Sonntag, 22. März 2026: Tschüss Balkan, tschüss Ferien!

Alles hat ein Ende – auch unsere Ferien. Der letzte Fixpunkt war der Besuch des Tesla-Museums in Belgrad. Dieses war vom Hotel aus fussläufig zu erreichen und ist natürlich nicht der Automarke Tesla gewidmet, sondern Nikolai Tesla, dem grossartigen Erfinder auf dem Gebiet der Elektrotechnik.

Die Personalie „Tesla“ ist ja recht spannend was die Herkunft angeht:

  • Am 10.7.1856 geboren
  • Geburtsort Smiljan
    Zur Zeit von Teslas Geburt war der Ort Teil des Kaisertums Österreich
    Heute liegt der Ort in Kroatien
    Tesla war ein Kind eines serbisch-orthodoxen Priesters

Ist Tesla nun Kroate (was mir bei einer Tesla-Ausstellung in Zagreb erklärt wurde)? Ist er Serbe (die Urne mit seiner Asche befindet sich im Museum)? Oder ist er etwa sogar Österreicher? Oder Amerikaner, weil er den grössten Teil seines Lebens in den USA verbrachte?

Egal. Tesla war für seine Zeit genial! Er hatte 280 Patente erhalten. Die Entwicklung des Zweiphasenwechselstroms hat in unserem heutigen Leben immer noch seine Bedeutung!

Der Andrang zum Tesla-Museum in Beograd ist gross...

Der Andrang beim Museum war gross, aber Roli hat auch hier schon vorgesorgt, damit wir „skip the line“ machen konnten und die verschiedenen Demos im Museum aus nächster Nähe sahen.

Das Museum ist so gestaltet, dass man stundenlang drin verweilen kann. Natürlich nicht, schliesslich mussten wir schon bald zum Flughafen. Auch dieses Mal hatten Bettina und ich den schwarzen Mercedes AMG mit getönten Scheiben.

Die Swiss brachte uns zurück nach Zürich. Ja, die Ferien sind zu Ende…

Samstag, 21. März 2026: Primea ist eröffnet!

Heute fand das Highlight des Belgrad-Besuchs statt: Wir durften der Eröffnung der Primea Poliklinika beiwohnen. Mehrere Monate wurde geplant und gebaut – heute war die Eröffnung einer Klinik, welche die medizinische Situation in Belgrad verbessern soll. Mit 17 Untersuchungszimmern, mit neuem Personal – und einer Praxis, die ganz toll geworden ist!

Die Primea Poliklinika ist eröffnet!

Nach der Eröffnung wurden die Besucher auf eine „Yugo Tour“ mitgenommen.

Der Yugo ist ein Kleinstwagen des ehemals jugoslawischen und später serbischen Automobilherstellers Zastava. Er wurde unter verschiedenen Bezeichnungen von 1981 bis 2008 produziert. Als einziges Auto aus einem europäischen sozialistischen Staat wurde er einige Jahre auch erfolgreich in die USA exportiert.

Zastava Yugo

Heute werden mit diesen Autos Stadtrundfahrten angeboten. Nebst dem Fahrer hat es Platz für 2-3 Gäste. Die Fahrt in einem solchen Auto ist ein Flashback in die 80er Jahre:

Back to the 80ies...

So haben die Autos früher ausgesehen…

Wir teilten die Gruppe auf zwei Touren auf: Die „Belgrade Beginners Tour“ und die „Rise and Fall of Yugoslawia-Tour“. Wir haben die zweiten Tour gemacht. Als erstes brachte uns die Fahrt im Konvoi von ca 5 Autos nach Neu-Belgrad zum Genex Tower. Dieser ist Beispiel für die damalige schnelle Bauweise mit Beton, dem Brutalismus (von beton brut).

Genex-Tower

Der nächste Halt war die Behörde für öffentliche Sicherheit, welche einen speziellen Grundriss aufweist, welcher erst auf der Google-Karte ersichtlich ist:

Behörde für öffentliche Sicherheit

Der letzte Besichtigungspunkt war das ehemalige Konzentrationslager, welches sich mitten in Belgrad befand. Noch heute findet sich hier ein Turm, welcher Die „Centralna kula na Starom sajmištu“ heisst (Zentralturm des Alten Messegeländes). Das markante Bauwerk ist Teil des ehemaligen Messegeländes, das während des Zweiten Weltkriegs als Konzentrationslager Semlin genutzt wurde. Heute ist es eine Gedenkstätte.

Centralna kula na Starom sajmištu - Zentralturm des Alten Messegeländes

Die ganze Yugo-Tour war äusserst informativ. Der junge Guide Luka wurde 1995 geboren, also mitten im Balkankrieg. Er erzählte die Geschichte von damals, ohne anklagend zu sein. Wir haben viel über Land und Leute von 1900 bis heute erfahren und können die Tour empfehlen.

Das Nachtessen fand ausserhalb Belgrads in Erdevik statt. Wir wurden mit einem Reisecar abgeholt und fuhren rund eine Stunde ins Weingebiet dieses Weines, der mittlerweile unser serbischer Lieblingswein geworden ist.

Zuerst konnten wir das Weingut mit den Weinkellern besichtigen, danach ging es kulinarisch zur Sache.

Weingut Erdevik
Weingut Erdevik

Die ganze Gesellschaft der Primea-Eröffnungsfeierlichkeiten belegte das Weingut. Als Tischdekoration fanden wir einen Gruss aus der Schweiz vor:

Gruss aus der Schweiz

Der ganze Eröffnungstag war toll und hat Spass gemacht! Vielen Dank, Roli!

Freitag, 20. März 2026: Tito lebt!

Jelena holte uns beim Hotel ab und wir fuhren mit dem Taxi aus Belgrad hinaus. Das Ziel war ein Bahndepot bei einem kleinen Bahnhof. Darin versteckt ist ein Überbleibsel aus der sozialistischen Vergangenheit Jugoslawiens: Der Blaue Zug (Plavi voz) von Jugoslawiens Langzeitpräsidenten Josip Broz Tito!

Der Zug hat(te?) 21 Wagen und bot Platz für 200 Leute. Mit diesem Zug fuhr Tito durchs Land und besuchte sein Volk. Auch Staatsgäste wie Queen Elisabeth II, Gama Abdel Nasser, der Schah von Persien, Haile Selassie, Muammar al-Gaddafi, Nicolae Ceausescu etc hatten die Ehre, in diesem Zug herumchauffiert zu werden!

Titos Zug ausserhalb von Belgrad

Der Zug bot jeglichen Komfort. Nebst luxuriösen Schlafzimmern mit eigener Badewanne (für Gäste und für Herr und Frau Tito), hatte es einen Konferenzsaal, ein Kino, einen Speisewagen. Alles technisch der letzte Schrei – von damals.

Seine letzte Fahrt hatte Tito nach seinem Tod, als sein Sarg von Ljubljana nach Belgrad überführt wurde.

Einzelne Wagen werden heute noch benützt, so z.B. im Sommer im Schnellzug Beograd – Bar.

Nach diesem historischen Highlight fuhren wir wieder mit dem Taxi zurück ins Zentrum und gingen im Kafana SFRJ, einem typisch serbischen Restaurant, essen. Auch hier kam man nicht um Tito herum. Es hing auch eine Karte des alten Jugoslawiens und weitere Erinnerungsstücke von früher.

Serbisches MIttagessen

Das Mittagessen war deftig, ich hatte in Kohl eingewickeltes Fleisch auf Kartoffelstock. Lecker!

Der Nachmittag war „zur freien Verfügung“ und wir schlenderten durch die Stadt.

Später trafen wir auf die Gruppe, die heute aus Zürich angereist ist. Am Abend gingen ins Le Fer essen. Speziell an diesem Lokal ist, dass dieses auf einem Ponton und auf der Save vertäut ist.

Le Fer - Restaurant auf der Save

Donnerstag, 19. März 2026: Ab auf den Balkan!

Wir wussten, dass die Nacht kurz sein würde. Drum haben wir ganz schnell geschlafen…

Um 7:00 Uhr holte uns das Taxi ab (die Strassenbahnen streiken immer noch…) und brachte und zum Kölner Hauptbahnhof. Ein letzter Blick auf den Dom und schon fuhren wir los.

Blick auf den Kölner Dom

Von hier aus ging’s mit dem ICE zum Flughafen Frankfurt. Die Fahrt über die Schnellfahrlinie mit 260 Sachen dauerte nicht mal eine Stunde.

Aussteigen in Frankfurt (Main) Flughafen Fernbahnhof

Nun begann der Fussmarsch zum Lufthansa-Schalter. Der Flughafen Frankfurt ist einer der grössten Flughäfen Europas und das hat man gesehen. Schlussendlich waren wir rechtzeitig am Schalter und konnten unser Gepäck aufgeben. Nun noch zur Sicherheitskontrolle und schon sind wir am Gate.

Das Flugzeug nach Belgrad hob mit ein wenig Verspätung ab. Der Flug führte uns über München, Graz und den Plattensee in die Hauptstadt Serbiens. Der Bezug unseres Gepäcks dauerte ein Wenig, die Einreise war smooth: Mit dem Pass kannst du die Einrichtung für die elektronische Einreise benützen, was wirklich zackig ging. ABER: Am Ausgang wartet ein Zöllner, und der macht einen Stempel in den Pass… Der ganze Prozess ist also digital, aber der Stempel muss sein!

Wir gehen durch den Zoll aus dem gesicherten Bereich heraus und sehen schon unseren Fahrer mit dem Schild „Martin Zeller“. Er bringt uns mit einem schwarzen AMG-Mercedes mit getönten Scheiben ins Hotel im Zentrum Belgrads. Und wenn es auf der Autobahn ein bisschen staut, fährt er über den Pannenstreifen… Da fühlt man sich im abgedunkelten Fond des Autos mindestens wie ein C-Promi!

