Sonntag, 28. Mai 2017: Le Retour

Die Auffahrtsreise ist auch einmal zu Ende, zum Beispiel heute.

Um 7:26 fuhr heute unser Zug, sodass wir wieder mal eine kurze Nacht hatten. Das Hotel ist jedoch in Bahnhofnähe, die Zeit am Bahnhof reichte noch, um uns mit ein paar Frühstückshappen einzudecken.

Wir stiegen in einen TGV, welcher von Bordeaux direkt nach Strasbourg fährt, ohne Paris anzufahren. Dank verschiedenen Verbindungslinien rund um Paris, welche die Hochgeschwindigkeitslinien verbinden, sind so rasche Verbindungen auch innerhalb Frankreichs möglich. 6 Stunden fuhren wir quer durchs Land, vom Atlantik ins Elsass. Aufgrund eines medizinischen Notfalls in unserem Zug und einem Ambulanzeinsatz in Angoulême sowie verschiedenen Schleichfahrten vor und um Paris hatten wir rasch mal 20′ Verspätung.

Da wir in Strasbourg genügend Zeit zum Umsteigen Richtung Basel hatten, reichte die Zeit sogar noch um einen Flammenkuchen zu essen.

Nach einem Geleier zwischen Zugpersonal und Velofahrern, die die Velos nicht korrekt abstellten, hatten wir auch ab Strasbourg 20 Minuten Verspätung. Der Anschluss in Basel war weg. Wir erreichten Bern mit vielen Eindrücken im Gepäck und dafür einigen elektronischen Geräten weniger.

Woodys Rückkehr

 

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Samstag, 27. Mai 2017: In den Pyrénées Atlantiques

Mysthisch empfing uns der neue Tag – mit einer tollen Stimmung:

Egun ona, Donostia – Guten Tag, San Sebastian!

Wir nehmen Abschied von Spanien: Von San Sebastian aus fahren wir mit dem Zug nach Hendaye, und sind schon in Frankreich. Aus Solidrität zu mir und meiner abgestürzten Kamera liess Woody sein Handy im spanischen Zug liegen. Wir haben auf dieser Reise offenbar kein glückliches Händchen… Mit dem nächsten Zug fahren wir nach Saint Jean de Luz – Ciboure, einem Badeort an der französischen Atlantikküste und steigen dort auf den Bus zum Col de Saint Ignace um. Der Pass befindet sich auf 169 m und hier befindet sich die erste Etappe des heutigen Tages: die Talstation der Chemin de Fer de la Rhune. Die Zahnradbahn führt auf den 905 m hohen La Rhune und wird mit Zügen aus den ersten Betriebsjahren von 1924 betrieben.

Zug aus dem Jahre 1924

Der Andrang auf die Bahn war sehr gross, sodass wir erst Tickets für die Fahrt um 15:20 kaufen konnten. Dies hiess, dass wir

A) zwei Stunden warten mussten bis zur Abfahrt

B) aufgrund unserer nächsten Anschlüsse nur grad rauf auf den Hoger und wieder im gleichen Bähnlein runter fahren konnten

Geier. Auf wen warten sie?

Et voilà quoi!

Die zwei Stunden überbrückten wir mit fotografieren von Zügen und einer inoffiziellen Depotbesichtigung. Auch ein leichter Lunch in Form eines „Sandwich au Berger chaud“ (also ein Sandwich des warmen Hirten…) hatte in dieser Zeit locker Platz. Dann stand die Abfahrt unseres Zuges bevor und wir konnten in die urigen Wagen einsteigen. Die Fahrt war sehr gemütlich, die alten Loks gaben alles was sie konnten. Das Sicherheitssystem bremst die Züge automatisch ab, wenn sie schneller als 9 km/h fahren… Somit benötigten wir für die 4,5 km 35 Minuten. Die Fahrt ist zauberhaft, die Aussicht über die Pyrenäen und den Atlantik sensationell! Frei lebende Ponys hat es hier. Und auch Geier, von denen wir ziemlich viel gesehen haben. Flügelspannweite bis deux metres soixantedix, haben sie im Zugslautsprecher gesagt. Die Gegend hier ist sehr lieblich und hat mehr als nur ein rauf und runter verdient. Nächstes Mal planen wir dies anders…

Wunderschöne Gegend rund um den La Rhune

Mit dem Bus fuhren wir wieder nach Saint Jean de Luz – Ciboure und weiter mit dem TGV nach Bordeaux. Hotelbezug in Bahnhofnähe und anschliessend Nachtessen mit französischer Küche… Die Franzosen bringen es immer wieder fertig, mit geschickten Menubezeichnungen Erwartungen zu erwecken 🙂 Brochette au poulet à la moutarde et miel ginge bei uns als Hähnchenspiess durch 🙂

Mit Woody von Spanien nach Frankreich:
Teil 1
Teil 2

 

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Freitag, 26. Mai 2017: Donostia

Heute verliessen wir Madrid und fuhren nach San Sebastian. Der Zug verliess Madrid Chamartin bereits um 8:00 Uhr, sodass wieder früh Tagwach angesagt war. Nach dem Security- und Ticketcheck konnten wir unsere Plätze einnehmen. Zuerst gings auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke mit Normalspur Richtung Norden, bis wir dann mit dem Zug durch ein Schöpfli fuhren und auf die iberische Breitspur umgespurt wurden. Ab diesem Moment wurde die durchfahrene Gegend zum Teil gebirgig und sehr interessant.

Ankunft in Donostia

 

Pünktlich kamen wir in San Sebastian an. Aber der Bahnhof war nicht nur mit „San Sebastian“ angeschrieben, sondern auch mit „Donostia“. Wie die Katalanen streben auch die Basken nach Unabhängigkeit – die Anschläge der ETA (Euskadi Ta Askatasuna) waren Teil des letztlich erfolglosen Befreiungskampfes. Nach 823 Toten zwischen 1960 und 2009 besteht seit 2011 ein Waffenstillstand, und seit April dieses Jahres eine Entwaffnung der Gruppe. Geblieben ist die vorherrschende baskische Sprache, die mit dem mir bekannten Spanisch überhaupt nichts gemeinsam hat. „Donostia“ ist also die baskische Bezeichnung für „San Sebastian“.

Mit dem Bus fuhren wir ein bisschen ausserhalb des Zentrums und stiegen auf die 1912 eröffnete Funicular de Igueldo um, um auf den Monte Igueldo zu gelangen. Hier befand sich unser Hotel. Die Standseilbahn ist sehr historisch und man fühlt sich in eine frühere Zeit zurückversetzt.

Funicular Monte Igueldo

 

Das Hotel hingegen ist hübsch und unser Zimmer hat eine tolle Aussicht auf die Stadt San Sebastian mit ihrer Concha-Bucht, oder auch auf den Atlantik, der sich hier Golf von Biskaya nennt. Wetter strahlend, Temperatur grösser als 30 Grad – somit ist zuerst eine Siesta angesagt. Gegen Abend fahren wir mit der Funicular „ins Tal“ (immerhin von 192 m auf 0 m…) und spazieren dem Strand entlang zur Altstadt. Flip-Flops weg, mit den Füssen im Wasser – welch ein Vergnügen! Aufgrund der einsetzenden Flut ist der Strand nun kleiner und die Wellen werden höher. Prompt gibt dies nasse Hosen… Welche aber dank der Wärme schnell wieder trocknen.

Blick aus dem Zimmer auf San Sebastian

Nasse Hosen - kein Problem!

 

In der Altstadt kehren wir in eines der unzähligen Lokale ein, um Pintxos zu essen, die baskische Version der Tapas. Alle Leute haben das gleiche Ziel, man isst und trinkt, man schwatzt und es herrscht eine gemütliche Stimmung in der Stadt. Wir bleiben hängen und geniessen den Moment, spazieren noch ein Wenig durch die Altstadt und spüren plötzlich Regentropfen… Ist das das Tief über der Biskaya?

Pintxos en masse!

 

Der Wetterumschwung ist frappant, von über 30 Grad auf 19 Grad in drei Stunden. Wir ziehen unsere Jacken an und gehen nun noch „richtig“ essen (auch hier öffnen die Restaurants erst um 20:00 Uhr). Die Pizzeria Cappricciosa ist chaotisch organisiert, aber es wird gut gekocht.

Wir verlassen das Lokal und sehen, dass sich der Regen nun zum veritablen Gewitter gemausert hat. Wir nehmen ein Taxi und kehren zum Hotel auf dem Monte Igueldo zurück. Auf dem Balkon schossen wir spektakuläre Gewitterbilder, bis zu dem Moment, als sich meine Reisekamera selbständig machte und aus der dritten Etage aufs Vordach fiel. Nur noch die Speicherkarte konnte gerettet werden, liebe Mobiliar…

Trotz des Gewitters und des sehr heftigen Ärgers über den schussligen Kameraverlust schliefen wir rasch und gut.

Das letzte Bild vor dem Absturz

Woody war ohne Baskenmütze bei den Basken

 

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Auffahrts-Donnerstag, 25. Mai 2017: Highlights in Madrid

Museo del Ferrocarril

Ein erstes Highlight war das Frühstück in der 30. Etage des Torre PWC. Lecker und umfangreich haben wir bei einer tollen Aussicht getafelt. Dann starteten wir in Richtung Museo del Ferrocarril, dem Madrider Eisenbahnmuseum. Dieses befindet sich in der Bahnhofhalle des Bahnhofs Madrid Delicias. Das Museum ist sehr hübsch und zeigt viele Exponate in ihrer normalen Umgebung – dem Bahnhof. Die alten Wagen lassen uns von der Zeit träumen, wo reisen noch einen anderen Stellenwert hatte als heute…

Almudena-Kathedrale

Nach diesem Museumsbesuch begaben wir uns in die Innenstadt: Puerta del Sol (der Hauptplatz, den man aus der Tagesschau kennt mit den vielen Demonstranten), die Plaza Mayor (mit sehr ursprünglichem Stadtambiente), der San Miguel-Market, wo man in einer Halle die Köstlichkeiten Spaniens degustieren und kaufen kann) und dann natürlich zur Almudena-Kathedrale, welche erst 1993 eröffnet wurde. Während der langen Bauzeit haben sie hier wohl sämtliche Baustile der Lehrbücher verbaut: zuerst hat man neugotisch begonnen, dann hat man ein bisschen Neoklassizismus verbaut, um stilistisch zum angrenzenden Königspalast zu passen, und im Inneren wurde ein einzigartig-modernes „Pop-Art“-Design des Ikoenmalers Kiko Argüello angebracht. 2004 fand in dieser Kathedrale die Hochzeit von Kronprinz Felipe von Spanien und Letizia Ortiz Rocasolano statt.

Königspalast

Heute war es in Madrid sehr warm. Die Meteoleute sagten 33 Grad voraus. Nicht grad ideal für eine Stadtbesichtigung. So genossen wir den Moment in der kühlen Almudena-Kathedrale. Ein wenig später gingen wir zum Königspalast, den wir aber nur von aussen besichtigt haben. Der Tempel von Debod war unser nächster Stop. Dieser Tempel ist altägyptisch-unternubischen Ursprungs und stand bis 1961 am Nil. Durch den Bau des Assuan-Staudamms waren viele archäologische Monumente in Gefahr, geflutet zu werden. So auch der Debod-Tempel. Die UNESCO hat anschliessend einen Aufruf zur Rettung dieser Kulturgüter gestartet. Da Spanien bei der Rettung von Abu Simbel eine wichtige Rolle spielte, schenkte die ägyptische Regierung den Spaniern diesen Tempel. Er steht nun in einer der schönsten Parkanlagen Madrids.

Debod-Tempel

Museo del Jamon

Nach diesem Ausflug in die Geschichte hatten wir schon wieder ein Hüngerchen und wir gingen ins Museo del Jamòn – dem Schinkenmuseum. Was kulturell tönt ist jedoch eine Restaurantkette wo man verschiedene spanische Schinken- und Käsespezialitäten essen kann. Ein Teller Jamòn Iberico, ein Teller Lomo Iberico und ein Pitcher Bier stillten unsere Gelüste fürs Erste und wir konnten zur letzten Etappe des heutigen Stadtrundgangs gehen, dem Besuch des Estadio Santiago Bernabeu, der Heimstätte von Real Madrid. Wir machten eine Stadionbesichtigung, eine Self-guided-Tour und stellten fest, dass das Stadionpersonal ähnlich arrogant auftritt wie die Helden auf dem grünen Rasen. Im Stadion erhielten wir einen Eindruck von diesem Verein, der sich das „Weisse Ballett“ nennt. Die Trophäensammlung ist eindrücklich. Aber zwischendurch musste ich mich schon fragen, ob dieses Konstrukt mit verwöhnten Fussball-Millionären in dieses Madrid mit den Bettlern und der subjektiv festgestellten Armut überhaupt passt.

