Freitag, 28. November 2025: viele Apostel

Heute war früh Tagwache. Also schon vor 7:00 Uhr waren wir wach und so um 8:00 Uhr haben wir das AirBnB verlassen. Erster Stopp war das Zentrum von Apollo Bay, wo wir in einer Bäckerei einkehrten. Ein Kafi und ein Gebäck. Wer einen Cinnamon Roll gewählt hatte, bekam gefühlt 3 Mahlzeiten…

Cinnamon Roll XXL

Wir nehmen die Fahrt auf der Great Ocean Road nach dem Frühstück wieder auf und fahren bis Maits Rest. Dort hat es einen ca 1 km langen Rundweg, der durch den Regenwald führt. Und es ist ein Spaziergang für alle Sinne: Die Gerüche! Die Vogelstimmen! Das tolle Grün der verschiedenen Farne und weiteren Pflanzen. Einfach nur super!

Regenwald in Maits Rest
Regenwald in Maits Rest

Wir lassen Maits Rest hinter uns und fahren zum Cape Otway welches zum Great Otway National Park gehört. Um diesen Ort zu erreichen zweigen wir von der Great Ocean Road ab und fahren über eine 14 km lange asphaltierte Stichstrecke zum Meer runter. 1846 wurde am Kap ein Leuchtturm errichtet, welcher die Schiffe vor den Klippen warnen sollte. Der Turm wurde ohne Zement und Mörtel aus Natursteinen gemauert, die vom nahe gelegenen Parker River stammten. Der Leuchtturm, 1848 in Betrieb genommen, war der zweite in Australien errichtete und der am längsten in Betrieb befindliche Leuchtturm auf dem australischen Festland. 1850 wurde die erste Wetterstation in Betrieb genommen; auch heute noch ist der Ort ein Wetterbeobachtungspunkt. Eine Telegrafenstation kam hinzu, als Tasmanien 1859 über ein Telegrafenkabel, das von Cape Otway bis nach Launceston reichte, mit dem Festland verbunden wurde. 1942 erbauten amerikanische Truppen auf dem Kap einen Radar-Bunker. Er kann, ebenso wie der Leuchtturm, besichtigt werden. Das Leuchtfeuer wurde im Januar 1994 ausser Betrieb genommen und durch eine solar betriebene Lampe am Fuss des Leuchtturms ersetzt.

Leuchtturm am Cape Otway

Für viele Schiffsbesatzungen im 19. Jahrhundert war der Leuchtturm von Cape Otway die erste Landmarke, die sie nach einer Reise von mehr als 15.000 Kilometern um Afrika herum und durch den Indischen Ozean sahen.

An diesem Ort hat es verschiedene Gebäude, weil hier verschiedene Menschen lebten, um den Ort mit Funkstation und Leuchtturm aufrecht zu erhalten. Es hatte sogar eine Schule vor Ort. Der Turm selber ist lediglich 21 m hoch. Da er aber auf einer Klippe steht, befindet sich das Leuchtfeuer 91 m über Meeresspiegel und kann aus 6 km gesehen werden.

Die Great Ocean Road führt an diesem Teil der Strecke vom Meer entfernt durch. Wir machen einen weiteren Abstecher zum Johanna Beach, der für seine hohen Wellen bekannt ist

Johanna Beach

An der Great Ocean Road bilden sich teilweise auch Staus. Nicht wegen dem Verkehr, sondern weil ein Tier am Strassenrand erkannt wird und viele Autos deswegen anhalten. Wir machten das ebenfalls, weil es einen Stau wegen einer Koala-Mutter mit ihrem Jungtier gab:

Koala-Mutter mit Jungtier

Nach ein paar Kilometern Fahrt waren wir wieder am Meer angelangt und konnten einen weiteren Höhepunkt unserer Reise sehen:

Die 12 Apostel

Die Twelve Apostles sind bis zu 60 Meter hohe, im Meer stehende Felsen aus Kalkstein. Sie sollen nach dem Uluru (Ayers Rock) die meistfotografierte Touristenattraktion Australiens sein. Die Twelve Apostles wurden früher The Sow and Pigs (deutsch: Die Sau und SchweinePigs wurden häufig durch Piglets, d. h. Schweinchen ersetzt) beziehungsweise Muttonbird Island genannt. Es wird angenommen, dass der heutige Name 12 Apostel in den 1950er Jahren aufkam, obwohl es schon damals keine zwölf, sondern nur neun Felsensäulen gab.

12 Apostel

Bild: Jürg Michel

Bei den 12 Aposteln

Bild: Jürg Michel

Die pfeilerartigen Gebilde unterschiedlicher Höhe und Durchmesser entstanden durch die erosive Kraft des Meeres. Jährlich weicht die Steilküste der Klippen um rund zwei Zentimeter weiter zurück. Widerstandsfähigere Partien bildeten zunächst Halbinseln, die später nur noch mittels natürlicher Brücken Verbindung zum Festland hielten. Wie 1990 beim sogenannten London Arch brachen diese Konstruktionen im Laufe der Zeit zusammen, und auch die Felstürme der Zwölf Apostel sind geologisch gesehen nur eine Erscheinung von kurzer Dauer. Trotz ihres Namens bestand die Formation nur aus neun Felsen. Nachdem am 3. Juli 2005 ein 50 m hoher Felsen aufgrund des natürlichen Erosionsprozesses an der Basis des Felsens in sich zusammenstürzte, waren es nur noch acht Felssäulen. Im September 2009 stürzte ein weiterer Felsen ein, von dem ursprünglich angenommen wurde, dass er zu den Aposteln gehörte. Es stellte sich jedoch heraus, dass der eingestürzte Felsen einer Schwesterformation angehörte.

Felsenformation bei den 12 Aposteln

Die Wucht des Meeres ist eindrücklich. Aber auch die Wucht der Touristen, die mit uns die diversen Spots aufsuchten. Dabei war das Wetter nicht mal sehr gut…

Aber die Felsen da im Wasser stehen zu sehen, war schon ein eindrücklicher Moment. Nicht zuletzt im Wissen darum, dass die ganzen Formationen veränderlich sind und wir nicht wissen, ob wir nochmals die Gelegenheit haben, die selbe Konstellation noch einmal zu sehen…

In der Umgebung der 12 Aposteln

Nach diesem eindrücklichen Naturschauspiel fuhren wir ca 10 km weiter nach Port Campbell, wo wir das erste Mal unseren Hybrid-Toyota auftanken mussten. Der Kunde vor uns hat Benzin in den Dieseltank gelassen und musste sein Auto abschleppen lassen. Das ganze Drama konnten wir live von unseren Hotel-Restaurant aus sehen. Diese Nacht verbringen wir im Waves Hotel. Port Campbell hat rund 400 Einwohnende und ist schnell besichtigt. Vielleicht machen wir morgen einen Spaziergang im Dorf. Heute war nur Bettina kurz im Dorf unterwegs, die Männer hatten zu kalt und mussten ins Apero 🙂

2 Gedanken zu „Freitag, 28. November 2025: viele Apostel“

  1. Eindrückliche Fotos mit den Wolken – sieht spannender aus, als bei wolkenlosem Himmel, wie wir den Ort vor 6.5 Jahren erlebt haben.
    Spannend euch zu folgen und zu sehen, wie es heute aussieht.

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