Wir steigen beim Hotel Moxy aus und beziehen unser Zimmer in der 7. Etage. Wir können nicht lange im Hotel verweilen, denn ich habe schon einen ersten Fixpunkt: 17:00 Uhr Termin beim Stamm-Coiffeur von Roli. Nestor ist ein ausgewanderter Kubaner, der in Serbien Fuss gefasst hat. Warum Serbien? Weil dies eines der wenigen Länder ist, wo Kubaner visumfrei einreisen können. Und die Situation in Kuba konnte Nestor seiner Familie nicht mehr zumuten…

Nach diesem Fresh-up mit warmen und kalten Tüchern spazierten wir durch die Fussgängerzone und gingen anschliessend zurück zum Hotel. Roli führte uns zu Frans Restaurant, wo wir prima speisten. Übrigens: In Serbien ist das Rauchen in Restaurants nicht mehr erlaubt. Aber es halten sich die wenigsten daran. Zum Glück sassen wir im Nichtraucherbereich…

Mittwoch, 18. März 2026: Aachen heisst auf Französisch…?


Heute werden wir einen längeren Tag vor uns haben. Wir frühstücken in einer Bäckerei und gehen dann an den Hauptbahnhof Köln, wo Bettina in einem Mail liest, dass das Buch, dass sie gestern bestellt hat, bei der Thalia Buchhandlung in Köln eingetroffen ist. Da wir sonst keine Möglichkeit haben dieses Buch noch zu beziehen, verschieben wir unsere Fahrt nach Aachen und Bettina geht zu Thalia um das Buch abzuholen. Gegen Mittag fahren wir nach Aachen, wo wir gegen 13:00 Uhr eintreffen und beim Café Didier (einem französischen Café) zu Kaffee und Kuchen einkehren.

Frühling in Aachen

Aachen ist kein Vergleich zu Köln! Aachen ist nämlich hübsch. Natürlich hat er auch schlimme Ecken, aber im Grundsatz ist es Zentrum recht gut beieinander und hübsch anzusehen. Das Zentrum für Sehenswürdigkeiten ist natürlich der Dom, den wir auch besuchen. Die Pracht in diesem Gebäude ist toll: an der Decke und an den Wänden finden sich überall Mosaike mit religiösen Darstellungen. Wirklich eine Augenweide! Und Aachen tönt auf Französisch mit Aix-la-Chapelle richtig hübsch.

Der Dom von Aachen
Im Innern des Aachener Doms

Der nächste Stop in Aachen ist bei „Hünerbein“! Hünerbein ist der Magnet für Modelleisenbahner. Der Laden lässt jedes Modelleisenbahn-Herz höher schlagen. Die Auswahl, die Hünerbein anbietet übertrifft alles bisher bekannte. Der Besuch war toll, gekauft haben wir lediglich ein paar hübsche Modellfiguren, die wir bei anderer Gelegenheit verwenden werden.

Etwas aus dem Angebot von Hünerbein

Wir spazieren noch ein bisschen durch Aachen, besuchen den Elisenbrunnen und gehen noch etwas kleines essen, bevor es dann zu Fuss zur Eurogress geht.

Elisenbrunnen in Aachen
Hübsches Aachen

Eurogress ist eine Veranstaltungshalle ausserhalb des Zentrums von Aachen, und hier werden wir heute Abend die Vorstellung von Arnd Zeigler besuchen. Er ist Moderator der sonntäglichen Fernsehsendung „Zeiglers wunderbare Welt des Fussballs“ und nebst seiner 35-minütigen Sendung macht er auch eine Bühnenshow. Das Programm heisst „Immer Glück ist Können“.

Immer Glück ist Können!

Die Halle fasst 1400 Zuschauende und es nahezu ausverkauft. Sein Programm besteht aus Anekdoten und Filmeinspielern. Das Publikum ist eher in unserem Alter oder leicht jünger. Dies ist wichtig, denn Jüngere würden die Anekdoten über Eric Cantona wohl nicht verstehen… Viele Zuschauende haben auch Fussball-Leibchen angezogen, primär solche des lokalen Vereins Alemannia Aachen. Auch Jupp Martinelli war im Publikum. Der 90-jährige ist eine lokale Fussball-Legende und hat 17 Jahre für Alemannia Aachen gespielt. Ziegler sucht nicht das Licht der Champions League, er konzentriert sich auf Geschichten aus der Bundesliga von heute von gestern, aber auch von vergessenen Spielern. Alles in allem ein cooler Abend der tatsächlich drei (!) Stunden gedauert hat, so erwischen wir knapp die letzte Zugverbindung nach Köln. Weit nach Mitternacht bringt uns ein Uber vom Bahnhof zum Hotel und wir bereiten uns auf eine kurze Nacht vor.

Dienstag, 17. März 2026: Dienstag ist Streiktag (Mittwoch auch, Donnerstag auch)

Es fällt schon auf, wenn in ganz Köln keine Strassenbahn fährt. Natürlich schauen wir immer links und rechts, bevor über die Schienen gehen. Aber es wäre wirklich nicht nötig, das zu machen, es fährt nichts! Nur vereinzelt ein Bus. Wir schlendern durch die Stadt. Bei Thalia bestellt sich Bettina ein Buch von Christian Westerwelle, dessen Grab wir am Sonntag auf dem Melaten-Friedhof gesehen haben. Und kurz nach dem Mittagessen gehen wir zum Hauptbahnhof Köln.

Die Fahrt nach Köln Mülheim ist nur kurz. Von hier aus haben wir noch etwa 20 Minuten zum heutigen Tagesziel zu marschieren.

Wir gehen durch ein Quartier mit vielen Geschäften und fühlen uns nach Istanbul versetzt. Es ist hier wirklich sehr türkisch, deutsch hört man nicht. Die Menschen sind bekleidet, wie sich Menschen aus Anatolien kleiden. Die Auswahl in den Geschäften ist auch sehr orientalisch geprägt, speziell ins Auge stechen und die verschiedenen Süssigkeiten wie z.B. Baklava. Unser Ziel ist aber nicht den Besuch von Klein-Istanbul, nein wir haben Karten für die Aufzeichnung der Sendung TVtotal. Sie wird jeweils am Nachmittag aufgezeichnet und am Abend gesendet. Um 15:00 Uhr sind wir beim Studio, checken ein und erhalten unsere Plätze.

Eintrittskarte zu TVtotal

Wir betreten das Studio, sitzen auf unsere Plätze und werden als Erstes eingeführt in „richtig applaudieren“. Dies wird einem von einem Mitarbeitenden der Produktionsfirma beigebracht. Ebenso erfahren wir, wo wir gröhlen müssen und werden daran erinnert, dass RTL II kein Fernsehen ist und die beste Dating-Show der Welt „First Dates“ heisst. Somit sind die Zuschauenden bereit, der Sendung ihren bekannten Rahmen zu geben. Dann ist der grosse Moment da: die Sendung beginnt! Sebastian Pufpaff, der Moderator, betritt die Bühne, die Announcerin erzählt was über den Ablauf der Sendung, die Band spielt – alles wie aus dem Fernsehen bekannt. Unsere Plätze sind ganz am linken Rand der Bühne und wir erscheinen nicht im TV. Die Sendung bietet eigentlich keine Überraschungen, alles wie gehabt: live-Beiträge, Filme einspielen, und Klinke Supreme spielt tolle Musik. Nur dürfen wir feststellen, dass wir zu Hause am TV die bessere Sicht haben als hier im Studio – wo wir fürs dabei sein, noch zusätzlich bezahlen…

Circa 18:00 Uhr ist die Aufzeichnung beendet und wir spazieren wieder durch Little Istanbul nach Köln-Mülheim und fahren ins Zentrum. Hier essen wir bei den 12 Aposteln was Leckeres und sogar der Kellner wurde freundlich, nachdem wir beim Bezahlen zu Trinkgeld genötigt wurden. Wir gehen ins Hotel und schliessen diesen Tag ohne Strassenbahn ab.

Wo sind wir?

Montag, 16. März 2026: Hans Riegel aus Bonn hat Haribo erfunden

Wir steigen in die Strassenbahn und fahren über Land nach Bonn. Die Fahrt dauert 50 Minuten und schon treffen wir in der ehemaligen Bundeshauptstadt ein. Der Hauptbahnhof ist sehr zentral gelegen, so dass wir nur ein paar Schritte brauchen, um ins Zentrum zu kommen. Hier gibt es nun das Frühstück.

Das Zentrum von Bonn ist wirklich sehr hübsch. Die historische Bausubstanz wurde schön aufgefrischt und die Altstadt lädt ein zum Schlendern und zum Geniessen ein.

Bonn ist die Beethoven-Stadt
Thalia-Buchhandlung Bonn im alten Theater
Das Alte Rathaus von Bonn

Und zu einem Besuch im Laden von Haribo!

Diese Süssigkeiten kommen ursprünglich aus diesem Ort und ihr Erfinder, Hans Riegel aus Bonn hat Haribo diesen Namen gegeben.
Der Fabrikladen ist einerseits ein Laden, in welchem die Geschichte der Firma erzählt wird, andererseits natürlich auch ein Geschäft, um die Ware zu verkaufen. Das Spezielle hier ist, dass man auch Süsswaren kaufen kann, welche nur in anderen Ländern angeboten werden, zum Beispiel Almdudler Gummibären, die es eigentlich nur in Österreich gibt. Aber: diese werden nur in der Wintersaison hergestellt… Somit kaufen wir das Standard Produkt: Gummibären! Aber natürlich nur die roten mit Himbeergeschmack… Zusätzlich kaufen wir auch eine Tüte mit Pfefferminzbonbons, welche nur im französischen Markt angeboten werden.

Mit verschiedenen Süssigkeiten bepackt lassen wir den Laden hinter uns und gehen wieder zum Bahnhof. Hier nehmen wir die Strassenbahn und fahren nach Königswinter. Dieser Ort am Rhein hat eine glorreiche Vergangenheit und war bekannt als Kurort. Auch heute hat es noch teilweise hübsche Häuser im Stadtbild.
Wir gehen durch den Ort bis zur Talstation der Drachenfelsbahn. Diese Bahn ist die erste Zahnradbahn Deutschlands und sie soll uns nun auf den Drachenfels bringen. Die Bahn wird mit fünf Triebwagen aus dem fünfziger Jahren betrieben. Die Zahnradbahn bringt uns relativ unspektakulär innerhalb 7 Minuten auf den „Gipfel“.