Estadio Santiago Bernabeu

Erfolgreiche Jungs, diese Reals...

Nach einem Nachtessen in Stadionnähe gingen wir zurück zum Hotel und liessen den Tag ausklingen.

Warm war es auch bei Woody

 

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Mittwoch, 24. Mai 2017: Transfer nach Madrid

Estaciòn de Autobuses La Lines

Eine frühe Abreise stand uns bevor. So früh, dass das Frühstücksbuffet im Hotel noch gar nicht geöffnet war. Ein kurzer Marsch, und wir waren bei der Estaciòn de Autobuses. 7:45 war die Abfahrtszeit es Expressbusses nach Algeciras, und er fuhr pünktlich. Eine halbe Stunde dauerte die Fahrt nach Algeciras, wo wir auf den Zug umstiegen. Wir fuhren in einem Talgo-Zug, der so aussah wie früher der Nachtzug von Bern nach Barcelona, aber natürlich die Tagesversion.

Fahrt durch Andalusiens Landschaft

Im spanischen Fernverkehr gibt man sein Gepäck wie am Flughafen durch einen Scanner. Und auch das Billett wird auf dem Perron kontrolliert, im Zug gibt es keine Kontrolle. Pünktlich fuhren wir ab. Die Fahrt ging zuerst durchs Gebirge, dann durch die unendlichen Olivenbaumplantagen Andalusiens. Nach rund einem Drittel der Strecke bremst der Zug ab, und die ganze Komposition fährt durch ein Schöpfli. In diesem Schöpfli wird die Spurweite des Zuges angepasst: Auf den konventionellen Strecken fährt der Zug auf der iberischen Breitspur (1676 mm), das Hochgeschwindigkeitsnetz ist in europäischer Normalspur gebaut (1435 mm). Der Umspurvorgang geht schnell, man merkt gar nichts davon. Dann braust der Zug mit 200 km/h der Hauptstadt entgegen, wo wir rund 10 Minuten vorzeitig im Bahnhof Madrid Atocha ankommen (damit man den Kunden weniger Verspätungsentschädigung auszahlen muss, sind die Fahrplanzeiten sehr grosszügig berechnet).

Der Bahnhof Atocha wurde mit der Inbetriebnahme des Hochgeschwindigkeitsnetzes umgebaut. In der ursprünglichen Bahnhofhalle hat es nun einen tropische Gartenanlage. Im Wasser hat es sehr viele Wasserschildkröten. Sehr viele. Ein Schild sagt, dass es verboten ist, hier Schildkröten auszusetzen. Ob sich jemand daran hält?

Bahnhofhalle mit Tropengarten

Dichtestress bei Schildkröten

Cuatro Torres Business Area

Wir fahren mit der S-Bahn zum Bahnhof Chamartin, in dessen Nähe sich unser Hotel befindet. Das Eurostars Madrid Tower befindet sich in einem Neubauquartier, wo vier Hochhäuser hingeklotzt wurden. Alles in Allem ein schönes architektuelles Ambiente. Wir kriegen ein wunderschönes Zimmer in der 27. Etage, mit Sicht gegen Osten. Da hat Woody was ganz tolles gebucht. Mittlerweile ist es 16:00 Uhr und wir beschliessen, den Rest des Tages im Quartier zu verbringen. Zuerst recherchieren wir, was wir morgen in Madrid alles machen könnten, dann geniessen wir das Ambiene des Zimmers. Gegen 18:00 Uhr wollten wir was essen gehen, aber in Spanien öffnen die Restaurants erst um 20:00 Uhr oder sogar um 20:30 – sie essen spät, die Spanier… Also mussten wir uns noch ein Wenig gedulden und überbrückten die Zeit mit einer kleinen Fototour im Hochhausquartier. Im Sota Caballo Rey fanden wir ein Plätzchen zum Nachtessen. Die spanisch geschriebene Menukarte forderte uns heraus, so bestellten wir einfach Lomo. Das sei Fleisch, habe ich gemeint. Und es war Fleisch. E Guete!

Woody fuhr auch nach Madrid

 

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Dienstag, 23. Mai 2017: Mich laust der Affe!

Mit den News zum Anschlag von Manchester sind wir aufgewacht. Die Meldungen haben uns den ganzen Tag begleitet und werden es wohl noch ein paar Wochen tun. In Gibraltar waren die Fahnen auf halbmast – die gibraltesische, die britische und die europäische. Traurig starten wir in den Tag, auf den wir uns nun seit Wochen gefreut haben.

Gibraltar stand heute auf dem Programm. Zur Einstimmung habe ich auf Youtube die Opening-Scene des James-Bond-Films „The Living Daylights“ angeschaut. Da wusste ich noch nicht, dass James Bond Roger Moores Tod heute bekannt wird. Zuerst war aber Frühstück angesagt. Für 6€ gab es ein tolles Buffet. Sitzplätze mit Meersicht. Und mit Blick auf den Slogan auf einem Werbeplakat: „La Linea – presente y futuro“. Welche Zukunft diese Stadt hat ist schwierig zu sagen. Es ist eine Schlafstadt, abhängig von Gibraltar. Wohnen in Gibraltar ist teuer, sodass man in La Linea eine Wohnung hat. Arbeit gibt es aber in Gibraltar, und in La Linea eher nicht. Und das Geld verdient man in Gibraltar. Und die Waren sind dort auch günstiger. Benzin ist zollfrei, etwa CHF 1,15 pro Liter Super.

100 Ton-Gun

Wir gehen zur Grenze, stehen mit den Pendlern in der Warteschlange beim Zoll. Die Abfertigung ist speditiv. Gleich hinter dem Zoll auf Gibraltar-Seite hat es einen Taxistand. Hier kann man Gibraltar-Rundfahrten buchen. 20£ pro Person für die Extended Tour, welche 2h15 dauert. Malcolm will die Fahrt mit uns machen. Aber der Preis gelte natürlich nur, wenn wir 4 Personen sind. Und wenn wir 4 Personen wären, kostet es 30£ statt 20£, dafür sind die Eintrittspreise überall inbegriffen. Ich besann mich meines Kommunikationstalents und überlegte mir, dass man ja andere Touristen ansprechen könnte, um den Bus zu füllen. Ich sperberte Richtung Grenze, aber es kamen nur Leute mit optischem Business-Hintergrund. Nach ein paar Minuten kam dann endlich ein Pärchen, welches meiner Meinung nach Leisure-mässig angezogen war. Diese habe ich gefragt, ob sie mithelfen würden das Taxi zu füllen. „No sorry, we're going to work“ war die Antwort. Unser Taxifahrer fand diese Szene sehr lustig und spontan sagte er „Ok, I'll do it for you for 90£“ – Deal! Zwar massiv doppelt so teuer wie angeschrieben (vermutlich hatte es auf dem Plakat eine Fussnote in Grösse Arial 1, welche das sagte…), aber dafür hatten wir ein eigenes Taxi und einen Private Driver.

Leuchtturm beim Europa Point

Die Fahrt brachte uns zuerst zur 100-Ton-Gun, einer grossen Kanone, mit welcher Gibraltar verteidigt wurde. Diese war so gross und durchschlagskräftig, dass nach der Schussabgabe 3 Stunden gewartet werden musste, da das Ding so heiss wurde, dass es unmöglich war, wieder nachzuladen.

Der nächste Halt war beim Europa Point, dem südlichsten Punkt von Gibraltar. Von hier ist Afrika 22 km entfernt. Wegen des Dunstes sahen wir Afrika nur schemenhaft.

Anschliessend gings zur St-Michaels Cave, ein Höhlensystem welches bekannt ist für die gute Akustik. Konzerte werden hier gespielt, ausserhalb der Konzerte ist es eine sehr hohe Höhle, welche mit Musik berieselt wird und mit Licht eine mystische Stimmung erzeugt wird. Conquest of Paradise auf LSD, quasi. Nach dem Besuch der Höhle erschrak ich sehr, weil einer der Gibraltar-Makaken-Berber-Affen vormir vorbeihuschte. Die Viecher sind schnell und tauchen aus dem Nichts auf. Woody amüsierte sich ein bisschen über meine Reaktion und als er den nächsten Affen sah, kündigte er ihn an: „Affe auf drei Uhr!“ Zuest war ich erstaunt über die militärische Angabe duch Woody, den Pazifisten. Danach etablierte sich diese Angabe und wurde während des Tages zum Running Gag…

St-Michaels Cave

Der Affenfelsen war der nächste Halt. Die Briten bleiben so lange in Gibraltar, wie es Affen auf dem Felsen hat. Aktuell hat es drei Kolonien, welche täglich um 8:30 Uhr gefüttert werden. Am Ende des 2. Weltkriegs raffte eine Epidemie einen grossen Teil der Affen dahin. Grund genug für die Briten, durch das Militär Affen aus Afrika zu importieren. Wir fuhren mit dem Taxi den Berg hoch, sahen hier und da einen Affen am Strassenrand sitzen, als es plötzlich einen dumpfen Schlag gab und ein Affe auf die Motorhaube gehüpft ist und sich beim offenen Fenster und am Rückspiegel festhielt. Da der Fahrer jeden Tag hier hochkommt „kennt man sich“. Affe kennt Fahrer, Fahrer kennt Affe. „This is one of the older apes, he is born in 1997“ sagte uns der Fahrer, was wir natürlich glaubten… Aber der Affe wusste genau, dass der Fahrer Leckerlis dabei hat, die der „Yes, you are a good boy“-Affe mit Genuss knabberte.

Good Boy!

Wir stiegen aus und liessen alles nicht notwendige im Auto: Mützen, Brillen, Rucksäcke. Und plötzlich waren wir unter Affen. Die Tiere sind so intelligent, sie sehen, dass du nichts dabei hast und lassen dich in Ruhe. Unser Fahrer setzte sich neben einen Affen und gab ihm ein Leckerli. Als der Affe noch eines wollte, griff er ihm in die Hosentasche um zu sehen, ob er wirklich nichts mehr dabei hat… Andere Touristen nahmen die Affen mithilfe ihres Fahrers auf die Schultern oder trieben sonstigen Schabernack. Andere Affen sassen einfach da. Andere Affen lausten sich gegenseitig – „mich laust der Affe“ kann man dem sagen…

Sitzheizung für Affen

Great Siege Tunnel

Irgendwann hat man auch genug von den Affen – wir fuhren weiter zu den Great Siege Tunnels. Dieses in den Fels gehauene Tunnelsystem entstand während der Belagerung durch die Spanier und Franzosen ab 1779, um auch die Nord- und Ostseite von Gibraltar verteidigen zu können. Durch die Löcher im Felsen schob man Kanonen, welche die Bösen in die Schranken weisen sollten. Vier Jahre dauerte die Belagerung. Die Tunnel boten anschliessend auch bei anderen Konflikten Unterstützung.

Unser Fahrer Malcolm wusste zu Allem und Jedem was zu erzählen. So auch, dass sein Grossvater 1954 Queen Elisabeth II und ihren Gatten Prinz Philipp während ihrem Besuch in Gibraltar im Auto rumchauffierte. Und das sei einmalig in der Geschichte gewesen, dass beide im gleichen Auto sassen. Normal sei dies aus Sicherheitsgründen nicht so. Aber Gibraltar sei so sicher, dass man dies konnte. Und sein Grossvater sei ein exzellenter Fahrer gewesen…

Gibraltar Cable Car

Das Moorish Castle war der letzte Stop auf unserer Reise, die nun schon fast 3 Stunden dauerte. Wir rundeten den Preis für die Rundfahrt auf den nächsten Hunderter auf, und Malcolm liess uns in der Innenstadt raus. Alles in Allem eine tolle Rundfahrt, die viel geboten hat.

