Juneau, genau! Also nicht Anchorage oder Fairbanks, sondern Juneau ist der Hauptort des Bundesstaates Alaska. Juneau ist übrigens die einzige Hauptstadt eines US-Staates, welche nur mit dem Schiff, dem Flugzeug oder per Gebärmutter erreicht werden kann (der Witz der Gebärmutter stammt übrigens vom Fahrer des Shuttlebusses…).
Der Himmel war blau als wir in Juneau eintrafen. Wir haben die Tour „Whalewatching and Wildlife Quest“ gebucht und haben trotz des schönen Wetters Fleecer und Windstopper eingepackt. Ein Transferbus (der mit dem Gebärmutterspruch) brachte uns ausserhalb Juneaus zu einer Schiffanlegestelle, wo wir auf Ausflugsschiffe gewechselt haben. Sofort sind wir in die Inselwelt vor Juneau gestartet, auf der Suche nach Wildtieren. Seelöwen, Seeotter und Adler bekamen wir zu sehen. Um Wale zu sehen, hat es hingegen ein bisschen gedauert. Und plötzlich sahen wir sie – die grössten Säugetiere der Welt! Zuerst sahen wir nur den Wasserstrahl, der oben herausspritzte, aber dann konnten wir näher fahren und sahen die Wale. Insgesamt waren 5 Buckelwale rund um unser Boot und sind auf- und abgetaucht.
Wunderschön und elegant anzusehen war es, wie beim Tauchen die Fluke (fachmännisch für ‚Schwanzflosse‘) noch kurz aus dem Wasser ragte und dann sah man das Tier ein paar Minuten nich mehr. Und dann, plötzlich, sah man wieder die Wasserfontäne aufspritzen und man sah die Tiere. Abolut eindrücklich! Und ganz speziell war auch der Moment, als ein Wal Geräusche von sich gab. Walgesang? Kommunikation? Einfch einmalig! Nach rund 30 Minuten liessen wir die Wale Wale sein und fuhren wieder Richtung Land. Scheinbar dürfen Whalewatcher nur 30 Minuten bei diesen Tieren ein, um sie nicht übermässig zu stören.
Am früheren Nachmittag waren wir wieder in Juneau und machten uns zu Fuss auf eine Stadtbesichtigung. Die Stadt hat 32’000 Einwohner, welche mehrheitlich ausserhalb des Stadtzentrums wohnen. Aufgefallen ist, dass rund um den Hafen sehr viele Juweliere und Diamantenhändler anzutreffen waren, welche in ihren Geschäften der reisenden Kundschaft ihre Ware verkaufen wollen. Dafür haben wir kein H&M gesehen. In Bern ist es ja irgendwie umgekehrt… Die ganze Innenstadt ist auf den Tagestourismus der Kreuzfahrtschiffkunden ausgerichtet – man will hier in der kurzen Saison möglichst viel Profit rausholen. Unsere Stadttour führte uns zur Nikolai-Kirche. Dieser achteckige Holzbau stammt aus der Zeit, als noch die Russen in Alaska das Sagen hatten.
Die orthodoxe Kiche war klein aber fein. Das heilige Wasser konnte man einem Wasserspender entnehmen, den man von den Büros kennt…
Den Stadtrundgang schlossen wir mit einer Fahrt auf den Mount Roberts ab. Dieser Berg wird mit einer Luftseilbahn erschlossen, welche sich mitten in der Stadt befindet. Die Aussicht über die ganze Bucht war nett, die Wandermöglichkeiten auf dem Gipfel auf 2-3 Wanderwege beschränkt. Wir haben das Panorama genossen und konnten beim Souvenirshop durch ein Fernglas auf ein Adlernest blicken, in welchem sich 2 junge Adler befanden. Auf dem Mount Roberts hat es auch eine Station, welche Adler aufpäppelt, die irgendwie angeschlagen sind.
Im Gehege befand sich ein wunderschöner mächtiger Weisskopfadler, von welchen wir nun in Alaska auch schon einige gesehen haben. Aber von so nah natürlich noch nie. Diese Adler sind Riesentiere! Ganz eindrücklich, aber natürlich auch traurig, diesen „Hinter Gittern“ zu sehen. Sein grosses Handicap war, dass er auf einem Auge blind ist. Ein grosser Nachteil bei einem Adler.
Die Luftseilbahn brachte uns wieder ins Stadtzentrum und wir gingen aufs Schiff. Ein wunderbarer, warmer und mit vielen Erlebnissen gespickter Tag geht dem Ende entgegen. Nach dem feinen Nachtessen genossen wir im schiffeigenen Theater eine Zaubershow des weltbekannten Magiers Roy Shank (nein, ich habe diesen Namen auch noch nie gehört. Mein Arbeitsplatz liegt neben dem von Walter Shank, aber der schreibt sich erst noch Schenk… Aber Roy kenne ich nicht). Die Show war echt gut und Las Vegas würdig.
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Und die Hauptstadt der Champions League heisst? Richtig! Bern!
Es het gfägt geschter u mir hei auso fescht a Euch dänkt! Natürlich wäri 3:0 e besseri Usgangslag für nächscht Wuche aber immerhin. Oder wie der Hotspurs Fan hinter mir gesagt hat: Aber das reicht nicht für London!
Wiiterhin e gueti Reis! Bi gspannt uf witeri Bilder vo Wale, Elche, Rentier, Isbäre u Pinguine!
Barbara