Ein weiterer Tag erwartet uns auf unserer Australien-Reise. Bei so einem Roadtrip ist es manchmal schwierig, die Reihenfolge korrekt wiederzugeben oder sich noch genau an das Hotel erinnern. Auch hier: Den Samstag-Bericht am Sonntag Morgen schreiben: Wo haben wir gestern genächtigt? Was haben wir gesehen? Also: Augen schliessen und den gestrigen Tag noch einmal Revue passieren…
Wir haben ja in Port Campbell übernachtet. Und auf dem Road Trip wohl das erste Mal in einem richtigen, mit Steinen gemauerten Haus. Somit haben wir auch gut geschlafen, weil wir nicht erwacht sind, wenn jemand vom Zimmer nebenan aufs WC ging.
Das Wetter war beim Aufstehen durchaus nett, sodass wir einen Spaziergang zum Hafen machten. Es waren nur 150 m, da Port Campbell wirklich ein kleines Dorf ist… Das Restaurant am Hafen war noch geschlossen, sodass wir im Hotel lecker gefrühstückt haben.
Gegen 9:15 Uhr fahren wir los. Der Motor war noch nicht richtig warm, als wir schon bei der ersten Sehenswürdigkeit Halt machten: Beim London Arch. Dies ist ein natürliches Felsentor, welches im Wasser steht.
Bis 1990 war diese Formation ein Doppelbogen, der bis zur Küste reichte und als „London Bridge“ bezeichnet wurde. Der innere Bogen – die Brückenverbindung zum Festland – stürzte am 15. Januar 1990 auf einer Breite von 40 m unerwartet ein. Zwei Touristen, die sich zum Zeitpunkt des Einsturzes auf dem Felsen befanden, mussten mit Helikoptern der örtlichen Polizei geborgen werden. Die Formation wurde nach dem Ereignis in London Arch umbenannt.
Nächster Halt: The Grotto. Dies ist ein Durchbruch im Gestein, welcher natürlich auch durch Erosion entstanden ist. Das Gebilde erhielt seinen Namen wegen seiner Bogenform, die an eine Grotte erinnert. Die Touristenattraktion ist über Holztreppen zu erreichen und auf einer Aussichtsplattform zu bestaunen.
Auch beim nächsten Halt, dem Bay of Islands, sehen wir wieder die gleichen Touristen. Man geht unabhängig aber gemeinsam immer von Stopp zu Stopp. Diese Bay hat – wer hat was anderes gedacht – erodierte Felsen im Wasser 🙂
Der nächste Stopp, Childers Cove, liegt abseits der Great Ocean Road und ist nur über eine Nebenstrasse zu erreichen. Hier hat es keine Touristen und wir sind die einzigen Menschen vor Ort. Hier kann man über eine Treppe direkt bis Strand gehen, muss aber aufpassen, dass man keine nassen Füsse kriegt, da die Wellen fast den ganzen Strand erreichen. Auch hier wieder spüren wir die Winzigkeit der Menschen inmitten des tosenden Wassers. Und man stelle sich vor: Wenn dein Schiff vor 150 Jahren Schiffbruch erlitten hat und du dich an diesen Strand retten konntest (Yeah!!) – du hattest keine Chance das Land zu erreichen, weil die Felsen senkrecht waren und es keine Möglichkeit gab, dort hochzuklettern… Heute hätte es Treppen…
Auch an dieser Küste sehen wir eine spezielle Art von Quallen, welche wir dank Google Lenses als „Portugiesische Galeere“ identifizieren. Hochgiftig, nicht berühren!
Auf der Great Ocean Road geht’s nun weiter nach Warrnambool. Kurz vorher, in Allansford, ist diese Küstenstrasse formell zu Ende. Der Beginn wurde mit einem Tor spektakulär zelebriert, ihr Ende quasi überhaupt nicht. Dass hier fertig ist, weiss nur Wikipedia…
In Warrnambool machen wir einen Abstecher zum Bahnhof, wo wir grad den 12:19 Uhr-Zug nach Melbourne abfahren sehen. Dann geht’s weiter zum Hafen, wo wir zMittag essen.
Die letzten 30 Kilometer des Tages bringen wir problemlos hinter uns und wir kommen in Port Fairy an. Dieser Ort ist recht historisch gehalten und er erinnert uns an eine Film-Stadt im Wilden Westen (der USA).
Gemäss Booking.com sollen wir hier in einem Geschäft den Schlüssel unseres Appartements beziehen. Das Geschäft ist geschlossen und wir warten ein bisschen mehr als 2 Stunden bis wir eine SMS auf meinem Handy sehen, welches das Prozedere für den Zugang zum Appartement erklärt… Die ganze Kommunikation läuft über die Booking-App, aber die wichtigsten Hinweise über SMS… Kann man besser machen.
Wir beziehen unser tolles Appartement und gehen zu Coffin Sally essen. Sallys Sarg? Hmm… witzig, diese Australier… Das Lokal ist sehr speziell – Bedienung, Drinks und Pizzen sind super!
Nach dem Essen gehen wir in unser Appartement, wo uns Jüre ein neues Kartenspiel lernt: das Vögelispiel. Lustiges Spiel, bei welchem man auch Grips braucht… 🙂