Gibraltar hat auch eine Seilbahn, die von der Stadt auf den grossen Felsen führt. Die Fahrt mit diesem urbernischen Verkehrsmittel (Anlage, Kabel = von Roll Bern, Kabine = Gangloff Bern) war der nächste Tagespunkt. In 6 Minuten von 0 auf 412 Meter – und mittlerweile ist es auf dem Rock sowas von neblig und kühl geworden, dass wir die Jacke anziehen mussten. Beim Verlassen der Gondel sagte mir der Kabinenguy, dass ich wegen den Affen den Rucksack vorne tragen soll. Das habe ich natürlich sofort umgesetzt. Nach einem Stop im „Gipfelkaffee“ habe ich den Ratschlag aber schon vergessen und ich trug den Rugi wie immer. Die Affen auf dem Gipel sassen träge rum, sodass wir Selfies mit ihnen machen konnten. Und plötzlich spürte ich wie sich jemand an meinem Rucksack zu schaffen machte. Ich drehte mich rasch um und sah einen Affen davonhuschen. Der Rotzlöffel hat es tatsächlich geschafft, einen Reissverschluss zu öffnen… Soweit ich sah, konnte er aber nichts rausnehmen. Diese Glück hatte eine ältere Frau nicht: Ein Affe entriss ihr die Tasche, machte sich davon und räumte sie aus, auf der Suche nach was essbarem. Er räumte sie aus, Stück für Stück landete auf dem Boden (und es war eine GROSSE Tasche 🙂 ), bis auf die Schachtel Bisquits und das Jogurt. Die Güetzi nahm der alte Affe, das Joghurth bekam der junge. Mangels Löffel hat er es auf dem Boden ausgeleert und den Boden abgeschleckt… Take care, the apes are everywhere… Mit der Fahrt ins Tal hat die Affenstory ein schadloses Ende gefunden.

Tasche ausräumen

Wir begaben uns zur nächsten Busstation und fuhren mit der Linie 2 zum Europa Point, welchen wir mit dem Fahrer schon besucht hatten. Hier hatte es noch Sonne und wir genossen nach dem kalten Rock die wärmenden Strahlen. Nach einem Moment ging es wieder ins Zentrum, wo wir Bus 8 nahmen zum schönsten Sandstrand von Gibraltar, in der Sandy Bay. Er ist schön, sauber, aber nur grad etwa 200m lang. Lang genug um die Füsse ins Wasser zu halten und ein paar Schritte im Meer zu machen.

Both-Worlds-Strand

Gegen 18:00 Uhr waren wir wieder im Zentrum und gingen essen. Pasta beim gibraltesischen Italiener. Und danach mit dem Bus zur Grenze und ins spanische Hotel. Tagebuch schreiben und rasch schlafen. Morgen fängt der frühe Vogel den Wurm.

Für uns haben sie extra die ältesten Busse hervorgenommen

Woodys Tag bei und mit den Affen

 

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Montag, 22. Mai 2017: Die Barrieren

Um acht ging der Wecker, was uns aber nicht gross kümmerte. Wir lasen noch ein bisschen, schauten aus dem Zimmer den Flugzeugen zu und kurz vor 10 starteten wir in Richtung Flughafen. Londen Heathrow ist ein recht grosser Flughafen, sodass man hier für sein tägliches Schrittziel eine gute Basis legen kann.

Im Terminal 3 fanden wir den Baggage Drop-off und nach schon 15 Minuten waren wir unser Gepäck los. Die Sicherheitskontrolle ging unglaublich schnell umd entspannt vor sich. Und schon befanden wir uns im Duty-Free-Paradies. Doch uns war nicht unbedingt nach shoppen, wir wollten noch futtern. In einem Restaurant, welches all-day Breakfast serviert, assen wir was Leckeres, welches unvernünftig teuer war. Genau 40 Minuten vor dem Abflug wird das Gate kommuniziert und wir waren zeitig zum Einsteigen bereit. Auch das Einsteigen war locker und schon bald hatten wir unsere Sitzplätze eingenommen. Hintereinander, beide am Fenster, Reihen 21 und 22, links.

On the left you can see...

 

Mit ein bisschen Verspätung und einer endlosen Warterei vor dem Take off gings los. Start Richtung Ost, dann sofortiges Abdrehen Richtung West. Über Southampton mit seinem Hafen (habe ich die Queen Mary im Hafen gesehen?), dann über die Insel Jersey, über die Bretagne, anschliessend ziemlich gerade über Frankreich – Madrid in Richtung Südwesten. Auf der linken Seite sahen wir Malaga durch den Dunst, genau so wie es Taxi in „Campari Soda“ beschrieben haben: „On the left, you can see Malagas – through the dust“

Barriere geschlossen

 

Die Landung war ein bisschen eine Enttäuschung. Woody hatte über Wochen über Flightradar24 die Anflüge auf Gibraltar analysiert und mir den klaren Auftrag gegeben, auf die Plätze links einzuchecken. So hätten wir bei Anflug den Felsen von Gibraltar gesehen – The Rock. Heute landete das Flugzeug jedoch von der anderen Seite und wir sahen nach Spanien. Nun, nicht so schlimm, denn über die Flugpiste führt die Hauptstrasse von der spanisch-gibraltesischen Grenze ins Zentrum von Gibraltar und eine Barriere sperrt bei Landungen und Starts jeweils die Strasse – und das ist auch ein Spektakel!

Aussteigen beim Rock

 

Mit dem Gibraltar-Felsen im Hintergrund steigen wir aus und gehen zum Flughafengebäude. Sehr modern das Ganze. Für die Einreise kramte ich extra meinen Pass hervor und fragte die Zollbeamte höflich, unterwürfig und mit meinem ganzen Charme, ob ich eventuell einen Gibraltar-Visa-Stempel in den Pass kriege. Sie dürfe das nicht. Aber ich soll doch im Tourist-Office vorbeischauen, die machen sowas… Nicht grad die Antwort, die man sich erhofft…

Grenze zu Spanien

 

Unser Hotel lag nicht in Gibraltar, sondern in Spanien. Also hatten wir 15 Minuten nach der Einreise von England nach Gibraltar eine Einreise von Gibraltar nach Spanien. Zu Fuss über eine Grenze, bei der man sich ins Europa der 80er-Jahre zurück erinnert. Viele Zäune, viel Personal. Und eine lange Schlange bei den Autos und bei den Fussgängern. Irgendwie ist man sich dieses Prozedere nicht mehr gewohnt…

La Linea heisst die Grenzstadt. Und hat wohl viel Durchgangsverkehr zu erdulden. Wir machen uns zu Fuss unterwegs zu unserem Hotel. Google-Maps hilft uns dabei und gemäss Google hätten wir vor dem Hotel stehen sollen. Statt Geschäfte in der Strasse ist jedoch alles mit Backsteinen zugemauert. Man fühlt sich nicht vor einem ****-Hotel, sondern vor einer Absteige. Dann fanden wir, irgendwie zufällig, den Eingang zum Hotel. Innen sah es schon besser aus. Unser Zimmer lag auf der zweiten Etage. Sämtliche Türen und die Rahmen sahen aus wie Arvenholz. Waren wir im Bünderland gelandet? Das Zimmer einfach aber zweckmässig. Wir kamen zuerst mal an, wollten den 29 Grad Hitze ein bisschen entfliehen uns machten zuerst mal nichts. Ausser relaxen.

Grenze zu Gibraltar

 

Anschliessend gingen wir wieder zur Grenze und reisten in Gibraltar ein. Wieder das gleiche Prozedere. Kurz vor dem Überqueren der Flugpiste ging die Barriere nach unten und die Strasse wurde geschlossen. Toll, dass wir dieses Spektakel auch miterleben dürfen… Der Flug der Monarch aus Manchester landete, und sobald dieser durch war konnten wir die Piste überqueren. Aber noch bevor wir die Piste wieder verlassen konnten, wurde die Strasse schon wieder gesperrt, wieder für einen Monarch-Flug, aber dieses Mal von London-Luton. Wir spazierten Richtung Innenstadt, welche sogar eine Fussgängerzone hat. Um diese Zeit (ca 19:00) haben fast alle Geschäfte jedoch schon geschlossen.

The Rock bei Nacht

Wir fanden ein gutes Restaurant, das Gauchos, welches argentinische Spezialitäten anbietet. Lecker war es und wir zogen zufrieden von Dannen. Auf der Flugpiste knipsten wir noch ein paar Bilder vom Gibraltar Rock, welcher in der Nacht speziell beleuchtet ist. Anschliessend gings wieder über die Grenze, somit ca Kontrolle Nummer 4. Das Hotel fanden wir auf Anhieb, das Bett auch. Nach diesen vielen Kontrollen waren wir nur noch müde. Good night – buenas noches!

 

So reiste Woody nach Gibraltar

 

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Sonntag, 21. Mai 2017: Unterwegs mit der „Wundertüten-Airline“

Auch dieses Jahr gibt es eine Auffahrtsreise mit meinem Auffahrtsreisenspezialisten Woody. Dieses Mal geht es Richtung Spanien, aber Anlauf müssen wir in England nehmen… Aber alles der Reihe nach:

Wir waren noch nie in Gibraltar, und dies soll unser diesjähriges Ziel sein. Nach Gibraltar kann man auf dem Landweg via Spanien, oder auf dem Luftweg via England. Und nur via England. Andere Airlines sind daran gescheitert, z.B. ab Spanien Flüge nach Gibraltar anzubieten. Die Politik wiegt offenbar zu schwer…

Bern mit dem Bahnhof in der Bildmitte

Der Plan war, mit der Berner Skywork ab Bern nach London zu fliegen. Sieben Stunden vor Abflug sah ich zufällig eine Mail von Skyworks, dass wir auf einen Flug von Basel nach London City umgebucht wurden. Nachdem mit Skywork mal mein Gepäck ab Wien 24h Verspätung hatte, mein Flug nach Berlin in Basel startete und 7h zu spät war, reihte sich diese Meldung nahtlos in die anderen Vorkommnisse ein. Bevor ich nun endgültig überbiss, rief ich die Hotline von Sykwork an und mir wurde bestätigt, dass der Flug normal ab Bern starte, aber einfach eine halbe Stunde früher. Grund für das Mail war, dass wir in Basel zwischenlanden statt direkt zu fliegen. Ein Kapitel mehr im Buch „Skywork: die Wundertüten-Airline“.

Dreiseenland: Murten- Neuenburger- und Bielersee

Woody war an diesem Tag noch an einer Konfirmation und wir wussten, dass der ursprüngliche Abflug 18:20 nur knapp zu schaffen war. Aber Super-Woody schaffte es auch eine halbe Stunde früher am Flughafen zu sein. Und so konnten wir gaaaanz entspannt unsere Reise nach London antreten.

Dank dem „Umweg“ via Basel kamen wir kostenlos zu einem Mittelland-Jura-Rundflug. Zuerst überflogen wir meine Wohnung, dann ging es über Lyss – Biel in Richtung Jura; über dem Laufental machte die Pilotin Conny Leibundgut einen Schwenker Richtung Balsthal und dann erneut in Richtung Basel abzudrehen. Hier hatten wir rund eine halbe Stunde am Boden zu warten. Ab Basel war der Flieger zu 80% voll, sodass sich das Zusammenlegen des Bern- und des Basel-Fluges kaufmännisch gelohnt hat.

Dann ging es weiter über die endlosen Weiten von Frankreich, zwischen Calais und Dover hielt Conny noch einmal rechts und bog anschliessend von Westen her über die Themse ein. In London gab es eine Schlaufe übers London Eye, den Big Ben und den Buckingham Palace bevor wir in London City Airport zu Boden gingen.

London Eye

Der Flughafen von London City war ziemlich voll, sodass wir den zweithintersten Stellplatz kriegten. So musste der Transferbus daher, der uns ca 150 m sicher zum Gate brachte. Die Immigration ging schnell vonstatten – es läuft alles in 'Selbstbedienung' ab, man muss den Pass selber einlesen und vom Gesicht wird eine Foto gemacht – auch das Gepäck war rekordschnell auf dem Belt.

