Nach dem Frühstück gehen wir an den Bahnhof. Warschau schläft noch. Aber wir haben doch nach 9:00 Uhr? Ah, wir haben einen Feiertag: Fronleichnam ist heute. In Polen ein Feiertag, da fällt der ganze Business-Verkehr weg. Und weil heute Donnerstag ist, und morgen viele die Brücke machen ist dies quasi die Einladung für ein laaaaaaaaaaaaaanges Wochenende.
Pünktlich um 9:29 Uhr fahren wir los. Wir sitzen in einem Pendolino der gleichen Bauart, den die SBB von Bern nach Milano einsetzt. Klaglos bringt dieser Zug die Reise nach Malbork hinter sich, wo wir auf den Zug nach Elblag umsteigen.
In Elblag hätten wir mit dem Tram in die Nähe des Hotels fahren wollen. Aber eben, heute ist Feiertag, da fahren die Trams nicht so häufig. Und die vorgesehene Strecke ist wegen Bauarbeiten im Moment nicht aktiv und die Fahrzeuge werden umgeleitet.
Der Trambetrieb in Elblag ist der zweitälteste in Polen und wurde 1895 gestartet. 17 Fahrzeuge decken den täglichen Betrieb ab. Die Trams fahren im 20-30 Minuten-Takt. Planung ist also wichtig!
Aufgrund der Streckensperrung und Umleitung müssen wir einen Teil zu Fuss zurücklegen, bis wir im Hotel Fokus eintreffen. Das Zimmer ist noch nicht bereit, aber wir dürfen unser Gepäck einstellen.
Elblag ist sehr übersichtlich. Und nicht das, was ich als „hübsches Städtchen“ bezeichnen würde. Kein Wunder, wurden im 2. Weltkrieg etwa 60% der Stadt zerstört und nach dem Krieg waren die Prioritäten wohl anders als eine Stadt „hübsch“ zu machen. Die Geschichte von Elblag (Elbing auf deutsch) reicht von Hansestadt über Besetzung Napoleons, Preussische Herrschaft, (Nazi-) Deutschland, Einmarsch der Sowjetunion bis ins heutige Polen.
Die Nikolaikirche steht mitten in der Stadt und den Turm kann man besteigen. 366 Stufen geht man hoch und man ist 67 m über Boden. Wir haben das gemacht und je 20 Zloty (öppe e Füfliber) für die Strapazen bezahlt. Wer das auch mal machen will: die Gebühr entrichtet man auf der 2. Plattform. Wenn man das Geld im „Parterre“ in eine Kiste wirft, wann wäre das der Opferstock…
Die Aussicht von dort oben ist cool! Nach dem Besuch der Kirche gaben wir uns zur Belohnung eine Glace. Anschliessend Zimmerbezug und und ein Moment der Ruhe (Tinu) bzw. eine Runde Tram fahren (Woody).
Das Nachtessen gab es bei einem Italiener, wo schon das Apéroplättchen so riesig war, dass wir uns wohl ein bisschen überessen hatten. Nun liegen wir schon im Zimmer und verdauen…





