Freitag, 21. November 2025: Vogelgezwitscher, Alarmanlage oder Grün-Anzeige beim Fussgängerstreifen? Das ist die Frage.

Seit wir unsere ersten Erkundungs-Spaziergänge in Sydney unternommen haben, sind wir zu Weilen etwas verunsichert, wenn es darum geht, Geräusche zuzuordnen. Konkret haben wir es – wie bereits beschrieben – mit für uns unbekannten Vogelarten zu tun, die teilweise kurze, schrille Pfiffe von sich geben, die ähnlich tönen, wie ein Autoalarm. Aber es sind dann eben glücklicherweise „nur“ Vögel, d.h. es ist nichts geschehen. Wenn beim Fussgängerstreifen die Grün-Phase für die Fussgänger:innen beginnt, gibt’s einen ähnlich schrillen kurzen Ton. Darauf folgt eine Salve lauter mechanischer Töne, die einen so erschrecken, dass man nichts wie wegwill und instinktiv losrennen möchte. Langsam kriegen wir den Unterschied aber hin und gewöhnen uns an diese Geräuschkulisse.

Heute geht der Wecker um 05.45 Uhr. Wir machen uns reisefertig und verlassen das Hotel Richtung Central Station. Gut haben wir uns gestern im Bahnhof schon etwas umgesehen. Denn heute Morgen regnet es stark, so dass wir froh sind, auf kürzestem Weg zum Abfahrtsbereich der Fernverkehrszüge zu gelangen.

Bahnhofhalle von Sydney Central

Am Bahnhof reicht es noch für ein kurzes Brekkie, d.h. einen Kaffee und ein Gebäck und dann müssen wir los. Unser Zug nach Melbourne fährt um 07:40 Uhr. Und er fährt auf die Minute genau. Wir haben in der ersten Klasse zwei Plätze am Fenster reserviert.

Unser Zug ist in Sydney abfahrbereit

Kaum haben wir Sydney und seine Vororte verlassen, sehen wir die ersten Kängurus. Wir freuen uns darüber wie kleine Kinder. Es gibt auch Kakadus, Regenbogenloris, Kühe, Schafe und Pferde zu sehen. Die Fahrt verläuft durch unterschiedliche Wetter- und Landschaftsgebiete. Regen in Sydney, dann sonnige Gebiete unmittelbar gefolgt von mit Nebelschwaden durchzogenen mystischen Waldlandschaften und dann plötzlich das schönste Wetter in teilweise flachen, teilweise hügeligen Landwirtschafts- und Brachland-Zonen.

Unterwegs zwischen Sydney und Melbourne

Die Besiedelung ist recht unterschiedlich. Wagga Wagga (der Name kommt aus der Sprache der hier ansässigen Wiradjuri-Aborigines und bedeutet „viele Krähen“) z.B. ist mit knapp 50 000 Einwohnenden die grösste Stadt im Inneren von New South Wales und die fünftgrösste Stadt im Inneren von Australien!

Wagga Wagga

Teilweise halten wir aber auch an Stationen, die einsam mitten in der Prärie liegen. Die Reise gestaltet sich über die 10 Stunden Reisezeit, in der wir 963 Kilometer Strecke zwischen Sydney und Melbourne zurücklegen, kurzweilig. Auch ohne WLAN, ohne Stromanschluss – wir kommen durch. Mit lesen, gamen, dösen, die Landschaft nach Kängurus und anderen Tieren screenen und zwischendurch was essen (es gibt einen Barwagen, der pre-cooked Lunches anbietet, die aufgewärmt werden – alles eigentlich recht gut) vergeht die Zeit kurzweilig. Um kurz nach halb sieben am Abend treffen wir in Melbourne ein.

Erster Blick auf Melbourne

Wir stellen fest, dass unser Hilton Double Tree Hotel nicht bei der Melbourne Southern Cross Station, sondern bei der Flinders Street Station liegt. Da wir den ganzen Tag nur gesessen sind, kommt uns der 20-minütige Spaziergang dorthin durch das Freitagabend-wuslige Stadtzentrum nicht ungelegen. Und mit unseren Taschen sind wir ja sehr mobil. Beim Hotel angekommen, müssen wir uns noch kurz gedulden, bis wir unser superduper Zimmer im 14. Stock beziehen können. Das Hotel verkürzt uns die Wartezeit mit einem Apéro. Und dann können wir das coole Zimmer mit der noch cooleren Aussicht, das uns Martin gebucht hat, beziehen. Wir sind so begeistert, dass wir uns entscheiden, uns das Abendessen aufs Zimmer bringen zu lassen. Wir geniessen diesen Abend für uns in vollen Zügen. Morgen werden wir den Tag mit Sergis verbringen und das wird voraussichtlich wild werden. Darum lazy evening on our own, so dass wir morgen gechilled in den Tag starten können.

Melbourne by night

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