Nun ist er da – der letzte Tag unserer Australien-Ferien. Natürlich mit Wehmut verbunden. , weil wir wirklich eine gute Zeit hatten.
Wir geniessen unser letzten Frühstück mit Jenny und Jürg. Eierspeisen as usual – aber natürlich lecker! Dann kommt der Moment des Abschieds. Jenny und Jürg gehen nun nach Cairns und werden am Great Barriere Riff schnorcheln. Dann gibt’s noch ein paar Tage in Melbourne und Jürg kehrt wieder nach Hause zurück. Jenny wird nach ihren freien Tagen wieder arbeiten. Aber sie wird um Juni zur Hochzeit ihrer Schwester wieder in die Schweiz kommen.
Nach dem Abschied checken wir aus und deponieren unser Gepäck im Hotel. Dann gehen wir nach Chinatown und nehmen dort das Tram bis Circular Quay. Schon 6 Minuten später fährt die Fähre nach Kirribilli. Dieses Quartier Sydneys befindet sich gegenüber der Oper – es ist einfach ein bisschen Wasser dazwischen 🙂 Nach Ankunft in Kirribilli machten wir ein paar Schritte und waren schon gegenüber der Oper. Von hier aus hat man einen speziellen Blick auf das architektonische Meisterwerk: zwischen den Häusern hindurch übers Wasser, auf die „andere Seite“ der Oper.
Wir genossen diesen Moment und gingen anschliessend wieder den gleichen Weg zurück – Fähre, Tram. Im Hotel hatten wir rund dreiviertel Stunden Wartezeit, dann kam uns Chauffeur Khan mit seinem KIA abholen und brachte uns zum Flughafen. Das Check-in und die Sicherheitskontrolle verliefen problemlos, das Duty Free- und Shoppingangebot am Flughafen war üppig, sodass am Ende fast keine Zeit mehr für die Lounge blieb.
Mit 45 Minuten Verspätung hob unser Dreamliner Boeing 787-9 ab. Die Frage bleibt, warum man Flugzeuge baut, die Sitze haben, auf welchen man rückwärts sitzt und die kein Fenster haben…
Nun sind die Ferien endgültig Geschichte. In 13 Stunden 49 werden wir in Abu Dhabi zwischenlanden und fliegen von dort nach Milano.
Wir starteten um 9:00 Uhr in den Tag. Er startete mit einem Spaziergang durch Chinatown (mit Stopp beim Barbier, der keine Rasierklinge hatte…) und anschliessendem Weg durchs Zentrum von Sydney, dem sog. CBD (City Business District). Plötzlich standen wir vor dem Sydney Tower. Eigentlich war es kein Thema, diesen Turm zu besuchen. Aber wir hatten Zeit und fanden es eine gute Idee, Sydney aus der Höhe zu betrachten. Der Turm ist 309 m hoch und steht auf einem 16-stöckigen Gebäude. Wir haben die Information erhalten, dass man nicht unbedingt aufs Besucherdeck auf der 5. Plattform gehen muss, um die Aussicht zu geniessen – man kann auch nur in die Bar auf der 4. Plattform 🙂 Diese verlangte eine Mindestkosumation von AUD 30/Person. Unsere Drinks und ein paar Häppchen kosteten AUD 124 – fast eine Punktlandung! Die Aussicht selber ist sosolala, der Turm wurde 1981 in Betrieb genommen und steht mittlerweile inmitten von Häusern, die teilweise höher sind als der Turm. Aber über alles gesehen ein lohnenswerter Besuch.
Weihnachten in kurzen Hosen wirkt irgendwie speziell. Und wen wir dann noch den Weihnachtsmarkt bei 30 Grad besuchen, setzt das dem Ganzen nochmals eine Schippe drauf. Primär sind auf dem „Stärnemärit Sydney Edition“ Ess-Stände anzutreffen, französische Crêpes, türkische Götzpe, schwedische Bonbons – quasi was das Herz begehrt. Einzelne Stände haben auch Kunsthandwerk im Angebot.
Nach Turm und Weihnachtsmarkt machten wir einen Abstecher zum Darling Harbour. Hier nahmen wir die Fähre nach Circular Quay und machten einen Rundgang in der „Altstadt“ von Sydney, The Rock. Wir genossen die Atmosphäre und machten was gegen den aufkommenden Hunger.
Unser heutige Fixpunkt war um 18:05 Uhr: Bridgeclimb! Wir haben tatsächlich eine Tour gebucht um die Bogen der Harbour Bridge zu besteigen. Crazy!
Was speziell tönt, ist eine sehr bekannte Touristenattraktion in Sydney. Das Ganze ist sehr professionell aufgezogen und die Sicherheit ist mehr als gewährleistet. Vor dem Bridgeclimb muss man sogar noch einen Atemlufttest machen damit sichergestellt ist, dass alle schön nüchtern auf die Brücke gehen. Und unser Drink aus dem Sydney Tower ist offenbar schon verraucht.
In einer 10er-Gruppe, alle in einem identischen blau-grauen Kombi mit „Gstältli“ gehen wir los. Zuerst auf einem Steg unterhalb der Fahrbahn – aber schon bald geht es in die Höhe. Wir sind an Stahlseilen gesichert und mit Headsets mit unserer Guide verbunden, welche uns alles Wissenswerte über die Brücke erzählt.
9 Jahre Bauzeit
am 19.3.1932 eröffnet
der Bogen ist 134 m hoch
die Fahrbahn hat 6 Spuren für Autos und 2 Gleise für Züge
die Durchfahrhöhe für Schiffe beträgt 54 m
Weitere Infos zum Bau wurden auch erzählt, aber es würde zu weit führen, hier alles wiederzugeben. Gute Informationen über die Brücke gibt es in diesem Wiki-Artikel.
Der Ablauf dieser Tour zeigt dieses Werbevideo:
Während des Marschs über die Brücke hat unsere Guide immer wieder Fotos gemacht. 72 Stück kamen von unserer Gruppe zusammen und zeigen uns und Sydney aus einer ungewohnten Perspektive.
Da wir die Tour um 18:05 Uhr gewählt hatten, konnten wir sowohl vom Tageslicht, vom Sonnenuntergang und von der Nacht den Blick von der Brücke geniessen.
Die ganze Tour dauerte 3 Stunden und um 21:00 Uhr waren wir wieder zurück. Mit Glück konnten wir noch einen Platz in einem Restaurant ergattern und assen unser gemeinsames Abschlussdinner.
Ein Uber brachte uns anschliessend zum Hotel.
Ein wirklich mit tollen Erlebnissen gefüllter Sydney-Tag hat ihren Abschluss gefunden.
Heute Morgen ist alles ein wenig “public». Zuerst gehen wir im Public Café frühstücken bevor wir uns zur Public State Library begehen. Aber alles der Reihe nach:
Das leckere Frühstück mit mega gutem Kaffee liefert uns die Basis für einen langen Tag.
Fit und voller Elan machen wir uns danach auf den Weg zur Markthalle von Adelaide, wo bereits ein emsiges Treiben herrscht. Die Auslagen sind sehr schön und reichhaltig gestaltet, dies vor allem bei den Früchten und dem Gemüse. Es gibt aber auch Fleisch (sogar einen Schweinskopf könnte man kaufen) und Fisch, Käse, Brot und Gebäck, Kaffee und Tee, Nüsse, Gewürze, Blumen etc. Zum Glück sind wir noch so satt vom Frühstück, sonst hätten wir uns wohl nicht vor spontanen Einkäufen zurückhalten können.
Mit dem Tram geht’s anschliessend vom Victoria Square weiter zum Bahnhof, den wir uns kurz anschauen und in dem ein Schulchor einen Christmas Carols Auftritt hat. Habe ich schon gesagt, dass bei uns langsam Weihnachtsstimmung aufkommt?
Vom Bahnhof aus geht’s zu Fuss – wie bereits angetönt – weiter zur State Library, die jetzt wieder geöffnet hat, so dass wir uns die Mortlock Hall inkl. Weihnachtsbaum und kleiner Weihnachtsausstellung anschauen können.
Draussen haben wir mittlerweile gut 24 Grad. Das ist Weihnachten-im-Sommer-Feeling pur. Fussläufig in der Nähe der State Library befindet sich das Immigrations-Museum, das die Besiedlungs-Geschichte Australiens von den ersten Siedlern und Sträflingskolonien bis heute beleuchtet. Dies auf eine kurzweilige und umfassende Art und Weise. Denn in der Ausstellung werden auch Themen wie die Zwangs-Entziehung von Aborigines-Kindern von ihren Eltern und die «Australien-Verfrachtung» englischer (Waisen)-Kinder aus der armen Heimat aufgegriffen. Persönliche Schicksale (körperliche Gewalt, Angst und Hoffnung aber auch unwürdige sklavenähnliche Zustände) werden eindrücklich aber nie reisserisch dargestellt. Die Ausstellung bewegt.
Funfact: Jüre spricht, wenn er von Adelaide redet, immer von Adelheid. Am heutigen Morgen lese ich, dass bei der Gründung der Siedlung bzw. Stadt Adelaide die Namensvergabe effektiv von Ehren der Frau des adeligen Stadtgründers, die Adelheid von Meningen hiess, erfolgt ist.
Gegen 14 Uhr nehmen wir uns ein Uber und fahren zum nahegelegenen Flughafen von Adelaide, wo wir gegen 17 Uhr einen Quantas Flug nach Sydney gebucht haben.
Vom Flughafen in Sydney geht’s auf direktem Weg ins Hotel Central, wo uns Jenny erwartet. Freudvolles Wiedersehen und gemeinsames Nachtessen bei Mr. Wong. Heute gibt’s ein eher späteres Znacht.
Beim Check-In erhalten Jüre und Jenny wie wir ein Zimmer im 17. Stock zugewiesen. In ihrem Zimmer steht jedoch ein Bautrockner und der Teppich im Eingangsbereich ist hälftig vom Boden losgelöst. Es dauert einen Moment bis die Situation geklärt ist und Jüre und Jenny ein bewohnbares Zimmer zugewiesen erhalten. Die Verantwortliche des Hotel-Front Desks agiert leicht hektisch und lässt uns wissen, dass der Bautrockner nur zu Steigerung der Luftqualität im Einsatz steht. Believe it or not …
Wir haben alle gut geschlafen im Meningie Motel und haben heute wieder mal einen Vogel-Wecker. Eine Schar weisser Kakadus mit gelber Haube gibt Gas und sorgt mit ihrem Kommunikations-Gezeter dafür, dass nach halb sieben Uhr, nicht mehr an Schlaf zu denken ist.