Anschliessend ging es mit der Dockland Light Railway und zwei U-Bahn Linien in Richtung Heathrow Airport. Für den Transfer benötigten wir rund 90 Minuten. London ist eben schon ein bisschen grösser als Bern… Beim Flughafen stiegen wir in einen Linienbus, welcher uns zum Hotel Renaissance Heathrow brachte. Das Hotel liegt direkt an der Landebahn von Heathrwow. Wir haben uns ein Upgrade mit Sicht auf die Landepiste gegönnt – normal zahlt man mehr für Meersicht, hier für Pistensicht… Die Fenster sind sehr gut isoliert, kein Laut dringt von der Aussenwelt hinein.

Blick aus dem Zimmer

Nach einem nicht sehr gesundheitsbewussten Nachtessen im Hotelrestaurant legten wir uns in die Horizontale. Die Auffahrtsreise 2017 hat definitiv begonnen!

Woodys Reise ab Bern

 

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Samstag, 22. April 2017: Journey back home

Guten Morgen Malta!

Früh morgens wachen wir auf. Morgenrot – Meeresblau – Sonnenaufgang. Ein tolles Morgenspektakel bietet sich uns. Wir stehen auf und beschliessen, vor dem Packen im Hotel frühstücken zu gehen. Wettermässig ist es zwar wieder grand beau. Aber ein kalter Wind fegt um das Hotel, so dass wir drinnen frühstücken. Alles in bewährter Hilton-Manier lecker und professionell gemanaged. Zurück im Zimmer packen wir unsere Taschen, checken aus und richten uns vor dem Hotel ein, um doch noch ein paar Sonnenstrahlen abzubekommen. Gegen 11.30 Uhr machen wir uns auf den Weg, an die Rezeption, um auf unseren Airport-Transfer zu warten, den wir auf 11.40 Uhr gebucht haben. Auf der Höhe des Hoteleingangs kommt uns bereits ein Herr entgegen, der Martin auf seinen Namen anspricht. Das klappt ja bestens mit dem Transfer. Eine Wochenende-Verkehrsüberlastung aufgrund der regen Bautätigkeit lässt uns zuerst einige Zeit im Stau stehen. Dann aber geht es zügig weiter, so dass wir bereits kurz vor 12.00 Uhr beim Flughafen ankommen. Kurze Zeit später ist das Check-In vollzogen und es gilt noch kurz die Sicherheitskontrolle abzuwickeln. Wir nehmen eine Kleinigkeit zu uns, gehen noch etwas Duty-free shoppen und schon können wir ins Flugzeug steigen. Gegen 14.30 Uhr hebt unser Flugzeug ab. Flug KM 490 verläuft planmässig und kurz vor 17.00 Uhr landen wir in Zürich-Kloten. Gepäck behändigt und durch den Flughafen, so dass wir gut den 17.40 Uhr Zug nach Bern erreichen.

Lotto spielen, und schon bald parken wir auch hier...

Einmal mehr durften wir erlebnisreiche, interessante Ferientage verleben, die uns viel Freude bereitet haben. Wir haben viel Neues gesehen, haben die warmen Tage zuerst in Wien (das Wochenende zum Ferienauftakt) und dann auf Sizilien sehr genossen, waren fasziniert von der Osterprozession in Licodia-Eubea, dem Abstecher in die Vergangenheit in Agrigento und natürlich den geschichtsträchtigen Erkundungen auf Malta. Wir sind dankbar, gesund und wohlbehalten wieder in der Schweiz angekommen zu sein. Jetzt geht es nach Hause, wo wir mit Andrea und Christoph im Mappamondo Abendessen gehen und auf den Meistertitel des SC Bern anstossen werden. Danke an euch beide, liebe Andrea und lieber Christoph, so macht das Nachhausekommen richtig Spass.

 

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Freitag, 21. April 2017: Auf in die Hauptstadt

Maltas Hauptstadt, Valletta (7100 Einwohner), wurde ab 1571 aufgrund von Plänen von Jean Parisot de La Valette erbaut. Seit 1980 gehört die gesamte Stadt Valletta zum UNESCO-Welterbe und 2018 wird sie sogar europäische Kulturhauptstadt sein.

Ganz Valletta ist unterwegs

Nach einem kleinen Frühstück in einer Costas Filiale (from London to Valletta) fahren wir wieder einmal mit dem Bus nach Valletta. Beim grossen Busterminal angekommen, betreten nach ein paar Schritten über die neue Brücke die Altstadt. Hier begrüsst einen das neue, 2005 eröffnete Parlamentsgebäude des italienischen Stararchiteken Renzo Piano. Er hat auch das Openair-Theater gleich nebenan konzipiert. Die beiden markanten Gebäude stehen am Anfang der Republic Street, die einen mit einem bunten Treiben empfängt. Der Wembley Store, ein stilvolles Geschäft für Artikel des täglichen Bedarfs, setzt sich mit schönen alten, farbigen Holzfassaden in Szene. Auffällige Werbung ist wegen des historischen Stadtbilds verboten. Vorbei an den Häusern der Philharmonischen Gesellschaften „La Valette“ und „The King's Own“ geht's weiter bis zum Republic Square mit der Confiserie Cordina, in der wir schon an unserem ersten Malta-Aufenthalts-Tag ein Apéro zu uns genommen haben. Weiter geht's zum Palace Square mit dem Grand Master's Palace in Richtung Fort St. Elmo. Die ausgedehnte Uferstrasse entlang des Grand Harbours führt zu den Lower Barracca Gardens. Dort setzen wir uns auf eine Bank und beobachten das muntere Treiben um eine kleine Hochzeitsgesellschaft, die – so interpretieren wir das ganze – gerade von der zivilen Trauung kommt.

Hochzeitsbuben

Von hier aus haben wir auch einen sehr guten Blick auf die ein- und auslaufenden Schiffe und insbesondere die vor Anker liegenden Kreuzfahrtschiffe. Durch das Victoria Gate treten wir wieder in die Stadt ein und machen uns über die stufenreiche St John's Street zur Merchant Street. Diese führt direkt zur Auberge de Castille, dem Hauptsitz des Premierministers. Durch die Upper Barracca Gardens kommen wir wieder zum Platz hinter dem Parlamentsgebäude. Wir kaufen uns beim Confiserie Cordina eine kleine Köstlichkeit „To Go“ und kehren zum Busterminal zurück, wo wir ein letztes Mal beim Spiel „Welcher der 'Out of Service Busse' wird beim Bus-Gate stehen bleiben und die von uns und X anderen Reisenden angepeilte Destination im Display aufschalten, so dass sich alle auf den Bus stürzen, um einen Sitzplatz zu ergattern?“. Auch wenn in Malta viel an englischem Kulturgut hängen geblieben ist, das „Queuen“ kennt man hier definitiv nicht. Wir haben diesmal Glück, d.h. bleiben am richtigen Ort stehen und warten dort bis ein Bus hält und die Nr. 13 Destination im Display aufschaltet.

Barber-Shop

Mit dem Bus geht's bis St. Julian's, wo ich ins Hotel zurück kehre und Martin noch einen Barber-Shop aufsucht, um sich Wochenende-gerecht trimmen zu lassen (volles Programm: Haare schneiden, Bart trimmen, Haarentfernung Augsbrauen, Nase und Ohren und inkl. Gesichtsmaske). Ich erkenne den adretten Herrn, der an meine Zimmertüre klopft fast nicht mehr … aber ja es ist Martin, mein Mann.

Im Quartier, in dem sich unser Hotel befindet, gelingt es uns heute Abend im Restaurant Zeri's einen Tisch zu erhalten. Wir essen lecker zu Abend und lassen unseren Malta-Urlaub langsam ausklingen.

Ja, liebes Malta. Der Funke ist zwischen uns nicht gesprungen. Gefallen hast du mir vor allem zu Wasser und natürlich in Mdina. Der Blick von der Sliema-Bay auf den Stadtkern Valletta ist wunderschön. Aus der Nähe betrachtet, haben mir hauptsächlich der massiv starke Strassenverkehr (mit entsprechender Luftqualität), die allgegenwärtigen alten und neuen Bauruinen bei gleichzeitigem weitgehend (planlosen?) Bau-Hyperaktivismus, der Abfall, der überall rumliegt, die Freude an Malta eingeschränkt. Ich werde den Eindruck nicht los, dass Malta von seiner Vergangenheit lebt, aber kaum in der Lage ist, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen. Und ob dies mit Hilfe der zahlreichen russischen Investoren gelingen wird, wage ich grundsätzlich zu bezweifeln. Von daher: Malta/le Malte/Malta: six points/six points/sechs Punkte. Ach ja, und der nächste Eurovison Song Contest steht auch schon wieder an. Und der Malta-Beitrag ist auch eher „na ja“. Sorry Malta.

Wembley Store

 

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Donnerstag, 20. April 2017: Schweizer Wetter in Malta :-)

Heute war es für einmal nicht „grand beau“, sondern bedeckt und kühl. So kühl, dass wir die langen Hosen anziehen mussten. Und eine Jacke. Trotz den 18 Grad wagten wir uns nach draussen… Eine Reise zur Insel Gozo stand an.

Es gibt noch 364 andere Kirchen

Bus 222 war fast pünktlich, hielt an unserer Haltestelle an, und hatte verfügbare Sitzplätze. Ich erwähne dies, weil dies in Malta gemäss unserer Erfahrung die Ausnahme ist. Wir fuhren bis zur Endstation Cirkewwa, wo wir nach rund einer Stunde Fahrt ankamen und auf die Fähre umstiegen. Natürlich haben wir grad eine Fähre verpasst, sodass wir rund 40' auf die nächste warten mussten. Ticket benötigt man keines. Dieses kauft man bei der Rückfahrt von Gozo nach Malta. Die Überfahrt verbrachten wir drinnen, auf dem „Sun Deck“ wäre es zu kalt gewesen. In Mgarr erreichten wir Gozo. Mittlerweile war unser Busticket, welches 2 Stunden gültig war, abgelaufen und wir mussten für die Weiterfahrt nach Victoria ein neues Billett kaufen. Für € 1.50 konnten wir nun rund eine halbe Stunde über Land zum Hauptort Gozos fahren.

Vom Victoria Bus Terminal bis ins Zentrum ist man zu Fuss in 5 Minuten. Gemäss unserem Reiseführer war das Jubilee Cafe ein Besuch wert. Auch wenn Victoria sehr übersichtlich ist, fanden wir das Café nicht. Google Maps sagte uns, dass wir davor standen… Das Jubliee ist ein traditionelles britisches Pub und wir haben beide ein Club Sandwich gegessen. Das Cafe war voll, die Outdoor-Plätze vor dem Cafe ebenfalls sehr gut besucht – aber das Personal war unglaublich freundlich, nahm sich Zeit für alle Kunden und war sehr witzig drauf.

Anschliessend besuchten wir die Zitadelle, von welcher die Feinde bekämpft und beschossen wurden. Heutzutage ist es an den Touristen, die Zitadelle zu bezwingen, was ohne Frage auch problemlos gelingt. Von der Zitadelle aus hat man einen sehr guten Blick über Gozo. Die vielen Kirchen, die vielen grossen Kirchen, fallen auf. Man sagt, dass Malta 365 Kirchen hat – damit man jeden Tag eine andere besuchen kann… Wir spazierten die ganze Zitadelle entlang und danach ins Zentrum von Victoria. In den engen Gassen ist definitiv keine Hektik auszumachen. Wie im Reiseführer beschrieben sitzen die Frauen vor den Häusern und klöppeln. „Come here and see“ wurde uns zugerufen. Ich antwortete „Thank you Mrs. Klöppel“ – der Witz kam bei ihr aber leider nicht an…

Auf der Zitadelle

Wir gingen wieder zurück zum Busterminal und fuhren mit dem nächsten Bus nach Mgarr. Diesmal hatten wir Stehplätze und genossen die schnelle Fahrt durch durch Dörfer mit ihren engen Kurven ziemlich… Natürlich verpassten wir in Mgarr auch wieder die Fähre, dieses Mal um 3 Minuten, denn wir mussten ja noch ein Ticket für die (Hin- und) Rückfahrt kaufen. Mit der Ta'Pinu ging es wieder nach Malta. Muss ich erwähnen, dass wir auch hier keinen Anschluss auf den Bus hatten? Um ein bisschen rascher Richtung St Julians zu kommen entschieden wir uns, die Linie X1 zu nehmen. Dieser Bus fuhr zwar nicht nach St. Julians, aber bis kurz davor zum Pembroke Park and Ride (die einzigen Autos die hier parkieren, sind die Busse – soviel zum P+R-Gedanken auf Malta…). Von dort spazierten wir 20' Richtung St Julians, wo wir noch in einem „Shopping-Center“ (Bay-Street-Shopping-Complex) hängen blieben. Den Tag schlossen wir mit einem Nachtessen in der ältesten Pizzeria Maltas, dem Ir-Rokna, ab.

