Ein weiterer Tag auf Bornholm weil das Leben manchmal schlicht kitschig sein darf, begann er heute draussen im Garten beim Frühstück. Nicht im Speisesaal, nein – wir haben uns vom Wind der Ostsee umwehen lassen, mit Blick ins Grüne. Besser geht’s kaum, ausser vielleicht, wenn die Möwen endlich mal ihr Maul halten würden.
Gestärkt ging’s mit dem Auto gen Süden, Ziel: Svaneke. Ein kleiner Ort, der sich so charmant gibt, dass man fast vergisst, dass er touristisch längst entdeckt ist. In der Bäckerei gab’s Cappuccino und die unvermeidliche Kanelsnegl (aka Zimtschnecke). Und ja – die schmeckt hier irgendwie besser als zuhause, vermutlich weil man sie direkt am Hafen verdauen kann. Ein kurzer Rundgang dort, ein bisschen Hafendeko aus Backstein und Holzbooten bewundert, und schwupps, weiter Richtung Westen.
Bevor wir Svaneke verlassen (übrigens das östlichste Städtchen Dänemarks), besuchen wir die Kirche:
Oder auch nicht: Ein Wespennest hat Wespen offenbar die Berechtigung gegeben, IN die Kirche zu fliegen. Und hier fordern sie die Besucher auf, sich wieder aus dem Staub zu machen. Dieser Aufforderung kommen wir nach. Die Kirche ist sehr einfach eingerichtet, aber wie oft im Norden, sieht man auch hier ein Modellschiff im Kirchenschiff hängen. Wohl um für guten Wind zu bitten?
Nun aber fahren wir los. Nächster Halt: Dueodde (der südlichste Punkt Bornholms). Klingt gefährlich, ist aber schlicht ein Strand. Allerdings kein beliebiger: hier liegt so feiner, schneeweisser Sand, dass man ihn früher in Sanduhren gefüllt hat. Wirklich. Heutzutage füllt er höchstens Badetücher und Schuhe. Wir haben’s uns natürlich nicht nehmen lassen, die Füsse (und mehr) in die Ostsee zu stecken. Knapp zwanzig Grad hatte das Wasser – also für Bornholm quasi Karibikfeeling. Ehrenrunde: zwei Mal rein, zwei Mal raus. Danach noch etwas Sonne tanken, weil: wenn schon schönes Wetter, dann bitte gnadenlos ausnutzen.
Am späten Nachmittag rollten wir dann wieder gemütlich zurück nach Svaneke. Schluss mit Strandromantik, ab dafür in die Brauerei. Dort gab’s ein deftiges Abendessen, das wahrscheinlich mehr Kalorien hatte als der ganze Tag mit Schwimmen verbrannt hat – aber egal, Ferien.
Und nun? Wieder im Hotel, satt, leicht müde, die Sonne brennt noch im Gesicht nach, und der Tag verabschiedet sich mit dem beruhigenden Gefühl: genau so muss Bornholm sein.