Um kurz vor acht beladen wir unser Auto zum letzten Mal auf dieser Reise und gehen danach in der Meningie Bakery frühstücken. Hier gibt es zahlreiche Pies und die obligaten süssen Gebäcke im Angebot. Wir werden fündig und setzen uns indoor an einen Tisch. Während wir so da sitzen, betritt eine Frau mit einem breiten Grinsen die Bäckerei – später gehen wir davon aus, dass sie die Besitzerin der Bäckerei ist. Sie kommt auf unseren Tisch zu und beginnt ein Gespräch mit uns, in dessen Verlauf wir auf die Pelikane zu sprechen kommen, für die das Seen-Gebiet rund um Albert- und Alexandria-Seen bekannt ist, die wir aber noch so gut wie nicht gesehen haben (nota bene: In der Bäckerei gibt es eine Tapetenwand mit Pelikan-Sujet). Auf Basis der Landschaftskarte, die unter der Glas-Tischplatte liegt, gibt uns die Frau Reisetipps für unsere heutige Etappe und verrät uns, wo wir Pelikane sehen können. Sie erzählt und erzählt: von ihrem Mann, der Fischer ist und der die Tapeten-Foto-Aufnahme in der Bakery gemacht hat, der in Österreich gelebt hat und ein guter Skifahrer ist, dass sie ihren schönsten Aufenthalt auf Tasmanien verbracht hat und wir unbedingt nach Tasmanien reisen müssten … usw. Sie tut dies mit so viel Freude und Leidenschaft, dass es nicht aufdringlich wirkt, sondern aus der Freude, schöne Dinge miteinander zu teilen. Solche Leute bräuchte es in Visitors-Centers.
Gesagt, getan. Wir brechen, um die Reisetipps umzusetzen. Als wir beim Motel losfahren, belagern etwas 20 Kakadus die Umgebung. In Anbetracht dessen, dass in Europa ein Kakadu zwischen 600 und 1’200 Euro kostet, ein rechtes Vermögen.
Los geht’s Richtung Murray River und Narrung Lakeside Reserve. Einen ersten Stopp legen wir in Raukkan, einer kleinen Aborigine-Gemeinde westlich von Narrung am Lake Alexandrina ein. Zu sehen gibt es hier so gut wie nichts – bis auf einen Mann aus der Ferne – nicht einmal Menschen. Spannendes Detail: In Raukkan wurde David Unaipon, Erfinder und Autor, geboten und steht die 1869 erbaut Kirche, die beide auf dem 50-AUS-Dollar-Schein abgebildet sind. That’s it.
Weiter geht’s nach Narrung, einer kleinen Siedlung. Sie liegt am nördlichen Rand der Narrung-Halbinsel, die den Coorong vom Albertsee trennt. Und im Narrung Lakeside Reserve, klappt’s dann endlich mit den Pelikanen. Eindrückliche Tiere, die sich hier zu Wasser und zu Land aufhalten.
Die Narrung Ferry führt uns in wenigen Minuten zum Point Malcolm, wo’s einen kleinen Leuchtturm gibt, den wir uns nur aus der Ferne anschauen.
Weiter geht’s in Richtung Adelaide, unserem heutigen Etappenziel. Einen Zwischenstopp der besonderen Art legen wir ins Hahndorf ein. Der Ort wurde uns sowohl von Lina und Frank wie auch der Meningie-Bäckersfrau als einen Stopp wert empfohlen. Hahndorf ist Australiens älteste deutsche Siedlung und liegt in den Adelaide Hills. Das Dorf wurde 1838 von lutherischen Flüchtlingen aus Preussen gegründet und nach dem Namen des Kapitäns des Schiffes, mit dem sie angekommen sind, benannt. Heute hat Hahndorf etwas 2’300 Einwohnende. Das deutsche Erbe ist auch heut noch sichtbar, etwas in Form von Bäckereien, mit typisch deutschen Backwaren (z.B. Schwarzwäldertorte, Bretzeln) wie auch Metzgereien mit einer Vielzahl an Wurstwaren, die für Australien eher untypisch sind oder Shopps mit Weihnachtsschmuck und Kuckucksuhren.
Vor der Fahrt nach Adelaide gönnen sich die Herren noch Kaffee und Kuchen und los geht’s. Wir kommen in Adelaide an, beziehen im Franklin Hotel an der Franklinstrasse unsere Zimmer und fahren anschliessend zum Flughafen, wo wir unser Auto abgeben, da wir es hier in Adelaide nicht brauchen. Danke «Öiti» für die gute Fahrt und ein grosses Dankeschön an Jüre und Martin für die sichere Fahrt auf unserer Reiseroute (und auf der – für uns – falschen Strassenseite).
Mit der O-Bahn, einem Bus, der einen Teil seiner Route auf der Strasse und einen anderen Teil auf einem speziellen Beton-Trasse mit Steuerungs-Impulsen zurücklegt, unternehmen wir eine Fahrt, die vor allem Martin freut. Jüre und ich verstehen uns mehr als «Beisitzer». Aber die Fahrt gibt gute Adelaide-Eindrücke.
Danach erkunden wir die quadratisch angelegte Innenstatt zu Fuss weiter und gönnen uns in der Bar 2KW (KW = King William Street) in der Roof Top Bar ein Apéro. Entspannte Ambiente und schöne Aussicht. Im Restaurant «Bread & Bone» gibt’s heute ein Burgers-Znacht (Jüre und Martin mit Wagyu Beef).
Der Verdauungsspaziergang führt uns zum eindrücklichen Victoria-Platz, wo ein wunderschöner Weihnachtsbau steht, den wir – wie viele andere auch – zur blauen Stunde fötelen. Langsam kommt auch bei uns Weihnachtsstimmung auf.
Ein erlebnisreicher Ferientag in und rund um Adelaide geht zu Ende. Wir kehren ins Hotel zurück und lassen den Tag gemütlich ausklingen.
Es regnet in Strömen, als wir heute Morgen erwachen. Aber wirklich echt in Strömen. Easy, ich kann den ersten Satz des gestrigen Tagebuch-Eintrags 1:1 für heute übernehmen und brauche lediglich zu ergänzen, dass es stark windet und wind-chillig kühl ist. Wir machen uns reisefertig und ziehen heute wirklich alles an, was wir an warmen Kleidern verfügbar haben. Sogar meine Nordsee-Mütze kommt zum Einsatz. Da das Wetter so instabil ist, beschliessen wir, zuerst frühstücken zu gehen. Dafür gehen wir ins Union Café. Die Breakfast Burgers (Jüre, Martin) und meine poached eggs ergänzt mit einem frisch gepressten Organgensaft und feinem Kaffee munden vorzüglich. Perfekt gestärkt und voller Elan machen wir uns auf den Weg Richtung Robe-Obelisk. Dieser wurde 1855 für Schiffe in der Guichen-Bucht errichtet. Ziel war es, eine Orientierungshilfe zu schaffen, die bei normalem Wetter bis zu 16 Kilometer weit auf See sichtbar sein sollte. Das pyramidenförmige Bauwerk mit einer Höhe von 12.2 Metern war ursprünglich einfarbig weiss. Dies erwies sich vor dem hellen Hintergrund der Sanddünen als schwer erkennbar. Daher wurde er mit drei weissen und zwei roten Streifen bemalt. So entstand Robes berühmtestes Wahrzeichen. Seit seiner Errichtung sind die weichen Sandsteinklippen, auf denen der Robe-Obelisk steht, stark erodiert, sodass er irgendwann ins Meer stürzen wird. Schön, konnten wir ihn heute bei mittlerweile sonnig-schönem Wetter sehen.
Wir unternehmen noch einen kurzen Spaziergang mit schönster Aussicht auf das smaragdfarbene Meer. Von einem der Lookouts aus erspähen wir sogar noch ein Känguru. Dann fahren wir los in Richtung Meningie, unserem heutigen Etappenziel. Es ist eine Art Chrüsimüsi-Etappe zu Pelikanen im Coorong National Park, die wir nicht finden, dafür stossen wir auf ein Emu (nach einem entsprechenden Strassenschild) und: ein Echidna (heute ohne Strassenschild).
Der Coorong-Nationalpark liegt rund 150 km südöstlich von Adelaide. Die westliche Grenze des Parks liegt bei der Mündung des Murray River. Der Park wurde 1966 als Schutzgebiet für Vögel, Fische und weitere Tiere gegründet. Eine Besonderheit des Coorong ist die Vermischung von Süsswasser aus dem Murray River und dem Grundwasser mit Salzwasser aus dem Südlichen Ozean, die eine vielfältige Flora und Fauna ermöglicht.
Ebenfalls eine Spezialität dieser Gegend sind rosafarbene Seen. Der Hauptgrund für die rosa Färbung ist Salz. So weisen die meisten rosafarbenen Seen Australiens einen Salzgehalt auf, der bis zu 10x höher ist als der von Meerwasser. Dieser hohe Salzgehalt führt zu einer enormen Konzentration salzliebender Bakterien und Algenarten, die reich an beta-carotin sind. Unter bestimmten klimatischen Bedingungen vermehren sich diese Mikroorganismen exponentiell, sodass sich das Wasser rosa färbt.
Ansonsten gibt’s von der heutigen Fahrt wenig zu berichten. Sie verläuft kurzweilig, ist aber auch ein Kilometer «fressen» Richtung Adelaide. Im früheren Nachmittag treffen wir in Meningie ein. Muss man Meningie kennen? Nein, muss man nicht. Wenn in Wikipedia steht, dass Meningie im Oktober 2003 als erste Stadt Australiens ADSL, ein Breitband-Internetzugang, installiert erhalten hat, sagt das alles.
Wir checken im einzigen Motel im Ort (Albert Lake) ein und unternehmen einen kurzen Spaziergang im Ort, den wir im Meningie Hotel zuerst an der Bar und dann im Speiserestaurant mit einem Abendessen ausklingen lassen. Im Restaurant findet an diesem Abend ein Darts-Wettbewerb statt, den wir aufmerksam verfolgen, bevor wir uns auf den Weg zurück in unsere Loge für heute Abend machen. Und hier ist wieder heizen angesagt, denn es ist wieder sehr frisch geworden.
