Nach dem Frühstück ging’s los Richtung Camogli. Diesen Ort hatte ich schon länger auf meiner „Bucket List“. Ich weiss nicht mehr, wie er drauf gekommen ist, vermutlich nach einer TV-Reportage über Ligurien (korrekt: hier ab 1:00:14 schauen – spannende Sache…).
Wir fahren mit dem Zug von Varazze direkt nach Camogli. Es zieht sich, bis wir dort sind, viele Langsamfahrten wegen Baustellen, aber schlussendlich kommen wir in Camogli an.
Und kaum sind wir ausserhalb des Bahnhofs sehen wir bereits die ersten Häuser, die wunderbar bemalt sind. Man meint, es sind Stuck-Elemente, aber nein, alles Fake da gemalt. Aber wunderschön! Und die optische Täuschung gelingt wirklich gut!
Wir gehen durchs Städtchen und kommen zum Strand. Genau! Dieses Bild wollte ich einmal live sehen.
Wunderschön. Eindrücklich… Wir schlendern der Promenade entlang, kaufen Proviant ein und entscheiden uns, mit der Wanderung auf der Portofino-Halbinsel zu starten.
Die Idee war, hoch nach San Rocco di Camogli zu wandern, dann runter ans Meer zum Porto Pidocchio und von dort mit dem stündlich verkehrenden Schiff wieder nach Camogli zu fahren.
Los geht es über einen Weg bzw. Treppen hoch nach San Rocco. Unterwegs sehen wir einen Fasan. Er war so nahe, wir hätten ihn berühren können. Irgendwie war er gefangen, da auf der einen Seite wir, auf der anderen Seite ein Maschen-Draht-Zaun war. Sachte sind wir an ihm vorbei – und haben den Anblick genossen.
In San Rocco sind wir nun schon über 200 müM und von hier aus haben wir eine phantastische Übersicht auf die Bucht von Camogli.
Nach einem kurzen Regenstopp geht’s weiter hinunter ans Meer. Schon wieder haben wir 200 m Höhendifferenz, dieses Mal nach unten. Wir erreichen den Hafen, welcher sehr klein ist. Der Fahrplan sagt deutlich, dass stündlich ein Schiff fährt. Wir haben das 15:15 Uhr-Schiff um 3 Minuten verpasst, was uns aber nichts ausmacht. Komisch ist nur, dass wir während der Wanderung nie ein Schiff gehört hatten. Ich rufe die Reederei an und die sagt mir, dass sie bei diesem „tempo brutto“ nicht fahren und den Verkehr eingestellt haben. Sie fahren nur bei schönem Wetter…
Nun gut, das Mittelmeer war sicher nicht spiegelglatt. Aber es war auch nicht wellig, dass man nicht hätte anlanden können. Zumindest ein Kapitän-Profi müsste das doch hinkriegen… Da haben wir z.B. in Stromboli doch schon ganz anderes erlebt…
Wir essen unseren Proviant auf und dann geht es wieder die gleiche Strecke umgekehrt zurück. 200 m hoch bis San Rocco, runter nach Camogli. Das haben wir uns irgendwie entspannter vorgestellt, aber ändern können wir es nicht…
Wir kommen in Camogli an und gehen an den Strand. Bettina kühlt die Füsse im (erfrischenden?) Wasser, ich schaue zu.
Dann geht’s zum Aperitivo bei einem Restaurant an der Promenade. Zu unseren Getränken kriegen wir noch eine Wasserspritz-„pistole“, um die aggressiven Tauben abzuwehren (und das macht irgendwie noch Spass…).
Um 19:00 Uhr nehmen wir den Zug zurück nach Varazze. Auch die Rückfahrt zieht sich.
Das Aperitivo hatten wir ja schon, aber für ein kleines Nachtessen im Städtchen reicht es noch…




