Heute fand das Highlight des Belgrad-Besuchs statt: Wir durften der Eröffnung der Primea Poliklinika beiwohnen. Mehrere Monate wurde geplant und gebaut – heute war die Eröffnung einer Klinik, welche die medizinische Situation in Belgrad verbessern soll. Mit 17 Untersuchungszimmern, mit neuem Personal – und einer Praxis, die ganz toll geworden ist!
Nach der Eröffnung wurden die Besucher auf eine „Yugo Tour“ mitgenommen.
Der Yugo ist ein Kleinstwagen des ehemals jugoslawischen und später serbischen Automobilherstellers Zastava. Er wurde unter verschiedenen Bezeichnungen von 1981 bis 2008 produziert. Als einziges Auto aus einem europäischen sozialistischen Staat wurde er einige Jahre auch erfolgreich in die USA exportiert.
Heute werden mit diesen Autos Stadtrundfahrten angeboten. Nebst dem Fahrer hat es Platz für 2-3 Gäste. Die Fahrt in einem solchen Auto ist ein Flashback in die 80er Jahre:
So haben die Autos früher ausgesehen…
Wir teilten die Gruppe auf zwei Touren auf: Die „Belgrade Beginners Tour“ und die „Rise and Fall of Yugoslawia-Tour“. Wir haben die zweiten Tour gemacht. Als erstes brachte uns die Fahrt im Konvoi von ca 5 Autos nach Neu-Belgrad zum Genex Tower. Dieser ist Beispiel für die damalige schnelle Bauweise mit Beton, dem Brutalismus (von beton brut).
Der nächste Halt war die Behörde für öffentliche Sicherheit, welche einen speziellen Grundriss aufweist, welcher erst auf der Google-Karte ersichtlich ist:
Der letzte Besichtigungspunkt war das ehemalige Konzentrationslager, welches sich mitten in Belgrad befand. Noch heute findet sich hier ein Turm, welcher Die „Centralna kula na Starom sajmištu“ heisst (Zentralturm des Alten Messegeländes). Das markante Bauwerk ist Teil des ehemaligen Messegeländes, das während des Zweiten Weltkriegs als Konzentrationslager Semlin genutzt wurde. Heute ist es eine Gedenkstätte.
Die ganze Yugo-Tour war äusserst informativ. Der junge Guide Luka wurde 1995 geboren, also mitten im Balkankrieg. Er erzählte die Geschichte von damals, ohne anklagend zu sein. Wir haben viel über Land und Leute von 1900 bis heute erfahren und können die Tour empfehlen.
Das Nachtessen fand ausserhalb Belgrads in Erdevik statt. Wir wurden mit einem Reisecar abgeholt und fuhren rund eine Stunde ins Weingebiet dieses Weines, der mittlerweile unser serbischer Lieblingswein geworden ist.
Zuerst konnten wir das Weingut mit den Weinkellern besichtigen, danach ging es kulinarisch zur Sache.
Die ganze Gesellschaft der Primea-Eröffnungsfeierlichkeiten belegte das Weingut. Als Tischdekoration fanden wir einen Gruss aus der Schweiz vor:
Der ganze Eröffnungstag war toll und hat Spass gemacht! Vielen Dank, Roli!








