Wir sind im Ferien-Modus angelangt und erwachen erholt an diesem wettermässig „halbschönen“ Sydney-Donnerstag. Für unser Frühstück hat uns Martin ein Bäckerei-Café in der Innenstadt ausgesucht, das den sympathischen Namen „The Grumpy Baker“ trägt. Der freundliche Herr in der Bäckerei bereitet Martin ein Croissant mit Butter und Himbeer-Marmelade und mir ein Cheese Toasty mit Tomate zu. Beides schmeckt sehr lecker und wird Outdoor, etwas versteckt in einer schmalen Verbindungsgasse zwischen zwei Hauptstrassen, verspiesen. Wenn man nicht bewusst nach dem Grumpy Baker sucht, findet man den nicht – eine Art „hidden place“.
Nachdem wir gestern Abend in einem italienischen Restaurant mit dem Namen „Bastardo“ gegessen haben und eben heute Morgen im „Grumpy Baker“ staunen wir etwas über die Namensgebung der Lokalitäten. Aber wie gesagt, die Food-Qualität ist das wichtigste und dies war an beiden Orten der Fall.
Nach dem Frühstück schlendern wir zum Circular Quay, um dort die Fähre nach Manly zu nehmen. Und irgendwie haben wir uns mit Sydney schon etwas vertraut gemacht, die Orientierung gestaltet sich zunehmend einfacher. Die Manly-Anreise gibt noch einmal einen schönen Blick auf die Stadt mit den Hochhäusern des Central Business Districts, der Oper und der Harbour Bridge frei. Diesmal wieder aus einer anderen Perspektive.
In Manly angekommen, sehen wir als erstes auf dem Vordach des Fähranleger-Gebäudes eine Schar Kakadus – die grossen, weissen Papageien-Vögel mit dem gelben Kamm. Wir freuen uns über ihren Anblick und ihr Gezeter. Denn bisher kannten wir diese schönen Wesen nur aus dem Zoo oder aus den Käfigen der Tierhandlung „Zoo Grob“ beim Bubenbergplatz. Aber den gibt’s ja auch schon längere Zeit nicht mehr.
Danach schlendern wir durch die Fussgängerzone „The Corso“, die von hübschen Häusern gesäumt ist Richtung Ozeanstrand. Der Strand-Spaziergang macht Spass und tut gut. Das Pazifik-Meerwasser ist frisch, wohltuend erfrischend. Es macht Spass, den Schulklassen beim Surf-Unterricht mit den mega coolen Surf-Instructors zuzuschauen. Das hätte bei uns mit Herrn Jenni bestimmt nicht so cool ausgeschaut.
Da es sonst nicht viel zu sehen und tun gibt, kehren wir danach wieder mit der Fähre zurück ins Stadtzentrum und gehen zum Queen Victoria Building (abgekürzt: QVB), das einen ganzen Häuserblock einnimmt. Der ehemalige Obst- und Gemüsemarkt Sydneys wurde umfangreich saniert und 1898 offiziell als exklusives Shoppingcenter wiedereröffnet. Das gläserne Gewölbedach, die schönen Fussböden und die bunten Mosaikfenster beeindrucken beim Durchschlendern.
Im Café Mozart gönnen wir uns einen Kaffee und Kuchen-Stopp zur Stärkung. Danach ein kurzer Abstecher zum klassisch-schön gestalten Weihnachtsbaum im grossen QVB-Treppenhaus.
In der Folge spazieren wir Richtung Darling Harbour. Da, wo früher graue und verkommene Industriedocks standen, wurden in den 80iger-Jahren im Rahmen der 200-Jahrfeier Australiens ein modernes Einkaufs- und Vergnügungsviertel aus dem Boden gestampft. Die Restaurants entlang der Promenade sind fest in kommerzieller Hand von Aperol Spritz.
Wir geniessen die entspannte Zweisamkeit – ich kann’s manchmal immer noch fast nicht glauben, dass wir ins Australien sind – und fahren dann mit der Metro zurück zur Central Station. Unser Hotel ist wirklich sehr „central“ gelegen. Rasch rekognoszieren wir den Weg, den wir am morgigen Tag gehen müssen, um zum Zugsbahnhofs-Teil zu gelangen, von wo wir den Zug Richtung Melbourne nehmen werden. Dann kehren wir im angekündigten Regen zurück zum Hotel und gehen ins Restaurant Marks & Vinnie Abendessen. Mal ein weniger spektakulärer Name aber auch eine weniger spektakuläre Menu-Auswahl. Müde, aber reich an Eindrücken kehren wir zurück ins Hotel zurück und fallen in unser Bett.