Es regnet in Strömen, als wir heute Morgen erwachen. Aber wirklich echt in Strömen. Und auf den Metalldächern der Häuser tönt Regen in Strömen noch viel imposanter als auf Ziegeldächern. Decke über die Ohren ziehen und froh sein, im Trockenen sein zu dürfen. Als wir wieder erwachen, ertönt der vertrauten gurgelnd-pfeifende Gesang des Flötenkrähenstars. Wenn man ihm zuhört, muss man lachen, weil der gurgelnde Teil seines Gesangs so tönt, als ob irgendwo in der Nähe eine Türe «gieren» würde. Das Pfeiffen, das manchmal hinterher folgt, ist dann wiederum sehr melodiös.
Wir machen uns abreisefertig und gehen vor der Abreise zu Cobbs Backery vis-à-vis von unserer Unterkunft Morgenessen. Huch, eine recht zuckerhaltige Angelegenheit: Frühstücks-Buns, Berliner und Muffins. Insulin-Ausschüttung pur.
Dann fahren wir los, um kurze Zeit später wieder anzuhalten. Wir machen einen wunderschönen Sonntagmorgen-Spaziergang auf der Griffiths Island. Dieser dauert rund eine Stunde und führt durch ein geschütztes Naturgebiet mit einer gewaltigen Vielfalt an Pflanzen und Vögel sowie weiteren Tieren, die wir – mit Ausnahme der Wasserschnecken – heute Morgen aber nicht zu sehen bekommen. Ein weiterer Höhepunkt ist der weiss-rote Leuchtturm inklusive Fliegen-Clustern. Je nach Exposition pustet einen der Wind so richtig durch oder wärmt einen die Sonne, die in der Zwischenzeit den Regen abgelöst hat. Sie wird sich aber den ganzen Tag hindurch einem Techtelmechtel mit dem Regen hingeben. Aber wir haben weitgehend immer Glück, d.h. wenn wir uns draussen aufhalten, zieht sich der Regen zurück.
Heute stehen rund 300 km auf dem Programm mit Etappenziel Robe. Gleich auf den ersten Metern durchfahren wir ein Gebiet mit Echidna-Warnschildern – aber obschon ich überall Ausschau nach den Igel-Tieren mit dem kurzen Schnabel halte, kriege ich den ganzen Tag keines zu sehen. Schade, aber glücklicherweise sind wir dem interessante Wesen am Nobbis Point in freier Wildbahn begegnet.
Schon bald überqueren wir die Grenze zum Staat South Australia und kriegen’s mit einer Zeitumstellung von 30 Minuten zu tun. Noch rasch alle Äpfel essen, um den quarantine restrictions gerecht zu werden und weiter geht’s.
Einen nächsten Stopp legen wir beim Blue Lake in Mont Gambier ein. Der See ist effektiv klar blau – blau wie aus dem Tintenfass. Im Spätsommer und Winter ist er grau. Temperaturabhängig gelangen unterschiedliche Sedimente aus dem Vulkansee an die Oberfläche und erhalten durch die Sonnen-Reflektion einen anderen Farbton.
Auf der Weiterfahrt zum Umpherston Sinkhole/Balumbul kommen wir an einem Krispy Kreme, in das wir zu Kaffee und Doughnut einkehren. Lecker süss. Sinkhole bedeutet, dass das Gestein von eindringendem Wasser ausgespült worden ist. Dabei bilden sich Hohlräume. Wenn das Gestein zu instabil ist, kann es zusammenbrechen und die darüberliegenden Schichten sacken nach, und an der Oberfläche entsteht das Sinkhole. Das Umpherston Sinkhole ist wunderschön bepflanzt und stellt einen tollen Garten auf verschiedenen Etagen.
Wir sehen sogar noch ein possierliches Possum, das etwas enttäuscht zu sein scheint, weil wir ihm nichts zu essen mitgebracht haben. In Form von Früchten und Nüssen dürfte man das.
Von Mont Gambier aus fahren wir nonstop durch nach Robe, wo wir im Robe-Motel einchecken. Eigentlich möchten wir noch einen Strand-Abstecher unternehmen. Da es aber zu regnen beginnt, kehren wir um und machen uns auf den Weg ins Städtchen, wo wir uns noch mit Reiseproviant und Wasser eindecken, bevor wir in einer Mex-Bar zum Apéro gehen und anschliessend im Caledonia Pub ein Curry geniessen. Reis hatten wir in den letzten Tagen nie und irgendwie muss zum Tagesende unseren Magen wirklich noch was richtig Rezentes zugeführt werden.
Wir treffen auf ein Ehepaar aus der Schweiz, mit denen wir uns kurz zu unseren Reisen bzw. Reiseplänen austauschen. Als wir das Caledonia verlassen, regnet’s in Strömen. Diesmal erwischt es uns so richtig. Tropfnass kommen wir in unserem eher kühlen Motel-Appartement an. Puh, trocken Legen von Kleidern, Schuhen und Taschen ist angesagt und Dankbarkeit darüber, ein Dach über dem Kopf zu haben.
Ein weiterer Tag erwartet uns auf unserer Australien-Reise. Bei so einem Roadtrip ist es manchmal schwierig, die Reihenfolge korrekt wiederzugeben oder sich noch genau an das Hotel erinnern. Auch hier: Den Samstag-Bericht am Sonntag Morgen schreiben: Wo haben wir gestern genächtigt? Was haben wir gesehen? Also: Augen schliessen und den gestrigen Tag noch einmal Revue passieren…
Wir haben ja in Port Campbell übernachtet. Und auf dem Road Trip wohl das erste Mal in einem richtigen, mit Steinen gemauerten Haus. Somit haben wir auch gut geschlafen, weil wir nicht erwacht sind, wenn jemand vom Zimmer nebenan aufs WC ging.
Das Wetter war beim Aufstehen durchaus nett, sodass wir einen Spaziergang zum Hafen machten. Es waren nur 150 m, da Port Campbell wirklich ein kleines Dorf ist… Das Restaurant am Hafen war noch geschlossen, sodass wir im Hotel lecker gefrühstückt haben.
Gegen 9:15 Uhr fahren wir los. Der Motor war noch nicht richtig warm, als wir schon bei der ersten Sehenswürdigkeit Halt machten: Beim London Arch. Dies ist ein natürliches Felsentor, welches im Wasser steht.
Bis 1990 war diese Formation ein Doppelbogen, der bis zur Küste reichte und als „London Bridge“ bezeichnet wurde. Der innere Bogen – die Brückenverbindung zum Festland – stürzte am 15. Januar 1990 auf einer Breite von 40 m unerwartet ein. Zwei Touristen, die sich zum Zeitpunkt des Einsturzes auf dem Felsen befanden, mussten mit Helikoptern der örtlichen Polizei geborgen werden. Die Formation wurde nach dem Ereignis in London Arch umbenannt.
Nächster Halt: The Grotto. Dies ist ein Durchbruch im Gestein, welcher natürlich auch durch Erosion entstanden ist. Das Gebilde erhielt seinen Namen wegen seiner Bogenform, die an eine Grotte erinnert. Die Touristenattraktion ist über Holztreppen zu erreichen und auf einer Aussichtsplattform zu bestaunen.
Auch beim nächsten Halt, dem Bay of Islands, sehen wir wieder die gleichen Touristen. Man geht unabhängig aber gemeinsam immer von Stopp zu Stopp. Diese Bay hat – wer hat was anderes gedacht – erodierte Felsen im Wasser 🙂
Der nächste Stopp, Childers Cove, liegt abseits der Great Ocean Road und ist nur über eine Nebenstrasse zu erreichen. Hier hat es keine Touristen und wir sind die einzigen Menschen vor Ort. Hier kann man über eine Treppe direkt bis Strand gehen, muss aber aufpassen, dass man keine nassen Füsse kriegt, da die Wellen fast den ganzen Strand erreichen. Auch hier wieder spüren wir die Winzigkeit der Menschen inmitten des tosenden Wassers. Und man stelle sich vor: Wenn dein Schiff vor 150 Jahren Schiffbruch erlitten hat und du dich an diesen Strand retten konntest (Yeah!!) – du hattest keine Chance das Land zu erreichen, weil die Felsen senkrecht waren und es keine Möglichkeit gab, dort hochzuklettern… Heute hätte es Treppen…
Auch an dieser Küste sehen wir eine spezielle Art von Quallen, welche wir dank Google Lenses als „Portugiesische Galeere“ identifizieren. Hochgiftig, nicht berühren!
Auf der Great Ocean Road geht’s nun weiter nach Warrnambool. Kurz vorher, in Allansford, ist diese Küstenstrasse formell zu Ende. Der Beginn wurde mit einem Tor spektakulär zelebriert, ihr Ende quasi überhaupt nicht. Dass hier fertig ist, weiss nur Wikipedia…
In Warrnambool machen wir einen Abstecher zum Bahnhof, wo wir grad den 12:19 Uhr-Zug nach Melbourne abfahren sehen. Dann geht’s weiter zum Hafen, wo wir zMittag essen.
Die letzten 30 Kilometer des Tages bringen wir problemlos hinter uns und wir kommen in Port Fairy an. Dieser Ort ist recht historisch gehalten und er erinnert uns an eine Film-Stadt im Wilden Westen (der USA).
Gemäss Booking.com sollen wir hier in einem Geschäft den Schlüssel unseres Appartements beziehen. Das Geschäft ist geschlossen und wir warten ein bisschen mehr als 2 Stunden bis wir eine SMS auf meinem Handy sehen, welches das Prozedere für den Zugang zum Appartement erklärt… Die ganze Kommunikation läuft über die Booking-App, aber die wichtigsten Hinweise über SMS… Kann man besser machen.
Wir beziehen unser tolles Appartement und gehen zu Coffin Sally essen. Sallys Sarg? Hmm… witzig, diese Australier… Das Lokal ist sehr speziell – Bedienung, Drinks und Pizzen sind super!
Nach dem Essen gehen wir in unser Appartement, wo uns Jüre ein neues Kartenspiel lernt: das Vögelispiel. Lustiges Spiel, bei welchem man auch Grips braucht… 🙂
Heute war früh Tagwache. Also schon vor 7:00 Uhr waren wir wach und so um 8:00 Uhr haben wir das AirBnB verlassen. Erster Stopp war das Zentrum von Apollo Bay, wo wir in einer Bäckerei einkehrten. Ein Kafi und ein Gebäck. Wer einen Cinnamon Roll gewählt hatte, bekam gefühlt 3 Mahlzeiten…
Wir nehmen die Fahrt auf der Great Ocean Road nach dem Frühstück wieder auf und fahren bis Maits Rest. Dort hat es einen ca 1 km langen Rundweg, der durch den Regenwald führt. Und es ist ein Spaziergang für alle Sinne: Die Gerüche! Die Vogelstimmen! Das tolle Grün der verschiedenen Farne und weiteren Pflanzen. Einfach nur super!
Wir lassen Maits Rest hinter uns und fahren zum Cape Otway welches zum Great Otway National Park gehört. Um diesen Ort zu erreichen zweigen wir von der Great Ocean Road ab und fahren über eine 14 km lange asphaltierte Stichstrecke zum Meer runter. 1846 wurde am Kap ein Leuchtturm errichtet, welcher die Schiffe vor den Klippen warnen sollte. Der Turm wurde ohne Zement und Mörtel aus Natursteinen gemauert, die vom nahe gelegenen Parker River stammten. Der Leuchtturm, 1848 in Betrieb genommen, war der zweite in Australien errichtete und der am längsten in Betrieb befindliche Leuchtturm auf dem australischen Festland. 1850 wurde die erste Wetterstation in Betrieb genommen; auch heute noch ist der Ort ein Wetterbeobachtungspunkt. Eine Telegrafenstation kam hinzu, als Tasmanien 1859 über ein Telegrafenkabel, das von Cape Otway bis nach Launceston reichte, mit dem Festland verbunden wurde. 1942 erbauten amerikanische Truppen auf dem Kap einen Radar-Bunker. Er kann, ebenso wie der Leuchtturm, besichtigt werden. Das Leuchtfeuer wurde im Januar 1994 ausser Betrieb genommen und durch eine solar betriebene Lampe am Fuss des Leuchtturms ersetzt.
Für viele Schiffsbesatzungen im 19. Jahrhundert war der Leuchtturm von Cape Otway die erste Landmarke, die sie nach einer Reise von mehr als 15.000 Kilometern um Afrika herum und durch den Indischen Ozean sahen.
An diesem Ort hat es verschiedene Gebäude, weil hier verschiedene Menschen lebten, um den Ort mit Funkstation und Leuchtturm aufrecht zu erhalten. Es hatte sogar eine Schule vor Ort. Der Turm selber ist lediglich 21 m hoch. Da er aber auf einer Klippe steht, befindet sich das Leuchtfeuer 91 m über Meeresspiegel und kann aus 6 km gesehen werden.
Die Great Ocean Road führt an diesem Teil der Strecke vom Meer entfernt durch. Wir machen einen weiteren Abstecher zum Johanna Beach, der für seine hohen Wellen bekannt ist
An der Great Ocean Road bilden sich teilweise auch Staus. Nicht wegen dem Verkehr, sondern weil ein Tier am Strassenrand erkannt wird und viele Autos deswegen anhalten. Wir machten das ebenfalls, weil es einen Stau wegen einer Koala-Mutter mit ihrem Jungtier gab:
Nach ein paar Kilometern Fahrt waren wir wieder am Meer angelangt und konnten einen weiteren Höhepunkt unserer Reise sehen:
Die 12 Apostel
Die Twelve Apostles sind bis zu 60 Meter hohe, im Meer stehende Felsen aus Kalkstein. Sie sollen nach dem Uluru (Ayers Rock) die meistfotografierte Touristenattraktion Australiens sein. Die Twelve Apostles wurden früher The Sow and Pigs (deutsch: Die Sau und Schweine; Pigs wurden häufig durch Piglets, d. h. Schweinchen ersetzt) beziehungsweise Muttonbird Island genannt. Es wird angenommen, dass der heutige Name 12 Apostel in den 1950er Jahren aufkam, obwohl es schon damals keine zwölf, sondern nur neun Felsensäulen gab.
Bild: Jürg Michel
Bild: Jürg Michel
Die pfeilerartigen Gebilde unterschiedlicher Höhe und Durchmesser entstanden durch die erosive Kraft des Meeres. Jährlich weicht die Steilküste der Klippen um rund zwei Zentimeter weiter zurück. Widerstandsfähigere Partien bildeten zunächst Halbinseln, die später nur noch mittels natürlicher Brücken Verbindung zum Festland hielten. Wie 1990 beim sogenannten London Arch brachen diese Konstruktionen im Laufe der Zeit zusammen, und auch die Felstürme der Zwölf Apostel sind geologisch gesehen nur eine Erscheinung von kurzer Dauer. Trotz ihres Namens bestand die Formation nur aus neun Felsen. Nachdem am 3. Juli 2005 ein 50 m hoher Felsen aufgrund des natürlichen Erosionsprozesses an der Basis des Felsens in sich zusammenstürzte, waren es nur noch acht Felssäulen. Im September 2009 stürzte ein weiterer Felsen ein, von dem ursprünglich angenommen wurde, dass er zu den Aposteln gehörte. Es stellte sich jedoch heraus, dass der eingestürzte Felsen einer Schwesterformation angehörte.
Die Wucht des Meeres ist eindrücklich. Aber auch die Wucht der Touristen, die mit uns die diversen Spots aufsuchten. Dabei war das Wetter nicht mal sehr gut…
Aber die Felsen da im Wasser stehen zu sehen, war schon ein eindrücklicher Moment. Nicht zuletzt im Wissen darum, dass die ganzen Formationen veränderlich sind und wir nicht wissen, ob wir nochmals die Gelegenheit haben, die selbe Konstellation noch einmal zu sehen…
Nach diesem eindrücklichen Naturschauspiel fuhren wir ca 10 km weiter nach Port Campbell, wo wir das erste Mal unseren Hybrid-Toyota auftanken mussten. Der Kunde vor uns hat Benzin in den Dieseltank gelassen und musste sein Auto abschleppen lassen. Das ganze Drama konnten wir live von unseren Hotel-Restaurant aus sehen. Diese Nacht verbringen wir im Waves Hotel. Port Campbell hat rund 400 Einwohnende und ist schnell besichtigt. Vielleicht machen wir morgen einen Spaziergang im Dorf. Heute war nur Bettina kurz im Dorf unterwegs, die Männer hatten zu kalt und mussten ins Apero 🙂
Startpunkt war heute erst um 9:15 Uhr. Früher war fast nicht möglich, da die Reception erst um 8:30 Uhr anwesend war. Wir starteten mit dem Auto für 300 m zum Café „Le Comptoir“. Und das Personal hat tatsächlich französisch gesprochen. Baguette war auch im Angebot. Etwas, was man dort nicht unbedingt erwartet hätte… Im General Store nebenan kauften wir noch ein bisschen Reiseproviant und schon ging’s los in Richtung Westen.
Die erste Attraktion war das Memorial Arch zur Great Ocean Road.
Die Strasse (B 100) ist 243 km lang und verläuft an der australischen Südküste zwischen Torquay und Allansford. Sie gilt als eine der bekanntesten Scenic Routes bei Touristen in Australien. Jährlich besuchen zwischen 6,5 und 7,5 Millionen Menschen diese Region. Diese Strasse wurde wegen ihrer historischen und kulturellen Bedeutung am 7. April 2011 als nationales Denkmal in die Australian National Heritage List eingetragen. Die erste Idee einer Strasse entlang der Südküste Victorias reicht zurück ins Jahr 1864. Diese sollte in erster Linie eine Verbindung der zahlreichen Küstenorte und Fischerhäfen entlang der Küste auf dem Landweg sein, die bis dahin nur per Schiff zu erreichen waren. Konkrete Planungen und Erkundungen für einen möglichen Verlauf der Strecke erfolgten aber erst 1918. Im Jahr 1919 begann der Bau der Strasse. Ausgeführt wurden die Arbeiten von 3000 heimgekehrten Soldaten nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Für diese diente der Bau der Strasse zum einen als Arbeitsbeschaffungsmassnahme durch die Regierung Victorias, zum anderen war es auch die Errichtung eines Kriegsdekmals zum Gedenken an die im Krieg gefallenen Kameraden. Aufgrund der besonderen geographischen und geologischen Gegebenheiten war der Bau sehr schwierig und langwierig. So wurde der erste Abschnitt zwischenTorquay und Lorne im Jahr 1922 fertiggestellt. Als Nächstes folgten einzelne Abschnitte, die von Westen her gebaut wurden. Der letzte und komplizierteste Abschnitt war die Strecke zwischen Apollo Bay und Lorne, sie war im Jahr 1932 fertiggestellt. Seither ist die Strecke durchgängig befahrbar.
Dieses Tor ist der eigentliche Startpunkt zur Great Ocean Road. Wir durchfuhren das Tor und nahmen die Strasse dem Meer entlang unter die Räder. Der erste Stop war ein bisschen vom Meer weg und in der Höhe, die Erskine Falls, Wasserfälle im Wald. Mit dem Auto konnte man fast bis zum Wasserfall fahren, ein kurzer Wanderweg führte durch einen „Dschungel“ mit vielen Farnen zum Wasserfall.
Der Wasserfall ist hübsch anzusehen, aber es gibt sicher höhere Wasserfälle, die wir schon gesehen haben.
Nach dem Besuch dieser Sehenswürdigkeit fuhren wir in Richtung Teddy’s Lookout. Plötzlich sahen wir Autos am Strassenrand parkiert und Menschen, die mit Fotokameras ausgerüstet in den Wald fotografieren. Wir hielten natürlich auch an und sahen…
den ersten Koala in freier Natur!
Wir waren sehr beeindruckt, das Wahrzeichen Australiens „einfach so“ im Wald zu sehen und genossen diesen tollen Moment.
Dann setzten wir die Fahrt zu Teddy’s Lookout fort. Von dort aus hatten wir einen tollen Blick aufs Meer und auf die Great Ocean Road
Wir machten eine kurze Rundwanderung durch den Wald, wo wir verschiedene Vögel und Pflanzen bestaunen konnten. Eindrücklich waren die Eukalyptus-Bäume, die einen tollen Geschmack verströmten.
Kennet River war ein Tipp aus einem Reiseblog. Ein kleiner Ort, der aus einem Campingplatz, einem Lebensmittelladen und ein paar Häusern bestand. An diesem Ort sollen einem die Papageien nur so zufliegen. Natürlich wollten wir uns dies nicht entgehen lassen und wir machten hier einen Zwischenhalt. Die Vögel kamen natürlich nicht zu uns, um uns Freude zu machen, sondern weil sie wussten, dass Menschen vor einem Lebensmittelladen Futter dabei haben – und das wollten sie haben! In der Hoffnung, Futter abzubekommen, kommen sie auf die Schultern, fliegen auf den Kopf oder den Arm. Einem Kakadu ist es gelungen, einem Mann ein Snickers zu stibitzen, welche er sich grad ins Maul schieben wollte. Wir assen je eine Glace und hatten Mühe, diese zu verteidigen. Einerseits war es witzig, den Vögeln so nahe zu kommen, andererseits ist es natürlich nicht schlau, den Vögeln Futter zu geben. Und wenn sie es nicht bekommen, werden sie agressiv…
Königssittich:
Kakadu:
Unser heutiges Tagesziel war Apollo Bay. Das Wetter war sosolala, teilweise Regen und 10 Minuten später wieder Sonnenschein. An der Strasse hatte es unzählige Lookouts und Empfehlungen, wo man anhalten soll.