Triebwagen 5 der Drachenfelsbahn

Hier oben hat es ein Restaurant und natürlich eine grossartige Aussicht auf das Gebiet mit dem Rhein. Wir geniessen die Aussicht und lassen es uns nicht nehmen, im Restaurant ein Café zu geniessen.

Ausblick vom Drachenfels

Die Talfahrt mit der Bahn ist ähnlich unspektakulär wie die Bergfahrt, unten angelangt gehen wir weiter zum Hauptbahnhof von Königswinter und fahren mit der S-Bahn nach Bonn-Beuel, von wo es wieder mit der Strassenbahn ins Zentrum von Bonn geht.

Hier ist noch Shopping angesagt, unter Anderem kriegte ich zum Geburtstag eine neue Kleiderausstattung geschenkt 🙂 DANKE BETTINA!

Shoppen macht bekanntlich hungrig, weshalb wir im Restaurant Salvator in Bonn was leckeres zum z’Nacht gegessen haben. Es war schon dunkel, als wir mit dem Zug zurück nach Köln fuhren und dort direkt zum Hotel gingen. Hier machten wir noch einen Abstecher in die Rooftopbar des Hotels, welches eine tolle Aussicht auf Köln bot.

Ausblick auf Köln vom Hotel Wasserturm aus
Ausblick vom Hotel Wasserturm Köln auf die Lanxess-Arena

Sonntag, 15. März 2026: Führung auf dem Friedhof.

Man schläft gut in einem Wasserturm.

Das Frühstück haben wir heute vom Hilton Buffet im Erdgeschoss genossen und es war lecker. Gut gestärkt machen wir uns auf dem Weg, gehen Richtung Rhein, in die Altstadt von Köln. wir spazieren ein wenig in der Stadt rum und stellen fest: Köln ist wirklich nicht sehr hübsch! Der Dom ist eindrücklich, klar, aber bei den restlichen Häusern sieht man schon, dass nach dem Krieg nicht mehr viel von Köln übrig blieb und somit fehlt auch die historische Substanz.

Der Kölner Dom

Wir geniessen unseren Stadtbummel und machen uns auf in Richtung Melaten-Friedhof, welcher sich westlich des Zentrums befindet. Hier haben wir heute Nachmittag eine Führung gebucht. Eine Führung auf einem Friedhof? Ja, denn offenbar ist dieser Friedhof wirklich etwas spezielles.

Wir sind ein bisschen zu früh am Treffpunkt und können schon einen ersten Rundgang vornehmen. Es fällt auf, dass sich auf den Bäumen des Friedhofs Papageien (Halsbandsittiche) niedergelassen haben! Und sie machen einen Heidenlärm! Es erinnert ein wenig an unsere Ferien in Australien. Offenbar ist vor Jahren ein Papageien-Pärchen entwischt und hat eine Kolonie gegründet. Aus dieser Kolonie sind ganze Schwärme entstanden, welche nun in Deutschland heimisch geworden sind. Auch an mehreren anderen Orten in Deutschland hat es mittlerweile Papageien-Kolonien.

Halsbandsittiche auf dem Melaten-Friedhof

Die „Sendung mit der Maus“ weiss, wie die Papageien in Köln überleben:

Die Führung über den Friedhof dauert zwei Stunden und zeigt uns spezielle Gräber, die sich einerseits durch ihre Bauweise auszeichnen, aber auch durch ihre „Bewohner“. So sehen wir zum Beispiel das Grab der Gründerin von „Klosterfrau Melissengeist“ – ein schlichtes Grab einer Nonne, mit einem Zaun ums Grab, dem Design der Etikette der Flasche „Klosterfrau Melissengeist“ nachempfunden. Sie hat die Tinktur erfunden. Der Mann, der die Marke gross gemacht hat sein Grab ebenfalls auf dem gleichen Friedhof. Es ist etwa fünfmal grösser und pompös…

Grab von Maria Clementine, der Erfinderin von "Klosterfrau Melissengeist"

Guido Westerwelle, der deutsche Politiker, ist auch hier begraben. Ebenso Christoph Daum, der Fussballtrainer. Sein Grab ist mit Fussball-Schals der Vereine, bei denen er Trainer war, geschmückt.

Grab von Christoph Daum auf dem Melaten-Friedhof

Dirk Bach ist auch hier begraben, zusammen mit seinem ein paar Jahre später verstorbener Partner. Auf dem Grab befindet sich die Auszeichnung des deutschen Comedypreises, welcher Sonja Zietlow, seine Partnerin bei „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ gewonnen hat.

Grab von Dirk Bach auf dem Melaten-Friedhof

Wir sehen auch Gräber von Kölner Lokalhelden, primär aus dem Bereich des Karnevals. Die Führung war spannend. Es ist ein schöner Friedhof in einem schönen Park – und der Besuch hat sich gelohnt. Übrigens hat es nicht nur Gräber von Prominenten. Es hat auch Gräber von „gewöhnlich Sterblichen“. Nach dem Friedhofsbesuch essen wir lecker italienisch im Quartier und fahren dann mit der Strassenbahn wieder zurück in unseren Wasserturm.

Samstag, 14. März 2026: die Deutsche Bahn enttäuscht. Nicht!

Heute machten wir uns auf die Reise Richtung Norden. Köln ist unser Ziel. Als erste Etappe fahren wir von Bern nach Basel. Wir haben genügend Reserve, so dass wir in Basel noch einen Moment für Einkäufe haben. Der Zug nach Hamburg, den wir bis Köln nehmen werden, fährt pünktlich ab Basel. Schon in Freiburg hat der Zug aber 10 Minuten Verspätung „Grund dafür ist eine Umleitung des Zuges“.

Nordwärts

Doch die ganze Verspätung wird bis Köln Messe/Deutz aufgeholt. Im Gegenteil, wir kommen sogar 3 Minuten zu früh an. Hier geht’s nun weiter mit der Strassenbahn bis zur Poststrasse, wo wir unser Zimmer im Hotel im Wasserturm beziehen. Das Hotel ist tatsächlich eine ehemaliger Wasserturm. Vor dem Krieg 43 m hoch, nach dem Krieg 35 m. Danach lange leer gestanden und nun ein Hotel. Das Zimmer ist geräumig, im 8. Stock gelegen und hat eine gute Aussicht.

Ein ehemaliger Wasserturm ist unser Hotel

Wir räumen unsere Sachen ein und machen uns auf den Weg in Richtung Restaurant Reef and Beef, wo wir für heute Abend reserviert haben. Das Restaurant ist ein bisschen südlich vom Zentrum gelegen und wir erreichen es mit Tram und dann zu Fuss. Das Menü ist fisch- und fleischlastig. Es hat viele Besucher aus dem arabischen Raum. Kein Wunder, wird doch das Restaurant durch eine arabischstämmige Firma geführt, die mehrere Restaurants in Köln und Umgebung betreibt. Das Essen war sehr lecker und wir haben es genossen.

Im Reef and Beef

Die Rückfahrt machten wir anschliessend mit dem Bus Richtung Hotel. Im Bus erfuhren wir eine Information, welche uns die nächsten Tage beschäftigen wird: Die Kölner Verkehrsbetriebe haben für Dienstag einen Streik angekündigt! Gut zu wissen. Gut haben wir es jetzt auf diesem Weg erfahren, denn spontan hätten wir das nicht im Internet gesucht. Aber heute hat uns der Bus noch nach Hause gebracht.

Samstag, 6. Dezember 2025: Hallo Bern

Der letzte Tag ist schnell erzählt: Rund 20 Minuten zu früh landen wir in Milano Malpensa. Wie beim Abflug hat das Flugzeug einen Standort auf dem Feld gekriegt, sodass wir gleich beim Aussteigen die Dezembertemperaturen zu spüren bekommen.

Ankunft in Milano Malpensa

Das Gepäck ist rasch bezogen und wir finden den Abfahrtsort unseres Busses nach Domodossola rasch. Meine ursprüngliche Befürchtung war, dass wir (nach normalem Flugplan) mit 50 Minuten Umsteigezeit zu knapp dran sind. Dies war überhaupt nicht der Fall, sodass wir an einer Flughafenbar noch einen (original italienischen) Cappuccino geniessen konnten.
Unser Comazzi-Bus war schon früher als vorgesehen bereit. Heute kamen keine Kunden mit dem Frühbus aus Domo nach Malpensa – und für die Rückreise waren nur wir beide vorgesehen. Wir hatten also einen Privattransfer 🙂

Weiter mit dem Bus von Comazzi nach Domodossola

Die Fahrerin war sehr gesprächig und flott unterwegs. Der Tag ist bei spektakulärem Wetter währen der Fahr erwacht und wir konnten einen tollen Sonnenaufgang von der Autobahn aus bewundern.

Perfektes Wetter für die Ankunft
Sonnenaufgang: Die Hügel der Region sind in ein wunderbares Licht getaucht

Wir waren rund eine halbe Stunde zu früh am Bahnhof Domodossola angekommen, sodass wir noch Zeit für einen Bummel über den (noch leeren) Markt hatten.

Die Rückreise mit dem Zug bis Bern verlief smooth und wir kamen pünktlich an.

Bern hat uns wieder und wir schwelgen ab sofort in Erinnerungen über tolle Wochen in Australien.

Freitag, 5. Dezember 2025: Alles hat ein Ende…

Nun ist er da – der letzte Tag unserer Australien-Ferien. Natürlich mit Wehmut verbunden. , weil wir wirklich eine gute Zeit hatten.

