Ein prächtiger Tag kündigt sich an, als wir um 8:45 Uhr in Frederikshavn den Zug nach Hulsig nehmen. Die Fahrt dauerte rund 20 Minuten, weitere 15 Minuten später waren wir in der letzten Etappe unserer Nordseeküstenwanderung bereits am Meer angekommen.
Nordseeküstenwanderung?
Aber hier sind wir doch an der Ostsee?
Ja, das ist ein bisschen dem Kompromiss von gestern geschuldet: Die gestrige Etappe ist an einem Ort geendet, der keinen öV hat. Und so haben wir die gestrige Etappe so gelegt, dass wir eben in Hulsig ankommen, damit wir den öV nach Fredrikshavn nehmen können. Heute nun von hier aus an die Nordsee zu wandern, wäre ein bisschen too much gewesen, zudem sehen wir die Nordsee heute noch einmal.
Wir sind also an der Ostsee – und der Strand ist sehr leer. Klar hat es Vögel und Muscheln, aber keine Menschen. So wandern wir nordwärts und hauchen dem Strand sowas von zusätzlichem Leben ein.
Nach knapp 2 Stunden verlassen wir das Meer und wandern ins Landesinnere. Hier besuchen wir die „Versandete Kirche“: Eine mehrhundertjährige Kirche, welche vom Sand massiv in Mitleidenschaft gezogen wurde, sodass man sie aufgeben musste. Das Kirchenschiff wurde abgebrochen, vom Turm sieht man noch einen Rest. Dass es in dieser Gegend so viele Probleme mit dem Sand bzw. den Wanderdünen gibt, ist durchaus dem Menschen geschuldet: Vor 300 Jahren hat man hier so viele Bäume zum Häuserbau abgeholzt, dass die natürliche Sperre des Sandes nicht mehr vorhanden war. Das Resultat sind Wanderdünen und versandete Kirchen…
Dann erreichen wir das Städtchen Skagen. Der Ort ist immer noch der bedeutendste Ort Dänemarks für die Fischverarbeitung. Aber auch touristisch hat das Zentrum einiges zu bieten: In der Fussgängerzone pulsiert das ganze Leben Skagens!
Wir ziehen weiter, wieder ans Meer und wandern Richtung Norden. Die letzten Kilometer der Wanderung liegen vor uns. Bis ganz nach oben von Dänemark wollen wir und schon bald sind wir dort. Dort wo Nord- und Ostsee aufeinandertreffen. Zuerst sieht man alte Bunker, welche von den Deutschen im 2. Weltkrieg gebaut wurden. Ein bisschen weiter oben ist der Punkt „Top of Denmark“. Hier hat es viele Menschen, welche sich vom Aufeinandertreffen der Meere begeistern lassen.
Wir waren doch vor elf Jahren schon hier oben. Aber einen solchen Menschenauflauf hatte es damals nicht gegeben. Heute ist aber auch das Wetter besser als vor elf Jahren.
Wir geniessen die Magie dieses Ortes und verweilen hier ein bisschen. Wir wagen sogar noch einen Sprung in die Nordsee, welche alles andere als karibische Temperaturen aufweist.
Irgendwann haben wir genug Meere gesehen und wandern zurück nach Skagen. Das Städtchen, welches weiter oben als „pulsierend“ beschrieben wurde, ist wie ausgestorben. Wurden die Menschen evakuiert? Haben wir eine Info verpasst? Das Restaurant Luna hat noch geöffnet und wir essen dort zNacht.
Um 19:45 Uhr fährt der Zug in Skagen ab und bringt uns zurück nach Frederikshavn.
Morgen fahren wir nach Kopenhagen und verbringen dort die Zeit bis Samstag.
Wenn wir auf die Wanderung zurückblicken können wir sagen, dass diese Erfahrung 1A war! Es hat Spass gemacht, am Wasser entlang zu wandern, den Wind zu spüren und Sand unter den Füssen zu haben.
Gerne wieder!