Am späteren Nachmittag sind wir in Apollo Bay eingetroffen und haben unser AirBnB sofort gefunden. Leider hat der Zahlencode für den Hausschlüssel nicht funktioniert. Es dauerte bis wir merkten, dass wir vor Bungalow 1 statt Bungalow 4 parkiert hatten. Bei Nummer 3 hat der Code sofort funktioniert…
Wir richteten uns im Bungalow ein. Bettina wusch die Kleider und die Jungs reservierten die nächsten Etappen unserer Reise. Am frühen Abend machten wir einen Spaziergang ins Dorf Apollo Bay und assen dort zNacht. Zur Vorspeise genossen wir Känguru. Ja, diese süssen Dinger, denen wir vorgestern noch Futter gegeben hatten und sie so toll fanden…
Wir verlassen unser Melbourne-Airbnb und fahren ein letztes Mal zum Rustica Café, wo wir ein paar Gebäcke zum Kaffee bei Jenny und Steffen holen. Zu Zimt-Schnecken, Pains au chocolat, Mandelgipfel und klassischen Croissants gesellt sich noch eine Vegemite Roll mit Käse. Zurück im Auto startet Jüre das Handy-Navi und lotst Martin (am Steuer) zu Jennys Haus. Wir fahren los und queren die verschiedenen für uns ähnlich und gleich aussehenden Häuserreihen und stehen … wieder vor unserem Airbnb Appartement. Jüre hat die falsche Adresse aktiviert. Wir kriegen uns vor Lachen für einen Moment kaum noch ein. Beim zweiten Anlauf funktioniert’s und schon bald sitzen wir bei Jenny und Steffen und natürlich Ferdi im Esszimmer mit einem leckeren Kaffee (in der Rösterei könnte er nicht besser sein) und verspeisen die mitgebrachten Köstlichkeiten.
Kurz nach 11.00 Uhr verabschieden wir uns von Jenny und Steffen und machen uns auf den Weg zur Great Ocean Road. Jüre und Martin fahren uns abwechselnd Richtung Aireys Inlet, wo wir heute Abend im Hotel Sunnymead übernachten werden. Kurz nach Geelong verlassen wir den Highway und fahren auf Hauptstrassen weiter, um auf der Fahrt möglichst in der Nähe des Meeres bzw. der Küste sein zu können.
Die Farb-Palette der Küstenlandschaft ist überwältigend schön und so geniessen wir einen kurzen Lunch in einem Beach-Club und halten kurze Zeit später an einem Strandabschnitt an, um dort einen Spaziergang zu unternehmen: Den Wind in den Haaren, ein Sandpeeling im Rhythmus der Wind-Boen und das laute Toben der Wellen bilden die Kulisse des Spaziergangs.
Die Strände hier – sagt man – seien die schönsten Surf-Strände schlechthin. Uns zeigen sich hier aber so gut wie keine Surfer. Es scheint, dass auch Surfer arbeiten müssen und nicht mitten am Nachmittag ihrer Leidenschaft föhnen können. Wind hätte es jedenfalls genug, denke ich.
In Torquay – dem inoffiziellen Beginn der Great Ocean Road – legen wir einen Halt ein, um etwas in den Läden der bekannten Surf-Marken O’Neil, Quicksilver, RipCurl etc. zu stöbern. Es macht Spass, sich in diesen Geschäften, die sonst nicht unbedingt mein Ziel sind, zu stöbern. Wir werden alle mit Caps, T-Shirts, Hoodies oder Badeshorts fündig.
Danach fahren wir zum Hotel, finden die Zimmerschlüssel-Karten wie vereinbart unter dem „Bodedecheli“ vor, so dass wir diese beziehen und anschliessend im Restaurant „A la Grecque“ ein griechisches Tavolata-Menü geniessen. Das halbe Dorf scheint hier zu essen und so herrscht rege Betriebsamkeit und eine gute Stimmung. Spannender Side-Fact: Die grösste griechische Population ausserhalb von Griechenland in Melbourne.
Ein kurzer Spaziergang zum Split Point Leuchtturm in Aireys Inlet rundet das feine Essen und den schönen Tag ab.
Auch heute treffen wir uns im Café Rustica zum Frühstück mit Jenny. Steffen geht es gesundheitlich besser und so ist auch er heute dabei. Die Frühstückspezialitäten (salzig oder süss) schmecken sehr und stärken uns für einen ereignisreichen, langen Tag in und um Melbourne herum. Nach dem Frühstück begeben wir uns zum Bahnhof von Brighton und fahren von dort mit dem Zug nach Melbourne in die Stadt, um unser Mietauto abzuholen. Funfact: Am Vorabend haben Jüre und Martin festgestellt, dass beide einen Mietwagen reserviert haben, d.h. zwei Reservationen vorliegen. Glücklicherweise liess sich diejenige von Jüre bis eine Stunde vor Mietbeginn annullieren, so dass wir „reservations-technisch“ aus diesem Mietvertrag rausgekommen sind (die Kostenrückerstattung muss noch folgen). Bei Dollar-Autovermietung beziehen wir unseren Toyota RAV 4 und dann geht’s los in den australischen Links-Verkehr. Martin übernimmt die erste Fahrt zurück nach Brighton, wo wir zum Stand fahren. Auf der Fahrt dorthin erhaschen wir noch einen Blick auf den Queen Victoria Market, der gestern geschlossen hatte und kommen an Melbournes Strandvorort St. Kilda mit der grossen Esplanade und dem Luna Park vorbei. Dann sind wir schon am Brighton Beach mit seinen bekannten bunten Strandhütten angekommen, die man überall auf Bildern sehen kann. Eines der bekanntesten ist dasjenige, das wie die australische Flagge gestaltet ist und von dem aus man gleichzeitig auch noch die Skyline der ungefähr 11 km entfernten City of Melbourne sieht. Das sonnig-warme Wetter komplettiert unser Strandfeeling.
Weiter geht’s mit Jüre am Steuer Richtung Philipp Island. Die 135 Kilometer südöstlich von Melbourne gelegene Insel ist für seine allabendlich stattfindende „Pinguin-Parade“ bekannt. Die Fahrt dorthin ist kurzweilig. Wir kommen zügig voran und unsere Drivers sind einfach top und chauffieren uns souverän und sicher durch die schöne, abwechslungsreiche Landschaft. Wir legen einen Zwischenhalt im Philip Island Nature Park ein. Dort erhalten wir beim Eintritt auch gleich eine Tüte Känguru-Futter und machen uns natürlich gleich auf den Weg zu den eindrücklichen Tieren, die wir aus der Nähe (teilweise sogar auf Augenhöhe) sehen und füttern können. Manchmal crashen die hartnäckigen, leicht aufdringlichen Emus die Fütterung. Sie schleichen sich lautlos von hinten an und begehren natürlich auch Aufmerksamkeit und primär Futter. Wir sehen Känguru-Mütter mit Jungtieren im Beutel und sind überwältigt von dem weichen Fell dieser eindrücklichen Tiere.
Im Nature Park sehen wir Wellensittiche, Kakadus, Regenbogen Lori, Kookaburras und Flötenkrähenstare. Auch der Wombat hält sich bei unserem Besuch ausserhalb seiner Erdhöhle auf und ist am Grasen, so dass wir dieses vermeintlich bärig-knuffige Tier ausgiebig betrachten und uns darüber erfreuen können. Gemäss Jenny ist es auch im Nature Park nicht selbstverständlich, den Wombat zu sehen.
Die Koalas sitzen hoch in den Bäumen – teilweise gut versteckt – und verhalten sich völlig ruhig. Bei unserem Besuch wird gerade der Rasen in ihrem Gehege gemäht. Ein stinkig-lautes Unterfangen, das nicht nur die Koalas, sondern auch uns nicht gross erfreut. Ein kurzes Blinzeln als der lärmige Mäher kurz abgestellt wird, ist die einzige Regung, die wir bei den Koalas ausmachen können.
Begeistert sind wir auch vom Echidna, dem Ameisenigel. Ameisenigel sind eierlegende Säugetiere mit einer Schnauze und Stacheln, die sich hauptsächlich von Ameisen und Termiten ernähren. Auch sie tragen ihre Jungen, nachdem sie geschlüpft sind, im Körperbeutel herum, bis sie gross genug sind, um selbständig zu leben Glücklich und völlig beeindruckt von all den Tieren, die wir erlebt, gesehen und gehört (lachender Hans, gäu Jüre 🙂 ) fahren wir weiter in den Ort Philip Island und essen dort in einer Trattoria zu Abend. Wir sind alle in grosser Vorfreude auf die Pinguin-Parade.
Auf dem Weg dorthin fahren wir noch kurz zu The Nobbies, den Felsen an der Westspitze der Insel. Dort sehen wir die ersten Pinguin-Nester und können zwei Jungtiere erspähen, die auf die abendliche Rückkehr ihrer Eltern warten. Auch sehen wir ein Echidna, das sich seinen Weg durch das unwegsame Buschland bahnt.
Und ja, die Penguin Parade ist ein rechter Massenbetrieb und schon fast ein bisschen voyeuristisch – und eigentlich weiss man am Schluss gar nicht genau wer eigentlich wen beobachtet – aber es ist eindrücklich-schön zu beobachten, wie die rund 32 cm grossen Tiere in kleinen Formationen dem Wasser entsteigen und sich ihren Weg über den steinigen Strand und danach durch das Buschland zu ihren Nestern bahnen.
Gleichzeitig hört man die Rufe der hungrigen Jungtiere, die auf ihre Eltern warten. Man muss dieses eindrückliche, lautlose Spektakel (die Tiere die sich auf dem Bauch ausruhen, das sich leichte Anschubsen, wenn ein Tier auf dem Weg stehen bleibt, das meistens zielstrebige Loslaufen usw.) nicht beschreiben – man muss es gesehen haben.
Alle Pinguin-Fotos wurden von der Website runtergeladen, da das Fotografieren an der Penguin Parade verboten war.
Überwältigt und glücklich machen wir uns gegen 22.00 Uhr auf den Rückweg Richtung Brighton. Die Fahrt dauert rund zwei Stunden und wir kommen kurz vor Mitternacht zu Hause an. Es ist ein Geschenk, einen solch eindrücklich schönen, unvergesslichen Tag verbringen zu dürfen. Danke.
Erstes Highlight am heutigen Tag ist das wunderbare Frühstück im Rustica Café in Brighton. Jenny hat uns das Café empfohlen. Jüre hat nach 48 Stunden Reise- und Aufenthaltszeit eine erholsame erste Nacht in Australien durchgeschlafen und fühlt sich einigermassen ausgeschlafen. Auch wir sind fit und freuen uns auf das Wiedersehen mit Jenny und Steffen. Leider hat Steffen Migräne und ist gezwungen, sich in «dunkler Ruhe» aufzuhalten. Aber er hat ja glücklicherweise Ferdi-Gesellschaft. Von Jennys Daheim geht es mit Bus und Zug ins City Center von Melbourne. An der Richmond Station steigen wir aus und machen uns auf den Weg Richtung der grossen Sportstätten wie dem Australian Football Stadium, dem Melbourne Cricket Ground und der Tennis-Anlagen, in welchen jeweils die Australia Open in Melbourne als erstes Tennis-Turnier des neuen Jahres stattfindet – Rod Laver und Margaret Court Arena sowie die zahlreichen Aussenplätze. Die Aufbau- und Vorbereitungsarbeiten laufen auf Hochtouren.
Das Wetter ist richtig super für eine Städte-Tour. Jenny führt uns zielstrebig zu den Sehenswürdigkeiten von Melbourne: Forum Melbourne (grosser Platz mit Liegestühlen, auf dem gemäss Jenny in den Sommermonaten jeweils Filme gezeigt oder Tennisspiele der Melbourne Open übertragen werden), St. Paul’s Cathedral (schöne, recht dezent gehaltene Kirche, wo wir in Erinnerung an Nick und Orrin eine Kerze anzünden), State Library (wir schaffen’s bis am Schluss auf die Galerie im 6. Stock) und «to be or not to be» ist eine Aussage von William Shakspere, oder?
Degraves Street, eine Art little Italy, das Warenhaus Myer mit den Lego-Weihnachtsfenstern, die uns Lina so schwer angepriesen hat und die wirklich toll sind. Verschiedene mega schöne Shopping Arkaden, einen Teil des riesigen Emporium Melbourne Shopping Centers, die AC/DC-Lane, die Hoiser Lane mit mehr oder weniger eindrücklicher Strassenkunst und dann zurück Richtung Yarra River, wo wir auf einem der floating restaurants, das dieses Jahr im Brasilian style daherkommt, eine Kleinigkeit essen und trinken und den Moment geniessen. Es ist einfach mega cool, zusammen mit Jenny Melbourne zu erkunden. Wir lachen viel, teilen unsere Eindrücke miteinander, staunen und lassen auf uns wirken und können Jennys Melbourne-Begeisterung uneingeschränkt teilen.
Gegen 15.00 Uhr fahren wir mit dem Zug wieder zurück Richtung Brighton und legen in unserem Airbnb eine kurze Siesta ein, bevor wir mit Jenny zur heutigen Abendessens-Location «Elwood Bathers», das am Meer liegt, fahren. Wir geniessen ein wunderbares Abendessen mit 1A Meeresblick. Mir fehlen die Worte, um die persönliche Wertigkeit dieses wertvollen Zusammenseins mit Jenny und Jüre auszurücken. Es isch eifach mega schön. Danke Jenny für die Zeit, die du dir für uns genommen hast und natürlich auch die Einladung zu Lunch und Abendessen.
Wir lassen es heute Morgen genussvoll, gemütlich angehen: YB-Match-Zusammenfassung anschauen (5:0 gegen Winterthur), Tagebuch schreiben, etwas gamen. Sonntags Zeitung lesen liegt leider noch nicht drin. In der Schweiz ist es noch Samstagabend. Zeitlicher Relay ist immer noch etwas ungewöhnlich. Dann machen wir uns abreisefertig und auf den Weg zu einem Frühstücks-Beizli.
Zum Hotel raus, links abbiegen und dann die erste Querstrasse links nehmen und schon fühlen wir uns wie in Italien. Ein Caffè nach dem anderen bietet seine Brekkie-Spezialitäten an. Wir entscheiden uns fürs Andiamo und wählen unsere Frühstücks-Leckereien aus. Martin ein Avo-Toast mit Feta und einem poached Egg, ich ein Frühstücksmüesli mit Joghurt und Erdbeeren. Dazu Toast und Himbeer-Konfitüre. Fantastico und amazing zusammen.
Danach kurz zurück zum Hotel, Gepäck holen und los geht’s Richtung Haltestelle des Trams Nr. 64. Ab der Haltestelle werden wir nach rund 50 Minuten Fahrzeit und 55 Zwischenstopps in East Brighton ankommen. Von dort sind es noch etwa 10 Minuten zu Fuss bis wir bei Jenny und Steffen eintreffen. Jüre, der heute Morgen früh ebenfalls in Melbourne angekommen ist, ist auch schon dort. Ein freudiges Hallo und feste Drückis zur Begrüssung – wir freuen uns alle, einander hier in Australien wiederzusehen. Wir trinken kurz etwas bevor wir gemeinsam, das sich in der Nähe befindende AirBnb aufsuchen, wo sich Jüre, Martin und ich kurz einrichten, bevor es zu Fuss wieder zurück zu Jenny und Steffen geht, wo wir einen gemütlichen Barbecue-Abend verbringen. Schön und kurzweilig – schön auch, weil wir alle Zeit haben für dieses Zusammensein. Ferdi zeigt Kunststücke und geniesst es, ein bisschen im Mittelpunkt zu sein…
Bei Jüre schleicht sich langsam die grosse Müdigkeit ein, so dass wir uns gegen 19:00 Uhr zurück zur Unterkunft aufmachen und uns in unsere Schlafgemächer zurückziehen.
Wir haben herrlich geschlafen in unserem bequemen Boxspring-Bett und wachen erholt und voller Tatendrang auf. Nach einem kleinen Frühstück warten wir um 10.00 Uhr in der Lobby auf Lina und Frank. Freudige Begrüssung und los geht’s – nicht wissend, was der Tag uns bringen wird. Wir sind eigentlich von einem gemeinsamen Stadtrundgang durch Melbourne ausgegangen, doch sie unternehmen mit uns einen Ausflug ins Beach-Umland von Melbourne, was für uns auch stimmig und schön ist. Denn ohne Lina und Frank hätten wir dieses Gebiet nicht zu sehen bekommen.
Zuerst steuern wir Arthurs Seat an, eine Gurten-ähnliche Erhebung auf der Mornington-Halbinsel, die ungefähr 85 km ausserhalb von Melbourne liegt. Wir fahren auf die Hügelkuppe, trinken Kaffee und fahren danach mit der Seilbahn von der Bergstation zur Talstation und dann wieder rauf auf den Berg, um danach in die andere Richtung als auf der Anreise, wieder den Hügel runterzufahren. Funny, but why not?
Wir fahren weiter nach Portsea, wo wir in einer schönen Location zu Mittag essen. Die Fahrzeit ist mit Gesprächen, in denen wir uns über die Geschehnisse der letzten Monate und Aktuelles aufdatieren, viel lachen und uns ob der schönen Gegend erfreuen «gefüllt». Von der Morington Halbinsel lässt sich dann und wann «through the dust» die Melbourne Skyline erkennen. Wir fahren ins hübsche Sorrento (wo auch auf Mornington, gemäss Lina die Reichen und Schönen ihre Häuser haben) und besuchen dort den Backbeach (inkl. Strandspaziergang beim Ocean Beach Park) und den Frontbeach, wo man noch einen nachgebauten Teil der einstigen Dampftram-Verbindung zwischen Sorrento und dem Ocean Beach Park sehen kann. In den späten 1800er Jahren war dieser Ort ein Touristenmagnet. Die Ausflügler reisten von Port Philipp Bay mit Schaufelrad-Dampfschiffen nach Sorrento an und gelangten über eine Fussgängerbrücke zum Steam Tram Hill, von wo aus sie mit dem Dampftram ins Städtchen Sorrento (mit dem noch heute in Betrieb stehenden Hotel Continental) oder eben weiter nach Ocean Beach Park fahren und sich dort verlustieren konnten. Denn sowohl Lage wie Aussicht dort sind wirklich breathtaking.
Wir geniessen die gemeinsame Zeit. Frank wird später sagen, dass es ihn berührt, dass wir uns nach zwei Jahren, in denen wir uns nicht mehr gesehen haben, miteinander den Gesprächsfaden wieder aufnehmen können, als hätten wir uns vor einer Woche zum letzten Mal gesehen. Und ja, so ist es. Auch wenn ich merke, dass die vielen Eindrücke, die konstante Konversation in englischer Sprache und auch die kurvenreichen Strassen mir auf allen Ebenen viel Energie abverlangen.
Von Sorrento setzen wir unsere Fahrt fort durch Ortschaften wie Rye, Rosebud und Marthas Point. Alles Orte, an denen viele Melbournians ihre Beach Houses stehen haben. So auch Lina und Frank, die ihres, das in Tootgarook steht, aktuell gerade erneuern und vergrössern lassen. Wir besuchen die Baustelle, was sehr interessant ist, weil das Beach House eigentlich wie ein normales Haus daher kommt. Also so eine Art Zweitwohnsitz darstellt. Obschon die drei Kinder von Lina und Sergi erwachsen sind – Emilie wird am kommenden Samstag, 29.11.2025 ihren langjährigen Freund Nick heiraten -, erhält jedes der Kinder ein eigenes Zimmer, das dann später auch Platz für Etagenbetten bieten soll, wenn die Kids selbst Kinder haben. Es ist berührend Lina zuzuhören, wenn sie ihre Erinnerungen an kurzweilige Ferientage in der Jugend mit den anderen Beach Houses Kindern, die gemeinsame Zeit mit ihren Eltern oder auch später die Zeit als junge Familie mit ihren Kindern teilt. Schön, dass sie sich ihr Zuhause an diesem erinnerungsträchtigen Ort ausbauen lassen. Lina erwähnt immer wieder, dass dies ihre Legacy für ihre Kinder sei, genau so wie sie das Haus von ihrer Mutter erhalten habe, weil diese gewusst habe, wie viel ihr das Haus bedeutet.