Wir geniessen unser letzten Frühstück mit Jenny und Jürg. Eierspeisen as usual – aber natürlich lecker! Dann kommt der Moment des Abschieds. Jenny und Jürg gehen nun nach Cairns und werden am Great Barriere Riff schnorcheln. Dann gibt’s noch ein paar Tage in Melbourne und Jürg kehrt wieder nach Hause zurück. Jenny wird nach ihren freien Tagen wieder arbeiten. Aber sie wird um Juni zur Hochzeit ihrer Schwester wieder in die Schweiz kommen.

Nach dem Abschied checken wir aus und deponieren unser Gepäck im Hotel. Dann gehen wir nach Chinatown und nehmen dort das Tram bis Circular Quay. Schon 6 Minuten später fährt die Fähre nach Kirribilli. Dieses Quartier Sydneys befindet sich gegenüber der Oper – es ist einfach ein bisschen Wasser dazwischen 🙂 Nach Ankunft in Kirribilli machten wir ein paar Schritte und waren schon gegenüber der Oper. Von hier aus hat man einen speziellen Blick auf das architektonische Meisterwerk: zwischen den Häusern hindurch übers Wasser, auf die „andere Seite“ der Oper.

Die Oper von Sydney aus spezieller Perspektive

Wir genossen diesen Moment und gingen anschliessend wieder den gleichen Weg zurück – Fähre, Tram. Im Hotel hatten wir rund dreiviertel Stunden Wartezeit, dann kam uns Chauffeur Khan mit seinem KIA abholen und brachte uns zum Flughafen. Das Check-in und die Sicherheitskontrolle verliefen problemlos, das Duty Free- und Shoppingangebot am Flughafen war üppig, sodass am Ende fast keine Zeit mehr für die Lounge blieb.

Einmal kommt der Abschied

Mit 45 Minuten Verspätung hob unser Dreamliner Boeing 787-9 ab. Die Frage bleibt, warum man Flugzeuge baut, die Sitze haben, auf welchen man rückwärts sitzt und die kein Fenster haben…

Erste Etappe

Nun sind die Ferien endgültig Geschichte. In 13 Stunden 49 werden wir in Abu Dhabi zwischenlanden und fliegen von dort nach Milano.

Ausblicke während des Flugs

Donnerstag, 4. Dezember 2025: Nochmals Sydney geniessen.

Wir starteten um 9:00 Uhr in den Tag. Er startete mit einem Spaziergang durch Chinatown (mit Stopp beim Barbier, der keine Rasierklinge hatte…) und anschliessendem Weg durchs Zentrum von Sydney, dem sog. CBD (City Business District). Plötzlich standen wir vor dem Sydney Tower. Eigentlich war es kein Thema, diesen Turm zu besuchen. Aber wir hatten Zeit und fanden es eine gute Idee, Sydney aus der Höhe zu betrachten. Der Turm ist 309 m hoch und steht auf einem 16-stöckigen Gebäude. Wir haben die Information erhalten, dass man nicht unbedingt aufs Besucherdeck auf der 5. Plattform gehen muss, um die Aussicht zu geniessen – man kann auch nur in die Bar auf der 4. Plattform 🙂
Diese verlangte eine Mindestkosumation von AUD 30/Person. Unsere Drinks und ein paar Häppchen kosteten AUD 124 – fast eine Punktlandung! Die Aussicht selber ist sosolala, der Turm wurde 1981 in Betrieb genommen und steht mittlerweile inmitten von Häusern, die teilweise höher sind als der Turm. Aber über alles gesehen ein lohnenswerter Besuch.

Sydney Tower
Blick vom Sydney Tower
Drink in grosser Höhe - mit Aussicht!

Weihnachten in kurzen Hosen wirkt irgendwie speziell. Und wen wir dann noch den Weihnachtsmarkt bei 30 Grad besuchen, setzt das dem Ganzen nochmals eine Schippe drauf. Primär sind auf dem „Stärnemärit Sydney Edition“ Ess-Stände anzutreffen, französische Crêpes, türkische Götzpe, schwedische Bonbons – quasi was das Herz begehrt. Einzelne Stände haben auch Kunsthandwerk im Angebot.

Der "offizielle" Weihnachtsbaum in Sydney
I believe in Santa!
Weihnachtsmarkt in Sydney

Nach Turm und Weihnachtsmarkt machten wir einen Abstecher zum Darling Harbour. Hier nahmen wir die Fähre nach Circular Quay und machten einen Rundgang in der „Altstadt“ von Sydney, The Rock. Wir genossen die Atmosphäre und machten was gegen den aufkommenden Hunger.

Unser heutige Fixpunkt war um 18:05 Uhr: Bridgeclimb! Wir haben tatsächlich eine Tour gebucht um die Bogen der Harbour Bridge zu besteigen. Crazy!

Sydney Harbour Bridge

Was speziell tönt, ist eine sehr bekannte Touristenattraktion in Sydney. Das Ganze ist sehr professionell aufgezogen und die Sicherheit ist mehr als gewährleistet. Vor dem Bridgeclimb muss man sogar noch einen Atemlufttest machen damit sichergestellt ist, dass alle schön nüchtern auf die Brücke gehen. Und unser Drink aus dem Sydney Tower ist offenbar schon verraucht.

In einer 10er-Gruppe, alle in einem identischen blau-grauen Kombi mit „Gstältli“ gehen wir los. Zuerst auf einem Steg unterhalb der Fahrbahn – aber schon bald geht es in die Höhe. Wir sind an Stahlseilen gesichert und mit Headsets mit unserer Guide verbunden, welche uns alles Wissenswerte über die Brücke erzählt.

  • 9 Jahre Bauzeit
  • am 19.3.1932 eröffnet
  • der Bogen ist 134 m hoch
  • die Fahrbahn hat 6 Spuren für Autos und 2 Gleise für Züge
  • die Durchfahrhöhe für Schiffe beträgt 54 m

Weitere Infos zum Bau wurden auch erzählt, aber es würde zu weit führen, hier alles wiederzugeben. Gute Informationen über die Brücke gibt es in diesem Wiki-Artikel.

Der Ablauf dieser Tour zeigt dieses Werbevideo:

Während des Marschs über die Brücke hat unsere Guide immer wieder Fotos gemacht. 72 Stück kamen von unserer Gruppe zusammen und zeigen uns und Sydney aus einer ungewohnten Perspektive.

Sydney Opera
Skyline von Sydney von der Harbour Bridge aus gesehen

Da wir die Tour um 18:05 Uhr gewählt hatten, konnten wir sowohl vom Tageslicht, vom Sonnenuntergang und von der Nacht den Blick von der Brücke geniessen.

Die ganze Tour dauerte 3 Stunden und um 21:00 Uhr waren wir wieder zurück. Mit Glück konnten wir noch einen Platz in einem Restaurant ergattern und assen unser gemeinsames Abschlussdinner.

Ein Uber brachte uns anschliessend zum Hotel.

Ein wirklich mit tollen Erlebnissen gefüllter Sydney-Tag hat ihren Abschluss gefunden.

Mittwoch, 3. Dezember 2025: First Adelaide and then heading back to Sydney

Heute Morgen ist alles ein wenig “public». Zuerst gehen wir im Public Café frühstücken bevor wir uns zur Public State Library begehen. Aber alles der Reihe nach:

Das leckere Frühstück mit mega gutem Kaffee liefert uns die Basis für einen langen Tag.

Frühstück im Public

Fit und voller Elan machen wir uns danach auf den Weg zur Markthalle von Adelaide, wo bereits ein emsiges Treiben herrscht. Die Auslagen sind sehr schön und reichhaltig gestaltet, dies vor allem bei den Früchten und dem Gemüse. Es gibt aber auch Fleisch (sogar einen Schweinskopf könnte man kaufen) und Fisch, Käse, Brot und Gebäck, Kaffee und Tee, Nüsse, Gewürze, Blumen etc. Zum Glück sind wir noch so satt vom Frühstück, sonst hätten wir uns wohl nicht vor spontanen Einkäufen zurückhalten können.

Die Früchte sind toll präsentiert

Mit dem Tram geht’s anschliessend vom Victoria Square weiter zum Bahnhof, den wir uns kurz anschauen und in dem ein Schulchor einen Christmas Carols Auftritt hat. Habe ich schon gesagt, dass bei uns langsam Weihnachtsstimmung aufkommt?

Weihnachtslieder - es ist Saison!

Vom Bahnhof aus geht’s zu Fuss – wie bereits angetönt – weiter zur State Library, die jetzt wieder geöffnet hat, so dass wir uns die Mortlock Hall inkl. Weihnachtsbaum und kleiner Weihnachtsausstellung anschauen können.

Public Library in Adelaide

Draussen haben wir mittlerweile gut 24 Grad. Das ist Weihnachten-im-Sommer-Feeling pur. Fussläufig in der Nähe der State Library befindet sich das Immigrations-Museum, das die Besiedlungs-Geschichte Australiens von
den ersten Siedlern und Sträflingskolonien bis heute beleuchtet. Dies auf eine kurzweilige und umfassende Art und Weise. Denn in der Ausstellung werden auch Themen wie die Zwangs-Entziehung von Aborigines-Kindern von ihren Eltern und die «Australien-Verfrachtung» englischer (Waisen)-Kinder aus der armen Heimat aufgegriffen. Persönliche Schicksale (körperliche Gewalt, Angst und Hoffnung aber auch unwürdige sklavenähnliche Zustände) werden eindrücklich aber nie reisserisch dargestellt. Die Ausstellung bewegt.

Courage - Pride - Dreams - Achievements

Funfact: Jüre spricht, wenn er von Adelaide redet, immer von Adelheid. Am heutigen Morgen lese ich, dass bei der Gründung der Siedlung bzw. Stadt Adelaide die Namensvergabe effektiv von Ehren der Frau des adeligen Stadtgründers, die Adelheid von Meningen hiess, erfolgt ist.

Gegen 14 Uhr nehmen wir uns ein Uber und fahren zum nahegelegenen Flughafen von Adelaide, wo wir gegen 17 Uhr einen Quantas Flug nach Sydney gebucht haben.

Einsteigen in Adelaide

Vom Flughafen in Sydney geht’s auf direktem Weg ins Hotel Central, wo uns Jenny erwartet. Freudvolles Wiedersehen und gemeinsames Nachtessen bei Mr. Wong. Heute gibt’s ein eher späteres Znacht.

Nachtessen bei Mr. Wong

Beim Check-In erhalten Jüre und Jenny wie wir ein Zimmer im 17. Stock zugewiesen. In ihrem Zimmer steht jedoch ein Bautrockner und der Teppich im Eingangsbereich ist hälftig vom Boden losgelöst. Es dauert einen Moment bis die Situation geklärt ist und Jüre und Jenny ein bewohnbares Zimmer zugewiesen erhalten. Die
Verantwortliche des Hotel-Front Desks agiert leicht hektisch und lässt uns wissen, dass der Bautrockner nur zu Steigerung der Luftqualität im Einsatz steht. Believe it or not …

Abends in Sydney

Dienstag, 2. Dezember 2025: Last day of our Australian Road Trip 2025

Wir haben alle gut geschlafen im Meningie Motel und haben heute wieder mal einen Vogel-Wecker. Eine Schar weisser Kakadus mit gelber Haube gibt Gas und sorgt mit ihrem Kommunikations-Gezeter dafür, dass nach halb sieben Uhr, nicht mehr an Schlaf zu denken ist.

Typische Anordnung der Zimmer in einem Motel

Um kurz vor acht beladen wir unser Auto zum letzten Mal auf dieser Reise und gehen danach in der Meningie Bakery frühstücken. Hier gibt es zahlreiche Pies und die obligaten süssen Gebäcke im Angebot. Wir werden fündig und setzen uns indoor an einen Tisch. Während wir so da sitzen, betritt eine Frau mit einem breiten Grinsen die Bäckerei – später gehen wir davon aus, dass sie die Besitzerin der Bäckerei ist. Sie kommt auf unseren Tisch zu und beginnt ein Gespräch mit uns, in dessen Verlauf wir auf die Pelikane zu sprechen kommen, für die das Seen-Gebiet rund um Albert- und Alexandria-Seen bekannt ist, die wir aber noch so gut wie nicht gesehen haben (nota bene: In der Bäckerei gibt es eine Tapetenwand mit Pelikan-Sujet). Auf Basis der Landschaftskarte, die unter der Glas-Tischplatte liegt, gibt uns die Frau Reisetipps für unsere heutige Etappe und verrät uns, wo wir Pelikane sehen können. Sie erzählt und erzählt: von ihrem Mann, der Fischer ist und der die Tapeten-Foto-Aufnahme in der Bakery gemacht hat, der in Österreich gelebt hat und ein guter Skifahrer ist, dass sie ihren schönsten Aufenthalt auf Tasmanien verbracht hat und wir unbedingt nach Tasmanien reisen müssten … usw. Sie tut dies mit so viel Freude und Leidenschaft, dass es nicht aufdringlich wirkt, sondern aus der Freude, schöne Dinge miteinander zu teilen. Solche Leute bräuchte es in Visitors-Centers.

Gesagt, getan. Wir brechen, um die Reisetipps umzusetzen. Als wir beim Motel losfahren, belagern etwas 20 Kakadus die Umgebung. In Anbetracht dessen, dass in Europa ein Kakadu zwischen 600 und 1’200 Euro kostet, ein rechtes Vermögen.

Los geht’s Richtung Murray River und Narrung Lakeside Reserve. Einen ersten Stopp legen wir in Raukkan, einer kleinen Aborigine-Gemeinde westlich von Narrung am Lake Alexandrina ein. Zu sehen gibt es hier so gut wie nichts – bis auf einen Mann aus der Ferne – nicht einmal Menschen. Spannendes Detail: In Raukkan wurde David Unaipon, Erfinder und Autor, geboten und steht die 1869 erbaut Kirche, die beide auf dem 50-AUS-Dollar-Schein abgebildet sind. That’s it.

Die Kirche von Raukkan und ihr berühmtester Einwohner, David Unaipon, sind auf der 50$-Note abgebildet

Weiter geht’s nach Narrung, einer kleinen Siedlung. Sie liegt am nördlichen Rand der Narrung-Halbinsel, die den Coorong vom Albertsee trennt. Und im Narrung Lakeside Reserve, klappt’s dann endlich mit den Pelikanen. Eindrückliche Tiere, die sich hier zu Wasser und zu Land aufhalten.

Pelikane bei Narrung
Pelikane in der Nähe von Narrung

Die Narrung Ferry führt uns in wenigen Minuten zum Point Malcolm, wo’s einen kleinen Leuchtturm gibt, den wir uns nur aus der Ferne anschauen.

Fähre bei Narrung

Weiter geht’s in Richtung Adelaide, unserem heutigen Etappenziel. Einen Zwischenstopp der besonderen Art legen wir ins Hahndorf ein. Der Ort wurde uns sowohl von Lina und Frank wie auch der Meningie-Bäckersfrau als einen Stopp wert empfohlen. Hahndorf ist Australiens älteste deutsche Siedlung und liegt in den Adelaide Hills. Das Dorf wurde 1838 von lutherischen Flüchtlingen aus Preussen gegründet und nach dem Namen des Kapitäns des Schiffes, mit dem sie angekommen sind, benannt. Heute hat Hahndorf etwas 2’300 Einwohnende. Das deutsche Erbe ist auch heut noch sichtbar, etwas in Form von Bäckereien, mit typisch deutschen Backwaren (z.B. Schwarzwäldertorte, Bretzeln) wie auch Metzgereien mit einer Vielzahl an Wurstwaren, die für Australien eher untypisch sind oder Shopps mit Weihnachtsschmuck und Kuckucksuhren.

Unterwegs in Hahndorf

Vor der Fahrt nach Adelaide gönnen sich die Herren noch Kaffee und Kuchen und los geht’s. Wir kommen in Adelaide an, beziehen im Franklin Hotel an der Franklinstrasse unsere Zimmer und fahren anschliessend zum Flughafen, wo wir unser Auto abgeben, da wir es hier in Adelaide nicht brauchen. Danke «Öiti» für die gute Fahrt und ein grosses Dankeschön an Jüre und Martin für die sichere Fahrt auf unserer Reiseroute (und auf der – für uns – falschen Strassenseite).

Mit der O-Bahn, einem Bus, der einen Teil seiner Route auf der Strasse und einen anderen Teil auf einem speziellen Beton-Trasse mit Steuerungs-Impulsen zurücklegt, unternehmen wir eine Fahrt, die vor allem Martin freut. Jüre und ich verstehen uns mehr als «Beisitzer». Aber die Fahrt gibt gute Adelaide-Eindrücke.

O-Bahn-System in Adealaide

Danach erkunden wir die quadratisch angelegte Innenstatt zu Fuss weiter und gönnen uns in der Bar 2KW (KW = King William Street) in der Roof Top Bar ein Apéro. Entspannte Ambiente und schöne Aussicht. Im Restaurant «Bread & Bone» gibt’s heute ein Burgers-Znacht (Jüre und Martin mit Wagyu Beef).

Lecker Burger

Der Verdauungsspaziergang führt uns zum eindrücklichen Victoria-Platz, wo ein wunderschöner Weihnachtsbau steht, den wir – wie viele andere auch – zur blauen Stunde fötelen. Langsam kommt auch bei uns Weihnachtsstimmung auf.

Victoria Square in Adelaide an Weihnachten

Ein erlebnisreicher Ferientag in und rund um Adelaide geht zu Ende. Wir kehren ins Hotel zurück und lassen den Tag gemütlich ausklingen.

Montag, 1. Dezember 2025: Warm anziehen, bitte!

Es regnet in Strömen, als wir heute Morgen erwachen. Aber wirklich echt in Strömen.
Easy, ich kann den ersten Satz des gestrigen Tagebuch-Eintrags 1:1 für heute übernehmen und brauche lediglich zu ergänzen, dass es stark windet und wind-chillig kühl ist. Wir machen uns reisefertig und ziehen heute wirklich alles an, was wir an warmen Kleidern verfügbar haben. Sogar meine Nordsee-Mütze kommt zum Einsatz. Da das Wetter so instabil ist, beschliessen wir, zuerst frühstücken zu gehen. Dafür gehen wir ins Union Café.
Die Breakfast Burgers (Jüre, Martin) und meine poached eggs ergänzt mit einem frisch gepressten Organgensaft und feinem Kaffee munden vorzüglich. Perfekt gestärkt und voller Elan machen wir uns auf den Weg Richtung Robe-Obelisk. Dieser wurde 1855 für Schiffe in der Guichen-Bucht errichtet. Ziel war es, eine Orientierungshilfe zu schaffen, die bei normalem Wetter bis zu 16 Kilometer weit auf See sichtbar sein sollte. Das pyramidenförmige Bauwerk mit einer Höhe von 12.2 Metern war ursprünglich einfarbig weiss. Dies erwies sich vor dem hellen Hintergrund der Sanddünen als schwer erkennbar.
Daher wurde er mit drei weissen und zwei roten Streifen bemalt. So entstand Robes berühmtestes Wahrzeichen. Seit seiner Errichtung sind die weichen Sandsteinklippen, auf denen der Robe-Obelisk steht, stark erodiert, sodass er irgendwann ins Meer stürzen wird. Schön, konnten wir ihn heute bei mittlerweile sonnig-schönem Wetter sehen.

Obelisk von Robe


Wir unternehmen noch einen kurzen Spaziergang mit schönster Aussicht auf das smaragdfarbene Meer. Von einem der Lookouts aus erspähen wir sogar noch ein Känguru. Dann fahren wir los in Richtung Meningie, unserem heutigen Etappenziel. Es ist eine Art Chrüsimüsi-Etappe zu Pelikanen im Coorong National Park, die wir nicht finden, dafür stossen wir auf ein Emu (nach einem entsprechenden Strassenschild) und: ein Echidna (heute ohne Strassenschild).