Auf der Fähre zurück

 

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Mittwoch, 19. April 2017: Mdina und Rabat im zweiten Anlauf

Stadttor von Mdina

Heute sind wir early birds. Wir wollen mit dem Bus nach Mdina fahren und dort die Städte Mdina und Rabat besuchen. Vom ersten Versuch her wissen wir, dass es sich lohnt, früh anzureisen, wenn man noch einen Platz im Bus kriegen will. Vorab nehmen wir den Bus nach Valetta und steigen dort in den Bus nach Mdina um. Nach einer Busfahrt von alles in allem einer guten Stunde ruft der Chauffeur „Mdina“ aus und der Bus leert sich weitgehend. Das altehrwürdige Mdina ist das Gegenstück zu Valetta: Ruhig, beschaulich, gepflegt, sauber und freundlich kommt das kleine Städtchen mit rund 370 Einwohnern daher. Die Mauern der römischen Stadt „Melite“, heute eben „Mdina“, umschliessen den Stadtkern von Mdina und ungefähr die Hälfte von Rabat. Ein repräsentatives Tor, vor dem einspännige Pferdekutschen auf Fahrgäste warten, gewährt Einlass in die „Stille Stadt“, in der man sich in der Zeit zurück versetzt fühlt. Abgesehen von der Kathedrale und einigen herrschaftlichen Villen sind es weniger die Einzelbauten, die beeindrucken, als vielmehr das Gesamtensemble der historischen Paläste, Gassen, Winkel und Plätze. Details fallen ins Auge: schmuckvolle Türklopfer, stilvolle Laternen, verspielte Portale, hölzerne Erker und schön gestaltete Innenhöfe. Da wir noch nicht gefrühstückt haben, legen wir einen Abstecher beim Fontanella Tea Garden ein. Heute gibt's Kaffee und Kuchen zum Frühstück. Ist mal was anderes. Das Café ist an, in und auf der Stadtmauer gelegen und wir haben von unserem sonnigen Platz einen phantastischen Ausblick über Mosta auf das städtische Malta und das Meer.

In den Gassen Mdinas

Wir wissen, dass es in der Schweiz heute frostig kalt ist und Schneeregen das Land beherrscht. Darum geniessen wir auf Malta kurzärmlig jeden Sonnenstrahl und das Glück, dass wir mit unserem Reisewetter haben. Anschliessend schlendern wir entdeckermässig durch die Gassen und Winkel. Es ist einfach nur schön hier. Dann und wann ertönt eine Pferdekutschen-Glocke, kreuzt ein Büsi den Weg oder zieht ein Mdina-Glaswaren Geschäft unsere Aufmerksamkeit auf sich. Wir lassen uns treiben (inkl. kurzem Abstecher nach Rabat), Feriengefühl pur. Irgendwann kommt ein Hüngerchen auf und wir treten beim Restaurant Coogi's (Mdina) in den Innenhof, wo wir uns ein maltesisches Apéro-Plättchen und einen Salat gönnen. Zum Dessert gibt's für mich ein Gelato. Im Verlauf des Nachmittags kehren wir nach Valetta zurück, wo wir noch einen Absrecher im die The Point Shoppingmall einlegen. In unserem Reiseführer steht dazu: „Das ehemalige Fort am Tigne Point ist zu Maltas schickster Shoppingmall geworden. Bekannte Labels auf drei Etagen, Cafés und Restaurants, Supermarkt und Elektronikshop – alles unter einem Dach.“. Was an dem, was wir vorfinden „schick“ sein soll, wissen wir bis heute nicht. Nach einer Stunde sind wir wieder draussen und machen uns auf den Weg nach Hause. Fürs Abendessen finden wir uns im Restaurant „Maltese Mama“ ein, wo es für Martin die zweite Hälfte eines Baracudas und mich ein Spinatrisotto gibt. Ich tue mich mit der Essensauswahl hier in Malta regelmässig schwer. Die meisten Gerichte basieren auf Fleisch (sehr oft auf Fenek, also Chüngu) und wenn nicht, sind es Speisen, die mit Goat-, Sheep- oder Blue-Cheese zubereitet werden. Ich liebe alle drei dieser Käsearten nicht. Und da auch Meerfrüchte-Pastas nicht meins sind, komme ich mir ein wenig „schnäderfräsig“ vor. Aber die maltesische Mama ist gütig mit mit und bereitet mein Spinat-Risotto mit Grana Padana Käse anstelle von Gorgonzola zu. Zurück im Hotel noch etwas lesen, tagebüechle und den nächsten Tag planen.

Malteserkatze

 

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Dienstag, 18. April 2017: Tour-Ruhetag

Aufgrund der erfolgreich verlaufenen Titelverteidigung des SC Bern hatten wir heute nach der nächtlichen Ankunft in La Valetta im Hotelzimmer noch das eine oder andere Video zu schauen bzw. den einen oder anderen Online-Bericht zu lesen. Um kurz nach 7 Uhr schien aber bereits die Sonne in unser Zimmer und lockte uns bald einmal aus dem Bett und ans Frühstücks-Buffet. Gab es in der Schweiz heute Schnee-Regen und Temperaturen unter 10 Grad Celsius konnten wir hier in La Valetta primafein draussen frühstücken. Einfach wunderbar, wir haben's genossen. Danach zogen wir uns aufs Zimmer zurück, wo wir die heissen Mittagsstunden an der Kühle mit Lesen, etwas arbeiten und weitere Reisepläne schmieden verbrachten. Am Nachmittag gingen wir an den Pool und genossen das süsse Nichtstun. Gegen 19.00 Uhr gab's in einem kleinen Beizli in der Nähe unseres Hotels ein Pasta- und Salat-Znacht. Life is easy …

Aussicht aus dem Hotelzimmer

 

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Pasquetta, 17. April 2017: Verspätung

Ostermontag heisst in Italien „Pasquetta“. Haben wir nicht gewusst bisher, haben aber auch ganz gut ohne dieses Wissen leben können.

Stazione di Agrigento

Nach dem identischen Frühstück wie am Vortag packten wir unsere Sachen und verliessen unser B+B mit dem grossen Gepäck durch die enge Treppe. Wie man hier wohl zügelt? Heute war ein sehr grosses Verkehrsaufkommen in der Stadt, vermutlich ist an Ostermontag doch was Spezielles los. Schon als wir nur in die Nähe unseres Autoparkplatzes kamen und in Richtung Auto schielten, wollte einer unseren Parkplatz übernehmen. Wir mussten unser Gepäck aber noch eintischen, sicher verstauen und das braucht seine Zeit. Während dieser Zeit staute sich der Verkehr auf der engen Strasse und die Fahrer spielten – extra für unseren Nachfolgeparkierer und uns – die Symphonie der Hupen 🙂 So hatten wir freie Fahrt, konnten aus der Parklücke ausfädeln und fuhren Richtung Bahnhof Agrigento.

Stazione di Agrigento

Dieser Bahnhof ist ein wunderbar schönes Gebäude. Mich dünkt, dass sich der italienische Architekt an den Tempeln des Valle dei Templi orientiert hatte. Meine Begeisterung ist jedoch ein bisschen abgesackt als meine Recherchen ergeben haben, dass dieser Bahnhof in den Dreissigerjahren im faschistischen Neoklassizismus gebaut wurde. Nun, auch im Wissen dieses eher dunklen Mussolini-Hintergrunds wollte ich den Bahnhof sehen. Eingang auf Strassenniveau, dort auch mit Bar, und dann zwei Treppen runter zu den Gleisen. Wenn man wie wir um halb elf an den Bahnhof kommt, muss man 6 Stunden warten, bis hier wieder ein Zug fährt… In der Schweiz würde man hier nicht von einer „Taktlücke“ sprechen, sondern – ich glaube der öV in der Schweiz kennt keine Beschreibung für eine solche Angebotslücke… Der Bahnhof hat auch eine Kirche integriert, zu Ehren des Besuchs Agrigentos von Papst Johannes-Paul im Jahre 1993. Der Papst hat dort aber keine Messe gelesen. Ein sehr schöner Bahnhof, alles in Allem!

Scala dei Turchi

Nach diesem Bahnhofstopp gings weiter Richtung Scala dei Turchi, einer Gesteinsformation aus Kalk welche einer Treppe aus dem Meer ähnelt. Der weisse Kalk, der blaue Himmel und die verschidenen Blautöne des Meeres gaben ein eindrückliches optisches Spekakel ab! Das Ganze ist ein bisschen überlaufen, aber in der Hauptsaison könnte es sicher noch schlimmer sein…

Castello di Montechiaro

Heute war die allgemeine Fahrrichtung „Pozzallo“, denn wir mussten um 18:00 unseren Mietwagen abgeben und um 19:30 auf die Fähre Richtung Malta gehen. So also fuhren wir Richtung Südosten und machten einen Halt beim Castello di Montechiaro. Dieses alte Schloss wurde 1353 im Kampf gegen die Piraten errichtet. Heute ist es geschlossen, den Weg nach oben macht man nur der Aussicht übers Meer wegen, die aber unglaublich toll ist! Verständlich, dass es so viele Eidechsen hat, bei dieser tollen Aussicht!

Modica

Wir genossen die Umgebung weiterhin und fuhren Richtung Modica. Sizilien im April ist ein Traum! Die Blütenpracht am Strassenrand ist der absolute Hingucker. Modica ist unser nächster Etappenort. Auch diese Stadt wurde wie so viele in der Region beim Erdbeben von 1693 zerstört und wieder aufgebaut. Unser Zeitplan war leider zu knapp, um dieser tollen Stadt einen längeren Besuch abzustatten. Hier reichte es nur für einen kurzen Bummel, für Einkäufe typisch sizilianischer Spezialitäten wie Pistazienpesto und Mandeln sowie für eine Pizza an der Hauptgasse. Gegen 17:30 machten wir unsere letzte Etappe nach Pozzallo (vorher noch tanken – halbvoll, da wir das Auto auch nur halbvoll getankt übernommen haben…) um direkt am Hafen das Auto abzugeben. Im Büro der Vermietungsfirma sagte man uns, dass der Katamaran wegen des schlechten Wetters (schlecht? Es windete ein Bisschen, war aber sonst wunderschön…) noch nicht in Malta abgefahren ist. Und er auch nicht die volle Geschwindigkeit fahren könne wegen der Wellen. Falls die Fähre heute überhaupt noch fahre, wäre dies erst gegen 23 Uhr. Wenn überhaupt. Wir sollen doch das Auto behalten und um 21:00 nochmals vorbei kommen…

Am Strand von Marina di Modica

Mit dieser Situation haben wir nicht gerechnet… Andererseits nahmen wir das Angebot, das Auto 3 Stunden länger haben zu können, gerne an. So fuhren wir nach Marina die Modica, wo wir schon vor vier Tagen nach der Ankunft aus Malta den ersten Stopp gemacht haben. Zuerst ein paar Sonnenuntergangsföteli am Strand (dieses Mal nicht barfuss), dann ein Aperol Spritz an „unserer“ Bar. Nun wurde es merklich kälter und wir fuhren wieder nach Pozzallo zum Hafen, wo wir unser Auto in der Nähe der Autovermietung parkten und noch ein bisschen lasen. Abgabe des Auto um 21 Uhr, und gegen 21:30 kam endlich die Fähre aus Malta und wir konnten zusteigen. Nachdem alle Autos geladen und gesichert wurden, konnten wir kurz vor elf abfahren und erreichten Malta gegen halb eins in der Früh.

Für sagenhafte 25€ brachte uns der Taxifahrer ins Hotel in St. Julians. Das Zimmer wartete auf uns und wir brauchten nicht lange, bis wir eingeschlafen sind.

 

Apero-Time am Strand

 

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Oster-Sonntag, 16. April 2017: Zurück in die Vergangenheit

Duomo San Gerlando

Ostersonntag in Agrigento. Irgendwo klingelt immer wieder ein Morgen-Glöckchen (es werden nicht nur die ganzen Stunden, sondern auch die Viertelstunden geschlagen, z.B. Um 07.15 Uhr, 7 Stundenschläge in einem Ton und 1 Viertelstundenschlag in einem anderen Ton). Wir erwachen kurz nach 7 Uhr und geniessen den frühen Morgen und vor allem die angenehme Zimmertemperatur (im Vergleich zum Monolocale in Licodia) in unserem B&B „Mille e una Notte“. Gut ausgeruht und unternehmungslustig starten wir in den Tag. Das Frühstück besteht wie in den letzten Tagen aus einem Cappuccino und verschiedenen Cornettos. Wir lassen's ruhig angehen und erhalten von einer Mitarbeiterin (Silvia) noch Tipps zu Lokalen, in denen wir heute Abend essen gehen könnten. Die aus dem Gespräch resultierende Reservation nimmt Silvia gleich vor. Danach machen wir uns auf ins Städtchen. Es herrscht ostersonntägliche Ruhe. Die erste Station unserer Reise ist der Duomo di San Gerlando.

Duomo San Gerlando

Der Dom – eine gotische Kathedrale – ist an höchster Stelle der Stadt im 11. Jahrhundert errichtet worden. Die mit wunderschönen Ornamenten und Heiligenfiguren bemalten Holzdecken stammen aus dem Jahre 1518. Die bauliche Substanz des Doms hat in den letzten Jahren arg gelitten. Nebst dringenden Renovationsarbeiten am gesamten Bau (teilweise sind diese bereits erfolgt), bildet die akute Einsturzgefahr (Kollaps der tragenden Gesteinsschicht) bis auf weiteres das grösste Problem. Bauarbeiten für die Konsolidierung des Untergrundes wurden im 2016 in Angriff genommen. Aber erstmal bitte ein wenig Pazienza.

Santa Maria dei Greci

Nach dem Besuch der Kirche steigen wir auch noch auf den rechteckigen Campanile, der auf 400 M.ü.M. eine schöne Aussicht auf Agrigento gewährt. Durch enge Gässchen, unzählige Treppen und teilweise sehr hübsche Hinterhöfe gelangen wir zur Kirche Santa Maria dei Greci. Das Kirchlein wurde an der Stelle des ehemaligen Athene-Tempels errichtet. Etwas verwunschen wirkt das Portal im Stil der katalanischen Gotik zwischen Bäumen und Büschen des kleinen Kirchengartens. Im Inneren sind Säulenstümpfe (dorische Ordnung) und ein Teil des Kapitells zu sehen.

Nach einem kurzen Zwischenstopp in unserem B&B (es hat zu regnen begonnen, und wir holen unsere Schirme) machen wir uns auf in Richtung Bahnhof Agrigento Centrale (es regnet bereits nicht mehr). Diesmal nicht um Züge zu fotografieren, sondern um auf einen der Busse (Linien 1, 2 und 3) zu warten, die uns zum Tal der Tempel bringen sollten. Sollten. Denn nach fast einer Stunde Wartezeit in bester Gesellschaft mit anderen Reisenden stellt sich heraus, dass offensichtlich am Ostersonntag-Nachmittag die Busse erst wieder ab 16.00 Uhr fahren.

Concordia-Tempel

Wir kehren zum Hotel zurück und fahren mit unserem Auto ins Tal der Tempel (Fahrzeit von 10 Minuten). Dort angekommen statten wir als erstes dem Concordia-Tempel einen Besuch ab. Dieser dorische Tempel (480 – 430 v. Chr.) ist sensationell gut erhalten und eine echte Attraktion. Der Bischof von Girgenti vertrieb im 6. Jh. alle heidnischen Dämone und weihte den Bau den Aposteln Petrus und Paulus. Bis zum 18. Jh. diente die Kultstätte sodann als Kirche – und ist wohl deshalb in einem so guten Zustand. 34 Säulen und das Gebälk stehen noch und vermitteln einen hervorragenden Eindruck der dorischen Tempelarchitektur. Nur die sechs Bögen in den Seitenwänden des Innenraums stammen aus der christlichen Epoche.

Hera-Tempel

Weiter geht es zum Hera-Tempel, der erhöht auf einem Felsvorsprung liegt. Der Hera-Tempel ist weniger intakt als der Concordia-Tempel aber nicht weniger imposant. Mittlerweile hat das Wetter auf „voll schön“ gewechselt. Der blaue, wolkenlose Himmel bildet einen tollen Kontrast zu den gelbsteinigen Monumenten. In den herumliegenden Säulen-Teilen aber auch auf dem Untermaterial bei den Tempeln machen wir verschiedene Muscheleinschlüsse bzw. Versteinerungen aus. Wahnsinn, diese Details relativieren die Geschichte, die hier vor über 2'500 Jahren geschrieben wurde nochmals um eine lange Zeit. Wir sind echt beeindruckt. Wir setzen unseren Spaziergang im westlichen Ausgrabungsareal fort. Auch hier gibt es viel Interessantes zu sehen: Tempel des olympischen Zeus (ursprünglich im Ausmass von 56.30 Meter x 112.60 Meter ein Monument des Triumphes über die Karthager. Überlebensgrosse Atlanten trugen das Gebälk, ein Duplikat der Figuren liegt aus den Bruchstücken zusammengesetzt zwischen den Tempelruinen.) und der Dioskurentempel (mit vier wieder aufgerichteten Säulen).

Zeus-Tempel

Anziehungspunkt für alle ist die Atlanten-Kopie aus Metall, die auf dem Weg zum Concordia-Tempel arrangiert ist. Die Mannes-Figur mit Flügeln ist nackt und verfügt über ein stattliches Gemächt. Fast schon magisch zieht das Teil Augen und Hände an. Alle fotografieren den Atlant, haben aber meistens ein Körperteil speziell im Fokus. Speziell lustig mitzuerleben: Italienische Kinder gehen zur Figur hin und berühren mit Freude das Gemächt. Die Mütter intervenieren energisch: „No, no … non si tocca!“.

Non si tocca!

Gegen 18.30 Uhr verlassen wir dieses eindrückliche, geschichtsträchtige Areal. Mit dem Auto geht's zurück in die Stadt, wo wir uns jetzt halt auf die Suche nach einem neuen Parkplatz machen müssen. Wir werden schliesslich fündig. Auf direktem Weg geht es weiter ins Restaurant Sal8, wo wir uns ein feines Fisch-Abendessen gönnen. Müde aber einmal mehr glücklich, ob all den schönen Eindrücken kehren wir in unser B&B zurück.

 

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Samstag, 15. April 2017: Xirbi, das Trauma hat ein Ende

Nach dem Aufstehen packten wir unsere Sachen und machten uns reisefertig. Bevor wir jedoch weiter fahren können, gilt es eine Liste von Tasks abzuarbeiten.

Zuerst geht’s zur Bar Central neben dem Municipio. Frühstück auf der Terrasse ist angesagt umd wir gönnen uns je einen Cappucino und ein Cornetto con Marmellata. Dann wollte ich nur schnell rein, um zu bezahlen. Das kann aber dauern… vor allem, wenn man vom Barbesitzer erfährt, dass er in der Schweiz geboren wurde, in Bulack. Und seine Mutter in Rumlang gearbeitet hat. Und jetzt alle wieder hier in Licodia Eubea sind und sein Vater bzw nun er diese Bar führt. 30 Minuten und € 4.40 später gehts zur nächsten Etappe: dem Tabacchi bei der Kirche. Wir gehen zu Fuss und lassen unser Auto in der blauen Zone vor der Gelateria stehen (dort, wo wir gestern eine Glace gegessen haben), wie es auch die Locals machen.

Auf dem Weg zum Tabacchi sehen wir Leute, die wir in den paar Tagen kennen gelernt haben – man kennt sich, man grüsst sich. Dieses Licodia Eubea ist nicht sehr gross, die Herzlichkeit der Einwohner hingegen sehr.

Im Tabacchi sind die älteren Besitzer vor Ort. Sie erkennen uns als Kunden, welche vor einem Jahr bei ihnen waren. Wir wollten damals Ansichtskarten von Licodia Eubea kaufen. Aktuelle Karten gebe es keine, aber der Besitzer ging extra für uns nach Hause und holte bei sich im Archiv einige Karten, um uns diese zu schenken. Diese Geste hat uns damals sehr berührt, sodass wir nun noch einmal dort vorbei wollten, um den Beiden ein Geschenkset mit Original Berner Mandelbärli vom Glatz Bern zu überreichen. Nun waren es sie, die Freude an uns hatten…

Weiter ging’s auf unserer Abschiedstour durch Licodia.

Als wir mit dem Auto wegfahren wollten sagte uns Costa von der Gelateria, dass wir das Auto ruhig in der blauen Zone stehen lassen können. Wenn die Polizia Locale kommt, werde er ihnen sagen, dass dies das Auto von seinen Kunden sei und wir keine Busse erhalten dürfen – ecco…

Lago Dirillo

Next stop: Ricotteria. In dieser Ricotta-Käserei will Carmelo mit mir ein Video aufnehmen, wo ich was Nettes über Licodia Eubea sagen soll. Er wird dies dann auf Facebook stellen und erwartet so weitere Gäste. Natürlich mache ich da mit und erzähle was auf english, um noch mehr Leute anzusprechen.

Nach diesen Oscar-verdächtigen Filmaufnahmen verabschiedeten wir uns von Licodia Eubea und machten einen Abstecher zum Lago Dirillo, welcher sich auf Gemeindegebiet von Licodia befindet. Auf dem Weg dorthin sahen wir eine Blumenpracht wie wir sie selten gesehen haben. Viele unbekannte Blumen, einzelne hat Bettina als Orchideenart identifiziert, und das Ganze umrahmt von Vogelgesang und Insektengesumme. Wären die illegalen Abfalldeponien nicht gewesen, hätten wir dies als „paradiesisch“ bezeichnet… Die vielen Kaulquappen im Wasser hat dies aber nicht gestört.

Anschliessend gings weiter in Richtung Sicila Outlet – das grösste Outlet-Center Siziliens. Die ganze Anlage ist gut gemacht und hat mehrheitlich Angebote für Kleider – was sonst. Trotzdem wurden wir fündig und pumpten ein paar € in die sizilianische Wirtschaft.

Anschliessend gelang es mir, mein fast 30-jähriges Trauma zu überwinden.

 

 

 

Details:

Als ich während meiner Lehrzeit am Bahnhof Biel/Bienne stationiert war, hatte ich auch ein paar Monate in der Auskunft zu absolvieren. Als Lernender konnte ich selbständig einen Schalter bedienen und Auskünfte erteilen. Der Zufall wollte es, dass eine italienische Gastarbeiterin zu mir an den Schalter kam und einen Fahrplan nach Caltanissetta wollte. Damals, in den 80ern, war dies noch nicht so einfach wie heute, wo man einfach den Computer anschmiss und den Fahrplan in Sekundenschnelle hatte. Es gab damals noch ein Kursbuch, mit sehr vielen Seiten und da musste man sich zurechtfinden. Natürlich war nicht alles auf einem Feld geordnet, man musste die Anschlüsse von Feld zu Feld zusammensuchen. Um das vorherige Feld noch zu finden hat man jeweils einen Kugelschreiber reingetan (im Sinne eins Buchzeichens) und so suchte man die Verbindung zusammen.

Ich erinnere mich, dieser Frau 3 Verbindungen nach Caltanissetta herausgesucht zu haben – alle mit umsteigen in Caltanissetta Xirbi. Xirbi tönte schon damals sehr speziell… Die Kundin bedankte sich bei mir und wollte die Vorschläge mit ihrem Mann besprechen.

Am nächsten Tag kam sie wieder vorbei, wartete bis ich frei war und sagte mir radebrechend auf italienideutsch, dass sie sich nun mit ihrem Mann besprochen habe und sie gerne die zweite von mir herausgeschriebene Variante buchen möchte. Ich fragte sie, ob sie meinen herausgeschriebenen Fahrplan dabei habe, um nicht die ganze Arbeit wieder von Vorne beginnen zu müssen. Sie verneinte – und ich schickte die Frau tatsächlich nach Hause um den Fahrplan zu holen, damit ich die Buchung machen könne. Artig ging sie nach Hause, holte den Fahrplan und stand eine Stunde später wieder bei mir an der Theke. Ja, 1983 sprang man noch so mit den Kunden um… Heute undenkbar. Und seithier ist Xirbi unauslöschlich mit dieser Begebenheit verbunden.

Xirbi muss ein grosser Bahnhof sein, wenn alle Züge dort halten und die Kunden nach Caltanissetta umsteigen müssen. Und das wollte ich sehen…

Caltanissetta Xirbi

35 Züge halten an diesem Bahnhof, welcher an der Linie Catania – Palermo liegt und einen Abzweiger nach Caltanissetta – Canicatti – Agrigento hat. Wir waren gegen 17:00 dort und konnten das Spektakel der „5-Uhr-Spinne“ live miterleben: 10 Minuten vor der Ankunft eines Zuges die Durchsage, was nun grad passieren wird: der Zug von Palermo kommt und fährt weiter und der Zug von Catania kommt und fährt weiter. Und man soll sich von der gelben Linie auf dem Perron fernhalten – allantonarsi delle linea gialla!

Dann 5 Minuten vor Ankunft und dann noch einige Sekunden vor Ankunft die gleiche Durchsage. Und dann kommen die Züge, Leute steigen aus, ein und um, dann fahren die beiden Züge weiter – und 4 Minuten später fährt der Anschlusszug nach Caltanissetta Centrale… Und der Spuk ist wieder fertig.

Die nächsten Züge kommen in einer Stunde – Grund genug für den Bahnhofvorstand den Bahnhof abzuschliessen und kurz nach Hause zu gehen.

Xirbi ist übrigens im Niemandsland. Nahezu kein Haus in der Umgebung. Nur Bahn – und ein paar streunende Hunde die man von Weitem her hört. Xirbi gesehen – Trauma Xirbi überwunden!

Caltanisatta Xirbi

Anschliessend fuhren wir nach Agrigento. In ein paar Jahren wird es von Caltanissetta aus eine Autobahn nach Agrigento geben. Aktuell hat es sehr viele Baustellen und viele Kreisel. Man muss schon sehr genau schauen, welcher Wegweiser nach Agrigento zeigt. Einige stehen willkürlich in der Gegend herum, sodass man einfach den Verstand walten lassen muss. Das Navi ist teilweise keine Hilfe, da Google der Dynamik des sizilianischen Strassenbaus keine Paroli bieten kann und man auf dem Bildschirm teilweise im Nirwana fährt.

Trotz Allem bringt uns das Navi nach Agrigento. Mit schlafwandlerischer Sicherheit finden wir das B+B Mille e una notte. Ich habe nicht erwartet, dass wir in dieser Stadt gleich vor dem B+B parkieren können. Andererseits habe ich auch nicht erwartet, dass die Strasse, wo das B+B gelegen ist, so eng ist, dass es nicht mal Platz für ein Trottoir hat. So müssen wir eine Strasse weiter unten parkieren und mit unseren Rollkoffern Hundekot ausweichend das B+B mit einer Ehrenrunde erreichen. Der Gastgeber Francesco empfängt uns herzlich und erklärt uns die Höhepunkte von Agrigento auf einer Karte. Wir räumen kurz ein und gehen anschliessend in die Altstadt, um was zu essen. Es versteht sich von selbst, dass wir nach diesem langen Tag keine Mühe haben, bei Tausend und einer Nacht rasch einzuschlafen…

Zum Znacht ein Fisch…

 

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Karfreitag, 14. April 2017: Karfreitags-Prozession in Licodia-Eubea

So richtig nett, ist’s nur im Bett. Diese Liedpassage trifft die morgendliche Temperatur-Situation in unserem „Monolocale“ zu 100 %. Irgendwann überwinden wir uns, verlassen das warme Bett, duschen und „suntigen“ uns für den heutigen Feiertag.

In der Bar Central beim Municipio gibt’s Frühstück (Cappuccino und Cornetto) und dann machen wir uns auf den Weg zur Chiesa Madre, um der Karfreitags-Prozession beizuwohnen. Die Zeit reicht noch für eine Besichtigung der Kirche. Beim Verlassen ebendieser treffen bereits die auf einer Art Sänfte getragenen Figuren der Madonna und des gefesselten Jesus, der von einem Mann geführt wird, zusammen mit der Musikgesellschaft Licodia-Eubea auf dem Kirchenplatz ein.

Wir positionieren uns auf einem der Trottoirs und verfolgen das Geschehen aufmerksam. Das Geschehen besteht einerseits aus den religiösen Aktivitäten (Prozession, Kurzpredigt, Gesang etc.) andererseits aber auch auf das Defilé der Anwesenden. Noch nie – glaube ich zumindest – habe ich so viele herausgepützelte Kinder, Lackschuhe, Silber-Ballerinas, Highheels, in denen ich keine 100 Meter gehen könnte, enge Juplis, Pelzjäcklis etc. an einem Ort gesehen. Gegenseitig bestaunt und kommentieren insbesondere die weiblichen Anwesenden ihre Outfits (come sei bella/bello). Kinder werden schier endlos abgmüntschelet und bereits kleine Mädchen sind mit Handtaschen, Handys und Sonnenbrillen ausgestattet und bewegen sich damit so routiniert wie erwachsene Leute. Das ist die Volksbühne der Karfreitags-Prozession. Als sich der Priester mit ein paar Worten an die Anwesenden wendet, wird das Stimmengewirr nicht leiser. Es wird gesprochen, gelacht und telefoniert. Irgendeinmal beginnt der rituelle Teil der Prozession, in dem die Verurteilung zum Tode von Jesus ausgesprochen wird. Die Figuren der Madonna und von Jesus werden im Kreis herum getragen und werden in einem festgelegten Prozedere vor einander verneigt. Die einzelnen Prozessions-Elemente (Stationen auf dem Leidensweg von Jesus Christus) werden jeweils mit Salut-Schüssen „angezeigt“ (das laute Geknalle hat zur Folge, dass die jüngsten Prozessionsteilnehmenden regelmässig zu weinen beginnen).

Danach zieht die versammelte Gesellschaft durch die Hauptstrasse zur Chiesa „im Dorf“, wo die Frage gestellt wird, wer das Kreuz zur Calvario-Kirche tragen wolle. Wer dies tun will, muss gemäss „gehörten Angaben“ 2’300 Euro bezahlen. Carmelo hat uns bereits gestern gesagt, dass sich dafür nur Männer melden können und dies in der Regel Männer sind, die Busse tun oder Unheil von ihnen und ihren Familien abwenden wollen. Das Kreuz ist gross (ca. 3 Meter), wie schwer es ist, können wir nicht sagen. Ein Mann meldet sich. Ihm wird ein weisses Gewand übergestreift und eine Dornenkrone aufgesetzt. Seine Angehörigen umarmen ihn. Und schon geht die Prozession in die nächste Phase. Zusammen mit der Musik, der Madonnen- und Jesus-Statue, der lokalen Politik- und Polizei-Prominenz und natürlich den übrigen Prozessionsteilnehmenden geht es für den Kreuzträger via Capuccini-Kirche zur Calvario-Kirche. Dort angekommen wird das Kreuz vor der Kirche aufgestellt. Danach ist Pause. Die Familien kehren nach Hause und essen zu Mittag. Auch wir kehren in unser Monolocale zurück. Gönnen uns aber vorerst noch ein Torrone/Fragole-Glacé bei der lokalen Gelateria von Costa „zu Mittag“.

 

Um 17.00 Uhr versammelt sich die gesamte Gesellschaft auf der Piazza vor der Kirche Matrice. Jesus ist nun in einem Sarg aufgebahrt. Auf eindrückliche Art und Weise begeben sich die Anwesenden – mehr oder wenig schweigend – zu den Klängen des Trauermarschs von Franz Chopin erneut auf den Weg zur Calvario-Kirche. Dort wird Jesus ans Kreuz „gehängt“. Auch wenn wir beide aus sprachlichen Gründen wenig von dem verstehen, was der Priester sagt, sind wir sehr beeindruckt von dieser Zeremonie. Anschliessend kehren alle wieder zurück in den unteren Teil von Licodia Eubea. Der am Morgen auserwählte Kreuzträger hat nun das Kreuz wieder runter zu tragen. Es ist kurz nach 19.00 Uhr als wir beschliessen, etwas essen zu gehen. In Ermangelung von Restaurant-Alternativen gehen wir noch einmal ins gleiche Lokal wie am Vortag. Von da kehren wir nach Hause zurück. Wir haben beschlossen, den nächtlichen Prozessionsteil, der um 22.00 Uhr beginnen würde, auszulassen. Um 22.00 Uhr hören wir die drei nächsten Salut-Schüsse, welche die nächste Station auf dem Leidensweg von Jesus Christus avisieren. Müde, beeindruckt von den Ereignissen des Tags aber auch von der italienischen Familienkultur (kleine Kinder so so piekfein heraus gepützelt, dass sie – als sie sich beim Calvario-Prozessessions-Teil zu langweilen beginnen – nicht am Boden spielen dürfen: sporchi i jeans.

 

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Donnerstag, 13. April 2017: Überfahrt von Malta nach Sizilien

Sonnenaufgang währen der Überfahrt

Um viertel vor fünf heisst's heute „Aufstehen!“. Wir duschen (leider fehlt uns die Zeit, die grosszügig gestaltete Erlebnisdusche ausgiebig zu geniessen) und verstauen noch Nachtgewand und Necessaire in unser Reisegepäck. Da klingelt bereits das Telefon und der Empfang meldet uns, dass unser Driver vorgefahren sei. Nach kurzer Fahrt durch das frühmorgendliche La Valetta treffen wir beim Ferry-Terminal (Virtu Ferries) ein. Kurzes Papier- und ID-Geschiebe und wir gehen an Bord des Fähr-Katamarans nach Pozzallo. Dort installieren wir uns an einem Fensterplatz und gönnen uns als erstes einen Cappuccino. Wir geniessen die „blaue Stunde-Atmosphäre“ an Deck genau so wie kurze Zeit später den Sonnenaufgang und die frühmorgendliche La Valletta-Stimmung vom Wasser aus.

Die Jean de Valette hat uns nach Sizilien gebracht

Die Überfahrt verläuft „seidenfein“. Um 08.10 Uhr fahren wir in den Hafen von Pozzallo ein. Die Buchung in der Club Class der Fähre gewährt einem fast lane Check-out. Zusammen mit einer Dreier-Gruppe verlassen wir den Katamaran vor den übrigen Reisenden. Innert Kürze haben wir unser Gepäck abgeholt und können uns auf den Weg zur Autovermietung machen. Der administrative Kram ist rasch erledigt und schon sitzen wir in einem Ford Fiesta mit dem Kennzeichen „FE311KD“ und auf geht's nach Marina di Modica.

Nacktbad im Mittelmeer (die Füsse)

Was sind wir für Glückskinder! Der sonnige Strandabschnitt hier gehört uns beiden. Rasch sind die Schuhe abgestreift und wir schlendern im bereits recht warmen Wasser dem Meer entlang. Muschelfinder… offene Augen …. Die Strände sind noch in Vorsaison-Zustand. Überall werden die Strand-Lokalitäten (Bars, Restaurants, Umkleide-Anlagen etc.) auf Vordermann gebracht. Es wird gestrichen, gewerkelt, repariert was der Mal- und Werkkasten hergibt. In der Bar „Nino & Salvatore“ auf der Piazza Mediterraneo 2 in Marina di Modica geniessen wir einen Cappuccino und ein Sfoliate di mele bzw. ein Brioche. Die Sonne wärmt wunderbar. Nach den kühlen Malta-Tagen geniessen wir die kurzen T-Shirt-Ärmel. Obwohl … die meisten Italiener noch in Hemd und Langarm-Pulli bzw. mit Daunenjacke unterwegs sind.

Faro di Punta Secca

Wir setzen unsere Reise der Küste entlang fort und fahren Sampieri an. Sampieri ist einer der wenigen Orte an der Küste, der traditionell direkt am Meer gewachsen ist. Alle anderen Siedlungen sind jüngeren Datums und entstanden als Marinas der weiter im Inland liegenden Städte (Marina di Modica, Marina di Ragusa etc.). Bei einem Supermercato legen wir einen Zwischenhalt ein und kaufen uns Zutaten für einen Mittagslunch und vor allem Wasser. Über Cava d'Aliga geht's der Küste entlang vorbei an Orten mit Namen wie Donnalucata, Plaja Grande, Marina di Ragusa nach Punta Secca. Dieses Fischerdorf wurde weltweit mit der Literaturgestalt des Commissario Salvo Montalbano bekannt, der hier am Wasser wohnt und seine Fälle löst – zumindest in den Büchern von Andrea Camilleri. Über weite Strecken sind wir allein unterwegs. Die Strassen führen an schier endlosen Ferienwohnungssiedlungen vorbei, die aktuell weitgehend verwaist sind. In Punta Secca legen wir einen Picknick-Stopp ein und geniessen das erste Freiluft-Picknick der Saison 2017 bei Sonnenschein und Meerrauschen.

