Heute steht die Königsetappe an: 24 Kilometer von Tversted nach Hulsig. Eine Strecke, die dem Titel durchaus gerecht wird. Und dies nicht nur wegen der 24 Kilometer.
Wir starten in Tversted und wandern weiter nordostwärts der Nordseeküste entlang. Tversted liegt eingebettet zwischen Meer, Dünen und den für Nordjütland typischen Heidelandschaft. Schon nach wenigen Kilometern zeigt sich wieder, was uns an dieser Gegend so gefällt und uns so gut tut: viel Meer und erstaunlich wenig Menschen. Auch heute sind wir nahezu alleine unterwegs.
Nach rund fünf Kilometern ist Zeit für eine erste Pause. Beim Skiveren Camping kehren wir im Strandcafeen ein. Einen Kaffee und ein Zimtgebäck gibt‘s als erste Stärkung.
Weiter geht’s dem Strand entlang. Nach ungefähr drei Stunden verlassen wir die unmittelbare Küste und wandern ins Hinterland. Jetzt stehen wir mitten in der ausgedehnten Erika-Heidelandschaft. Dazwischen wachsen zahlreiche Hagebuttensträucher, deren kräftig rote Früchte nicht zu übersehen sind.
Und dann dieser Duft der wenigen noch blühenden Blumen. Traumhaft. Der landschaftliche Höhepunkt folgt mit der Råbjerg Mile. Mitten in der grünen Landschaft liegt plötzlich eine riesige Sandfläche vor uns. Die Råbjerg Mile ist Dänemarks grösste Wanderdüne und eine der grössten Europas. Einige Dünen-Facts: Fast einen Quadratkilometer misst diese Miniwüste, der Sand türmt sich bis auf rund 40 Meter Höhe. Rund vier Millionen Kubikmeter davon sind ständig in Bewegung. Der vorherrschende Wind treibt die Düne jedes Jahr etwa 15 Meter weiter Richtung Nordosten.
Oben angekommen wirkt die Umgebung beinahe surreal. Vor uns Sand, Sand und nochmals Sand. Vom Wind geformte Wellen, Kanten und Mulden ziehen sich durch die Fläche. Kaum Vegetation, dafür ein weiter Himmel und am Horizont wieder das dunkle Grün der Wälder und die Nord- und Ostsee.
Wir lassen die Sandmassen hinter uns und nehmen die letzten Kilometer Richtung Hulsig unter die Füsse. Hulsig liegt bereits auf der schmalen Skagen Odde südlich von Skagen und besitzt praktischerweise einen Bahnhof an der Bahnlinie zwischen Skagen und Frederikshavn. Genau den können wir nach 24 Kilometern ziemlich gut gebrauchen. Vorher wartet allerdings noch ein längerer Waldabschnitt auf uns. Gut begehbar, sandig und eigentlich ganz idyllisch. Eigentlich. Denn am Ende dieses Waldstücks entdecken wir ein Schild. Darauf der Hinweis, dass man das Gebiet derzeit nicht betreten solle. Grund: Wölfe mit Jungtieren. Na prima.
Nach insgesamt 24 Kilometern erreichen wir Hulsig. Von dort geht es mit dem Zug zurück nach Frederikshavn. Fürs Abendessen gehen wir nochmals genau dorthin, wo wir bereits gestern gegessen haben. Einfach, weil’s so lecker ist. Danach zurück ins Hotel. Duschen und ab ins Bett.








