Es regnet in Strömen, als wir heute Morgen erwachen. Aber wirklich echt in Strömen.
Easy, ich kann den ersten Satz des gestrigen Tagebuch-Eintrags 1:1 für heute übernehmen und brauche lediglich zu ergänzen, dass es stark windet und wind-chillig kühl ist. Wir machen uns reisefertig und ziehen heute wirklich alles an, was wir an warmen Kleidern verfügbar haben. Sogar meine Nordsee-Mütze kommt zum Einsatz. Da das Wetter so instabil ist, beschliessen wir, zuerst frühstücken zu gehen. Dafür gehen wir ins Union Café.
Die Breakfast Burgers (Jüre, Martin) und meine poached eggs ergänzt mit einem frisch gepressten Organgensaft und feinem Kaffee munden vorzüglich. Perfekt gestärkt und voller Elan machen wir uns auf den Weg Richtung Robe-Obelisk. Dieser wurde 1855 für Schiffe in der Guichen-Bucht errichtet. Ziel war es, eine Orientierungshilfe zu schaffen, die bei normalem Wetter bis zu 16 Kilometer weit auf See sichtbar sein sollte. Das pyramidenförmige Bauwerk mit einer Höhe von 12.2 Metern war ursprünglich einfarbig weiss. Dies erwies sich vor dem hellen Hintergrund der Sanddünen als schwer erkennbar.
Daher wurde er mit drei weissen und zwei roten Streifen bemalt. So entstand Robes berühmtestes Wahrzeichen. Seit seiner Errichtung sind die weichen Sandsteinklippen, auf denen der Robe-Obelisk steht, stark erodiert, sodass er irgendwann ins Meer stürzen wird. Schön, konnten wir ihn heute bei mittlerweile sonnig-schönem Wetter sehen.
Wir unternehmen noch einen kurzen Spaziergang mit schönster Aussicht auf das smaragdfarbene Meer. Von einem der Lookouts aus erspähen wir sogar noch ein Känguru. Dann fahren wir los in Richtung Meningie, unserem heutigen Etappenziel. Es ist eine Art Chrüsimüsi-Etappe zu Pelikanen im Coorong National Park, die wir nicht finden, dafür stossen wir auf ein Emu (nach einem entsprechenden Strassenschild) und: ein Echidna (heute ohne Strassenschild).
Der Coorong-Nationalpark liegt rund 150 km südöstlich von
Adelaide. Die westliche Grenze des Parks liegt bei der Mündung des Murray River. Der Park wurde 1966 als Schutzgebiet für Vögel, Fische und weitere Tiere gegründet. Eine Besonderheit des Coorong ist die Vermischung von Süsswasser aus dem Murray River und dem Grundwasser mit Salzwasser aus dem Südlichen Ozean, die eine vielfältige Flora und Fauna ermöglicht.
Ebenfalls eine Spezialität dieser Gegend sind rosafarbene Seen. Der Hauptgrund für die rosa Färbung ist Salz. So weisen die meisten rosafarbenen Seen Australiens einen Salzgehalt auf, der bis zu 10x höher ist als der von Meerwasser. Dieser hohe Salzgehalt führt zu einer enormen Konzentration salzliebender Bakterien und Algenarten, die reich an beta-carotin sind. Unter bestimmten klimatischen Bedingungen vermehren sich diese Mikroorganismen exponentiell, sodass sich das Wasser rosa färbt.
Ansonsten gibt’s von der heutigen Fahrt wenig zu berichten. Sie verläuft kurzweilig, ist aber auch ein Kilometer «fressen» Richtung Adelaide. Im früheren Nachmittag treffen wir in Meningie ein. Muss man Meningie kennen? Nein, muss man nicht. Wenn in Wikipedia steht, dass Meningie im Oktober 2003 als erste Stadt Australiens ADSL, ein Breitband-Internetzugang, installiert erhalten hat, sagt das alles.
Wir checken im einzigen Motel im Ort (Albert Lake) ein und unternehmen einen kurzen Spaziergang im Ort, den wir im Meningie Hotel zuerst an der Bar und dann im Speiserestaurant mit einem Abendessen ausklingen lassen. Im Restaurant findet an diesem Abend ein Darts-Wettbewerb statt, den wir aufmerksam verfolgen, bevor wir uns auf den Weg zurück in unsere Loge für heute Abend machen. Und hier ist wieder heizen angesagt, denn es ist wieder sehr frisch geworden.





Ja, man muss Meningie nicht kennen, abe auch ich habe dort schon übernachtet, womöglich sogar im gleichen Motel wie Ihr….