Cynaranbau

Danach geht's weiter ins Landesinnere Richtung Riserva Naturale Bosco Santo Pietro. Der Weg führt uns vorbei an Mimosenbäumen, blumenübersäten Wiesen und kurze Zeit später durch landwirtschaftlich genutzte Felderflächen, auf denen Treibhäuser stehen oder Getreide oder Artischocken kultiviert werden. Der Aufenthalt im Naturschutzgebiet Santo Pietro gestaltet sich kürzer als geplant. Wir finden keine gute Wandergelegenheit und begegnen auf einem kurzen Wegabschnitt schon bald einem wilden Hund. Wir entscheiden uns, ihm sein Territorium zu überlassen und reisen weiter durch die farbenprächtige Frühlings-Sizilien-Landschaft. In Grammichele legen wir einen nächsten Halt ein. Die Stadtanlage dieses Ortes ist für Sizilien ein Unikum. Grammichele wurde nach dem Erdbeben von 1693, das ihre Vorgängerin Occhiola vollständig zerstörte, streng geometrisch als Sechseck entwickelt. Vom prächtigen Hauptplatz (Piazza Carlo Maria Carafa) gehen sechs Strassen ab, die wie ein Spinnennetz miteinander durch Querstrassen verbunden sind.

Grammichele

Nach einer kurzen Erkundungstour treten wir das letzte Teilstück des heutigen Reisetages an. Zielort ist Licodia-Eubea, der Ort, den wir schon im vergangenen Jahr besucht haben. Morgen wollen wir dort der Karfreitags-Prozession beiwohnen. Routiniert zielstrebig fährt Martin die Adresse unseres Feriendomizils an. Die Mutter von Carmelo (Wohnungsvermieter), die im gleichen Haus wohnt, übergibt uns die Schlüssel und erklärt uns das Notwendige. In der Wohnung ist es recht frisch. Heute brauchen wir „es wulligs Pischi“. Wir verbringen noch einen Moment auf der Terrasse bevor wir in die Stadt gehen. Auf dem Weg dorthin stossen wir auf Carmelo, halten einen Schwatz mit ihm und gehen anschliessend ins Restaurant „A Carrittaria“ Pizza essen. Nach dem Essen treffen wir nochmals Carmelo, der uns erklärt wie der morgige Tag ablaufen wird, uns mit aktuellem Klatsch und Tratsch versorgt und eigentlich noch mit uns ein Gelato nehmen möchte, was aber die Öffnungszeiten der Gelateria nicht zulassen. Sei's drum. Die Flache Rotwein, die wir zur Pizza getrunken haben, trägt das ihrige dazu bei, dass wir beide subtio im Bett sind und einschlafen. Mizzico!

 

Geometrischer Stadtplan von Grammmichele

 

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Mittwoch, 12. April 2017: Der Weg ist das Ziel

We will upgrade you in a designer room

Heute holt uns das morgendliche Verkehrskonzert vor unserem Hotel aus dem Schlaf. Wir geniessen das Ferienfeeling und lassen den Tag gemächlich angehen. Vor dem Frühstück erkundigen wir uns an der Rezeption, ob wir unser Zimmer behalten oder umziehen müssen. Wir „dürfen“ umziehen: in eine der drei Designer-Suiten! Doch zuerst Zmorge. Das Frühstück im Hotel Juliani's mundet. Es besteht aus einem klassischen englisch geprägten Teil mit Toast, Bohnen, Speck und Eierspeisen und einem maltesischen Teil mit krapfenähnlichen Gebäck, das mit Ricotta, Bohnen, Gemüse oder Früchten (z.B. Datteln) gefüllt ist. Jetzt sind wir für den Tag gewappnet. Noch rasch Zimmer wechseln. Da wir für unseren ersten Malta-Aufenthalt hier nur zwei Nächte gebucht haben, haben wir unsere Taschen rasch gepackt und beziehen umgehend die Suite im zweiten Stock (201). Ein wunderschön stylisch eingerichtetes Zimmer erwartet uns hier. Sehr schön; wir sind begeistert. Es wäre eine Option, den ganzen Tag im Hotel zu bleiben …

Hafen von Marsaxlokk

Trotzdem beschliessen wir, mit dem Bus nach Medina und Rabat zu fahren. Martin hat den Fahrplan studiert und gemäss diesen (Martin und Fahrplan) sollte der Bus kurz nach halb elf vorfahren. Tut er leicht verspätet auch, aber eben bereits voll besetzt, weshalb er ohne anzuhalten durchfährt. Was halt bei einem Stundentakt dann halt einfach ein wenig doof ist. Rasch hat Martin eine alternative Reiseroute ausfindig gemacht. Mit einer anderen Buslinie geht es bis zur Station „Pembroke Park+Ride“. Dort sollten wir eigentlich auf den Bus Nr. 202 umsteigen können. Doch ein solcher kommt seeehhhr lange nicht. Und als er dann endlich kommt, ist auch dieser voll besetzt und fährt durch. Die fast einstündige Warterei an der stark befahrenen Strasse zeigt Wirkung. Die feel good Stimmung sinkt etwas. Um diesen Trend zu brechen, entscheiden wir uns, den nächsten Bus nach La Valetta zu nehmen und von dort aus das Fischer-Städtchen Marsaxlokk anzusteuern.

Luzzu

Diese Reise-Variante lässt sich formidabel umsetzen, so dass wir gegen 13.00 Uhr dort eintreffen. Wir schlendern durchs Städtli und dem Fischerhafen entlang. Zu Land und zu Wasser hat es zahlreiche farbige Fischerbötchen, die alle beidseitig des Bugs mit je einem Auge versehen sind. Die Bedeutung der Augen ist, dass es die Fischer von gefährlichen Stellen fernhalten und stets auf sicheren Wasserwegen führen soll. An zahlreichen Ständen werden maltesische Spitzen-Decken, Nougat und Silberschmuck angeboten. Wir queren den Marktteil, lassen uns in einem Hafenbeizli nieder und geniessen das Ambiente.

Netze flicken

Noch auf dem Teller, bald schon im Magen

Martin gönnt sich aufs Neue ein Fischli. Getreu dem Motto „Nun wenden wir das Gelernte an“ ordert er einen ganzen Fisch und filetiert diesen wie er es am Vorabend im Restaurant gesehen hat. Ich geniesse eine Portion Bruschette und schnöisele von Martins Pommes Frites. Lecker. Mit einem nächsten Bus geht es zurück nach La Valetta und von dort anschliessend weiter nach St. Julians. Wir sind mitten in der Rush-Hour, so dass sich die Fahrt zieht.

Satay-Spiesschen

Zurück im Hotel geniessen wir das schöne Zimmer. Um 19.30 Uhr haben wir einen Tisch im Asian-Restaurant „The Zest“ (im gleichen Gebäude wie unser Hotel untergebracht) gebucht. Hier gibt's ein sehr leckeres Satay-Spiesschen, Sushi- und Curry-Essen. Ein gutes Glas Wein dazu, ja so lässt sich's leben. Zurück immer Zimmer verbringen wir den restlichen Abend mit Lesen und weitere Reisepläne schmieden.

P.S.

Immer wieder sehen wir Kirchen mit Doppelkirchtürmen, auf denen Zifferblätter angebracht sind. Meistens zeigen die zwei Uhren unterschiedliche Zeiten an. Der Grund dafür? Sehr oft ist eines der Zifferblätter nur aufgemalt also ohne Uhrwerk. Damit soll der Teufel verwirrt werden, so dass er nicht weiss, wieviel Uhr wirklich ist und er zu spät zur Messe kommt und somit die Gläubigen nicht ablenken kann.

 

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Dienstag, 11. April 2017: Im kleinsten Land der EU

Anflug auf Malta

Heute haben wir Wien verlassen. Gleich neben unserem Hotel liegt der Bahnhof Wien Mitte, welcher eine direkte Verbindung zum Flughafen anbietet. Der „City Airport Train CAT“ ist teurer als die normale S-Bahn, bringt einem aber in 16 Minuten vom Zentrum zum Flughafen. Der Flughafen ist recht weitläufig so das wir viele viele Schritte machen mussten bis wir bei der Sicherheitskontrolle waren. Diese Kontrolle verlief sehr speditiv. Der Air Malta-Flug nach Malta verliess Wien pünktlich uns nach rund 2 Stunden landeten wir auf der Insel südwestlich von Sizilien. Der Flughafen ist nicht sehr gross und der Bezug des Gepäcks sehr verlief schnell.

Spinola Bay

Nach dem Zoll stand tatsächlich eine Person mit einem Schild „Martin Zeller, 2 Pax“ und erwartete uns bereits. Somit scheint der bestellte Transfer geklappt zu haben. Boris, wie er sich uns vorstellte, brachte uns zum Hotel Juliani an der Spinola Bay. Was wie eine verträumte Bucht tönt ist in Wahrheit ein Stadtquartier von St Julians und das Hotel liegt an der Durchgangsstrasse mit sehr viel Verkehr. Beim einchecken wurde uns mitgeteilt dass wir ein Upgrade erhalten. Für eine Nacht erhalten wir eine Junior Suite! Aber für morgen ist dann wieder ein Standardzimmer angesagt. Da das Zimmer erst noch gereinigt werden musste erhielten wir während der Wartezeit einen Welcome Drink. Dieser Drink war ein Kinnie, die maltesische Antwort auf Coca-Cola… Das leicht bitter schmeckende Getränk erinnert einem an Chinotto-San Bitter. Es schmeckte lecker und wurde ab diesem Moment zu unserem Standard-Getränk (zumindest auf Malta). Wir freuten uns über diesen unerwarteten Upgrade und bezogen das Zimmer. Das Zimmer war tatsächlich sehr schön und auch recht gross mit Blick auf die Spinola Bay.

Fussgängerzone in Valletta

 

Nun galt es, die ersten Erkundungsschritte auf Malta zu machen. Die Strasse nach Valletta, welche am Meer entlang führt, ist der einzige vernünftige Weg. Links das Meer, rechts die stark befahrene Strasse. Nicht grad ein touristisches Highlight. Schon bald wechselten wir von per pedes auf den Bus, welcher uns nach Valletta brachte. Vor der Stadt befindet sich der grosse Busbahnhof, von wo aus es in alle Richtungen geht, bis in die Stadt sind es nur ein paar Schritte. Eine Fussgängerzone mitten durch die Altstadt, links und rechts Modegeschäfte und Cafés – wie eigentlich überall in Europa.

Die britische Vergangenheit...


Wir schauten der Wachablösung vor dem Regierungsgebäude zu und kehrten danach im Caffe Cordina, dem ältesten Café Vallettas ein, welches 1837 gegründet wurde. Hier assen wir ein Plättchen mit maltesischen Spezialitäten wie z.B. Bigilla, ein Bohnenmus, welches man mit Crackers essen kann und lecker schmeckte. Oder maltesische Würste, lokaler Käse oder Oliven und Tomaten. Auch das Brot (praktisch in jedem Restaurant bekommt man durchaus leckeres Brot) war sehr fein.

Maltesische Köstlichkeiten


Frisch gestärkt schlenderten wir noch ein bisschen durch die Altstadt und gingen zur Anlegestelle der Fähre nach Sliema. Anstelle der längeren Fahrt mit dem Bus durch die Quartiere konnten wir so mit der Fähre den Weg abkürzen und in Sliema den Bus nehmen, welcher uns nach Spinola brachte.

Auf der Überfahrt von Valletta nach Sliema

 

Das Nachtessen gabs in einem der vielen Lokale rund um die Spinola Bay, Lachs für die Frau, Wolfsbarsch, der am Tisch filettiert wurde, für den Mann.

 

Spinola Bay bei Nacht

 

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