Der Ehrgeiz auf unseren Auffahrtsreisen ist recht hoch. Möglichst viel sehen. Wir sind gut durchgeplant. Minutenscharf. Aber wenn es in die Hose geht, müssen wir spontan einen Plan B haben. Der hat gestern gefehlt. Somit müssen wir den gestrigen Tag in Bezug auf die fehlenden Elemente heute nachholen 🙂 .

Wir starten in Dresden Hbf und fahren der Elbe entlang südwärts bis Bad Schandau. Hier klappt der knappe Umstieg auf einen Zug der Deutschen Bahn, der aber mit Personal der Tschechischen Bahn geführt wird. Kooperationsverkehr nennen sie das hier. Wir starten Richtung Brücke über die Elbe, dann in den Wald in der Sächsischen Schweiz. Wildromantisch. Bei Sebnitz fahren wir über die deutsch-tschechische Grenze. Wir müssen in Mikulášovice dolni nádrazí umsteigen. Wegen Bauarbeiten hat es nur ein Gleis im Bahnhof und die Züge können nicht kreuzen. So fahren sie gegeneinander aufs gleiche Gleis, die Reisenden steigen um und die Züge fahren wieder in die gleiche Richtung zurück. Dann umsteigen in Rumburk. Rumgurken in Rumburk höhö… 🙂 Weiter gehts mit einem Zug der Tschechischen Bahn nach Rybnište, wo wir grad Anschluss haben auf einen Zug der Privatbahn Trilex (die fährt in Deutschland, Polen und in der Tschechischen Republik). Nun fahren wir durch bis Zittau. Hier haben wir fast eine Stunde Aufenthalt, bis es mit der Zittauer Schmalspurbahn weiter geht.  

Mächtige Tschechen

Im Bahnhof hat es einen Kiosk, wo man auch essen kann. Viele Einheimische beschränken sich aufs Trinken. Wohl den ganzen Tag lang mit einer Pulle Bier am Stehpult. Man verlässt den Ort nur, um draussen zu rauchen. Wir essen was, entscheiden uns für eine Soljanka. Eine Suppe mit allem drin. Gemüse, Wurst, Brot… Die Suppe ist das Teuerste im Angebot, € 2.20… Das Wasser dazu kostet € 0.85 plus Pfand. Die Suppe ist sehr gut und der Service freundlich.

Soljanka

Dann gehen wir zum Zwickauer Schmalspurbahnhof. Ach neee, Zittau, wir sind in Zittau! Wir nehmen den Zug der Zittauer Schmalspurbahn und fahren bis Kurort Oybin. Dort haben wir eine knappe Stunde Aufenthalt und wir besuchen das Museum der Schmalspurbahn. Schon fährt wieder der Zug talwärts und wir fahren bis Bertsdorf mit. Hier steigen wir erneut um und befahren die Stichstrecke nach Kurort Jonsdorf und zurück nach Bertsdorf. Von hier aus geht‘s zurück nach Zittau.

Mitten im Wald mit der Zittauer Schmalspurbahn. Frische Dampfluft inklusive…

Beim Kiosk machen wir einen Halt und probieren eine Wurst. Auch lecker 🙂 . Der Zug nach Dresden wartet auf Gleis 1. Dieses Mal fahren wir direkt nach Dresden. Meinen wir… Denn in Bischofswerda ist die Fahrt zu Ende. Streckensperre wegen Personenunfall. Ein Ersatzbus kommt nach 45 Minuten. In Arnsdorf steigen wir wieder auf den Zug um. Aber beim Bahnpersonal ist grosse Ratlosigkeit vorhanden. Wann fahren wir? Wohin fahren wir (ok, es gibt ja nur eine Richtung – die nach Dresden…)? Geschlagene 40 Minuten sitzen wir im Zug und nichts geht. Null Information. Auch wenn bei Personenunfällen bzw. ungeplanten Streckenunterbrüchen alles ein Bisschen komplizierter ist – in der Schweiz läuft das besser. Wir hatten 1h35 Verspätung bei der Ankunft in Dresden. 

Es reichte noch, im L‘Osteria ein feines Znacht zu essen.