen die Gegend. Nach Paia gingen wir noch an einen Strand, welcher zwar wunderschön war aber uns hat es irgenwie nicht mehr gluschtet, ins Wasser zu gehen. Besucht haben wir hingegen noch den Sports Authority in Kuhalui und den daneben liegenden Old Navy. So konnten wir wieder einen Beitrag an die US-Wirtschaft leisten.

Noch bevor wir 'zu Hause' angekommen sind, gingen wir bei Monkeypod essen.

 

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