Dienstag, 10. Juni 2025: Grüessech Calvi

Auch heute war die Tagwacht wieder sehr sehr früh. 5:45 Uhr hat der Wecker geklingelt, noch kurz einen Blick vom Balkon aufs Meer duschen, Sachen packen und pünktlich 6:30 Uhr am Frühstücksbuffet stehen. Espresso, was brotigs essen und um 6:45 Uhr stehen wir schon an der Rezeption zum auschecken. Um 6:50 Uhr steht das Taxi parat, welches uns nach Ajaccio an den Bahnhof bringen soll. Der Start in den Tag ist voll durchgetaktet…

Wir steigen ins Taxi ein und als weit nach dem Hotel der Taxameter immer noch nicht läuft, frage ich mal scheu nach, ob er ein Forfait macht oder warum der Taxameter nicht läuft… Der Schwall korsischen Französischs sagt mir, dass mit dem Hotel eine Pauschale für Fahrten zum Flughafen und ins Zentrum vereinbart ist. 65 €, aber wenn wir wollen kann er schon den Taxameter einschalten, aber das kostet dann sehr viel mehr. „Ah, j’ai compris“. „Also wirklich, ich kann den Taxameter einschalten, kein Problem, aber das kostet sie dann mehr“. Jaja, ich hab’s verstanden. 

Die 65-Euro-Fahrt ins Zentrum dauerte kaum 20 Minuten während dieser unser Chauffeur mindestens vier Mal die sozialen Medien checkte. Und er hat keine Meldung auf Snapchat erhalten. Und man kann die Social Media während der halsbrecherischen Fahrt über den Pass oder bei über 100 auf der Autobahn checken….

Der Bahnhof Ajaccio ist nicht sehr gross. Schon die drei Perrongleise sind überdimensioniert. Unser Zug trifft ein und die Leute stürmen den Zug. Wir haben uns Fensterplätze in einem Viererabteil ergattern können – Meerseite. Dies ist aber nicht relevant, denn nach 10 Minuten sehen wir vom Meer nichts mehr…

AMG 813 der Chemin de Fer de Corse in Ajaccio

4 1/4 Stunden dauert die Fahrt nach Calvi. 4 1/4 Stunden in einem recht modernen Schüttelbecher. Die Einheimischen sagen zu diesem Zug offenbar TGV. „Train à grande vibration“. Trifft zu. Die Fahrt führt durch Wälder, über Schluchten, Berghängen entlang und ist durchaus attraktiv. Da haben sie vor über 100 Jahren was tolles gebaut!

Frau Vorstand gibt in Kürze die Abfahrerlaubnis

Das korsische Streckennetz ist ein Y. Also ein I-grèque. Von Ajaccio nach Ponte Leccia ,dort teilt sich die Bahn in zwei Äste: Links nach Calvi (machen wir heute), rechts nach Bastia (machen wir morgen).

Das Personal der Bahn interessiert sich primär für sich selber. Handy checken ist wichtiger als sich um die Kunden kümmern. Nach der Billettkontrolle verschlauft man sich zum Lokführer um mit ihm irgendwelche News über Cousins auszutauschen. Eine Kundeninfo wird kurz von Ankunft in Ponte Leccia gemacht aber so schnell, dass man selbst mit einem B2 in Französisch Mühe hat zu verstehen, was die Frau sagen will.

Bei unserer Verbindung müssen wir in Ponte Leccia umsteigen und im neuen Zug haben wir nicht so tolle Plätze. Wir sitzen in Fahrrichtung links und verpassen die tolle Fahrt dem Meer entlang mit dem türkisblauen Wasser. Morgen sitzen wir dann auf dieser Seite. In Île Rousse steht der Zug 30 Minuten. Natürlich ohne Info. Diese Verspätung nehmen wir mit bis Calvi. 

Umsteigen in Ponte Leccia

Nach Ankunft spazieren wir zum Hotel Caravelle, welches sich etwa 500 m vor dem Bahnhof befindet. Der Weg zum Hotel führt über den Strand – cooler Start in Calvi!

Unser Zimmer ist noch nicht bereit. Wir dürfen unser Gepäck deponieren und gehen in die Stadt. Highlight von Calvi ist die Zitadelle, die wir natürlich erklimmen. Man hört viel Berndeutsch in den Gassen, sieht Menschen mit „GP Bern“-T-Shirts. Am Sonntag gibt es einen Flug von Bern nach Calvi und wird offenbar gut gebucht. Gäuit!

Zitadelle von Calvi
Auf der Zitadelle von Calvi
Keiner zu klein ein Entdecker zu sein
Calvi: Tenue correcte exigée en ville

Am späteren Nachmittag sind wir wieder beim Hotel und können unser Zimmer beziehen. Das Zimmer hat einen Gartensitzplatz und ist das wohl kleinste Hotelzimmer, welches ich je gesehen habe. Drei auf drei Meter müssen genügen. 9 m2 sind vielleicht Thorberg-Standard, aber rückblickend können wir sagen, dass sich Woody und ich gut organisiert haben. 

Unser Hotelzimmer in Calvi

„Befohlene Ruhe“ steht als nächstes auf dem Programm. 

Der Strand befand sich gleich hinter dem Hotel. Abgetrennt nur durch das Bahntrassee. Kurz vor 19:00 Uhr gingen wir zum Strand und tatsächlich ins Wasser. Der Strand ist sehr flach, wir mussten zuerst durch knietiefes Wasser rauslaufen bevor wir sagen konnten „Elle est bonne!“

Kurzer Kleiderwechsel und zurück an den Strand in ein Beizli zum zNacht, und der Tag ist abgerundet.

Woodys Tag

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