Dienstag, 5. Mai 2026: Highlight Küstenwanderung

Unsere Unterkunft, die Villa Elena in Varazze ist ein typisches italienisches Hotel. Der Speisesaal ist luftig-hell und lädt zum Verweilen ein. Ein Tisch steht neben dem anderen und so kommt man dann auch sehr rasch mit den Tischnachbarn ins Gespräch. Bei uns sind das der 101-jährige italienische Papa mit seinem Sohn im Rentenalter. Der Papa hat früher als Motorradmechaniker die Moto GP begleitet und so in den 1950er Jahren und die ganze Welt bereist. Er kommt ins erzählen (längerer Dialog zwischen ihm und Martin). Der Sohn erzählt mir währenddessen, dass sein Vater immer noch Weihnachtskrippen bastelt und ausser dem schlechten Gehör immer noch topfit sei. Und ja, das sieht man. Der Herr Papa ist in Anbetracht seines Alters sehr in Form. Plötzlich spricht er seinen Sohn an und sagt im «Lascia gli mangiare». Ich kann mir ein Lachen nicht verkneifen. Der Sohn gibt uns noch einen Ausflugstipp und meint, dass das Wetter nach dem morgendlichen Regen jetzt nur noch besser werde.
Wir geniessen das Zmorge und machen uns dann wander-fertig, um den Wandertipp in die Tat umzusetzen.

Von Varazze führt ein wunderschöner Küstenweg im Parco del Beigua über Cogoleto nach Arenzano. Der Weg bietet eine wunderschöne Kombination aus Natur und historischer Eisenbahnromantik, denn die Route folgt einer ehemaligen Eisenbahnlinie und führt durch alte, beleuchtete Eisenbahntunnel und entlang der Küste mit ihren felsigen Buchten und lässt uns atemberaubend schöne Panoramen des Ligurischen Meeres geniessen – eingerahmt von typischen mediterraner Vegetation.

Unterwegs auf der alten Bahntrasse
Unterwegs auf der alten Bahntrasse
Unterwegs auf der alten Bahntrasse

Ab und an sieht man noch die ehemaligen Bahnwärter-Häuschen, die jetzt teilweise als private Domizile umgenutzt wurden. Kurz nachdem wir losgezogen sind, zieht noch einmal eine Schauer auf. Wir setzen uns in eines der Bagni-Cafés und lassen den Regen vorüberziehen, um danach bei strahlend schönem Sonnenschein weiterzuwandern.

Die Saison hat noch nicht begonnen

Welch ein genussvoller erster Ligurien-Ferientag. Die Küsten-Flora ist optisch wie olfaktorisch unbeschreiblich. Da blühen an Hängen voller wilder Vegetation die schönsten Passionsblumen. Die Blume war eine Lieblingspflanze von Maman. Zwischendurch habe ich ihm eine Topf-Passionsblume ins Pflegeheim gebracht. Es hat sich darüber immer sehr gefreut, mir aber auch immer wieder
gesagt, dass Passionsblumen keine Zimmerpflanzen seien und daher in Töpfen nie gut gedeihen würden. Tja, ist so – die Schönheit dieser Blume in dieser Wildnis ist der Beweis
dafür.

Passionsblume

In Cogoleto nehmen wir eine kleine Stärkung zu uns. Der Ort (letzte Gemeinde der Provinz Genua an der Riviera di Ponente) ist bekannt für seine Strandpromenade, die Lungomare Europa genannt wird und die längste des «Ponente» ist. Auch heisst es, dass Christoph Kolumbus hier geboren sein soll.

Und weiter geht’s der Küste entlang nach Arenzano. Dort
angelangt, machen wir uns auf den Weg zum Bahnhof, um mit dem Zug wieder nach Varazze zurückzukehren. Kurz vor dem Bahnhof kreuzt noch eine Pfauen-Truppe unseren Weg. Das Federkostüm des einzigen männlichen Tiers ist schon beachtenswert.

Zurück in Varazze schlendern wir noch etwas durch den Ort, gönnen uns einen Aperitivo und essen dann in einer gut frequentierten Pizzeria eine Pizza! E poi: buona notte.

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