Echidna

Der Coorong-Nationalpark liegt rund 150 km südöstlich von
Adelaide. Die westliche Grenze des Parks liegt bei der Mündung des Murray River. Der Park wurde 1966 als Schutzgebiet für Vögel, Fische und weitere Tiere gegründet. Eine Besonderheit des Coorong ist die Vermischung von Süsswasser aus dem Murray River und dem Grundwasser mit Salzwasser aus dem Südlichen Ozean, die eine vielfältige Flora und Fauna ermöglicht.

Unterwegs im Coorang-Nationalpark

Ebenfalls eine Spezialität dieser Gegend sind rosafarbene Seen. Der Hauptgrund für die rosa Färbung ist Salz. So weisen die meisten rosafarbenen Seen Australiens einen Salzgehalt auf, der bis zu 10x höher ist als der von Meerwasser. Dieser hohe Salzgehalt führt zu einer enormen Konzentration salzliebender Bakterien und Algenarten, die reich an beta-carotin sind. Unter bestimmten klimatischen Bedingungen vermehren sich diese Mikroorganismen exponentiell, sodass sich das Wasser rosa färbt.

Pink Lake

Ansonsten gibt’s von der heutigen Fahrt wenig zu berichten. Sie verläuft kurzweilig, ist aber auch ein Kilometer «fressen» Richtung Adelaide. Im früheren Nachmittag treffen wir in Meningie ein. Muss man Meningie kennen? Nein, muss man nicht. Wenn in Wikipedia steht, dass Meningie im Oktober 2003 als erste Stadt Australiens ADSL, ein Breitband-Internetzugang, installiert erhalten hat, sagt das alles.

Weihnachten in Meningie

Wir checken im einzigen Motel im Ort (Albert Lake) ein und unternehmen einen kurzen Spaziergang im Ort, den wir im Meningie Hotel zuerst an der Bar und dann im Speiserestaurant mit einem Abendessen ausklingen lassen. Im Restaurant findet an diesem Abend ein Darts-Wettbewerb statt, den wir aufmerksam verfolgen, bevor wir uns auf den Weg zurück in unsere Loge für heute Abend machen. Und hier ist wieder heizen angesagt, denn es ist wieder sehr frisch geworden.

Sonntag, 30. November 2025: Wake up call melody by Flötenkrähenstar

Es regnet in Strömen, als wir heute Morgen erwachen. Aber wirklich echt in Strömen. Und auf den Metalldächern der Häuser tönt Regen in Strömen noch viel imposanter als auf Ziegeldächern. Decke über die Ohren ziehen und froh sein, im Trockenen sein zu dürfen. Als wir wieder erwachen, ertönt der vertrauten gurgelnd-pfeifende Gesang des Flötenkrähenstars. Wenn man ihm zuhört, muss man lachen, weil der gurgelnde Teil seines Gesangs so tönt, als ob irgendwo in der Nähe eine Türe «gieren» würde. Das Pfeiffen, das manchmal hinterher folgt, ist dann wiederum sehr melodiös.


Wir machen uns abreisefertig und gehen vor der Abreise zu Cobbs Backery vis-à-vis von unserer Unterkunft Morgenessen. Huch, eine recht zuckerhaltige Angelegenheit: Frühstücks-Buns, Berliner und Muffins. Insulin-Ausschüttung pur.

Quasi unsere Hausbäckerei in Port Fairy

Dann fahren wir los, um kurze Zeit später wieder anzuhalten. Wir machen einen wunderschönen Sonntagmorgen-Spaziergang auf der Griffiths Island. Dieser dauert rund eine Stunde und führt durch ein geschütztes Naturgebiet mit einer gewaltigen Vielfalt an Pflanzen und Vögel sowie weiteren Tieren, die wir – mit Ausnahme der Wasserschnecken – heute Morgen aber nicht zu sehen bekommen. Ein weiterer Höhepunkt ist der weiss-rote Leuchtturm inklusive Fliegen-Clustern. Je nach Exposition pustet einen der Wind so richtig durch oder wärmt einen die Sonne, die in der Zwischenzeit den Regen abgelöst hat. Sie wird sich aber den ganzen Tag hindurch einem Techtelmechtel mit dem Regen hingeben. Aber wir haben weitgehend immer Glück, d.h. wenn wir uns draussen aufhalten, zieht sich der Regen zurück.

Port Fairy
Griffith's Island
Leuchtturm auf Griffith's Island


Heute stehen rund 300 km auf dem Programm mit Etappenziel Robe. Gleich auf den ersten Metern durchfahren wir ein Gebiet mit Echidna-Warnschildern – aber obschon ich überall Ausschau nach den Igel-Tieren mit dem kurzen Schnabel halte, kriege ich den ganzen Tag keines zu sehen. Schade, aber glücklicherweise sind wir dem interessante Wesen am Nobbis Point in freier Wildbahn begegnet.

Warnung vor Echidnas


Schon bald überqueren wir die Grenze zum Staat South Australia und kriegen’s mit einer Zeitumstellung von 30 Minuten zu tun. Noch rasch alle Äpfel essen, um den quarantine restrictions gerecht zu werden und weiter geht’s.

Quarantäne Mülleimer
Letzte Entsorgungsmöglichkeit vor der Grenze


Einen nächsten Stopp legen wir beim Blue Lake in Mont Gambier ein. Der See ist effektiv klar blau – blau wie aus dem Tintenfass. Im Spätsommer und Winter ist er grau. Temperaturabhängig gelangen unterschiedliche Sedimente aus dem Vulkansee an die Oberfläche und erhalten durch die Sonnen-Reflektion einen anderen Farbton.

Blue Lake

Auf der Weiterfahrt zum Umpherston Sinkhole/Balumbul kommen wir an einem Krispy Kreme, in das wir zu Kaffee und Doughnut einkehren. Lecker süss.
Sinkhole bedeutet, dass das Gestein von eindringendem Wasser ausgespült worden ist. Dabei bilden sich Hohlräume. Wenn das Gestein zu instabil ist, kann es zusammenbrechen und die darüberliegenden Schichten sacken nach, und an der Oberfläche entsteht das Sinkhole. Das Umpherston Sinkhole ist wunderschön bepflanzt und stellt einen tollen Garten auf verschiedenen Etagen.

Sinkhole von oben
Im Sinkhole

Wir sehen sogar noch ein possierliches Possum, das etwas enttäuscht zu sein scheint, weil wir ihm nichts zu essen mitgebracht haben. In Form von
Früchten und Nüssen dürfte man das.

Possum


Von Mont Gambier aus fahren wir nonstop durch nach Robe, wo wir im Robe-Motel einchecken. Eigentlich möchten wir noch einen Strand-Abstecher unternehmen. Da es aber zu regnen beginnt, kehren wir um und machen uns auf den Weg ins Städtchen, wo wir uns noch mit Reiseproviant und Wasser eindecken, bevor wir in einer Mex-Bar zum Apéro gehen und anschliessend im Caledonia Pub ein Curry geniessen. Reis hatten wir in den letzten Tagen nie und irgendwie muss zum Tagesende unseren Magen wirklich noch was richtig
Rezentes zugeführt werden.

In Robe angekommen und zum Mexikaner

Wir treffen auf ein Ehepaar aus der Schweiz, mit denen wir uns kurz zu unseren Reisen bzw. Reiseplänen austauschen. Als wir das Caledonia verlassen, regnet’s in Strömen. Diesmal erwischt es uns so richtig. Tropfnass kommen wir in unserem eher kühlen Motel-Appartement an. Puh, trocken Legen von Kleidern, Schuhen und Taschen ist angesagt und Dankbarkeit darüber, ein Dach über dem Kopf zu haben.

Samstag, 29. November 2025: Die Great Ocean Road ist zu Ende und niemand merkt es

Ein weiterer Tag erwartet uns auf unserer Australien-Reise. Bei so einem Roadtrip ist es manchmal schwierig, die Reihenfolge korrekt wiederzugeben oder sich noch genau an das Hotel erinnern. Auch hier: Den Samstag-Bericht am Sonntag Morgen schreiben: Wo haben wir gestern genächtigt? Was haben wir gesehen? Also: Augen schliessen und den gestrigen Tag noch einmal Revue passieren…

Wir haben ja in Port Campbell übernachtet. Und auf dem Road Trip wohl das erste Mal in einem richtigen, mit Steinen gemauerten Haus. Somit haben wir auch gut geschlafen, weil wir nicht erwacht sind, wenn jemand vom Zimmer nebenan aufs WC ging.

Das Wetter war beim Aufstehen durchaus nett, sodass wir einen Spaziergang zum Hafen machten. Es waren nur 150 m, da Port Campbell wirklich ein kleines Dorf ist… Das Restaurant am Hafen war noch geschlossen, sodass wir im Hotel lecker gefrühstückt haben.

Gegen 9:15 Uhr fahren wir los. Der Motor war noch nicht richtig warm, als wir schon bei der ersten Sehenswürdigkeit Halt machten: Beim London Arch. Dies ist ein natürliches Felsentor, welches im Wasser steht.

London Arch

Bis 1990 war diese Formation ein Doppelbogen, der bis zur Küste reichte und als „London Bridge“ bezeichnet wurde. Der innere Bogen – die Brückenverbindung zum Festland – stürzte am 15. Januar 1990 auf einer Breite von 40 m unerwartet ein.  Zwei Touristen, die sich zum Zeitpunkt des Einsturzes auf dem Felsen befanden, mussten mit Helikoptern der örtlichen Polizei geborgen werden. Die Formation wurde nach dem Ereignis in London Arch umbenannt.

Nächster Halt: The Grotto. Dies ist ein Durchbruch im Gestein, welcher natürlich auch durch Erosion entstanden ist. Das Gebilde erhielt seinen Namen wegen seiner Bogenform, die an eine Grotte erinnert.  Die Touristenattraktion ist über Holztreppen zu erreichen und auf einer Aussichtsplattform zu bestaunen.

