Dienstag, 15. Mai 2018: Das Burgfräulein hat am Dienstag frei

Es ist kalt geworden. So kalt, dass ich das erste Mal seit dem 16.4.2018 wieder lange Hosen angezogen habe. Der Schlaf im Wald war super, ich fühlte mich erholt. Gestern auf der Reise habe ich in Kroatien noch ein Körbchen Erdbeeren gekauft. Die habe ich zum Frühstück geschnetzetzelt und mit einem Joghurt vermischt. Sehr lecker. 

Während der Nachtd hat es geregnet, es war feucht und irgendwie unangenehm. So ist halt das Camperleben… Aber heute habe ich ein tolles Programm vor mir, welches solche Dinge vergessen lässt.

Zuerst fuhr ich nach Predjama, etwa 6 km vom Campingplatz entfernt. Hier hat es eine Burg, welche teilweise in die Höhlen gebaut wurde. Schon nur der Anblick ist spektakulär! Da die ganze Gegend (dh. bis nach Trieste an der Adria) die Felsen/Erde als Karst gelten, hat es hier natürlich viele Löcher in der Erde. Die Burg wurde so in die 123 m hohe Wand gebaut, dass man sich vorne gegen den Feind verteidigen kann und gegen hinten, falls mal was schief gehen sollte, über die Höhlengänge flüchten kann. Und effektiv kann man in der Burg durch Höhlen und Gänge entkommen und 38 m weiter oben ist man dann draussen – genial!

Schon nur die Burg von aussen anzusehen ist toll. Ich kaufte eine Eintrittskarte und sah mir das Ganze auch von innen an. Wow! Hier kommt man sich wirklich vor wie im Mittelalter! Die Präsentation der Burg ist wirklcih einmalig schön. Man kann sich richtig vorstellen, wie sie früher gelebt hatten. Und man sieht deutlich die Unterscheidung zwischen Burgherr und Dienerschaft, welche zum Teil in den Höhlen gehaust hatten. Leider war das Burgfräulein nicht da, sie hätte absolut in das Ambiente gepasst. Der Besuch hat mich richtig begeistert und ich wäre am liebsten hier eingezogen. Aber zum nächsten Migros ist es recht weit und ja… 🙂

Um 13:00 Uhr war ich registriert für eine Führung in den Höhlen von Postojna. Während der Fahrt vom Schloss zu den Höhlen hat es wieder heftig geregnet. So stark, dass ich auf dem Parkplatz noch einen Moment im Auto geblieben bin, damit ich nicht zu lange im Regen stehe.

Etwa in der 7. Klasse hat uns Herr Gertsch in der Gogere (Geografie-Unterricht) von den Höhlen erzählt und auch noch ein paar Dias von seiner Reise gezeigt. Das hat mich fasziniert und bis heute habe ich diese Geo-Stunde nicht vergessen (dafür ist der Hypotenusenansatz in den Hintergrund geraten…). 

Das  Ganze ist natürlich ein Touristenmagnet. Aus allen Herren Ländern welweit sind sie angereist. Mein 13:00 Uhr-Slot begann pünktlich. In Gruppen pro Sprache wurde man in die Geschichte der Höhlen eingeführt (man kann diese nun seit 200 Jahren besichtigen) und anschliessend fuhr man mit einem Zug in die Höhlen. Der Zug hatte ein bisschen Achterbahncharakter, so wie der Odins-Expressen oder die Rutschebanen im Tivoli in Kopenhagen. Nur ohne auf und ab… 🙂

Zuerst fährt man 2 km in den Berg. Dann geht man 1 km zu Fuss und dann geht es wieder 2 km mit der Bahn raus. Und das Warten seit der 7. Klasse hat sich gelohnt! Wunderbar, diese Höhlen! Auch hier war ich wieder begeistert und kam teilweise nicht aus dem Staunen raus. Was die Natur hier über Jahrtausende geschaffen hat ist super! Man kann dies gar nicht mit Worten beschreiben, man muss dies wirklich selber gesehen haben.

Als ich aus der Höhle kam, war hellster Sonnenschein. Aber die Gewitterwolken waren nah. Und noch bevor ich beim Auto war  begann es wieder zu schütten. Ich fuhr los in Richtung Bahnhof Postojna. Dieser Bahnhof liegt an der Strecke zum Hafen von Koper, bei Trieste und ist somit der Meerzugang Sloweniens. Ich hoffte, hier ein paar Züge fotografieren zu können und wurde tatsächlich nicht enttäuscht. Nur das Wetter hätte besser sein können. 

Am späteren Nachmittag fuhr ich in Richtung Ljubljana und stellte das Auto beim Camper Stop Vrbinc ab. Anschliessend fuhr ich mit dem Bus in die Innenstadt von Ljubljana. Ein Ticket kann man weder beim Fahrer noch an einem Automaten kaufen. Man muss dies in einem Laden im Vorverkauf beziehen. Ich sagte dem Fahrer, dass ich dann bei der Ankunft für die Fahrt bezahlen werde. Die Innenstadt ist akutell eine grössere Baustelle. Das Zentrum ist hübsch und ich werde wieder mal vorbeikommen, wenn ich mehr Zeit habe. Heute gab es nebst der Besichtigung der Altstadt ein feines Nachtessen. Da ich immer noch kein Busbillet kaufen konnte, fuhr ich mit dem Taxi zurück nach Vrbinc. Der Taxifahrer ist ein Sportfan. Er wusste, dass Young Boys Schweizer Meister wurde, wusste aber nicht, aus welcher Stadt sie kommen. Ich revanchierte mich dafür, dass ich den besten Eishockeyspieler von Slowenien kenne, Anze Kopitar, der bei den Los Angeles Kings spielt. Der Taxifahrersportfuchs wusste auch viel über das Schweizer Eishockey zu berichten… Er wusste alles! Und nun weiss er auch, dass die Young Boys aus Bern kommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert