Dienstag, 25. November 2025: Bescherung im November

Auch heute treffen wir uns im Café Rustica zum Frühstück mit Jenny. Steffen geht es gesundheitlich besser und so ist auch er heute dabei. Die Frühstückspezialitäten (salzig oder süss) schmecken sehr und stärken uns für einen ereignisreichen, langen Tag in und um Melbourne herum.
Nach dem Frühstück begeben wir uns zum Bahnhof von Brighton und fahren von dort mit dem Zug nach Melbourne in die Stadt, um unser Mietauto abzuholen. Funfact: Am Vorabend haben Jüre und Martin festgestellt, dass beide einen Mietwagen reserviert haben, d.h. zwei Reservationen vorliegen. Glücklicherweise liess sich diejenige von Jüre bis eine Stunde vor
Mietbeginn annullieren, so dass wir „reservations-technisch“ aus diesem Mietvertrag rausgekommen sind (die Kostenrückerstattung muss noch folgen).
Bei Dollar-Autovermietung beziehen wir unseren Toyota RAV 4 und dann geht’s los in den australischen Links-Verkehr. Martin übernimmt die erste Fahrt zurück nach Brighton, wo wir zum Stand fahren. Auf der Fahrt dorthin erhaschen wir noch einen Blick auf den Queen Victoria Market, der gestern geschlossen hatte und kommen an Melbournes Strandvorort St. Kilda mit der grossen Esplanade und dem Luna Park vorbei. Dann sind wir schon am
Brighton Beach mit seinen bekannten bunten Strandhütten angekommen, die man überall auf Bildern sehen kann. Eines der bekanntesten ist dasjenige, das wie die australische Flagge gestaltet ist und von dem aus man gleichzeitig auch noch die Skyline der ungefähr 11 km entfernten City of Melbourne sieht. Das sonnig-warme Wetter komplettiert unser Strandfeeling.

Brightons Beachhouses
Badehäuser in Brighton - mit Melbourne im Hintergrund

Weiter geht’s mit Jüre am Steuer Richtung Philipp Island. Die 135 Kilometer südöstlich von Melbourne gelegene Insel ist für seine allabendlich stattfindende „Pinguin-Parade“ bekannt.
Die Fahrt dorthin ist kurzweilig. Wir kommen zügig voran und unsere Drivers sind einfach top und chauffieren uns souverän und sicher durch die schöne, abwechslungsreiche Landschaft.
Wir legen einen Zwischenhalt im Philip Island Nature Park ein. Dort erhalten wir beim Eintritt auch gleich eine Tüte Känguru-Futter und machen uns natürlich gleich auf den Weg zu den eindrücklichen Tieren, die wir aus der Nähe (teilweise sogar auf Augenhöhe) sehen und füttern können. Manchmal crashen die hartnäckigen, leicht aufdringlichen Emus die Fütterung. Sie schleichen sich lautlos von hinten an und begehren natürlich auch Aufmerksamkeit und primär Futter. Wir sehen Känguru-Mütter mit Jungtieren im Beutel und sind überwältigt von dem weichen Fell dieser eindrücklichen Tiere.

Fütterung eines Kängurus
Känguru mit Jungtier

Im Nature Park sehen wir Wellensittiche, Kakadus, Regenbogen Lori, Kookaburras und Flötenkrähenstare. Auch der Wombat hält sich bei unserem Besuch ausserhalb seiner Erdhöhle auf und ist am Grasen, so dass wir dieses vermeintlich bärig-knuffige Tier ausgiebig betrachten und uns darüber erfreuen können. Gemäss Jenny ist es auch im Nature Park nicht selbstverständlich, den Wombat zu sehen.

Wombat

Die Koalas sitzen hoch in den Bäumen – teilweise gut versteckt – und
verhalten sich völlig ruhig. Bei unserem Besuch wird gerade der Rasen in ihrem Gehege gemäht. Ein stinkig-lautes Unterfangen, das nicht nur die Koalas, sondern auch uns nicht gross erfreut. Ein kurzes Blinzeln als der lärmige Mäher kurz abgestellt wird, ist die einzige Regung, die wir bei den Koalas ausmachen können.

Koala - nicht sehr aktiv

Begeistert sind wir auch vom Echidna, dem Ameisenigel. Ameisenigel sind eierlegende Säugetiere mit einer Schnauze und Stacheln, die sich hauptsächlich von Ameisen und Termiten ernähren. Auch sie tragen ihre Jungen, nachdem sie geschlüpft sind, im Körperbeutel herum, bis sie gross genug sind, um selbständig zu leben Glücklich und völlig beeindruckt von all den Tieren, die wir erlebt, gesehen und gehört (lachender Hans, gäu Jüre 🙂 ) fahren wir weiter in den Ort Philip Island und essen dort in einer Trattoria zu Abend. Wir sind alle in grosser Vorfreude auf die Pinguin-Parade.

The Nobbies

Auf dem Weg dorthin fahren wir noch kurz zu The Nobbies, den Felsen an der Westspitze der Insel. Dort sehen wir die ersten Pinguin-Nester und können zwei Jungtiere erspähen, die auf die abendliche Rückkehr ihrer Eltern warten. Auch sehen wir ein Echidna, das sich seinen Weg durch das unwegsame Buschland bahnt.

Die jungen Pinguine warten auf die Fütterung

Und ja, die Penguin Parade ist ein rechter Massenbetrieb und schon fast ein bisschen voyeuristisch – und eigentlich weiss man am Schluss gar nicht genau wer eigentlich wen beobachtet – aber es ist eindrücklich-schön zu beobachten, wie die rund 32 cm grossen Tiere in kleinen Formationen dem Wasser entsteigen und sich ihren Weg über den steinigen Strand und danach durch das Buschland zu ihren Nestern bahnen.

Viele Zuschauer an der Penguin Parade

Gleichzeitig hört man die Rufe der hungrigen Jungtiere, die auf ihre Eltern warten. Man muss dieses eindrückliche, lautlose Spektakel (die Tiere die sich auf dem Bauch ausruhen, das sich leichte Anschubsen, wenn ein Tier auf dem Weg stehen bleibt, das meistens zielstrebige Loslaufen usw.) nicht beschreiben – man muss es gesehen haben.

Penguin Parade photoshoot for DPI
Penguins resting and preening

Alle Pinguin-Fotos wurden von der Website runtergeladen, da das Fotografieren an der Penguin Parade verboten war.

Überwältigt und glücklich machen wir uns gegen 22.00 Uhr auf den Rückweg Richtung Brighton. Die Fahrt dauert rund zwei Stunden und wir kommen kurz vor Mitternacht zu Hause an.
Es ist ein Geschenk, einen solch eindrücklich schönen, unvergesslichen Tag verbringen zu dürfen. Danke.

Auf dem Rückweg von der Penguin Parade

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