Auf der Fahrt zurück nach Melbourne kommen wir auch noch durch den Stadtteil Brighton durch, in dem Jenny lebt. Morgen werden wir sie hier besuchen und ein Wiedersehen mit Jüre haben, der sich zeitgleich zu unserem Ausflugstag mit Lina und Frank auf der Anreise nach Melbourne befindet.
Kurz vor acht sitzen wir in einem der Beizlis, die dicht aneinander gedrängt an der Yarra-Uferpromenade stehen und essen dort gemeinsam zu Abend. Es ist immer noch sehr kurzweilig und lustig, auch wenn wir alle etwas ermüdet sind. Danke Lina und Frank für diesen unvergesslich tollen, erlebnisreichen Tag.
Seit wir unsere ersten Erkundungs-Spaziergänge in Sydney unternommen haben, sind wir zu Weilen etwas verunsichert, wenn es darum geht, Geräusche zuzuordnen. Konkret haben wir es – wie bereits beschrieben – mit für uns unbekannten Vogelarten zu tun, die teilweise kurze, schrille Pfiffe von sich geben, die ähnlich tönen, wie ein Autoalarm. Aber es sind dann eben glücklicherweise „nur“ Vögel, d.h. es ist nichts geschehen. Wenn beim Fussgängerstreifen die Grün-Phase für die Fussgänger:innen beginnt, gibt’s einen ähnlich schrillen kurzen Ton. Darauf folgt eine Salve lauter mechanischer Töne, die einen so erschrecken, dass man nichts wie wegwill und instinktiv losrennen möchte. Langsam kriegen wir den Unterschied aber hin und gewöhnen uns an diese Geräuschkulisse.
Heute geht der Wecker um 05.45 Uhr. Wir machen uns reisefertig und verlassen das Hotel Richtung Central Station. Gut haben wir uns gestern im Bahnhof schon etwas umgesehen. Denn heute Morgen regnet es stark, so dass wir froh sind, auf kürzestem Weg zum Abfahrtsbereich der Fernverkehrszüge zu gelangen.
Am Bahnhof reicht es noch für ein kurzes Brekkie, d.h. einen Kaffee und ein Gebäck und dann müssen wir los. Unser Zug nach Melbourne fährt um 07:40 Uhr. Und er fährt auf die Minute genau. Wir haben in der ersten Klasse zwei Plätze am Fenster reserviert.
Kaum haben wir Sydney und seine Vororte verlassen, sehen wir die ersten Kängurus. Wir freuen uns darüber wie kleine Kinder. Es gibt auch Kakadus, Regenbogenloris, Kühe, Schafe und Pferde zu sehen. Die Fahrt verläuft durch unterschiedliche Wetter- und Landschaftsgebiete. Regen in Sydney, dann sonnige Gebiete unmittelbar gefolgt von mit Nebelschwaden durchzogenen mystischen Waldlandschaften und dann plötzlich das schönste Wetter in teilweise flachen, teilweise hügeligen Landwirtschafts- und Brachland-Zonen.
Die Besiedelung ist recht unterschiedlich. Wagga Wagga (der Name kommt aus der Sprache der hier ansässigen Wiradjuri-Aborigines und bedeutet „viele Krähen“) z.B. ist mit knapp 50 000 Einwohnenden die grösste Stadt im Inneren von New South Wales und die fünftgrösste Stadt im Inneren von Australien!
Teilweise halten wir aber auch an Stationen, die einsam mitten in der Prärie liegen. Die Reise gestaltet sich über die 10 Stunden Reisezeit, in der wir 963 Kilometer Strecke zwischen Sydney und Melbourne zurücklegen, kurzweilig. Auch ohne WLAN, ohne Stromanschluss – wir kommen durch. Mit lesen, gamen, dösen, die Landschaft nach Kängurus und anderen Tieren screenen und zwischendurch was essen (es gibt einen Barwagen, der pre-cooked Lunches anbietet, die aufgewärmt werden – alles eigentlich recht gut) vergeht die Zeit kurzweilig. Um kurz nach halb sieben am Abend treffen wir in Melbourne ein.
Wir stellen fest, dass unser Hilton Double Tree Hotel nicht bei der Melbourne Southern Cross Station, sondern bei der Flinders Street Station liegt. Da wir den ganzen Tag nur gesessen sind, kommt uns der 20-minütige Spaziergang dorthin durch das Freitagabend-wuslige Stadtzentrum nicht ungelegen. Und mit unseren Taschen sind wir ja sehr mobil. Beim Hotel angekommen, müssen wir uns noch kurz gedulden, bis wir unser superduper Zimmer im 14. Stock beziehen können. Das Hotel verkürzt uns die Wartezeit mit einem Apéro. Und dann können wir das coole Zimmer mit der noch cooleren Aussicht, das uns Martin gebucht hat, beziehen. Wir sind so begeistert, dass wir uns entscheiden, uns das Abendessen aufs Zimmer bringen zu lassen. Wir geniessen diesen Abend für uns in vollen Zügen. Morgen werden wir den Tag mit Sergis verbringen und das wird voraussichtlich wild werden. Darum lazy evening on our own, so dass wir morgen gechilled in den Tag starten können.
Wir sind im Ferien-Modus angelangt und erwachen erholt an diesem wettermässig „halbschönen“ Sydney-Donnerstag. Für unser Frühstück hat uns Martin ein Bäckerei-Café in der Innenstadt ausgesucht, das den sympathischen Namen „The Grumpy Baker“ trägt. Der freundliche Herr in der Bäckerei bereitet Martin ein Croissant mit Butter und Himbeer-Marmelade und mir ein Cheese Toasty mit Tomate zu. Beides schmeckt sehr lecker und wird Outdoor, etwas versteckt in einer schmalen Verbindungsgasse zwischen zwei Hauptstrassen, verspiesen. Wenn man nicht bewusst nach dem Grumpy Baker sucht, findet man den nicht – eine Art „hidden place“.
Nachdem wir gestern Abend in einem italienischen Restaurant mit dem Namen „Bastardo“ gegessen haben und eben heute Morgen im „Grumpy Baker“ staunen wir etwas über die Namensgebung der Lokalitäten. Aber wie gesagt, die Food-Qualität ist das wichtigste und dies war an beiden Orten der Fall.
Nach dem Frühstück schlendern wir zum Circular Quay, um dort die Fähre nach Manly zu nehmen. Und irgendwie haben wir uns mit Sydney schon etwas vertraut gemacht, die Orientierung gestaltet sich zunehmend einfacher. Die Manly-Anreise gibt noch einmal einen schönen Blick auf die Stadt mit den Hochhäusern des Central Business Districts, der Oper und der Harbour Bridge frei. Diesmal wieder aus einer anderen Perspektive.
In Manly angekommen, sehen wir als erstes auf dem Vordach des Fähranleger-Gebäudes eine Schar Kakadus – die grossen, weissen Papageien-Vögel mit dem gelben Kamm. Wir freuen uns über ihren Anblick und ihr Gezeter. Denn bisher kannten wir diese schönen Wesen nur aus dem Zoo oder aus den Käfigen der Tierhandlung „Zoo Grob“ beim Bubenbergplatz. Aber den gibt’s ja auch schon längere Zeit nicht mehr.
Danach schlendern wir durch die Fussgängerzone „The Corso“, die von hübschen Häusern gesäumt ist Richtung Ozeanstrand. Der Strand-Spaziergang macht Spass und tut gut. Das Pazifik-Meerwasser ist frisch, wohltuend erfrischend. Es macht Spass, den Schulklassen beim Surf-Unterricht mit den mega coolen Surf-Instructors zuzuschauen. Das hätte bei uns mit Herrn Jenni bestimmt nicht so cool ausgeschaut.
Da es sonst nicht viel zu sehen und tun gibt, kehren wir danach wieder mit der Fähre zurück ins Stadtzentrum und gehen zum Queen Victoria Building (abgekürzt: QVB), das einen ganzen Häuserblock einnimmt. Der ehemalige Obst- und Gemüsemarkt Sydneys wurde umfangreich saniert und 1898 offiziell als exklusives Shoppingcenter wiedereröffnet. Das gläserne Gewölbedach, die schönen Fussböden und die bunten Mosaikfenster beeindrucken beim Durchschlendern.
Im Café Mozart gönnen wir uns einen Kaffee und Kuchen-Stopp zur Stärkung. Danach ein kurzer Abstecher zum klassisch-schön gestalten Weihnachtsbaum im grossen QVB-Treppenhaus.
In der Folge spazieren wir Richtung Darling Harbour. Da, wo früher graue und verkommene Industriedocks standen, wurden in den 80iger-Jahren im Rahmen der 200-Jahrfeier Australiens ein modernes Einkaufs- und Vergnügungsviertel aus dem Boden gestampft. Die Restaurants entlang der Promenade sind fest in kommerzieller Hand von Aperol Spritz.
Wir geniessen die entspannte Zweisamkeit – ich kann’s manchmal immer noch fast nicht glauben, dass wir ins Australien sind – und fahren dann mit der Metro zurück zur Central Station. Unser Hotel ist wirklich sehr „central“ gelegen. Rasch rekognoszieren wir den Weg, den wir am morgigen Tag gehen müssen, um zum Zugsbahnhofs-Teil zu gelangen, von wo wir den Zug Richtung Melbourne nehmen werden. Dann kehren wir im angekündigten Regen zurück zum Hotel und gehen ins Restaurant Marks & Vinnie Abendessen. Mal ein weniger spektakulärer Name aber auch eine weniger spektakuläre Menu-Auswahl. Müde, aber reich an Eindrücken kehren wir zurück ins Hotel zurück und fallen in unser Bett.
Das Jetlag verarbeiten wir immer besser! Dieses Mal erwachen wir erst um 6:00 Uhr…
Wir starten in den Tag und gehen zuerst in die Humble-Bäckerei zum Frühstück. Diese befindet sich im Quartier und es ist bereits schon so warm, dass wir draussen sitzen können.
Dann fahren wir mit Zug und Bus zum bekannten Bondi Beach. Hier fanden während den Olympischen Spielen die Beachvolley-Wettbewerbe statt. Wir statten dem Speedo Café einen Besuch ab und trinken was. Dieses Café ist weltweit das #1 instagrammable Café. Drum ist es auch auf unserer Liste. Warum genau das Lokal #1 ist, ist jedoch nicht ganz klar, vielleicht wegen der Aussicht auf den Strand?…
Dann legen wir los und machen den Coastal Walk von Bondi Beach nach Coogee. Es ist keine schwierige und lange Wanderung, die uns schön der Küste entlang führt. Sie bietet viel Ausblicke auf den Südpazifik und zeigt auch die Küstenflora sehr schön. Es ist Frühling, viele Bäume blühen und in den Hibiskus-Bäumen befinden sich farbige Papageie, die im Blätterwerk fast nicht erkennbar sind. Regenbogenloris seien das, sagt die App. Man sieht sie wirklich fast nicht, aber man hört sie umso besser…
Nach Ankunft in Coogee assen wir was Kleines und fuhren dann mit Bus und Tram wieder zurück ins Zentrum von Sydney. Wegen Bauarbeiten fährt das Tram nicht bis zum Circular Quay, wo die Fähren abfahren, sondern nur bis zur Townhall. Dann nehmen wir halt den Rest unter die Füsse… Im Circular Quay nehmen wir die Fähre zum Sydney Olympic Park, wo 2000 die Olympischen Spiele stattfanden. Die Fahrt mit der Fähre durch die verschiedenen Seitenarme des Meeres war toll und wir haben es genossen.
Der Sydney Olympic Park ist heute ein Naherholungsgebiet und unmittelbar bei der Schiffländte sieht man nichts mehr von den Olympischen Spielen. Es hat noch ein paar Stadien, die wir aber nicht aufgesucht haben. Zudem ist dieser Bereich nun ein neuer Stadtteil mit spannender Architektur.
So entschieden wir uns schon bald für die Rückfahrt mit der Fähre wieder zurück ins Zentrum. Dieses Mal haben wir eine Schnellfähre erwischt, welche uns nach Sydney bringt. Mit einem Affenzahn von ca 35 km/h brettert das Schiff über die Wellen. Der Kapitän hat nur einmal ein wenig abgebremst, als er durch eine Segelregatta fahren musste. Aber alle Segler haben aufgepasst und es ist nichts passiert.
Nach Ankunft am Circular Quay schliessen wir den heutigen Tageskreis und gehen bei Bastardo Abendessen. Das Restaurant befindet sich direkt neben der Bäckerei Humble, die wir am Morgen besucht haben. Nun sind es nur noch noch ein paar Schritte zum Hotel.
Einen Wecker bräuchten wir heute eigentlich nicht. Jetlag-bedingt sind wir kurz vor 5:00 Uhr bereits wach. Und das ist gut so, denn um 7:00 Uhr müssen wir wieder beim Opera House sein. Heute steht eine morgendliche Führung „behind the scene“ inkl. Frühstück an. So verlassen wir kurz nach 6:00 Uhr das Hotel und fahren von der Central Station wieder zum Circular Quay. Von dort geht’s im morgendlich warmen Licht und mit weniger Betrieb als am Vorabend zur Sydney Opera und zum Treffpunkt beim Bennelong Point.
Bennelong war ein australischer Ureinwohner. Er diente als Vermittler zwischen den Ureinwohnern und den britischen Kolonialherren. Das erfahren wir von Bella, unserer Guide, die uns unaufgeregt, spannend und auch ein wenig Stolz die Geschichte, Logistik-Prozesse und Organisation der Abläufe bei Opern-, Schauspiel- und Konzertveranstaltungen hinter den Kulissen vorstellt. Wir sehen Kulissen-Aufzüge, die auf zwei Flächen bis zu 20 Tonnen verschieben können, die Orgel, den Greenraum, den Aufwärmraum fürs Ballett, die Garderoben, in denen die Tütüs und sonstigen Requisiten für die Sleeping Beauty Aufführungen auf ihren Einsatz warten. Die Zeit vergeht wie im Flug – Treppen rauf und runter, kurz den Dirigenten-Stab geschwungen, die Obermaschinerie mit Scheinwerfern und Requisiten-Teilen bewundert, die unterschiedlichen Vorstellungsräumlichkeiten angeschaut und noch ein kurzer Abstecher auf die Terrasse und dann … gibt’s Frühstück. Der Rundgang hat hungrig gemacht und so freuen wir uns über die Stärkung.
Das Sydney Opera House ist nebst der Harbour Bridge das Wahrzeichen von Sydney. Ein Blick auf das markante muschel-förmige Gebäude und man weiss sofort, um welche Stadt es geht. Der Bau geht auf den Entwurf des dänischen Architekten Joern Utzon zurück. Nach einer 14-jährigen Bauzeit wurde das Opera House 1973 von Elisabeth II eröffnet. Seit dem 28. Juni 2007 ist es in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbe eingetragen.
Gegen 9:30 Uhr treten wir auf den sonnengefluteten Vorplatz und beschliessen, der Promenade Richtung botanischer Garden zu folgen. Von hier aus hat man eine tolle Sicht von der gegenüberliegenden Seite auf das Opera-Gebäude und spaziert den teilweise schattenspendenden Bäumen aus aller Welt entlang, was in Anbetracht der warmen Temperaturen sehr angenehm ist.
Auf den gut unterhaltenen Grünflächen gibt es auch den einen und anderen australischen Vogel wie z.B. den Australibis mit seinem langen Schnabel zu sehen. Wir geniessen die Wärme hier, wohlwissend, dass der erste Schnee heute Bern erreicht hat.
Wir verlassen den botanischen Garten auf Höhe der National State Library, in der wir uns den grossen Lesesaal anschauen gehen.
Von dort ziehen wir weiter an den alten Gebäuden von Parliament House, Sydney Hospitals, The Mint (hier kehren wir für eine kleine Erfrischung ein) und der Hyde Park Barracks vorbei und finden uns kurze Zeit später in der trubligen Shopping-Welt rund um den Martins-Platz wieder. Es folgt ein kurzer Uniclo-Abstecher. Der Jetlag macht sich leicht bemerkbar und so gönnen wir uns einen Espresso und eine Glace bevor wir uns, um wieder richtig da zu sein. Anschliessend schnappen wir uns die nächste Fähre, die nach Kirribilli, die noch wieder eine andere Sicht auf das Opera House gewährt.
Wieder zu Fuss geht’s in das The Rock Viertel, das hübsch anzusehen ist und durch schöne Lädchen und Restaurants besticht. Wir besuchen ein italienisches Restaurant mit dem Namen «Zia Pina» auf, essen eine Pizza und machen uns dann auf den Weg zurück ins Hotel57. War das ein cooler Tag, den uns Sydney heute geboten hat.
Mit rund einer Stunde Verspätung starten wir in Abu Dhabi. Draussen ist es dunkel, man fliegt ins nichts. Rund 13 Stunden Flug…
Schlafenszeit wäre angesagt, aber der Nachtessensservice zieht sich hin. Um halb zwei lege ich den Sitz horizontal und versuche zu schlafen. Ich schlafe in einem Flugzeug eigentlich selten gut. Mit dieser Ausnahme. Klar bin ich ein paar Mal erwacht, aber als ich definitiv erwacht bin, befindet sich das Flugzeug bereits über Australien. Auf der Karte sieht man den Uluru aka Ayers Rock. Durchs Fenster jedoch nicht. Aber beim Anflug auf Sydney sehen wir die Harbour Bridge und das Opernhaus! Stadtrundflug inklusive also!
Die Einreise in Australien ist recht unspektakulär. Es läuft alles automatisch: Pass in den Automaten halten und es wird eine Einreisekarte ausgespuckt, welche man später wieder abgibt. Ein kurzes Interview mit einem Beamten, der wissen wollte, ob wir Pouletfüsschen dabei haben. Haben wir nicht, nur Gewürz für Jenny…
Und schon sind wir angekommen. Booking.com hat uns einen Taxitransfer zum Hotel angeboten, welchen wir in Anspruch genommen haben. 20 Minuten später waren wir bereits im Hotel eingecheckt.
Unser erster Ausflug ging zum Opernhaus.
Nun standen wir also hier, an diesem Punkt, von dem wir schon so viele Bilder gesehen haben. Links die Harbour Bridge, rechts das Opernhaus (welches aus der Ferne irgendwie eindrücklicher ist…). Ein eindrücklicher, emotionaler Moment…
Es ist längstens Nacht geworden und wir essen was beim Circular Quay. Trotz ein wenig Schlaf im Flugzeug dauerte es nicht lange, dass wir nach Rückkehr ins Hotel rasch einschlafen.
Die Nacht war begleitet von Flugzeugen, die über unser Hotel donnerten. Malpensa ist ein Flughafen mit 24h-Betrieb. Aber schlimm war es eigentlich nicht, wir haben gut geschlafen.
Um 7:15 Uhr fahren wir mit dem Shuttle von Terminal 2 zum Terminal 1. Regen begleitet uns. Die Gepäckaufgabe geht zügig vonstatten, wie auch die Sicherheitskontrolle, sodass wir schon bald in der Lounge sitzen und ein leichtes Frühstück zu uns nehmen. „Leichtes Frühstück“, da wir nicht wissen wie wir auf dem Flug durchgefüttert werden…
Der Transfer zum Flugzeug erfolgt mit einem Bus, der Einstieg ins Flugzeug im Regen über eine ungedeckte, wacklige Treppe… Aber schon bald sitzen wir auf unseren Sitzen, die nun für 6 Stunden unser zu Hause sein werden… Bettina hat einen Sitz, der rückwärts zur Flugrichtung ist. Haben wir so auch noch nie gesehen…
Wir installieren uns und befinden uns schon bald in der Luft. 6 Stunden bis Abu Dhabi. Wir geniessen das „Inflight Entertainment“ mit dem grossen Bildschirm, schauen Filme oder verfolgen den Weg unserer Reise: Milano – Belgrad – Istanbul – dann über Anatolien – Baghdad – Kuwait bis nach Abu Dhabi, ein Emirat in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Dabei fällt auf, dass auf der Karte auch ein „Mekka-Pointer“ angeboten wird. Logisch, Etihad ist eine arabische Airline, und falls gläubige Moslems während dem Flug beten wollen, können sie sich immer Richtung Mekka ausrichten.
Die Reise ist kurzweilig, und die 6 Stunden vergehen „wie im Flug“ hihi…
In Abu Dhabi besuchen wir kurz die Lounge. Sie ist dreistöckig! Wir kehren nicht ein, um noch was zu essen, sondern um die Zeit bis zum Abflug nach Sydney zu überbrücken. 35 Minuten Verspätung sind angekündigt…