Freitag, 12. April 2024: Weiter geht‘s nach Osaka

Unser Osaka-Zug fährt um 12.03 Uhr. Wir starten gemütlich in den Tag und geniessen das einzigartige Ambiente in der Frühstückslounge im 30. Stock. Per Taxi an den Bahnhof und kurze Zeit später beziehen wir unsere Plätze im Shinkansen mit Destination Tokyo.

Eisenbahnfahrausweis Japan
Unser Ticket nach Shin-Osaka

Nach zwei Zwischenstopps steigen wir in Shin Osaka, dem Shinkansen Bahnhof von Osaka, aus. Hier herrscht ein riesiges Gewusel – Freitagnachmittag halt – eigentlich wie bei uns – aber einfach viel mehr Menschen.

Die Shinkansen-Tickets werden am Automaten gelöst
Anstehen für Tickets am Automaten

Die Vereinten Nationen zählten zum Stichtag 28. Juni 2023 weltweit 34 Megastädte mit mindestens zehn Millionen Einwohnern. Auf Platz zehn der grössten Metropolen kam demnach Osaka mit 19 Millionen Menschen im Ballungsraum zu liegen.

Es dauert einen Moment, bis wir bei der Osaka Station den Weg zu unserem Hotel finden. Denn zu den vielen Menschen gesellt sich die Wärme. Es ist frühsommerlich warm und unsere Reisekluft lässt sich unter den Dufflebags auf die Schnelle nicht reduzieren. Wir checken in ein Zimmer im 30. Stock ein (3013), richten uns kurz ein und gönnen uns den Lounge-Afternoon-Tea für die Planung unseres Aufenthalts in Osaka mit Abstechern nach Kyoto und Nara.

Dann ziehen wir los und fahren mit der Metro ins Dōtonbori-Viertel, ein Hotspot Osakas. Entlang des Dōtonbori-Kanals verläuft die Dōtonbori Street, in der sich Restaurants, Bars, Geschäfte und Capsule toy Stores (dort kann man kleine Spielzeuge in einer Kapsel kaufen, so analog Kinderüberraschung) aneinander reihen. Und das gesamte Ambiente wird von den Leuchtreklamen (wie z.B. derjenigen der Handelskette Glico) dominiert. Schlicht eindrucksvoll und auf eine eigene Art überwältigend. Es ist unglaublich viel los, die Menschen schieben sich durch die Gassen und manchmal weiss man kaum, wohin man zuerst schauen soll. Alles ist bunt, grell, sehr laut und funky. 

Unterwegs in Dotonbori
Crazy Dotonbori
Unterwegs in Dotonbori
Viele Leute? Viele Leute!

Wir ziehen uns in eine Nebenstrasse zurück und finden im Restaurant „Il Piatto“ einen kleinen Italiener (zahn Plätze rund um eine kleine Koch- bzw. Essenszubereitungsstation) und gönnen uns da etwas kulinarische Abwechslung mit Bruschette und Spaghetti Genovese bzw. al Arrabiata. Mmmh.

Trattoria in Dotonbori - 10 Sitzplätze
Ristorante Il Piatto – 10 Sitzplätze auf 25 m2

Nach dem Essen spazieren wir noch etwas durch das Viertel und kehren danach zurück ins Hotel.

Je weiter östlicher unsere Japan-Reise-Route verläuft desto „mondäner“, bunter, schriller wird es. In Fukuoka wurde sehr wenig englisch gesprochen und die Stadt erschien uns als sehr beschaulich. In Hiroshima wurde es internationaler. In Osaka haben wir nun die neue Dimension Megastadt mit all ihren kulturellen Erscheinungen und Vielfältigkeiten.

Unterwegs in Dotonbori
Dotonbori-Kanal

Beim Benutzen der U-Bahn oder in Bahnhöfen fallen uns immer wieder die mit kindlicher Stimme gemachten An- und Durchsagen auf und nahezu überall dokumentieren plüschtierähnliche Wesen was man tun oder nicht tun oder speziell beachten soll. Kindisch? Nein, Kawaii und somit Teil der japanischen Kultur. Kawaii bedeutet ungefähr so viel wie „niedlich, liebenswert, bezaubernd“ und ist eines der am häufigsten verwendeten japanischen Worte. Kawaii beschreibt die Kultur, alles Niedliche zu vergöttern und fiktive „niedliche“ Figuren als Verkörperung des Positiven zu sehen. Kawaii kann sich auf Gegenstände, Menschen und fiktive Charaktere beziehen, die jugendlich, niedlich und kindlich sind und basiert auf den süssen körperlichen Merkmalen von Kindern und Tieren. Kawaii ist in Japan so beliebt, weil die Kultur die Unschuld der Kindheit und Jugend verherrlicht. Japanische Menschen versuchen der Jugend nachzueifern, indem sie den Kawaii-Stil in Kleidung und Lebensstil übernehmen (u.a. Manga-Mädchen).  Viele grosse Konzerne gestalten ihre Produkte auf Grundlage von Kawaii und dem eng zusammenhängenden Maskottchen-Kult (z.B. „Hello Kitty“ Shinkansen, Pipo-kun – Maskottchen in Form eines Kawaii-„Tieres“ der japanischen Polizei, Hikonyan als Stadtmaskottchen von Hikone, Lebensmittelverpackungen etc.). In Hikone wird sogar jährlich auf nationaler Ebene das Maskottchen des Jahres gekürt (yurugp.jp).

Unterwegs in Dotonbori
Super Mario/Maria

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