The Grotto

Auch beim nächsten Halt, dem Bay of Islands, sehen wir wieder die gleichen Touristen. Man geht unabhängig aber gemeinsam immer von Stopp zu Stopp. Diese Bay hat – wer hat was anderes gedacht – erodierte Felsen im Wasser 🙂

Bay of Islands
Bay of Islands

Der nächste Stopp, Childers Cove, liegt abseits der Great Ocean Road und ist nur über eine Nebenstrasse zu erreichen. Hier hat es keine Touristen und wir sind die einzigen Menschen vor Ort. Hier kann man über eine Treppe direkt bis Strand gehen, muss aber aufpassen, dass man keine nassen Füsse kriegt, da die Wellen fast den ganzen Strand erreichen. Auch hier wieder spüren wir die Winzigkeit der Menschen inmitten des tosenden Wassers. Und man stelle sich vor: Wenn dein Schiff vor 150 Jahren Schiffbruch erlitten hat und du dich an diesen Strand retten konntest (Yeah!!) – du hattest keine Chance das Land zu erreichen, weil die Felsen senkrecht waren und es keine Möglichkeit gab, dort hochzuklettern… Heute hätte es Treppen…

Treppe zum Strand
Childers Cove

Auch an dieser Küste sehen wir eine spezielle Art von Quallen, welche wir dank Google Lenses als „Portugiesische Galeere“ identifizieren. Hochgiftig, nicht berühren!

Auf der Great Ocean Road geht’s nun weiter nach Warrnambool. Kurz vorher, in Allansford, ist diese Küstenstrasse formell zu Ende. Der Beginn wurde mit einem Tor spektakulär zelebriert, ihr Ende quasi überhaupt nicht. Dass hier fertig ist, weiss nur Wikipedia…

In Warrnambool machen wir einen Abstecher zum Bahnhof, wo wir grad den 12:19 Uhr-Zug nach Melbourne abfahren sehen. Dann geht’s weiter zum Hafen, wo wir zMittag essen.

Bahnhof Warnambool

Die letzten 30 Kilometer des Tages bringen wir problemlos hinter uns und wir kommen in Port Fairy an. Dieser Ort ist recht historisch gehalten und er erinnert uns an eine Film-Stadt im Wilden Westen (der USA).

Unterwegs in Port Fairy

Gemäss Booking.com sollen wir hier in einem Geschäft den Schlüssel unseres Appartements beziehen. Das Geschäft ist geschlossen und wir warten ein bisschen mehr als 2 Stunden bis wir eine SMS auf meinem Handy sehen, welches das Prozedere für den Zugang zum Appartement erklärt… Die ganze Kommunikation läuft über die Booking-App, aber die wichtigsten Hinweise über SMS… Kann man besser machen.

Wir beziehen unser tolles Appartement und gehen zu Coffin Sally essen. Sallys Sarg? Hmm… witzig, diese Australier… Das Lokal ist sehr speziell – Bedienung, Drinks und Pizzen sind super!

Coffin Sally in Port Fairy

Nach dem Essen gehen wir in unser Appartement, wo uns Jüre ein neues Kartenspiel lernt: das Vögelispiel. Lustiges Spiel, bei welchem man auch Grips braucht… 🙂

Freitag, 28. November 2025: viele Apostel

Heute war früh Tagwache. Also schon vor 7:00 Uhr waren wir wach und so um 8:00 Uhr haben wir das AirBnB verlassen. Erster Stopp war das Zentrum von Apollo Bay, wo wir in einer Bäckerei einkehrten. Ein Kafi und ein Gebäck. Wer einen Cinnamon Roll gewählt hatte, bekam gefühlt 3 Mahlzeiten…

Cinnamon Roll XXL

Wir nehmen die Fahrt auf der Great Ocean Road nach dem Frühstück wieder auf und fahren bis Maits Rest. Dort hat es einen ca 1 km langen Rundweg, der durch den Regenwald führt. Und es ist ein Spaziergang für alle Sinne: Die Gerüche! Die Vogelstimmen! Das tolle Grün der verschiedenen Farne und weiteren Pflanzen. Einfach nur super!

Regenwald in Maits Rest
Regenwald in Maits Rest

Wir lassen Maits Rest hinter uns und fahren zum Cape Otway welches zum Great Otway National Park gehört. Um diesen Ort zu erreichen zweigen wir von der Great Ocean Road ab und fahren über eine 14 km lange asphaltierte Stichstrecke zum Meer runter. 1846 wurde am Kap ein Leuchtturm errichtet, welcher die Schiffe vor den Klippen warnen sollte. Der Turm wurde ohne Zement und Mörtel aus Natursteinen gemauert, die vom nahe gelegenen Parker River stammten. Der Leuchtturm, 1848 in Betrieb genommen, war der zweite in Australien errichtete und der am längsten in Betrieb befindliche Leuchtturm auf dem australischen Festland. 1850 wurde die erste Wetterstation in Betrieb genommen; auch heute noch ist der Ort ein Wetterbeobachtungspunkt. Eine Telegrafenstation kam hinzu, als Tasmanien 1859 über ein Telegrafenkabel, das von Cape Otway bis nach Launceston reichte, mit dem Festland verbunden wurde. 1942 erbauten amerikanische Truppen auf dem Kap einen Radar-Bunker. Er kann, ebenso wie der Leuchtturm, besichtigt werden. Das Leuchtfeuer wurde im Januar 1994 ausser Betrieb genommen und durch eine solar betriebene Lampe am Fuss des Leuchtturms ersetzt.

Leuchtturm am Cape Otway

Für viele Schiffsbesatzungen im 19. Jahrhundert war der Leuchtturm von Cape Otway die erste Landmarke, die sie nach einer Reise von mehr als 15.000 Kilometern um Afrika herum und durch den Indischen Ozean sahen.

An diesem Ort hat es verschiedene Gebäude, weil hier verschiedene Menschen lebten, um den Ort mit Funkstation und Leuchtturm aufrecht zu erhalten. Es hatte sogar eine Schule vor Ort. Der Turm selber ist lediglich 21 m hoch. Da er aber auf einer Klippe steht, befindet sich das Leuchtfeuer 91 m über Meeresspiegel und kann aus 6 km gesehen werden.

Die Great Ocean Road führt an diesem Teil der Strecke vom Meer entfernt durch. Wir machen einen weiteren Abstecher zum Johanna Beach, der für seine hohen Wellen bekannt ist

Johanna Beach

An der Great Ocean Road bilden sich teilweise auch Staus. Nicht wegen dem Verkehr, sondern weil ein Tier am Strassenrand erkannt wird und viele Autos deswegen anhalten. Wir machten das ebenfalls, weil es einen Stau wegen einer Koala-Mutter mit ihrem Jungtier gab:

Koala-Mutter mit Jungtier

Nach ein paar Kilometern Fahrt waren wir wieder am Meer angelangt und konnten einen weiteren Höhepunkt unserer Reise sehen:

Die 12 Apostel

Die Twelve Apostles sind bis zu 60 Meter hohe, im Meer stehende Felsen aus Kalkstein. Sie sollen nach dem Uluru (Ayers Rock) die meistfotografierte Touristenattraktion Australiens sein. Die Twelve Apostles wurden früher The Sow and Pigs (deutsch: Die Sau und SchweinePigs wurden häufig durch Piglets, d. h. Schweinchen ersetzt) beziehungsweise Muttonbird Island genannt. Es wird angenommen, dass der heutige Name 12 Apostel in den 1950er Jahren aufkam, obwohl es schon damals keine zwölf, sondern nur neun Felsensäulen gab.

12 Apostel

Bild: Jürg Michel

Bei den 12 Aposteln

Bild: Jürg Michel

Die pfeilerartigen Gebilde unterschiedlicher Höhe und Durchmesser entstanden durch die erosive Kraft des Meeres. Jährlich weicht die Steilküste der Klippen um rund zwei Zentimeter weiter zurück. Widerstandsfähigere Partien bildeten zunächst Halbinseln, die später nur noch mittels natürlicher Brücken Verbindung zum Festland hielten. Wie 1990 beim sogenannten London Arch brachen diese Konstruktionen im Laufe der Zeit zusammen, und auch die Felstürme der Zwölf Apostel sind geologisch gesehen nur eine Erscheinung von kurzer Dauer. Trotz ihres Namens bestand die Formation nur aus neun Felsen. Nachdem am 3. Juli 2005 ein 50 m hoher Felsen aufgrund des natürlichen Erosionsprozesses an der Basis des Felsens in sich zusammenstürzte, waren es nur noch acht Felssäulen. Im September 2009 stürzte ein weiterer Felsen ein, von dem ursprünglich angenommen wurde, dass er zu den Aposteln gehörte. Es stellte sich jedoch heraus, dass der eingestürzte Felsen einer Schwesterformation angehörte.

Felsenformation bei den 12 Aposteln

Die Wucht des Meeres ist eindrücklich. Aber auch die Wucht der Touristen, die mit uns die diversen Spots aufsuchten. Dabei war das Wetter nicht mal sehr gut…

Aber die Felsen da im Wasser stehen zu sehen, war schon ein eindrücklicher Moment. Nicht zuletzt im Wissen darum, dass die ganzen Formationen veränderlich sind und wir nicht wissen, ob wir nochmals die Gelegenheit haben, die selbe Konstellation noch einmal zu sehen…

In der Umgebung der 12 Aposteln

Nach diesem eindrücklichen Naturschauspiel fuhren wir ca 10 km weiter nach Port Campbell, wo wir das erste Mal unseren Hybrid-Toyota auftanken mussten. Der Kunde vor uns hat Benzin in den Dieseltank gelassen und musste sein Auto abschleppen lassen. Das ganze Drama konnten wir live von unseren Hotel-Restaurant aus sehen. Diese Nacht verbringen wir im Waves Hotel. Port Campbell hat rund 400 Einwohnende und ist schnell besichtigt. Vielleicht machen wir morgen einen Spaziergang im Dorf. Heute war nur Bettina kurz im Dorf unterwegs, die Männer hatten zu kalt und mussten ins Apero 🙂

Donnerstag, 27. November 2025: Freche Vögel.

Startpunkt war heute erst um 9:15 Uhr. Früher war fast nicht möglich, da die Reception erst um 8:30 Uhr anwesend war. Wir starteten mit dem Auto für 300 m zum Café „Le Comptoir“. Und das Personal hat tatsächlich französisch gesprochen. Baguette war auch im Angebot. Etwas, was man dort nicht unbedingt erwartet hätte…
Im General Store nebenan kauften wir noch ein bisschen Reiseproviant und schon ging’s los in Richtung Westen.

Die erste Attraktion war das Memorial Arch zur Great Ocean Road.

Die Strasse (B 100) ist 243 km lang und verläuft an der australischen Südküste zwischen Torquay und Allansford. Sie gilt als eine der bekanntesten Scenic Routes bei Touristen in Australien. Jährlich besuchen zwischen 6,5 und 7,5 Millionen Menschen diese Region. Diese Strasse wurde wegen ihrer historischen und kulturellen Bedeutung am 7. April 2011 als nationales Denkmal in die Australian National Heritage List eingetragen.
Die erste Idee einer Strasse entlang der Südküste Victorias reicht zurück ins Jahr 1864. Diese sollte in erster Linie eine Verbindung der zahlreichen Küstenorte und Fischerhäfen entlang der Küste auf dem Landweg sein, die bis dahin nur per Schiff zu erreichen waren. Konkrete Planungen und Erkundungen für einen möglichen Verlauf der Strecke erfolgten aber erst 1918. Im Jahr 1919 begann der Bau der Strasse. Ausgeführt wurden die Arbeiten von 3000 heimgekehrten Soldaten nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Für diese diente der Bau der Strasse zum einen als Arbeitsbeschaffungsmassnahme durch die Regierung Victorias, zum anderen war es auch die Errichtung eines Kriegsdekmals zum Gedenken an die im Krieg gefallenen Kameraden.
Aufgrund der besonderen geographischen und geologischen Gegebenheiten war der Bau sehr schwierig und langwierig. So wurde der erste Abschnitt zwischenTorquay und Lorne  im Jahr 1922 fertiggestellt. Als Nächstes folgten einzelne Abschnitte, die von Westen her gebaut wurden. Der letzte und komplizierteste Abschnitt war die Strecke zwischen Apollo Bay und Lorne, sie war im Jahr 1932 fertiggestellt. Seither ist die Strecke durchgängig befahrbar.

Memorial Arch zur Great Ocean Road

Dieses Tor ist der eigentliche Startpunkt zur Great Ocean Road. Wir durchfuhren das Tor und nahmen die Strasse dem Meer entlang unter die Räder. Der erste Stop war ein bisschen vom Meer weg und in der Höhe, die Erskine Falls, Wasserfälle im Wald. Mit dem Auto konnte man fast bis zum Wasserfall fahren, ein kurzer Wanderweg führte durch einen „Dschungel“ mit vielen Farnen zum Wasserfall.

Erskine Falls

Der Wasserfall ist hübsch anzusehen, aber es gibt sicher höhere Wasserfälle, die wir schon gesehen haben.

Nach dem Besuch dieser Sehenswürdigkeit fuhren wir in Richtung Teddy’s Lookout. Plötzlich sahen wir Autos am Strassenrand parkiert und Menschen, die mit Fotokameras ausgerüstet in den Wald fotografieren. Wir hielten natürlich auch an und sahen…

den ersten Koala in freier Natur!

Wir waren sehr beeindruckt, das Wahrzeichen Australiens „einfach so“ im Wald zu sehen und genossen diesen tollen Moment.

Koala im Wald

Dann setzten wir die Fahrt zu Teddy’s Lookout fort. Von dort aus hatten wir einen tollen Blick aufs Meer und auf die Great Ocean Road

Ausblick von Teddy's Lookout

Wir machten eine kurze Rundwanderung durch den Wald, wo wir verschiedene Vögel und Pflanzen bestaunen konnten. Eindrücklich waren die Eukalyptus-Bäume, die einen tollen Geschmack verströmten.

Kennet River war ein Tipp aus einem Reiseblog. Ein kleiner Ort, der aus einem Campingplatz, einem Lebensmittelladen und ein paar Häusern bestand. An diesem Ort sollen einem die Papageien nur so zufliegen. Natürlich wollten wir uns dies nicht entgehen lassen und wir machten hier einen Zwischenhalt. Die Vögel kamen natürlich nicht zu uns, um uns Freude zu machen, sondern weil sie wussten, dass Menschen vor einem Lebensmittelladen Futter dabei haben – und das wollten sie haben! In der Hoffnung, Futter abzubekommen, kommen sie auf die Schultern, fliegen auf den Kopf oder den Arm. Einem Kakadu ist es gelungen, einem Mann ein Snickers zu stibitzen, welche er sich grad ins Maul schieben wollte. Wir assen je eine Glace und hatten Mühe, diese zu verteidigen. Einerseits war es witzig, den Vögeln so nahe zu kommen, andererseits ist es natürlich nicht schlau, den Vögeln Futter zu geben. Und wenn sie es nicht bekommen, werden sie agressiv…

Königssittich:

Königssittich

Kakadu:

Kakadu
Bettelnde Kakadus

Unser heutiges Tagesziel war Apollo Bay. Das Wetter war sosolala, teilweise Regen und 10 Minuten später wieder Sonnenschein. An der Strasse hatte es unzählige Lookouts und Empfehlungen, wo man anhalten soll.

Hier Bild machen!
Drive on left in Australia

Am späteren Nachmittag sind wir in Apollo Bay eingetroffen und haben unser AirBnB sofort gefunden. Leider hat der Zahlencode für den Hausschlüssel nicht funktioniert. Es dauerte bis wir merkten, dass wir vor Bungalow 1 statt Bungalow 4 parkiert hatten. Bei Nummer 3 hat der Code sofort funktioniert…

Wir richteten uns im Bungalow ein. Bettina wusch die Kleider und die Jungs reservierten die nächsten Etappen unserer Reise. Am frühen Abend machten wir einen Spaziergang ins Dorf Apollo Bay und assen dort zNacht. Zur Vorspeise genossen wir Känguru. Ja, diese süssen Dinger, denen wir vorgestern noch Futter gegeben hatten und sie so toll fanden…

Apollo Bay

Mittwoch, 26. November 2025: Auf geht’s Richtung Great Ocean Road

Wir verlassen unser Melbourne-Airbnb und fahren ein letztes Mal zum Rustica Café, wo wir ein paar Gebäcke zum Kaffee bei Jenny und Steffen holen. Zu Zimt-Schnecken, Pains au chocolat, Mandelgipfel und klassischen Croissants gesellt sich noch eine Vegemite Roll mit Käse. Zurück im Auto startet Jüre das Handy-Navi und lotst Martin (am Steuer) zu Jennys Haus. Wir fahren los und queren die verschiedenen für uns ähnlich und gleich aussehenden Häuserreihen und stehen … wieder vor unserem Airbnb Appartement. Jüre hat die falsche
Adresse aktiviert. Wir kriegen uns vor Lachen für einen Moment kaum noch ein. Beim zweiten Anlauf funktioniert’s und schon bald sitzen wir bei Jenny und Steffen und natürlich Ferdi im Esszimmer mit einem leckeren Kaffee (in der Rösterei könnte er nicht besser sein) und verspeisen die mitgebrachten Köstlichkeiten.

Ferdi ist bei uns

Kurz nach 11.00 Uhr verabschieden wir uns von Jenny und Steffen und machen uns auf den Weg zur Great Ocean Road. Jüre und Martin fahren uns abwechselnd Richtung Aireys Inlet, wo wir heute Abend im Hotel Sunnymead übernachten werden. Kurz nach Geelong verlassen
wir den Highway und fahren auf Hauptstrassen weiter, um auf der Fahrt möglichst in der Nähe des Meeres bzw. der Küste sein zu können.

Ausfahrt aus Melbourne

Die Farb-Palette der Küstenlandschaft ist überwältigend schön und so geniessen wir einen kurzen Lunch in einem Beach-Club und halten kurze Zeit später an einem Strandabschnitt an, um dort einen Spaziergang zu unternehmen: Den Wind in den Haaren, ein Sandpeeling im Rhythmus der Wind-Boen und das laute Toben der Wellen bilden die Kulisse des Spaziergangs.

Unterwegs am Strand von Jan Juc

Die Strände hier – sagt man – seien die schönsten Surf-Strände schlechthin. Uns zeigen sich hier aber so gut wie keine Surfer. Es scheint, dass auch Surfer arbeiten müssen und nicht mitten am Nachmittag ihrer Leidenschaft föhnen können. Wind hätte es jedenfalls genug, denke ich.

Strand bei Torquay
Strandimpressionen bei Torquay

In Torquay – dem inoffiziellen Beginn der Great Ocean Road – legen wir einen Halt ein, um etwas in den Läden der bekannten Surf-Marken O’Neil, Quicksilver, RipCurl etc. zu stöbern. Es macht Spass, sich in diesen Geschäften, die sonst nicht unbedingt mein Ziel sind, zu stöbern. Wir werden alle mit Caps, T-Shirts, Hoodies oder Badeshorts fündig.

Am Strand von Fairhaven

Danach fahren wir zum Hotel, finden die Zimmerschlüssel-Karten wie vereinbart unter dem
„Bodedecheli“ vor, so dass wir diese beziehen und anschliessend im Restaurant „A la Grecque“ ein griechisches Tavolata-Menü geniessen. Das halbe Dorf scheint hier zu essen und so herrscht rege Betriebsamkeit und eine gute Stimmung. Spannender Side-Fact: Die grösste griechische Population ausserhalb von Griechenland in Melbourne.

Nachtessen beim Griechen

Ein kurzer Spaziergang zum Split Point Leuchtturm in Aireys Inlet rundet das feine Essen und den schönen Tag ab.

Leuchtturm von Areys Inlet